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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; A &#8211; F</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Wenn Frauen zu sehr laufen.</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jul 2011 19:37:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier noch eine kleine Nachlese zum Reebok Women's Run in Frankfurt, dieses Mal nur als Foto-Dokumentation. Einen ausführlichen Bericht wird es zu einem späteren Zeitpunkt geben. Jetzt kann ich nur so viel sagen: es lohnt sich, da mal dabei zu sein und wer es nicht gesehen hat, der kann sich diese geballte rosa Fröhlichkeit kaum vorstellen.]]></description>
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<p>Hier noch eine kleine Nachlese zum Reebok Women&#8217;s Run in Frankfurt, dieses Mal nur als Foto-Dokumentation. Einen ausführlichen Bericht wird es zu einem späteren Zeitpunkt geben. Jetzt kann ich nur so viel sagen: es lohnt sich, da mal dabei zu sein und wer es nicht gesehen hat, der kann sich diese geballte rosa Fröhlichkeit kaum vorstellen. Als Kontrapunkt dazu hat es mich bei meinem Lauf auf die Nase geworfen und ich kam etwas versehrt ins Ziel. Inzwischen ist das ganze Bein eher in blau-grün gehalten und das Knie ist noch immer dick. Da bin ich wohl an einem Würzelchen hängen geblieben. Ups. Aber egal, schön war&#8217;s trotzdem, wenn man mal von dem April absieht, der jetzt Sommer heißt und später statt findet als sonst.</p>
<div id="attachment_2948" class="wp-caption aligncenter" style="width: 469px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0403.jpg"><img class="size-large wp-image-2948   " title="IMG_0403" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0403-1024x764.jpg" alt="Summer-Feeling 2011 - die Commerzbank Arena in ahnungsvollem Grau." width="459" height="342" /></a><p class="wp-caption-text">Summer-Feeling 2011 - die Commerzbank Arena in ahnungsvollem Grau.</p></div>
<div id="attachment_2951" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0405.jpg"><img class="size-large wp-image-2951  " title="IMG_0405" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0405-1024x764.jpg" alt="Auch das gibt es beim Frauenlauf - pfeilschnelle, ambitionierte Mädels." width="491" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Auch das gibt es beim Frauenlauf - pfeilschnelle, ambitionierte Mädels.</p></div>
<div id="attachment_2953" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0409.jpg"><img class="size-large wp-image-2953  " title="IMG_0409" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0409-1024x764.jpg" alt="Sowas sieht man bei Volksläufen auch selten. Ich war aber schon schön genug." width="491" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Sowas sieht man bei Volksläufen auch selten. Ich war aber schon schön genug.</p></div>
<div id="attachment_2954" class="wp-caption aligncenter" style="width: 376px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0410.jpg"><img class="size-large wp-image-2954  " title="IMG_0410" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0410-764x1024.jpg" alt="Theoretisch ganz mein Ding - aber als ich kam, gab es schon lang nichts mehr davon." width="366" height="491" /></a><p class="wp-caption-text">Theoretisch ganz mein Ding - aber als ich kam, gab es schon lang nichts mehr davon.</p></div>
<div id="attachment_2955" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0411.jpg"><img class="size-large wp-image-2955  " title="IMG_0411" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0411-1024x764.jpg" alt="Das Women's Village, eine kleine Verkaufsmesse, bei der es sogar Waschmittel zu kaufen gibt - weiblich eben." width="491" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Das Women&#39;s Village, eine kleine Verkaufsmesse, bei der es sogar Waschmittel zu kaufen gibt - weiblich eben.</p></div>
<div id="attachment_2956" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0425.jpg"><img class="size-large wp-image-2956  " title="IMG_0425" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0425-1024x764.jpg" alt="Männer sind ausdrücklich erwünscht, vor allem, wenn sie so hinreißend anfeuern, wie diese hier." width="491" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Männer sind ausdrücklich erwünscht, vor allem, wenn sie so hinreißend anfeuern, wie diese hier.</p></div>
<div id="attachment_2957" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0426.jpg"><img class="size-large wp-image-2957  " title="IMG_0426" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0426-1024x764.jpg" alt="Der rosa Strom reißt nicht ab - und auch die gute Laune kennt kein Ende." width="491" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Der rosa Strom reißt nicht ab - und auch die gute Laune kennt kein Ende.</p></div>
<div id="attachment_2958" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0428.jpg"><img class="size-large wp-image-2958  " title="IMG_0428" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0428-1024x764.jpg" alt="Auch 5 km-Läuferinnen werden hier so liebevoll nachbehandelt wie Ultras. Und es duftet nach Kräuteröl." width="491" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Auch 5 km-Läuferinnen werden hier so liebevoll nachbehandelt wie Ultras. Und es duftet nach Kräuteröl.</p></div>
<div id="attachment_2959" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0429.jpg"><img class="size-large wp-image-2959  " title="IMG_0429" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0429-1024x764.jpg" alt="Die 8 km-Läuferinnen wärmen sich auf. Ich halte mich da mal lieber am Rand auf, wehe, wenn der Hampelmann kommt." width="491" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Die 8 km-Läuferinnen wärmen sich auf. Ich halte mich da mal lieber am Rand auf, wehe, wenn der Hampelmann kommt.</p></div>
<div id="attachment_2960" class="wp-caption aligncenter" style="width: 501px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0434.jpg"><img class="size-large wp-image-2960  " title="IMG_0434" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/IMG_0434-1024x764.jpg" alt="Und dann starten auch wir. Die Pferdeschwänze sind in der Überzahl." width="491" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Und dann starten auch wir. Die Pferdeschwänze sind in der Überzahl.</p></div>
<div id="attachment_2961" class="wp-caption aligncenter" style="width: 509px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/Aua-1.jpg"><img class="size-full wp-image-2961  " title="Aua 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/07/Aua-1.jpg" alt="Und das ist das Ergebnis. Wenn Frauen zu sehr laufen." width="499" height="374" /></a><p class="wp-caption-text">Und das ist das Ergebnis. Wenn Frauen zu sehr laufen.</p></div>

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		<title>Die Einsamkeit des Kurzstreckenstreusels.</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 15:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein 10er geht immer. Das sagen Läufer zumindest oft und meinen damit die bedeutungslose Schnödigkeit einer Strecke, die aus gerade mal 10 Kilometern besteht. Dabei ist das gelogen. Es sind leicht hunderte von Situationen vorstellbar, in denen ein 10er gar nicht geht. Wenn man tot ist zum Beispiel. Oder sich so fühlt. Oder beides zusammen. Oder eben, wenn man verletzt ist.]]></description>
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<p>Ein 10er geht immer. Das sagen Läufer zumindest oft und meinen damit die bedeutungslose Schnödigkeit einer Strecke, die aus gerade mal 10 Kilometern besteht. Dabei ist das gelogen. Es sind leicht hunderte von Situationen vorstellbar, in denen ein 10er gar nicht geht. Wenn man tot ist zum Beispiel. Oder sich so fühlt. Oder beides zusammen. Oder eben, wenn man verletzt ist. Was aber nichts heißt, da Läufer meistens verletzt sind, weswegen sie versuchen, nicht in den Schmerz hinein zu laufen, sondern lieber aus ihm heraus. Ob ich heute verletzt bin, weiß ich nicht so genau, denn ich war immer noch nicht beim Arzt. Aber meine Fersen fühlen sich so an, als wollten sie wenigstens für ein paar Stunden ihre schmerzvolle Existenz vergessen. Deshalb trete ich heute beim 10 Kilometer Lauf in Bonames an.</p>
<p>Ich war schon oft in Bonames, aber eher für den 15 Kilometer-Lauf. Das Schöne ist, dass man hinterher gleich viel Kuchen essen darf, egal, ob man 10 oder 15 km gelaufen ist. Denn in Bonames gibt es immer reichlich davon, ich versteige mich sogar zu der Behauptung, in Bonames gibt es den besten und reichlichsten Streuselkuchen aller Post-Race-Kuchenschlachten des gesamten Hessischen Volkslaufkalenders.</p>
<p>Heute reise ich mit der U-Bahn an, die nach Bonames aber überirdisch fährt und deshalb Ü-Bahn heißen müsste. In der Ü-Bahn treffe ich den Stöhnläufer, der bereits in seinem charakteristischen beigefarbenen Laufhemdchen dem Triumph entgegenfährt. Denn der Stöhnläufer ist schnell. Er sitzt auch schnell, weshalb er zu schwitzen beginnt und flugs das beigefarbene Laufhemdchen (das in einem früheren Leben weiß und ein Unterhemd war) auszieht. Es kommt mir vor, als wären wir allein im Abteil, der Stöhnläufer, das Hemdchen, der Schweiß und ich. In Bonames angekommen habe ich – obgleich nicht einmal gestartet – ein erstes mentales Tief überstanden.</p>
<p>Ich melde mich nach (Voranmeldung ist nur was für Unverletzte) und halte nach einer Bekannten Ausschau. Ich treffe diesen und jenen, aber nicht selbige. Schade. Der 15er startet früher und ich tapse hinüber zum Start an der Niddawiese, wo für gewöhnlich ein kleines Warm-up statt findet. Heute aber leider nicht, da der obligatorische Vorturner schon im Urlaub weilt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/IMG_03671.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2878" title="IMG_0367" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/IMG_03671-1024x764.jpg" alt="IMG_0367" width="498" height="371" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/IMG_0369.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2885" title="IMG_0369" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/IMG_0369-1024x764.jpg" alt="IMG_0369" width="491" height="366" /></a></p>
<p>Ich laufe ein wenig sinnlos auf und ab. Anders als angekündigt werde ich dabei besonnt. Das Wetter ist prima. Der Stöhnläufer wird mächtig stöhnen müssen, wenn die Temperaturen weiter so steigen. Der Startschuss der 15er ertönt und zurück bleiben zwei entvaterte Familien mit Hund. Und natürlich wir. Die Schluffis, die nur 10 Kilometer laufen. Lächerlich. Darüber allein einen Bericht zu schreiben!</p>
<p>Nach einer zähen Phase des Einlaufens, Wolkenbetrachtens, unmotivierten Dehnens und Gähnens dürfen endlich auch wir. In meinem Blut schwimmt kein Fitzelchen Adrenalin. Auch das muss man irgendwie üben: volkslaufen, wenn man weiß, man will langsam sein. Wenn man weiß, es geht um nichts. Wenn man einfach nur dabei sein will. Bei einem Marathon ist das einfach, ich laufe meistens mit diesem mentalen Vorzeichen Marathon. Aber bei einem 10er? Verletzt sein ist doof.</p>
<p>Wenn man dann erst einmal läuft, geht alles wie von selbst. Man läuft, so schnell die Ferse will und lauscht auf die tappelnden Schritte der anderen. Warum ist das nur so schön, dieses Geräusch von weichem Kunststoff auf Asphalt? Tappel, tappel tappel. Wir sind unterwegs. Laufen erst mal ein bisschen in die eine Richtung, um ein Hütchen herum und dann wieder in die andere Richtung. Nicht so ein Riesenknaller, eigentlich. Wie soll man das jemandem erklären, wie toll das sein kann, um ein Hütchen herum zu laufen? Allein die Schräglage, auf die man sich schon vorher freut – so ein Hütchen will schließlich genommen werden, ohne dass es einen aus der Kurve trägt. Und: Was wird der Streckenposten sagen, der am Hütchen steht, wenn man dort ankommt? Wird er überhaupt etwas sagen? Die Kunst ist, gerade dann das Hütchen zu umlaufen, wenn der Streckenposten „Auf geht’s!“ oder „Das sieht gut aus!“ ruft. Er kann es ja schließlich nicht bei jedem einzelnen rufen, also muss man Glück haben. Das mit dem Hütchen ist auf jeden Fall eine Wissenschaft für sich. Nach vielen Jahren des Hütchen-Umlaufens erwäge ich, ein Buch darüber zu schreiben. Aber jetzt muss ich erst mal ins Ziel kommen. Der Weg dorthin führt mich durchs Grüne, immer an der Nidda entlang.</p>
<p>Der Bonameser Volkslauf findet immer an Fronleichnam statt, in diesem Jahr später als sonst. Die Felder sehen also ein bisschen anders aus, als sie sonst hier aussehen, die Natur ist ein Stückchen weiter. Interessant.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/IMG_0370.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2894" title="IMG_0370" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/IMG_0370-1024x764.jpg" alt="IMG_0370" width="491" height="366" /></a></p>
<p>Und die Sonne steht höher. Obwohl es nicht besonders warm ist, komme ich doch ziemlich ins Schwitzen. Überall sieht man die Finisher-Shirts des Chase-Firmenlaufs, dem großen Massengerumpel mit anschließender kollegialer Genitalabmessungsanalyse. Darüber hinaus gibt es bezüglich der Laufmode heute nichts Außergewöhnliches zu berichten. Außer vielleicht zu den Schuhen von Chirunner Thomas, die ihr Leben als herkömmlicher Laufschuh begannen und voraussichtlich als Sandale beenden werden, weil sich ihr Mesh großflächig auflöst. Ist ja aber auch luftiger im Sommer.</p>
<p>Während ich so vor mich hin trabe und noch denke, wie langsam ich bin, laufen die ersten Übergewichtigen an mir vorbei, gefolgt von mehreren Greisen, die heute den Pacemaker für ihre Mütter geben. Rollatoren und Gehböckchen passieren mich, ihre Nutzer haben dabei ein lockeres Liedchen auf den Lippen. Als das erste Pflegebett an mir vorbeigeschoben wird, überlege ich, das Tempo ein wenig anzuziehen. Meine Überlegung bleibt in einem dichten Gegenwind hängen, der nun aufkommt und uns zwar angenehm kühlt, uns aber auch Kraft aus den morschen Knochen saugt. Ich bleibe bei meinem Tempo, das irgendwo bei 5:45/km liegt. Gut Ding will Weile haben. Stattdessen freue ich mich über ein Stückchen Hausstrecke, das ich nun belaufen kann. Hier war ich länger nicht mehr und es ist schön zu sehen, dass alles noch da ist. Der Weg, die Felder und die schwankenden Sonntagsradfahrer mit Radlerhose (Tchibo), Handschuhen (Aldi), Helm (Lidl) und Kind (Sören auf Puky). Es wird langsam Zeit für den Kuchen.</p>
<p>Nun muss nur noch ein kleiner Hügel bezwungen werden. Ich schraube mich die kleinen Serpentinen hinauf und bin längst nicht so platt wie sonst an dieser Stelle. Auch mal schön. Ins Ziel eilen und gefühlte 8 Becher Wasser trinken ist jetzt eins. War doch warm.</p>
<p>Die Kuchenstücke gleichen in Größe und Gewicht etwa einer handelsüblichen 1-Liter-Milchpackung und so wählt man besser nur eins. Das ist die größte Tragödie dieses Tages: Fünf der weltbesten Streuselkuchen zur Auswahl haben und nur ein Stück essen können. Mit meinem Schneckenlauf werde ich sogar noch 3. meiner Altersklasse, hier besteht also dagegen kein Grund zum Gram.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/IMG_0372.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2886" title="IMG_0372" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/IMG_0372-1024x764.jpg" alt="IMG_0372" width="491" height="366" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/IMG_0374.jpg"><img class="aligncenter size-large wp-image-2887" title="IMG_0374" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/06/IMG_0374-1024x764.jpg" alt="IMG_0374" width="491" height="366" /></a></p>
<p>Traurig ist nur, dass ich nicht tags drauf beim Eppsteiner Burglauf antreten kann. Der besteht zwar sogar nur aus 7,777 Kilometern, das aber dafür mit etlichen Höhenmetern. Gift für die Fersen. Bonames muss also eine Weile vorhalten &#8211; bis die Sehnen wieder wollen, muss ich weiter vorsichtig sein. Am besten, ich nehme mir gleich den Volkslaufkalender vor. Ein 10er geht ja immer.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; ">Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s auf der <a href="http://www.tsvbonames.de/volkslauf_vorher.html" target="_blank">Homepage des TSV Bonames</a>.</div>

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		<title>10 gute Gründe, Bergläufe zu machen.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/10-gute-gruende-berglaeufe-zu-machen/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Apr 2011 16:31:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Feldberglauf]]></category>
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		<category><![CDATA[10km]]></category>
		<category><![CDATA[Berglauf]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist das Grauen jedes Laufanfängers: bergauflaufen. Selbst Nichtläufern wird es allein bei dem Gedanken, einen Berg im Laufschritt zu bewältigen, sofort blümerant. Doch auch alte Laufhasen mögen Bergläufe oft nicht. Dabei gibt es unzählige Gründe, gerade dieser Form des Laufens öfter zu frönen. Hier sind 10 davon am Beispiel des Feldberglaufs im Taunus.]]></description>
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<h4>Am Beispiel des Feldberglaufs im Taunus.</h4>
<p>Es ist das Grauen jedes Laufanfängers: bergauflaufen. Selbst Nichtläufern wird es allein bei dem Gedanken, einen Berg im Laufschritt zu bewältigen, sofort blümerant. Doch auch alte Laufhasen mögen Bergläufe oft nicht. Dabei gibt es unzählige Gründe, gerade dieser Form des Laufens öfter zu frönen. Hier sind 10 davon.</p>
<p>Der Feldberglauf im Taunus ist schnell beschrieben: von 10 km geht es etwa 9 bergauf. So weit, so uff. Allerdings, und damit kommen wir auch schon zum ersten Grund für einen solchen Lauf, weiß das auch jeder in der Region. Erzählt man also in aller Unschuld, dass man dort antritt, erntet man anerkennendes Staunen. Ein guter Grund also:</p>
<p><strong>1. Ruhm und Ehre.</strong></p>
<p>„Ich bin auf den Feldberg gelaufen“ klingt nun viel respektabler als: „Ich bin vier Runden durch die Innenstadt von Offenbach geheizt“. Dass der Lauf in Wirklichkeit ein riesengroßes Vergnügen ist (und der andere eher nicht), muss ja keiner wissen. Zumindest kein Nichtläufer.</p>
<div id="attachment_2795" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_0205.jpg"><img class="size-full wp-image-2795 " title="IMG_0205" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_0205.jpg" alt="Hier wird alles wahnsinnig streng kontrolliert." width="512" height="382" /></a><p class="wp-caption-text">Hier wird alles wahnsinnig streng kontrolliert.</p></div>
<div id="attachment_2798" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_0206_2.jpg"><img class="size-full wp-image-2798 " title="IMG_0206_2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_0206_2.jpg" alt="Oberstes Gebot: Langsam, langsam. Fahren und Laufen." width="512" height="382" /></a><p class="wp-caption-text">Oberstes Gebot: Langsam, langsam. Fahren und Laufen.</p></div>
<p>Wir treffen uns morgens an der Frankfurt International School in Oberursel. Die Verkehrsanbindung ist perfekt und trotzdem ist man gefühlt ganz weit draußen. Die U-Bahn-Station direkt am Start heißt „Waldlust“ und damit ist schon eine Menge gesagt. Mein zweiter Grund deshalb:</p>
<p><strong>2. Mehr Natur.</strong></p>
<p>Nur in den seltensten Fällen werden für einen Berglauf  Innenstädte planiert und so lange mit Erde aufgeschüttet, bis man eine anständige Strecke hinbekommt. Man muss also raus aus der Stadt, rein ins Grüne. Wenn man Pech hat, heißt das auch: mehr Elemente, mehr Wind. Aber heute gibt es nur Sonne und Bäume und Waldweg. Das magische Dreigestirn des Happy Running.</p>
<p>Wir laufen uns ein und ich schaue mir ein bisschen die sehnigen Herrschaften mit den kräftigen Waden an. Bergläufer. Vielleicht auch Mountainbiker. Einmal Berg, immer Berg. Ich kann in Ruhe gucken, denn anders als bei Massenveranstaltungen in der Stadt sind wir hier eher unter uns. Noch ein Grund:</p>
<p><strong>3. Ein kleineres Feld.</strong></p>
<p>Das heißt: Tee für alle, Kuchen für alle, persönliche Betreuung durch nette Vereinsmenschen, kein Gedrängel auf der Strecke. Leider heißt es nicht: mehr Chancen auf Altersklassenplätze. Denn wer hier antritt, weiß, was er da tut. Das Feld ist kleiner, aber besser. Macht nix. Von den Siegern lernen, heißt siegen lernen. Oder so ähnlich.</p>
<p>Der Startschuss fällt und es geht sofort – na was wohl  – bergauf. „Ich hab schon vier überholt!“ ruft ein lustiger Mensch nach 2 Minuten. Er trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift „Volles Korn voraus“ von der Haferflocken-Firma Kölln. Ich freue mich über das T-Shirt samt Inhalt, schließlich braucht man zu Beginn etwas Aufheiterung und mein Lieblingsshirt „Kochs Meerrettich“ ist heute leider nicht am Start. Der Herr ist nicht ganz so sehnig wie die Heringe in der vordersten Reihe, wobei mir schon wieder ein Grund für Bergläufe einfällt. Im Grunde ist Berglaufen optimal für alle Faulen und etwas Übergewichtigen. Nein, ich habe noch keine sieben Belohnungsbier getrunken, es stimmt einfach. Berglaufen ist nämlich ungeheuer effizient. Man muss gar keine großen Strecken machen und profitiert trotzdem von einem großen Vorteil:</p>
<p><strong>4. Mehr Energieverbrauch.</strong></p>
<p>Wer abnehmen will, kann beim Hochlaufen richtig was tun. Für die Kraft und die Ausdauer. Das gibt Muckis und lässt Fettpolster schmelzen. Und außerdem wird gerade für schwere Läufer noch etwas Wunderbares mitgeliefert:</p>
<p><strong>5. Gelenkschonung.</strong></p>
<p>Heute hab ich mir fest vorgenommen, den Shuttlebus nach unten zu nutzen und nicht wie sonst die ganze Strecke wieder bergab zurückzulaufen. Wer so vernünftig ist, läuft praktisch nur bergauf und hat dadurch die Aufprallkräfte, die sonst auf die Gelenke wirken, erheblich reduziert. Kraftvolles Ausschreiten mit großen Schritten ist im Grunde gar nicht möglich. Schluff, schluff, schluff statt boing, boing, boing. Da lacht das Knie.</p>
<p>Meine unteren Waden allerdings können sich mit dem Lachen gerade noch zurückhalten, scheint mir. Es ziept. Durch das beständige Bergauf sind die armen Dinger praktisch dauergedehnt. Ich fühle mich gut, genug Luft ist auch da. Aber das Ziepen nervt ein bisschen. Die ersten vier Kilometer fühlen sich ebenso gedehnt an wie meine Waden. Es stört überhaupt nicht, dafür ist der Wald zu knospig, die Luft zu zwitschrig und der Boden zu fedrig. Aber es dauert einfach viel länger als gewohnt bis der nächste Kilometer kommt. Ich schaue gewohntheitsmäßig auf die Uhr, könnte es aber auch ebenso gut lassen. Ein Pluspunkt:</p>
<p><strong>6. Keine Zeitenrechnerei.</strong></p>
<p>Es macht einfach keinen Sinn. Ein Kilometer dauert so lange, wie er eben dauert. Ein steiler etwas länger, ein weniger steiler (von „flach“ möchte ich hier eher nicht reden) etwas kürzer. Wer hier nach der Uhr läuft und Sekunden vergleicht, muss die Strecke schon sehr gut kennen. Das macht ungeheuer gelassen. Selbst wenn man schnellstmöglich oben sein will – im Grunde ist die Zeit auch egal. Besonders Vernünftige laufen mit einem Pulsmesser, manchmal hört man es leise irgendwo piepen. Ich laufe wie immer mit meinem eingebauten Japsmesser. Viel Japsen: langsamer, wenig Japsen: so bleiben, gar kein Japsen: schneller &#8211; sofern nicht verstorben.</p>
<p>Außer dem leisen Piepen hört man nur Atem. Zum Glück hat auch mein iphone aufgehört zu plaudern. Ich habe es das erste Mal bei einem Volkslauf dabei, weil die App „Runtastic“ so hübsch die Strecke  per GPS aufzeichnet. Seit neuestem fängt die App aber zu Beginn des Laufs unvermittelt an zu quatschen, was ich natürlich furchtbar peinlich finde.</p>
<div id="attachment_2799" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/Feldberglauf-Strecke.jpg"><img class="size-full wp-image-2799 " title="Feldberglauf Strecke" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/Feldberglauf-Strecke.jpg" alt="Im Grünen." width="512" height="269" /></a><p class="wp-caption-text">Im Grünen.</p></div>
<p>Aber die kleine Tasche vor meinem Bauch macht keinen Mucks. Zum Glück. Denn es gibt noch etwas, was ich beim Berglaufen sehr genieße und das hat unmittelbar mit Punkt 2 zu tun:</p>
<p><strong>7. Kein DJ Bobo.</strong></p>
<p>Ja, ich weiß, Anfeuerung kann etwas Wunderbares sein. Und Musik an der Strecke auch. Aber hier im Wald, wo man vollends mit sich beschäftigt ist, eins mit der Wade und entzweit mit der Lunge, da fehlt einfach nichts. Es ist etwas, was die Strecke und ich untereinander ausmachen müssen, da braucht es keine Zuschauer. Wenn sie dann doch einmal auftauchen, wie später am Fuchstanz, wo die Ausflügler den Frühlingstag genießen, da ist es harmonisch und passend. Aber sonst? Keine dröhnende Box weit und breit. Herrlich.</p>
<p>Aber noch bin ich nicht am Fuchstanz. Ich kämpfe mit dem Phänomen, dass vor mir ein Mensch geht und ich laufe. Und trotzdem komme ich ihm nur in quälender Zeitlupe näher. Kann das sein? Oder sind wir einfach in zwei verschiedenen Universen und ich sehe ihn durch eine Art Bildschirm? Bin ich gar in einem Videospiel? Das kann doch nicht sein, ich laufe und laufe und komme kaum vom Fleck. Aber dann sehe ich weit nach vorne und begreife, dass alle nicht vom Fleck kommen. Oder zumindest kaum. Anders als bei anderen Volksläufen hat man bei Bergläufen nur selten Gegner. Denn im Grunde geht es allen gleich. Man fühlt sich eher wie einer von Hannibals Elefanten – als Teil eines surrealen Stroms, der nach oben fließt, statt nach unten. Kaum einer spricht, alle streben langsam und mit kleinen Schritten dem selben Ziel zu. Es ist der Inbegriff von:</p>
<p><strong>8. Friedlichkeit.</strong></p>
<p>Hektik bringt bei Bergläufen nicht weiter. In der Ruhe liegt die Kraft, mehr denn je. Wir alle gehen es langsam an. „Platz da, jetzt komm ich“ gibt’s nicht.</p>
<p>Naja, wenigstens fast. Wenn es mir endlich gelingen würde, den vor mir Gehenden zu überholen, wär das schon ganz schön. Und das passiert dann auch. Jetzt kommt nämlich die Stelle, auf die alle warten (schon wieder so was Kollektives). Zwischen Kilometer 6 und 7 geht es leicht bergab. Hier kann man noch einmal Kräfte sammeln für die gruseligen letzten Kilometer. Psychologisch ist die Strecke perfekt aufgebaut. Wenn ich mir eine Pause hätte wünschen dürfen, dann genau dort. Km 6 kam irgendwie überraschend schnell, aber das mit dem Uhrgucken ist ja eh nicht verlässlich. Also nehme ich es hin und freue mich. Nach dem bereits erwähnten Fuchstanz geht es dann bergauf. Und ich meine: r-i-c-h-t-i-g bergauf. Ich versuche wieder in meinen gleichmäßigen kleinen Schritt zu kommen. Der Atem fließt. Wer kann, atmet jetzt mit dem Mund, mit der Nase, mit den Ohren, mit den Armen, mit den Waden, mit dem großen Zeh. Jetzt muss alles mitatmen. Gleichmäßig und tief. Auch das hat man nur beim Berglaufen:</p>
<p><strong>9. Die perfekte Atemübung.</strong></p>
<p>Wer tief atmet, sammelt Lebensenergie. Wenn das stimmt, müsste ein Berglauf ein wahres Batterieladegerät sein. Man atmet tief (sonst kommt man nicht voran) und gleichmäßig (im Schrittrhythmus). Atmen ist gut für die Entspannung und den Stressabbau. Ich versuche, soviel Sauerstoff aufzunehmen, wie es irgendwie geht, damit ich die sehr heftig steilen Abschnitte am Schluss gut bewältigen kann. Kurioserweise haben sich die Waden nach dem kleinen Lockerungsabschnitt eben vollkommen erholt. Die Beine sind total locker. Glück. Jetzt kann ich mich ganz auf das Atmen konzentrieren, damit mein Japsmesser nicht ausschlägt.</p>
<p>Kurz vor dem Ziel treffe ich Volker, den Guten, der zu seinem Kummer heute nicht mitlaufen kann und stattdessen ein paar Fotos macht. So kurz vor dem Ziel an den steilsten Stellen könnte das fies werden, aber heute ist alles Frühling.</p>
<div id="attachment_2800" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_0209.jpg"><img class="size-full wp-image-2800 " title="IMG_0209" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_0209.jpg" alt="Schnell ein windschiefes Beweisfoto." width="512" height="382" /></a><p class="wp-caption-text">Schnell ein windschiefes Beweisfoto.</p></div>
<p>Ich komme ins Ziel, noch mit  einer 1:10er Zeit, und bin vollkommen begeistert. So entspannt noch eine so gute Zeit? Zum Glück erfahre ich erst später, dass irgendwo bei der Streckenvermessung etwas schief gelaufen ist. Es fehlen ganze 600 Meter. Aber einstweilen kann ich die verhältnismäßig gute Zeit noch genießen. Überhaupt gibt es beim Berglaufen viel mehr Grund zur Freude als sonst.</p>
<p>Denn man erreicht nie nur ein Ziel, sondern gleich zwei. Man muss ja nicht nur vorwärts laufen, sondern auch nach oben. Das erste Ziel hieße also: 10 km laufen, das zweite: knapp 600 Höhenmeter bewältigen. Ganz klar, das gibt:</p>
<p><strong>10. Eine doppelte Belohnung.</strong></p>
<p>Alles ist erlaubt: Zwei Stück Kuchen, zwei Weizenbier am Abend, zwei Stunden Extra-Schlaf. Wer läuft, tut sich etwas Gutes, wer bergläuft gleich doppelt.</p>
<p>Wenn der Berg jedenfalls wieder mal ruft: ich lauf hin.</p>
<div id="attachment_2801" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_0214.jpg"><img class="size-full wp-image-2801 " title="IMG_0214" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_0214.jpg" alt="Das war erst der Anfang." width="512" height="382" /></a><p class="wp-caption-text">Das war erst der Anfang.</p></div>
<div id="attachment_2802" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_0217_2.jpg"><img class="size-full wp-image-2802 " title="IMG_0217_2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/04/IMG_0217_2.jpg" alt="Das Oberurseler Hessentagspaar hilft bei der Siegerehrung." width="512" height="382" /></a><p class="wp-caption-text">Das Oberurseler Hessentagspaar hilft bei der Siegerehrung.</p></div>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #dcdcdc; ">
<p>Mehr zu Lauf und Veranstalter des Feldberglaufs gibt&#8217;s hier: <a href="http://www.feldberglauf.de/" target="_blank">www.feldberglauf.de</a></p>
<p>Und: Der <a href="http://www.facebook.com/pages/Feldberglauf/234937037356" target="_blank">Feldberglauf bei Facebook</a>.</p>
<p></div></p>

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		<title>Die gefühlte Strecke.</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 13:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Halbmarathon 11]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer den Frankfurter Halbmarathon nicht kennt, dem sei er hier in dürren Worten skizziert: früher war er gut, dann wurde er doof, heute ist er wieder gut. Die Resonanz war über die Jahre, unabhängig von der Strecke, ungebrochen gut, was an dem typischen „Läufer-BSE“ liegt. Kaum ist eine Strecke belaufen, hat man sie auch schon vergessen und mit ihr all die damit verbundene Pein.]]></description>
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<h4>Der 6. Lufthansa Halbmarathon in Frankfurt.</h4>
<p>Wer den Frankfurter Halbmarathon nicht kennt, dem sei er hier in dürren Worten skizziert: früher war er gut, dann wurde er doof, heute ist er wieder gut. Alles drei liegt an der Strecke, besser: an den drei Strecken, die in Frankfurt schon mal Halbmarathon hießen oder heute heißen. Die Resonanz war über die Jahre, unabhängig von der Strecke, ungebrochen gut, was an dem typischen „Läufer-BSE“ liegt (siehe auch <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/halbmarathon-frankfurt-07/" target="_blank">hier</a>). Kaum ist eine Strecke belaufen, hat man sie auch schon vergessen und mit ihr all die damit verbundene Pein.</p>
<p>Ich will mich deshalb auch gar nicht lange mit Beschreibungen des Kurses aufhalten &#8211; viel wichtiger ist ohnehin die gefühlte Strecke. Die gefühlte Strecke ist so etwas wie die gefühlte Temperatur: ein Empfinden, was sich mit Zahlen (etwa Höhenmetern und Kilometern) nur unzureichend beschreiben lässt. Verantwortlich für die Bewertung der gefühlten Strecke ist der so genannte MFF, der Mentale Fies-Faktor. In ihm wird alles zusammengefasst, was die Strecke stellenweise gefühlt fies sein lässt. Zum Beispiel ein Abschnitt, der unmittelbar neben dem Ziel liegt. Eigentlich wäre man schon da, aber dann muss man doch noch einmal kilometerweit daran vorbei oder drumherum laufen. Oder die Strecke ist so aufgebaut, dass alle Steigungen am Ende kommen. Oder es geht eine Weile so stur geradeaus, dass man sich einbildet, es ginge bergauf, obwohl das gar nicht stimmt. Oder die Getränkestelle ist nicht da, wo man sie – mental gesehen –  am meisten braucht. Es gibt unzählige dieser Dinge. Die vorherige Strecke des Frankfurter Halbmarathons hatte eine Menge davon. Ich würde sagen, MFF 9 von 10. Heute liegt der MFF allenfalls bei 4.</p>
<p>Das kommt mir natürlich entgegen, zumal mein Trainingszustand gerade elendiglich ist. In den letzten Wochen hatte ich wenig Training, wenig Schlaf und dafür viel von vielem, was Menschen zu Schnecken werden lässt. Aber zum Glück bin ich kein Frosch und laufe trotzdem mit. Mein Trainingspartner laboriert noch an einem widerspenstigen Knie herum und so schleppe ich mich allein zum Frankfurter Stadion. Früher hieß es „Waldstadion“. Doch dann baute man es um in ein griechisches Amphitheater und nannte es „Commerzbank Arena“. In der Commerzbank Arena werden heute regelmäßig Tragödien aufgeführt, in der Hauptrolle die Frankfurter Eintracht. Heute dürfen wir Läufer in die Arena einlaufen, und das, obwohl das Stadion gar keine Laufbahn mehr hat. Schön ist das.</p>
<p>Ich melde mich an und suche wie alle anderen nach einem Stift. Auch hier greift wieder das Läufer-BSE. Obwohl es bei Anmeldungen immer zu wenig funktionierende Stifte gibt, steckt nie jemand zuhause einen in die Sporttasche. Man vergisst es einfach sofort wieder. Ich treffe nette Menschen und wir reden über die üblichen Sachen, über die Läufer vor einem Lauf reden. Schlaf, Essen, Schuhe, Kleidung. Existentielles eben. Die Damen dürfen sich in der Wintersporthalle umziehen. Dazu muss man zwar ein Stückchen dorthin laufen, aber dafür hat man hier Platz. Der Veranstalter bekommt auf diesem weitläufigen Terrain die über 3.000 Teilnehmer gut in den Griff.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/LH-Start.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2780" title="LH Start" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/LH-Start.jpg" alt="LH Start" width="499" height="374" /></a></p>
<p>Am Start treffe ich meinen Freund Jörg und schon wieder weitere nette Menschen. Jörg begleitet heute eine Freundin, die von ihrem 17-jährigen Sohn und dessen Kumpel herausgefordert wurde: wer zuerst im Ziel ist, gewinnt die Wette. Viel Lauferfahrung haben beide nicht. Trotzdem peilt die kleine Gruppe eine Zeit unter zwei Stunden an. Da bin ich dabei. Wenn auch ein bisschen mit Bangen und Zähneklappern. Aber so völlig ohne Zeitziel mag ich dann auch wieder nicht laufen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/LH-Start-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2782" title="LH Start 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/LH-Start-2.jpg" alt="LH Start 2" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Los geht’s. Das Wetter ist ziemlich perfekt (gefühlt und real), nicht zu warm, nicht zu kühl, bedeckt, nicht windig. Ein langweiliges, etwas ödes Wetter für den Normalmenschen, ein paradiesisches für Läufer. Schon bald stellt sich heraus, dass uns die anfängliche Enge im Feld noch länger heimsuchen wird. Die Läufermasse macht überraschenderweise keine Anstalten, sich in Luft aufzulösen, tatsächlich sind alle Läufer um uns herum auch keine Hologramme, sondern echte Exemplare mit scharfkantigen Ellenbogen und plötzlichen Richtungswechseln. Eine Herausforderung für Jörg und mich, für Mutter, Sohn und Kumpel. Und sicher auch für alle anderen, die in unserem Zeitbereich laufen. Was nützt der schönste Blockstart, wenn man im begehrtesten Block landet? Allein das ist schon ein Grund, wieder mehr zu trainieren. Wer schneller läuft, hat mehr Platz. Ich beschließe umgehend, eine Eliteläuferin zu werden.</p>
<p>Nach anfänglichem Straucheln und Stolpern erreichen wir unsere Reisegeschwindigkeit, die uns eine Zeit knapp unter 2 Stunden ermöglichen sollte. Die beiden jungen Männer sind guten Mutes und machen Scherze. Da ich das siebzehnte Lebensjahr bereits abgeschlossen habe, spare ich vernünftigerweise etwas Energie und plaudere lieber nicht mit. Viel wichtiger ist es auch, dass ich das schönste Kleidungsstück im Feld fotografiere. Eine schimmernde Tight, ein Hosenbein in altrosé, eines in blasslila. Getragen von einem Herren, kombiniert mit einem royalblauen T-Shirt. Das ist so großartig, dass es festgehalten werden muss. Die Hose ernenne ich hiermit zur „Tight of the year 2011“. Was soll danach noch kommen?!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/Tight-of-the-year.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2783" title="Tight of the year" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/Tight-of-the-year.jpg" alt="Tight of the year" width="384" height="512" /></a></p>
<p>Nach etwa 7 Kilometern tritt Erleichterung ein, die Strecke wird breiter, die Enge lässt nach. Zuviel menschliche Nähe ist auf Dauer auch nicht gesund. Ich genieße das Wetter, den fehlenden Wind am Mainufer (der ist dort sonst immer!) und überhaupt. Ich laufe und fühle mich gut. Auch die anderen sehen prima aus. Aus dem Augenwinkel beobachte ich die beiden jungen Männer. Der eine ist noch am Vortag 90 Minuten lang einen Fußballplatz auf und ab gerannt. Alles riecht danach, dass die beiden sich übernehmen werden. In dem kleinen Familienwettkampf bin ich natürlich für die Mutter. Sie ist meine Altersklasse und es würde mir gut gefallen, wenn sie die Wette gewinnt. Davon abgesehen finde ich beide Parteien ziemlich cool. In wie vielen Familien läuft man schon sonntags morgens um die Wette?</p>
<p>Bei km 10 gibt es zu trinken. Wasser, Tee, Roßbacher Sport – alles, was das Herz begehrt. „Trinken, trinken, trinken!!“ brüllt ein hochmotivierter Helfer. Tun wir. Die beiden Jungs nutzen die Gunst der Minute und geben Gas. Jörg und Heike, die Mutter, atmen durch. Wir liegen bei 57:53. Für unter 2 Stunden wird es knapp. Die Jungs kriegen wir wieder, sage ich etwas unsicher. Ich laufe jetzt voraus und versuche, ein wenig zu ziehen. Aber Heike mag das Tempo nicht mitgehen. Jörg bleibt bei ihr. Ich überlege, was ich tun soll. Bei den beiden bleiben? Versuchen, die Jungs einzuholen? Ich könnte ja so vielleicht die Ehre der W40erinnen retten. Kann ich noch unter 2 Stunden bleiben? Während ich grüble, tauchen plötzlich die jungen Männer in meinem Blickfeld auf, die wieder an Tempo verloren haben. Da kann ich nicht widerstehen und mache mich an die Verfolgung. Bei km 14 habe ich sie überholt.</p>
<p>Mein früherer Musiklehrer sagte mir einmal, man müsste immer einen Apfel im Auto haben. Wenn man dann die Gelegenheit hätte, mit seiner alten Klapperkiste einen Porsche zu überholen, müsste man dabei ganz locker in den Apfel beißen, um lässig zu wirken. Psychologische Kriegsführung unter Männern. Manchmal, wenn ich jemanden beim Laufen überhole, beiße ich innerlich in einen Apfel. Es muss ja niemand wissen, dass ich in Wirklichkeit am Anschlag laufe. Interessanterweise wirkt die Methode vor allem bei mir selbst. Ich versuche, so lange lässig zu wirken, bis ich am Ende selbst glaube, es zu sein und noch viele Reserven zu haben. Jaja, das Mentale &#8230;</p>
<p>Ab jetzt bin ich auf mich allein gestellt. Niemand zieht, niemand bremst, niemand macht Scherze mit mir. Ich muss nicht lange nachdenken, um zu wissen, was zu tun ist. Ich werde das machen, was ich immer mache: versuchen, mein Zeitziel zu erreichen. Es ist schwierig, aber nicht unmöglich. Es gibt noch viele Äpfel, in die ich beißen kann, viele Läufer haben sich zum Saisonstart ein bisschen übernommen und lassen sich überholen. Die Wendepunktpassage im Wald gefällt mir. Man kann entgegenkommenden Läufern zuschauen und ist abgelenkt. Für mich ein mentaler Pluspunkt und das, obwohl man eine halbe Ewigkeit in eine Richtung unterwegs ist, nur um danach das alles wieder zurückzulaufen. Den MFF beeinflusst das für mich nicht.</p>
<p>Schwierig wird es allerdings danach. Ich nähere mich dem Stadion – aber das nutzt gar nichts. Denn die Strecke zieht sich noch einmal um die ganze Arena herum. Die letzten Kilometer sind nie die kürzesten, doch beim Frankfurter Lufthansa Halbmarathon erscheinen sie als das nackte Grauen. Sie hören einfach nicht auf. Ein ganz typisches Minus für den Mentalen Fies-Faktor. Die gefühlte Strecke erfordert hier den ganzen Läufer, obwohl alles flach bleibt und der Untergrund vollkommen unkompliziert ist. Reine Kopfsache. Der Läufer, der neben mir ächzt, schüttelt fassungslos den Kopf. „Das zieht sich wie Kaugummi!“ Wir haben es gleich. Doch optisch wirkt es so, als würden die Läufer vor uns nicht nach rechts abbiegen, sondern einfach immer weiter geradeaus laufen. „Die laufen jetzt wieder in den Wald da vorne! Das geht jetzt immer so weiter!“ schnauft mein entsetzter Mitläufer. Über diese Vorstellung müssen wir dann doch beide lachen. Es ist kaum zu fassen, aber irgendwann dürfen wir tatsächlich abbiegen und ins Stadion hinein. Ich stoppe die Uhr bei 1:59:45. War gar nicht so schwer. Mich macht es trotzdem ziemlich froh. Das Glück wird vollkommen durch das angebotene „Faust“, das tollste alkoholfreie Bier der Welt. Und eine Bio-Banane von Querbeet. Hällisch, wie der Hesse sagt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/LH-Faust.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2784" title="LH Faust" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/LH-Faust.jpg" alt="LH Faust" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/Querbeet-Bananen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2785" title="Querbeet Bananen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/Querbeet-Bananen.jpg" alt="Querbeet Bananen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Später sehe ich zwei junge Frauen ins Ziel kommen, auf deren T-Shirt steht „Frank ist schuld“. Kurz darauf taucht ein Mann auf, dessen Shirt sagt: „Ich bin schuld.“ (Frank?) Vermutlich haben heute noch mehr Menschen eine Wette laufen. Nachdem ich mich trocken gelegt habe, besorge ich mir eine große Tasse Kaffee und ein kleines Stück Kuchen. Zeit für das erste Kuchenfoto der Saison. Das gefühlt schönste bis jetzt in diesem Jahr. Gemessen mit dem MSF. Dem Mentalen Streusel-Faktor.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/LH-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2786" title="LH Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/03/LH-Kuchen.jpg" alt="LH Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Nachtrag: Der Sohn hat die Wette gewonnen. Er kam mit seinem Kumpel in 2:05 genau eine Minute vor seiner Mutter ins Ziel. Respekt.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #d2691e; border-left-color: #d2691e; border-right-color: #d2691e; border-bottom-color: #d2691e; background-color: #fff5ee; ">Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s hier: <a href="http://www.spiridon-frankfurt.de/" target="_blank">www.spiridon-frankfurt.de</a></div>

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		<title>Die einsamen Frauen von Kronberg.</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Sep 2010 18:22:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Würde es eine „Hall of fame“ der schönsten Volksläufe in Südhessen, Rhein-Main und dem Taunus geben, wäre der Altköniglauf in Kronberg ganz vorne mit dabei. Die Strecke hat alles, was eine gute Strecke braucht: Natur, Steigungen, psychologische Belohnungen und Unterhaltungsmomente.]]></description>
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<p>Würde es eine „Hall of fame“ der schönsten Volksläufe in Südhessen, Rhein-Main und dem Taunus geben, wäre der Altköniglauf in Kronberg ganz vorne mit dabei. Die Strecke hat alles, was eine gute Strecke braucht: Natur, Steigungen, psychologische Belohnungen und Unterhaltungsmomente. Der Termin im frühen Herbst sorgt außerdem oft für die wunderbarsten Wetterbedingungen. Heute leider nicht. Heute ist es grau und trübe und man kann von Glück sagen, dass die Wolken zu depressiv sind, um zu regnen. Außerdem reicht es nicht einmal für 10 Grad und das ist für um den Sommer trauernde Läufer hart.  Und trotzdem: die Umkleide ist pudelwarm und sauber und nach den ersten Minuten Einlaufen scheint alles nicht mehr so tragisch.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/09/Kronberg-Anmeldung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2598" title="Kronberg Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/09/Kronberg-Anmeldung.jpg" alt="Kronberg Anmeldung" width="384" height="512" /></a></p>
<p>Trotzdem schlurfen die Läufer ein wenig willenlos umher und müssen vom Mann am Mikro beinahe zum Start getragen werden. Was? Start? In zwei Minuten? Ist doch noch eewig Zeit. Immer drängender treibt man die Schäfchen zusammen. Wo ist überhaupt die Startpistole? Läufer nesteln an den Schnürbändern, der Veranstalter fuchtelt mit der Pistole. Heute scheint alles etwas konfus. Aber dann knallt es doch und auf Veranstalterseite freut man sich über die Funktionstüchtigkeit der Pistole ebenso wie darüber, dass die ganze Truppe endlich auf die Strecke geht. Zumindest die 20km Läufer sind fürs erste beschäftigt.</p>
<p>Es geht hinaus aus den neu und adrett angelegten Sportanlagen über ein kleinen Hügel, über die Straße – und schwupp ist man auch schon im Grünen. Luxus. Keine endlosen Ortsstraßen mit trostlosen Vorgärten, keine vielen Kurven über Bürgersteige, heute geht es direkt in den natürlichen Lebensraum des Läufers – den Wald. Schnell gibt es die erste kleine Steigung und man ist endgültig warm. Die meisten lassen es vergleichsweise gemütlich angehen. Man braucht hier Körnchen bis zu Schluss, auch wenn die zweite Hälfte deutlich einfacher ist.</p>
<p>Ich schaue nach jedem Kilometer auf die Uhr, mehr aus Gewohnheit, als wegen dem Nutzen. Auf dieser Strecke ist jeder Kilometer ein bisschen anders, in einen gleichförmigen Trott zu fallen ist unmöglich. Das ist ein großer Teil des Spaßfaktors und gleichzeitig entspannt es auch. Weiß der Geier, was meine Zwischenzeit bedeutet. Kurz hinter Kilometer vier steht eine einsame Frau im Wald. Sie lächelt den Läufern so freundlich entgegen, als hätte sie am VHS-Kurs „Positive Stimmung für Streckenposten (Fortgeschrittene)“ teilgenommen.  Tatsächlich steht sie als Streckenposten an einer Weggabelung, die aber für mich jetzt noch nicht relevant ist. Für’s erste laufe ich stur geradeaus und freue mich über das Schild „14 km“, was gleich hinter ihr steht. Ich werde also nochmal hier vorbeikommen und mich voranlächeln lassen (ich komme sogar noch zweimal vorbei, aber das hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht auf dem Schirm).</p>
<p>Hinter mir läuft ein Mann, der in regelmäßigen Abstanden „Super“ vor sich hinmurmelt. Das erste Mal passierte es, als ein Läufer uns überholte und ich interpretierte das „Super“ als respektvolles Hinterhernicken. Doch kurz drauf schon wieder: „Super“. Ich hatte gerade die Spur gewechselt. Hat es ihm nicht gefallen? Laufe ich ihm vor den Füßen herum? („Na super, jetzt rumpelt dieses Nilpferd auch noch auf meiner Spur vor mir her!“) Beim dritten „Super“ denke ich, der Mann überprüft in der Steigung seinen Puls und freut sich, noch am Leben zu sein. Vielleicht spricht er aber einfach nur aus, was alle denken: „Super, dieser Altköniglauf. Und ich mittendrin. Super!“ Vielleicht hat der Mann ja aber auch einfach nur eine Meise. Beim vierten „Super“ ist mir die Sache nicht mehr geheuer und ich suche behutsam das Weite.</p>
<p>Jetzt laufen ein Mann und eine Frau vor mir. Die beiden sind ein Phänomen: sie haben die Autopiloten eingelegt und laufen ein Tempo. Egal, ob bei der kräftigsten Steigung oder dem dollsten Gefälle. Das Tempo ist völlig gleich. Da ich bei der Steigung ein bisschen Gas heraus nehme und es bergab rollen lasse, überholen wir uns dauernd gegenseitig.  Kurios. So locker wie die beiden den Berg nehmen, müssten sie eigentlich viel schneller sein als ich. Trotzdem. Es wirkt so, als würden sie bergab kräftig bremsen. Das seh ich gar nicht ein. Warum auch? Viel zu sehr genieße ich die Gefälle. Irgendwann in der zweiten Hälfte hänge ich sie einfach ab. Nicht einmal mit Absicht, es passiert einfach.</p>
<p>Im Kronberger Wald haben einzelne Streckenabschnitte einen Namen. Wenn man Glück hat, stehen Schilder an der Strecke, um sie zu markieren. Die „grüne Hölle“ zum Beispiel, die aus einer moderaten Steigung in saftiger Vegetation besteht. Oder die „Autobahn“, die bergab für einen ordentlichen Temposchub sorgt. Wie letztes Jahr steht das Schild „Autobahn. Gib Gas!“ am Fuß der Steigung, also auf dem Hinweg. Vielleicht ist damit ja gemeint, dass man Gas geben muss, damit man nicht wie ein LKW am Drackensteiner Hang liegen bleibt. Keine Ahnung. Ich ignoriere das mal lieber.</p>
<p>An jeder Weggabelung steht sie wieder – eine einsame Frau. Während die Männer des MTV Kronberg offensichtlich schon mal selbstvergessen die Grillkohle im Grill verteilen und den Senfstrahl des Senfspenders prüfen, also wichtige Dinge tun, die nur Männer tun können, stehen die Damen im Wald und lächeln. An jedem Knotenpunkt eine. Das hat beinahe etwas Märchenhaftes. Der Läuferwald mit den Waldfeen.</p>
<p>Wie in Nidderau-Eichen bekommen hier die Vögel anscheinend regelmäßig Post zugestellt, denn die kleinen Vogelhäuschen an den Bäumen haben Hausnummern. Natürlich gibt es auch Streckenverpflegung (mit Männerbeteiligung), aber ich sehe heute davon ab, etwas zu trinken. Das Getränk ist vermutlich kalt und  würde meinen noch dösenden Magen erschrecken.</p>
<p>So hangle ich mich von Fee zu Fee, bestaune Läufer, die mir entgegen kommen oder vor mir abbiegen, laufe immer wieder von verschiedenen Richtungen aus über die gleiche Brücke (den „fly over“) und freue mich. Es läuft einfach toll. Ich bin vorsichtig angegangen, habe den höchsten Punkt der Strecke samt Kuhglocke mit guter Laune passiert und laufe wie im Traum. Die Strecke ist so angelegt, dass sich kein Abschnitt wirklich in die Länge zieht. Immer ist etwas los, es geht auf und ab und noch bevor ein mentales Tief auftauchen kann, steht da eine Frau und lächelt. Ab km 17 renne ich los und löse jede Bremse. Ich weiß, dass es nur noch einen kleinen Hügel zu nehmen gibt. Den „Berg der Wahrheit“. Der Rest ist Dumdideldum.</p>
<p>Bei km 18 wurschtelt sich ein Pilzsammler durchs Unterholz und ich will ihn schon fragen, ob die Pilze heute beißen (das fragt man doch Angler auch so), aber dann denke ich, ich muss mich auch mal ordentlich aufs Laufen konzentrieren, ich bin schließlich gleich da. Mein Ziel: besser als die mäßigen 1:53:01 aus dem letzten Jahr. Das sollte gelingen.</p>
<p>Als ich auf dem Sportplatz einlaufe, schaue ich nicht auf die Uhr. Leider. So bemerke ich erst sehr spät, dass eine Zeit unter 1:50 möglich ist. Zum Glück macht mir ein Schlussspurt nicht viel aus. Meine Uhr stoppe ich bei 1:49:57. Die offizielle Zeit liegt leider drüber. Egal. Nettozeit gilt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/09/Kronberg-Kuchen1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2599" title="Kronberg Kuchen1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/09/Kronberg-Kuchen1.jpg" alt="Kronberg Kuchen1" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Ich ziehe fünf Shirts und Jacken übereinander an und dann tun wir einfach so, als wäre es noch Sommer und essen Kuchen wie immer. Der ist sogar auch noch besonders großartigl. Und weil die Männer von Kronberg so hart dafür geschuftet haben, essen wir auch noch eine Grillwurst hinterher. Kein Zweifel, das war mein bester und schönster Lauf in diesem Jahr. Märchenhaft.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/09/Kronberg-Kuchen21.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2601" title="Kronberg Kuchen2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/09/Kronberg-Kuchen21.jpg" alt="Kronberg Kuchen2" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/09/Kronberg-Grill.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2602" title="Kronberg Grill" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/09/Kronberg-Grill.jpg" alt="Kronberg Grill" width="384" height="512" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><em> <div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #c0c0c0; border-left-color: #c0c0c0; border-right-color: #c0c0c0; border-bottom-color: #c0c0c0; background-color: #ffebcd; "><em>Mehr zu Lauf und Veranstaltung gibts beim </em><a href="http://www.mtv-kronberg.de/templates/php/index.php?ar=0/1" target="_blank"><em>MTV-Kronberg</em></a><em>.</em></div></em></p>
<p style="text-align: left;"><em><br />
</em></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Kronberg&amp;address=Kronberg&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=12&amp;hl=de&amp;t=1285525082" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
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<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/">Anfahrtsbeschreibung</a></td>
</tr>
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		<title>Frau Schmitt, das Bergfräulein.</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Jun 2010 18:49:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eppstein kenne ich von Katja. Sonst eigentlich nicht. Ich war noch nie dort, auch nicht zum Volkslaufen. Dabei hätte ich bereits 24-mal die Gelegenheit gehabt. So oft hat der Eppsteiner Burg-Lauf nämlich schon stattgefunden. (...)]]></description>
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<p>Eppstein kenne ich von Katja. Sonst eigentlich nicht. Ich war noch nie dort, auch nicht zum Volkslaufen. Dabei hätte ich bereits 24-mal die Gelegenheit gehabt. So oft hat der Eppsteiner Burg-Lauf nämlich schon stattgefunden. Rechtzeitig bevor der 25. Lauf ansteht, kontaktiert mich Manfred Helbig vom TSG Eppstein und sagt mir, dass er nie, nie, nie wieder auf meine Website geht, wenn ich nicht auch mal nach Eppstein komme. (Das sagt er natürlich nicht wirklich, aber es steht zu befürchten.) Ein Jubiläumslauf ist eine wichtige Sache. Wenn man dazu eingeladen wird und geht nicht hin, ist das ganz schlecht für’s Laufkarma. Ich sage sofort zu.</p>
<p>Der Eppsteiner Burg-Lauf ist 7.777 Meter lang, das entspricht einer Altdeutschen Meile. Bei offiziellen Vermessungen ergab die Strecke auch schon mal 7.685 Meter. Das macht aber nichts, denn die Altdeutsche Meile ist streng genommen sowieso nur 7.532,484 Meter lang. Dieses Durcheinander ist an sich schon kurios genug, um den Lauf ins Herz zu schließen. Im Jahr 1986 dachten sich die Eppsteiner einfach: 10er kann jeder. Außerdem ist unser Terrain so hügelig, dass man ohnehin nur Zeiten laufen kann, die mit nichts zu vergleichen sind. Dann kann man auch gleich eine wahrhaft unvergleichliche Strecke bauen. Das ist in jeder Hinsicht gelungen. Aber dazu später mehr.</p>
<p>Der Lauf findet traditionell an einem Freitagabend statt. Einer der Gründe, weshalb ich noch nie in Eppstein war. Mein innerer Volkslauf-Wecker klingelt einfach Sonntags morgens. Freitags abends läutet eher der Biergarten- oder Couch-Wecker. Aber egal. Heute ist eben alles etwas anders. Sogar meine Anfahrt – ich nehme die S-Bahn in den Taunus. Geht prima. Vom Bahnhof aus arbeite ich mich zum Sportplatz am Bienroth hoch. Das ist bereits eine stramme Steigung und ich ahne, worum es hier geht. Unterwegs begegnet mir die Burg, die dem Lauf ihren Namen gibt und ich finde schon jetzt alles großartig.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bild-13.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2419" title="Bild 13" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bild-13.png" alt="Bild 13" width="393" height="200" /></a></p>
<p>Oben angekommen lande ich an einem idyllisch gelegenen, sonnigen Sportplatz mit einem kleinen Vereinsheim. Schon jetzt gibt es Bratwurst, Pommes und Bier und ich überlege, ob ich überhaupt noch laufen soll. Was sollte ein Paradies noch paradiesischer machen?</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Atmo.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2420" title="Eppstein Atmo" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Atmo.jpg" alt="Eppstein Atmo" width="512" height="384" /></a>Ich melde mich an und darf mich wie ein VIP fühlen. Eine Welle von Freundlichkeit überrollt mich. Warum war ich eigentlich nicht früher schon in Eppstein? Die Startnummer sieht ein bisschen aus, als hätte sie ebenfalls 25stes Jubiläum – eine Bip Chip Nummer, die mehrfach verwendet wird. Das ist im Sinne der Umwelt und deshalb völlig in Ordnung. Ich treffe nette Laufkollegen und wir plaudern. Danach inspiziere ich den Platz. Für einen Lauf um 19:30 Uhr wurde hier in den Gänseblümchen tatsächlich ein fulminantes Kuchenbuffet aufgebaut. Damit wurde ich bereits im Vorfeld gelockt, aber ich wollte es kaum glauben. Vegetarische Kuchenallergiker dürfen sich außerdem an Käsebrötchen und Melonen laben.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Kuchenbuffet.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2421" title="Eppstein Kuchenbuffet" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Kuchenbuffet.jpg" alt="Eppstein Kuchenbuffet" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Verpflegung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2422" title="Eppstein Verpflegung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Verpflegung.jpg" alt="Eppstein Verpflegung" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Obendrein ist hier ein Massagezelt aufgebaut. Donnerwetter. Während auf dem Rasen die Aufwärmübungen starten, entdecke ich in einer Ecke gepflanzte Buchstaben. Vermutlich das Grabmal des unbekannten Läufers. Was es hier alles gibt!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Massage.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2423" title="Eppstein Massage" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Massage.jpg" alt="Eppstein Massage" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-TSG.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2424" title="Eppstein TSG" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-TSG.jpg" alt="Eppstein TSG" width="512" height="384" /></a>Die Sonne scheint noch immer kräftig, als pünktlich der Startschuss fällt. Ich fange sofort an zu grübeln. Wie läuft man 7,777 km? Vor allem: diese 7,777 km? Das Streckenprofil habe ich mir zwar angesehen, aber es sah so verdächtig harmlos aus. Kurz hoch, dann runter, runter, runter, dann irgendwie, dann wieder hoch, hoch, hoch.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/eppstein-profil.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2425" title="eppstein profil" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/eppstein-profil.jpg" alt="eppstein profil" width="500" height="375" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Auf dem Asphalt sind überall hellblaue Füße aufgemalt. Sie sind die Eppsteiner Version der blauen Linie und zeigen die Strecke an. Mein Grübeln wird sofort gestoppt, da es gleich ins Eingemachte geht. Das Eingemachte kommt in Form einer Steigung, die auf der Karte viel kürzer und harmloser aussah. Aber so richtig lang ist sie dann doch nicht (was ist bei 8 km schon lang?) und es geht bald ordentlich bergab. Wie soll ich denn das nun wieder laufen? Ins Tal zu stürzen wie ein Wasserfall macht wenig Sinn. Schließlich muss man das alles wieder hoch. Andererseits scheint das einer der wenigen Abschnitte zu sein, wo man ein bisschen Gas geben kann. Zu blöd aber auch, dass ich die Strecke noch nie gelaufen bin! Ich rolle ein wenig verhalten durch den Wald nach unten. Der Sache hier ist nicht zu trauen. Immer wieder lauert uns ein kleiner Stich nach oben auf.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Fuß.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2426" title="Eppstein Fuß" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Fuß.jpg" alt="Eppstein Fuß" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Wo sind denn überhaupt die Kilometer-Schilder? Eigentlich egal, die nutzen hier sowieso nichts. Nach etwa 2,5 Kilometern bin ich unten in der Altstadt. Hier muss eine kleine Runde zwei Mal durchlaufen werden. Als ich die erste Runde starte, fegt bereits eine dunkelhäutige Schönheit auf ihrer zweiten vorbei. Ich seufze ein bisschen. Die Altstadt hatte ich mir eigentlich ganz beschaulich vorgestellt. An der Burg vorbei, dumdideldum, den Zuschauern freundlich zulächeln und sich vom Fachwerk bescheinen lassen. Dabei Kräfte sammeln für den Rückweg nach oben. Die Burg-Runde erweist sich allerdings als ein Wolf im Altstadt-Pelz. Nach einigen Metern über Kopfsteinpflaster geht es plötzlich kräftig bergauf. Noch immer sind es über 25 Grad und mein Kopf verwandelt sich langsam in eine überdimensionale Tomate. Die Steigung, die auf der Profilkarte geradezu lächerlich aussah, ist eine echte Herausforderung. Mit etwa 35 Höhenmetern auf 400 Metern hat man durchaus etwas zu tun. Als Sahneklecks endet die Steigung in einigen Treppenstufen. Der ganze Spaß muss danach ein nocheinmal durchlaufen werden. Als wir ein zweites Mal an die Treppe des Grauens kommen, haben viele den Laufschritt aufgegeben und gehen. Auch ich mag die Stufen nicht hochlaufen. Ne ne ne.</p>
<p>Vielleicht, so überlege ich, ist das alles nur ein 25 Jahre alter Druckfehler. Statt Burg-Lauf sollte es eigentlich Berg-Lauf heißen, aber irgendwann war es zu spät, etwas daran zu ändern. Und schließlich hat ja auch schon Andre Rieu gesagt, er sähe keinen Unterschied zwischen „U“ und „E“.</p>
<p>Danach heißt es „Tschüss Burg“ und wir haben wieder 2,5 km Anstieg vor uns. Wirklich, wer sich diese Strecke ausgedacht hat, muss viel Humor haben. Falsch, erklärt man mir später. Man habe hier keinen Humor, sondern topographische  Begebenheiten. Das sei etwas völlig anderes. Allerdings glaube ich bei dieser Erklärung ein ganz leises Kichergeräusch vernommen zu haben.</p>
<p>Der Rückweg, den ich mir so schwierig vorgestellt hatte, ist dann aber psychologisch viel einfacher zu bewältigen, als die Altstadt-Runden. Man taucht wieder in den Wald ein und dort ist es deutlich kühler. Auf dem Waldweg lässt sich auch wieder ein Hauch von Rhythmus finden und man kann sich nach oben walzen, wie man es auch schon auf vielen anderen Strecken getan hat. Ganz zum Schluss geht es fast 500 Meter so steil bergab, dass man aufpassen muss, die Strecke nicht auf dem Bauch liegend zu beenden. Wie gesagt, der Lauf hat eine Menge komödiantische Aspekte.</p>
<p>Bei 47:03 komme ich ins Ziel. Keine Ahnung, was diese Zeit bedeutet. Später erfahre ich, dass man damit 46. Frau von 90 wird, 20. der Altersklasse von 38. Hier treten fast nur Läuferinnen und Läufer an, die Steigungen lieben und sie vor der Haustür haben. Wolfgang Münzel, Organisationsdirektor der World-Mountain-Race-Association, der seit 1990 als damaliger Berglaufmeister den Streckenrekord von 24:58 hält, hat die Schirmherrschaft für diesen 25. Burg-Lauf übernommen. Hätte ich mich mal anständig informiert, hätte ich besser gewusst, was auf mich zukommt. Jetzt habe ich jedenfalls eine Benchmark. Vielleicht ist das überhaupt der Trick der Eppsteiner: wer einmal da war, wird wieder kommen. Damit er seine Zeit wenigstens mit irgendetwas vergleichen kann.</p>
<p>Im Ziel schwitze ich. Und schwitze. Und schwitze. Ich denke, ich werde wohl nie mehr aufhören können zu schwitzen. Als Zielverpflegung gibt es Zitronentee in einem großen Gerippten (für Nicht-Hessen: einem Apfelweinglas), das man mit nach Hause nehmen darf. So sehr man vom Veranstalter mit der urkomischen Strecke gepeinigt wird, so liebevoll wird man dafür auch wieder entschädigt.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Äpplerglas.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2427" title="Äpplerglas" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Äpplerglas.jpg" alt="Äpplerglas" width="384" height="512" /></a>Während die Jubiläums-Ehrungen für den besonders wackeren harten Kern des Vereins folgen, esse ich um etwas 21 Uhr erst einmal ein Stück Kuchen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Ehrung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2428" title="Eppstein Ehrung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Ehrung.jpg" alt="Eppstein Ehrung" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2429" title="Eppstein Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Kuchen.jpg" alt="Eppstein Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Die Bierbänke bleiben gut besetzt, keiner eilt zu familiären Verpflichtungen nach Hause, wie am Sonntag Mittag. Nach der Siegerehrung spielt die Band „Faltenrock“ auf, ein paar Herren, deren Zeit in der M30 schon eine Weile zurückliegen dürfte. Damit und mit ihrem Repertoire passen sie hervorragend zu den anwesenden Läufern und die Stimmung ist friedlich und großartig.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Siegerehrung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2430" title="Eppstein Siegerehrung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Siegerehrung.jpg" alt="Eppstein Siegerehrung" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Faltenrock.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2431" title="Eppstein Faltenrock" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Eppstein-Faltenrock.jpg" alt="Eppstein Faltenrock" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Kurz vor 23 Uhr breche ich müde und vollkommen zufrieden mit mir und der Welt vom Sportplatz auf. Ein Laufkollege nimmt mich sogar mit zurück in die Stadt. Wunderbar.</p>
<p>Ich steige an der Alten Oper in Frankfurt aus und beschließe, noch ein paar Schritte zu meinem Fahrrad an der Konstabler Wache zu gehen. Es ist Opernplatzfest und ich bahne mir den Weg durch Alkohol und Rauchschwaden. Auf der Fressgass hinter dem Platz schreit mich ein gut gekleideter Mann von der Seite an. „Ich befehle Dir!“. Ich frage ihn nicht, was und er verrät es mir auch nicht. Er brüllt noch einmal, dass er mir etwas befiehlt und geht dann schnell weiter. Vor mir knickt eine junge Frau in abenteuerlich hohen High-Heels um. Eine andere brüllt in ihr Handy, dass die Verbindung so schlecht sei. Dann versucht sie ihren Freund, der weit vor ihr herläuft, dazu zu bewegen, langsamer zu gehen. Doch der dreht sich zu ihr um und schreit: „Geh doch rumhuren, du Hure.“ Auf der Zeil sind gefühlte 70% der Menschen, die mir entgegenkommen, vollkommen betrunken. Entfesselte Spanien-Fans feiern ihren Sieg beim Fußball-Match mit Vuvuzelas. Ich setze ein irres Lächeln auf und hoffe, damit ausreichend bewusstseinsgetrübt zu wirken, um nicht weiter aufzufallen. Eine kleine Gruppe etwa 20-jähriger kommt mir entgegen. Darunter zwei eingehakte Frauen. Als sie etwa auf meiner Höhe sind, ruft die eine „Wir müssen pissen!“ Auch in Eppstein wurde Bier ausgeschenkt, aber keiner wollte mich über seine Notdurft-Lage informieren.</p>
<p>Zuhause angekommen scheint es mir, als wären kleine Volksläufe im Allgemeinen und solche in Eppstein im Besonderen eines der wenigen Mittel, um für den Wahnsinn des Alltags wieder eine Weile gestärkt zu sein.</p>
<p><em> <div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #cd853f; border-left-color: #cd853f; border-right-color: #cd853f; border-bottom-color: #cd853f; background-color: #ffefd5; "><em>Übrigens: beim Eppsteiner Burg-Lauf gibt es auch eine Kinder-Staffel und  einen Nordic-Walking-Wettbewerb. Mehr Infos unter: </em><a href="http://www.eppsteiner-burglauf.de" target="_blank"><em>www.eppsteiner-burglauf.de</em></a></div></em></p>
<div style='margin-top:2px;margin-bottom:2px;width:425px;font-family:Arial,Helvetica,sans-serif;font-size:9px;color:#535353;background-color:#ffffff;border:2px solid #ee5500;font-style:normal;text-align:right;padding:0px;padding-bottom:3px !important;'><iframe width='425' height='544' border='0' src='http://www.runmap.net/route/424650/widget?width=425&amp;height=350&amp;extended=true&amp;maptype=1&amp;unit=km&amp;redirect=no&amp;distance_markers=always' frameborder='0' marginheight='0' marginwidth='0' scrolling='no'></iframe><br />Laufroute <a style='color:#ee5500; text-decoration:underline;' href='http://www.runmap.net/route/424650'>424650</a> &#8211; powered by <a style='color:#ee5500; text-decoration:underline;' href='http://www.runmap.net'>Runmap</a>&nbsp;</div>

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		<title>Bonames – twelve points!</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Jun 2010 17:27:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Bonames! Was ist denn das für ein Ortsname! Ist das eine Abkürzung?“ Hat mich vor ein paar Tagen eine Ortsfremde gefragt. Tatsächlich, es könnte gut eine Abkürzung sein. Für „Boxwütige Nachbarn machen Essig“ zum Beispiel. Oder „Bodenlose Naturisten mit Essstäbchen.“ Aber so naheliegend diese Erklärungen auch sind: Bonames heißt einfach so. Ohne Abkürzung. Das könnte von „Bona mansio“ kommen, sagt Google, was soviel bedeutet wie „gute Raststätte“. Damit das Rasten auch so richtig gut wird, laufen wir vorher dort eine Runde.]]></description>
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<p>„Bonames! Was ist denn das für ein Ortsname! Ist das eine Abkürzung?“ Hat mich vor ein paar Tagen eine Ortsfremde gefragt. Tatsächlich, es könnte gut eine Abkürzung sein. Für „Boxwütige Nachbarn machen Essig“ zum Beispiel. Oder „Bodenlose Naturisten mit Essstäbchen.“ Aber so naheliegend diese Erklärungen auch sind: Bonames heißt einfach so. Ohne Abkürzung. Das könnte von „Bona mansio“ kommen, sagt Google, was soviel bedeutet wie „gute Raststätte“. Damit das Rasten auch so richtig gut wird, laufen wir vorher dort eine Runde.</p>
<p>Ich wähle heute die kleine, die 10er Strecke. Die 15er ginge sicher auch, aber ich bin noch in der Schonzeit. Mit dem Kopf durch die Wand ist kein gutes Gesundheitsrezept. Wir sind mal wieder zu früh und staunen über die Sonne. Weil noch soviel Zeit bis zum Start bleibt, mache ich innerlich repräsentative Erhebungen zur Häufigkeit von Schuhmarken. Erwartungsgemäß liegt Asics vorn, aber nur leicht. Sie werden dicht gefolgt von Brooks, die wiederum von Adidas und Nike gejagt werden. Mizuno ist hier und heute in Bonames zurückgefallen. So nützlich kann man sich die Zeit vertreiben.</p>
<p>Ich begleite meinen Trainingspartner schließlich zum Start der 15km-Läufer, der etwas entfernt von den Umkleiden liegt. Auf der kleinen Wiese am Flüsschen Nidda werden ordentliche Aufwärmübungen durchgeführt. Unter Anleitung, versteht sich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Gymnastik.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2372" title="Bonames Gymnastik" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Gymnastik.jpg" alt="Bonames Gymnastik" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Halbherzig lüpfe ich ab und zu ein Gliedmaß (Was ist eigentlich der Singular von Gliedmaßen?) und bin vor allem besonders engagiert, wenn es ans Lockern und Ausschütteln geht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Start-15km.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2374" title="Bonames Start 15km" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Start-15km.jpg" alt="Bonames Start 15km" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Nach dem Startschuss trabe ich wieder zurück zu den Umkleiden, um eine Geheimtoilette aufzusuchen. Bei ca. 40% aller Volkslaufveranstaltungen gibt es Geheimtoiletten, deren nähere Ortsbestimmung ich hier aus naheliegenden Gründen nicht preisgeben will. Geheimtoiletten werden deutlich weniger frequentiert als die anderen. Zum Glück machen sich viele nicht die Mühe, sie zu suchen. Nichts hat eben eine so große Anziehungskraft, wie eine einzelne Kabine in der Umkleide, deren Abfluss unter akutem Burn out-Syndrom leidet.</p>
<p>Danach trabe ich wieder zurück, um das selbe Aufwärmprogramm noch einmal zu simulieren. Der Start ist ein bisschen knäulig. Anders als gedacht, laufen doch eine ganze Menge Menschen den 10er. Das ist relativ: gemessen am JP Morgan Chase Corporate Challenge Lauf, der in diesen Tagen in Frankfurt stattfindet, ist eine Teilnehmerzahl von 150 natürlich ein Witz. Und auch dieses Knäulen in Bonames ist ein Zustand, den man sich beim JP Morgan Dingens nur inständig herbeisehnen kann. (Genauso toll wie diesen Lauf finde ich übrigens dessen Motto: „Jogging statt Mobbing“. In Wahrheit habe ich noch nie so viele rücksichtslose, aufgeblasene, rabiate und pampige Vollhorsts auf der Strecke gesehen, wie bei diesem herzerwärmenden Firmenlauf. Aber das wäre ein eigenes Thema.) Zurück zu Bonames.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Feld.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2384" title="Bonames Feld" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Feld.jpg" alt="Bonames Feld" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Wir traben durch die Felder und die Sonne brennt uns ordentlich auf die Nuss. Wie lange haben wir darauf gewartet! Ich achte beim Laufen darauf, dass mein Becken nach oben gekippt ist, wie es Danny Dreyer beim Chirunning erklärt. Andernfalls wird Chi verschüttet und wer will das schon. Tatsächlich versuche ich ein paar der Chirunning-Grundsätze anzuwenden, was nicht immer und ohne weiteres funktioniert. Aber es lenkt gut von anderen Dingen ab. Schon nach kurzer Zeit kommen wir an einen Wendepunkt – die 10er Strecke hat eine kuriose Schleife eingebaut. Wendepunkte sind super. Noch schöner wäre es, dieser hier würde bereits die Hälfte der Strecke markieren, aber man kann nicht alles haben. Wetter, Chi UND einen Wendepunkt in der Hälfte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Wendepunkt.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2375" title="Bonames Wendepunkt" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Wendepunkt.jpg" alt="Bonames Wendepunkt" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Die Strecke ist ungeheuer grün und beinahe schattenlos. Es riecht nach Mist und Felder und Fluss ziehen an uns vorbei. Mehrfach überhole ich eine blonde Läuferin, die eine erstklassige B-Note verdient. Outfit, Haltung, toll. Sie schnauft nicht einmal besonders. Während ich in halbgarer Chirunning-Manier mit kleiner Schrittfrequenz neben ihr her tapse. Leider läuft sie ungleichmäßig, weshalb es zu den wiederholten Überholmanövern kommt. Dabei habe ich eigentlich lieber sie vor mir, als den Herrn mit dem Singlet und den plüschigen Schultern, der immer wieder vor mir auftaucht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Getränke1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2387" title="Bonames Getränke" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Getränke1.jpg" alt="Bonames Getränke" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Strecke-2010.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2386" title="Bonames Strecke 2010" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Strecke-2010.jpg" alt="Bonames Strecke 2010" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Ich quäle mich ein bisschen. Zwar bin ich nicht schnell unterwegs, aber es ist doch ziemlich warm und ich korrigiere immer wieder meine Haltung. Bei km 8 scheint die blonde Dame endgültig die Oberhand zu gewinnen. Ich will jetzt nicht nachlegen, schließlich weiß ich, dass die letzten 500 Meter noch eine hübsche Steigung parat halten. Irgendwann ist dann aber doch alles egal. Ich verschütte eine Menge Chi, laufe an der Dame vorbei und nehme die Steigung ganz gut. Sie bleibt mir auf den Fersen und ich muss zu einem kleinen Endspurt ausholen. Das wollte ich zwar nicht, aber was soll man denn machen, wenn gut aussehende Blondinen hinter einem her federn? Ich halte sie hinter mir und stürze noch mit einer 55er Zeit ins Ziel. Mit kleinen Schritten, auf kurzen Strecken versuche ich wieder eine ordentliche Läuferin zu werden.</p>
<p>Ich möchte niemandem zu nahe treten. Aber ich habe nun mal schon viel Streuselkuchen nach Volksläufen gegessen. Man muss den Dingen ins Auge sehen: der aus Bonames ist der Beste. Zwar wird er inzwischen nicht mehr unter großen alten Bäumen feilgeboten, aber dieses Kuchenangebot ist nach wie vor ungeschlagen. Bonames – twelve points.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2376" title="Bonames Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen.jpg" alt="Bonames Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen-2010-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2389" title="Bonames Kuchen 2010 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen-2010-2.jpg" alt="Bonames Kuchen 2010 2" width="512" height="341" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2377" title="Bonames Kuchen 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Kuchen-2.jpg" alt="Bonames Kuchen 2" width="384" height="512" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Wurst.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2378" title="Bonames Wurst" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Wurst.jpg" alt="Bonames Wurst" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Bier.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2379" title="Bonames Bier" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Bier.jpg" alt="Bonames Bier" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Wir sitzen in der Sonne und genießen. Ich bin gerade zwei Umkleidentalk-Königinnen durch Flucht entronnen und der Kaffee schmeckt. Ein Mann verteilt Broschüren für Laufseminare. „Wie heißt denn Du?“, fragt der Nachbartisch. „Ich bin in der Broschüre“, sagt der Mann geheimnisvoll. Der Nebentisch klappt das Heft auf, deutet auf die abgebildete Person und ruft begeistert: „Du bist Annie Friesinger!“. So endet ein perfekter Lauftag. Mit meinem Lauf in dürftigem Tempo werde ich immer noch 20. Frau von 51. Der Sommer kann kommen.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Seehund.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2380" title="Bonames Seehund" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Bonames-Seehund.jpg" alt="Bonames Seehund" width="384" height="512" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><em> <div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #778899; border-left-color: #778899; border-right-color: #778899; border-bottom-color: #778899; background-color: #fffaf0; "><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s beim </em><a href="http://www.tsvbonames.de/" target="_blank"><em>TSV Bonames</em></a><em>.</em></div></em></p>

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		<title>Winterstein light.</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 07:22:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[A - F]]></category>
		<category><![CDATA[Friedberg]]></category>
		<category><![CDATA[Friedberg 10]]></category>
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Läufer sind wie Mütter. Kaum ist das schmerzhafte Ereignis  - Geburt oder Lauf &#8211; vorbei, überwiegt das Glück und alles ist vergessen. Gäbe es dieses Phänomen nicht, wären Volksläufe und Menschheit bald ausgestorben. Wer wiederholt schon freiwillig die Pein von 10 Stunden Wehen oder vier Stunden Marathon? Oder drei Stunden Volkslauf „Rund um den Winterstein“? [...]]]></description>
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<p>Läufer sind wie Mütter. Kaum ist das schmerzhafte Ereignis  - Geburt oder Lauf &#8211; vorbei, überwiegt das Glück und alles ist vergessen. Gäbe es dieses Phänomen nicht, wären Volksläufe und Menschheit bald ausgestorben. Wer wiederholt schon freiwillig die Pein von 10 Stunden Wehen oder vier Stunden Marathon? Oder drei Stunden Volkslauf „Rund um den Winterstein“? Ich nicht. Nicht heute. Mein Trainingszustand ist zu desolat für einen 30km Lauf, bei dem 20 km bergauf gehen. Ich würde den Sonntag danach im Bett verbringen und vier Tage lang die Treppen rückwärts herunter gehen. Aber es gibt ja noch eine Art „Winterstein light“ – ein 10km Lauf mit vier Kilometern Steigung. Das reicht heute völlig, finde ich. Mein Trainingspartner geht dagegen schwanger mit dem 30er und nichts kann ihn daran hindern, das Riesenbalg in Steißlage auch selbst auf die Welt zu bringen. Auch wenn es in diesem Jahr noch keinen 25 km Lauf gab, den wir sonst als Geburtsvorbereitungskurs mit Dauerhecheln nutzen.</p>
<p>Also rollen wir heute auf den Parkplatz der Henry-Benrath-Schule in Friedberg, die den Läufern traditionell Unterschlupf gewährt. Gleich bei der angrenzenden „Pension Moni“, deren Inhaberin sicher eine gute alte Freundin von Elvis ist. Alle in Friedberg sind gute alte Freunde von Elvis. Es ist Frühling. Sogar an der Fassade der Schule, denn die ist frisch gestrichen (die bildschöne Kunst am Bau noch ausgenommen). Das muss doch etwas bedeuten.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Schule.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2200" title="Friedberg Schule" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Schule.jpg" alt="Friedberg Schule" width="320" height="240" /></a></p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kunst.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2213" title="Friedberg Kunst" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kunst.jpg" alt="Friedberg Kunst" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Es zwitschert in den Zweigen wie Hölle, allem Anschein nach lässt Friedbergs Fauna das schlechte Wetter völlig unbeeindruckt. Über dem Taunus hängen dicke Wolken.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2202" title="Friedberg 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-1.jpg" alt="Friedberg 1" width="320" height="240" /></a></p>
<p>An der Anmeldung und rund um die Umkleidekabinen tummeln sich Menschen, die man einen ganzen langen Winter nicht gesehen hat. Gisela, die alle Umkleiden mit ihrem Geplauder beschallt. Der Stöhnläufer, der beim Laufen nicht nur rhythmisch stöhnt, sondern auch rhythmisch schlecht riecht. Der Oben-ohne-Mann, der seinen nackten Oberkörper für ein Erfolgsrezept hält. Und sogar der Teekessel ist gekommen, aus dem es beim Laufen laut pfeift. Es ist ein bisschen, als würden wir in die Schule gehen und nach den großen Ferien die ganzen Typen aus den Parallelklassen wieder sehen.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2214" title="Friedberg 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2.jpg" alt="Friedberg 2" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Wir laufen uns ein und mit jedem Schritt bin ich froh, mich nicht für den 30er entschieden zu haben. Ich muss es mir eingestehen: ich hab’s gerade einfach nicht drauf. Zu wenig Training. Aus der Ferne hört man, wie sich Van-Man Jochen Heringhaus warmmoderiert, eine Stimmfrequenz, die bei mir augenblicklich einen Pawlowschen Volkslaufreflex auslöst. <a style="text-decoration: none;" href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-6.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2203" title="Friedberg 6" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-6.jpg" alt="Friedberg 6" width="320" height="240" /></a>Sofort muss ich meine Schuhe auf- und wieder zuschnüren. Es geht ja gleich los. Allerdings erst für die Langdistanz. Ich zücke meinen Fotoapparat und lichte sie ab, die 550 Läufer, die morgen die Treppen rückwärts heruntergehen werden. Nach dem Startschuss simuliere ich noch ein bisschen Dehnübungen, kaufe etwas Kuchen auf Vorrat (wer weiß, ob es nachher noch welchen gibt) und stelle mich schließlich selbst zum Start auf.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Freidberg-4.jpg"><img class="size-full wp-image-2205 aligncenter" title="Freidberg 4" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Freidberg-4.jpg" alt="Freidberg 4" width="320" height="240" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2206" title="Friedberg 5" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-5.jpg" alt="Friedberg 5" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Der erste Kilometer ist streckenmäßig ein bisschen langweilig, was allerdings dadurch aufgefangen wird, dass es anfängt zu regnen. Sofort ist man beschäftigt. Zum Beispiel mit Hadern: Warum habe ich nur die Kappe nicht mitgenommen? Oder mit Zukunftsplänen: Die Haare wieder länger wachsen lassen? Was für eine blöde Idee. Im Regen total unpraktisch. Andererseits entstehen ja gerade im Regen die besten Heldenfotos. Ich halte der Fotografin am Wegrand mein immer nasser werdendes Heldengesicht entgegen. Bevor man sich aber noch länger mit dem Wetter ablenken kann, hört der Regen wieder auf. Sollte wohl nur so ein kleiner göttlicher Begrüßungstusch sein. Schon nach dem ersten Kilometer geht es langsam bergauf. Beinahe hätte ich’s vergessen. Es ist nicht steil, aber es genügt, um schwer atmend die Ellenbogen zu schwenken. Viele Läufer ziehen an mir vorbei. Angeber. Trainieren kann ja jeder. Ich versuche meine Zwischenzeiten abzulesen, aber die erscheinen mir komisch. Zu langsam. Bin ich soo eine Walze geworden? Gut, dass ich künftige Kilometerschilder verpasse, so bleiben mir etwaige Depressionsschübe wegen des schwachen Tempos erspart. Plötzlich kommt die Sonne hinter den Wolken hevor. Die nächste Gelegenheit zum Hadern: Hätte ich nicht die Sonnebrille mitnehmen müssen? Sofort geht die Sonne wieder weg. So war das doch gar nicht gemeint! Und überhaupt, müsste jetzt nicht langsam &#8230; Genau. Da ist sie wieder, die Passage mit den plattgefahrenen Fröschen. Oder Kröten. (Ich kann zweidimensionale Tiere immer so schlecht bestimmen.) Die liegen hier jedes Jahr herum, etwa über eine Strecke von einem Kilometer. Ungefähr in Höhe der Alligator-Farm, nur falls ihr mal nachschauen wollt. Man muss da einfach ein bisschen Slalom laufen, damit einem nicht so ein Frosch in die Flexkerben gerät und als neuartiges Dämpfungssystem zum Einsatz kommt. Schwupps, schon wieder ist ein Kilometer vorbei.</p>
<p>Ansonsten ist die Strecke eher unspektakulär. Ein Asphaltband zieht sich durch den Ort. Ab und zu riecht es nach Mist, die Alligatoren halten sich geruchlich vornehm zurück. Erst spät im Streckenverlauf dürfen wir in den Wald. Das ist der Vorteil der längeren Strecke: man sieht einfach mehr. Die 10er müssen dagegen nach etwas mehr als fünf Kilometern umdrehen und die ganze Strecke einfach zurücklaufen. Bei km 5 denke ich, dass hier eigentlich der Wendepunkt sein müsste. Verwirrt laufe ich weiter. Tatsächlich muss noch ein Stückchen gelaufen werden, da Start und Zielpunkt nicht der Gleiche sind. Ach so.  Kurz vor dem Wendepunkt treffe ich den Teekessel. Ich bin überrascht. Seine Lunge pfeift nicht. Nicht so schrill und laut wie sonst. Sie macht höchstens ein dezentes Säuseln. Und das bei Kilometer 5! Auf dieser Strecke geschehen seltsame Dinge.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #c0c0c0; border-left-color: #c0c0c0; border-right-color: #c0c0c0; border-bottom-color: #c0c0c0; background-color: #fff5ee; ">Lieber später lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Winterstein10.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF</a> ohne Bilder.</div></div>
<p>Ich stürze bergab. Das kann ich irgendwie. Man darf einfach nicht ins Hohlkreuz gehen oder zu sehr mit den Fersen laufen, dann bekommt man ein hohes Tempo. Wie beim Skifahren. Stelle ich mir vor. Ich kann nämlich gar kein Skifahren. Aber laufen und das genügt ja. Ich schaue auf die Uhr, rechne, wundere mich, rechne wieder, schaue wieder auf die Uhr, wundere mich – ach egal. Das kann alles nicht stimmen. Weg mit der Uhr. Braucht doch kein Mensch bei dieser Strecke. Ich gebe einfach nur Gas auf dem in der Sonne glänzenden nassen Asphalt. Vorbei an den Fröschen, dem Misthaufen und vielen, die mich vorhin überholt haben. Ha!</p>
<p>Kurz vor dem Ziel muss noch eine Brücke genommen werden. Das tut ein bisschen weh. Die Fotografin schaut gerade, ob ihre Bilder gut geworden sind und kann deshalb kein gutes Bild von mir machen. Pöh. Dann halt nicht. Die Uhr stoppe ich bei 55:19. Das ist für mich völlig in Ordnung bei dieser Strecke. Ich trinke eifrig. Und erfahre, dass ich den bereits ausgeschenkten Tee nicht in meinen leeren, gebrauchten Becher umschütten darf. Selbst wenn sich die Becher absolut nicht berühren. Vorschrift. So werden unsinnig viele Becher verbraucht, die den Veranstalter Geld kosten und den Müllberg größer machen. Angesichts dessen, dass in der Schule Kuchen von privaten Spendern verkauft wird, über deren Küchenhygiene man absolut nichts weiß, halte ich die Bechervorschrift für vollkommen blödsinnig.</p>
<p>Ich lege mich trocken, ziehe mich warm an und gehe wieder ans Ziel. In wenigen Minuten werden schließlich schon die Sieger des 30ers erwartet. Mit 1:54 braucht der Sieger länger als sonst. Unglaublich. 2:49 ist meine Bestzeit. 6 Läufer bleiben heute unter 2 Stunden. Eine Klasse für sich.</p>
<div id="attachment_2207" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Raatz.jpg"><img class="size-full wp-image-2207" title="Friedberg Raatz" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Raatz.jpg" alt="Sieger in 1:54:06: Philipp Ratz" width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Sieger in 1:54:06: Philipp Ratz</p></div>
<div id="attachment_2208" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2-Mann.jpg"><img class="size-full wp-image-2208 " title="Friedberg 2 Mann" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2-Mann.jpg" alt="2. Mann Lars Breuer." width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">2. Mann: Lars Breuer.</p></div>
<div id="attachment_2209" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Zimmer.jpg"><img class="size-full wp-image-2209" title="Friedberg Zimmer" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Zimmer.jpg" alt="3. Mann: Frank Zimmer." width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">3. Mann: Frank Zimmer.</p></div>
<div id="attachment_2211" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Ulrich.jpg"><img class="size-full wp-image-2211" title="Friedberg Ulrich" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Ulrich.jpg" alt="1. Frau in 2:06:09: Veronika Ulrich." width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">1. Frau in 2:06:09: Veronika Ulrich.</p></div>
<p>Nach und nach folgen die anderen und einige bekannte Gesichter sind unter den Schnellen. Der Oben-Ohne-Läufer eilt mit wehender Brust dem Ziel zu. „Hier kommt der Frühling!“ ruft Jochen Heringhaus und man spürt im Publikum die Erleichterung, dass der Frühling nicht auch seine Hosen abgelegt hat. Kurz darauf riecht und stöhnt sich auch der Stöhnläufer ins Ziel. Irgendwann folgt auch mein Trainingspartner, Herz und Mütze in der Hand.</p>
<p>In der Schule ist die Siegerehrung derweil schon in vollem Gange. Vor lauter Aufregung bekommen die 10er Sieger zunächst versehentlich die Pokale der 30er. Ansonsten hat man hier das Geschehen voll im Griff. Die Frauen hinter dem Kuchen sind auf Zack, der Kaffee fließt, lange Schlangen werden blitzschnell bedient. Man weiß hier, wie müde Beine sind, die rund um den Winterstein gelaufen sind.</p>
<p>Ich vergesse mal wieder, den Kuchen zu fotografieren und mache noch schnell ein Bild von den letzten Trümmern.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2212" title="Friedberg Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kuchen.jpg" alt="Friedberg Kuchen" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Wir schleichen zurück zum Auto bei „Pension Moni“. Hundert Meter, bevor wir unser Ziel erreicht haben, geht ein heftiger Schauer nieder. Ein kleiner göttlicher Abschiedstusch.</p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s <a href="http://www.asc-marathon-friedberg.com/" class="broken_link"  target="_blank">hier</a>.</div> <div class='stb-grey_box' >Winterstein-Geschichten der Vorjahre kann man <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-friedberg-08/" target="_blank">hier</a> oder <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-friedberg-07/" target="_blank">dort </a>nachlesen.</div>

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		<title>Der Läufer-Läufer-Lauf.</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 19:05:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Halbmarathon 10]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Rot-weiß ist eine schöne Farbkombination. Bei Ringelpullis. Bei Zahnpasta. Oder bei Ben &#038; Jerry’s Eis. Manchmal zeigen diese beiden Farben zusammen aber auch ihre hässliche Fratze. Bei „Durchfahrt-verboten-Schildern“ und Absperrungen zum Beispiel. In Frankfurt Sachsenhausen blockieren sie heute die großen Zufahrtswege zum Stadion. (Das eigentlich Commerzbank Arena heißt.) Es ist 8:45 und wir wollen dorthin. Unbedingt und möglichst schnell, denn wir müssen uns noch zum Lufthansa-Halbmarathon nachmelden. (...)]]></description>
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<h2>Der 8. Lufthansa Halbmarathon Frankfurt (2010)</h2>
<p>Rot-weiß ist eine schöne Farbkombination. Bei Ringelpullis. Bei Zahnpasta. Oder bei Ben &amp; Jerry’s Eis. Manchmal zeigen diese beiden Farben zusammen aber auch ihre hässliche Fratze. Bei „Durchfahrt-verboten-Schildern“ und Absperrungen zum Beispiel. In Frankfurt Sachsenhausen blockieren sie heute die großen Zufahrtswege zum Stadion. (Das eigentlich Commerzbank Arena heißt.) Es ist 8:45 Uhr und wir wollen dorthin. Unbedingt und möglichst schnell, denn wir müssen uns noch zum Lufthansa-Halbmarathon nachmelden. Statt Meldezettel auszufüllen machen wir aber eine kleine Sightseeing-Tour durch die unattraktivsten Straßen Sachsenhausens. Gemeinsam mit einer wahren Autokette erkunden wir Sackgassen, rote Ampeln und die Art, wie sich Absperrungen ganz harmonisch in eine urbane Landschaft einfügen. Leider gehört zu der kleinen Installation nie ein Umleitungsschild oder ein städtischer Ordnungshüter. Vermutlich sind die noch zu müde, vom Strafzettel schreiben am Vorabend. So kurvt der kleine Corso vor sich hin, bis schließlich einer unter einer winzigen Missachtung der Straßenverkehrsordnung einen Weg findet. Der Rest folgt.</p>
<p style="text-align: center;"><a style="text-decoration: none;" href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Absperrung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2176" style="border: 1px solid black;" title="Absperrung freigestellt + Pfad" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Absperrung.jpg" alt="Absperrung freigestellt + Pfad" width="425" height="283" /></a></p>
<p>Wir erreichen schließlich endlich die herbeigesehnte Kennedyallee und hoffen jetzt auf einen gnädigen Veranstalter. Denn zum Nachmelden sind wir eigentlich zu spät. Allerdings ist mein Vertrauen in den Spiridon Frankfurt nahezu unbegrenzt und so hält sich die Nervosität dann doch in Grenzen. Tatsächlich dauert der Nachmeldevorgang ca. 2 Minuten. Alles ist gut. Außer der Wettervorhersage. Selbst Herr Kachelmann konnte nicht mehr als 5 Grad versprechen und die Regenwahrscheinlichkeit ist um ein Vielfaches höher als die Promille meines Dunkelbiers von gestern Abend.</p>
<p>So sieht man denn auch beinahe nur bemützte Läufer, viele Handschuhe und Jacken sind am Start. Dazwischen sausen die üblichen Verdächtigen bereits hin und her – Menschen, die gewohnt sind, sich durch blitzschnelles Laufen warm zu halten. Die können natürlich getrost zu Flatterhöschen und Singlet greifen. Ein Läufer wärmt seinen Kopf mit einem Strass-Diadem. Er gefällt mir als Prinzessin Lilifee ausgesprochen gut.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/DSC03813.jpg"><img class="size-full wp-image-2163 aligncenter" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px;" title="DSC03813" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/DSC03813.jpg" alt="DSC03813" width="457" height="342" /></a></p>
<p>Auch ein Schweinekostüm bahnt sich den Weg durch die Masse, ein hübscher Gegenentwurf zu all der geschäftigen Ernsthaftigkeit. Man spürt: dies hier ist kein Silvesterlauf, bei dem man alle Fünfe gerade sein lässt. Dies ist ein Formtest, der erste große Halbmarathon der Saison. Und bei dem ist in diesem Jahr alles anders. Statt am Nordwestzentrum irgendwo im Nirgendwo wie in den letzten Jahren trifft man sich an der Commerzbankarena. Die Strecke wurde komplett neu konzipiert. Sie startet hier und sie endet auch hier, ein bisschen wie in früherer Zeit, als der Frankfurter Halbmarathon noch durch den Stadtwald ging. Nur, dass man jetzt durch die Stadt läuft oder besser gesagt, durch den Teil der Stadt, der „dribbdebach“, also jenseits des Mains liegt. Man darf also gespannt sein und das sind die knapp 3500 Teilnehmer augenscheinlich auch. Die Umkleidekabinen der Fußballer dürfen genutzt werden, das finde ich prima. Wann kommt man sonst schon in die Katakomben eines großen Bundesliga-Stadions? Dort unten ist reichlich Raum und viele Läufer drücken sich vor dem Lauf lieber ein bisschen hier herum als in der Kälte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Stadion.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2164" title="Lufthansa Halbmarathon Stadion" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Stadion.jpg" alt="Lufthansa Halbmarathon Stadion" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Mir ist das allerdings zu stickig und ich absolviere lieber das übliche Programm: einlaufen, dehnen, Dixie-Häuschen. Danach: ab in den Startblock. Der Veranstalter sichert schnell noch zwei Poller am Beginn der Strecke, damit niemand zu Schaden kommt und dann kann es losgehen. Der Start erfolgt in Blöcken mit 2 Minuten Abstand und so gelingt es tatsächlich, das größte Geknäule zu verhindern. Der Moderator will die wartenden Läufer ein wenig beschäftigen und fragt, warum man Eulen nicht nach Athen tragen kann. Die Auflösung verpasse ich leider, weil ich auf die Strecke gehen muss. Vielleicht gibt es auch gar keine und man wollte uns nur mit einer möglichst sinnlosen Frage auf andere Gedanken bringen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Frankfurt-Halbmarathon-Start.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2165" title="Frankfurt Halbmarathon Start" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Frankfurt-Halbmarathon-Start.jpg" alt="Frankfurt Halbmarathon Start" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Im Startblock spricht mich eine Läuferin an. Ob ich sie wohl ein Stück begleiten könnte? Sie sei sich etwas unsicher wegen des Tempos. Wir stehen im Startblock mit der Zielzeit 1:50 bis 2 Stunden und ich erzähle, dass ich an die 2 Stunden laufen will. Ja prima, sagt die Dame. Sie sei schon mehrere Halbmarathons gelaufen und wolle sich nun deutlich verbessern. So starten wir gemeinsam. Nach wenigen Minuten stellt sich heraus: meine Mitläuferin möchte plaudern. Um ehrlich zu sein: ich plaudere praktisch nie im Volkslauf. Zwei, drei Sätze auf 10 km. Mehr nicht. Am liebsten gar nicht. Auf Strecke gesehen kostet das alles Kraft und die brauche ich zum Laufen. Ich bin ein bisschen einsilbig und fühle mich unhöflich. Wie soll ich ihr nur sagen, dass ich nicht reden mag, ohne dass es pampig wirkt? Den ersten Kilometer absolvieren wir in 6 Minuten 9 Sekunden. Das ist nun wirklich ein bisschen langsam. Wir können ruhig etwas schneller, sage ich und ziehe das Tempo an. Nach kurzer Zeit bleibt meine Begleiterin hinter mir zurück. Ich drehe mich um. Ich fürchte, ich muss langsamer machen, sagt sie. 2 Stunden 10 wäre ja auch ganz toll. Whow, denke ich, nach 1,5 Kilometern die Zielzeit um 10 Minuten verschoben! Das schaffe ja nicht mal ich. Es hilft nichts, wir müssen uns trennen. Wir wünschen uns gegenseitig viel Glück und mein Gewissen ist erleichtert. Ich darf maulfaul sein, blöde vor mich hinstieren, komische Geräusche machen und mein Tempo laufen, ohne mich zu sorgen, dass es jemanden stört. Sofort fange ich mit allen vier Komponenten an.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #778899; border-left-color: #778899; border-right-color: #778899; border-bottom-color: #778899; background-color: #fff5ee; ">Lieber später lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Frankfurt-10.pdf" target="_blank">Druckversion ohne Bilder.</a></div></div>
<p>Nach einem kurzen Weg durchs Grüne kommen wir an die erste Durststrecke des neuen Kurses. Die Lyoner Straße in Niederrad ist nicht eben ein Quell der Freude. In der dortigen Bürostadt kann man super Kongresse abhalten und intelligente Dinge in Computer eingeben. Zum Laufen ist dieses Pflaster allerdings weniger sexy. Die Hochhäuser haben Wochenende und die Straßen langweilen sich und uns. Aber ich will überhaupt nicht meckern. Irgendwie muss man ja zum Mainufer kommen und das kleine Stückchen Bürostadt ist nicht halb so schlimm wie der Galopp vom Nordwestzentrum in die Stadt. Außerdem sind die Straßen breit und niemand tritt sich hier auf die Füße. Schwuppdiwupp sind wir auch schon am Main. Hier winkt mir meine Hausstrecke zu. Alles ist vertraut. Vier Kilometer geht es am Fluss entlang, einen großen Teil davon direkt am Tiefkai. Man kann auf das Wasser sehen und schauen, ob die Ruderer schon auf sind. Wie so oft sonntags. Erfreulicherweise dieses Mal sogar mit Rückenwind. Hier gibt es sonst eigentlich immer Gegenwind. Ich wusste gar nicht, dass der Sportdezernent der Stadt Frankfurt einen so großen Einfluss hat.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Streckenplan-Lufthansa-Halbmarathon.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2180" title="Streckenplan Lufthansa Halbmarathon" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Streckenplan-Lufthansa-Halbmarathon.jpg" alt="Streckenplan Lufthansa Halbmarathon" width="502" height="512" /></a></p>
<p>Kurz vor Kilometer 10 darf man etwas trinken. Es gibt Tee, Wasser, bunte Sprudelgetränke und Bananen. Letzteres finde ich für 21 km ein bisschen übertrieben, aber es wird tatsächlich kräftig gemampft. Danach verlassen wir den Main und walzen uns tiefer nach Sachsenhausen hinein. Am Schweizer Platz, einem der Zentren des Stadtteils erwartet uns ein Stimmungsnest von gefühlten 10 Zuschauern. Danach ist die Stille noch stiller. Ein wenig gespenstisch ist das schon, wie sich über 3000 Menschen laufend durch eine Stadt bewegen, während man hinter den Fenstern in Marmeladenbrötchen beißt und den Sportteil der Sonntagszeitung wendet. Unser Vorteil ist: wir kennen beide Welten und wählen bewusst mal die eine, mal die andere. Heute gehört die Stadt jedenfalls uns und die Absperrungen, die uns vorhin noch quälten, sind jetzt ein stolzer Beweis unserer Macht.</p>
<p>Bei Kilometer 14 biegen wir ab Richtung Neu-Isenburg und ich sehne die kleine Wendepunktstrecke herbei. Meine Beine sind schwer und ich weiß, dass ich mich heute anstrengen muss, um unter 2 Stunden zu bleiben. Das ist meinem Trainingszustand und einer leichten Erkältung geschuldet. Wendepunkte sind da eine willkommene Abwechslung mit Motivations-Effekt: man sieht unendlich viele, die langsamer sind, als man selbst. Außerdem mag ich wie immer die kleine Modenschau der Läufer. Die Roben der Oscar-Verleihung sind da praktisch nichts dagegen. Mein Eindruck in dieser Saison: Neonfarben gehen langsam wieder zurück, werden durch gedeckte Töne ersetzt. Mützen sind nach wie vor in klassischem Schwarz gehalten, die vorherrschende Farbe bei Herrenjacken ist royalblau, bei Damen hellblau. Das Singlet ersetzt immer mehr die leichte Weste, Startnummernbänder setzen sich langsam durch. Kleine, unauffällige, weiße Kopfhörer sind mehrfarbigen Sport-Bügel-Kopfhörern gewichen (beides ist natürlich im Wettkampf verboten).</p>
<p>So schaue ich also auf diesen „Catrun“, während ich selbst dem Wendepunkt entgegenstrebe. Kilometer 16, ab jetzt geht es nach Hause. Inzwischen habe ich noch einmal einen Becher Tee getrunken und fühle mich wieder frischer. Wir hüpfen von Schlagloch zu Schlagloch und kämpfen uns dem fiesesten Punkt der Strecke zu: bei Kilometer 19 muss eine Brücke genommen werden. Leider bei Gegenwind und zunehmender Erschöpfung. Von hier ab ist das Stadion deutlich zu spüren und bald zu sehen, doch man muss noch einmal das gesamte Gelände umrunden. Das ist zäh und will kein Ende nehmen. Um das Stadion laufen und nicht reinlaufen dürfen – das ist ein Härtetest für die ermattete Psyche. Jetzt in ein Marmeladenbrötchen beißen und den Sportteil umblättern! Dann aber dürfen wir endlich in die Commerzbank-Arena einlaufen und es fühlt sich ein bisschen an wie früher, als es noch das Waldstadion gab und der Halbmarathon hier endete. Ja, das ist schon etwas anderes als ein ödes Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt!</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Commerzbank-Arena-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2166" title="Commerzbank Arena 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Commerzbank-Arena-2.jpg" alt="Commerzbank Arena 2" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Commerzbank-Arena-3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2167" title="Commerzbank Arena 3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Commerzbank-Arena-3.jpg" alt="Commerzbank Arena 3" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Und trotzdem: der Lufthansa Halbmarathon bleibt ein Lauf für Läufer-Läufer. Event-Läufer, Sightseeing-Läufer und Sambatrommel-Läufer sind hier nicht so gut aufgehoben. Aber dafür gibt es ja genug andere Läufe. Ich bin jedenfalls zufrieden. Mit der Strecke, der Organisation und mit mir. Mit 1:59:38 habe ich eine ordentliche Punktlandung gemacht und die schlaffe Zeit reicht immerhin für eine Platzierung in der ersten Hälfte des Frauenfeldes und der ersten Hälfte meiner Altersklasse. Das ist doch was. Im Zielbereich gibt es wieder alle Getränke und Öko-Bananen von Querbeet.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Verpflegung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2168" title="Lufthansa Halbmarathon Verpflegung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Verpflegung.jpg" alt="Lufthansa Halbmarathon Verpflegung" width="384" height="512" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Querbeet-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2169" title="Lufthansa Halbmarathon Querbeet 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Querbeet-2.jpg" alt="Lufthansa Halbmarathon Querbeet 2" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Später verköstigen wir uns standesgemäß im VIP-Bereich des Stadions mit mitgebrachtem Kaffee und Kuchen (man kann ja nie wissen).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2197" title="Lufthansa Halbmarathon Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Lufthansa-Halbmarathon-Kuchen.jpg" alt="Lufthansa Halbmarathon Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Auf der Heimfahrt merke ich, wie müde ich bin. Zuhause angekommen mache ich den Fernseher an, wähle Formel 1 auf RTL und schlafe sofort ein.</p>
<p>Hier das &#8220;offizielle&#8221; Video:<br />
<object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="295" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/quldZYam1IA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="295" src="http://www.youtube.com/v/quldZYam1IA&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<div class='stb-info_box' >Mehr zum Frankfurter City-Halbmarathon gibt&#8217;s unter: <a href="http://www.spiridon-frankfurt.de" target="_blank">www.spiridon-frankfurt.de</a></div> <div class='stb-grey_box' >Und hier gibt&#8217;s die <a href="http://www.runners-world.de/laufevents/auf_neuem_kurs_/frankfurter_halbmarathon.159905.htm" class="broken_link"  target="_blank">Bildergalerie von Runner&#8217;s World.</a></div>

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		<title>Ask the therapist.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/altkoeniglauf-09/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Sep 2009 19:03:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[A - F]]></category>
		<category><![CDATA[Altkönig-Lauf]]></category>
		<category><![CDATA[Altkönig-Lauf09]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[20km]]></category>
		<category><![CDATA[Altkönig]]></category>
		<category><![CDATA[Berglauf]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Altköniglauf beginnt mit einer Panne. Ich bin zu früh aufgestanden. Aus Versehen. Eine ganze Stunde. Was hätte man in der Zeit nicht noch alles träumen können! Neulich träumte ich von jemandem, der mich fragte: „Sind alle in deiner Familie so kariert?“ Das wäre eine gute Frage für einen Therapeuten. Die große Philosophin Mariah Carey hat einmal gesungen, dass in uns allen ein kleiner Held wohnt. (...) ]]></description>
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<h2><span style="font-weight: normal;">Der Altköniglauf in Kronberg. (2009)</span></h2>
<p>Der Altköniglauf beginnt mit einer Panne. Ich bin zu früh aufgestanden. Aus Versehen. Eine ganze Stunde. Was hätte man in der Zeit nicht noch alles träumen können! Neulich träumte ich von jemandem, der mich fragte: „Sind alle in deiner Familie so kariert?“ Das wäre eine gute Frage für einen Therapeuten.<br />
<!--03940549--><br />
Die große Philosophin Mariah Carey hat einmal gesungen, dass in uns allen ein kleiner Held wohnt. Mein innerer Held wohnt zusammen in einer WG mit meinem inneren Therapeuten. Der beantwortet mir alle Fragen. Zur Kariert-Frage sagt er: „No, you’re the only one, who is kariert. But stay kariert as you are! Kariert is the new gestreift!“ Mein innerer Therapeut ist nämlich Amerikaner. Leider ist er ziemlich kostspielig. Er will dauernd, dass ich neue Laufschuhe kaufe. Oder die siebenundzwanzigste Laufweste. Besonders hart ist es, wenn sein Kumpel, der innere Held, schlapp macht. Dann muss der Therapeut ran und das kann teuer werden. Manchmal aber auch nicht. Zum Beispiel heute: letzte Woche beim Hugenottenlauf hat mein innerer Held mich total im Stich gelassen. Ich bin verheerend gelaufen. Mein Therapeut hat mir dagegen nur empfohlen: „Run the Altköniglauf! This will gonna make you glucklisch!“ Der Altköniglauf (10 und 20 km) findet zwar in einer teuren Gegend statt, ist aber billig. Ich nehme den Rat des Therapeuten gern an.</p>
<p>Es verspricht ein warmer, sonniger Tag zu werden, als wir auf dem Parkplatz eintreffen, der direkt an die neue Sportanlage des MTV Kronberg grenzt. Alles ist hier hübsch und neu gemacht. Es gibt ein Beachvolleyballfeld, eine schmale Tartanbahn und ein schickes Kunstrasenfußballfeld. Ich weiß nicht, ob dieser Spezialbelag ökologisch sinnvoll ist, aber er ist weich und pflegeleicht. Vereine müssen ökonomisch denken.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Lauftreff.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1575" title="Altkoeniglauf-Lauftreff" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Lauftreff.jpg" alt="Altkoeniglauf-Lauftreff" width="518" height="389" /></a></p>
<p>Der Altkönig ruft und obwohl man nie einen Berg mit Mikrofon gesehen hat, haben hunderte seinen Ruf gehört und sind ihm gefolgt. Die Strecke geht fast ausschließlich durch den Wald, ist hügelig, anspruchsvoll und macht viel Spaß. Wir laufen uns ein wenig ein und genießen in gewisser Vorfreude das klackende Geräusch sich öffnender Tortenhauben. Der Herr, der den Countdown zum Startschuss vorgibt, scheint ein wenig aufgeregt zu sein, der Countdown verzögert sich und die Spannung steigt. Nach dem „Peng“ ertönt ein anderer großer Philosoph und singt, dass im „Sammer of sixtinein“ alles viel besser war. Finde ich nicht. Da konnte ich noch kaum laufen. Recht schnell geht es bergauf. Das gehört so. Wo Altkönig drauf steht, ist Steigung drin. Ich merke schon an den ersten Kilometern, dass mir die versäumte Stunde Schlaf nicht fehlt. Ich bin frisch und mir geht es gut.</p>
<p>Da ich die Strecke in Kronberg kenne, weiß ich, dass ich sie nicht kenne. Ich weiß, dass ich dauernd irgendwo bin und nicht weiß wo. Das liegt daran, dass man manche Streckenpassagen mehrfach durchlaufen muss, zum Teil auch in umgekehrter Richtung. Als Streckenlegasthenikerin bin ich da völlig überfordert. Aber das macht nichts. Man hat so unterwegs immer etwas zu tun, weil man herumrätselt. Die Streckenposten bestehen heute bevorzugt aus im wahrsten Sinne des Wortes allein stehenden Damen. Doch die lächeln und muntern auf und grüßen, als wären sie eine ganze Fankurve. Gern würde ich jetzt berichten, an welcher Stelle ich welche Dame traf und bei Kilometer wieviel das kleine sonnige Feldstück kam. Oder der See. Aber für mich ist alles durcheinander. Viermal laufe ich in unterschiedlichen Richtungen über eine Brücke. Wie soll man da den Überblick behalten?</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Lieber auf der Couch lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altköniglauf09.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF</em>.</div></div>
<p>Merken kann ich mir die Dame mit der Kuhglocke. Sie steht etwa bei Kilometer 9,5. Denn dort hat eine anspruchsvolle Steigung ihren Höhepunkt. Die Kuhglocke ist ein wahres Monstrum und die Dame wuchtet es mühsam hin und her. Vermutlich lächeln die anderen Damen deshalb so fröhlich, weil man den Kuhglockendienst ausgelost hat und sie alle haben den leichteren Part gewonnen. Die Glöcknerin braucht heute Abend in jedem Fall ein Wärmekissen über den Schultern, das ist abzusehen. Vor mir läuft seit geraumer Zeit etwas Blaues mit einem leeren Flaschengurt. Leere Flaschengurte sind total in. Ich sehe sie in letzter Zeit dauernd. Vermutlich sollen sie die Taille betonen. Dem Haarkranz nach zu urteilen ist das Blaue vor mir männlich und braucht das eigentlich nicht mit der Taille. Sei’s drum. Ich laufe dem Herrn einfach nach, es ist sonst nicht viel los um mich herum und ich bin froh, einen Anker zu haben. Vorhin, als der erste 10 km Läufer an mir vorbeischoss, war das noch anders. Der Arme musste durch ein stellenweise dichtes Feld. Hier könnte der MTV Kronberg über ein Führungsfahrrad nachdenken. Am Berg scheinen manche Läufer leider so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie den schnelleren Läufer ignorieren.</p>
<p>Jetzt ist es ruhiger geworden im Feld. Viele Steigungen und Bergabpassagen ziehen es ordentlich auseinander. Als der Herr in blau langsamer wird, schiebe ich mich neben ihn. Auch wenn ich vorsichtig laufe, so will ich doch nicht bremsen. Es kommt zu einem Überholmanöver und gleich danach zu etwas, was man in der Formel 1 „Konter“ nennen würde. Der Blaue gibt Gas wie verrückt und das am Berg. Schon nach kurzer Zeit ist er fast außer Reichweite. Wenn das mal gut geht. Aber das soll nicht meine Sorge sein. Ich kümmere mich lieber darum, jedes Mal einen Becher Wasser zu ergattern, denn es ist warm geworden. Das Wasser erfrischt und schon nach wenigen Schritten gehen fühle ich mich erholt.</p>
<p>Es ist ganz anders als in Neu-Isenburg. Heute bin ich guter Dinge. Zeiten ausrechnen muss ich nicht, bergauf laufe ich gern und bergab kann ich mich ganz der Schwerkraft hingeben und einfach nur Schritt für Schritt nach vorne fallen. Es fühlt sich an wie ohne eigenes Zutun. Als der Blaue mir langsam wieder näher rückt, weiß ich, dass es gut läuft. Nicht für ihn, aber für mich. Ich ziehe mich heran und schließlich vorbei. Jetzt muss ich nur noch das Tempo halten. Denke ich und werde schneller. Noch 3 Kilometer. Vielleicht kann man ja noch etwas herausholen. Ein letztes Mal strahlt mich eine der Damen an und ich renne, was das Zeug hält. Das Zeug hält einiges und deshalb nehme ich auch den letzten steilen Hügel ohne großen Respekt. Bin ja gleich da. Und der Blaue ist nicht mehr zu sehen. Ich fege auf den Sportplatz und überquere das Ziel gutgelaunt bei 1:53:01. Ich war hier schon mal 10 Minuten schneller – aber wen stört das? Mein innerer Held wirft die Faust in die Luft und macht sich schon mal ein Weizenbier auf.</p>
<p>Ich bestaune erst einmal die Bambini-Läufe, wobei ich sofort einem dunkelhäutigen Kind verfalle, das ein viel zu großes T-Shirt trägt. Es wird beim Lauf Letzter, was es eher noch liebenswerter macht.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Bub3.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1576" title="Altkoeniglauf-Bub3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Bub3.jpg" alt="Altkoeniglauf-Bub3" width="311" height="233" /> </a><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Bub2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1578" title="Altkoeniglauf-Bub2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Bub2.jpg" alt="Altkoeniglauf-Bub2" width="189" height="252" /></a></p>
<p>Während der Siegerehrung wird noch einmal kräftig gefeiert, denn der Altköniglauf hat 30stes Jubiläum.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Jubilaeum.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1579" title="Altkoeniglauf-Jubilaeum" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Jubilaeum.jpg" alt="Altkoeniglauf-Jubilaeum" width="512" height="384" /></a></p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Kaffee.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1580" title="Altkoeniglauf-Kaffee" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Kaffee.jpg" alt="Altkoeniglauf-Kaffee" width="512" height="384" /></a></p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Grillen.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1581" title="Altkoeniglauf-Grillen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Altkoeniglauf-Grillen.jpg" alt="Altkoeniglauf-Grillen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Danach bestaune ich meinen Trainingspartner, der den zweiten AK Platz belegt und ein Paar Socken gewinnt. Die Sonne scheint, die Grillwürstchen müffeln, der Kuchen krümelt. It’s true, dear inner therapist. Altköniglauf macht glucklisch.</p>
<p> <!--03940549--></p>
<h4>Altkönig Kronberg?</h4>
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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