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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; A &#8211; F</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Frau Schmitt, das Bergfr&#228;ulein.</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 18:49:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Eppstein]]></category>
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		<description><![CDATA[Eppstein kenne ich von Katja. Sonst eigentlich nicht. Ich war noch nie dort, auch nicht zum Volkslaufen. Dabei h&#228;tte ich bereits 24-mal die Gelegenheit gehabt. So oft hat der Eppsteiner Burg-Lauf n&#228;mlich schon stattgefunden. (...)]]></description>
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<p>Eppstein kenne ich von Katja. Sonst eigentlich nicht. Ich war noch nie dort, auch nicht zum Volkslaufen. Dabei h&#228;tte ich bereits 24-mal die Gelegenheit gehabt. So oft hat der Eppsteiner Burg-Lauf n&#228;mlich schon stattgefunden. Rechtzeitig bevor der 25. Lauf ansteht, kontaktiert mich Manfred Helbig vom TSG Eppstein und sagt mir, dass er nie, nie, nie wieder auf meine Website geht, wenn ich nicht auch mal nach Eppstein komme. (Das sagt er nat&#252;rlich nicht wirklich, aber es steht zu bef&#252;rchten.) Ein Jubil&#228;umslauf ist eine wichtige Sache. Wenn man dazu eingeladen wird und geht nicht hin, ist das ganz schlecht f&#252;r’s Laufkarma. Ich sage sofort zu.</p>
<p>Der Eppsteiner Burg-Lauf ist 7.777 Meter lang, das entspricht einer Altdeutschen Meile. Bei offiziellen Vermessungen ergab die Strecke auch schon mal 7.685 Meter. Das macht aber nichts, denn die Altdeutsche Meile ist streng genommen sowieso nur 7.532,484 Meter lang. Dieses Durcheinander ist an sich schon kurios genug, um den Lauf ins Herz zu schlie&#223;en. Im Jahr 1986 dachten sich die Eppsteiner einfach: 10er kann jeder. Au&#223;erdem ist unser Terrain so h&#252;gelig, dass man ohnehin nur Zeiten laufen kann, die mit nichts zu vergleichen sind. Dann kann man auch gleich eine wahrhaft unvergleichliche Strecke bauen. Das ist in jeder Hinsicht gelungen. Aber dazu sp&#228;ter mehr.</p>
<p>Der Lauf findet traditionell an einem Freitagabend statt. Einer der Gr&#252;nde, weshalb ich noch nie in Eppstein war. Mein innerer Volkslauf-Wecker klingelt einfach Sonntags morgens. Freitags abends l&#228;utet eher der Biergarten- oder Couch-Wecker. Aber egal. Heute ist eben alles etwas anders. Sogar meine Anfahrt – ich nehme die S-Bahn in den Taunus. Geht prima. Vom Bahnhof aus arbeite ich mich zum Sportplatz am Bienroth hoch. Das ist bereits eine stramme Steigung und ich ahne, worum es hier geht. Unterwegs begegnet mir die Burg, die dem Lauf ihren Namen gibt und ich finde schon jetzt alles gro&#223;artig.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bild-13.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2419" title="Bild 13" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bild-13.png" alt="Bild 13" width="393" height="200" /></a></p>
<p>Oben angekommen lande ich an einem idyllisch gelegenen, sonnigen Sportplatz mit einem kleinen Vereinsheim. Schon jetzt gibt es Bratwurst, Pommes und Bier und ich &#252;berlege, ob ich &#252;berhaupt noch laufen soll. Was sollte ein Paradies noch paradiesischer machen?</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Atmo.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2420" title="Eppstein Atmo" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Atmo.jpg" alt="Eppstein Atmo" width="512" height="384" /></a>Ich melde mich an und darf mich wie ein VIP f&#252;hlen. Eine Welle von Freundlichkeit &#252;berrollt mich. Warum war ich eigentlich nicht fr&#252;her schon in Eppstein? Die Startnummer sieht ein bisschen aus, als h&#228;tte sie ebenfalls 25stes Jubil&#228;um – eine Bip Chip Nummer, die mehrfach verwendet wird. Das ist im Sinne der Umwelt und deshalb v&#246;llig in Ordnung. Ich treffe nette Laufkollegen und wir plaudern. Danach inspiziere ich den Platz. F&#252;r einen Lauf um 19:30 Uhr wurde hier in den G&#228;nsebl&#252;mchen tats&#228;chlich ein fulminantes Kuchenbuffet aufgebaut. Damit wurde ich bereits im Vorfeld gelockt, aber ich wollte es kaum glauben. Vegetarische Kuchenallergiker d&#252;rfen sich au&#223;erdem an K&#228;sebr&#246;tchen und Melonen laben.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Kuchenbuffet.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2421" title="Eppstein Kuchenbuffet" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Kuchenbuffet.jpg" alt="Eppstein Kuchenbuffet" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Verpflegung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2422" title="Eppstein Verpflegung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Verpflegung.jpg" alt="Eppstein Verpflegung" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Obendrein ist hier ein Massagezelt aufgebaut. Donnerwetter. W&#228;hrend auf dem Rasen die Aufw&#228;rm&#252;bungen starten, entdecke ich in einer Ecke gepflanzte Buchstaben. Vermutlich das Grabmal des unbekannten L&#228;ufers. Was es hier alles gibt!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Massage.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2423" title="Eppstein Massage" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Massage.jpg" alt="Eppstein Massage" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-TSG.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2424" title="Eppstein TSG" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-TSG.jpg" alt="Eppstein TSG" width="512" height="384" /></a>Die Sonne scheint noch immer kr&#228;ftig, als p&#252;nktlich der Startschuss f&#228;llt. Ich fange sofort an zu gr&#252;beln. Wie l&#228;uft man 7,777 km? Vor allem: diese 7,777 km? Das Streckenprofil habe ich mir zwar angesehen, aber es sah so verd&#228;chtig harmlos aus. Kurz hoch, dann runter, runter, runter, dann irgendwie, dann wieder hoch, hoch, hoch.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/eppstein-profil.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2425" title="eppstein profil" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/eppstein-profil.jpg" alt="eppstein profil" width="500" height="375" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Auf dem Asphalt sind &#252;berall hellblaue F&#252;&#223;e aufgemalt. Sie sind die Eppsteiner Version der blauen Linie und zeigen die Strecke an. Mein Gr&#252;beln wird sofort gestoppt, da es gleich ins Eingemachte geht. Das Eingemachte kommt in Form einer Steigung, die auf der Karte viel k&#252;rzer und harmloser aussah. Aber so richtig lang ist sie dann doch nicht (was ist bei 8 km schon lang?) und es geht bald ordentlich bergab. Wie soll ich denn das nun wieder laufen? Ins Tal zu st&#252;rzen wie ein Wasserfall macht wenig Sinn. Schlie&#223;lich muss man das alles wieder hoch. Andererseits scheint das einer der wenigen Abschnitte zu sein, wo man ein bisschen Gas geben kann. Zu bl&#246;d aber auch, dass ich die Strecke noch nie gelaufen bin! Ich rolle ein wenig verhalten durch den Wald nach unten. Der Sache hier ist nicht zu trauen. Immer wieder lauert uns ein kleiner Stich nach oben auf.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Fu&#223;.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2426" title="Eppstein Fu&#223;" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Fu&#223;.jpg" alt="Eppstein Fu&#223;" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Wo sind denn &#252;berhaupt die Kilometer-Schilder? Eigentlich egal, die nutzen hier sowieso nichts. Nach etwa 2,5 Kilometern bin ich unten in der Altstadt. Hier muss eine kleine Runde zwei Mal durchlaufen werden. Als ich die erste Runde starte, fegt bereits eine dunkelh&#228;utige Sch&#246;nheit auf ihrer zweiten vorbei. Ich seufze ein bisschen. Die Altstadt hatte ich mir eigentlich ganz beschaulich vorgestellt. An der Burg vorbei, dumdideldum, den Zuschauern freundlich zul&#228;cheln und sich vom Fachwerk bescheinen lassen. Dabei Kr&#228;fte sammeln f&#252;r den R&#252;ckweg nach oben. Die Burg-Runde erweist sich allerdings als ein Wolf im Altstadt-Pelz. Nach einigen Metern &#252;ber Kopfsteinpflaster geht es pl&#246;tzlich kr&#228;ftig bergauf. Noch immer sind es &#252;ber 25 Grad und mein Kopf verwandelt sich langsam in eine &#252;berdimensionale Tomate. Die Steigung, die auf der Profilkarte geradezu l&#228;cherlich aussah, ist eine echte Herausforderung. Mit etwa 35 H&#246;henmetern auf 400 Metern hat man durchaus etwas zu tun. Als Sahneklecks endet die Steigung in einigen Treppenstufen. Der ganze Spa&#223; muss danach ein nocheinmal durchlaufen werden. Als wir ein zweites Mal an die Treppe des Grauens kommen, haben viele den Laufschritt aufgegeben und gehen. Auch ich mag die Stufen nicht hochlaufen. Ne ne ne.</p>
<p>Vielleicht, so &#252;berlege ich, ist das alles nur ein 25 Jahre alter Druckfehler. Statt Burg-Lauf sollte es eigentlich Berg-Lauf hei&#223;en, aber irgendwann war es zu sp&#228;t, etwas daran zu &#228;ndern. Und schlie&#223;lich hat ja auch schon Andre Rieu gesagt, er s&#228;he keinen Unterschied zwischen „U“ und „E“.</p>
<p>Danach hei&#223;t es „Tsch&#252;ss Burg“ und wir haben wieder 2,5 km Anstieg vor uns. Wirklich, wer sich diese Strecke ausgedacht hat, muss viel Humor haben. Falsch, erkl&#228;rt man mir sp&#228;ter. Man habe hier keinen Humor, sondern topographische  Begebenheiten. Das sei etwas v&#246;llig anderes. Allerdings glaube ich bei dieser Erkl&#228;rung ein ganz leises Kicherger&#228;usch vernommen zu haben.</p>
<p>Der R&#252;ckweg, den ich mir so schwierig vorgestellt hatte, ist dann aber psychologisch viel einfacher zu bew&#228;ltigen, als die Altstadt-Runden. Man taucht wieder in den Wald ein und dort ist es deutlich k&#252;hler. Auf dem Waldweg l&#228;sst sich auch wieder ein Hauch von Rhythmus finden und man kann sich nach oben walzen, wie man es auch schon auf vielen anderen Strecken getan hat. Ganz zum Schluss geht es fast 500 Meter so steil bergab, dass man aufpassen muss, die Strecke nicht auf dem Bauch liegend zu beenden. Wie gesagt, der Lauf hat eine Menge kom&#246;diantische Aspekte.</p>
<p>Bei 47:03 komme ich ins Ziel. Keine Ahnung, was diese Zeit bedeutet. Sp&#228;ter erfahre ich, dass man damit 46. Frau von 90 wird, 20. der Altersklasse von 38. Hier treten fast nur L&#228;uferinnen und L&#228;ufer an, die Steigungen lieben und sie vor der Haust&#252;r haben. Wolfgang M&#252;nzel, Organisationsdirektor der World-Mountain-Race-Association, der seit 1990 als damaliger Berglaufmeister den Streckenrekord von 24:58 h&#228;lt, hat die Schirmherrschaft f&#252;r diesen 25. Burg-Lauf &#252;bernommen. H&#228;tte ich mich mal anst&#228;ndig informiert, h&#228;tte ich besser gewusst, was auf mich zukommt. Jetzt habe ich jedenfalls eine Benchmark. Vielleicht ist das &#252;berhaupt der Trick der Eppsteiner: wer einmal da war, wird wieder kommen. Damit er seine Zeit wenigstens mit irgendetwas vergleichen kann.</p>
<p>Im Ziel schwitze ich. Und schwitze. Und schwitze. Ich denke, ich werde wohl nie mehr aufh&#246;ren k&#246;nnen zu schwitzen. Als Zielverpflegung gibt es Zitronentee in einem gro&#223;en Gerippten (f&#252;r Nicht-Hessen: einem Apfelweinglas), das man mit nach Hause nehmen darf. So sehr man vom Veranstalter mit der urkomischen Strecke gepeinigt wird, so liebevoll wird man daf&#252;r auch wieder entsch&#228;digt.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/&#196;pplerglas.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2427" title="&#196;pplerglas" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/&#196;pplerglas.jpg" alt="&#196;pplerglas" width="384" height="512" /></a>W&#228;hrend die Jubil&#228;ums-Ehrungen f&#252;r den besonders wackeren harten Kern des Vereins folgen, esse ich um etwas 21 Uhr erst einmal ein St&#252;ck Kuchen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Ehrung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2428" title="Eppstein Ehrung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Ehrung.jpg" alt="Eppstein Ehrung" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2429" title="Eppstein Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Kuchen.jpg" alt="Eppstein Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Die Bierb&#228;nke bleiben gut besetzt, keiner eilt zu famili&#228;ren Verpflichtungen nach Hause, wie am Sonntag Mittag. Nach der Siegerehrung spielt die Band „Faltenrock“ auf, ein paar Herren, deren Zeit in der M30 schon eine Weile zur&#252;ckliegen d&#252;rfte. Damit und mit ihrem Repertoire passen sie hervorragend zu den anwesenden L&#228;ufern und die Stimmung ist friedlich und gro&#223;artig.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Siegerehrung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2430" title="Eppstein Siegerehrung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Siegerehrung.jpg" alt="Eppstein Siegerehrung" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Faltenrock.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2431" title="Eppstein Faltenrock" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Faltenrock.jpg" alt="Eppstein Faltenrock" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Kurz vor 23 Uhr breche ich m&#252;de und vollkommen zufrieden mit mir und der Welt vom Sportplatz auf. Ein Laufkollege nimmt mich sogar mit zur&#252;ck in die Stadt. Wunderbar.</p>
<p>Ich steige an der Alten Oper in Frankfurt aus und beschlie&#223;e, noch ein paar Schritte zu meinem Fahrrad an der Konstabler Wache zu gehen. Es ist Opernplatzfest und ich bahne mir den Weg durch Alkohol und Rauchschwaden. Auf der Fressgass hinter dem Platz schreit mich ein gut gekleideter Mann von der Seite an. „Ich befehle Dir!“. Ich frage ihn nicht, was und er verr&#228;t es mir auch nicht. Er br&#252;llt noch einmal, dass er mir etwas befiehlt und geht dann schnell weiter. Vor mir knickt eine junge Frau in abenteuerlich hohen High-Heels um. Eine andere br&#252;llt in ihr Handy, dass die Verbindung so schlecht sei. Dann versucht sie ihren Freund, der weit vor ihr herl&#228;uft, dazu zu bewegen, langsamer zu gehen. Doch der dreht sich zu ihr um und schreit: „Geh doch rumhuren, du Hure.“ Auf der Zeil sind gef&#252;hlte 70% der Menschen, die mir entgegenkommen, vollkommen betrunken. Entfesselte Spanien-Fans feiern ihren Sieg beim Fu&#223;ball-Match mit Vuvuzelas. Ich setze ein irres L&#228;cheln auf und hoffe, damit ausreichend bewusstseinsgetr&#252;bt zu wirken, um nicht weiter aufzufallen. Eine kleine Gruppe etwa 20-j&#228;hriger kommt mir entgegen. Darunter zwei eingehakte Frauen. Als sie etwa auf meiner H&#246;he sind, ruft die eine „Wir m&#252;ssen pissen!“ Auch in Eppstein wurde Bier ausgeschenkt, aber keiner wollte mich &#252;ber seine Notdurft-Lage informieren.</p>
<p>Zuhause angekommen scheint es mir, als w&#228;ren kleine Volksl&#228;ufe im Allgemeinen und solche in Eppstein im Besonderen eines der wenigen Mittel, um f&#252;r den Wahnsinn des Alltags wieder eine Weile gest&#228;rkt zu sein.</p>
<p><em> <div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #cd853f; border-left-color: #cd853f; border-right-color: #cd853f; border-bottom-color: #cd853f; background-color: #ffefd5; "><em>&#220;brigens: beim Eppsteiner Burg-Lauf gibt es auch eine Kinder-Staffel und  einen Nordic-Walking-Wettbewerb. Mehr Infos unter: </em><a href="http://www.eppsteiner-burglauf.de" target="_blank"><em>www.eppsteiner-burglauf.de</em></a></div></em></p>
<div style='margin-top:2px;margin-bottom:2px;width:425px;font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;font-size:9px;color:#535353;background-color:#ffffff;border:2px solid #ee5500;font-style:normal;text-align:right;padding:0px;padding-bottom:3px !important;'><iframe width='425' height='544' border='0' src='http://www.runmap.net/route/424650/widget?width=425&amp;height=350&amp;extended=true&amp;maptype=1&amp;unit=km&amp;redirect=no&amp;distance_markers=always' frameborder='0' marginheight='0' marginwidth='0' scrolling='no'></iframe><br />Laufroute <a style='color:#ee5500; text-decoration:underline;' href='http://www.runmap.net/route/424650'>424650</a> &#8211; powered by <a style='color:#ee5500; text-decoration:underline;' href='http://www.runmap.net'>Runmap</a>&nbsp;</div>

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		<title>Bonames – twelve points!</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 17:27:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Bonames! Was ist denn das f&#252;r ein Ortsname! Ist das eine Abk&#252;rzung?“ Hat mich vor ein paar Tagen eine Ortsfremde gefragt. Tats&#228;chlich, es k&#246;nnte gut eine Abk&#252;rzung sein. F&#252;r „Boxw&#252;tige Nachbarn machen Essig“ zum Beispiel. Oder „Bodenlose Naturisten mit Essst&#228;bchen.“ Aber so naheliegend diese Erkl&#228;rungen auch sind: Bonames hei&#223;t einfach so. Ohne Abk&#252;rzung. Das k&#246;nnte von „Bona mansio“ kommen, sagt Google, was soviel bedeutet wie „gute Rastst&#228;tte“. Damit das Rasten auch so richtig gut wird, laufen wir vorher dort eine Runde.]]></description>
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<p>„Bonames! Was ist denn das f&#252;r ein Ortsname! Ist das eine Abk&#252;rzung?“ Hat mich vor ein paar Tagen eine Ortsfremde gefragt. Tats&#228;chlich, es k&#246;nnte gut eine Abk&#252;rzung sein. F&#252;r „Boxw&#252;tige Nachbarn machen Essig“ zum Beispiel. Oder „Bodenlose Naturisten mit Essst&#228;bchen.“ Aber so naheliegend diese Erkl&#228;rungen auch sind: Bonames hei&#223;t einfach so. Ohne Abk&#252;rzung. Das k&#246;nnte von „Bona mansio“ kommen, sagt Google, was soviel bedeutet wie „gute Rastst&#228;tte“. Damit das Rasten auch so richtig gut wird, laufen wir vorher dort eine Runde.</p>
<p>Ich w&#228;hle heute die kleine, die 10er Strecke. Die 15er ginge sicher auch, aber ich bin noch in der Schonzeit. Mit dem Kopf durch die Wand ist kein gutes Gesundheitsrezept. Wir sind mal wieder zu fr&#252;h und staunen &#252;ber die Sonne. Weil noch soviel Zeit bis zum Start bleibt, mache ich innerlich repr&#228;sentative Erhebungen zur H&#228;ufigkeit von Schuhmarken. Erwartungsgem&#228;&#223; liegt Asics vorn, aber nur leicht. Sie werden dicht gefolgt von Brooks, die wiederum von Adidas und Nike gejagt werden. Mizuno ist hier und heute in Bonames zur&#252;ckgefallen. So n&#252;tzlich kann man sich die Zeit vertreiben.</p>
<p>Ich begleite meinen Trainingspartner schlie&#223;lich zum Start der 15km-L&#228;ufer, der etwas entfernt von den Umkleiden liegt. Auf der kleinen Wiese am Fl&#252;sschen Nidda werden ordentliche Aufw&#228;rm&#252;bungen durchgef&#252;hrt. Unter Anleitung, versteht sich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Gymnastik.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2372" title="Bonames Gymnastik" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Gymnastik.jpg" alt="Bonames Gymnastik" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Halbherzig l&#252;pfe ich ab und zu ein Gliedma&#223; (Was ist eigentlich der Singular von Gliedma&#223;en?) und bin vor allem besonders engagiert, wenn es ans Lockern und Aussch&#252;tteln geht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Start-15km.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2374" title="Bonames Start 15km" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Start-15km.jpg" alt="Bonames Start 15km" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Nach dem Startschuss trabe ich wieder zur&#252;ck zu den Umkleiden, um eine Geheimtoilette aufzusuchen. Bei ca. 40% aller Volkslaufveranstaltungen gibt es Geheimtoiletten, deren n&#228;here Ortsbestimmung ich hier aus naheliegenden Gr&#252;nden nicht preisgeben will. Geheimtoiletten werden deutlich weniger frequentiert als die anderen. Zum Gl&#252;ck machen sich viele nicht die M&#252;he, sie zu suchen. Nichts hat eben eine so gro&#223;e Anziehungskraft, wie eine einzelne Kabine in der Umkleide, deren Abfluss unter akutem Burn out-Syndrom leidet.</p>
<p>Danach trabe ich wieder zur&#252;ck, um das selbe Aufw&#228;rmprogramm noch einmal zu simulieren. Der Start ist ein bisschen kn&#228;ulig. Anders als gedacht, laufen doch eine ganze Menge Menschen den 10er. Das ist relativ: gemessen am JP Morgan Chase Corporate Challenge Lauf, der in diesen Tagen in Frankfurt stattfindet, ist eine Teilnehmerzahl von 150 nat&#252;rlich ein Witz. Und auch dieses Kn&#228;ulen in Bonames ist ein Zustand, den man sich beim JP Morgan Dingens nur inst&#228;ndig herbeisehnen kann. (Genauso toll wie diesen Lauf finde ich &#252;brigens dessen Motto: „Jogging statt Mobbing“. In Wahrheit habe ich noch nie so viele r&#252;cksichtslose, aufgeblasene, rabiate und pampige Vollhorsts auf der Strecke gesehen, wie bei diesem herzerw&#228;rmenden Firmenlauf. Aber das w&#228;re ein eigenes Thema.) Zur&#252;ck zu Bonames.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Feld.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2384" title="Bonames Feld" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Feld.jpg" alt="Bonames Feld" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Wir traben durch die Felder und die Sonne brennt uns ordentlich auf die Nuss. Wie lange haben wir darauf gewartet! Ich achte beim Laufen darauf, dass mein Becken nach oben gekippt ist, wie es Danny Dreyer beim Chirunning erkl&#228;rt. Andernfalls wird Chi versch&#252;ttet und wer will das schon. Tats&#228;chlich versuche ich ein paar der Chirunning-Grunds&#228;tze anzuwenden, was nicht immer und ohne weiteres funktioniert. Aber es lenkt gut von anderen Dingen ab. Schon nach kurzer Zeit kommen wir an einen Wendepunkt – die 10er Strecke hat eine kuriose Schleife eingebaut. Wendepunkte sind super. Noch sch&#246;ner w&#228;re es, dieser hier w&#252;rde bereits die H&#228;lfte der Strecke markieren, aber man kann nicht alles haben. Wetter, Chi UND einen Wendepunkt in der H&#228;lfte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Wendepunkt.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2375" title="Bonames Wendepunkt" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Wendepunkt.jpg" alt="Bonames Wendepunkt" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Die Strecke ist ungeheuer gr&#252;n und beinahe schattenlos. Es riecht nach Mist und Felder und Fluss ziehen an uns vorbei. Mehrfach &#252;berhole ich eine blonde L&#228;uferin, die eine erstklassige B-Note verdient. Outfit, Haltung, toll. Sie schnauft nicht einmal besonders. W&#228;hrend ich in halbgarer Chirunning-Manier mit kleiner Schrittfrequenz neben ihr her tapse. Leider l&#228;uft sie ungleichm&#228;&#223;ig, weshalb es zu den wiederholten &#220;berholman&#246;vern kommt. Dabei habe ich eigentlich lieber sie vor mir, als den Herrn mit dem Singlet und den pl&#252;schigen Schultern, der immer wieder vor mir auftaucht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Getr&#228;nke1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2387" title="Bonames Getr&#228;nke" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Getr&#228;nke1.jpg" alt="Bonames Getr&#228;nke" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Strecke-2010.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2386" title="Bonames Strecke 2010" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Strecke-2010.jpg" alt="Bonames Strecke 2010" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Ich qu&#228;le mich ein bisschen. Zwar bin ich nicht schnell unterwegs, aber es ist doch ziemlich warm und ich korrigiere immer wieder meine Haltung. Bei km 8 scheint die blonde Dame endg&#252;ltig die Oberhand zu gewinnen. Ich will jetzt nicht nachlegen, schlie&#223;lich wei&#223; ich, dass die letzten 500 Meter noch eine h&#252;bsche Steigung parat halten. Irgendwann ist dann aber doch alles egal. Ich versch&#252;tte eine Menge Chi, laufe an der Dame vorbei und nehme die Steigung ganz gut. Sie bleibt mir auf den Fersen und ich muss zu einem kleinen Endspurt ausholen. Das wollte ich zwar nicht, aber was soll man denn machen, wenn gut aussehende Blondinen hinter einem her federn? Ich halte sie hinter mir und st&#252;rze noch mit einer 55er Zeit ins Ziel. Mit kleinen Schritten, auf kurzen Strecken versuche ich wieder eine ordentliche L&#228;uferin zu werden.</p>
<p>Ich m&#246;chte niemandem zu nahe treten. Aber ich habe nun mal schon viel Streuselkuchen nach Volksl&#228;ufen gegessen. Man muss den Dingen ins Auge sehen: der aus Bonames ist der Beste. Zwar wird er inzwischen nicht mehr unter gro&#223;en alten B&#228;umen feilgeboten, aber dieses Kuchenangebot ist nach wie vor ungeschlagen. Bonames – twelve points.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2376" title="Bonames Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen.jpg" alt="Bonames Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen-2010-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2389" title="Bonames Kuchen 2010 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen-2010-2.jpg" alt="Bonames Kuchen 2010 2" width="512" height="341" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2377" title="Bonames Kuchen 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen-2.jpg" alt="Bonames Kuchen 2" width="384" height="512" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Wurst.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2378" title="Bonames Wurst" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Wurst.jpg" alt="Bonames Wurst" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Bier.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2379" title="Bonames Bier" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Bier.jpg" alt="Bonames Bier" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Wir sitzen in der Sonne und genie&#223;en. Ich bin gerade zwei Umkleidentalk-K&#246;niginnen durch Flucht entronnen und der Kaffee schmeckt. Ein Mann verteilt Brosch&#252;ren f&#252;r Laufseminare. „Wie hei&#223;t denn Du?“, fragt der Nachbartisch. „Ich bin in der Brosch&#252;re“, sagt der Mann geheimnisvoll. Der Nebentisch klappt das Heft auf, deutet auf die abgebildete Person und ruft begeistert: „Du bist Annie Friesinger!“. So endet ein perfekter Lauftag. Mit meinem Lauf in d&#252;rftigem Tempo werde ich immer noch 20. Frau von 51. Der Sommer kann kommen.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Seehund.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2380" title="Bonames Seehund" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Seehund.jpg" alt="Bonames Seehund" width="384" height="512" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><em> <div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #778899; border-left-color: #778899; border-right-color: #778899; border-bottom-color: #778899; background-color: #fffaf0; "><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s beim </em><a href="http://www.tsvbonames.de/" target="_blank"><em>TSV Bonames</em></a><em>.</em></div></em></p>

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		<title>Winterstein light.</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 07:22:48 +0000</pubDate>
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L&#228;ufer sind wie M&#252;tter. Kaum ist das schmerzhafte Ereignis  - Geburt oder Lauf &#8211; vorbei, &#252;berwiegt das Gl&#252;ck und alles ist vergessen. G&#228;be es dieses Ph&#228;nomen nicht, w&#228;ren Volksl&#228;ufe und Menschheit bald ausgestorben. Wer wiederholt schon freiwillig die Pein von 10 Stunden Wehen oder vier Stunden Marathon? Oder drei Stunden Volkslauf „Rund um den Winterstein“? [...]]]></description>
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<p>L&#228;ufer sind wie M&#252;tter. Kaum ist das schmerzhafte Ereignis  - Geburt oder Lauf &#8211; vorbei, &#252;berwiegt das Gl&#252;ck und alles ist vergessen. G&#228;be es dieses Ph&#228;nomen nicht, w&#228;ren Volksl&#228;ufe und Menschheit bald ausgestorben. Wer wiederholt schon freiwillig die Pein von 10 Stunden Wehen oder vier Stunden Marathon? Oder drei Stunden Volkslauf „Rund um den Winterstein“? Ich nicht. Nicht heute. Mein Trainingszustand ist zu desolat f&#252;r einen 30km Lauf, bei dem 20 km bergauf gehen. Ich w&#252;rde den Sonntag danach im Bett verbringen und vier Tage lang die Treppen r&#252;ckw&#228;rts herunter gehen. Aber es gibt ja noch eine Art „Winterstein light“ – ein 10km Lauf mit vier Kilometern Steigung. Das reicht heute v&#246;llig, finde ich. Mein Trainingspartner geht dagegen schwanger mit dem 30er und nichts kann ihn daran hindern, das Riesenbalg in Stei&#223;lage auch selbst auf die Welt zu bringen. Auch wenn es in diesem Jahr noch keinen 25 km Lauf gab, den wir sonst als Geburtsvorbereitungskurs mit Dauerhecheln nutzen.</p>
<p>Also rollen wir heute auf den Parkplatz der Henry-Benrath-Schule in Friedberg, die den L&#228;ufern traditionell Unterschlupf gew&#228;hrt. Gleich bei der angrenzenden „Pension Moni“, deren Inhaberin sicher eine gute alte Freundin von Elvis ist. Alle in Friedberg sind gute alte Freunde von Elvis. Es ist Fr&#252;hling. Sogar an der Fassade der Schule, denn die ist frisch gestrichen (die bildsch&#246;ne Kunst am Bau noch ausgenommen). Das muss doch etwas bedeuten.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Schule.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2200" title="Friedberg Schule" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Schule.jpg" alt="Friedberg Schule" width="320" height="240" /></a></p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kunst.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2213" title="Friedberg Kunst" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kunst.jpg" alt="Friedberg Kunst" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Es zwitschert in den Zweigen wie H&#246;lle, allem Anschein nach l&#228;sst Friedbergs Fauna das schlechte Wetter v&#246;llig unbeeindruckt. &#220;ber dem Taunus h&#228;ngen dicke Wolken.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2202" title="Friedberg 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-1.jpg" alt="Friedberg 1" width="320" height="240" /></a></p>
<p>An der Anmeldung und rund um die Umkleidekabinen tummeln sich Menschen, die man einen ganzen langen Winter nicht gesehen hat. Gisela, die alle Umkleiden mit ihrem Geplauder beschallt. Der St&#246;hnl&#228;ufer, der beim Laufen nicht nur rhythmisch st&#246;hnt, sondern auch rhythmisch schlecht riecht. Der Oben-ohne-Mann, der seinen nackten Oberk&#246;rper f&#252;r ein Erfolgsrezept h&#228;lt. Und sogar der Teekessel ist gekommen, aus dem es beim Laufen laut pfeift. Es ist ein bisschen, als w&#252;rden wir in die Schule gehen und nach den gro&#223;en Ferien die ganzen Typen aus den Parallelklassen wieder sehen.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2214" title="Friedberg 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2.jpg" alt="Friedberg 2" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Wir laufen uns ein und mit jedem Schritt bin ich froh, mich nicht f&#252;r den 30er entschieden zu haben. Ich muss es mir eingestehen: ich hab’s gerade einfach nicht drauf. Zu wenig Training. Aus der Ferne h&#246;rt man, wie sich Van-Man Jochen Heringhaus warmmoderiert, eine Stimmfrequenz, die bei mir augenblicklich einen Pawlowschen Volkslaufreflex ausl&#246;st. <a style="text-decoration: none;" href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-6.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2203" title="Friedberg 6" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-6.jpg" alt="Friedberg 6" width="320" height="240" /></a>Sofort muss ich meine Schuhe auf- und wieder zuschn&#252;ren. Es geht ja gleich los. Allerdings erst f&#252;r die Langdistanz. Ich z&#252;cke meinen Fotoapparat und lichte sie ab, die 550 L&#228;ufer, die morgen die Treppen r&#252;ckw&#228;rts heruntergehen werden. Nach dem Startschuss simuliere ich noch ein bisschen Dehn&#252;bungen, kaufe etwas Kuchen auf Vorrat (wer wei&#223;, ob es nachher noch welchen gibt) und stelle mich schlie&#223;lich selbst zum Start auf.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Freidberg-4.jpg"><img class="size-full wp-image-2205 aligncenter" title="Freidberg 4" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Freidberg-4.jpg" alt="Freidberg 4" width="320" height="240" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2206" title="Friedberg 5" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-5.jpg" alt="Friedberg 5" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Der erste Kilometer ist streckenm&#228;&#223;ig ein bisschen langweilig, was allerdings dadurch aufgefangen wird, dass es anf&#228;ngt zu regnen. Sofort ist man besch&#228;ftigt. Zum Beispiel mit Hadern: Warum habe ich nur die Kappe nicht mitgenommen? Oder mit Zukunftspl&#228;nen: Die Haare wieder l&#228;nger wachsen lassen? Was f&#252;r eine bl&#246;de Idee. Im Regen total unpraktisch. Andererseits entstehen ja gerade im Regen die besten Heldenfotos. Ich halte der Fotografin am Wegrand mein immer nasser werdendes Heldengesicht entgegen. Bevor man sich aber noch l&#228;nger mit dem Wetter ablenken kann, h&#246;rt der Regen wieder auf. Sollte wohl nur so ein kleiner g&#246;ttlicher Begr&#252;&#223;ungstusch sein. Schon nach dem ersten Kilometer geht es langsam bergauf. Beinahe h&#228;tte ich’s vergessen. Es ist nicht steil, aber es gen&#252;gt, um schwer atmend die Ellenbogen zu schwenken. Viele L&#228;ufer ziehen an mir vorbei. Angeber. Trainieren kann ja jeder. Ich versuche meine Zwischenzeiten abzulesen, aber die erscheinen mir komisch. Zu langsam. Bin ich soo eine Walze geworden? Gut, dass ich k&#252;nftige Kilometerschilder verpasse, so bleiben mir etwaige Depressionssch&#252;be wegen des schwachen Tempos erspart. Pl&#246;tzlich kommt die Sonne hinter den Wolken hevor. Die n&#228;chste Gelegenheit zum Hadern: H&#228;tte ich nicht die Sonnebrille mitnehmen m&#252;ssen? Sofort geht die Sonne wieder weg. So war das doch gar nicht gemeint! Und &#252;berhaupt, m&#252;sste jetzt nicht langsam &#8230; Genau. Da ist sie wieder, die Passage mit den plattgefahrenen Fr&#246;schen. Oder Kr&#246;ten. (Ich kann zweidimensionale Tiere immer so schlecht bestimmen.) Die liegen hier jedes Jahr herum, etwa &#252;ber eine Strecke von einem Kilometer. Ungef&#228;hr in H&#246;he der Alligator-Farm, nur falls ihr mal nachschauen wollt. Man muss da einfach ein bisschen Slalom laufen, damit einem nicht so ein Frosch in die Flexkerben ger&#228;t und als neuartiges D&#228;mpfungssystem zum Einsatz kommt. Schwupps, schon wieder ist ein Kilometer vorbei.</p>
<p>Ansonsten ist die Strecke eher unspektakul&#228;r. Ein Asphaltband zieht sich durch den Ort. Ab und zu riecht es nach Mist, die Alligatoren halten sich geruchlich vornehm zur&#252;ck. Erst sp&#228;t im Streckenverlauf d&#252;rfen wir in den Wald. Das ist der Vorteil der l&#228;ngeren Strecke: man sieht einfach mehr. Die 10er m&#252;ssen dagegen nach etwas mehr als f&#252;nf Kilometern umdrehen und die ganze Strecke einfach zur&#252;cklaufen. Bei km 5 denke ich, dass hier eigentlich der Wendepunkt sein m&#252;sste. Verwirrt laufe ich weiter. Tats&#228;chlich muss noch ein St&#252;ckchen gelaufen werden, da Start und Zielpunkt nicht der Gleiche sind. Ach so.  Kurz vor dem Wendepunkt treffe ich den Teekessel. Ich bin &#252;berrascht. Seine Lunge pfeift nicht. Nicht so schrill und laut wie sonst. Sie macht h&#246;chstens ein dezentes S&#228;useln. Und das bei Kilometer 5! Auf dieser Strecke geschehen seltsame Dinge.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #c0c0c0; border-left-color: #c0c0c0; border-right-color: #c0c0c0; border-bottom-color: #c0c0c0; background-color: #fff5ee; ">Lieber sp&#228;ter lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Winterstein10.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF</a> ohne Bilder.</div></div>
<p>Ich st&#252;rze bergab. Das kann ich irgendwie. Man darf einfach nicht ins Hohlkreuz gehen oder zu sehr mit den Fersen laufen, dann bekommt man ein hohes Tempo. Wie beim Skifahren. Stelle ich mir vor. Ich kann n&#228;mlich gar kein Skifahren. Aber laufen und das gen&#252;gt ja. Ich schaue auf die Uhr, rechne, wundere mich, rechne wieder, schaue wieder auf die Uhr, wundere mich – ach egal. Das kann alles nicht stimmen. Weg mit der Uhr. Braucht doch kein Mensch bei dieser Strecke. Ich gebe einfach nur Gas auf dem in der Sonne gl&#228;nzenden nassen Asphalt. Vorbei an den Fr&#246;schen, dem Misthaufen und vielen, die mich vorhin &#252;berholt haben. Ha!</p>
<p>Kurz vor dem Ziel muss noch eine Br&#252;cke genommen werden. Das tut ein bisschen weh. Die Fotografin schaut gerade, ob ihre Bilder gut geworden sind und kann deshalb kein gutes Bild von mir machen. P&#246;h. Dann halt nicht. Die Uhr stoppe ich bei 55:19. Das ist f&#252;r mich v&#246;llig in Ordnung bei dieser Strecke. Ich trinke eifrig. Und erfahre, dass ich den bereits ausgeschenkten Tee nicht in meinen leeren, gebrauchten Becher umsch&#252;tten darf. Selbst wenn sich die Becher absolut nicht ber&#252;hren. Vorschrift. So werden unsinnig viele Becher verbraucht, die den Veranstalter Geld kosten und den M&#252;llberg gr&#246;&#223;er machen. Angesichts dessen, dass in der Schule Kuchen von privaten Spendern verkauft wird, &#252;ber deren K&#252;chenhygiene man absolut nichts wei&#223;, halte ich die Bechervorschrift f&#252;r vollkommen bl&#246;dsinnig.</p>
<p>Ich lege mich trocken, ziehe mich warm an und gehe wieder ans Ziel. In wenigen Minuten werden schlie&#223;lich schon die Sieger des 30ers erwartet. Mit 1:54 braucht der Sieger l&#228;nger als sonst. Unglaublich. 2:49 ist meine Bestzeit. 6 L&#228;ufer bleiben heute unter 2 Stunden. Eine Klasse f&#252;r sich.</p>
<div id="attachment_2207" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Raatz.jpg"><img class="size-full wp-image-2207" title="Friedberg Raatz" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Raatz.jpg" alt="Sieger in 1:54:06: Philipp Ratz" width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Sieger in 1:54:06: Philipp Ratz</p></div>
<div id="attachment_2208" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2-Mann.jpg"><img class="size-full wp-image-2208 " title="Friedberg 2 Mann" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2-Mann.jpg" alt="2. Mann Lars Breuer." width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">2. Mann: Lars Breuer.</p></div>
<div id="attachment_2209" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Zimmer.jpg"><img class="size-full wp-image-2209" title="Friedberg Zimmer" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Zimmer.jpg" alt="3. Mann: Frank Zimmer." width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">3. Mann: Frank Zimmer.</p></div>
<div id="attachment_2211" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Ulrich.jpg"><img class="size-full wp-image-2211" title="Friedberg Ulrich" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Ulrich.jpg" alt="1. Frau in 2:06:09: Veronika Ulrich." width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">1. Frau in 2:06:09: Veronika Ulrich.</p></div>
<p>Nach und nach folgen die anderen und einige bekannte Gesichter sind unter den Schnellen. Der Oben-Ohne-L&#228;ufer eilt mit wehender Brust dem Ziel zu. „Hier kommt der Fr&#252;hling!“ ruft Jochen Heringhaus und man sp&#252;rt im Publikum die Erleichterung, dass der Fr&#252;hling nicht auch seine Hosen abgelegt hat. Kurz darauf riecht und st&#246;hnt sich auch der St&#246;hnl&#228;ufer ins Ziel. Irgendwann folgt auch mein Trainingspartner, Herz und M&#252;tze in der Hand.</p>
<p>In der Schule ist die Siegerehrung derweil schon in vollem Gange. Vor lauter Aufregung bekommen die 10er Sieger zun&#228;chst versehentlich die Pokale der 30er. Ansonsten hat man hier das Geschehen voll im Griff. Die Frauen hinter dem Kuchen sind auf Zack, der Kaffee flie&#223;t, lange Schlangen werden blitzschnell bedient. Man wei&#223; hier, wie m&#252;de Beine sind, die rund um den Winterstein gelaufen sind.</p>
<p>Ich vergesse mal wieder, den Kuchen zu fotografieren und mache noch schnell ein Bild von den letzten Tr&#252;mmern.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2212" title="Friedberg Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kuchen.jpg" alt="Friedberg Kuchen" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Wir schleichen zur&#252;ck zum Auto bei „Pension Moni“. Hundert Meter, bevor wir unser Ziel erreicht haben, geht ein heftiger Schauer nieder. Ein kleiner g&#246;ttlicher Abschiedstusch.</p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s <a href="http://www.asc-marathon-friedberg.com/" target="_blank">hier</a>.</div> <div class='stb-grey_box' >Winterstein-Geschichten der Vorjahre kann man <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-friedberg-08/" target="_blank">hier</a> oder <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-friedberg-07/" target="_blank">dort </a>nachlesen.</div>

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		<title>Der L&#228;ufer-L&#228;ufer-Lauf.</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 19:05:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
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		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Rot-wei&#223; ist eine sch&#246;ne Farbkombination. Bei Ringelpullis. Bei Zahnpasta. Oder bei Ben &#038; Jerry’s Eis. Manchmal zeigen diese beiden Farben zusammen aber auch ihre h&#228;ssliche Fratze. Bei „Durchfahrt-verboten-Schildern“ und Absperrungen zum Beispiel. In Frankfurt Sachsenhausen blockieren sie heute die gro&#223;en Zufahrtswege zum Stadion. (Das eigentlich Commerzbank Arena hei&#223;t.) Es ist 8:45 und wir wollen dorthin. Unbedingt und m&#246;glichst schnell, denn wir m&#252;ssen uns noch zum Lufthansa-Halbmarathon nachmelden. (...)]]></description>
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<h2>Der 8. Lufthansa Halbmarathon Frankfurt (2010)</h2>
<p>Rot-wei&#223; ist eine sch&#246;ne Farbkombination. Bei Ringelpullis. Bei Zahnpasta. Oder bei Ben &amp; Jerry’s Eis. Manchmal zeigen diese beiden Farben zusammen aber auch ihre h&#228;ssliche Fratze. Bei „Durchfahrt-verboten-Schildern“ und Absperrungen zum Beispiel. In Frankfurt Sachsenhausen blockieren sie heute die gro&#223;en Zufahrtswege zum Stadion. (Das eigentlich Commerzbank Arena hei&#223;t.) Es ist 8:45 Uhr und wir wollen dorthin. Unbedingt und m&#246;glichst schnell, denn wir m&#252;ssen uns noch zum Lufthansa-Halbmarathon nachmelden. Statt Meldezettel auszuf&#252;llen machen wir aber eine kleine Sightseeing-Tour durch die unattraktivsten Stra&#223;en Sachsenhausens. Gemeinsam mit einer wahren Autokette erkunden wir Sackgassen, rote Ampeln und die Art, wie sich Absperrungen ganz harmonisch in eine urbane Landschaft einf&#252;gen. Leider geh&#246;rt zu der kleinen Installation nie ein Umleitungsschild oder ein st&#228;dtischer Ordnungsh&#252;ter. Vermutlich sind die noch zu m&#252;de, vom Strafzettel schreiben am Vorabend. So kurvt der kleine Corso vor sich hin, bis schlie&#223;lich einer unter einer winzigen Missachtung der Stra&#223;enverkehrsordnung einen Weg findet. Der Rest folgt.</p>
<p style="text-align: center;"><a style="text-decoration: none;" href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Absperrung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2176" style="border: 1px solid black;" title="Absperrung freigestellt + Pfad" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Absperrung.jpg" alt="Absperrung freigestellt + Pfad" width="425" height="283" /></a></p>
<p>Wir erreichen schlie&#223;lich endlich die herbeigesehnte Kennedyallee und hoffen jetzt auf einen gn&#228;digen Veranstalter. Denn zum Nachmelden sind wir eigentlich zu sp&#228;t. Allerdings ist mein Vertrauen in den Spiridon Frankfurt nahezu unbegrenzt und so h&#228;lt sich die Nervosit&#228;t dann doch in Grenzen. Tats&#228;chlich dauert der Nachmeldevorgang ca. 2 Minuten. Alles ist gut. Au&#223;er der Wettervorhersage. Selbst Herr Kachelmann konnte nicht mehr als 5 Grad versprechen und die Regenwahrscheinlichkeit ist um ein Vielfaches h&#246;her als die Promille meines Dunkelbiers von gestern Abend.</p>
<p>So sieht man denn auch beinahe nur bem&#252;tzte L&#228;ufer, viele Handschuhe und Jacken sind am Start. Dazwischen sausen die &#252;blichen Verd&#228;chtigen bereits hin und her – Menschen, die gewohnt sind, sich durch blitzschnelles Laufen warm zu halten. Die k&#246;nnen nat&#252;rlich getrost zu Flatterh&#246;schen und Singlet greifen. Ein L&#228;ufer w&#228;rmt seinen Kopf mit einem Strass-Diadem. Er gef&#228;llt mir als Prinzessin Lilifee ausgesprochen gut.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/DSC03813.jpg"><img class="size-full wp-image-2163 aligncenter" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px;" title="DSC03813" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/DSC03813.jpg" alt="DSC03813" width="457" height="342" /></a></p>
<p>Auch ein Schweinekost&#252;m bahnt sich den Weg durch die Masse, ein h&#252;bscher Gegenentwurf zu all der gesch&#228;ftigen Ernsthaftigkeit. Man sp&#252;rt: dies hier ist kein Silvesterlauf, bei dem man alle F&#252;nfe gerade sein l&#228;sst. Dies ist ein Formtest, der erste gro&#223;e Halbmarathon der Saison. Und bei dem ist in diesem Jahr alles anders. Statt am Nordwestzentrum irgendwo im Nirgendwo wie in den letzten Jahren trifft man sich an der Commerzbankarena. Die Strecke wurde komplett neu konzipiert. Sie startet hier und sie endet auch hier, ein bisschen wie in fr&#252;herer Zeit, als der Frankfurter Halbmarathon noch durch den Stadtwald ging. Nur, dass man jetzt durch die Stadt l&#228;uft oder besser gesagt, durch den Teil der Stadt, der „dribbdebach“, also jenseits des Mains liegt. Man darf also gespannt sein und das sind die knapp 3500 Teilnehmer augenscheinlich auch. Die Umkleidekabinen der Fu&#223;baller d&#252;rfen genutzt werden, das finde ich prima. Wann kommt man sonst schon in die Katakomben eines gro&#223;en Bundesliga-Stadions? Dort unten ist reichlich Raum und viele L&#228;ufer dr&#252;cken sich vor dem Lauf lieber ein bisschen hier herum als in der K&#228;lte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Stadion.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2164" title="Lufthansa Halbmarathon Stadion" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Stadion.jpg" alt="Lufthansa Halbmarathon Stadion" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Mir ist das allerdings zu stickig und ich absolviere lieber das &#252;bliche Programm: einlaufen, dehnen, Dixie-H&#228;uschen. Danach: ab in den Startblock. Der Veranstalter sichert schnell noch zwei Poller am Beginn der Strecke, damit niemand zu Schaden kommt und dann kann es losgehen. Der Start erfolgt in Bl&#246;cken mit 2 Minuten Abstand und so gelingt es tats&#228;chlich, das gr&#246;&#223;te Gekn&#228;ule zu verhindern. Der Moderator will die wartenden L&#228;ufer ein wenig besch&#228;ftigen und fragt, warum man Eulen nicht nach Athen tragen kann. Die Aufl&#246;sung verpasse ich leider, weil ich auf die Strecke gehen muss. Vielleicht gibt es auch gar keine und man wollte uns nur mit einer m&#246;glichst sinnlosen Frage auf andere Gedanken bringen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Frankfurt-Halbmarathon-Start.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2165" title="Frankfurt Halbmarathon Start" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Frankfurt-Halbmarathon-Start.jpg" alt="Frankfurt Halbmarathon Start" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Im Startblock spricht mich eine L&#228;uferin an. Ob ich sie wohl ein St&#252;ck begleiten k&#246;nnte? Sie sei sich etwas unsicher wegen des Tempos. Wir stehen im Startblock mit der Zielzeit 1:50 bis 2 Stunden und ich erz&#228;hle, dass ich an die 2 Stunden laufen will. Ja prima, sagt die Dame. Sie sei schon mehrere Halbmarathons gelaufen und wolle sich nun deutlich verbessern. So starten wir gemeinsam. Nach wenigen Minuten stellt sich heraus: meine Mitl&#228;uferin m&#246;chte plaudern. Um ehrlich zu sein: ich plaudere praktisch nie im Volkslauf. Zwei, drei S&#228;tze auf 10 km. Mehr nicht. Am liebsten gar nicht. Auf Strecke gesehen kostet das alles Kraft und die brauche ich zum Laufen. Ich bin ein bisschen einsilbig und f&#252;hle mich unh&#246;flich. Wie soll ich ihr nur sagen, dass ich nicht reden mag, ohne dass es pampig wirkt? Den ersten Kilometer absolvieren wir in 6 Minuten 9 Sekunden. Das ist nun wirklich ein bisschen langsam. Wir k&#246;nnen ruhig etwas schneller, sage ich und ziehe das Tempo an. Nach kurzer Zeit bleibt meine Begleiterin hinter mir zur&#252;ck. Ich drehe mich um. Ich f&#252;rchte, ich muss langsamer machen, sagt sie. 2 Stunden 10 w&#228;re ja auch ganz toll. Whow, denke ich, nach 1,5 Kilometern die Zielzeit um 10 Minuten verschoben! Das schaffe ja nicht mal ich. Es hilft nichts, wir m&#252;ssen uns trennen. Wir w&#252;nschen uns gegenseitig viel Gl&#252;ck und mein Gewissen ist erleichtert. Ich darf maulfaul sein, bl&#246;de vor mich hinstieren, komische Ger&#228;usche machen und mein Tempo laufen, ohne mich zu sorgen, dass es jemanden st&#246;rt. Sofort fange ich mit allen vier Komponenten an.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #778899; border-left-color: #778899; border-right-color: #778899; border-bottom-color: #778899; background-color: #fff5ee; ">Lieber sp&#228;ter lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Frankfurt-10.pdf" target="_blank">Druckversion ohne Bilder.</a></div></div>
<p>Nach einem kurzen Weg durchs Gr&#252;ne kommen wir an die erste Durststrecke des neuen Kurses. Die Lyoner Stra&#223;e in Niederrad ist nicht eben ein Quell der Freude. In der dortigen B&#252;rostadt kann man super Kongresse abhalten und intelligente Dinge in Computer eingeben. Zum Laufen ist dieses Pflaster allerdings weniger sexy. Die Hochh&#228;user haben Wochenende und die Stra&#223;en langweilen sich und uns. Aber ich will &#252;berhaupt nicht meckern. Irgendwie muss man ja zum Mainufer kommen und das kleine St&#252;ckchen B&#252;rostadt ist nicht halb so schlimm wie der Galopp vom Nordwestzentrum in die Stadt. Au&#223;erdem sind die Stra&#223;en breit und niemand tritt sich hier auf die F&#252;&#223;e. Schwuppdiwupp sind wir auch schon am Main. Hier winkt mir meine Hausstrecke zu. Alles ist vertraut. Vier Kilometer geht es am Fluss entlang, einen gro&#223;en Teil davon direkt am Tiefkai. Man kann auf das Wasser sehen und schauen, ob die Ruderer schon auf sind. Wie so oft sonntags. Erfreulicherweise dieses Mal sogar mit R&#252;ckenwind. Hier gibt es sonst eigentlich immer Gegenwind. Ich wusste gar nicht, dass der Sportdezernent der Stadt Frankfurt einen so gro&#223;en Einfluss hat.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Streckenplan-Lufthansa-Halbmarathon.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2180" title="Streckenplan Lufthansa Halbmarathon" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Streckenplan-Lufthansa-Halbmarathon.jpg" alt="Streckenplan Lufthansa Halbmarathon" width="502" height="512" /></a></p>
<p>Kurz vor Kilometer 10 darf man etwas trinken. Es gibt Tee, Wasser, bunte Sprudelgetr&#228;nke und Bananen. Letzteres finde ich f&#252;r 21 km ein bisschen &#252;bertrieben, aber es wird tats&#228;chlich kr&#228;ftig gemampft. Danach verlassen wir den Main und walzen uns tiefer nach Sachsenhausen hinein. Am Schweizer Platz, einem der Zentren des Stadtteils erwartet uns ein Stimmungsnest von gef&#252;hlten 10 Zuschauern. Danach ist die Stille noch stiller. Ein wenig gespenstisch ist das schon, wie sich &#252;ber 3000 Menschen laufend durch eine Stadt bewegen, w&#228;hrend man hinter den Fenstern in Marmeladenbr&#246;tchen bei&#223;t und den Sportteil der Sonntagszeitung wendet. Unser Vorteil ist: wir kennen beide Welten und w&#228;hlen bewusst mal die eine, mal die andere. Heute geh&#246;rt die Stadt jedenfalls uns und die Absperrungen, die uns vorhin noch qu&#228;lten, sind jetzt ein stolzer Beweis unserer Macht.</p>
<p>Bei Kilometer 14 biegen wir ab Richtung Neu-Isenburg und ich sehne die kleine Wendepunktstrecke herbei. Meine Beine sind schwer und ich wei&#223;, dass ich mich heute anstrengen muss, um unter 2 Stunden zu bleiben. Das ist meinem Trainingszustand und einer leichten Erk&#228;ltung geschuldet. Wendepunkte sind da eine willkommene Abwechslung mit Motivations-Effekt: man sieht unendlich viele, die langsamer sind, als man selbst. Au&#223;erdem mag ich wie immer die kleine Modenschau der L&#228;ufer. Die Roben der Oscar-Verleihung sind da praktisch nichts dagegen. Mein Eindruck in dieser Saison: Neonfarben gehen langsam wieder zur&#252;ck, werden durch gedeckte T&#246;ne ersetzt. M&#252;tzen sind nach wie vor in klassischem Schwarz gehalten, die vorherrschende Farbe bei Herrenjacken ist royalblau, bei Damen hellblau. Das Singlet ersetzt immer mehr die leichte Weste, Startnummernb&#228;nder setzen sich langsam durch. Kleine, unauff&#228;llige, wei&#223;e Kopfh&#246;rer sind mehrfarbigen Sport-B&#252;gel-Kopfh&#246;rern gewichen (beides ist nat&#252;rlich im Wettkampf verboten).</p>
<p>So schaue ich also auf diesen „Catrun“, w&#228;hrend ich selbst dem Wendepunkt entgegenstrebe. Kilometer 16, ab jetzt geht es nach Hause. Inzwischen habe ich noch einmal einen Becher Tee getrunken und f&#252;hle mich wieder frischer. Wir h&#252;pfen von Schlagloch zu Schlagloch und k&#228;mpfen uns dem fiesesten Punkt der Strecke zu: bei Kilometer 19 muss eine Br&#252;cke genommen werden. Leider bei Gegenwind und zunehmender Ersch&#246;pfung. Von hier ab ist das Stadion deutlich zu sp&#252;ren und bald zu sehen, doch man muss noch einmal das gesamte Gel&#228;nde umrunden. Das ist z&#228;h und will kein Ende nehmen. Um das Stadion laufen und nicht reinlaufen d&#252;rfen – das ist ein H&#228;rtetest f&#252;r die ermattete Psyche. Jetzt in ein Marmeladenbr&#246;tchen bei&#223;en und den Sportteil umbl&#228;ttern! Dann aber d&#252;rfen wir endlich in die Commerzbank-Arena einlaufen und es f&#252;hlt sich ein bisschen an wie fr&#252;her, als es noch das Waldstadion gab und der Halbmarathon hier endete. Ja, das ist schon etwas anderes als ein &#246;des Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Commerzbank-Arena-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2166" title="Commerzbank Arena 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Commerzbank-Arena-2.jpg" alt="Commerzbank Arena 2" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Commerzbank-Arena-3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2167" title="Commerzbank Arena 3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Commerzbank-Arena-3.jpg" alt="Commerzbank Arena 3" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Und trotzdem: der Lufthansa Halbmarathon bleibt ein Lauf f&#252;r L&#228;ufer-L&#228;ufer. Event-L&#228;ufer, Sightseeing-L&#228;ufer und Sambatrommel-L&#228;ufer sind hier nicht so gut aufgehoben. Aber daf&#252;r gibt es ja genug andere L&#228;ufe. Ich bin jedenfalls zufrieden. Mit der Strecke, der Organisation und mit mir. Mit 1:59:38 habe ich eine ordentliche Punktlandung gemacht und die schlaffe Zeit reicht immerhin f&#252;r eine Platzierung in der ersten H&#228;lfte des Frauenfeldes und der ersten H&#228;lfte meiner Altersklasse. Das ist doch was. Im Zielbereich gibt es wieder alle Getr&#228;nke und &#214;ko-Bananen von Querbeet.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Verpflegung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2168" title="Lufthansa Halbmarathon Verpflegung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Verpflegung.jpg" alt="Lufthansa Halbmarathon Verpflegung" width="384" height="512" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Querbeet-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2169" title="Lufthansa Halbmarathon Querbeet 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Querbeet-2.jpg" alt="Lufthansa Halbmarathon Querbeet 2" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Sp&#228;ter verk&#246;stigen wir uns standesgem&#228;&#223; im VIP-Bereich des Stadions mit mitgebrachtem Kaffee und Kuchen (man kann ja nie wissen).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2197" title="Lufthansa Halbmarathon Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Kuchen.jpg" alt="Lufthansa Halbmarathon Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Auf der Heimfahrt merke ich, wie m&#252;de ich bin. Zuhause angekommen mache ich den Fernseher an, w&#228;hle Formel 1 auf RTL und schlafe sofort ein.</p>
<p>Hier das &#8220;offizielle&#8221; Video:<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/quldZYam1IA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/quldZYam1IA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<div class='stb-info_box' >Mehr zum Frankfurter City-Halbmarathon gibt&#8217;s unter: <a href="http://www.spiridon-frankfurt.de" target="_blank">www.spiridon-frankfurt.de</a></div> <div class='stb-grey_box' >Und hier gibt&#8217;s die <a href="http://www.runners-world.de/laufevents/auf_neuem_kurs_/frankfurter_halbmarathon.159905.htm" target="_blank">Bildergalerie von Runner&#8217;s World.</a></div>

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		<title>Ask the therapist.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/altkoeniglauf-09/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 19:03:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Altkönig-Lauf]]></category>
		<category><![CDATA[Altkönig-Lauf09]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Altk&#246;niglauf beginnt mit einer Panne. Ich bin zu fr&#252;h aufgestanden. Aus Versehen. Eine ganze Stunde. Was h&#228;tte man in der Zeit nicht noch alles tr&#228;umen k&#246;nnen! Neulich tr&#228;umte ich von jemandem, der mich fragte: „Sind alle in deiner Familie so kariert?“ Das w&#228;re eine gute Frage f&#252;r einen Therapeuten. Die gro&#223;e Philosophin Mariah Carey hat einmal gesungen, dass in uns allen ein kleiner Held wohnt. (...) ]]></description>
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<h2><span style="font-weight: normal;">Der Altk&#246;niglauf in Kronberg. (2009)</span></h2>
<p>Der Altk&#246;niglauf beginnt mit einer Panne. Ich bin zu fr&#252;h aufgestanden. Aus Versehen. Eine ganze Stunde. Was h&#228;tte man in der Zeit nicht noch alles tr&#228;umen k&#246;nnen! Neulich tr&#228;umte ich von jemandem, der mich fragte: „Sind alle in deiner Familie so kariert?“ Das w&#228;re eine gute Frage f&#252;r einen Therapeuten.<br />
<!--03940549--><br />
Die gro&#223;e Philosophin Mariah Carey hat einmal gesungen, dass in uns allen ein kleiner Held wohnt. Mein innerer Held wohnt zusammen in einer WG mit meinem inneren Therapeuten. Der beantwortet mir alle Fragen. Zur Kariert-Frage sagt er: „No, you’re the only one, who is kariert. But stay kariert as you are! Kariert is the new gestreift!“ Mein innerer Therapeut ist n&#228;mlich Amerikaner. Leider ist er ziemlich kostspielig. Er will dauernd, dass ich neue Laufschuhe kaufe. Oder die siebenundzwanzigste Laufweste. Besonders hart ist es, wenn sein Kumpel, der innere Held, schlapp macht. Dann muss der Therapeut ran und das kann teuer werden. Manchmal aber auch nicht. Zum Beispiel heute: letzte Woche beim Hugenottenlauf hat mein innerer Held mich total im Stich gelassen. Ich bin verheerend gelaufen. Mein Therapeut hat mir dagegen nur empfohlen: „Run the Altk&#246;niglauf! This will gonna make you glucklisch!“ Der Altk&#246;niglauf (10 und 20 km) findet zwar in einer teuren Gegend statt, ist aber billig. Ich nehme den Rat des Therapeuten gern an.</p>
<p>Es verspricht ein warmer, sonniger Tag zu werden, als wir auf dem Parkplatz eintreffen, der direkt an die neue Sportanlage des MTV Kronberg grenzt. Alles ist hier h&#252;bsch und neu gemacht. Es gibt ein Beachvolleyballfeld, eine schmale Tartanbahn und ein schickes Kunstrasenfu&#223;ballfeld. Ich wei&#223; nicht, ob dieser Spezialbelag &#246;kologisch sinnvoll ist, aber er ist weich und pflegeleicht. Vereine m&#252;ssen &#246;konomisch denken.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Lauftreff.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1575" title="Altkoeniglauf-Lauftreff" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Lauftreff.jpg" alt="Altkoeniglauf-Lauftreff" width="518" height="389" /></a></p>
<p>Der Altk&#246;nig ruft und obwohl man nie einen Berg mit Mikrofon gesehen hat, haben hunderte seinen Ruf geh&#246;rt und sind ihm gefolgt. Die Strecke geht fast ausschlie&#223;lich durch den Wald, ist h&#252;gelig, anspruchsvoll und macht viel Spa&#223;. Wir laufen uns ein wenig ein und genie&#223;en in gewisser Vorfreude das klackende Ger&#228;usch sich &#246;ffnender Tortenhauben. Der Herr, der den Countdown zum Startschuss vorgibt, scheint ein wenig aufgeregt zu sein, der Countdown verz&#246;gert sich und die Spannung steigt. Nach dem „Peng“ ert&#246;nt ein anderer gro&#223;er Philosoph und singt, dass im „Sammer of sixtinein“ alles viel besser war. Finde ich nicht. Da konnte ich noch kaum laufen. Recht schnell geht es bergauf. Das geh&#246;rt so. Wo Altk&#246;nig drauf steht, ist Steigung drin. Ich merke schon an den ersten Kilometern, dass mir die vers&#228;umte Stunde Schlaf nicht fehlt. Ich bin frisch und mir geht es gut.</p>
<p>Da ich die Strecke in Kronberg kenne, wei&#223; ich, dass ich sie nicht kenne. Ich wei&#223;, dass ich dauernd irgendwo bin und nicht wei&#223; wo. Das liegt daran, dass man manche Streckenpassagen mehrfach durchlaufen muss, zum Teil auch in umgekehrter Richtung. Als Streckenlegasthenikerin bin ich da v&#246;llig &#252;berfordert. Aber das macht nichts. Man hat so unterwegs immer etwas zu tun, weil man herumr&#228;tselt. Die Streckenposten bestehen heute bevorzugt aus im wahrsten Sinne des Wortes allein stehenden Damen. Doch die l&#228;cheln und muntern auf und gr&#252;&#223;en, als w&#228;ren sie eine ganze Fankurve. Gern w&#252;rde ich jetzt berichten, an welcher Stelle ich welche Dame traf und bei Kilometer wieviel das kleine sonnige Feldst&#252;ck kam. Oder der See. Aber f&#252;r mich ist alles durcheinander. Viermal laufe ich in unterschiedlichen Richtungen &#252;ber eine Br&#252;cke. Wie soll man da den &#220;berblick behalten?</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Lieber auf der Couch lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altk&#246;niglauf09.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF</em>.</div></div>
<p>Merken kann ich mir die Dame mit der Kuhglocke. Sie steht etwa bei Kilometer 9,5. Denn dort hat eine anspruchsvolle Steigung ihren H&#246;hepunkt. Die Kuhglocke ist ein wahres Monstrum und die Dame wuchtet es m&#252;hsam hin und her. Vermutlich l&#228;cheln die anderen Damen deshalb so fr&#246;hlich, weil man den Kuhglockendienst ausgelost hat und sie alle haben den leichteren Part gewonnen. Die Gl&#246;cknerin braucht heute Abend in jedem Fall ein W&#228;rmekissen &#252;ber den Schultern, das ist abzusehen. Vor mir l&#228;uft seit geraumer Zeit etwas Blaues mit einem leeren Flaschengurt. Leere Flaschengurte sind total in. Ich sehe sie in letzter Zeit dauernd. Vermutlich sollen sie die Taille betonen. Dem Haarkranz nach zu urteilen ist das Blaue vor mir m&#228;nnlich und braucht das eigentlich nicht mit der Taille. Sei’s drum. Ich laufe dem Herrn einfach nach, es ist sonst nicht viel los um mich herum und ich bin froh, einen Anker zu haben. Vorhin, als der erste 10 km L&#228;ufer an mir vorbeischoss, war das noch anders. Der Arme musste durch ein stellenweise dichtes Feld. Hier k&#246;nnte der MTV Kronberg &#252;ber ein F&#252;hrungsfahrrad nachdenken. Am Berg scheinen manche L&#228;ufer leider so sehr mit sich selbst besch&#228;ftigt, dass sie den schnelleren L&#228;ufer ignorieren.</p>
<p>Jetzt ist es ruhiger geworden im Feld. Viele Steigungen und Bergabpassagen ziehen es ordentlich auseinander. Als der Herr in blau langsamer wird, schiebe ich mich neben ihn. Auch wenn ich vorsichtig laufe, so will ich doch nicht bremsen. Es kommt zu einem &#220;berholman&#246;ver und gleich danach zu etwas, was man in der Formel 1 „Konter“ nennen w&#252;rde. Der Blaue gibt Gas wie verr&#252;ckt und das am Berg. Schon nach kurzer Zeit ist er fast au&#223;er Reichweite. Wenn das mal gut geht. Aber das soll nicht meine Sorge sein. Ich k&#252;mmere mich lieber darum, jedes Mal einen Becher Wasser zu ergattern, denn es ist warm geworden. Das Wasser erfrischt und schon nach wenigen Schritten gehen f&#252;hle ich mich erholt.</p>
<p>Es ist ganz anders als in Neu-Isenburg. Heute bin ich guter Dinge. Zeiten ausrechnen muss ich nicht, bergauf laufe ich gern und bergab kann ich mich ganz der Schwerkraft hingeben und einfach nur Schritt f&#252;r Schritt nach vorne fallen. Es f&#252;hlt sich an wie ohne eigenes Zutun. Als der Blaue mir langsam wieder n&#228;her r&#252;ckt, wei&#223; ich, dass es gut l&#228;uft. Nicht f&#252;r ihn, aber f&#252;r mich. Ich ziehe mich heran und schlie&#223;lich vorbei. Jetzt muss ich nur noch das Tempo halten. Denke ich und werde schneller. Noch 3 Kilometer. Vielleicht kann man ja noch etwas herausholen. Ein letztes Mal strahlt mich eine der Damen an und ich renne, was das Zeug h&#228;lt. Das Zeug h&#228;lt einiges und deshalb nehme ich auch den letzten steilen H&#252;gel ohne gro&#223;en Respekt. Bin ja gleich da. Und der Blaue ist nicht mehr zu sehen. Ich fege auf den Sportplatz und &#252;berquere das Ziel gutgelaunt bei 1:53:01. Ich war hier schon mal 10 Minuten schneller – aber wen st&#246;rt das? Mein innerer Held wirft die Faust in die Luft und macht sich schon mal ein Weizenbier auf.</p>
<p>Ich bestaune erst einmal die Bambini-L&#228;ufe, wobei ich sofort einem dunkelh&#228;utigen Kind verfalle, das ein viel zu gro&#223;es T-Shirt tr&#228;gt. Es wird beim Lauf Letzter, was es eher noch liebenswerter macht.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Bub3.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1576" title="Altkoeniglauf-Bub3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Bub3.jpg" alt="Altkoeniglauf-Bub3" width="311" height="233" /> </a><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Bub2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1578" title="Altkoeniglauf-Bub2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Bub2.jpg" alt="Altkoeniglauf-Bub2" width="189" height="252" /></a></p>
<p>W&#228;hrend der Siegerehrung wird noch einmal kr&#228;ftig gefeiert, denn der Altk&#246;niglauf hat 30stes Jubil&#228;um.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Jubilaeum.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1579" title="Altkoeniglauf-Jubilaeum" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Jubilaeum.jpg" alt="Altkoeniglauf-Jubilaeum" width="512" height="384" /></a></p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Kaffee.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1580" title="Altkoeniglauf-Kaffee" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Kaffee.jpg" alt="Altkoeniglauf-Kaffee" width="512" height="384" /></a></p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Grillen.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1581" title="Altkoeniglauf-Grillen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Grillen.jpg" alt="Altkoeniglauf-Grillen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Danach bestaune ich meinen Trainingspartner, der den zweiten AK Platz belegt und ein Paar Socken gewinnt. Die Sonne scheint, die Grillw&#252;rstchen m&#252;ffeln, der Kuchen kr&#252;melt. It’s true, dear inner therapist. Altk&#246;niglauf macht glucklisch.</p>
<p> <!--03940549--></p>
<h4>Altk&#246;nig Kronberg?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Kronberg&amp;address=Kronberg&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=14&amp;hl=de&amp;t=1255631094" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<title>Eine Premiere mit Hindernissen</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Sep 2008 17:37:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bad Vilbel]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Wespen m&#246;gen keine Muffins. Das muss an dieser Stelle mal gesagt werden. Das hei&#223;t, eigentlich m&#252;sste es an einer ganz anderen Stelle mal gesagt werden, n&#228;mlich in meinem Laufbericht von letzter Woche. Dieser hat jedoch aus Zeitgr&#252;nden nie das Dunkel der Welt erblickt. Und deshalb gehen wichtige Erkenntnisse jetzt einfach so verloren. Fast. Denn es gibt ja den Laufbericht von dieser Woche. Da kann man das mit den Wespen einfach so reinschummeln. Letzte Woche in M&#252;hlheim-Dietesheim versuchten ein paar tapfere Vereinsfrauen (...)]]></description>
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<h2>Der 1. Bad Vilbeler Quellen-Halbmarathon</h2>
<p>Wespen m&#246;gen keine Muffins. Das muss an dieser Stelle mal gesagt werden. Das hei&#223;t, eigentlich m&#252;sste es an einer ganz anderen Stelle mal gesagt werden, n&#228;mlich in meinem Laufbericht von letzter Woche. Dieser hat jedoch aus Zeitgr&#252;nden nie das Dunkel der Welt erblickt. Und deshalb gehen wichtige Erkenntnisse jetzt einfach so verloren. Fast. Denn es gibt ja den Laufbericht von dieser Woche. Da kann man das mit den Wespen einfach so reinschummeln.  Letzte Woche in M&#252;hlheim-Dietesheim versuchten ein paar tapfere Vereinsfrauen uns durch eine Wand aus Wespen hindurch Kuchen zu verkaufen. Es summte wie in den gef&#228;hrlichsten Action-Szenen von Biene Maja. Unz&#228;hlige Flugobjekte hatten sich auf dem Kuchenbuffet niedergelassen. Aber mein Trainingspartner wollte Backwerk und wenn mein Trainingspartner Backwerk will, dann l&#228;sst er sich nicht von Lebewesen davon abhalten, die nicht einmal so gro&#223; sind wie das 1 Euro St&#252;ck, das der Kuchen kostet. Ausgeschlossen. Wir kauften also solche Kuchensorten, die den Wespen zu popelig waren und auf denen es nicht wespte. Ein unattraktives St&#252;ck Moccakuchen (das hervorragend schmeckte), einen Zitronenkuchen und etwas Undefinierbares, Trockenes. Nur bei den schrumpeligen Muffins ging es uns wie den Wespen: sie waren uns zu bl&#246;d. Heute wollte ich also diese Erkenntnisse &#252;ber die Vorlieben von Insekten bei einem neuen Volkslauf anwenden. Aber es gab keine Insekten. Es gab nicht einmal Kuchen. Aber ich greife vor.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-275" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="M&#252;hlheim+Wespen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/M&#252;hlheim+Wespen.jpg" alt="M&#252;hlheim+Wespen" width="266" height="200" /></p>
<p>Der 1. Bad Vilbeler Quellen-Halbmarathon ist ein Phantom. Er steht nicht im hessischen Volkslaufkalender, nicht im Online-Veranstaltungskalender der Stadt Bad Vilbel. Veranstaltet wird er nicht von einem Verein, sondern von einem Fitness-Studio, das „Netzwerk K&#246;rper“ hei&#223;t, der Deutschen Verm&#246;gensverwaltung und dem Lions Club. Das riecht nach Abenteuer und so machen wir uns auf den Weg. Der Lions Club tut viel Gutes, das ist unbestritten. So ist auch dieser Lauf ein Benefiz-Lauf f&#252;r zwei soziale Organisationen. Trotzdem kann ich das Fremdeln mit dem L&#246;wenverein nicht ablegen. Ich denke dabei immer an ein Schild, dass ich einmal auf einem Schulfest gesehen habe. Auf dem stand: „Esst Kartoffelpuffer f&#252;r Ruanda.“ So ist das auch mit dem Lions Club. Ein Prosit auf das Leid der Welt. Mein Unbehagen bleibt. Aber heute tun die Lions ja auch mir etwas Gutes. Ich hoffe es zumindest.</p>
<p><img class="size-full wp-image-276 alignleft" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Bad+Vilbel+Rosen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Bad+Vilbel+Rosen.jpg" alt="Bad+Vilbel+Rosen" width="266" height="200" />Start des 1. Bad Vilbeler Quellen-Halbmarathons ist die historische Wasserburg im Kurpark. Unweit davon ist das Studio „Netzwerk K&#246;rper“ (ich w&#252;rde gern mal die Brillenfassung desjenigen sehen, der sich diesen Namen ausgedacht hat). Hier k&#246;nnen wir uns im Warmen umziehen. Das Warme tut Not, denn es sind heute Morgen noch 9 Grad. Das „Netzwerk K&#246;rper“ ist relativ neu und gepflegt und die Umkleiden haben wenig mit den m&#252;ffeligen Kellerkatakomben gemein, die man gelegentlich bei Sportpl&#228;tzen antrifft.Im Deko&#252;bereifer hat man sogar einige getrocknete Rosen an die Decke genagelt, mit Abstand der skurillste Versch&#246;nerungsversuch einer Umkleide. Neben dem Sp&#252;lkasten der Toilette h&#228;ngt dagegen Lavendel &#8211; im Duftkampf gegen einen h&#228;mischen gelben Klostein allerdings hoffnungslos unterlegen.</p>
<p>Die Anmeldung ger&#228;t weit seltsamer als Trockenblumen. &#220;berw&#228;ltig vom Teilnehmerecho haben die Organisatoren nicht genug Startnummern auf Lager. Genau genommen haben sie f&#252;r Nachmelder keine einzige Startnummer &#252;brig. Und auch keinen Meldezettel. Oder eine Quittung. Oder irgendetwas, das entfernt an eine Anmeldung erinnert. Eine einzelne Dame schreibt die Namen des Teilnehmers auf einen Zettel, macht einen Haken dahinter und stopft sich die 20 Euro Startgeb&#252;hr in ihre Jackentasche. Das haben wir so noch nicht gesehen. H&#228;tten die Veranstalter mal einen der vielen Volksl&#228;ufe in der N&#228;he besucht, h&#228;tten sie sich abgucken k&#246;nnen, wie man so was macht. Es haben sich einfach zu viele angemeldet, sagt die Dame entschuldigend. Soll vorkommen. Aber wir sind nicht nachtragend. Dann laufen wir eben ohne Startnummer. Lions Club. Grummel grummel.</p>
<p>Wir hoppeln uns ein bisschen warm, treffen einen Bekannten und J&#246;rg, der heute ohne seinen nicht sehenden Laufpartner unterwegs ist.  Es ist k&#252;hl, ein bisschen windig, aber die Sonne scheint. Das ist wichtiger als die sch&#246;nste Startnummer. Es gibt einen kleinen Countdown und dann schieben 300 L&#228;ufer los, am Fl&#252;sschen Nidda entlang. Die Strecke enth&#228;lt viele Abschnitte von einer unserer Hausstrecken und da keine Startnummer vor meinem Bauch hin und herschubbert, f&#252;hle ich mich fast, wie auf einem ganz normalen Sonntagslauf. So wollen wir auch laufen. Gem&#228;chlich, stressfrei. Unter zwei Stunden, mehr braucht es nicht.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Lieber auf Papier lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Bad-Vilbel-08.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Zu Beginn ist das Feld dicht und es kn&#246;delt sich ein bisschen. Doch dann werden die Wege breiter und die L&#246;cher werden gr&#246;&#223;er. Wir laufen durch freie Felder und es pustet. Daf&#252;r ist der Blick von keinem Baum verstellt. So lassen wir uns kr&#228;ftig bescheinen, bewinden und freuen uns. Die Verpflegung ist fr&#252;h und reichlich. Bad Vilbel hat schlie&#223;lich Mineralwasser genug. Meine Mitl&#228;ufer bewegt jedoch weniger die Frage „Wasser fassen“, als „Wasser lassen“.  Warum m&#252;ssen M&#228;nner eigentlich vor dem Lauf mehrere Liter trinken, um sie dann unterwegs loszuwerden? In M&#252;hlheim lief ein Mensch mit Trinkrucksack vor mir – und ging zweimal in die B&#252;sche. R&#228;tselhaft.</p>
<p>Mir verschafft die PP einen extra schlunzigen Kilometer (ich will ja wieder eingeholt werden) und das soll mir recht sein. Vor mir l&#228;uft jetzt jemand, dessen T-Shirt von mir sofort in meine virtuelle Vitrine der interessantesten Laufshirts aufgenommen wird. Darin liegen bereits die Aufschriften „Jesus ist Sieger“, „Koch’s Meerrettich“, das ernstgemeinte Firmenshirt eines Chemieunternehmens „Hier sehen sie, was mit Chemie alles l&#228;uft“ und einige andere. Seit heute geh&#246;rt ein T-Shirt mit der schlichten Aufschrift „K&#228;se-Uschi“ dazu. K&#228;se Uschi ist ein kr&#228;ftiger L&#228;ufer mit entschlossenem Schritt. Wer h&#228;tte das gedacht.</p>
<p>Meine beiden Mitl&#228;ufer haben mich schnell wieder eingesammelt und so laufen wir gemeinsam der zweiten Runde entgegen. Normalerweise finde ich Runden laufen nicht so toll, aber diese Strecke ist wirklich gelungen: Feld und Fluss, viel Himmel, Asphalt und Feldwege im Wechsel. Gelegentlich geht es ein bisschen bergauf, oder es gegenwindet. Aber alles bleibt im Rahmen. Au&#223;er Mineralwasser gibt es sogar Bananen und Schokoriegelst&#252;ckchen und mein Trainingspartner m&#252;mmelt fr&#246;hlich, m&#246;glicherweise schon in froher Erwartung eines wespenfreien Kuchens im Ziel. Am Ende der ersten Runde haben wir ein Froteeb&#228;ndchen bekommen, damit niemand schummelt und so d&#252;rfen wir uns ein wenig wie ein Ironman f&#252;hlen (beim Ironman Frankfurt gibt es beim Marathon &#228;hnliche Rundenb&#228;ndchen). Das erhabene Gef&#252;hl l&#228;sst allerdings im Kurpark nach. Hier warten weitere B&#228;ndchen, denn es m&#252;ssen auf den letzten Kilometern drei Parkrunden gelaufen werden. Als ich meines entgegennehmen will,  ruft eine resolute Dame wenig freundlich: „Keine Startnummer, kein B&#228;ndchen!“  So schnell wird man zum Teilnehmer zweiter Klasse. Ich brauche das B&#228;ndchen gar nicht unbedingt, aber irgendwie finde ich das bl&#246;d. Obendrein starten jetzt J&#246;rg und mein Trainingspartner einen strammen Endspurt und den mag ich nicht mitgehen. Und &#8230; nein, das zweite B&#228;ndchen will ich jetzt auch nicht mehr. Soll sich die Dame doch eine Hochfrisur damit schrauben. </p>
<p>Ich stampfe trotzig in geb&#252;hrendem Abstand hinter den M&#228;nnern her und g&#246;nne mir zwischendurch einen k&#246;stlichen Schluck Wasser. Es schmeckt, wie direkt aus der Kurpark-Quelle. Gro&#223;artig. Bei der dritten Runde verz&#228;hle ich mich fast. War’s das jetzt? Kann ich ins Ziel? Oder muss ich noch eine? Ich folge einfach stur den M&#228;nnern. Dann wird’s wohl stimmen. Neben mir kontert jemand meinen &#220;berholversuch und setzt zu einem abrupten Spurt an. Ich laufe geradeaus ins Ziel – und er biegt ab auf die n&#228;chste Runde. Versteh einer die L&#228;ufer. Im Ziel muss ich scharf bremsen, um meinen Namen anzugeben. Ich zweifle, dass dieses System funktioniert, aber was will man machen. Ob es geklappt hat, wei&#223; ich nicht, da Ergebnisliste noch nicht da ist. Im Ziel munkelt man &#252;ber L&#228;ufer, die das mit den Runden nicht so mitbekommen haben und einfach durchgelaufen sind. Verwundern w&#252;rde es nicht.</p>
<p><img class="size-full wp-image-279 alignnone" title="Bad+Vilbel+Lions" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Bad+Vilbel+Lions.jpg" alt="Bad+Vilbel+Lions" width="458" height="344" /></p>
<p>Der 1. Bad Vilbeler Quellen-Halbmarathon findet m Rahmen des Weinfestes in der Wasserburg statt. Deshalb kann man jetzt in dem alten Gem&#228;uer einen heben und etwas essen. Kuchen, so erfahren wir, gibt es aber erst ab 14:30 Uhr. Es muss alles seine Ordnung haben.  An der Warm-Fettig-Und-Salzig-Theke steht eine lange Schlange. Mit Wespen kommt mein Trainingspartner klar. Aber nicht mit Schlangen. Reptilien dieser Art rauben ihm den Appetit. Und auch ich h&#228;tte lieber einen Streuselkuchen gehabt. Was ist das nur f&#252;r ein Tag? Keine Startnummer, kein B&#228;ndchen, kein Kuchen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-280" title="Bad+Vilbel+Band" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Bad+Vilbel+Band.jpg" alt="Bad+Vilbel+Band" width="408" height="306" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-281" title="Bad+Vilbel+Burg+2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Bad+Vilbel+Burg+2.jpg" alt="Bad+Vilbel+Burg+2" width="407" height="304" /></p>
<p>Als ich zuhause ankomme, lege ich mich eine Runde auf die Couch. Dann pinne ich mir die Startnummer von letzter Woche auf meine K&#252;chensch&#252;rze und backe mir selbst einen Pflaumenstreusel.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-282" title="Pflaumenkuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Pflaumenkuchen.jpg" alt="Pflaumenkuchen" width="467" height="350" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><a href="http://www.netzwerk-koerper.de/index.htm" target="_blank">Hier</a> geht&#8217;s zur Homepage des Veranstalters.</div>
<p><strong>Bad Vilbel?</strong></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Bad%20Vilbel&amp;address=Bad%20Vilbel&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255633451" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<title>Von Madonna, Gisela und Woherkommstndu.</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Mar 2008 19:27:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Madonna hat gesagt, wer sich beim Duschen auf die F&#252;&#223;e pieselt, kriegt keinen Fu&#223;pilz. Das hat zwar &#252;berhaupt nichts mit dem Lauf rund um den Winterstein zu tun, &#252;ber den ich eigentlich berichten will. Aber ich dachte, das ist doch mal eine Meldung f&#252;r L&#228;ufer: nie wieder F&#252;&#223;e Fungi! Au&#223;erdem muss man den Leser mit Hilfe eines Prominenten in den Text hineinziehen. Das habe ich von Mario Adorf gelernt, der in seinen B&#252;chern immer schreibt, wer ihn alles kennt. Und dass der Papst (...)]]></description>
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<h2>30 km Rund um den Winterstein, Friedberg (2008)</h2>
<p>Madonna hat gesagt, wer sich beim Duschen auf die F&#252;&#223;e pieselt, kriegt keinen Fu&#223;pilz. Das hat zwar &#252;berhaupt nichts mit dem Lauf rund um den Winterstein zu tun, &#252;ber den ich eigentlich berichten will. Aber ich dachte, das ist doch mal eine Meldung f&#252;r L&#228;ufer: nie wieder F&#252;&#223;e Fungi! Au&#223;erdem muss man den Leser mit Hilfe eines Prominenten in den Text hineinziehen. Das habe ich von Mario Adorf gelernt, der in seinen B&#252;chern immer schreibt, wer ihn alles kennt. Und dass der Papst ihm seinen Ring gek&#252;sst hat. Oder etwas in der Art. Aber ich schweife v&#246;llig ab. Au&#223;erdem kenne ich Madonna gar nicht. Und schlimmer noch: sie mich auch nicht. Genug davon.  Der Lauf rund um den Winterstein ist ein 30km Lauf. &#220;ber den ich schon mal geschrieben habe. Zur Erinnerung die wichtigsten Fakten in Focus-Form: Start 9:30 Uhr, 30 km, 321 H&#246;henmeter, 2 langgezogene Steigungen, gef&#252;hlte 38 kleinere Steigungen, 5 Verpflegungsst&#228;nde, 2 Pokale des Hessischen Innenministers f&#252;r die schnellsten Mannschaften. Regenwahrscheinlichkeit 90%.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-421 aligncenter" title="Friedberg_1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_1.jpg" alt="Friedberg_1" width="450" height="337" /></p>
<p>Das Gl&#252;ck geh&#246;rt ja bekanntlich den Mutigen und mutig bin ich heute. Nicht nur wegen des Wetterberichts, auch wegen meinem Allgemeinzustand. Nach meinem Infekt im Februar hielten sich meine gelaufenen Kilometer in immunsystemschonenden Grenzen. So richtig gesund f&#252;hle ich mich eigentlich erst seit anderthalb Wochen. Aber ich baue einfach darauf, dass mein K&#246;rper ein selektives Ged&#228;chtnis hat. Das fiebernde Herumsiechen wird schnell vergessen, die vielen gelaufenen Kilometer der Vergangenheit erinnert.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-422" title="Friedberg_Nachmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Nachmeldung.jpg" alt="Friedberg_Nachmeldung" width="259" height="194" /> <img class="alignnone size-full wp-image-423" title="Friedberg_Tisch" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Tisch.jpg" alt="Friedberg_Tisch" width="263" height="196" /></p>
<p>Wir melden uns in der Henry Benrath Schule in Friedberg an. Das hei&#223;t, wir versuchen es, aber alle Kugelschreiber, mit denen wir unsere Anmeldung ausf&#252;llen k&#246;nnten, sind klinisch tot. Nach &#252;ber hundert Volksl&#228;ufen, bei denen insgesamt etwa 648 defekte Kugelschreiber auslagen, ist es mir immer noch nicht gelungen, einfach einen Stift von zuhause mitzubringen. Selektives Ged&#228;chtnis. Wer denkt denn auch sonntags morgens an sowas. Aber dann gl&#252;ckt das Anmeldeunterfangen doch und wir schieben ab in die Umkleide.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-424" title="Friedberg_Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Anmeldung.jpg" alt="Friedberg_Anmeldung" width="478" height="356" /></p>
<p>M&#228;nnerumkleiden, so h&#246;re ich immer, sind ziemlich cool. Man macht dort witzige Spr&#252;che &#252;ber die neuesten Verletzungen, die Strecke und das Wetter. Und man verbraucht daf&#252;r eine &#252;berschaubare Anzahl W&#246;rter.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-425" title="Friedberg_Frauen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Frauen.jpg" alt="Friedberg_Frauen" width="480" height="361" /></p>
<p>Frauenumkleiden (f&#252;r alle, die noch nicht da waren) sind meistens extrem uncool. Wenn &#252;ber Verletzungen gesprochen wird, nimmt einem das durch den Raum wabernde Mitgef&#252;hl fast den Atem. Es wird dar&#252;ber gesprochen, wie der eigene Tag organisiert wird und welche Schwierigkeiten sich daraus ergeben, dass der Gro&#223;e im Ferienlager ist, w&#228;hrend der Schwiegervater seinen 80. feiert. Oder dass Ulrike nicht mehr zum Lauftreff kommen kann, weil ihr Mann jetzt Krebs hat. Und dass man sich jetzt an den Rennsteig traut, obwohl Rudi dort letztes Jahr solche Probleme hatte (wegen seinem Zucker). F&#252;r all diese Dinge verbraucht man die gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Anzahl W&#246;rter. Als ich in Friedberg in die Damenumkleide komme, beschallt Gisela* den Raum (* Name von der Redaktion ge&#228;ndert). Gisela hat jetzt einen Coach. Aus dem Internet? fragt eine Mitl&#228;uferin. Nein, aus Bergen-Enkheim, sagt Gisela. Der hat jetzt eine Leistungsdiagnostik mit ihr gemacht. Und dann einen Trainingsplan aufgestellt. Der hat nur 42 Euro gekostet und das kann man doch wirklich mal investieren. Man hat schon soviel Lehrgeld bezahlen m&#252;ssen. Weil man falsch laufe. Heute zum Beispiel, werde man im 7er Schnitt laufen. Das sagt der Coach. Ganz piano. Nein, man mache sich doch nicht verr&#252;ckt. Man wolle ja heute schlie&#223;lich noch einen Apfelkuchen backen.  Ich fl&#252;chte vor Giselas Apfelkuchenrezept ins Freie.</p>
<p>Wir laufen uns ein wenig ein (wie verschwenderisch vor einem 30er&#8230;) und denken dar&#252;ber nach, ob wir nicht bereits genug guten Willen bewiesen haben und es nicht angebracht w&#228;re, gleich zum Kuchenbuffet zu gehen. Aber dies ist mein erster Volkslauf in diesem Jahr, mein erster Lauf als W40 – den kann ich doch nicht so einfach schw&#228;nzen.  Wir zuckeln los. Anfangs ist der Weg noch ein wenig eng, aber es besteht ohnehin kein Grund zur Eile. Die einzige Herausforderung besteht darin, denen zu entgehen, die mit ihrer wortreichen Schilderung von Schicksalsschl&#228;gen, Blutblasen und Fersenspornen in der Kabine nicht ganz fertig geworden sind. Als es anf&#228;ngt zu tr&#246;pfeln, stelle ich mir noch einmal bang die Wetterfrage. Bei einem drei Stunden Lauf pitschnass zu werden, das w&#228;re wirklich fies. Zum Gl&#252;ck h&#246;rt das Tr&#246;pfeln bald wieder auf.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-426" title="Friedberg_Start" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Start.jpg" alt="Friedberg_Start" width="450" height="337" /></p>
<p>Auf den ersten Kilometern umlaufe ich ein paar zweidimensionale Fr&#246;sche, die bei einem Spaziergang &#252;ber den Weg unter die R&#228;der gekommen sind. Dabei f&#228;llt mir ein, dass der Kolumnist Hans Zippert neulich schrieb, Autofahrer sollten aufpassen. Wenn in diesen Tagen jemand die Seite wechselte, seien es entweder Schulkinder, Fr&#246;sche oder Kurt Beck, der Problemb&#228;r. Ich schaue mir daraufhin einen der Fr&#246;sche genauer an. Nein – Beck hat einen Bart. Vielleicht ist es ja aber auch gar kein Frosch, sondern ein besonders gedrungener Alligator, der aus der „Alligator Active Farm“ ausgebrochen ist, an der wir gerade vorbeilaufen. Dabei f&#228;llt mir wiederum ein, dass ich mal einen Film gesehen habe, bei dem in der Synchronisation der Spruch „See you later alligator“ mit „Ich seh dich sp&#228;ter, Krokodil“ &#252;bersetzt wurde. Dann f&#228;llt mir erst mal nichts mehr ein, denn bei Kilometer vier kommt der erste sp&#252;rbare Anstieg.  Ich nutze das kopflose Schaukeln jetzt dazu, in mich hineinzuhorchen. Ich horche ganz tief, bis in meine Waden. Die sind n&#228;mlich heute fest im Griff von CEP-Str&#252;mpfen. Heute k&#246;nnen sie mal zeigen, was sie drauf haben. Wir werden sehen. Jetzt wird es wieder etwas flacher. Der Untergrund ist ganz gut zu laufen. Ein paar Pf&#252;tzen, ein bisschen Schotter, ein bisschen Matsch – aber alles nichts Dramatisches. Wir laufen durch den Wald und werden von einem St&#252;ckchen Autobahn begleitet. Bei einem 30er kann nicht jeder Kilometer idyllisch sein. Daf&#252;r ist ja auch die Verpflegung sehr ordentlich. Es gibt zwar keine Bananen oder dergleichen, aber ausreichend Mineralwasser, Rosbacher Sport und ges&#252;&#223;ten Tee. Der schmeckt mir besonders und ich bediene mich reichlich.</p>
<p>Und dann bin ich pl&#246;tzlich auch in ein Gespr&#228;ch verwickelt. Bedeutende Herzst&#252;cke der Konversation sind die S&#228;tze: „Woherkommstndu“ und „Ich komm aus Bensheim.“ Auch mal sch&#246;n. Bei km 10 bin ich eine Stunde und ein paar zerquetschte unterwegs. Mir scheint, das passt gut zu meinem Trainingsstand. Au&#223;erdem: wer sich beim Winterstein-Lauf nicht noch ein paar K&#246;rnchen f&#252;r den Schluss aufhebt, ist ziemlich verratzt. Bei km 25 und 27 gibt es noch einmal zwei kleine Steigungen, die empfindlich schmerzen k&#246;nnen, wenn man schon am Anschlag l&#228;uft.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-427" title="Friedberg_Wald" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Wald.jpg" alt="Friedberg_Wald" width="492" height="369" /></p>
<h5><span style="font-weight: normal;">Blick zur&#252;ck: So liebevoll wurde die Strecke vorher pr&#228;pariert.</span></h5>
<p><span style="font-weight: normal;"><img class="alignnone size-full wp-image-428" title="Friedberg_Schild" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Schild.jpg" alt="Friedberg_Schild" width="494" height="371" /></span></p>
<p>Im Augenblick konzentriert sich das Feld allerdings kollektiv auf DIE Steigung, ein breites Asphaltst&#252;ck zwischen km 12 und 15. Hier braucht man ein bisschen Durchhalte- verm&#246;gen. Zwar beansprucht der Untergrund keinerlei besondere Aufmerksamkeit, aber das St&#252;ck am milit&#228;rischen Sperrgebiet entlang ist nicht sehr aufregend und es kann sich ganz sch&#246;n ziehen. Ich stopfe mir vorher einen Frosch (einen von Dr. Feil, nicht einen Zweidimensionalen) in die Backentaschen, das kann nicht schaden. Am Beginn der Steigung schie&#223;t Gisela an mir vorbei. Ihr Tempo ist schneller als ein 6er Schnitt. Ich denke, die 42 Euro f&#252;r den Coach haben sich hier richtig gelohnt. Ich finde die Steigung ganz angenehm, vielleicht machen ja auch die St&#252;tzstr&#252;mpfe ihren Job. Alles f&#252;hlt sich noch leicht und angenehm an. Dann denke ich, ich m&#252;sste unbedingt mal meinem Bruder schreiben und formuliere in Gedanken einen Brief. Als ich oben ankomme, ist der Brief praktisch geschrieben und die H&#228;lfte der Strecke geschafft. So kanns weiter gehen. Und das tut es auch.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Sp&#228;ter nochmal lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Winterstein08-.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Zwischendurch ger&#228;t zwar ein bisschen Matsch in meine Schuhe, aber das tritt sich weg. Sogar die Sonne hat sich einmal gezeigt. Alles ist prima.  Bis – ja, bis zur Verpflegungs- stelle bei km 22. Alle nennenswerten Steigungen sind ge- schafft, nichts kann mir mehr passieren, denke ich. W&#228;hrend Gisela nach einem Becher Wasser ruft, als ginge es um Sekunden und danach weiterhetzt, g&#246;nne ich mir ein paar Gehschritte mit zwei Bechern lauwarmem Tee. Er schmeckt gro&#223;artig und Durst habe ich obendrein. Nach der kleinen Erfrischung geht es kr&#228;ftig bergab. Gleich bei den ersten Schritten sp&#252;re ich den Tee in meinem Magen gluckern. Die Ersch&#252;tterungen beim Bergablaufen sind unangenehm. Es dauert keine 500 Meter, da ist aus dem unangenehmen Gef&#252;hl ein sehr &#252;bles Gef&#252;hl geworden. Mir ist schlecht. Oh weh, ist mir schlecht. Das geht weg, denke ich, aber es wird schlimmer. Ich werde langsamer, aber das nutzt nichts. Schlie&#223;lich bleibe ich stehen. Vielleicht beruhigt es sich dann ja, denke ich. Aber der Tee hat jetzt genug Schmitt gesehen. Er legt den R&#252;ckw&#228;rtsgang ein und macht sich auf den Weg ins Freie. Ich stehe am Wegrand und h&#246;re die bedauernden Bemerkungen der L&#228;ufer, die an mir vorbeiziehen. Woherkommstndu bietet mir seine Hilfe an. Es sieht vielleicht dramatisch aus, aber in Wirklichkeit geht es mir mit jeder Sekunde, mit jedem Schwall Fl&#252;ssigkeit besser. Als alles vorbei ist, ist die &#220;belkeit verschwunden. Ich laufe weiter und sch&#228;me mich ein bisschen. Aber dann denke ich an Cathrine Ndereba, die damit leben muss, dass ihr Malheur von Kameras begleitet wird. Da habe ich es doch ungleich besser. So ist es eben, bei L&#228;ufern mit empfindlichem Magen. Warum gibt es auch keine St&#252;tzstr&#252;mpfe f&#252;r das Gekr&#246;se? Meine Beine f&#252;hlen sich noch ganz gut an.</p>
<p>Bei der letzten Verpflegungsstelle trinke ich einen klitzekleinen Schluck Wasser und der wird von meinen Innereien gn&#228;dig genehmigt.  Jetzt ist es aber auch h&#246;chste Zeit, um nach Hause zu kommen. Unter drei Stunden – das schaffe ich nun nicht mehr. Aber das macht nichts. Ich bin noch ganz munter und das ist schlie&#223;lich die Hauptsache. Der letzte Kilometer wird dann doch noch einmal z&#228;h, aber das ist f&#252;r die meisten L&#228;ufer um mich herum nicht anders. Niemand &#252;berholt mehr, niemand setzt zum Schlussspurt an. Alles ist ganz piano, wie Giselas Coach sagen w&#252;rde. Im Ziel treffe ich nach 3 Stunden und 2 Minuten wieder auf meinen Trainingspartner, der schon zufrieden an seinem Getr&#228;nk nascht.  In der Damenumkleide erz&#228;hlt jemand, dass das eiskalte Duschwasser nicht so schmerzhaft sei, wenn man die defekte Dusche mit dem fadend&#252;nnen Strahl nehme. Und w&#228;hrend eine andere L&#228;uferin noch bedauert, das Wasser nicht mit ihrem F&#246;n anw&#228;rmen zu k&#246;nnen, br&#252;llt es aus der Dusche: „Jaa! Ich hab gewonnen, das Wasser wird warm!“. Manchmal sind Damenumkleiden dann doch ganz lustig.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-429" title="Friedberg_Kuchen_Teufel" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Kuchen_Teufel.jpg" alt="Friedberg_Kuchen_Teufel" width="263" height="198" /> <img class="alignnone size-full wp-image-430" title="Friedberg_Kuchentheke" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Kuchentheke.jpg" alt="Friedberg_Kuchentheke" width="264" height="197" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-466" title="Friedberg_Kuchen_einzeln" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Kuchen_einzeln1.jpg" alt="Friedberg_Kuchen_einzeln" width="430" height="323" /></p>
<h6><span style="font-weight: normal;">Teile des Bildmaterials mit freundlicher Genehmigung des </span><a style="font-family: Arial, sans-serif; font-style: normal; font-size: 100%; font-weight: normal; text-decoration: none; color: #c24844;" href="http://www.asc-marathon-friedberg.com/" target="_blank"><span style="font-weight: normal;">ASC Marathon Friedberg</span></a><span style="font-weight: normal;">.</span></h6>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr &#252;ber den Lauf &#8220;Rund um den Winterstein&#8221; unter: </em><a style="font-family: arial, verdana, tahoma, sans-serif; font-style: normal; font-size: 100%; font-weight: normal; text-decoration: underline; color: #525252;" href="http://www.asc-marathon-friedberg.com/" target="_blank"><em>www.asc-marathon-friedberg.com</em></a></div>
<h4>Friedberg?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
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<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
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		<title>Von Streckenkarten, Haartrocknern und Pl&#252;schfr&#246;schen.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/altkoeniglauf-07/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Sep 2007 21:36:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Altk&#246;nig-Lauf ist kein Lauf f&#252;r Streckenkartenlegastheniker. Auf der 20 km Strecke l&#228;uft man zwei Runden. Aber eben nicht genau zwei Runden, sondern eine Runde mit Schleifen dran. Es gibt Menschen, die betrachten Streckenkarten und sagen „Aha, so so, ach, da lang geht es!“. Ich schaue auf die Karte und denke: „&#214;h&#246;m.“ Viel lieber ist mir da doch das H&#246;henprofil. Grob gesagt: es geht erst rauf (...)]]></description>
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<h2>Der Altk&#246;nig-Lauf in Kronberg 2007 (20 km).</h2>
<p>Der Altk&#246;nig-Lauf ist kein Lauf f&#252;r Streckenkartenlegastheniker. Auf der 20 km Strecke l&#228;uft man zwei Runden. Aber eben nicht genau zwei Runden, sondern eine Runde mit Schleifen dran. Es gibt Menschen, die betrachten Streckenkarten und sagen „Aha, so so, ach, da lang geht es!“. Ich schaue auf die Karte und denke: „&#214;h&#246;m.“ Viel lieber ist mir da doch das H&#246;henprofil. Grob gesagt: es geht erst rauf und dann wieder runter.  Das verstehe ich.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-38" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px; " title="altkoenig_profil" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/altkoenig_profil.jpg" alt="altkoenig_profil" width="215" height="162" /></p>
<p>Der Altk&#246;nig-Lauf – benannt nach dem gleichnamigen Berg (der nat&#252;rlich nur „Altk&#246;nig“ hei&#223;t, ohne das „Lauf“) ist das, was man einen „Lauf in profiliertem Gel&#228;nde“ nennt. Die Veranstalter vom MTV Kronberg sagen „wellig“ dazu. Dabei geht es nicht einmal den ganzen Berg hoch, nur ein bisschen drumherum. Aber trotzdem: wellig.  Ich mag wellig und besonders mag ich es in Kronberg. Der Altk&#246;niglauf ist ein traditionsreicher Lauf mit einer der sch&#246;nsten Strecken weit und breit. Und die Sportanlage des MTV Kronberg ist eine der sch&#246;nsten Anlagen weit und breit. W&#228;hrend man andernorts in der Umkleide nach Steckdosen sucht, gibt es hier einen festinstallierten F&#246;hn. Nicht, dass ich einen br&#228;uchte. Aber man f&#252;hlt sich doch gleich viel nobler. Kronberg liegt im Hochtaunuskreis und der hat nun mal die h&#246;chste Kaufkraft in ganz Deutschland. Hier wird M&#252;ll getrennt, hochdeutsch moderiert und man begibt sich &#252;ber gr&#252;ne Auslegeware zur Laufanmeldung. Und wenn man m&#246;chte, kann man sich schon vor dem Lauf probehalber etwas f&#246;hnen. Herz, was willst Du mehr? <img class="alignright size-full wp-image-101" style="margin: 2px 8px;" title="altkoenig_welcome" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/altkoenig_welcome2.jpg" alt="altkoenig_welcome" width="280" height="369" /></p>
<p>Es ist noch ein bisschen k&#252;hl als wir uns einlaufen, aber es besteht kein Zweifel an einer Kurz-Kurz-Combi. Steigungen heizen schlie&#223;lich ein. Dieses Mal habe ich auch an die richtigen Schuhe gedacht: fest und stabil m&#252;ssen sie sein, kein steiniger Streckenabschnitt soll mich st&#246;ren. Vor vier Tagen habe ich noch einen 30km Lauf gemacht, ich bin gespannt, ob sich meine Beine noch daran erinnern. Los geht’s. Es dauert nicht lang, und der erste H&#252;gel ruft. Ich halte Ausschau nach den kuriosen Schildern, die es im letzten Jahr an der Strecke gab und auf denen einzelne Abschnitte benamst waren. War dies nicht „Der Berg der Wahrheit“, der auf dem R&#252;ckweg so weh tut? Schnell wird das Feld still. Die &#252;blichen Angebergeschichten („Letzte Woche bin ich meine Marathonbestzeit gelaufen. Dabei hatte ich am Abend vorher 17 Weizen“) verklingen schnell in lautem Atem.   Mein Trainingspartner, sonst schnell au&#223;er Sichtweite, bleibt in meinem Blickfeld. Offensichtlich geht er es gem&#252;tlich an. Oder bin ich zu schnell? Die &#252;bliche Uhrkontrolle bringt nicht sehr viel – man kann auf das Handgelenk gucken, man kann es aber auch lassen. Zu unterschiedlich sind die Kilometer profiliert. Ob man sein Tempo gefunden hat, kann einem hier nur das K&#246;rpergef&#252;hl sagen. Pulsuhren w&#252;rde ich hier noch mehr misstrauen als ohnehin schon. Ich f&#252;hle mich gut, also irritiert mich mein Trainingspartner nicht weiter. Nach der ersten Verpflegungsstelle – schwupp – ist er dann auch verschwunden.  Bei Kilometer 6 heizt etwas Dunkelh&#228;utiges an mir vorbei. Es k&#246;nnte der erste 10km-L&#228;ufer sein, aber als Streckenkartenlegastheniker habe ich keine Ahnung, wer hier wann in welche Richtung entlang l&#228;uft.</p>
<p>Es geht bergan. Wieder schiele ich nach einem Schild. Ist das hier schon „die gr&#252;ne H&#246;lle“? Schade, die unterhaltsamen Bezeichnungen fehlen. Die Steigung zieht sich. Aber eigentlich bin ich nur ungeduldig, nicht wirklich m&#252;de. An diesem Tag gibt der sterbende Sommer noch einmal alles. Die Sonne brezelt und ich freue mich &#252;ber meine Sonnenbrille, die wundersamste Entdeckung dieser Laufsaison. Wenn man nicht st&#228;ndig ein Gesicht machen muss wie ein in eine Zitrone bei&#223;ender Japaner, l&#228;uft es sich viel entspannter.   Kurz vor Kilometer 10 folgt noch einmal eine giftige Steigung. Inzwischen kommen mir L&#228;ufer entgegen, keine Ahnung, wer die jetzt sind. Zwanziger, vermute ich. Schnelle Zwanziger. Viel schneller als ich. Macht nix. Nichts macht was, wenn man schon das L&#228;uten der Kuhglocke h&#246;rt, die das Ende der Steigung ank&#252;ndigt. Es macht sogar Spa&#223;, auf das Gebimmel zuzulaufen und zu genie&#223;en, wie es lauter wird. Immerhin gibt es am h&#246;chsten Punkt auch ein Schild. Leider steht nur „h&#246;chster Punkt“ drauf oder etwas in der Art, nicht etwa „Entrinnen aus der H&#246;lle“ oder „Gipfel des Genusses“.</p>
<p>Dann d&#252;rfen wir erst mal bergab laufen. Der Wegbelag ist phantastisch. Beinahe, als h&#228;tte man auch hier etwas Teppich bereitgelegt. Tats&#228;chlich lag vorhin ein St&#252;ck &#252;ber einem Gitter, um L&#228;uferkn&#246;chel zu schonen. Kronberg verw&#246;hnt.   Hinter mir treffen sich unvermittelt zwei L&#228;ufer, die sich kennen. Da es bergab geht, entwickelt sich ein Gespr&#228;ch. Einer der beiden muss Kermit, der Frosch sein. Ich erkenne die Stimme. Ganz sicher. Wusste gar nicht, dass der l&#228;uft. Kermit redet. Und redet und redet. Die B&#228;ume verschlie&#223;en mit ihren Bl&#228;ttern schnell alle Astl&#246;cher. Schwarze, gl&#228;nzende K&#228;fer nehmen quer &#252;ber den Weg Rei&#223;aus. Alle V&#246;gel verstummen. Eichh&#246;rnchen stopfen sich N&#252;sse in die Ohren. Der Fuchs rollt noch einen Stein vor seinen Bau. Kermit redet. Und redet. Und redet. Darf man so schnell laufen, wie ich jetzt, wenn man noch sieben Kilometer vor sich hat? Ich &#252;berlege kurz, dann beschlie&#223;e ich: man darf, wenn man Kermit hinter sich hat. Ich renne, was die Strecke hergibt. Nach einem Kilometer bin ich ihm entkommen und die V&#246;gel beginnen wieder zu singen.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf Papier lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/09/Altkoeniglauf07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Zum wiederholten Mal kommen wir jetzt &#252;ber eine Br&#252;cke. Man h&#246;rt den Autoverkehr unter uns. Eine junge Frau in rosa sitzt hier und liest. Es ist der am wenigsten idyllische Platz der ganzen Strecke. Aber immerhin: dauernd hetzen von irgendwoher Leute vorbei. Wo hat man das sonst schon? Die Streckenf&#252;hrung ist toll. Zum vierten Mal bin ich hier und habe keine Ahnung, wie ich hierhergekommen bin. Aber ich wei&#223;, dass es jetzt nach Hause geht. Und dass die gr&#246;&#223;ten Steigungen hinter mir liegen. Allerdings &#8211; ausruhen kann man sich erst im Ziel. Bis zuletzt wechseln flache Passagen mit kleinen Steigungen. Besonders fies liegt der letzte H&#252;gel, wenige hundert Meter vorm Ziel. So ist das eben mit dieser Strecke: einmal wellig, immer wellig. Heute strengt es an, aber es tut nicht weh. Ich zische ins Ziel und freue mich &#252;ber sechs eingesparte Minuten gegen&#252;ber dem Vorjahr (1:43:34).</p>
<p><img class="size-full wp-image-102 alignleft" style="margin: 2px 8px;" title="Altkoenig_Anlage_2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Altkoenig_Anlage_2.jpg" alt="Altkoenig_Anlage_2" width="255" height="204" /></p>
<p>Wenig sp&#228;ter sitzen wir auf einem sonnigen B&#228;nkchen, essen Kuchen und zum Nachtisch eine Bratwurst. Es gibt Kaffee, Bier und f&#252;r’s Auge h&#252;bsch aufgereihte Siegpr&#228;mien.</p>
<p>Leider m&#252;ssen wir fr&#252;her gehen und so erfahre ich nicht, ob ich als zweite meiner Altersklasse eins der bunten Duschb&#228;der gewonnen h&#228;tte. Ich w&#228;re sofort zur&#252;ck in die Umkleide, h&#228;tte mich geduscht und danach ausgiebig gef&#246;hnt.</p>
<p style="text-align: center;"> </p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-120 aligncenter" title="Altkoenig_Grill" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Altkoenig_Grill3.jpg" alt="Altkoenig_Grill" width="292" height="219" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-122 aligncenter" title="Altkoenig_Medaille" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Altkoenig_Medaille1.jpg" alt="Altkoenig_Medaille" width="289" height="215" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-123 aligncenter" title="Altkoenig_Duschbad" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Altkoenig_Duschbad.jpg" alt="Altkoenig_Duschbad" width="292" height="215" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-124 aligncenter" title="Altkoenig_Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Altkoenig_Kuchen.jpg" alt="Altkoenig_Kuchen" width="423" height="317" /></p>
<p><em> <div class='stb-grey_box' ><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter finden Sie unter: </em><a style="font-family: arial, verdana, tahoma, sans-serif; font-style: normal; font-size: 100%; font-weight: normal; text-decoration: underline; color: #525252;" href="http://www.mtv-kronberg.de/" target="_blank"><em>www.mtv-kronberg.de</em></a></div></em></p>
<h4>Kronberg?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Kronberg&amp;address=Kronberg&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=14&amp;hl=de&amp;t=1255631094" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Von heiligen Orten, hohen Geysiren und haarigen Waden.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/koberstadter-waldmarathon-07/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Aug 2007 18:48:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Egelsbach]]></category>
		<category><![CDATA[Egelsbach07]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Halbmarathon]]></category>
		<category><![CDATA[Koberstädter Waldmarathon]]></category>
		<category><![CDATA[Marathon]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Orte, an die muss man im Leben immer wieder zur&#252;ckkehren. Das Elternhaus zum Beispiel, der Hotdog-Stand bei Ikea, oder das kleine Sportstadion in Egelsbach. Manche Dinge gibt es eben nur dort. In letzterem Fall gibt es sie sogar nur dann nur dort, wenn „der Koberst&#228;dter“ stattfindet, die Marathonveranstaltung mit den sch&#246;nsten Toilettenwagen des hessischen Volkslaufgeschehens. (...)]]></description>
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<h2>Der Koberst&#228;dter Waldmarathon 2007 (21,1 km)</h2>
<p>Es gibt Orte, an die muss man im Leben immer wieder zur&#252;ckkehren. Das Elternhaus zum Beispiel, der Hotdog-Stand bei Ikea, oder das kleine Sportstadion in Egelsbach. Manche Dinge gibt es eben nur dort. In letzterem Fall gibt es sie sogar nur dann nur dort, wenn „der Koberst&#228;dter“ stattfindet, die Marathonveranstaltung mit den sch&#246;nsten Toilettenwagen des hessischen Volkslaufgeschehens.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-333" title="Egelsbach_Klowagen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Egelsbach_Klowagen.jpg" alt="Egelsbach_Klowagen" width="480" height="359" /></p>
<p>Die Veranstalter des „Koberst&#228;dter Waldmarathons“ bringen es zuwege, ganze Hundertschaften von hibbeligen L&#228;ufern l&#228;ssig mit Startnummern, Laufchips, Pepsi und sp&#228;ter mit Kuchen, Kuchen und Kuchen zu versorgen. Und gleichzeitig den Eindruck entstehen zu lassen, der Lauf im Wald bei Egelsbach w&#228;re ein famili&#228;rer Dorflauf f&#252;r wenige Eingeweihte.</p>
<p><img class="size-full wp-image-335 alignright" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Egelsbach_Trouble_Desk" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Egelsbach_Trouble_Desk.jpg" alt="Egelsbach_Trouble_Desk" width="234" height="313" /></p>
<p>Morgens um acht ist er das sogar. Dann starten die Marathonl&#228;ufer – eine &#252;berschau- bare Gruppe von Wissenden. Sie wissen um leere Parkpl&#228;tze, freie Waldwege und die Sch&#246;nheit einer hessischen Moderation. Sp&#228;ter, gegen halb zehn kommt die Masse der Nichtwissenden, zu der ich heute geh&#246;re. Die Parkpl&#228;tze werden rar, die Waldwege bald &#252;berlaufen und das Hessisch weicht dem professionellen Timbre von „Vanman“ Jochen Heringhaus. Und trotzdem: die Magie bleibt.</p>
<p>Hier freut man sich &#252;ber alles: das sonnige Wetter, die bereitgestellten Erfrischungs- getr&#228;nke der Marke „Schwip Schwap“ und einen B&#252;rgermeister, der klingt, als h&#228;tte er die letzte Nacht durchgefeiert. Als er den Startschuss gibt, ert&#246;nt „Chariots of Fire“ von Vangelis. Auf Egelsbach ist Verlass. An der Startlinie befinden sich neben knapp tausend entfesselten Egelsbach-Fans mein Trainingspartner, eine befreundete Halbmarathon- Deb&#252;tantin und ich. Um uns herum wedeln Pacemaker-Luftballons. Man kn&#228;ult sich. Zwei-Stunden-L&#228;ufer genie&#223;en die Pace des 1:40-Tempomachers, der 1:50-Zugl&#228;ufer steckt g&#228;nzlich im Verkehr fest. Auch das stimmt leider: die Starter hier sind nicht die Diszipliniertesten, wenn es um die Startaufstellung geht. Daf&#252;r machen die Helfer an der Strecke gleich zu Beginn eine kleine La-Ola f&#252;r uns, das entsch&#228;digt f&#252;r Vieles.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-336" title="Egelsbach_Ballons" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Egelsbach_Ballons.jpg" alt="Egelsbach_Ballons" width="255" height="340" /></p>
<p>Nach f&#252;nf Kilometern habe ich mich einigerma&#223;en freigek&#228;mpft und sehne ein Getr&#228;nk herbei. Es ist heftig warm geworden. Obwohl wir beinahe nur durch den Wald laufen, bin ich bereits vollst&#228;ndig durchn&#228;sst. Ich denke ein bisschen an eine &#228;thiopische L&#228;uferin, die Dibaba hei&#223;t und bei der Leichtathletik-WM in Osaka 35 Grad trotzte. Das hilft irgendwie. Frau Dibaba l&#228;uft zwar geringf&#252;gig sch&#246;ner und einen Ticken schneller als ich, aber heute sind wir alle &#196;thiopier. Au&#223;er vielleicht dem Wesen, das vor mir l&#228;uft, das ist ein Megalosaurus. Wegen seiner immensen K&#246;rpergr&#246;&#223;e sehe ich nicht, dass ein „Fotopoint“ naht und eine freundliche Dame schwei&#223;nasse Zweif&#252;&#223;ler fotografiert. Macht nix. Hauptsache, ich verpasse keinen Becher am Verpflegungsstand. Die W&#228;rme dr&#252;ckt.  Damit es nicht langweilig wird, liefere ich mir ein kleines Duell mit einem Herrn in Schwarz. Bergauf ist er schneller, bergab ich. Ich bin gespannt, wer wen am Ende zers&#228;gt. An neuralgischen Punkten im Wald stehen kleine Fangruppen, die so r&#252;hrend tr&#246;ten, klingeln und klatschen, dass man sie nur in Anbetracht der eigenen Achseln&#228;sse nicht umarmt. Pl&#246;tzlich sehe ich von Weitem eine Art Geysir und bin verwirrt. Seit wann gibt es hier im Wald einen riesigen Springbrunnen? Ich kombiniere langsam. Wie schlicht das Gem&#252;t wird, wenn man bei 27 Grad l&#228;uft, zeigt sich auch an der Dame neben mir, die jetzt „Wasser! Wie geil ist das denn!“ ausruft. Tats&#228;chlich haben sich die Herren der Feuerwehr etwas einfallen lassen und ein paar Schl&#228;uche in den Wald gelegt, aus denen es in die H&#246;he sprudelt. Dankbar laufen wir ganz nah daran vorbei.  Im letzten St&#252;ck gibt es eine Asphalt-Passage und die auf dem Waldweg hin und her schubbernden Fu&#223;sohlen k&#246;nnen ausruhen. Ich mag Asphalt und sp&#252;re noch etwas Kraft. Ganz klar: der Mann in Schwarz muss jetzt dran glauben.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber sp&#228;ter lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/08/Egelsbach07.pdf" target="_blank">D</a><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/08/Egelsbach07.pdf" target="_blank">ruckversion als PDF</a>.</div></div></em></p>
<p>Zur Belohnung erwische ich sogar den zweiten Foto-Point. Am Eingang zum Stadion steht ein Helfer, der jeden Einzelnen vor einer kleinen Bodenwelle warnt. Das 2000-beinige L&#228;uferfeld wird pers&#246;nlich betreut.  Nach einer ausreichenden Menge „Schwip Schwap“ (Wie geil ist das denn?) kann ich meine Zeit genie&#223;en. Mit 1:52 arbeite ich mich gem&#228;chlich wieder an (gute) alte Zeiten heran. Auf dem gepflegten Stadionrasen ist gut Liegen und so finden wir hier wieder zusammen. Die Deb&#252;tantin hat sich mit 1:58 einen grandiosen Erstling geschenkt. Wir sind stolz auf sie, auf uns und auf Egelsbach. Zur Entspannung machen wir noch einen kleinen Barfu&#223;-auf-dem-Rasen-Schlapp-Schlapp. Dann holen wir uns unser Pr&#228;sent ab. Die T-Shirts sind alle (macht nichts – ich hab ja schon zwei) und so bekommen wir stattdessen eine kleine Bauchtasche (Warum freut man sich eigentlich &#252;ber Dinge, die man weder braucht, noch benutzt?).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-337" title="Cafe_Koberstadt" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Cafe_Koberstadt.jpg" alt="Cafe_Koberstadt" width="258" height="190" /> <img class="alignnone size-full wp-image-338" title="Egelsbach_Kuchen07" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Egelsbach_Kuchen07.jpg" alt="Egelsbach_Kuchen07" width="255" height="192" /></p>
<p>Das obligatorische Anstehen an der &#252;berdimensionierten Kuchentheke wird mit Live-Musik untermalt – seit der Abwahl des legend&#228;ren Country-Fr&#252;hschoppens beim Volklauf in Kahl ist uns dergleichen nicht mehr passiert. Nichts tr&#252;bt unseren Kuchengenuss &#8211; nicht einmal unser Sitznachbar, der seine haarigen Waden mit streng nach Eukalyptus riechendem Tiger-Balm einschmiert. So ist das eben mit L&#228;ufern.</p>
<p>Egelsbach, wir kommen wieder.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-339" title="Egelsbach_Kuchen2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Egelsbach_Kuchen2.jpg" alt="Egelsbach_Kuchen2" width="386" height="289" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s <a href="http://www.koberstaedter-marathon.de/" target="_blank">hier</a></em>.</div>
<p> </p>
<h4>Egelsbach?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Egelsbach&amp;address=Egelsbach%2C%20Berliner%20Platz&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255796873" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Von schottischen Iren, irischen Heldinnen und frierenden Deutschen.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/dublin/</link>
		<comments>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/dublin/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Jun 2007 18:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dublin]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[10km]]></category>
		<category><![CDATA[Irland]]></category>
		<category><![CDATA[O'Sullivan]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Great BUPA Ireland Run l&#228;sst sich – selbst mit gro&#223;er M&#252;he – nicht im Hessischen Volkslauf-Kalender finden. Trotzdem will ich heute dort laufen. Man muss eben auch mal ab und zu geben k&#246;nnen. Es ist Sonntag morgen und ich bin in Dublin. Der BUPA Run findet im Phoenix Park statt. Als ich h&#246;re, dass 9.000 L&#228;ufer in einer st&#228;dtischen Gr&#252;nfl&#228;che erwartet werden, zucke ich ein wenig mit dem Ellenbogen. Doch das ist v&#246;llig unbegr&#252;ndet: im Phoenix Park (...)]]></description>
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<h2>Der Great BUPA Ireland Run in Dublin (2007)</h2>
<p>Der Great BUPA Ireland Run l&#228;sst sich – selbst mit gro&#223;er M&#252;he – nicht im Hessischen Volkslauf-Kalender finden. Trotzdem will ich heute dort laufen. Man muss eben auch mal ab und zu geben k&#246;nnen. Es ist Sonntag morgen und ich bin in Dublin. Der BUPA Run findet im Phoenix Park statt. Als ich h&#246;re, dass 9.000 L&#228;ufer in einer st&#228;dtischen Gr&#252;nfl&#228;che erwartet werden, zucke ich ein wenig mit dem Ellenbogen. Doch das ist v&#246;llig unbegr&#252;ndet: im Phoenix Park befinden sich die Residenzen der irischen Pr&#228;sidentin und die des Botschafters der USA, das Hauptquartier der irischen Polizei, das G&#228;stehaus f&#252;r Staatsg&#228;ste und der Dublin Zoo – das spricht f&#252;r reichlich Platz.  Schon auf der Hinfahrt streiche ich froh &#252;ber meine Startnummer, auf der in gro&#223;en Lettern &#8220;BUPA&#8221; steht. Wenn ich beim Laufen soviel Spa&#223; habe, wie beim Aussprechen des Namens, kann nichts schief gehen. In meinen Augen sollte BUPA Pudding herstellen oder wenigstens Kartoffelkn&#246;del. Leider ist BUPA ein Versicherungskonzern – allerdings mit ausgezeichneter Expertise im Veranstalten von gro&#223;en L&#228;ufen.   </p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Diesen Text gibt es auch als </em><a href="http://frauschmitt.podspot.de/"><em>Podcast-Episode</em></a><em> zum H&#246;ren.</em></div>
<p>Heute ist ein ganz besonderer Lauftag. Nicht nur f&#252;r mich, sondern auch f&#252;r Sonia O’Sullivan. Die 37j&#228;hrige L&#228;uferin ist die Dieter Baumann Irlands, nur ohne Zahnpasta. Bei Europa- und Weltmeisterschaften holte sie insgesamt 6x Gold und 4x mal Silber, bei den Olympischen Spielen 2000 gewann sie die Silbermedaille &#252;ber 5000 Meter. Sonia O’Sullivan ist eine Volksheldin, die alles hat, was man braucht, um eine zu sein: ein zur&#252;ckhaltendes sympathisches Wesen, blitzschnelle lange Beine und reichlich Verletzungspech.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-317 aligncenter" title="dublin_sonia1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/dublin_sonia1.jpg" alt="dublin_sonia1" width="375" height="281" /></p>
<p>Heute will sich Sonia verabschieden. Von ihren Fans und vom Stra&#223;enlauf auf hohem Niveau. Dementsprechend kommen L&#228;ufer aus allen Teilen des Landes herbei gestr&#246;mt. Damit man das auch sehen kann, hat sich BUPA etwas besonderes ausgedacht: jeder L&#228;ufer bekommt mit seinen Startunterlagen ein T-Shirt, auf das die Landesfarben der Grafschaft aufgedruckt sind, aus der er kommt. Ausl&#228;nder und Sp&#228;tmelder schl&#252;pfen in ein allumfassendes Irland-Shirt. So soll obendrein ermittelt werden, welche Grafschaft die schnellste ist – ein h&#252;bsches und gemeinschaftsf&#246;rderndes Spiel.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-318 aligncenter" title="dublin_grafschaften" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/dublin_grafschaften.jpg" alt="dublin_grafschaften" width="371" height="278" /></p>
<p>&#8220;No parking is available in the Phoenix Park&#8221; steht in dem ausf&#252;hrlichen Faltblatt in unseren Unterlagen. In einem Anfall von Deutschsein nehmen wir diesen Hinweis ernst und parken weit vom Start entfernt. Auf unserem Weg im Park marschieren wir danach mit Todesverachtung an vielen Wagen vorbei, die sich v&#246;llig unbek&#252;mmert n&#228;her herangetraut haben.  Es ist sonnig und das Gelatsche macht mir &#252;berhaupt nichts aus. Es sind ja auch nur 10 km, die ich sp&#228;ter laufen will und das auch noch h&#246;chst gem&#252;tlich. Als wir uns dem Startareal n&#228;hern, verschwindet die Sonne hinter den Wolken. Es ist noch eine Viertelstunde bis zum Start der Kinder.  BUPA, der verhinderte Kn&#246;delhersteller, &#252;berrascht mich hier ein weiteres Mal mit einem liebevollen Detail. Zur Belustigung der Kinder l&#228;uft am Start ein &#252;berdimensionierter Herr im Schottenrock mit Dudelsack auf unsichtbaren Stelzen umher. Ich wei&#223; zwar nicht so genau, was ein Schottenrock in Irland verloren hat, aber vielleicht ist es ja in Wirklichkeit in Irenrock und ich kann es als Laie nur nicht erkennen. In seiner Begleitung befindet sich ein Mensch im Hundekost&#252;m – auf vier Stelzen. Die beiden verursachen gro&#223;en Jux, vor allem, wenn der Hund das Bein hebt und aus einer Wasserd&#252;se einen kr&#228;ftigen Strahl pieselt. Die Kinder lachen und quitschen, jede Laufnervosit&#228;t verfliegt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-319" title="dublin_dudelsack" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/dublin_dudelsack.jpg" alt="dublin_dudelsack" width="226" height="302" /> <img class="alignnone size-full wp-image-320" title="dublin_dog" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/dublin_dog.jpg" alt="dublin_dog" width="227" height="302" /></p>
<p>Und dann sehen wir Sonia. Sie steht bei den Kindern und gibt flei&#223;ig Autogramme, bevor sie auf die kleine Starttrib&#252;ne geht, um mit einer Hupdose den Startschuss zu geben. Sie wirkt entspannt und fr&#246;hlich und ihre Beine reichen bis an den Rocksaum des Komikers – ohne Stelzen. Sonia hupt, der Komiker dudelt und die Kinder flattern los. Nach etwas mehr als zwei Kilometern sind sie alle wieder da: die kleinen Rothaarigen mit den abstehenden Ohren, die Ehrgeizigen, die ihre Beine schleudern, als wollten sie sie loswerden, die Speckigen, die schon ganz wei&#223; sind um die Nase vor Anstrengung, und die Kleinsten, die nichts von dem ganzen Spektakel verstehen, aber alles einfach nur toll finden. Die Kinder tragen schlechte Fu&#223;ballschuhe, alte Baumwollhosen oder schwarze Str&#252;mpfe. Es macht Spa&#223;, ihnen zuzusehen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-321 aligncenter" title="dublin_sonia2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/dublin_sonia2.jpg" alt="dublin_sonia2" width="305" height="228" /></p>
<p>Nach dem Zieleinlauf der Kinder fallen wir in ein kleines Loch. Unser Start wurde nach hinten verschoben und der Himmel tr&#252;bt sich. Im Geist &#252;bersetze ich die drei erlaubten Fortbewegungsarten w&#228;hrend des Laufs. Walking: Latschen. Jogging: Hoppeln. Running: Watzen. F&#252;r ein deutsches Wort gibt es allerdings anscheinend keine Entsprechung: frieren. Seit die Sonne weg ist, haben wir die Rei&#223;verschl&#252;sse unserer d&#252;nnen Windjacken bis zum Anschlag verschlossen und fr&#246;steln dennoch. Scheinbar sind wir damit allein. Der Ire an sich liebt die Sonne. Damit er keinen Strahl davon verpasst, legt er gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Hautareale frei. Das geht bis zur Schicklichkeitsgrenze und gelegentlich auch dar&#252;ber hinaus. Verschwindet die Sonne, versucht er ihr mit eben jenen freiliegenden Hautfl&#228;chen zu signalisieren: komm, hier lohnt es sich zu scheinen. Damit es sich doppelt lohnt, versucht er seine Fl&#228;chen stetig mit Hilfe von Fish, Chips, Sausages und Guiness zu vergr&#246;&#223;ern. Was wiederum gegen das Fr&#246;steln hilft. Kurz: Iren haben den Bogen raus.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-322" title="dublin_freeze" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/dublin_freeze.jpg" alt="dublin_freeze" width="180" height="240" /> <img class="alignnone size-full wp-image-323" title="dublin_me" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/dublin_me.jpg" alt="dublin_me" width="321" height="240" /></p>
<p>Wir z&#246;gern die Abgabe unserer Kleiderbeutel bis zuletzt hinaus, um uns danach ins warme Gemenge zu schieben. An meinem Trinkgurt habe ich nichts zu trinken, daf&#252;r aber einen Fotoapparat und ich knipse dankbar die paar Tausend Heizkissen um mich herum. Vom Aerobic Warm up ganz vorne bekommen wir nichts mit, aber die gelenkige Dame, die daf&#252;r zust&#228;ndig ist, konnten wir schon vor dem Kinderlauf bewundern. Der Stelzenschottenire bespa&#223;t jetzt mit seinem Hund auch die Erwachsenen, das verk&#252;rzt die Zeit. Endlich geht es los. Den Starthup konnte dieses mal nicht Sonia geben, denn sie l&#228;uft ja mit. Daf&#252;r tut das jetzt Bertie Ahern. Bertie Ahern ist der Angela Merkel Irlands und so laufen wir gleich ein bisschen w&#252;rdiger. Schon zu Anfang bin ich froh, dass ich hier nichts will, au&#223;er dabei sein. Das Feld ist eng – und ungeheuer undiszipliniert. Man bremst und bleibt pl&#246;tzlich stehen, man walkt mitten im Feld, hier ist alles v&#246;llig egal. Um uns herum sind auffallend junge Leute, die z&#228;hen Zausel, die ich aus Deutschland kenne, sind hier rar. Man ist jung, hat ein paar Kilo zu viel und tr&#228;gt rosa.  </p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Sp&#228;ter nochmal lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/06/Dublin07.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF</a> ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Kaum sind wir einige Minuten gelaufen, kommen wir am ersten Musik-Punkt vorbei. Auf der Wiese spielt eine verfilzte Reggae-Band auf, die aussieht, als h&#228;tte sie noch nie unter einem schneewei&#223;en Party-Zeltdach einen Gig gehabt. Aber genau das haben sie hier. L&#228;ufer und Band freuen sich ausgiebig &#252;bereinander. Inzwischen ist die Rechnung der Iren voll auf- gegangen: die Sonne kommt hinter den Wolken hervor und bescheint jede einzelne Sommer- sprosse auf den schwitzigen Gesichtern. Auch uns wird es jetzt endlich sch&#246;n warm. Dazu passt die n&#228;chste Musikeinlage: hier trommelt uns die altbekannte Samba-Formation den Laufrhythmus vor. Nicht schlecht f&#252;r 10 km im Park.  Am Getr&#228;nkestand auf der H&#228;lfte der Strecke gibt es statt Pappbechern komplette kleine Wasserflaschen, die nach Gebrauch zu hunderten in die sattgr&#252;ne Wiese fliegen. Ich habe seltsame Skrupel, eine Flasche einfach so wegzuwerfen und deshalb nehme ich sie mit. In unserem Schlapp-schlapp-Tempo macht das gar nichts. Es geht jetzt sanft bergan, aber auch das st&#246;rt nicht weiter. </p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-324" title="dublin_angels" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/dublin_angels.jpg" alt="dublin_angels" width="255" height="191" /> <img class="alignnone size-full wp-image-325" title="dublin_music" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/dublin_music.jpg" alt="dublin_music" width="253" height="190" /></p>
<p>Pl&#246;tzlich sehe ich auf der Strecke zwei Engel mit lilafarbenen Fl&#252;geln. Sie geben gerade ein Interview (soviel Zeit muss hier sein) und ich m&#246;chte sie gern fotografieren. Ich erwische sie gerade noch, bevor sie weiterlaufen. Vermutlich sind sie f&#252;r einen guten Zweck gestartet, wie es hier viele tun.  Ich habe den Fotoapparat noch in der Hand, als wir die n&#228;chste Musikdarbietung erreichen. Langsam verstehe ich das Konzept: an jedem Musikpunkt gibt es eine v&#246;llig andere Musikrichtung. Der Lauf soll schlie&#223;lich etwas f&#252;r alle sein. Hier ist es eine Blaskappelle, die die L&#228;ufer unterh&#228;lt. Ich habe es immer gewusst: BUPA versteht etwas vom L&#228;ufer-Gl&#252;cklich-Machen. Die letzte Musikattraktion h&#228;tte ich beinahe nicht als solche erkannt: aus gro&#223;en Boxen macht es Mumpf-Mumpf-Mumpf und der T&#228;towierte vor mir bekommt einen Schub.</p>
<p>Meinetwegen h&#228;tte es ewig so weiter gehen k&#246;nnen. Die Musikpalette war schlie&#223;lich noch nicht zuende, und BUPA h&#228;tte ich auch zugetraut, dass Bono mit einer Gitarre an der Strecke aufwartet. Aber leider sind 10 km ganz sch&#246;n kurz und so m&#252;ssen wir irgendwann ins Ziel. Ein Meer von Kameras empf&#228;ngt uns, als w&#228;ren wir soeben einen Weltrekord gelaufen. Auf dem Weg zu unserem Goody-Bag kommen wir an einem Mann vorbei, der in ein Diktierger&#228;t murmelt. Ich stelle ein Ohr auf und h&#246;re: Asics, Asics, Brooks, Nike, Asics &#8230; Aha, hier wird also eine Erhebung gemacht und meine F&#252;&#223;e bereichern jetzt eine irische Statistik. Sch&#246;n. Im Beutel finden wir eine Medaille (nat&#252;rlich mit gr&#252;nem Band), eine silberne W&#228;rmedecke (so eine wollte ich schon immer haben) und viele Kleinigkeiten.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-326 aligncenter" title="dublin_exit" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/dublin_exit.jpg" alt="dublin_exit" width="347" height="260" /></p>
<p>Wir schlappen zur&#252;ck zur perfekt organisierten Kleiderbeutelstation und nehmen unsere Habe in Empfang. Auf dem langen Weg zum Auto kaufen wir uns ein Softeis. Und weil wir keine Iren sind, lassen wir dabei sicherheitshalber eine W&#228;rmedecke um unsere Schultern knistern.  </p>
<p>Nachtrag: Sonia O’Sullivan erwischte keinen guten Tag und lief auf einen f&#252;r sie entt&#228;uschenden 11. Platz. Auf dem Zielfoto l&#228;chelt sie.</p>
<p> </p>
<h4>Phoenix Park?</h4>
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