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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Artikel</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Die zehn Volkslauftypen.</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2011 15:28:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Jahr habe ich viel weniger Volksläufe gemacht als sonst. Die Fersen wollen nicht so recht. Vor lauter Sehnsucht habe ich einen Text geschrieben, der die zehn gängigsten Typen bei Volksläufen beschreibt. Langjährige empirische Studien haben mich dazu gebracht, gerade diese zehn herauszufischen. Bestimmt seid ihr auch dabei. ]]></description>
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<p>In diesem Jahr habe ich viel weniger Volksläufe gemacht als sonst. Die Fersen wollen nicht so recht. Vor lauter Sehnsucht habe ich einen Text geschrieben, der die zehn gängigsten Typen bei Volksläufen beschreibt. Langjährige empirische Studien haben mich dazu gebracht, gerade diese zehn herauszufischen. Bestimmt seid ihr auch dabei.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/08/Läufer-7.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2972" title="Läufer 7" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/08/Läufer-7-1024x768.jpg" alt="Läufer 7" width="491" height="369" /></a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">1. Die Zausel</span></strong></span></p>
<p>Der Zausel ist typischerweise männlich, zwischen 60 und 80 Jahren alt, unrasiert und trägt das verbliebene Haar im Kopfkissenlook. Er ist klein, sehnig, zäh, bevorzugt ein verblichenes T-Shirt mit dem Aufdruck “Dumpelheimer Wiesenultramarathon 1982″ o.ä. und Schuhe aus dem Nachlass von Spiridon Louis. Zausel riechen oft säuerlich, sind aber rücksichtsvoll, hilfsbereit, freundlich und gutgelaunt.</p>
<p>Motivation: Karl, Horst und Dieter treffen.</p>
<p>Liebster Lauf: Ein Lauf auf dem Land, bei dem er auf Karl, Horst, Dieter und Streuselkuchen trifft.</p>
<p>Typischer Satz: „Ich sag immer: meine Anneliese läuft net mehr &#8211; aber meine Arthrose läuft noch!“</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">2. Die Einmaligen</span></strong></span></p>
<p>Die Besuche der Einmaligen in der Volkslaufgemeinde sind Stippvisiten. Sie haben eine Wette verloren, oder wollen sich aus anderen Gründen beweisen. Sie haben den Artikel „In 3 Tagen zum Marathon unter 3 Stunden“ in der „Hedgefond-Week“ gelesen und fühlen sich jetzt für jede Herausforderung bestens gerüstet. Nach ihrem Lauf, den sie nach eigenen Aussagen „wegen Übertraining“ abbrechen müssen, oder in 5:30 Stunden absolvieren, werden sie nie wieder gesehen.</p>
<p>Motivation: Die Medaille.</p>
<p>Liebster Lauf: New York City Marathon. Alles andere ist popelig.</p>
<p>Typischer Satz: „Wieso muss ich so weit hinten starten?“</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/08/Läufer-5.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2975" title="Läufer 5" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/08/Läufer-5-1024x768.jpg" alt="Läufer 5" width="491" height="369" /></a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">3. Die Dampfplauderer</span></strong></span></p>
<p>Dampfplauderer durchkämmen das Feld mit suchendem Blick. Ihr Ziel: ein Opfer. Während des Laufs pirschen sie sich an dieses heran, um dann das Feuer zu eröffnen. Die Antwort auf eine scheinbar harmlose Frage nimmt der Dampfplauderer zum Anlass, auf sein Opfer einzuplaudern. Die Themen: Laufen und Verletzungen, Verletzungen und Laufen.</p>
<p>Motivation: Über Laufen und Verletzungen reden.</p>
<p>Liebster Lauf: Lange Waldläufe ohne störende Anfeuerung.</p>
<p>Typischer Satz: „Ich bin so froh, dass ich hier laufen kann, nächste Woche muss ich wieder unters Messer!“</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">4. Die Novizen</span></strong></span></p>
<p>Die Novizen erkennt man an ihren Augenringen. Bereits etliche Nächte vor dem großen Ereignis finden sie keinen Schlaf mehr. Die Frage, wie viel und wann sie während des Laufes essen und trinken müssen, bringt sie an den Rand der nervlichen Zerrüttung. Sie reisen mit einer 10kg schweren Sporttasche an, haben aber das Handtuch vergessen.</p>
<p>Motivation: Ankommen.</p>
<p>Liebster Lauf: Benefizläufe über 5km.</p>
<p>Typischer Satz: „Was tue ich mir da nur an? Ogottogottogott!“</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"> </span></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">5. </span></strong></span><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">Die Vereinsmeier</span></strong></span></p>
<p>Der Vereinsmeier ist ein laufendes Facebook, nur ohne Datenschutzprobleme. Bei ihm laufen alle Fäden zusammen. Er sucht die schönsten Läufe heraus, organisiert Mitfahrgelegenheiten, holt morgens um sieben die Startnummern für alle ab und bietet seine Dienste als Pacemaker an. Ohne die hohe soziale Frustrationstoleranz von Vereinsmeiern funktioniert keine (Lauf-)Gemeinschaft.</p>
<p>Motivation: Die Scheidung vergessen.</p>
<p>Liebster Lauf: Ein Lauf, bei dem man hinterher stundenlang zusammensitzen kann.</p>
<p>Typischer Satz: „Alle mal herhören: braucht jemand ein Blasenpflaster? Ich hab’ hier welche.“</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">6. Die Wissenschaftler</span></strong></span></p>
<p>Die Wissenschaftler haben sich eine Excel-Tabelle mit ihren Trainingsdaten gebaut. Damit fällt es ihnen leicht, Herbert Steffny zu widerlegen. Alle anderen sowieso. Sie probieren selbstgepanschte Gels, das Warm up von tibetischen Gurus und nutzen alles, was an Technik auf dem Markt ist. Wissenschaftler sind selten auf den vorderen Plätzen der Ergebnisliste zu finden. Aber sie wissen immer woran es gelegen hat.</p>
<p>Motivation: Eine neue Taktik ausprobieren.</p>
<p>Liebster Lauf: Egal.</p>
<p>Typischer Satz: „Den Cooper-Test halte ich für völlig überbewertet.“</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">7. Die Singles</span></strong></span></p>
<p>Singles kommen allein, laufen allein und gehen wieder allein. Freundschaft finden sie in einem Geflecht aus Ritualen, in das sie in der Umkleidekabine sofort eintauchen. Sie haben eigenwillige Gewohnheiten und neigen zu auffälligem Lauf-Outfit, etwa freiem Oberkörper, Wanderstiefeln oder geblümten Sporthosen. Da die Volkslaufgemeinde jeden so sein lässt, wie er mag, finden Singles immer ihren Platz.</p>
<p>Motivation: Unbekannt.</p>
<p>Liebster Lauf: Unbekannt.</p>
<p>Typischer Satz: „Ist hier noch frei?“</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/08/Läufer-8.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2976" title="Läufer 8" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/08/Läufer-8.jpg" alt="Läufer 8" width="491" height="369" /></a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">8. Die Tiefstapler</span></strong></span></p>
<p>Tiefstapler sind in der Regel gute Läufer, die ihren Ehrgeiz verbrämen. Während tiefstapelnde Frauen von immenser Gewichtszunahme berichten, verkünden männliche Tiefstapler voller Bedauern, dass sie am Vorabend das siebte Weizen einfach nicht ausschlagen konnten. Beides hat das gleiche Ziel: dem bevorstehenden Erfolg mehr Glanz zu verleihen.</p>
<p>Motivation: Hoch.</p>
<p>Liebster Lauf: Nicht zu große Läufe mit der Chance auf eine Altersklassen-Platzierung.</p>
<p>Typischer Satz: „Ich will heute wirklich nur ein bisschen auslaufen.“</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/08/Läufer-2.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2977" title="Läufer 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/08/Läufer-2-1024x768.jpg" alt="Läufer 2" width="491" height="369" /></a></p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">9. Die Ladys</span></strong></span></p>
<p>Ladys sind das weibliche Pendant zu den Zauseln. Erstaunlicherweise sind Ladys und Zausel jedoch nie miteinander verheiratet. Sie haben jeweils nichtlaufende Partner, für die sie nach dem Lauf in einer mitgebrachten Tupper-Dose Kuchen horten. Ladys sind über 60, mädchenhaft, zupackend und fröhlich. Sie treten nie einzeln auf.</p>
<p>Motivation: Dem Enkel eine neue Medaille mitbringen.</p>
<p>Liebster Lauf: Kleine, verwegene Läufe auf dem Land.</p>
<p>Typischer Satz: „Ich muss heut’ net so schnell sein, ich hab gestern vorgekocht.“</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong><span style="color: #800000;">10. Die Väter</span></strong></span></p>
<p>Väter haben früher mal Handball gespielt. Aber dann kam der Reihenhausbau. Und die Kinder. Jetzt sind die Väter etwas hüftstark. Aber seit sie Achim Achilles lesen, fühlen sie den sportlichen Ehrgeiz zurückkommen. Väter lassen sich immer von ihrer Familie begleiten, die im Ziel bewundernd „Da kommt der Papi!“ ruft.</p>
<p>Motivation: Beim Grillfest mit Freunden etwas erzählen können.</p>
<p>Liebster Lauf: Einer in der Nähe.</p>
<p>Typischer Satz: „Danke Schatz, es geht schon wieder.“</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/08/Läufer-4.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2978" title="Läufer 4" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/08/Läufer-4-1024x768.jpg" alt="Läufer 4" width="491" height="369" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><em>(Erschienen in der Runner&#8217;s World Juni 2011)</em></p>

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		<title>Pink ist das neue Rosa</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/laufmode/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 15:35:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Laufmode]]></category>
		<category><![CDATA[Laufschuhe]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Laufmode hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm gewandelt. Heute lauert in jeder Faser eine Innovation. Darüber haben die Designer beinahe eines ganz vergessen: die Farben. Deshalb widme ich mich unter anderem mal wieder zwei meiner Lieblingsthemen: hellblau und rosa.]]></description>
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<p>Die Laufmode hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm gewandelt. Heute lauert in jeder Faser eine Innovation. Darüber haben die Designer beinahe eines ganz vergessen: die Farben.</p>
<p><strong> </strong><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;">Jogginghosen sind eines der letzten Rätsel der Menschheit. Werden doch die innen angerauhten Beinsäcke bevorzugt für Tätigkeiten getragen, die dem Joggen geradezu konträr gegenüber stehen – oder besser: liegen. Ultra-Couching etwa, oder das beliebte 6-Stunden TV-Watching. Startschuss: Freitag Abend.</span></p>
<p>Das war nicht immer so. Es gab Zeiten, da wurden Jogginghosen tatsächlich zum Joggen getragen. Kombiniert mit einem baumwollenen Kapuzenpulli ergab die Jogginghose ein Outfit, in dem sich Läufer für beinahe jedes Wetter bestens gerüstet fühlten. <a href="http://resources.ashoka.org/filestore/5/9/3/9_290ec1fc48691d3/5939_5ef1bb416b561df.jpg?v=2011-03-29+13%3A11%3A52" target="_blank">Auf der berühmten Fotoserie</a>, die Frauenmarathon-Pionierin Kathrine Switzer bei ihrem ersten Marathon 1967 in Boston zeigt, trägt sie eben jene Jogginghosen – die Herren um sie herum sind in schlabberige Sweatshirts gehüllt. Wer heute das Geheimnis zu ergründen versucht, warum in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts vergleichsweise schnelle Zeiten gelaufen wurden, sollte auch einmal den Jogginganzug als Ursache in Betracht ziehen. Vermutlich gaben Läufer damals alles, um das klatschnass geschwitzte Baumwollungetüm so schnell wie möglich wieder loszuwerden.</p>
<p>Die Jogginghose wurde abgelöst durch die Trainingshose, bald auch Trainingstight. Die nylondurchwirkten Errungenschaften der Chemie dünsteten in kürzester Zeit einen charakteristischen Turnhallengeruch aus – selbst wenn die Hose nie in einer Turnhalle getragen wurde. An den Oberschenkelinnenseiten bildeten sich kleine Knötchen, die sich wie ein unangenehmer Ausschlag auf die gesamte Hose ausweiteten. Die größte Pein verursachte allerdings der Gummisteg um die Ferse, der für den tadellosen Sitz des Beinkleids sogen sollte. Er verursachte ein unangenehmes Reiben unter der Fußsohle, weshalb er meistens ignoriert wurde und wie ein verirrter Haltegriff wellig und schlaff hinter der Achillessehne herumbaumelte. Für Frauen war die Gummischlaufe ohnehin sinnlos. Da es kaum Frauentights gab, kaufte man solche für Herren &#8211; die immer zu lang waren. Dadurch dekorierte die nicht enden wollende Hose die Laufschuhe wie eine Gamasche und gab den Frauenfüßen etwas Hufiges. Kein schöner Anblick, aber das Leben ist schließlich kein Bambini-Lauf.</p>
<p>Inzwischen gibt es Hosen in allen Längen und Breiten, sogar die ¾ Hose, die aus ihrem Träger eine Art Wadenmonster macht, findet ihre Liebhaber. Auch bei den Jacken vollzog sich eine Revolution: aus raschelnden Plastiksäcken mit Kapuze, die sich bei Wind aufblähten wie kleine Fesselballons, wurden microfeine elegant geschnittene Joppen mit mp3-Fach und Kopfhörerausgang. Runde wie schlanke Frauen finden Hüftumspielendes und Tailliertes.</p>
<p>Ein Aspekt der Laufmode kam allerdings lange Zeit nur sehr schleppend voran: die Farben. So sind die Designer partout nicht davon abzubringen, das weiße T-Shirt zur Basis eines ordentlichen Lauf-Outfits zu erklären. Vielleicht träumt man in Laufmode-Designerkreisen regelmäßig von Wet-T-Shirt-Contests, anders ist dieses Beharren kaum zu erklären. Weiße T-Shirts, insbesondere die modernen, körpernah geschnittenen, sind bei Frauen ein aufmerksamkeitsstarkes Kleidungsstück, zumal wenn der Schweiß den Körper etwas kühlt. Und trotzdem hängen sie jedes Jahr wieder auf den Bügeln. Doch auch für Männer sind weiße T-Shirts völlig unpraktisch. Jeder, der einmal vergessen hat, beim Marathon seine Brustwarzen abzukleben oder der beim Wettkampf eine rostende Sicherheitsnadel erwischt hat, kennt das Problem.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/Shirt-weiß.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2835" title="Shirt weiß" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/Shirt-weiß.jpg" alt="Shirt weiß" width="299" height="374" /></a></p>
<p>Und dann gibt es da noch die Blau-Rot-Krankheit. Rot und Blau sind die klassischen Farben für Männer und Frauen. Jedes Jahr aufs Neu: Modefarbe Rot, Modefarbe Blau. Es ist jedoch genau umgekehrt wie früher im Kinderwagen: laufende Männer tragen meistens rot, die Frauen blau. Es sei denn, es sind Pastellfarben. Rosa und Hellblau sind den Frauen vorbehalten. Rosa und Hellblau sind auch die Farben der Frauen-Laufschuhe. Wer bislang etwas suchte, das schnell und gefährlich aussieht, orange etwa oder dunkelgrau mit gelb, der landete bei Männerschuhen. Sonst: rosa und hellblau. Bestenfalls mint. Designer für Frauenlaufbekleidung orientieren sich scheinbar meist am Geschmack von Pudelfriseusen und Nagelstudiobesitzerinnen.</p>
<div id="attachment_2837" class="wp-caption aligncenter" style="width: 471px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/Frauenlaufschuhe.jpg"><img class="size-full wp-image-2837  " title="Frauenlaufschuhe" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/Frauenlaufschuhe.jpg" alt="Frauenlaufschuhe" width="461" height="346" /></a><p class="wp-caption-text">Ganz schön kreativ, diese Farbgebung.</p></div>
<p style="text-align: left;">Doch seit etwa einem Jahr gibt es Hoffnung. Neongelbe und –grüne Jacken, bislang eher von Nachtläufern und Menschen mit Sehfehlern bevorzugt, erobern die Kleiderschränke. Ein Hersteller des hässlichsten Kleidungsstücks der Welt, des Kompressionsstrumpfs, zeigt, was Selbstbewusstsein heißt: statt verschämtem Schwarz knallt pink und grün von der Wade. Schuhe leuchten und ihre neonfarbenen Schürsenkel lechzen nach Bestzeiten. Laufoberteile sind seit Neuestem Lila, Grün, Pink, Braun oder Senffarben. Die Bilder der kommenden Marathons werden ein Meer von Farben zeigen.</p>
<p style="text-align: left;">
<div id="attachment_2841" class="wp-caption aligncenter" style="width: 423px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/newton-neu1.jpg"><img class="size-full wp-image-2841" title="newton neu" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/newton-neu1.jpg" alt="Geht doch!" width="413" height="247" /></a><p class="wp-caption-text">Geht doch!</p></div>
<p>Damit ist die Laufmode endlich da angekommen, wo die Läufer schon lange sind. Denn das Leben des Läufers ist bunt. Er sieht pralle Sonnenaufgänge, kennt alle Nuancen des Herbstwalds und entdeckt als erster die knallgrünen Knospen im Frühling. Im Wintergrau springt er über Pfützen und macht sich farbenfrohe Gedanken. Was er dabei anhat, ist ihm beinahe schon egal. Aber warum sollte er nicht etwas tragen, was zu ihm passt?</p>
<p><em>(Erschienen in der Runner&#8217;s World Mai 2011)</em></p>

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		<title>Welcher Laufschuhtyp bist Du?</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/laufschuhkauf/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 18:26:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Laufmode]]></category>
		<category><![CDATA[Laufschuhe]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Laufschuhverkäufer ist es wichtig, ob Du Überpronierer oder Supinierer bist. Dabei spielt das bei der Psychologie des Kaufs kaum eine Rolle. Viel wichtiger ist die Frage: Bist Du Nörgler oder Missionar? Ignorant oder Liebhaber? Finde es heraus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Laufschuhe sind des Läufers bester Freund. Man kauft sie vor dem Volkslauf (wegen des bevorstehenden Trainings), danach (als Belohnung) und wenn es irgendwie machbar wäre, würden Läufer vermutlich auch währenddessen zugreifen. Auf welchen Schlappen die Wahl fällt, ist eine Frage des Typs. Hier sind die acht wichtigsten.</p>
<p><strong><span style="color: #ff9900;">1. Die Fashion-Geeks</span></strong><br />
Eine alte Laufschuhregel besagt, dass ein Laufschuh nach etwa 1000 km in Rente gehen sollte. Erdacht wurde diese Peilmarke nicht etwa von der Laufschuhindustrie, sondern von den Fashion-Geeks. Da sie immer darauf bedacht sind, nur das neueste, ausgefallenste Modell zu tragen, ist ihnen die lange Lebensdauer eines Schuhs ein Graus. Am liebsten wäre ihnen ein Schuh, der die Sohle oben und die Schnürung unten hat. Endlich mal etwas Neues!<br />
<strong> Typische Aussage:</strong> „Ich hab die in New York ganz zufällig gesehen“<br />
<strong> Typische Modelle: </strong> Somnio Runaissance, On Running</p>
<p><strong><span style="color: #ff9900;">2. Die Mädchen</span></strong><br />
Auch die „Mädchen“ kaufen ihre Laufschuhe eher nach optischen Kriterien. Anders als bei den Fashion-Geeks zählen jedoch weniger die aktuellen Trends als die persönlichen Vorlieben. Ähnlich einem 6-jährigen Mädchen kann dieser Typ eine gewisse Starrhalsigkeit an den Tag legen. Mag der Schuh auch noch so bequem, günstig und passend sein – ein Reflektorstreifen an der falschen Stelle macht den Kauf sofort unmöglich.<br />
<strong> Typische Aussage:</strong> „Haben Sie einen schwarzen Laufschuh?“<br />
<strong> Typische Modelle:</strong> Im Prinzip alle, Hauptsache, sie haben die richtige Farbe.</p>
<p><strong><span style="color: #ff9900;">3. Die Missionare</span></strong><br />
Missionare sind bekehrte Sünder. Zumindest sehen sie sich selbst so. Ihre Sünde: jahrelanges Fersenlaufen. Glücklich sind sie erst, seit sie das Vorfußlaufen für sich entdecken und irdischen Schuhballast von sich streifen konnten. Missionare haben nur ein Ziel: andere Sünder zu bekehren. Sie werben für ein Leben nach der Pronationsstütze und locken mit dem Versprechen auf das Laufparadies. Ihre Feinde sind die Ungläubigen, allen voran die Laufschuhindustrie. Orthodoxe Missionare heißen Barfußläufer.<br />
<strong> Typische Aussage:</strong> „Ich war bei 47 Orthopäden – und heute merke ich nicht einmal mehr, dass ich ein Knie habe!“<br />
<strong> Typische Modelle:</strong> Nike Free, Vibram Five Fingers, Newton Performance</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/01/Laufschuhe-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2745" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/01/Laufschuhe-2.jpg" alt="" width="424" height="283" /></a></p>
<p><strong><span style="color: #ff9900;">4. Die Nörgler</span></strong><br />
Nörgler sind Tester. Sie testen nicht etwa Schuhe, sondern Schuhverkäufer. Ihr Ziel: der Inkompetenznachweis des jeweiligen Fachpersonals. Widerstrebend probieren sie im Laden durchschnittlich 17 Modelle, entscheiden sich ebenso widerstrebend für eines davon, gehen skeptisch nach Hause, absolvieren ebenso skeptisch den ersten Lauf und berichten umgehend in Laufforen und Vereinen von Beschwerden, die auf falsches Schuhwerk zurückzuführen sind. Danach kaufen sie im Internet einen Schuh, der nach eigener Recherche zu ihnen passt.<br />
<strong> Typische Aussage:</strong> „Also ich habe die Videoanalyse ganz anders interpretiert.“<br />
<strong> Typische Modelle:</strong> Es gibt keine, zumindest keine, die man Nörglern empfehlen könnte.</p>
<p><strong><span style="color: #ff9900;">5. Die Billigheimer</span></strong><br />
Billigheimer halten Laufschuhe grundsätzlich für überteuert. Sie sind weder an Innovationen interessiert wie die Fashion Geeks, noch an Schuhkonstruktionen wie die Missionare. Sie sind der Meinung, ein Schuh besteht aus einer Sohle, damit es unten nicht piekst und einer Fußumhüllung, damit es oben nicht hineinregnet. Dafür einen dreistelligen Betrag auszugeben, käme ihnen niemals in den Sinn. Deshalb halten sie alle übrigen Läufer für „schön blöd“.<br />
<strong> Typische Aussage:</strong> „Das seh’ ich überhaupt nicht ein!“<br />
<strong> Typische Modelle:</strong> Deichmann Victory, Discounter-Laufschuhe, ebay-Angebote</p>
<p><strong><span style="color: #ff9900;">6. Die Ignoranten</span></strong><br />
Ignoranten sind das perfekte Gegenstück zu den Fashion-Geeks. Sie tragen Schuhe aus dem Nachlass von Spiridon Louis und sind damit hochzufrieden. Klebeband, Sofortkleber sowie zahlreiche Schuster- und Näharbeiten verlängern das Leben eines Ignoranten-Schuhs praktisch ins Unendliche. Getreu dem Motto „Never change a winning shoe“ fällt es ihnen schwer einen Schuh auszumustern. Und das, obwohl sie sich nie erinnern können, um welches Modell es sich handelt.<br />
<strong> Typische Aussage:</strong> „Seit 1993 nehme ich für Biel immer nur diese.“<br />
<strong> Typische Modelle:</strong> Schwer zu sagen, da das Logo in der Regel durch Dreckkrusten verdeckt oder zerbröselt ist.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/01/Laufschuhe-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2746" title="Ausgedient" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/01/Laufschuhe-1.jpg" alt="Ausgedient" width="495" height="330" /></a></p>
<p><strong><span style="color: #ff9900;">7. Die Manipulierer</span></strong><br />
Manipulierer sind die Heimwerker unter den Läufern. „Was nicht passt, wird passend gemacht“ ist ihr Leitspruch. Das Rohmaterial ihrer kreativen Arbeit sind Laufschuhe jeder Art. Wo es zwackt, reibt oder stört wird geschnippelt, gesägt oder geklebt. Manipulierer laufen mit heraushängenden großen Zehen, einer weggefrästen Fersendämpfung und Klettverschlüssen. Das macht die Schuhe nicht eben schön, aber die Manipulierer glücklich.<br />
<strong> Typische Aussage: </strong>„Mit dem Teppichmesser geht’s am Einfachsten.“<br />
<strong> Typische Modelle: </strong>Unterschiedlich, je nach Problemzone.</p>
<p><strong><span style="color: #ff9900;">8. Die Liebhaber</span></strong><br />
Liebhaber haben „ihren“ Schuh gefunden. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: es gibt ihn nicht mehr. Er wurde durch Updates und Nachfolgemodelle ersetzt. Nach zahlreichen durchweinten Nächten machen sich die Liebhaber dann daran, ihren Schatz wieder zu finden. Sie durchsuchen das komplette Internet so lange, bis sie den Asics DX Trainer Herbst 06 oder ähnlich verblichene Modelle noch einmal finden, um fünf davon zu ordern.<br />
<strong> Typische Aussage:</strong> „Mit allen anderen habe ich sofort Rückenschmerzen!“<br />
<strong> Typische Modelle: </strong>Wo die Liebe hinfällt.</p>
<p><em>(erschienen in der Runner&#8217;s World Dezember 2010)</em></p>

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		<title>Hitzefrei.</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Aug 2009 18:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Nacktlaufen]]></category>
		<category><![CDATA[Nacktsport]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer an einem Volkslauf teilnimmt, freut sich in der Regel über Zuschauer. Fans, die anfeuern, trommeln und den Läufern bewundernde Blicke zuwerfen. Die rund 70 Teilnehmer, die für den 12-Stunden Lauf am See Zieselsmaar in Kerpen gemeldet waren, hatten für Publikum allerdings nicht viel übrig. Es sei denn, die Zuschauer waren genauso gekleidet wie sie: gar nicht. ]]></description>
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<h4>Was zieht man in den schweißtreibenden Sommermonaten am Besten zum Laufen an? Manche Läufer kennen eine verblüffend einfache Antwort: nichts!</h4>
<p>Wer an einem Volkslauf teilnimmt, freut sich in der Regel über Zuschauer. Fans, die anfeuern, trommeln und den Läufern bewundernde Blicke zuwerfen. Die rund 50 Teilnehmer, die für den 12-Stunden Lauf am See Zieselsmaar in Kerpen gemeldet waren, hatten für Publikum allerdings nicht viel übrig. Es sei denn, die Zuschauer waren genauso gekleidet wie sie: gar nicht. Denn der Lauf, der Ende Juni zum ersten Mal stattfand, ist ein so genannter Naturistenlauf – in seiner Ausschreibung war der Verzicht auf Kleidung als Teilnahmevoraussetzung festgelegt. Der Naturistenlauf am Strand von Sopelana in Spanien, der Nacktlauf auf dem Roskilde-Festival in Dänemark, das BARE-2-BREAKERS-Treffen in San Fransisco – überall auf der Welt finden im Sommer Nacktläufe statt. Zum Teil gibt es sie schon seit vielen Jahren – Anstoß erregen sie in der Bevölkerung kaum. Aber was passiert, wenn passionierte Nacktläufer auch bei Trainingsläufen außerhalb abgesteckter Routen die Tights fallen lassen?</p>
<p>“Das stört höchstens eine verklemmte Minderheit”, meint Dr. Peter Niehenke, Sexualtherapeut, Astrologe und Deutschlands berühmtester Nacktjogger. Vor einigen Jahren lief er beinahe täglich durch Wiesen, Städte und die deutsche Medienlandschaft. Sein Anliegen: Nacktheit ist ein Bürgerrecht. Wer nackt laufen, radfahren oder snowboarden will, sollte dies tun dürfen. Unbehelligt und frei. Doch trotz der von ihm beschworenen Akzeptanz erwies sich Niehenkes Leidenschaft als ein Hobby für Besserverdiener. In seiner Heimatstadt Freiburg musste der kälte- und kritikresistente Bürgerrechtler insgesamt mehrere tausend Euro Ordnungsgeld begleichen. Die Boulevardpresse nannte Niehenke bald “Den Nacktläufer von Freiburg”. Das klingt ein wenig wie “Der Kalif von Köln” oder “Der Kannibale von Rotenburg”. In jedem Fall gefährlich und kriminell. Die Fährte ist falsch &#8211; ein Gesetz, das Nacktsein in der Öffentlichkeit verbietet, gibt es nicht.</p>
<h5>Ohne alles für alle.</h5>
<p>Es liegt nahe zu glauben, dass Niehenkes Überzeugung kaum Anhänger hat. Doch in vielen Bekleideten steckt ein heimlicher Nackter. Den medienwirksamen Konfrontationskurs mögen allerdings die wenigsten. Horst Kehm, Mitinitator der Seite www.nacktjoggen.de und Teilnehmer an regelmäßigen Nacktlauftreffs steht Provokationen skeptisch gegenüber.</p>
<p>”Wir wollen uns niemandem aufdrängen. Akzeptanz erreicht man eher nach und nach als mit der Hauruck-Methode.” Wie Kehm bevorzugen immer mehr Naturisten den sanften Kampf. Gegen Vorurteile, gegen die Einordnung in die Schmuddelecke und den Vorwurf, sich auf Kosten anderer exhibtionieren zu wollen. Nacktläufer verweisen hier gern auf ihren Urvater: seit den 15. Olympischen Spielen 720 v. Chr. gilt Orsippos von Megaron als der erste unbekleidete Läufer. Es hieß, sein Verzicht auf den damals noch üblichen Lendenschurz habe ihm zum Sieg verholfen und so taten es ihm in der Antike bald viele Sportler gleich.</p>
<p>Aber wofür das Ganze heute? Warum muss man im Zeitalter federleichter High-Tech Textilien beim Sport unbedingt zum Freischwinger werden? Warum treffen sich Menschen zum Nacktjoggen, Nacktradeln, Nacktreiten oder Nacktgolfen? Die erste Antwort, die Naturisten auf der ganzen Welt geben, lautet: Freiheit. Wenn nichts einengt, die Luft ungehindert den Körper umströmt, sprechen textillose Läufer von “Einssein mit der Natur”, von “Leichtigkeit” und “intensivem Körpergefühl”. Gelegentlich werden auch religiöse Motive angeführt. Man akzeptiert sich eben so, wie Gott einen schuf.</p>
<h5>Wo nichts ist, wird nichts nass.</h5>
<p><span style="font-weight: normal; font-size: 13px;">Klaus Hartmann, FKK-Anhänger und wie Horst ein Vertreter der “sanften Konfrontation” hat obendrein ganz praktische Argumente. Nach seiner Erfahrung funktioniert beim Nacktlaufen der natürliche Temperaturausgleich über die Haut viel besser als mit Kleidung. Kai Marquardt, Geschäftsführer des Sportartikelherstellers RONO Innovations hält das für eine Illusion. “Funktionelle Sporttextilien leiten den Schweiß vom Körper weg. Sie kleben nicht auf der Haut und können sogar für Kühlung sorgen. Somit temperieren sie den Körper optimal. Vom Schweiß klebrig gewordene Haut reibt sich außerdem schneller wund.”</span></p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/nackedei.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-86" title="nackedei" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/nackedei.jpg" alt="nackedei" width="464" height="310" /></a></p>
<p>Ausdauernaturisten berichten in der Tat von unangenehmen Scheuerstellen. Damit unterscheiden sie sich allerdings nicht unbedingt von angezogenen Läufern. Wunde Brustwarzen kennen Nacktjogger zumindest nicht. Die Witterung setzt dem Naturerlebnis zweifelsohne Grenzen. “Bei 13 Grad und Wind ist Schluss” bedauert Horst. Frauen brauchen beim Nacktlaufen ein besonders dickes Fell – der Verzicht auf einen Sport-BH wird leicht zu einer überaus öffentlichkeitswirksamen Erfahrung. Organisatoren von Nackt-Volksläufen haben deshalb ein Einsehen: sie erlauben neben Socken, Schuhen und einer Kappe in der Regel auch ein Bustier.</p>
<h5>Mehr Fun als Run.</h5>
<p>Textilverweigerer sprechen von verbesserter Leistungsfähigkeit – doch um Bestzeiten geht es bei diesen Funruns kaum. Auch beim 12-Stunden Spenden-Lauf in Kerpen liefen alle Altersgruppen mehr für den guten Zweck als die gute Platzierung. Für Dr. Niehenke haben solche Spektakel ohnehin an Reiz verloren. Das Nacktjoggen hat er inzwischen weitgehend aufgegeben und sich stattdessen einer Naturerfahrung der etwas anderen Art zugewandt: mit mehreren Initiativen widmet er sich heute “dem Morast in der deutschen Justiz”.</p>
<p><em>(Erschienen in der </em><a href="http://www.runnersworld.de/" target="_blank"><em>Runner&#8217;s World</em></a><em> August 2010)</em></p>

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		<title>Monolog mit Biber.</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Sep 2005 15:31:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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Im Winter morgens zum Laufen aufstehen ist ganz einfach. 
Vorausgesetzt, es kommen keine Tiere dazwischen.
Laufen ist für mich wie Zähneputzen. Ich muss da gar nicht mehr drüber nachdenken. Wie heute morgen zum Beispiel. Es klingelt der Wecker, 6:00 Uhr. Ich laufe gern morgens, wenn wenig los ist auf den Bürgersteigen und den Parkwegen. Ich strecke meine [...]]]></description>
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<h4>Im Winter morgens zum Laufen aufstehen ist ganz einfach. </h4>
<h4>Vorausgesetzt, es kommen keine Tiere dazwischen.</h4>
<p>Laufen ist für mich wie Zähneputzen. Ich muss da gar nicht mehr drüber nachdenken. Wie heute morgen zum Beispiel. Es klingelt der Wecker, 6:00 Uhr. Ich laufe gern morgens, wenn wenig los ist auf den Bürgersteigen und den Parkwegen. Ich strecke meine Zehen, verscheuche einen Möchtegern- krampf in der Wade und lausche nach draußen. Ein Auto fährt vorbei. Es klingt, als wäre es durch ein mittelgroßes Planschbecken gefahren. Soso, es regnet also. Meine Lieblingslaufjacke, die warme regendichte, ist in der Wäsche. Na ja, egal. Mein Bett fühlt sich unglaublich wohlig an. Es ist ganz frisch bezogen. Biberbettwäsche. Wieso heißt das überhaupt &#8220;Biber&#8221;? Hat das was mit den kleinen plüschigen Holzfällern zu tun? Morgens stellt man sich doch immer die wichtigsten Fragen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Wecker.jpg"><img class="size-full wp-image-1420 aligncenter" title="Wecker" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Wecker.jpg" alt="Wecker" width="313" height="227" /></a></p>
<p>Warme, duftige Biberbettwäsche ist eine Welt. Kalter, nasser Asphalt eine andere. Dazwischen liegt eine lange, beschwerliche Reise. Es sei denn, man ist eher so ein kurzentschlossener Typ. Wie ich. Das ist ja nicht jeder, gerade im Winter. Erst gestern haben wir noch darüber gesprochen. Gestern war nämlich Läuferstammtisch. Sabine sagte, es sei gar nicht gut, im Winter so viel zu laufen. Vor zwei Jahren sei sie mal jeden Tag gelaufen und davon hätte sie morgens immer Herzklopfen bekommen. Ich höre auf meinen Herzschlag. Tatsächlich, da pocht was. Ich sollte das gelegentlich mal messen.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fafad2; "><em>Lieber später lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Monolog_mit_Biber-.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Ansonsten gab&#8217;s eigentlich nicht viel Neues beim Stammtisch. Bernd ist in München gelaufen und hat bei km 32 ein Trans- parent seiner Kinder entdeckt. &#8220;Papi, Du bist der Größte&#8221; stand drauf. Er wusste, dass sie heimlich eins gemalt hatten. Trotz- dem war er ganz gerührt. Als er die Kleinen umarmen wollte, hat er gemerkt, dass es gar nicht seine Kinder waren. Die standen einen Kilometer weiter mit dem Schild &#8220;Quäl Dich, Du Sau!&#8221;. Doris plagt sich immer noch mit ihrem Fersensporn und Günther immer noch mit seiner Frau. Die findet es unmöglich, dass er soviel läuft. Sie sagt, wenn er unbedingt Bewegung bräuchte, sollte er lieber öfter mal das Leergut zum Container bringen. Daraufhin hat er gesagt, wenn sie unbedingt sprechen müsste, könnte sie ihm lieber öfter mal den Sportteil der Tageszeitung vorlesen. Seitdem ist Funkstille.</p>
<p><em> <div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; ">Diesen Text gibt es auch als <a href="http://frauschmitt.podspot.de/" target="_blank">Podcast-Episode</a> zum Hören.</div></em></p>
<p>Ich habe keine Kinder und keine Frauen und deshalb räkle ich mich jetzt ein bisschen. Ich kann tun und lassen, was ich will. Ich kann aufstehen, ich kann aber auch liegenbleiben. Letzteres natürlich nur theoretisch. Mal angenommen, also nur mal angenommen, ich würde jetzt liegenbleiben. Oder vielleicht warten, bis es hell wird. Dann kann ich aber nur noch die kleine Runde drehen, sonst komme ich zu spät ins Büro. Aber es wäre nicht mehr so unangenehm dunkel. Seit ich “Das Wunder von Lengede&#8221; gesehen habe, wollte ich mir unbedingt eine Stirnlampe kaufen. Aber ich vergesse es immer wieder. Sonst wäre das ja kein Problem mit der Dunkelheit. Ich wäre zwar das schwer-fälligste Glühwürmchen im ganzen Park, aber das wäre mir egal. Vielleicht lege ich mich nochmal ganz kurz auf die Seite. Nur ganz kurz, wegen der Wirbelsäule, damit die nochmal in eine andere Streckung kommt. Plötzlich steht ein Biber vor mir.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Biber.jpg"><img class="size-full wp-image-1421 aligncenter" title="Biber" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Biber.jpg" alt="Biber" width="280" height="351" /></a></p>
<p>Er ist ganz nackt geschoren, wie ein Schaf. &#8220;Du hast mir mein Fell weggenommen&#8221;, sagt der Biber. &#8220;Nur für Deine blöde Bettwäsche.&#8221; &#8220;Entschuldige, Biber&#8221; höre ich mich sagen. &#8220;Ich bin kein Biber&#8221;, sagt der Biber. &#8220;Ich bin ein Schweinehund.&#8221;  Ich schrecke hoch. Da muss ich doch tatsächlich noch einmal eingenickt sein. Jetzt reicht&#8217;s aber. Ob ich laufe, oder nicht, bestimme immer noch ich und nicht irgendeine mir innewohnende Fauna. Ich ziehe mir selbst die Bettdecke weg und stehe auf. Es ist gar nicht so schlimm. Ich wühle meine Jacke aus der Dreckwäsche hervor. Sie riecht ein bisschen, als hätte ich sie über Nacht in Essig eingelegt, aber darauf kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen. Ich schnüre die Schuhe und gehe hinaus. Es ist klirrend kalt, mein Atem macht weiße Wölkchen. Scheinbar hat es längst aufgehört zu regnen. Hinter dem Haus steht die Sonne wie ein riesengroßer dicker roter Ball. Laufen ist doch etwas Wunderbares. Man darf nur nicht drüber nachdenken.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Sonnenuntergang.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1422" title="Sonnenuntergang" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Sonnenuntergang.jpg" alt="Sonnenuntergang" width="520" height="248" /></a></p>

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		<title>Thank god it’s monday.</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jun 2005 15:21:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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Eine Serie von Laufevents versüßte Läufern in vier Städten den Wochenanfang.
„Montag ist Lauftag!“, das postulierten in diesem Frühjahr der Deutsche Leichtathletik Verband und sein offizieller Partner Nike mit ihrem Runday Monday. „Ach was“, sagt da der geneigte Vereinsläufer. „Am Sonntag mache ich einen Wettkampf oder einen langen Lauf – Montag ist Ruhetag!“ Dabei spielen gerade [...]]]></description>
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<h4><strong>Eine Serie von Laufevents versüßte Läufern in vier Städten den Wochenanfang.</strong></h4>
<p>„Montag ist Lauftag!“, das postulierten in diesem Frühjahr der Deutsche Leichtathletik Verband und sein offizieller Partner Nike mit ihrem Runday Monday. „Ach was“, sagt da der geneigte Vereinsläufer. „Am Sonntag mache ich einen Wettkampf oder einen langen Lauf – Montag ist Ruhetag!“ Dabei spielen gerade die Vereinsläufer beim Runday Monday eine entscheidende Rolle. Allerdings weniger als „Zielgruppe“, denn als laufende Motivatoren und gutgelaunte Werbeträger in eigener Sache.   Runday Monday &#8211; das klingt hübsch. Deutlich besser als etwa „Lauftag Donnerstag“. In Fitness-Studios ist montags traditionell Hochbetrieb. Wer am Wochenende über die Stränge geschlagen hat, erhofft sich Wiedergutmachung durch Bewegung. Der Termin für eine Lauf-Veranstaltungsreihe am Montagabend scheint also gar nicht so schlecht gewählt. Nicht, wenn man neue Läufer gewinnen will. Eben solche, die man mit einem Volkslaufkalender nicht erreicht.  Außer einem schönen Namen erdachten sich der DLV und Nike auch noch das Konzept für die Rundays. Vier Städte, acht Laufabende, Drei-Kilometer-Runden. Zwanglos soll das Ganze sein, mit viel Lockerheit, Spaß und „hohem Flirtfaktor“, wie es in der Werbung heißt. In Frankfurt, neben Stuttgart, Berlin und Leipzig auserwählte Runday Monday Stadt, ist man von Anfang an für das Konzept zu haben. Wo Banker von einer After Work Party zur nächsten fegen, darf gern auch mal ein After Work Run dazwischen sein.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/runday-1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1416" title="runday-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/runday-1.jpg" alt="runday-1" width="491" height="369" /></a></p>
<h4>„I will survive“ zur Einstimmung.</h4>
<p>Schon beim ersten Termin treffen sich etwa 300 Läuferinnen und Läufer am südlichen Mainufer. Der Altersdurchschnitt ist etwas niedriger als bei einem gewöhnlichen Volkslauf. Neugierig werden der Informationsstand des Hessischen Leichtathletik Verbands und der „Try On Van“ von Nike beäugt, an dem man die neuesten Treter anprobieren und probelaufen kann. „Ich hab‘ ja gar nicht gewusst, dass es hier so viele Laufvereine gibt“ ruft eine junge Dame im neongelben neuen Laufshirt aus. Volkslaufausschreibungen und Infoblättchen werden interessiert durchgeblättert – und wieder hingelegt. Man will sie ja nicht mit auf die Strecke nehmen. Beim nachfolgenden Aufwärmprogramm wird das Mainufer zum Ferienclub mit Animation.  Nadine Lindenstruth, Sportlehrerin und Personal Trainerin turnt vor, alle anderen tun es ihr nach und hüpfen, wippen und biegen sich zu dem stampfenden Rhythmus bewährter Discokracher. Während die Bewegungswilligen mit den Hüften kreisen, haben sie noch einmal die Chance, in sich hineinzuhorchen. Wie schnell will ich heute laufen, welcher Gruppe schließe ich mich an?  Der Runday Monday ist kein Wettkampf, nur ein Lauf unter Gleichgesinnten – und Gleichschnellen. Da gibt es die Ambitionierten (3-4 Minuten/km), die Zügigen (5-6 Min/km), die Gemütlichen (6-7 Min/km) und die Einsteiger (&gt; 7 Min/km). In der letzten Gruppe sind auch die Walker willkommen. Damit nicht alle auf einmal losstürmen und der angekündigte Flirtfaktor durch unfreiwilligen Körperkontakt nicht allzu sehr forciert wird, startet man in Etappen. Für jede Tempogruppe gibt es mehrere Pacemaker, die nacheinander einzeln auf die Strecke gehen.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Runday-2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1417" title="Runday-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Runday-2.jpg" alt="Runday-2" width="481" height="322" /></a></p>
<h4>Vom Bestzeitentraining bis zum Power-Quasseling.</h4>
<p>Die Schnellsten starten zuerst. Es gibt nicht viele, die dieses hohe Tempo mitgehen können. Wer es kann, findet hier in seinem Pacemaker einen erfahrenen Trainer, der exakt und gleichmäßig läuft. Und damit vielleicht auch den Trainingspartner, den er immer vermisst hat. Michael, ein hagerer junger Mann mit sehnigen Triathlonbeinen, findet das Angebot deshalb „traumhaft“. Weiter hinten geht es geselliger und gesprächiger zu. Stephan und Ute sind extra aus Darmstadt gekommen. Während sie im farblich abgestimmten Laufdress unterwegs ist, trägt er Hose und Shirt aus Baumwolle, die aussehen, als wären sie noch aus der Schulzeit übrig geblieben. Sein Credo: „Funktionsshirts haben nur die Funktion, die anderen durch miefigen Geruch in die Flucht zu schlagen.“ Ein schwieriger Fall für Nike. Aber ein guter Fang für den DLV. Den Idealismus der tempomachenden Trainer findet er so beeindruckend, dass er darüber nachdenkt, sich einem der Vereine anzuschließen.</p>
<h4>Motivation im Kilometertakt.</h4>
<p>An einem Verpflegungsstand werden Getränke gereicht – kostenlos. Das gibt Kraft für die nächste Runde. Wer schwere Beine hat, kann aber auch einfach aussteigen. Ein Applaus geht durch die Menge. Am Wegrand stehen ein paar eigens engagierte Trommler, um die Läufer anzufeuern. Für viele ist es das erste Mal, dass sie diese Unterstützung genießen. Den wenigen, die sich noch nicht unterhalten („Und wo läufst’n du sonst so?“), ist trotzdem nicht langweilig.   Dafür sorgen Schilder wie „Du schaffst es! Was auch immer.“ oder „Haben Sie auch das Gefühl, im Kreis zu laufen?“ oder „Die nächste Runde geht auf’s Haus.“. Die Läufer lachen. Leistungsstress und Verbissenheit sieht anders aus. Den Schlusslichtern des bunten Läuferbandwurms, der sich am Ufer entlang, und immer wieder über die beiden Brücken schlängelt, darf man damit ohnehin nicht kommen. Hier werden während des gemächlichen Trabs ganze Lebensgeschichten ausgetauscht. Sabine, die sich gleich zwei Jacken um die Hüften geknotet hat, bringt es auf den Punkt: „Endlich mal nicht alleine laufen.“ Der Runday Monday, so scheint es, ist ein Volltreffer. Für die Initiatoren und vor allem für die stetig wachsende Gemeinde gesundheitsorientierter Breitensportler. Im kommenden Jahr wird die Veranstaltungsreihe eine Neuauflage erleben. Sabine will wieder dabei sein: „Bis dahin hab‘ ich auch meinen Freund soweit.“.</p>

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		<title>Free your feet.</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2005 15:12:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[

Aus den Augen, aus dem Sinn – das haben Füße nicht verdient.
Ein Plädoyer.
Sie bestehen aus 26 Knochen, 29 Muskeln, 31 Gelenken und 107 Sehnen und Bändern. Keine anderen Körperteile sind so sensibel und dabei so starken Belastungen ausgesetzt wie unsere Füße. Sie tragen unser komplettes Körpergewicht, federn Erschütterungen ab, gleichen Unebenheiten des Bodens aus und [...]]]></description>
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<h4>Aus den Augen, aus dem Sinn – das haben Füße nicht verdient.</h4>
<h4>Ein Plädoyer.</h4>
<p>Sie bestehen aus 26 Knochen, 29 Muskeln, 31 Gelenken und 107 Sehnen und Bändern. Keine anderen Körperteile sind so sensibel und dabei so starken Belastungen ausgesetzt wie unsere Füße. Sie tragen unser komplettes Körpergewicht, federn Erschütterungen ab, gleichen Unebenheiten des Bodens aus und halten uns im Gleichgewicht. Doch in unserer Aufmerksamkeitsskala stehen sie dort, wo man sie ohnehin am häufigsten antrifft: ganz unten.  Noch im 19. Jahrhundert glaubte man, es wäre das Gehirn gewesen, das durch seine spezifische Weiterentwicklung aus den Affen Menschen werden ließ. Heute weiß man, dass sich allem voran die Füße verändert haben – es bildete sich die große Zehe aus, Längs- und Quergewölbe sowie ein kräftigeres Fersenbein kamen hinzu. Es waren also unsere Füße, die unserer Evolution vorausliefen. Läufern ist das meist herzlich egal. Füße sind die knubbeligen Dinger, die man mit Hirschtalg einschmieren muss, damit sie keine Blasen werfen – und genug damit. Kaum jemand geht mit dem Bewusstsein auf die Strecke, dass seine Füße bei jedem Laufschritt eine Stoßwelle abfangen, die einem Erdbeben der Stärke 4 gleichkommt. „Moment mal“, sagt da der Läufer „ich trage Schuhe für 129 Euro – das kann man wohl als Zeichen der Aufmerksamkeit werten.“ Da mag etwas dran sein. Aber anzunehmen, Laufschuhe würden nur zum Wohl der Füße gekauft, wäre das selbe, als würde man behaupten, die neue GPS-Uhr diene der Pflege des Handgelenks.</p>
<p style="text-align: center; "><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Barfuss.jpg"><img class="size-full wp-image-1409 aligncenter" title="Barfuss" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Barfuss.jpg" alt="Barfuss" width="443" height="298" /></a></p>
<h4>Kennen wir uns?</h4>
<p>Es wäre allerdings unfair, ausschließlich Läufer für ihre Missachtung zu tadeln. Der Körperteil, der immerhin als einziger bis heute für eine Maßeinheit steht, ist nun einmal chronisch unterschätzt. Das beginnt schon bei der Namensgebung der Zehen. Da gibt es den, dessen Nagel nach dem Marathon bläulich anläuft, das ist der Große. Der, mit dem man im Dunkeln am Bettpfosten hängenbleibt, um danach eine schmerzerstarrte Flamingohaltung einzunehmen, das ist der Kleine. Nicht eben phantasievolle Namen, aber immerhin. Die anderen drei fristen dagegen ein völlig namenloses Dasein im tropischen Klima ihrer Schuhkemenate.  Dabei gibt es im Fuß Knochen mit so wohlklingenden Namen wie Sesambein, Kahnbein oder Würfelbein – aber außer Günther Jauch wird wohl nie jemand danach fragen. Wenn es nicht gerade um die eigenen Füße geht, wird es allerdings wieder interessant. „Der Fuß ist der Schlüssel zur Persönlichkeit“ sagt Shanti C. Wetzel, Therapeutin und Fußleserin.  „Ich brauche nur auf die Füße zu schauen, schon sehe ich, wen ich vor mir habe.“ Damit ist sie nicht allein. Gerade Frauen achten im Sommer durchaus auf unbekleidete Füße – einer Umfrage unter Singles zufolge gilt für 43,5 % Fußpilz als Flirtkiller. Das alarmiert weniger als die Tatsache, dass es demnach 46,5 % egal ist, ob jemand seinen Füßen die Sporen gibt. Schuld an Infektionen, ermüdeter Muskulatur und Fehlbildungen, so sagen Ärzte, ist allerdings nicht der Fuß, sondern das, was ihn umgibt.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Diesen Text gibt es auch als </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Free_your_feet.pdf" target="_blank"><em>PDF-Druckversion</em></a><em>.</em></div></div>
<h4>Die Schuhgefangenschaft</h4>
<p>Seit jeher wurde der Fußbekleidung besondere Bedeutung beigemessen – selten jedoch aus orthopädischen Gründen. Symbol des Reichtums waren Schnabelschuhe in überreich- licher Größe, dass man „auf großem Fuß“ lebte, wurde gern gezeigt. Umgekehrt sind die Lilienfüße chinesischer Frauen ein Zeichen von Unterwerfung, mit verstümmelten Füßen kann niemand weglaufen. So ist es kein Zufall, dass bloße, nackte Füße heute ein Symbol für Freiheit und Ungezwungenheit sind. Ganz besonders gilt das für die Vertreter der Barfußlaufbewegung. Was in den USA mit Gruppierungen wie der „Society of Barefootliving“ oder der „Dirty Sole Society“ ihren Anfang nahm, ist auch hierzulande auf dem Vormarsch. „Es gibt nichts Gesünderes als Barfußlaufen“, sagt der Nacktfüßler, und nach dem Studium der Fakten fällt es schwer, zu widersprechen.</p>
<h4>Raus aus den Socken</h4>
<p>In der traditionellen chinesischen Medizin gilt die Fußsohle als „zweites Herz“. Dem liegt die Annahme zu Grunde, dass hier alle Energiebahnen zusammenlaufen, die sich durch die Fußreflexzonen stimulieren lassen, wodurch Blockaden und Verspannungen gelöst werden können. Wer ohne Schuhe über Stock und Stein läuft, regt diese Zonen an. Die Durchblutung wird gefördert, die Muskulatur gekräftigt.</p>
<p style="text-align: center; "><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Fussweg.jpg"><img class="size-full wp-image-1410 aligncenter" title="Fussweg" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Fussweg.jpg" alt="Fussweg" width="346" height="321" /></a></p>
<p>Eine durchtrainierte Fußmuskulatur wirkt wie ein Stoßdämpfer, anders als man denken könnte, ist barfußlaufen also nicht schädlich für die Wirbelsäule. So erklärt sich, warum der Äthiopier Abebe Bikila 1960 bei seinem olympischen Barfußmarathon mit 2:15:16 eine neue Weltbestzeit aufstellen konnte. Auch andere afrikanische Läufer, wie die 17jährige Zola Budd erzielten Weltrekorde ganz ohne High-Tech-Sneakers.</p>
<p>Vor Nachahmung sei allerdings gewarnt – europäische Stadtfüße können mit den von Kindesbeinen an trainierten und optimal angepassten Muskelwundern nicht mithalten. Man muss ja auch nicht unbedingt unbeschuht Marathon laufen, oder mit den Füßen Geige spielen, wie das Altkomödiant Ingo Insterburg zuweilen tut. Eine weniger übungsintensive Alternative ist der Abstecher in einen der hübsch angelegten Barfußparks, die es in ganz Deutschland gibt.</p>
<p>Dort kann man seine Füße in Bildungsurlaub schicken, und sie (wieder) lernen lassen, wie sich Moos, Holz, Kiesel, Tannenzapfen oder Sägespäne anfühlen. Unter www.barfusspark.info gibt es die schönsten Adressen, darunter eine Anlage nahe der A7, die gestresste Autofahrerfüße endlich etwas anderes fühlen lässt als Gas und Bremse.</p>
<p>Ein durchschnittlicher Hobbyläufer trabt im Laufe seines Lebens etwa vier mal um die Erde. Für solche Distanzen hätten unsere Füße eigentlich etwas mehr Respekt verdient. Achtung vor dem, was uns trägt, ist schließlich Achtung vor uns selbst. Oder um es mit dem passionierten Barfußläufer Wolfgang Gräbel zu sagen „Free your feet, and your mind will follow.“</p>
<p style="text-align: center; "><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Füsse.jpg"><img class="size-full wp-image-1411 aligncenter" title="Füsse" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Füsse.jpg" alt="Füsse" width="371" height="254" /></a></p>

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