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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Bonames05</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Von komischen Namen, schnellen Gl&#246;ckchen und fehlenden Chromosomen.</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Jun 2005 18:23:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bonames muss man m&#246;gen. Es sei denn, man ist ein &#252;berregionaler Radiomoderator und hat eine Staumeldung, in der Bonames vorkommt. Dann tappt man leicht in die Falle, betont die zweite Silbe und erntet damit den Spott der gesamten Region. Denn Bonames betont man v&#246;llig widernat&#252;rlich auf der dritten Silbe. Es ist, als w&#252;rde man sagen: ich schn&#252;re jetzt meine Laufschuhé, dann brauche ich noch meine Startnummér und meine Laufhosé. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unter den 158 Startern des 15 km Laufs auch nur ein einziger ausw&#228;rtiger Radiomoderator gewesen ist.  Daf&#252;r sind aber (...)]]></description>
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<h2>Der Bonameser Volkslauf &#252;ber 15 km </h2>
<p>Bonames muss man m&#246;gen. Es sei denn, man ist ein &#252;berregionaler Radiomoderator und hat eine Staumeldung, in der Bonames vorkommt. Dann tappt man leicht in die Falle, betont die zweite Silbe und erntet damit den Spott der gesamten Region. Denn Bonames betont man v&#246;llig widernat&#252;rlich auf der dritten Silbe. Es ist, als w&#252;rde man sagen: ich schn&#252;re jetzt meine Laufschuhé, dann brauche ich noch meine Startnummér und meine Laufhosé. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unter den 158 Startern des 15 km Laufs auch nur ein einziger ausw&#228;rtiger Radiomoderator gewesen ist.  Daf&#252;r sind aber viele gutgelaunte Vereinsl&#228;ufer und andere nette Menschen unterwegs. Am ambitioniertesten von allen ist die Sonne. Nach einer intensiven Tapering-Phase hat sie sich heute viel vorgenommen. Sie war schon am fr&#252;hen Morgen gestartet und ist dementsprechend schon warm gelaufen, als wir uns an einer Wiese versammeln.  Die Strecke verl&#228;uft &#252;ber weite Teile entlang der Nidda, ein liebenswertes Fl&#252;sschen &#8211; das Herz des Frankfurter Gr&#252;ng&#252;rtels. Im Grunde laufen wir durch ein paradiesisches Naherholungsgebiet. Mit weiten Feldern und Wiesen, kleinen H&#246;fen, beschaulichen Dorfabschnitten und m&#252;ffelnden Galloway-Rindern.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-300" title="bonames+nidda" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/bonames+nidda.jpg" alt="bonames+nidda" width="241" height="182" /> <img class="alignnone size-full wp-image-301" title="bonames+raps" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/bonames+raps.jpg" alt="bonames+raps" width="242" height="182" /></p>
<p>Von Erholung ist bei mir allerdings heute nichts zu bemerken. Denn schlie&#223;lich habe ich bei den letzten L&#228;ufen gelernt, dass man sich bergab am besten erholen kann. Doch hier geht es nicht einmal bergauf, geschweige denn abw&#228;rts. Wie soll man sich da erholen? Au&#223;erdem halte ich es wie die Sonne: ich will heute alles geben. Ein f&#252;nfer-Schnitt ist mein Ziel, das w&#228;re pers&#246;nliche Bestzeit auf dieser Strecke. Man kann es ja mal versuchen. Nun gut, es ist schon beim Start 28 Grad warm, aber ich rechne in Kilometern, nicht in Grad. Man muss auch ignorieren k&#246;nnen.  </p>
<p>Schon nach f&#252;nf Kilometern wird mir klar: das wird heute nichts. Anders als die Verlierer von Landtagswahlen (&#8221;Es ist jetzt nicht der Moment, um dar&#252;ber zu diskutieren, woran es gelegen hat.&#8221;) beginne ich noch auf der Strecke mit der Ursachenforschung. Noch vor drei Tagen habe ich einen anstrengenden Lauf hinter mich gebracht. Ich Dussel. H&#228;tte ich mal langsamer gemacht. Oder w&#228;re ich doch nur bergauf gelaufen, dann h&#228;tte ich mich bergab erholen k&#246;nnen. Und dann w&#228;re ja noch die Sonne als Ursache f&#252;r mein immer lauter werdendes Hecheln. Aber wie kann jemand mein Gegner sein, der in Lichtgeschwindigkeit unterwegs ist?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-302" title="bonames+feld" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/bonames+feld.jpg" alt="bonames+feld" width="516" height="387" /></p>
<p>Um mich nicht zu sehr zu qu&#228;len (&#8221;Ich werde das brutalstm&#246;glich aufkl&#228;ren.&#8221;) denke ich ein bisschen an J&#246;rg und Markus. F&#252;r die beiden ist die flache, asphaltierte Strecke optimal. Markus ist blind wie ein Maulwurf mit Sonnenbrille. Er braucht jemanden, der ihm unterwegs alle Stolperstellen und Kurven in den sch&#246;nsten Farben schildert. Das &#252;bernimmt J&#246;rg. J&#246;rg kann besser reden, als ich laufen, denn trotz des Handicaps sind die beiden etwa so schnell wie ich. Allerdings starten sie immer am Ende des Feldes. Ich frage mich gerade, wie es ihnen wohl ergeht, als ich hinter mir das Gl&#246;ckchen h&#246;re, das an J&#246;rgs F&#252;hrungsband h&#228;ngt. Anders als die Schl&#252;sselringe der zahlreichen Gef&#228;ngnisw&#228;rter, die man immer wieder auf der Strecke trifft, st&#246;rt das Bimmeln &#252;berhaupt nicht. Normalerweise nicht. Heute st&#246;rt es mich, denn ich wei&#223;: du wirst kassiert. &#220;berlaufen. Durchgereicht. Ich habe mich &#252;bernommen und das Gl&#246;ckchen l&#228;utet die n&#228;chste Runde ein. Weiter geht‘s, immer weiter im Kampf mit der Sonne und den schweren Beinen. Bei 10 km zeigt meine Uhr 51 Minuten. Und ich werde nicht gerade schneller. Die Gl&#246;ckchen-Connection &#252;berholt mich.  Ich muss bei&#223;en.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf der Couch lesen? Bittesehr: hier die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2005/06/Bonames-2005.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Auf Markus‘ T-Shirt steht &#8220;Was guckst Du? Guck ich vielleicht, oder was?&#8221; Dabei ist bei mir gerade wieder mal Guckpause, weil mir salzige Niagaraf&#228;lle in die Augen laufen. Ich resigniere. Es ist ja kein Wunder, dass ich im Hitzekampf unterliegen muss. Die Sonne scheint st&#228;ndig bergab – bei soviel Erholung muss man einfach Kraft haben. Ich will das Ganze nur noch w&#252;rdig zu Ende bringen. Zu meiner Freude wird der Abstand zwischen mir und meinen Vorl&#228;ufern nicht gr&#246;&#223;er. Wir k&#246;nnten zusammen ins Ziel kommen. Markus, J&#246;rg, das Gl&#246;ckchen und ich. Genau so geschieht es.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-303" title="bonames+schluss" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/bonames+schluss.jpg" alt="bonames+schluss" width="504" height="376" /></p>
<p>Nach einer Stunde, 18 Minuten und 45 Sekunden sch&#252;tten wir Wasser in uns hinein, als w&#228;ren wir den Marathon des Sables gelaufen. Schnitt. Wir lesen uns wieder nach der Werbung.   Die hessische Volkslaufszene ist eine wunderbare. Einer Untersuchung unabh&#228;ngiger schwitziger Volksl&#228;ufer zufolge ist der TSV Bonames ein ganz besonders wunderbarer Verein. Nach dem allj&#228;hrlichen Volkslauf, bei dem neben einem 15er auch ein 10er, ein 8er und Bambini-L&#228;ufe angeboten werden, sitzt man unter alten Kastanienb&#228;umen und versorgt sich mit allem, was unabh&#228;ngige schwitzige Volksl&#228;ufer brauchen. Es gibt zwei Sorten Bier vom Fass, zwei Sorten Bratw&#252;rstel, zwei Sorten Kartoffelsalat. Und etwa zw&#246;lf Sorten Kuchen. Und weil der TSV Bonames wei&#223;, was unabh&#228;ngige schwitzige Volksl&#228;ufer w&#252;nschen, gibt es nicht etwa schnellranzenden Sahnebuttercremetorten- haufenwahnsinn, sondern nur Solides vom Blech: Streusel in allen Farben und Formen, Mandelkuchen, Butterkuchen und andere Ofenwunder. Es gibt Kaffee aus gro&#223;en Keramikbechern. Und f&#252;r sechs Euro Startgeld ein Finisher-T-Shirt. Wenn Sie jemand fragt, wo man es als unabh&#228;ngiger schwitziger Volksl&#228;ufer besser hat, als irgendwo anders, sagen Sie einfach: Bonames. Mit Betonung auf der dritten Silbe. Schnitt. Werbung Ende.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-304" title="bonames+4" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/bonames+4.jpg" alt="bonames+4" width="361" height="270" /></p>
<p>Die Hitze hat ihre Opfer gefordert. Kurz vor dem Ziel hat sich ein L&#228;ufer von selbst in die stabile R&#252;ckenlage gebracht, nach dem Ziel wird eine L&#228;uferin auf B&#228;nke gebettet und mit einer Infusion versorgt. Unter der Obhut eines Arztes, der ein bisschen aussieht wie Dietmar Sch&#246;nherr, wird sie schlie&#223;lich sicherheitshalber abtransportiert. Ich schaue auf unsere winterblassen Beine und denke: Wir sind es einfach nicht gew&#246;hnt, dass es bei uns so sch&#246;n ist. Beim Blick auf die Ergebnislisten bin ich etwas entt&#228;uscht. Platz 14 &#8211; so weit hinten war ich lange nicht mehr. Doch dann sehe ich pl&#246;tzlich ein verrutschtes Chromosom – man hat mich bei den Jungs einsortiert. Bei den M&#228;dels meiner Altersklasse bin ich Platz drei. Das freut mich, aber eigentlich wollte schneller sein. Sei’s drum. Die Politiker haben v&#246;llig Recht: &#8220;Es ist jetzt nicht der Moment, um dar&#252;ber zu diskutieren, woran es gelegen hat.&#8221;</p>
<address>(Bilder mit freundlicher Genehmigung des TSV Bonames.)</address>
<address></address>
<address><div class='stb-grey_box' >Mehr &#252;ber den n&#228;chsten Lauf gibt&#8217;s unter: <a href="http://www.tsvbonames.de" target="_blank">tsvbonames.de</a></div></address>
<address></address>
<h4><span style="font-style: normal;">Bonames?</span></h4>
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