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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Egelsbach06</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Egelsbach Reloaded</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Aug 2006 18:28:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Koberst&#228;dter Waldmarathon ist mein Schicksal. Das stimmt zwar nicht ganz, aber es klingt gut. Tatsache ist, dass er mich zu meinem ersten Laufbericht gebracht hat. Fr&#252;her w&#228;re ich nie auf die Idee gekommen, &#252;ber das Laufen schriftlich zu erz&#228;hlen. Nein, Bestzeiten bin ich hier nie gelaufen, aber sch&#246;n war’s jedes Mal. Und wenn man ins Ziel kommt, regnet es. Jedes Jahr. Ich wei&#223; also in etwa, was mich erwartet. (...)]]></description>
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<h2>Der Koberst&#228;dter Waldmarathon 2006 (21,1 km)</h2>
<p>Der Koberst&#228;dter Waldmarathon ist mein Schicksal. Das stimmt zwar nicht ganz, aber es klingt gut. Tatsache ist, dass er mich zu meinem ersten Laufbericht gebracht hat. Fr&#252;her w&#228;re ich nie auf die Idee gekommen, &#252;ber das Laufen schriftlich zu erz&#228;hlen. Nein, Bestzeiten bin ich hier nie gelaufen, aber sch&#246;n war’s jedes Mal. Und wenn man ins Ziel kommt, regnet es. Jedes Jahr. Ich wei&#223; also in etwa, was mich erwartet.</p>
<p>Ich will heute mangels Trainingsehrgeiz „nur“ den Halbmarathon laufen. Ein bisschen beneide ich allerdings die Marathonl&#228;ufer. Sie starten um 8 Uhr in der Fr&#252;h, wenn der Wald duftet und tropft &#8211; und sie sind unter sich. 150-200 L&#228;ufer, mehr sind es nie. In diesem Feld der Zausel (siehe „Out of Egelsbach“) Marathon zu laufen ist ein besonderes Erlebnis.</p>
<p>Beim Halbmarathon in Egelsbach ist das etwas anderes. (Der Koberst&#228;dter Waldmarathon wird in Egelsbach gestartet – weil es Koberstadt gar nicht gibt. In Hessen findet das seltsamerweise niemand seltsam). Zum „kleinen“ Lauf kommen n&#228;mlich jedes Jahr etwa 1500 L&#228;ufer – da hat die Beschaulichkeit schnell ein Ende. Um 7:30 Uhr steht man vor leeren Toilettenkabinen mit duftig frischen Toilettenpapierrollen – um 9:30 Uhr trennen mich ganze Truppen verkniffen dreinblickender Frauen, die hektisch von einem Bein auf das andere treten, von der ersehnten Blasenentleerung.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdead; border-left-color: #ffdead; border-right-color: #ffdead; border-bottom-color: #ffdead; background-color: #fffaf0; "><em>&#220;brigens: Seit 2009 wird in Egelsbach auch ein 10 km-Lauf angeboten!</em></div>
<p>Als Stamml&#228;uferin in Egelsbach kenne ich auch die einst vom Stadionsprecher angepriesenen „wundesch&#246;nen Toilettenwagen“ und dort versuche ich noch einmal mein Gl&#252;ck. Es ist inzwischen 9:55 Uhr, f&#252;nf Minuten vorm Start. Auch vor dem Wagen stehen nerv&#246;s t&#228;nzelnde Damen. Noch vier. Es ist 9:56 Uhr. Drei. Ich werde das erste mal in meinem Leben direkt aus einer Toilettenkabine starten. 9:57 Uhr. Ob es wohl sehr aufw&#228;ndig ist, sich zu einem Mann umoperieren zu lassen? 9:58 Uhr. Oh oh. Was machen die nur so lange da drin? Endlich. Zack, zack – ich wollte, ich w&#228;re beim Laufen auch so schnell. Und ab zum Start. Ich schiebe mich noch ein paar Meter im Feld nach vorn, da beginnt der Countdown. Mentale St&#228;rke braucht man manchmal schon vor dem Lauf. Das war knapp.</p>
<p>1500 F&#252;&#223;e tragen einen Chip &#252;ber die Startmatte und es piept wie eine ganze Armee von Mikrowellen-Ger&#228;ten. In meinem unmittelbaren Umkreis laufen etwa 50 L&#228;ufer und sie laufen 50 verschiedene Geschwindigkeiten. Es ist eine f&#252;rchterliche Unruhe im Feld. Da werden die Kurven abgek&#252;rzt, als w&#252;rden entscheidende Zentimeter den Sieg bringen. Da wird jeder noch so schmale Spalt zum &#220;berholen ausgenutzt und ich sorge mich etwas um die Au&#223;enspiegel der abgestellten Wagen in der Wohngegend, durch die wir laufen. Es ist ein einziges Gebremse und Hakengeschlage. Vielleicht sollte man in Egelsbach immer nur Marathon laufen. Es dauert etwa 6 Kilometer, bis sich das Feld beruhigt. Ich laufe mich frei.</p>
<p>Die Strecke ist sch&#246;n wie immer – nur die Steigungen kommen mir langgezogener und kr&#228;ftezehrender vor. Ich h&#228;tte mich gestern doch besser mal etwas ausgeruht, anstatt durch Frankfurt zu wirbeln. Jetzt ist es zu sp&#228;t. „Geschenke 200 Meter“ steht pl&#246;tzlich rechts auf einem Schild. Ach, stimmt gar nicht. Da war ein Ast davor. In Wirklichkeit muss es „Getr&#228;nke“ hei&#223;en. Mein Gehirn f&#228;ngt mal wieder an, sich seltsame Dinge zusammenzureimen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-346" title="Egelsbach_Wasser" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Egelsbach_Wasser.jpg" alt="Egelsbach_Wasser" width="516" height="351" /></p>
<p>Vor mir l&#228;uft eine Dame in dicker Parfumwolke. Mal ein bisschen schneller, mal ein bisschen langsamer als ich. Aber ich komme nicht dauerhaft vorbei. Ich sehe mich wie Paulchen Panther in einer Wolke laufen, die &#252;berall da ist, wo ich bin. Ich laufe mehr rechts, ich laufe mehr links, die Wolke will mein Freund sein. Dabei kann ich sie nicht leiden (ich kann sie nicht riechen stimmt ja leider nicht). Nur einmal bin ich ihr kurz dankbar: als der St&#246;hnl&#228;ufer neben mir auftaucht. Der St&#246;hnl&#228;ufer l&#228;uft immer mit freiem Oberk&#246;rper. Damit der Schwei&#223; trotzdem aufgefangen wird, tr&#228;gt er meist ein gebl&#252;mtes G&#228;stehandtuch vorne in seine Hose gestopft. Es funktioniert wohl wie die guten alten Tropfenf&#228;nger an Teekannen. Obwohl er kein T-Shirt tr&#228;gt, das schlecht riechen k&#246;nnte, ist der St&#246;hnl&#228;ufer ein wahres L&#228;uferskunk. Und wie der Name schon sagt, st&#246;hnt er bei jedem Schritt aus vollem Herzen. Um der Bakterienzersetzungswolke zu entkommen, halte ich mich dichter an die Parf&#252;mwolke und kann den St&#246;hnl&#228;ufer gl&#252;cklich hinter mir lassen.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; "><em>Lieber auf Papier lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2006/08/Egelsbach06.pdf" target="_blank">Druckversion</a></em><em> </em><em>als PDF.</em></div></div></em></p>
<p>Zudem begleitet mich seit einigen Kilometern ein L&#228;ufer mit Telekom-Shirt. Irgendwie ist er immer in meiner N&#228;he, auch als ich beschlie&#223;e, einen Becher Pepsi zu trinken und dabei ein paar Schritte zu gehen. Vier Kilometer vor dem Ziel zieht er pl&#246;tzlich kr&#228;ftig an und beginnt gleichzeitig mit mir zu plaudern. Ein guter Hase sei ich gewesen, sagt er, immer sch&#246;n gleichm&#228;&#223;ig, jetzt wolle er den Hasen geben und mich ins Ziel ziehen.</p>
<p>Das finde ich reizend. So sehr, dass ich versuche, sein Tempo mitzugehen, obwohl ich nicht mehr viele Kr&#252;mel in meiner virtuellen Keksbox habe. Tats&#228;chlich fliegen wir einen Kilometer im Gleichschritt an L&#228;ufern vorbei, die ich nie mehr zu erreichen glaubte. Es ist wunderbar. Ich f&#252;hle mich wie Sammy Korir neben Paul Tergat bei seinem Rekordlauf in Berlin. Mindestens. Doch dann kommt die Br&#252;cke. Eine letzte Steigung. Ich kann die Keksbox umdrehen und sch&#252;tteln, mit feuchten Fingern die letzten Minikr&#252;melchen aufstippen – da ist nichts mehr. Absolut nichts. Ich muss meinen Telekom-L&#228;ufer ziehen lassen. Eine Verbeugung vor seinem Edelmut.</p>
<p>So muss ich mich alleine vorw&#228;rts schieben und es f&#228;llt mir schwer. Aus dem Wald heraus – und dann noch einen Kilometer durch die Ortschaft, das ist immer hart. Es ist eine sonnt&#228;gliche Ortschaft. Es riecht nach Fertigbratenso&#223;en, Zwiebeln und dem Presseclub. Ich will ins Ziel. Ich will ganz viel Pepsi trinken und mir ein T-Shirt schenken lassen, wie ich schon eins habe. Und ich will nicht mehr l&#228;nger &#252;berholt werden. Das ist n&#228;mlich deprimierend und ich will vor allem nicht deprimiert sein. Nur noch die letzte Runde-boing-auf der Laufbahn im Stadion-boing-die immer so sch&#246;n federt-boing, boing, boing – und ich bin zuhause. Als ich mir drei Becher Pepsi hole, f&#228;ngt es an zu regnen. Wie jedes Jahr in Egelsbach.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-351" title="Egelsbach_Volkslauf_Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Egelsbach_Volkslauf_Kuchen.jpg" alt="Egelsbach_Volkslauf_Kuchen" width="517" height="342" /></p>
<h4><em><span style="font-weight: normal;"> <div class='stb-grey_box' >Die Veranstalterseite ist im Augenblick leider gerade in &#220;berarbeitung</span><em><span style="font-weight: normal;">: </span></em><a href="http://www.koberstaedter-marathon.de/" target="_blank"><em><span style="font-weight: normal;">koberstaedter-marathon.de</span></em></a><span style="font-weight: normal;"></div></span></em></h4>
<h4>Egelsbach?</h4>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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