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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Friedberg</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Winterstein light.</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 07:22:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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Läufer sind wie Mütter. Kaum ist das schmerzhafte Ereignis  - Geburt oder Lauf &#8211; vorbei, überwiegt das Glück und alles ist vergessen. Gäbe es dieses Phänomen nicht, wären Volksläufe und Menschheit bald ausgestorben. Wer wiederholt schon freiwillig die Pein von 10 Stunden Wehen oder vier Stunden Marathon? Oder drei Stunden Volkslauf „Rund um den Winterstein“? [...]]]></description>
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<p>Läufer sind wie Mütter. Kaum ist das schmerzhafte Ereignis  - Geburt oder Lauf &#8211; vorbei, überwiegt das Glück und alles ist vergessen. Gäbe es dieses Phänomen nicht, wären Volksläufe und Menschheit bald ausgestorben. Wer wiederholt schon freiwillig die Pein von 10 Stunden Wehen oder vier Stunden Marathon? Oder drei Stunden Volkslauf „Rund um den Winterstein“? Ich nicht. Nicht heute. Mein Trainingszustand ist zu desolat für einen 30km Lauf, bei dem 20 km bergauf gehen. Ich würde den Sonntag danach im Bett verbringen und vier Tage lang die Treppen rückwärts herunter gehen. Aber es gibt ja noch eine Art „Winterstein light“ – ein 10km Lauf mit vier Kilometern Steigung. Das reicht heute völlig, finde ich. Mein Trainingspartner geht dagegen schwanger mit dem 30er und nichts kann ihn daran hindern, das Riesenbalg in Steißlage auch selbst auf die Welt zu bringen. Auch wenn es in diesem Jahr noch keinen 25 km Lauf gab, den wir sonst als Geburtsvorbereitungskurs mit Dauerhecheln nutzen.</p>
<p>Also rollen wir heute auf den Parkplatz der Henry-Benrath-Schule in Friedberg, die den Läufern traditionell Unterschlupf gewährt. Gleich bei der angrenzenden „Pension Moni“, deren Inhaberin sicher eine gute alte Freundin von Elvis ist. Alle in Friedberg sind gute alte Freunde von Elvis. Es ist Frühling. Sogar an der Fassade der Schule, denn die ist frisch gestrichen (die bildschöne Kunst am Bau noch ausgenommen). Das muss doch etwas bedeuten.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Schule.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2200" title="Friedberg Schule" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Schule.jpg" alt="Friedberg Schule" width="320" height="240" /></a></p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kunst.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2213" title="Friedberg Kunst" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kunst.jpg" alt="Friedberg Kunst" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Es zwitschert in den Zweigen wie Hölle, allem Anschein nach lässt Friedbergs Fauna das schlechte Wetter völlig unbeeindruckt. Über dem Taunus hängen dicke Wolken.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2202" title="Friedberg 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-1.jpg" alt="Friedberg 1" width="320" height="240" /></a></p>
<p>An der Anmeldung und rund um die Umkleidekabinen tummeln sich Menschen, die man einen ganzen langen Winter nicht gesehen hat. Gisela, die alle Umkleiden mit ihrem Geplauder beschallt. Der Stöhnläufer, der beim Laufen nicht nur rhythmisch stöhnt, sondern auch rhythmisch schlecht riecht. Der Oben-ohne-Mann, der seinen nackten Oberkörper für ein Erfolgsrezept hält. Und sogar der Teekessel ist gekommen, aus dem es beim Laufen laut pfeift. Es ist ein bisschen, als würden wir in die Schule gehen und nach den großen Ferien die ganzen Typen aus den Parallelklassen wieder sehen.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2214" title="Friedberg 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2.jpg" alt="Friedberg 2" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Wir laufen uns ein und mit jedem Schritt bin ich froh, mich nicht für den 30er entschieden zu haben. Ich muss es mir eingestehen: ich hab’s gerade einfach nicht drauf. Zu wenig Training. Aus der Ferne hört man, wie sich Van-Man Jochen Heringhaus warmmoderiert, eine Stimmfrequenz, die bei mir augenblicklich einen Pawlowschen Volkslaufreflex auslöst. <a style="text-decoration: none;" href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-6.jpg"><img class="alignright size-full wp-image-2203" title="Friedberg 6" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-6.jpg" alt="Friedberg 6" width="320" height="240" /></a>Sofort muss ich meine Schuhe auf- und wieder zuschnüren. Es geht ja gleich los. Allerdings erst für die Langdistanz. Ich zücke meinen Fotoapparat und lichte sie ab, die 550 Läufer, die morgen die Treppen rückwärts heruntergehen werden. Nach dem Startschuss simuliere ich noch ein bisschen Dehnübungen, kaufe etwas Kuchen auf Vorrat (wer weiß, ob es nachher noch welchen gibt) und stelle mich schließlich selbst zum Start auf.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Freidberg-4.jpg"><img class="size-full wp-image-2205 aligncenter" title="Freidberg 4" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Freidberg-4.jpg" alt="Freidberg 4" width="320" height="240" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2206" title="Friedberg 5" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-5.jpg" alt="Friedberg 5" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Der erste Kilometer ist streckenmäßig ein bisschen langweilig, was allerdings dadurch aufgefangen wird, dass es anfängt zu regnen. Sofort ist man beschäftigt. Zum Beispiel mit Hadern: Warum habe ich nur die Kappe nicht mitgenommen? Oder mit Zukunftsplänen: Die Haare wieder länger wachsen lassen? Was für eine blöde Idee. Im Regen total unpraktisch. Andererseits entstehen ja gerade im Regen die besten Heldenfotos. Ich halte der Fotografin am Wegrand mein immer nasser werdendes Heldengesicht entgegen. Bevor man sich aber noch länger mit dem Wetter ablenken kann, hört der Regen wieder auf. Sollte wohl nur so ein kleiner göttlicher Begrüßungstusch sein. Schon nach dem ersten Kilometer geht es langsam bergauf. Beinahe hätte ich’s vergessen. Es ist nicht steil, aber es genügt, um schwer atmend die Ellenbogen zu schwenken. Viele Läufer ziehen an mir vorbei. Angeber. Trainieren kann ja jeder. Ich versuche meine Zwischenzeiten abzulesen, aber die erscheinen mir komisch. Zu langsam. Bin ich soo eine Walze geworden? Gut, dass ich künftige Kilometerschilder verpasse, so bleiben mir etwaige Depressionsschübe wegen des schwachen Tempos erspart. Plötzlich kommt die Sonne hinter den Wolken hevor. Die nächste Gelegenheit zum Hadern: Hätte ich nicht die Sonnebrille mitnehmen müssen? Sofort geht die Sonne wieder weg. So war das doch gar nicht gemeint! Und überhaupt, müsste jetzt nicht langsam &#8230; Genau. Da ist sie wieder, die Passage mit den plattgefahrenen Fröschen. Oder Kröten. (Ich kann zweidimensionale Tiere immer so schlecht bestimmen.) Die liegen hier jedes Jahr herum, etwa über eine Strecke von einem Kilometer. Ungefähr in Höhe der Alligator-Farm, nur falls ihr mal nachschauen wollt. Man muss da einfach ein bisschen Slalom laufen, damit einem nicht so ein Frosch in die Flexkerben gerät und als neuartiges Dämpfungssystem zum Einsatz kommt. Schwupps, schon wieder ist ein Kilometer vorbei.</p>
<p>Ansonsten ist die Strecke eher unspektakulär. Ein Asphaltband zieht sich durch den Ort. Ab und zu riecht es nach Mist, die Alligatoren halten sich geruchlich vornehm zurück. Erst spät im Streckenverlauf dürfen wir in den Wald. Das ist der Vorteil der längeren Strecke: man sieht einfach mehr. Die 10er müssen dagegen nach etwas mehr als fünf Kilometern umdrehen und die ganze Strecke einfach zurücklaufen. Bei km 5 denke ich, dass hier eigentlich der Wendepunkt sein müsste. Verwirrt laufe ich weiter. Tatsächlich muss noch ein Stückchen gelaufen werden, da Start und Zielpunkt nicht der Gleiche sind. Ach so.  Kurz vor dem Wendepunkt treffe ich den Teekessel. Ich bin überrascht. Seine Lunge pfeift nicht. Nicht so schrill und laut wie sonst. Sie macht höchstens ein dezentes Säuseln. Und das bei Kilometer 5! Auf dieser Strecke geschehen seltsame Dinge.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #c0c0c0; border-left-color: #c0c0c0; border-right-color: #c0c0c0; border-bottom-color: #c0c0c0; background-color: #fff5ee; ">Lieber später lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Winterstein10.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF</a> ohne Bilder.</div></div>
<p>Ich stürze bergab. Das kann ich irgendwie. Man darf einfach nicht ins Hohlkreuz gehen oder zu sehr mit den Fersen laufen, dann bekommt man ein hohes Tempo. Wie beim Skifahren. Stelle ich mir vor. Ich kann nämlich gar kein Skifahren. Aber laufen und das genügt ja. Ich schaue auf die Uhr, rechne, wundere mich, rechne wieder, schaue wieder auf die Uhr, wundere mich – ach egal. Das kann alles nicht stimmen. Weg mit der Uhr. Braucht doch kein Mensch bei dieser Strecke. Ich gebe einfach nur Gas auf dem in der Sonne glänzenden nassen Asphalt. Vorbei an den Fröschen, dem Misthaufen und vielen, die mich vorhin überholt haben. Ha!</p>
<p>Kurz vor dem Ziel muss noch eine Brücke genommen werden. Das tut ein bisschen weh. Die Fotografin schaut gerade, ob ihre Bilder gut geworden sind und kann deshalb kein gutes Bild von mir machen. Pöh. Dann halt nicht. Die Uhr stoppe ich bei 55:19. Das ist für mich völlig in Ordnung bei dieser Strecke. Ich trinke eifrig. Und erfahre, dass ich den bereits ausgeschenkten Tee nicht in meinen leeren, gebrauchten Becher umschütten darf. Selbst wenn sich die Becher absolut nicht berühren. Vorschrift. So werden unsinnig viele Becher verbraucht, die den Veranstalter Geld kosten und den Müllberg größer machen. Angesichts dessen, dass in der Schule Kuchen von privaten Spendern verkauft wird, über deren Küchenhygiene man absolut nichts weiß, halte ich die Bechervorschrift für vollkommen blödsinnig.</p>
<p>Ich lege mich trocken, ziehe mich warm an und gehe wieder ans Ziel. In wenigen Minuten werden schließlich schon die Sieger des 30ers erwartet. Mit 1:54 braucht der Sieger länger als sonst. Unglaublich. 2:49 ist meine Bestzeit. 6 Läufer bleiben heute unter 2 Stunden. Eine Klasse für sich.</p>
<div id="attachment_2207" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Raatz.jpg"><img class="size-full wp-image-2207" title="Friedberg Raatz" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Raatz.jpg" alt="Sieger in 1:54:06: Philipp Ratz" width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Sieger in 1:54:06: Philipp Ratz</p></div>
<div id="attachment_2208" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2-Mann.jpg"><img class="size-full wp-image-2208 " title="Friedberg 2 Mann" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-2-Mann.jpg" alt="2. Mann Lars Breuer." width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">2. Mann: Lars Breuer.</p></div>
<div id="attachment_2209" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Zimmer.jpg"><img class="size-full wp-image-2209" title="Friedberg Zimmer" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Zimmer.jpg" alt="3. Mann: Frank Zimmer." width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">3. Mann: Frank Zimmer.</p></div>
<div id="attachment_2211" class="wp-caption aligncenter" style="width: 330px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Ulrich.jpg"><img class="size-full wp-image-2211" title="Friedberg Ulrich" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Ulrich.jpg" alt="1. Frau in 2:06:09: Veronika Ulrich." width="320" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">1. Frau in 2:06:09: Veronika Ulrich.</p></div>
<p>Nach und nach folgen die anderen und einige bekannte Gesichter sind unter den Schnellen. Der Oben-Ohne-Läufer eilt mit wehender Brust dem Ziel zu. „Hier kommt der Frühling!“ ruft Jochen Heringhaus und man spürt im Publikum die Erleichterung, dass der Frühling nicht auch seine Hosen abgelegt hat. Kurz darauf riecht und stöhnt sich auch der Stöhnläufer ins Ziel. Irgendwann folgt auch mein Trainingspartner, Herz und Mütze in der Hand.</p>
<p>In der Schule ist die Siegerehrung derweil schon in vollem Gange. Vor lauter Aufregung bekommen die 10er Sieger zunächst versehentlich die Pokale der 30er. Ansonsten hat man hier das Geschehen voll im Griff. Die Frauen hinter dem Kuchen sind auf Zack, der Kaffee fließt, lange Schlangen werden blitzschnell bedient. Man weiß hier, wie müde Beine sind, die rund um den Winterstein gelaufen sind.</p>
<p>Ich vergesse mal wieder, den Kuchen zu fotografieren und mache noch schnell ein Bild von den letzten Trümmern.</p>
<p><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2212" title="Friedberg Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/03/Friedberg-Kuchen.jpg" alt="Friedberg Kuchen" width="320" height="240" /></a></p>
<p>Wir schleichen zurück zum Auto bei „Pension Moni“. Hundert Meter, bevor wir unser Ziel erreicht haben, geht ein heftiger Schauer nieder. Ein kleiner göttlicher Abschiedstusch.</p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s <a href="http://www.asc-marathon-friedberg.com/" class="broken_link"  target="_blank">hier</a>.</div> <div class='stb-grey_box' >Winterstein-Geschichten der Vorjahre kann man <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-friedberg-08/" target="_blank">hier</a> oder <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-friedberg-07/" target="_blank">dort </a>nachlesen.</div>

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		<title>Von Madonna, Gisela und Woherkommstndu.</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Mar 2008 19:27:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Madonna hat gesagt, wer sich beim Duschen auf die Füße pieselt, kriegt keinen Fußpilz. Das hat zwar überhaupt nichts mit dem Lauf rund um den Winterstein zu tun, über den ich eigentlich berichten will. Aber ich dachte, das ist doch mal eine Meldung für Läufer: nie wieder Füße Fungi! Außerdem muss man den Leser mit Hilfe eines Prominenten in den Text hineinziehen. Das habe ich von Mario Adorf gelernt, der in seinen Büchern immer schreibt, wer ihn alles kennt. Und dass der Papst (...)]]></description>
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<h2>30 km Rund um den Winterstein, Friedberg (2008)</h2>
<p>Madonna hat gesagt, wer sich beim Duschen auf die Füße pieselt, kriegt keinen Fußpilz. Das hat zwar überhaupt nichts mit dem Lauf rund um den Winterstein zu tun, über den ich eigentlich berichten will. Aber ich dachte, das ist doch mal eine Meldung für Läufer: nie wieder Füße Fungi! Außerdem muss man den Leser mit Hilfe eines Prominenten in den Text hineinziehen. Das habe ich von Mario Adorf gelernt, der in seinen Büchern immer schreibt, wer ihn alles kennt. Und dass der Papst ihm seinen Ring geküsst hat. Oder etwas in der Art. Aber ich schweife völlig ab. Außerdem kenne ich Madonna gar nicht. Und schlimmer noch: sie mich auch nicht. Genug davon.  Der Lauf rund um den Winterstein ist ein 30km Lauf. Über den ich schon mal geschrieben habe. Zur Erinnerung die wichtigsten Fakten in Focus-Form: Start 9:30 Uhr, 30 km, 321 Höhenmeter, 2 langgezogene Steigungen, gefühlte 38 kleinere Steigungen, 5 Verpflegungsstände, 2 Pokale des Hessischen Innenministers für die schnellsten Mannschaften. Regenwahrscheinlichkeit 90%.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-421 aligncenter" title="Friedberg_1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_1.jpg" alt="Friedberg_1" width="450" height="337" /></p>
<p>Das Glück gehört ja bekanntlich den Mutigen und mutig bin ich heute. Nicht nur wegen des Wetterberichts, auch wegen meinem Allgemeinzustand. Nach meinem Infekt im Februar hielten sich meine gelaufenen Kilometer in immunsystemschonenden Grenzen. So richtig gesund fühle ich mich eigentlich erst seit anderthalb Wochen. Aber ich baue einfach darauf, dass mein Körper ein selektives Gedächtnis hat. Das fiebernde Herumsiechen wird schnell vergessen, die vielen gelaufenen Kilometer der Vergangenheit erinnert.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-422" title="Friedberg_Nachmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Nachmeldung.jpg" alt="Friedberg_Nachmeldung" width="259" height="194" /> <img class="alignnone size-full wp-image-423" title="Friedberg_Tisch" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Tisch.jpg" alt="Friedberg_Tisch" width="263" height="196" /></p>
<p>Wir melden uns in der Henry Benrath Schule in Friedberg an. Das heißt, wir versuchen es, aber alle Kugelschreiber, mit denen wir unsere Anmeldung ausfüllen könnten, sind klinisch tot. Nach über hundert Volksläufen, bei denen insgesamt etwa 648 defekte Kugelschreiber auslagen, ist es mir immer noch nicht gelungen, einfach einen Stift von zuhause mitzubringen. Selektives Gedächtnis. Wer denkt denn auch sonntags morgens an sowas. Aber dann glückt das Anmeldeunterfangen doch und wir schieben ab in die Umkleide.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-424" title="Friedberg_Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Anmeldung.jpg" alt="Friedberg_Anmeldung" width="478" height="356" /></p>
<p>Männerumkleiden, so höre ich immer, sind ziemlich cool. Man macht dort witzige Sprüche über die neuesten Verletzungen, die Strecke und das Wetter. Und man verbraucht dafür eine überschaubare Anzahl Wörter.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-425" title="Friedberg_Frauen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Frauen.jpg" alt="Friedberg_Frauen" width="480" height="361" /></p>
<p>Frauenumkleiden (für alle, die noch nicht da waren) sind meistens extrem uncool. Wenn über Verletzungen gesprochen wird, nimmt einem das durch den Raum wabernde Mitgefühl fast den Atem. Es wird darüber gesprochen, wie der eigene Tag organisiert wird und welche Schwierigkeiten sich daraus ergeben, dass der Große im Ferienlager ist, während der Schwiegervater seinen 80. feiert. Oder dass Ulrike nicht mehr zum Lauftreff kommen kann, weil ihr Mann jetzt Krebs hat. Und dass man sich jetzt an den Rennsteig traut, obwohl Rudi dort letztes Jahr solche Probleme hatte (wegen seinem Zucker). Für all diese Dinge verbraucht man die größtmögliche Anzahl Wörter. Als ich in Friedberg in die Damenumkleide komme, beschallt Gisela* den Raum (* Name von der Redaktion geändert). Gisela hat jetzt einen Coach. Aus dem Internet? fragt eine Mitläuferin. Nein, aus Bergen-Enkheim, sagt Gisela. Der hat jetzt eine Leistungsdiagnostik mit ihr gemacht. Und dann einen Trainingsplan aufgestellt. Der hat nur 42 Euro gekostet und das kann man doch wirklich mal investieren. Man hat schon soviel Lehrgeld bezahlen müssen. Weil man falsch laufe. Heute zum Beispiel, werde man im 7er Schnitt laufen. Das sagt der Coach. Ganz piano. Nein, man mache sich doch nicht verrückt. Man wolle ja heute schließlich noch einen Apfelkuchen backen.  Ich flüchte vor Giselas Apfelkuchenrezept ins Freie.</p>
<p>Wir laufen uns ein wenig ein (wie verschwenderisch vor einem 30er&#8230;) und denken darüber nach, ob wir nicht bereits genug guten Willen bewiesen haben und es nicht angebracht wäre, gleich zum Kuchenbuffet zu gehen. Aber dies ist mein erster Volkslauf in diesem Jahr, mein erster Lauf als W40 – den kann ich doch nicht so einfach schwänzen.  Wir zuckeln los. Anfangs ist der Weg noch ein wenig eng, aber es besteht ohnehin kein Grund zur Eile. Die einzige Herausforderung besteht darin, denen zu entgehen, die mit ihrer wortreichen Schilderung von Schicksalsschlägen, Blutblasen und Fersenspornen in der Kabine nicht ganz fertig geworden sind. Als es anfängt zu tröpfeln, stelle ich mir noch einmal bang die Wetterfrage. Bei einem drei Stunden Lauf pitschnass zu werden, das wäre wirklich fies. Zum Glück hört das Tröpfeln bald wieder auf.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-426" title="Friedberg_Start" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Start.jpg" alt="Friedberg_Start" width="450" height="337" /></p>
<p>Auf den ersten Kilometern umlaufe ich ein paar zweidimensionale Frösche, die bei einem Spaziergang über den Weg unter die Räder gekommen sind. Dabei fällt mir ein, dass der Kolumnist Hans Zippert neulich schrieb, Autofahrer sollten aufpassen. Wenn in diesen Tagen jemand die Seite wechselte, seien es entweder Schulkinder, Frösche oder Kurt Beck, der Problembär. Ich schaue mir daraufhin einen der Frösche genauer an. Nein – Beck hat einen Bart. Vielleicht ist es ja aber auch gar kein Frosch, sondern ein besonders gedrungener Alligator, der aus der „Alligator Active Farm“ ausgebrochen ist, an der wir gerade vorbeilaufen. Dabei fällt mir wiederum ein, dass ich mal einen Film gesehen habe, bei dem in der Synchronisation der Spruch „See you later alligator“ mit „Ich seh dich später, Krokodil“ übersetzt wurde. Dann fällt mir erst mal nichts mehr ein, denn bei Kilometer vier kommt der erste spürbare Anstieg.  Ich nutze das kopflose Schaukeln jetzt dazu, in mich hineinzuhorchen. Ich horche ganz tief, bis in meine Waden. Die sind nämlich heute fest im Griff von CEP-Strümpfen. Heute können sie mal zeigen, was sie drauf haben. Wir werden sehen. Jetzt wird es wieder etwas flacher. Der Untergrund ist ganz gut zu laufen. Ein paar Pfützen, ein bisschen Schotter, ein bisschen Matsch – aber alles nichts Dramatisches. Wir laufen durch den Wald und werden von einem Stückchen Autobahn begleitet. Bei einem 30er kann nicht jeder Kilometer idyllisch sein. Dafür ist ja auch die Verpflegung sehr ordentlich. Es gibt zwar keine Bananen oder dergleichen, aber ausreichend Mineralwasser, Rosbacher Sport und gesüßten Tee. Der schmeckt mir besonders und ich bediene mich reichlich.</p>
<p>Und dann bin ich plötzlich auch in ein Gespräch verwickelt. Bedeutende Herzstücke der Konversation sind die Sätze: „Woherkommstndu“ und „Ich komm aus Bensheim.“ Auch mal schön. Bei km 10 bin ich eine Stunde und ein paar zerquetschte unterwegs. Mir scheint, das passt gut zu meinem Trainingsstand. Außerdem: wer sich beim Winterstein-Lauf nicht noch ein paar Körnchen für den Schluss aufhebt, ist ziemlich verratzt. Bei km 25 und 27 gibt es noch einmal zwei kleine Steigungen, die empfindlich schmerzen können, wenn man schon am Anschlag läuft.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-427" title="Friedberg_Wald" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Wald.jpg" alt="Friedberg_Wald" width="492" height="369" /></p>
<h5><span style="font-weight: normal;">Blick zurück: So liebevoll wurde die Strecke vorher präpariert.</span></h5>
<p><span style="font-weight: normal;"><img class="alignnone size-full wp-image-428" title="Friedberg_Schild" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Schild.jpg" alt="Friedberg_Schild" width="494" height="371" /></span></p>
<p>Im Augenblick konzentriert sich das Feld allerdings kollektiv auf DIE Steigung, ein breites Asphaltstück zwischen km 12 und 15. Hier braucht man ein bisschen Durchhalte- vermögen. Zwar beansprucht der Untergrund keinerlei besondere Aufmerksamkeit, aber das Stück am militärischen Sperrgebiet entlang ist nicht sehr aufregend und es kann sich ganz schön ziehen. Ich stopfe mir vorher einen Frosch (einen von Dr. Feil, nicht einen Zweidimensionalen) in die Backentaschen, das kann nicht schaden. Am Beginn der Steigung schießt Gisela an mir vorbei. Ihr Tempo ist schneller als ein 6er Schnitt. Ich denke, die 42 Euro für den Coach haben sich hier richtig gelohnt. Ich finde die Steigung ganz angenehm, vielleicht machen ja auch die Stützstrümpfe ihren Job. Alles fühlt sich noch leicht und angenehm an. Dann denke ich, ich müsste unbedingt mal meinem Bruder schreiben und formuliere in Gedanken einen Brief. Als ich oben ankomme, ist der Brief praktisch geschrieben und die Hälfte der Strecke geschafft. So kanns weiter gehen. Und das tut es auch.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Später nochmal lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Winterstein08-.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Zwischendurch gerät zwar ein bisschen Matsch in meine Schuhe, aber das tritt sich weg. Sogar die Sonne hat sich einmal gezeigt. Alles ist prima.  Bis – ja, bis zur Verpflegungs- stelle bei km 22. Alle nennenswerten Steigungen sind ge- schafft, nichts kann mir mehr passieren, denke ich. Während Gisela nach einem Becher Wasser ruft, als ginge es um Sekunden und danach weiterhetzt, gönne ich mir ein paar Gehschritte mit zwei Bechern lauwarmem Tee. Er schmeckt großartig und Durst habe ich obendrein. Nach der kleinen Erfrischung geht es kräftig bergab. Gleich bei den ersten Schritten spüre ich den Tee in meinem Magen gluckern. Die Erschütterungen beim Bergablaufen sind unangenehm. Es dauert keine 500 Meter, da ist aus dem unangenehmen Gefühl ein sehr übles Gefühl geworden. Mir ist schlecht. Oh weh, ist mir schlecht. Das geht weg, denke ich, aber es wird schlimmer. Ich werde langsamer, aber das nutzt nichts. Schließlich bleibe ich stehen. Vielleicht beruhigt es sich dann ja, denke ich. Aber der Tee hat jetzt genug Schmitt gesehen. Er legt den Rückwärtsgang ein und macht sich auf den Weg ins Freie. Ich stehe am Wegrand und höre die bedauernden Bemerkungen der Läufer, die an mir vorbeiziehen. Woherkommstndu bietet mir seine Hilfe an. Es sieht vielleicht dramatisch aus, aber in Wirklichkeit geht es mir mit jeder Sekunde, mit jedem Schwall Flüssigkeit besser. Als alles vorbei ist, ist die Übelkeit verschwunden. Ich laufe weiter und schäme mich ein bisschen. Aber dann denke ich an Cathrine Ndereba, die damit leben muss, dass ihr Malheur von Kameras begleitet wird. Da habe ich es doch ungleich besser. So ist es eben, bei Läufern mit empfindlichem Magen. Warum gibt es auch keine Stützstrümpfe für das Gekröse? Meine Beine fühlen sich noch ganz gut an.</p>
<p>Bei der letzten Verpflegungsstelle trinke ich einen klitzekleinen Schluck Wasser und der wird von meinen Innereien gnädig genehmigt.  Jetzt ist es aber auch höchste Zeit, um nach Hause zu kommen. Unter drei Stunden – das schaffe ich nun nicht mehr. Aber das macht nichts. Ich bin noch ganz munter und das ist schließlich die Hauptsache. Der letzte Kilometer wird dann doch noch einmal zäh, aber das ist für die meisten Läufer um mich herum nicht anders. Niemand überholt mehr, niemand setzt zum Schlussspurt an. Alles ist ganz piano, wie Giselas Coach sagen würde. Im Ziel treffe ich nach 3 Stunden und 2 Minuten wieder auf meinen Trainingspartner, der schon zufrieden an seinem Getränk nascht.  In der Damenumkleide erzählt jemand, dass das eiskalte Duschwasser nicht so schmerzhaft sei, wenn man die defekte Dusche mit dem fadendünnen Strahl nehme. Und während eine andere Läuferin noch bedauert, das Wasser nicht mit ihrem Fön anwärmen zu können, brüllt es aus der Dusche: „Jaa! Ich hab gewonnen, das Wasser wird warm!“. Manchmal sind Damenumkleiden dann doch ganz lustig.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-429" title="Friedberg_Kuchen_Teufel" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Kuchen_Teufel.jpg" alt="Friedberg_Kuchen_Teufel" width="263" height="198" /> <img class="alignnone size-full wp-image-430" title="Friedberg_Kuchentheke" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Kuchentheke.jpg" alt="Friedberg_Kuchentheke" width="264" height="197" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="alignnone size-full wp-image-466" title="Friedberg_Kuchen_einzeln" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Kuchen_einzeln1.jpg" alt="Friedberg_Kuchen_einzeln" width="430" height="323" /></p>
<h6><span style="font-weight: normal;">Teile des Bildmaterials mit freundlicher Genehmigung des </span><a style="font-family: Arial, sans-serif; font-style: normal; font-size: 100%; font-weight: normal; text-decoration: none; color: #c24844;" href="http://www.asc-marathon-friedberg.com/" class="broken_link"  target="_blank"><span style="font-weight: normal;">ASC Marathon Friedberg</span></a><span style="font-weight: normal;">.</span></h6>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr über den Lauf &#8220;Rund um den Winterstein&#8221; unter: </em><a style="font-family: arial, verdana, tahoma, sans-serif; font-style: normal; font-size: 100%; font-weight: normal; text-decoration: underline; color: #525252;" href="http://www.asc-marathon-friedberg.com/" class="broken_link"  target="_blank"><em>www.asc-marathon-friedberg.com</em></a></div>
<h4>Friedberg?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Friedberg&amp;address=%20Friedberg%20Hessen%20Henry%20Benrath%20Schule&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255789765" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<title>Von sauren Shirts, hefigen Fröschen und Elvis&#8217; Pudel.</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2007 20:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute geht es zum 31. Mal "Rund um den Winterstein". Nicht für mich – gottlob, ich muss nur einmal. Das ist auch völlig ausreichend, denn der Lauf im Taunus ist 30 km lang und nicht gerade flach. Der Name täuscht nämlich – wenn man am Fuß eines Berges läuft, muss man eben auch über den Fußrücken. Der misst, stur gerechnet, 321 Höhenmeter, das Hoch und Runter dazwischen nicht mitgezählt. Normalerweise schreckt so etwas die Läufermassen ab. Aber heute (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<h2>30 km Rund um den Winterstein, Friedberg (2007)</h2>
<p>Heute geht es zum 31. Mal &#8220;Rund um den Winterstein&#8221;. Nicht für mich – gottlob, ich muss nur einmal. Das ist auch völlig ausreichend, denn der Lauf im Taunus ist 30 km lang und nicht gerade flach. Der Name täuscht nämlich – wenn man am Fuß eines Berges läuft, muss man eben auch über den Fußrücken. Der misst, stur gerechnet, 321 Höhenmeter, das Hoch und Runter dazwischen nicht mitgezählt.</p>
<p>Normalerweise schreckt so etwas die Läufermassen ab. Aber heute denken alle an Paris. Oder Hamburg, Rotterdam, London oder eine der andere Frühjahrsmarathon- strecken. Da kommt ein 30er immer gelegen, Höhenmeter hin oder her. So stehe ich also mit etwa 700 anderen am Start. Einer davon ist mein Bekannter. Er versucht wie ich auch an einen Frühjahrsmarathon zu denken, aber es gelingt nicht, weil uns jemand die Sinne vernebelt. Irgendwo steht jemand, der riecht wie ein alter, nicht richtig getrockneter Regenschirm, den man in Essigessenz getaucht hat. Ich bin ratlos. Wenn es sich für einen 30er nicht lohnt, sein Shirt vorher zu waschen – wann dann? Wir versuchen, der sauren Wolke zu entkommen. Viel Chancen haben wir nicht, denn das Feld ist dicht gedrängt. Obendrein besteht die Gefahr, näher an den Teekessel zu kommen und das wäre verheerend. Der Teekessel hat nämlich die anatomische Besonderheit, nach einem Kilometer Laufen ein rhythmisches schrilles Pfeifen auszustoßen. Das drei Stunden lang hören – dann doch lieber essigsaure Nasenscheidewände.  Endlich geht es los und eine dichte Karawane walzt durch den kleinen Ort. Schon bald geht es sanft bergan. Meine Beine sind bleischwer. Es ist kühl und zu allem Überfluss beginnt es jetzt zu regnen. Es verspricht, ein reizender Lauf zu werden.  Normalerweise rede ich nie bei einem Volkslauf, aber mein Bekannter läuft jetzt neben mir und so führen wir eine typische Energiespar-Läuferkommunikation. &#8220;Jetzt hört’s auf zu regnen.&#8221; &#8220;Jetzt fängt’s wieder an.&#8221; &#8220;Da kommt die Steigung.&#8221; Und ganz wichtig: &#8220;Jetzt zieht sich’s aber ganz schön.&#8221; Zum Glück bin ich darauf gefasst, dass es sich zieht. Auch wenn ich nicht so genau weiß, wer &#8220;es&#8221; ist. Das Berg? Das Strecke? Das ganze Leben? Egal &#8211; das was sich zieht, ist aus Asphalt und auf dem kann man sehr gut nach oben wanken. In drei Kilometern müssen 170 Höhenmeter genommen werden und das geht erstaunlich gut. Die schweren Beine werden am Berg leichter. Sachen gibt’s &#8230;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-438" title="Friedberg_Volkslauf_Profil" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Friedberg_Volkslauf_Profil.jpg" alt="Friedberg_Volkslauf_Profil" width="536" height="117" /></p>
<p>Heute geht es zum 31. Mal &#8220;Rund um den Winterstein&#8221;. Nicht für mich – gottlob, ich muss nur einmal. Das ist auch völlig ausreichend, denn der Lauf im Taunus ist 30 km lang und nicht gerade flach. Der Name täuscht nämlich – wenn man am Fuß eines Berges läuft, muss man eben auch über den Fußrücken. Der misst, stur gerechnet, 321 Höhenmeter, das Hoch und Runter dazwischen nicht mitgezählt.</p>
<p>Normalerweise schreckt so etwas die Läufermassen ab. Aber heute denken alle an Paris. Oder Hamburg, Rotterdam, London oder eine der andere Frühjahrsmarathon- strecken. Da kommt ein 30er immer gelegen, Höhenmeter hin oder her. So stehe ich also mit etwa 700 anderen am Start. Einer davon ist mein Bekannter. Er versucht wie ich auch an einen Frühjahrsmarathon zu denken, aber es gelingt nicht, weil uns jemand die Sinne vernebelt. Irgendwo steht jemand, der riecht wie ein alter, nicht richtig getrockneter Regenschirm, den man in Essigessenz getaucht hat. Ich bin ratlos. Wenn es sich für einen 30er nicht lohnt, sein Shirt vorher zu waschen – wann dann? Wir versuchen, der sauren Wolke zu entkommen. Viel Chancen haben wir nicht, denn das Feld ist dicht gedrängt. Obendrein besteht die Gefahr, näher an den Teekessel zu kommen und das wäre verheerend. Der Teekessel hat nämlich die anatomische Besonderheit, nach einem Kilometer Laufen ein rhythmisches schrilles Pfeifen auszustoßen. Das drei Stunden lang hören – dann doch lieber essigsaure Nasenscheidewände.  Endlich geht es los und eine dichte Karawane walzt durch den kleinen Ort. Schon bald geht es sanft bergan. Meine Beine sind bleischwer. Es ist kühl und zu allem Überfluss beginnt es jetzt zu regnen. Es verspricht, ein reizender Lauf zu werden.  Normalerweise rede ich nie bei einem Volkslauf, aber mein Bekannter läuft jetzt neben mir und so führen wir eine typische Energiespar-Läuferkommunikation. &#8220;Jetzt hört’s auf zu regnen.&#8221; &#8220;Jetzt fängt’s wieder an.&#8221; &#8220;Da kommt die Steigung.&#8221; Und ganz wichtig: &#8220;Jetzt zieht sich’s aber ganz schön.&#8221; Zum Glück bin ich darauf gefasst, dass es sich zieht. Auch wenn ich nicht so genau weiß, wer &#8220;es&#8221; ist. Das Berg? Das Strecke? Das ganze Leben? Egal &#8211; das was sich zieht, ist aus Asphalt und auf dem kann man sehr gut nach oben wanken. In drei Kilometern müssen 170 Höhenmeter genommen werden und das geht erstaunlich gut. Die schweren Beine werden am Berg leichter. Sachen gibt’s &#8230;</p>
<p><img class="size-full wp-image-439 alignright" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="elvis" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/elvis.jpg" alt="elvis" width="181" height="242" /></p>
<p>Ein Verpflegungsstand reißt mich aus meinen Träumen. Es gibt sehr süßen Tee und er tut gut. Wir sind jetzt bei km 17 und ich überlege, wann ich den Gelfrosch von Dr. Feil mümmeln soll, der in meiner Tasche knistert. Ich warte noch einen Kilometer, dann stopfe ich mir in jede Backentasche eine Hälfte. Er schmeckt heute gruselig. Irgendwie nach Hefe. Ich hoffe, dass er wenigstens etwas nutzt und schiebe mich schmatzend weiter.  Wir wechseln jetzt wieder unsere SMSartigen Sätze. &#8220;Noch einen Kilometer&#8221;. &#8220;Was is dann?&#8221; &#8220;Dann kommt der letzte Anstieg&#8221;. Bei km 21 ist man am höchsten Punkt. Von da an geht es bergab. Zwischendurch erhalten nur noch kleine Anstiege die Freundschaft mit der Strecke. Oben angekommen geht mein Bekannter für kleine Läufer und ich nutze die Gelegenheit, hefige Gel-Froschreste mit meinem eigenen Getränk aus meinen Backentaschen zu spülen. Bäh! Beim Wiederanlaufen merke ich, dass die Beine noch wollen. Das ist ein gutes Zeichen. Mein Bekannter schließt auf und ich sehe auf die Uhr. Bei km 20 lagen wir bei 1:59. Wir waren artig und nicht zu schnell. Jetzt kann uns nichts mehr passieren. Ich gebe Gas.  Der Rest ist unklar. Ich laufe und es fühlt sich trotzdem nicht so an, als ob ich es bin. Es ist zu schnell dafür. Vielleicht läuft mich jemand anders? Ich schaue neben mich, aber mein Bekannter sieht nicht so aus, als könnte er außer sich noch jemand anderen laufen. Es ist rätselhaft. Ich watze und watze. Noch drei Kilometer. Den ganzen Weg zurück durch den Ort. Es ist sehr windig, wie auf dem Hinweg. Aber jetzt ist alles wurscht. Ein Kilometerschild ist umgeweht. &#8220;Wieviel?&#8221; ruft mein Bekannter. &#8220;Einer&#8221;. Der Läufer neben uns hebt einen Daumen. Alle denken dasselbe, ein Wort genügt. Nur noch ein Kilometer. Wir stürmen ins Ziel. Die Uhr sagt 2:49:04. Die letzten 10km sind wir im 5er Schnitt gelaufen.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Lieber auf der Couch lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Winterstein07.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Ein Verpflegungsstand reißt mich aus meinen Träumen. Es gibt sehr süßen Tee und er tut gut. Wir sind jetzt bei km 17 und ich überlege, wann ich den Gelfrosch von Dr. Feil mümmeln soll, der in meiner Tasche knistert. Ich warte noch einen Kilometer, dann stopfe ich mir in jede Backentasche eine Hälfte. Er schmeckt heute gruselig. Irgendwie nach Hefe. Ich hoffe, dass er wenigstens etwas nutzt und schiebe mich schmatzend weiter.  Wir wechseln jetzt wieder unsere SMSartigen Sätze. &#8220;Noch einen Kilometer&#8221;. &#8220;Was is dann?&#8221; &#8220;Dann kommt der letzte Anstieg&#8221;. Bei km 21 ist man am höchsten Punkt. Von da an geht es bergab. Zwischendurch erhalten nur noch kleine Anstiege die Freundschaft mit der Strecke. Oben angekommen geht mein Bekannter für kleine Läufer und ich nutze die Gelegenheit, hefige Gel-Froschreste mit meinem eigenen Getränk aus meinen Backentaschen zu spülen. Bäh! Beim Wiederanlaufen merke ich, dass die Beine noch wollen. Das ist ein gutes Zeichen. Mein Bekannter schließt auf und ich sehe auf die Uhr. Bei km 20 lagen wir bei 1:59. Wir waren artig und nicht zu schnell. Jetzt kann uns nichts mehr passieren. Ich gebe Gas.  Der Rest ist unklar. Ich laufe und es fühlt sich trotzdem nicht so an, als ob ich es bin. Es ist zu schnell dafür. Vielleicht läuft mich jemand anders? Ich schaue neben mich, aber mein Bekannter sieht nicht so aus, als könnte er außer sich noch jemand anderen laufen. Es ist rätselhaft. Ich watze und watze. Noch drei Kilometer. Den ganzen Weg zurück durch den Ort. Es ist sehr windig, wie auf dem Hinweg. Aber jetzt ist alles wurscht. Ein Kilometerschild ist umgeweht. &#8220;Wieviel?&#8221; ruft mein Bekannter. &#8220;Einer&#8221;. Der Läufer neben uns hebt einen Daumen. Alle denken dasselbe, ein Wort genügt. Nur noch ein Kilometer. Wir stürmen ins Ziel. Die Uhr sagt 2:49:04. Die letzten 10km sind wir im 5er Schnitt gelaufen.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-448" title="winterstein" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/winterstein1.jpg" alt="winterstein" width="164" height="248" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr über den Lauf &#8220;Rund um den Winterstein&#8221; unter: </em><a style="font-family: arial, verdana, tahoma, sans-serif; font-style: normal; font-size: 100%; font-weight: normal; text-decoration: underline; color: #525252;" href="http://www.asc-marathon-friedberg.com/" class="broken_link"  target="_blank"><em>www.asc-marathon-friedberg.com</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Friedberg?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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