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Jubiläumsbecher auf Erfolgsspur.

So, Mrz 17, 2013

Schnipsel

Jubiläumsbecher auf Erfolgsspur.

Wer den Halbmarathon in Bereich von 2 Stunden läuft, hat es schwer, auf ein Siegertreppchen zu kommen. Ich finde Siegertreppchen aber eigentlich ganz hübsch. Also fasste ich einen Plan: Ich reichte mein Buch „Jubiläumsbecher in der Busspur“ bei einem Literatur-Award ein, genauer, dem autoren@leipzig award. Dabei handelt es sich um einen „Indie-Autor Preis“, ein Award, der an sogenannte „Selfpublisher“ vergeben wird. Damit gemeint sind Menschen, die erst zu faul sind, sich einen Verlag zu suchen, die sich dann aber das körpereigene Sitzpolster aufreißen, um das bleierne selbstpublizierte Werk seiner Leserschaft eigenhändig zugänglich zu machen. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmalig von der Leipziger Buchmesse und neobooks vergeben (das ist der E-Book-Ableger des Droemer Knaur Verlags). Zu meiner großen Freude funktionierte der Plan (das tun Pläne ja sonst selten) – am 15. März wurde mir auf der Leipziger Buchmesse der 1. Preis in der Kategorie Sachbuch verliehen. Die Begründung der fünfköpfigen Fachjury lautet wie folgt: »Was als Blog begann, findet in E-Book und Buch seine würdige Fortsetzung. ‚Jubiläumsbecher in der Busspur‘ hat die Jury mit einem lustigen Cover und einem originellen Titel beeindruckt. Und dann der Inhalt: Heidi Schmitt legt einen anekdotenreichen, unterhaltsamen ‚Insider-Bericht‘ aus der Welt der passionierten Hobbyläufer vor. Die Laufbegeisterten werden hingerissen sein, die Bewegungsmuffel hin- und hergerissen, ob sie nicht doch einmal die Trainingsschuhe schnüren sollten«

BoD Stand

Auch Selfpublisher können einen Verlag gut brauchen: Dr. Florian Geuppert
und Yogesh Torani von Books on demand helfen sogar beim Lächeln.

Es wurde mir bei der Preisverleihung kein Gebinde der örtlichen Drogerie mit einem Waschlappen in Blumenform überreicht und auch kein Sixpack Ur-Krostitzer. Insofern muss man sich bei Siegerehrungen dieser Art als Läufer ein wenig umstellen. Stattdessen gab es aber einen Geldpreis und ein Lektorat des Droemer Knaur Verlags für das nächste Werk und das ist ja auch nicht zu verachten. Allerdings hat man von letzterem nur dann etwas, wenn es auch ein nächstes Werk gibt. Naturalien soll man ja aber nicht verfallen lassen, deshalb bin ich jetzt praktisch gezwungen, weiter zu schreiben und mir irgendwann Gedanken über ein zweites Buch zu machen. Aber gemach, das erste ist ja noch druckfrisch.

Autoren@Leipzig-Award-2013-2Wer mir auf Facebook folgt, für den ist das alles ein alter Hut, aber es gibt doch einige, die es nicht auf diese Plattform zieht, deshalb berichte ich das alles gerne noch mal hier. Außerdem kann ich hier auch noch ein bisschen mehr erzählen. Etwa drüber, dass ich in den letzten Tagen sehr viel gelernt habe. Über E-Books und die Tücken der verschiedenen Lesegeräte zum Beispiel. Ich selbst besitze keinen Reader und war deshalb verblüfft, zu erfahren, was einzelne Geräte können – und was sie alles nicht können. Auf dem Kindle sieht mein Buch nicht so schön aus, wie ich es mir wünschen würde. Ein Blocksatz, in dem keine Trennungen gemacht werden, kann sehr löchrig sein. Auf dem ipad ist dagegen alles prima.

Marah Woolf (1. Preis Belletristik) und Heidi Schmitt (1. Preis Sachbuch)

Marah Woolf (1. Preis Belletristik) und Heidi Schmitt (1. Preis Sachbuch)

Ich habe aber nicht nur etwas über Technik gelernt, sondern auch über die Untiefen menschlicher Gefühle. Es war nämlich keineswegs so, dass mir die gesamte Menschheit seit Bekanntgabe der Award-Gewinner Blumen streute. Vielmehr glaubten Mitbewerber nachweisen zu müssen, warum nicht ich, sondern sie selbst die verdienten Gewinner gewesen seien. Nie habe ich unter Läufern offenen Neid bemerkt und ich bin der festen Überzeugung, dass ein Läufer, der dergleichen hegt, keiner sein kann. Der altmodische Begriff des „Sportsgeistes“ ist ein Wert, den man nicht hoch genug schätzen kann. Die Loyalität, Hilfsbereitschaft und Fairness unter Läufern, jenseits von jeglicher Vereinszugehörigkeit ist unverzichtbar, gerade dort, wo es um einen Wettbewerb, ein Wetteifern geht. Auch der Begriff des „Respekts“ vor der Leistung des anderen, der nichts mit dem Ghetto-Respekt zu tun hat und auch nichts mit dem Respekt, den muslimische Frauen vor den männlichen Mitgliedern ihrer Familie haben sollen. Gemeint ist der Respekt, davor, dass jeder sich redlich bemüht, ob er für die 10 km weit über eine Stunde oder deutlich unter vierzig Minuten braucht. Ein Läufer, der sich abfällig über die Leistung anderer Läufer äußert, ist kein Sportler, sondern fleischgewordene Armseligkeit. Die ist zum Glück selten. Umso erstaunlicher war für mich die plötzliche Begegnung mit dem Neid.

Gleichwohl: Der Jubiläumsbecher marschierte durch die Presse und mein Dank gebührt an dieser Stelle noch einmal Spiridon Frankfurt, dem Verein, der sich durch ein Hinweisschild unfreiwillig zum Titelgeber gemacht hat. Immerhin, liebe Spiridonis – euer Titel ist ein Gewinnertitel geworden.

Busspur

Aktuelle Meldungen zum Preis (mehr in Kürze):
autoren@leipzig award
Literaturcafé
mdr

Und das Werk selbst:

15Antworten um “Jubiläumsbecher auf Erfolgsspur.”

  1. Kylie Says:

    So, da beglückwünsche ich Dich hier auch noch mal ganz offiziell und komplett unneidisch als Kylie, die Läuferin:)Sicher ist sicher!
    Es ist einfach klasse, ich freue mich so mit Dir. Und darf das auch noch ganz offiziell eigennützig tun, denn wir Buchhändler lieben preisgekrönte Vorleserinnen!

  2. Lizzy Says:

    Auch von mir: herzlichen Glückwunsch!

    Andererseits: ich bin glaub‘ ich doch ein bisschen neidisch … und zwar darauf, dass du die Disziplin aufbringst, dich so lange auf den Hintern zu setzen, dass ein Buch daraus wird. Alle Achtung!

  3. Lizzy Says:

    ahhh – das liest sich ja total doof, sehe ich jetzt … ein Buch wird ja nicht davon fertig, dass man auf dem Hintern sitzt … aber du weißt sicher einigermaßen, wie’s gemeint ist .. (bevor ich in Erklärungsversuchen noch mehr Unfug schreibe 😉

  4. admin Says:

    Lizzy, ich hab das schon verstanden. 🙂
    Am Anfang hab ich immer gesagt: Mein Buch ging schnell. Dann hat mich mal jemand drauf aufmerksam gemacht, wie viel Zeit ich darauf verwandt hätte, auf all diesen Volksläufen zu sein und danach Geschichten darüber zu schreiben und dass das Buch nur das Finetuning dieser jahrelangen Vorarbeit war. Und eigentlich stimmt das natürlich. In Wahrheit steckt die Arbeit vieler Monate drin. Aber es ist genau wie mit dem Laufen – man macht es, weil es einem etwas gibt, Spaß macht. Dann geht das auch mit der Disziplin.

  5. Lutz Says:

    Das ist ja… also, das ist ja…!

    Da weiß ich von Dir dank Manuela überhaupt erst seit kurzem, und schon räumst Du einen Preis ab? Ich bin schwerst beeindruckt, freu‘ mich für Dich und gratuliere ganz herzlich!

  6. Jörg Says:

    Herzliche Glückwunsch, ich freu mich für dich.
    Allerdings bin ich eigentlich der Meinung ich hätte den Preis noch mehr verdient. Dumm nur, dass ich noch kein Buch geschrieben haben, aber wenn 😉

  7. Tom Fedler Says:

    Liebe Heidi,

    seit einer geraumen Weile verfolge ich deinen Blog, bin auch schon seit einer kleineren Weile ein „dein Verfolger“ auf Facebook und bin stolzer Besitzer dieses jenigen Buches, wofür du diesen Preis gewonnen hast. Auch wenn ich noch nicht begonnen habe, es zu lesen *schäm* Aber gemach gemach ;o)

    Also lange Rede kurzer Sinn. Meinen ganz dicken Glückwunsch dir zu diesem Preis und ich freu mich sehr, dass du ihn gewonnen hast!

    Sportliche Grüße vom Tommi

  8. Matthias Walz Says:

    Herzlichen Glückwunsch!

    Das ist nur absolut verdient!

    Und zum Thema „Sportsgeist“ fällt mir gleich eine nette Episode ein: Vor ein paar Wochen bin ich einen 10km-Volkslauf gelaufen. Bei der Veranstaltung fand im Anschluss an den Hauptlauf noch ein Elitelauf mit eingeladenen Spitzenleuten statt: Die beiden Läufe war ein wenig zu eng terminiert was dazu führte, daß die letzte Läuferin des Volkslaufs samt Besenfahrrad nach 80 Minuten gerade einlief als die Eliteläufer schon im Startraum standen: Diese machten bereitwillig Platz und beklatschten freundlich die Nachzüglerin, die man fast beneiden konnte um den Empfang.

    Mit den besten Grüßen

  9. Alexandra Says:

    Wow, alle Achtung, das ist ja wirklich toll! Ich freue mich, dass Dein Buch so gut ankommt. Ich habe es auch sehr gerne gelesen.

  10. Saffti Says:

    So wird man/frau also zum zweiten Buch gezwungen. Vieß Spaß dabei und auch von mir die herzlichsten Glückwünsche!

  11. Gregor Says:

    Das ist echt der Wahnsinn. Glückwunsch!!!
    Habe mir das Buch gleich bestellt, auch wenn ich die Berichte schon tausendmal im Netz gelesen habe.

    Auf den Fotos bist du ja richtig schick. Ich kenne dich ja sonst nur in Laufklamotten. 🙂

  12. Miriam Says:

    Hallo Frau Schmitt,
    auch von mir einen ganz herzlichen Glückwunsch! Bin ein großer Fan ihrer Seite und freue mich über jedes Buch übers laufen das nicht nur von Trainingsplänen handelt (die habe ich gefühlt schon alle :D)
    Was ich aber schade finde ist das es als ebook nur bei Amazon erschienen ist. Ich habe weder Kindle noch Apple weil ich gerne selber entscheiden möchte von wem ich meine Bücher kaufe. Unter neobooks habe ich es auch nicht gefunden. Ist eine Veröffentlichung als „richtiges“ ebook noch geplant? Ich würde mich freuen!

  13. admin Says:

    Hallo Miriam,
    danke für die Glückwünsche! Nein, das würde mir gar nicht gefallen, wenn es das E-Book nur bei Amazon gäbe. Es ist als „richtiges“ E-Book erschienen, das über die gängigen Plattformen auch erhältlich ist. Neben Amazon auch bei itunes http://bit.ly/11o8bWo oder Buchhandlungen wie ebook.de http://bit.ly/13hFY8A oder jpc http://bit.ly/10r4Pms oder thalia.de http://bit.ly/YsUkhZ
    Bei neobooks ist es nicht zu finden, weil das Plattform und Verlag gleichermaßen ist. Man muss also über neobooks veröffentlicht haben, um dort gelistet zu sein. Mein Verlag Books on demand hat zwar auch einen Shop, aber nur für die gedruckten Bücher.
    Viele Grüße
    Frauschmitt

  14. Laufschlaffi Says:

    Dein Buch erinnert mich im besten Sinne an Loriot:

    Feiner Humor, leicht ironisch und trotzdem menschenfreundlich.
    Danke!

    Gruss,
    LS


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  1. […] drin ist? Und ob es so ist wie „Jubiläumsbecher in der Busspur“? Eins nach dem anderen. Das Buch ist randvoll mit Geschichten, die bei laufen-mit-frauschmitt.de […]

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