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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; G &#8211; N</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Gr&#252;ner wird&#8217;s nicht.</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 18:03:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[G - N]]></category>
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		<description><![CDATA[Rituale sind wie Zement, sie befestigen das, was wir tun und lassen. Man tut gut daran, mit ihnen zu brechen. Kurz gesagt: dieses Jahr kein Egelsbach, kein Koberst&#228;dter Waldmarathon. Dieses Jahr: Galway City Marathon. Ich verbringe eine Woche in Irland und laufe dort einen Halbmarathon. Unsereins nennt das Urlaub.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Seit &#252;ber 10 Jahren nehme ich regelm&#228;&#223;ig an denselben L&#228;ufen teil. Sie gestalten die Saison. Ab und zu kommt mal ein Neuer hinzu, seltener f&#228;llt einer weg. Das ist h&#252;bsch und es entwickeln sich liebenswerte Rituale. Aber wie beinahe alles H&#252;bsche, hat auch dies eine Kehrseite. Wenn man nicht aufpasst, wird man zum Rentner, der unruhig wird, wenn um 17 Uhr das Essen nicht auf dem Tisch steht. Rituale sind wie Zement, sie befestigen das, was wir tun und lassen. Man tut gut daran, mit ihnen zu brechen. Ich h&#228;tte es auch k&#252;rzer sagen k&#246;nnen: dieses Jahr kein Egelsbach, kein Koberst&#228;dter Waldmarathon. Dieses Jahr: Galway City Marathon. Ich verbringe eine Woche in Irland und laufe dort einen Halbmarathon. Unsereins nennt das Urlaub.</p>
<p>Galway liegt am Meer im Westen Irlands. Die Stadt ist jung, bunt, studentisch, voller Kulturangebote und ein bisschen „&#246;kig“. Eine Art kleines, irisches Freiburg. Dort ist heute Premiere: ein neuer Halbmarathon und Marathon findet statt und zeitgleich der Worldcup &#252;ber 50km. Mein irischer Freund und ich werden beim Halbmarathon starten. P&#252;nktlich eine Stunde vor dem Start rollen wir auf einen Parkplatz und trotten Richtung Start.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-Chip.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2574" title="Galway Chip" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-Chip.jpg" alt="Galway Chip" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Unsere Startunterlagen haben wir bereits am Vortag abgeholt. In einem ungenutzten garagenartigen Raum eines Hotels bekamen wir unsere L&#228;uferbeutel und alles wirkte ein bisschen improvisiert. Immerhin gab es ein nettes Baumwoll-Shirt und einen interessanten Chip zur Zeitmessung. Die angek&#252;ndigte Marathonmesse fand aber nicht statt. Egal.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/DSC04367.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2553" title="DSC04367" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/DSC04367.jpg" alt="DSC04367" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Auf dem Weg zum Startareal am Hafen treffen wir einen sehnigen L&#228;ufer, der uns fragt, wo’s lang geht. Gemeinsam setzen wir den Weg fort. Der L&#228;ufer ist aus Cork angereist und wir erkennen messerscharf, dass er den „Full Marathon“ in Angriff nimmt. Ein lustiger Typ mit rasiertem Sch&#228;del und blauen Schuhen. Als wir dort ankommen, wo wir den Start vermuten, ist es verd&#228;chtig still. Nein, hier kann es nicht sein. Wir ahnen, wo wir stattdessen hin m&#252;ssen. Der Mann aus Cork wird unruhig und eilt uns voraus. Wenig sp&#228;ter treffen wir weitere L&#228;ufer und schlie&#223;en uns ihnen an. „What a beautiful day, isn’t it?“ Hier sagt man das dauernd – und das beinahe unabh&#228;ngig von der aktuellen Wetterlage. Wenn es in Irland nicht gerade faustgro&#223;e Tropfen donnert, ist es eben ein „beautiful day“.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2556" title="Galway 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-2.jpg" alt="Galway 2" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Schlie&#223;lich finden wir alles, was zu einem typischen Startareal geh&#246;rt: viele nerv&#246;se L&#228;ufer, Zelte zur Kleiderbeutelabgabe, schlechte Musik und viel zu wenige Toilettenh&#228;uschen. Letztere sind wirklich sehr rar – eine lange Schlange wartet bereits geduldig davor. Der Stimmung tut das keinen Abbruch.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2557" title="Galway 3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-3.jpg" alt="Galway 3" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Ich be&#228;uge neugierig alle L&#228;ufer und vergleiche sie mit der Truppe, die bei heimischen Volksl&#228;ufen aufl&#228;uft. Hier ist man j&#252;nger, viel j&#252;nger. Ich geh&#246;re bereits zu den &#228;lteren. Man kleidet sich leichter, aber das kenne ich von den Iren schon. W&#228;hrend unsereins im Fleece bibbert, tut es bei Iren das Tr&#228;gerhemdchen. Heute Morgen sind es 15 Grad und es verspricht, bestes Laufwetter zu werden.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-4.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2558" title="Galway 4" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-4.jpg" alt="Galway 4" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Wir geben unseren Kleiderbeutel ab und wollen uns ein wenig einlaufen. Au&#223;er uns tut das absolut niemand. Im Startbereich schlunzen etwa 800 L&#228;ufer umher, niemand dehnt sich, niemand l&#228;uft hektisch auf und ab. Kurios. Schlie&#223;lich wird ein „Warm up“ mit h&#252;pfenden Fitness-Damen angeboten, was nur wenig Anklang findet. Direkt vor der Kulisse eines im Hafen liegenden Kriegsschiffes ist das aber h&#252;bsch anzusehen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-5.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2559" title="Galway 5" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-5.jpg" alt="Galway 5" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Der Start verz&#246;gert sich schlie&#223;lich um einige Minuten. Wer interessiert sich schon f&#252;r „Dsch&#246;rmen Punktlischkait“. Direkt nach dem Start treffen wir auf Sonia O’Sullivan, so eine Art Herbert Steffny Irlands, wenn auch etwas j&#252;nger. Vielleicht begleitet sie hier ein paar Sch&#252;tzlinge, wir wissen es nicht. Ich mache im Laufen ein verschwommenes Foto. Muss ja alles dokumentiert werden.</p>
<div id="attachment_2560" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-6.jpg"><img class="size-full wp-image-2560 " title="Galway 6" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-6.jpg" alt="Sonia ist die Dame in wei&#223;." width="480" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Sonia ist die Dame in wei&#223;.</p></div>
<p>W&#228;hrend meiner gem&#252;tlichen Einlaufphase schaue ich mich weiter im Feld um. Der Frauenanteil ist gef&#252;hlte 40%. Ganz und gar durchschnittliche Frauen laufen hier, rundliche, sommersprossige Wesen mit Pferdeschw&#228;nzen. Den kurzhaarigen L&#228;ufertyp, wie man ihn in Deutschland oft sieht, gibt es hier weniger. Diese Frauen hier scheinen keine Frauenl&#228;ufe zu brauchen, um sich aus der Deckung zu wagen. Sie tragen auch keine Jacken um die H&#252;ften, um ihre Rundungen zu verdecken. Und sie sind schneller als ich. Junge Frauen in Deutschland k&#246;nnten hier etwas Nachhilfe in Sachen Selbstbewusstsein bekommen. Ab und zu sieht man Charity-Botschaften, auch etwas, was es in Deutschland seltener gibt.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-7.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2561" title="Galway 7" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-7.jpg" alt="Galway 7" width="480" height="360" /></a> Ich habe keine Ahnung, wie der Kurs verl&#228;uft, lasse mich &#252;berraschen. Was m&#228;chtig Spa&#223; macht. Auch von den Kilometer-Schildern bin ich &#252;berrascht. Die gibt es n&#228;mlich nicht. Man rechnet schlie&#223;lich in Meilen. Stimmt, das hatte ich ja ganz vergessen. F&#252;r die erste Meile brauche ich neun Minuten und ein paar Zerquetschte und das erscheint mir f&#252;r einen Wellnesslauf mit Fotopoints ganz angemessen. Wir laufen die Stra&#223;en entlang, eine Seite ist jeweils f&#252;r den Verkehr gesperrt. Gleich zu Beginn geht es sanft bergauf.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-8.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2562" title="Galway 8" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-8.jpg" alt="Galway 8" width="480" height="360" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Im Feld wird geplaudert und gelacht. Es scheint, als w&#228;ren noch mehr L&#228;ufer auf Wellness-Kurs. „What a beautiful day!“ Die Sonne scheint, aber es pustet ganz ordentlich. Wind geh&#246;rt hier einfach dazu. Ich genie&#223;e den Blick in die Vorg&#228;rten, die so ganz anders aussehen, als bei uns. Ein Traum ist nat&#252;rlich alles, was gr&#252;nt und bl&#252;ht, hier wird Irland auch in der Stadt jedem Klischee gerecht. Schon ein St&#252;ckchen Rasen kann einen hier zum Staunen bringen. Gr&#252;ner wird’s nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-9.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2563" title="Galway 9" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-9.jpg" alt="Galway 9" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Nach f&#252;nf Kilometern gibt es die erste Verpflegungsstelle. Es gibt Wasser, was f&#252;r die Halbmarathon-L&#228;ufer ausreichend ist. Ultras und Marathon-L&#228;ufer verlassen sich da besser auf die Eigenverpflegung. Langsam schiebe ich mich weiter und genie&#223;e. Beinahe finde ich es schade, schon ein Viertel geschafft zu haben. Nach einiger Zeit wird es etwas grauer. Wir laufen an einer langen Reihe kleiner einfacher H&#228;user vorbei. F&#252;r einen Ausl&#228;nder ist aber sogar das spannend.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-11.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2564" title="Galway 11" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-11.jpg" alt="Galway 11" width="480" height="360" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-10.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2578" title="Galway 10" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-10.jpg" alt="Galway 10" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Au&#223;erdem geht es wie so oft bergauf und so ist man gut besch&#228;ftigt. Auch das Feld ist stiller geworden. Ein L&#228;ufer spricht mich an und macht einen Scherz, den ich nicht ganz verstehe. Also sage ich einfach „A beautiful day, isn’t it?“ und schon ist die Unterhaltung wieder perfekt. Die Geduld an der Siedlung wird durch einen reizvollen Br&#252;cken&#252;bergang belohnt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-12.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2565" title="Galway 12" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-12.jpg" alt="Galway 12" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Danach geht es in die Stadt. Hier ist vergleichsweise viel los. W&#228;hrend sonst nur vereinzelte Fans an der Strecke zu finden sind, tobt hier beinahe so etwas &#196;hnliches wie ein „Stimmungsnest“. Am Getr&#228;nkestand gibt es sogar ein tiefblaues isotonisches Getr&#228;nk. Das erinnert mich aber zu sehr an die Sp&#252;lfl&#252;ssigkeit im Dixieklo am Start und so bleibe ich beim Wasser.</p>
<p>Und weiter tappt die Karawane. Jetzt ist auch unsere Spur f&#252;r den Verkehr freigegeben und L&#228;ufer mischen sich mit Autos. Das klingt schlimmer als es ist. Nur einzelne Fahrzeuge schleichen vorsichtig voran. Au&#223;erdem gelingt es mir so, das erste Mal in meinem Leben ein Auto zu &#252;berholen und das ist doch mal was! Wir laufen an einem Golfplatz vorbei und in dokumentatorischem Eifer mache ich ein Foto. Das hei&#223;t ich will eines machen, als mich die golfspielenden Herren entdecken und heftig protestieren. Gebr&#252;ll schallt mir entgegen. Ich mache schnell mein Foto und denke „Fangt mich doch!“ Schwupp, weg bin ich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-13.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2566" title="Galway 13" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-13.jpg" alt="Galway 13" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Und weil ich gerade so dynamisch bin, darf ich dasselbe Auto noch einmal &#252;berholen. Nach einem der zahlreichen Kreisverkehre, in die wir hineinlaufen (Kreisel haben hier alle einen eigenen Namen) geht es wieder einmal bergauf. Was sonst. Es ist ein bisschen k&#252;hl geworden. Die Sonne ist verschwunden und nun sp&#252;rt man den Wind. Bald kommen wir zur&#252;ck ans Meer, das k&#246;nnte ganz sch&#246;n luftig werden. Nach einem weiteren H&#252;gel sehe ich es das erste Mal wieder. Das Meer. F&#252;r jemanden, der sonst nur in hessischen W&#228;ldern l&#228;uft ist das einfach etwas Besonderes. Ich mache sofort ein Foto, was sich als geschickt erweist.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-15.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2567" title="Galway 15" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-15.jpg" alt="Galway 15" width="480" height="360" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-16.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2571" title="Galway 16" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-16.jpg" alt="Galway 16" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Weitere Bilder von Wind und Wellen werden schwierig – es beginnt zu regnen. Bereits fr&#252;her hat es einmal geregnet, doch das war nicht der Rede Wert. Jetzt wird es jedoch richtig nass. Ich muss meine Kamera gut verpacken. Was ein Jammer ist. Denn jetzt beginnt der sch&#246;nste Streckenabschnitt. In einem rechten Winkel biegt die Strecke nach rechts ab – direkt aufs Meer hinaus. Eine lang gezogene Promenade, die direkt auf einen kleinen Leuchtturm zuf&#252;hrt muss absolviert werden. Es ist naturgem&#228;&#223; ein Wendepunktabschnitt und ein echtes Highlight. Es riecht nach Fisch und Salz und der Regen staubt uns ins Gesicht. Auf dem R&#252;ckweg herrscht Gegenwind, aber das macht gar nichts. Es ist einfach zu sch&#246;n, hier zu laufen. Wie gro&#223;artig w&#228;re das erst bei Sonnenschein gewesen! Noch zwei Kilometer, dann sind wir im Ziel. Vor mir laufen zwei junge Herren mit bedruckten T-Shirts: „Twelve Marathons, Two Man“ steht darauf. Die Jungs wollen in jedem Monat einen Marathon laufen. Wie es scheint, ist das der erste. Wir reden kurz miteinander („What a beautiful day!“) und ich w&#252;nsche Gl&#252;ck f&#252;rs Projekt. Das mache ich zuhause nie, kurz vor dem Ziel mit Leuten plaudern. Wenige hundert Meter davor h&#246;rt es auf zu regnen. Der Wind ist so kr&#228;ftig, dass es mich beinahe wieder trocken pustet. Die Bruttozeit zeigt 2:00:36, als ich ins Ziel laufe. Meine eigene Uhr habe ich bei einer Fotopause versehentlich gestoppt, aber ich wei&#223;, dass ich nach 50 Sekunden &#252;ber die Startlinie gekommen bin. So hat es sogar f&#252;r unter 2 Stunden gereicht.</p>
<p>Im „Female changing“-Zelt ziehe ich mich um. Es sieht ein bisschen aus wie eine Notunterkunft im Katastrophengebiet, schlie&#223;lich hat es ja auch die Army aufgebaut. Aber es ist warm und windgesch&#252;tzt. Wunderbar. Au&#223;er mir findet sich keine einzige Frau dort ein. Warum auch immer. Ich finde das Angebot toll.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-19.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2569" title="Galway 19" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-19.jpg" alt="Galway 19" width="480" height="360" /></a></p>
<p>Trocken und mit ausreichend Wasser versorgt gehe ich zur&#252;ck zum Ziel und schaue den 50km-L&#228;ufern zu, die am Ende mehrere kleine Loops drehen m&#252;ssen und somit mehrfach im Ziel vorbeikommen. Das ist sehr unterhaltsam. Nach einer Weile sehe ich den Mann aus Cork, der uns vor dem Start begegnet ist. Frisch und munter l&#228;uft er ins Ziel – und gewinnt mit 2:42 den Marathon. Die Elite hat sich ganz auf den Ultra konzentriert und so war das seine Chance. Die bald darauf eintreffende Marathon-Siegerin hat noch nicht genug und h&#228;ngt einfach noch die 8 Kilometer zum Ultra dran. Vielleicht war es f&#252;r sie auch nur ein Wellness-Lauf.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-Medaille.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2572" title="Galway Medaille" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-Medaille.jpg" alt="Galway Medaille" width="479" height="355" /></a></p>
<p>Nachtrag:</p>
<p>In Ermangelung eines typisch hessischen Streuselkuchenangebots und aufgrund pl&#246;tzlich einsetzenden Radikalhungers kehren wir in einem Restaurant mit globaler K&#252;che ein. Man kann nicht immer alles haben. Aber fast.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-21.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2573" title="Galway 21" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/08/Galway-21.jpg" alt="Galway 21" width="480" height="360" /></a></p>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<title>Skandal in Kahl.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-kahl-2010/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 15:57:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[G - N]]></category>
		<category><![CDATA[Kahl]]></category>
		<category><![CDATA[Kahl10]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Das ist doch mal wieder typisch. Da hab ich mir fest vorgenommen, keinen Laufbericht aus Kahl zu schreiben und dann passieren ausgerechnet wichtige Ereignisse, die ich als Chronistin des hiesigen Volkslaufgeschehens unm&#246;glich undokumentiert lassen kann. Dabei habe ich &#252;ber Kahl schon so viel geschrieben, dass man sich selbst in Kahl schon dar&#252;ber wundert. (...)]]></description>
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<h4>Der 10 km-Lauf in Kahl (2010).</h4>
<p>Das ist doch mal wieder typisch. Da hab ich mir fest vorgenommen, keinen Laufbericht aus Kahl zu schreiben und dann passieren ausgerechnet wichtige Ereignisse, die ich als Chronistin des hiesigen Volkslaufgeschehens unm&#246;glich undokumentiert lassen kann. Dabei habe ich &#252;ber Kahl schon so viel geschrieben, dass man sich selbst in Kahl schon dar&#252;ber wundert. Ich mach es also kurz: Kahl liegt in Bayern, bietet einen Halbmarathon, einen 10er und zwei Sch&#252;lerl&#228;ufe, der Verein hat seinen legend&#228;ren Country-Fr&#252;hschoppen vor Jahren bereits abgeschafft, wenn man erster wird, bekommt man einen Pokal in Form einer Figur mit einer heruntergelassenen Hose („Po-kahl“) und an der Kuchentheke bedient eine Dame, die einst bei der RTL2 Sendung „Frauentausch“ einen denkw&#252;rdigen Auftritt hatte. Damit sind eigentlich die wichtigsten Fakten genannt.</p>
<p>Ich laufe heute mal wieder nur die 10 km. Das bekommt mir gerade ganz gut. Am fr&#252;hen Morgen sind es noch 17 Grad, aber es wird min&#252;tlich w&#228;rmer. Wir laufen uns auf der Kinderstrecke rund um einen kleinen verwunschenen See ein bisschen ein. Nichtsahnend geraten wir damit in einen Stechm&#252;ckenballungsraum. Unz&#228;hlige Stechm&#252;cken – vermutlich auf dem Weg zur Arbeit – nehmen unterwegs noch rasch einen kleinen Imbiss: uns. Wir suchen das Weite. Die Startlinie ist traditionell auf einem kleinen, abgegrasten Bolzplatz neben dem eigentlichen Sportplatz.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Startlinie.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2393" title="Kahl Startlinie" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Startlinie.jpg" alt="Kahl Startlinie" width="384" height="512" /></a></p>
<p>Die Halbmarathonis starten zuerst, damit sie f&#252;r die 10km-L&#228;ufer die Getr&#228;nke an den Verpflegungsstellen vorkosten k&#246;nnen. Macht ja auch Sinn. Derweil steigt die Temperatur.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Start-15km.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2394" title="Kahl Start 15km" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Start-15km.jpg" alt="Kahl Start 15km" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Dann sind die 10er dran. 10 km-L&#228;ufer bilden ein heterogenes Feld, viel deutlicher als Halbmarathonis. Hier mischen sich die rasend Schnellen mit den heftig Langsamen. Wer einen 10er l&#228;uft, hat entweder besonders viel Pfeffer im Hintern, oder er bevorzugt die ruhige Kugel – oder ist selbst eine. Veteranen, Erstt&#228;ter und Schnellschlappen stehen an der gleichen Linie. So gesehen ist ein 10er eine sch&#246;ne Sache, obwohl ich sonst der l&#228;ngeren Distanz deutlich den Vorzug gebe. Es passiert unterwegs einfach mehr – mit einem selbst und um einen herum.</p>
<p>Gleich nach dem Start geht es eine kleine Rampe hoch und es empfiehlt sich, die Neigung zur Rampensau zu unterdr&#252;cken. Man muss ja nicht unbedingt schon nach 200 Metern au&#223;er Atem sein.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Start-15-km-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2395" title="Kahl Start 15 km 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Start-15-km-2.jpg" alt="Kahl Start 15 km 2" width="384" height="512" /></a></p>
<p>Schnell geht es Richtung Wald, was bei diesen Temperaturen angenehm ist. (Sonst eigentlich auch). Ich pendle mich bei einem Tempo von 5:30/km ein und versuche trotzdem stressfrei von der Rhythmus-Combo um mich herum wegzukommen – einem M&#252;nzklimperer und einem piependen Schrittz&#228;hler. Die laufende Wechselstube werde ich los, der Schrittpiepser bleibt. Wenn er hinter mir l&#228;uft, ist es nicht so schlimm. Vielleicht ist es ja auch der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Man soll Menschen nicht nach den Ger&#228;uschen beurteilen, die sie beim Laufen machen. Ich selbst zum Beispiel schnaufe. Die Strecke ist auf der ersten H&#228;lfte unkompliziert und zum Teil sogar asphaltiert. Es l&#228;uft prima. Ich achte mal wieder auf mein Chi und diese Dinge und es scheint sogar besser zu gelingen als noch vor drei Tagen in Bonames.</p>
<p>Bei km 5 reicht man mir eine Stechm&#252;cke. Sie sitzt an dem Tee-Becher, den es am Getr&#228;nkestand gibt und ich greife lieber nach dem m&#252;ckenlosen Wasser. Prompt komme ich mit dem Schrittz&#228;hler in ein Nano-Gespr&#228;ch, in dem er meine Qualit&#228;ten als Pacemaker lobt. Reizender Mensch. Hab ich ja gleich gesagt. Zwischen km 6 und 7 muss eine Stra&#223;e &#252;berquert werden. Im Wald davor stehen Streckenposten. Davor, aber nicht auf der Stra&#223;e. Es herrscht flie&#223;ender Verkehr und die Stra&#223;e ist vollkommen ungesichert. Volksl&#228;ufer sind keine Spazierg&#228;nger. Sie bleiben nicht stehen und schauen sorgsam rechts und links – sie laufen auf die Stra&#223;e, gewohnt, dass sie durch Streckenposten gesichert ist. So auch die beiden Herren vor mir. Ein Wagen, der gl&#252;cklicherweise durch die L&#252;becker H&#252;tchen auf der Stra&#223;e vorgewarnt war und deshalb nicht schnell fuhr, kommt gerade noch rechtzeitig vor den L&#228;ufern zum Stehen, mitten auf der L&#228;ufereinflugschneise. Nicht nur bei den 10ern, auch bei den Halbmarathonl&#228;ufern ist die Strecke zumindest vor&#252;bergehend ungesichert gewesen. Ich sch&#228;tze den Kahler Volkslauf und seine Organisation sehr, aber das ist nicht eben lustig. Oder, um es direkt an die Adresse der verantwortlichen Streckenposten zu sagen: Habt ihr noch alle am Str&#228;u&#223;chen? Dabei h&#228;tte leicht jemand umgenietet werden k&#246;nnen! Ein Skandal. Der erste von zweien.</p>
<p>Grimmig laufe ich weiter. Die Strecke ist jetzt stellenweise etwas wackelig, &#252;berall sind dicke Reifenspuren von Waldfahrzeugen. Hier wurde Holz geschnitten und geh&#228;ckselt und es riecht wunderbar, als w&#228;re man in einem S&#228;gewerk. Der Wald von Kahl h&#228;lt doch immer wieder eigene Duftnoten parat. Schon bald wird es Zeit, sich auf die kleine Rampe zu freuen, die man jetzt ins Ziel hinunter laufen darf. Sie ist zwar nutzlos steil, aber das gibt dem Zieleinlauf doch gleich so eine ganz eigene Dynamik. Ins Ziel laufen, Tee trinken (ohne M&#252;cke), schwitzen, schwitzen, schwitzen (27 Grad), duschen, ans Ziel zur&#252;ckkehren. (Ich k&#252;rze die wichtigsten Vorkommnisse hier mal ab).</p>
<p>Nachdem auch mein Trainingspartner im Ziel ist, der den 21er gelaufen ist, freuen wir uns auf die Kinderl&#228;ufe. Erst laufen die Gro&#223;en 1500 Meter, dann die Kleinen 700 Meter (irgendwann gab es auch noch 4.000 Meter, aber die haben wir verpasst).</p>
<p>Nie h&#228;tte ich als Dreik&#228;sehoch so was gekonnt. Meine Bewunderung ist also ganz auf den Seiten der Kinder. Au&#223;erdem ist diese Art von Laufstilanalyse die Sch&#246;nste: von perfektem Chirunning bis zum Stil „volltrunkener Seemann mit Orientierungsst&#246;rungen und L&#228;hmungserscheinungen“ ist alles dabei.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kinder-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2396" title="Kahl Kinder 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kinder-1.jpg" alt="Kahl Kinder 1" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kinder-Start.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2398" title="Kahl Kinder Start" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kinder-Start.jpg" alt="Kahl Kinder Start" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Feuerwehr-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2399" title="Kahl Feuerwehr 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Feuerwehr-2.jpg" alt="Kahl Feuerwehr 2" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Besondere Aufmerksamkeit richten wir auf die ersten und letzten. Bei den Gro&#223;en, die etwa zwischen 8 und 11 Jahren alt sind, ist ein Junge mit einer schwarzen coolen Sonnenbrille eines der Schlusslichter. Schwerf&#228;llig k&#228;mpft er sich &#252;ber den Parcours. Noch bevor er durchs Zieltor kommt, schleudert ihm eine Frau „Was bist denn Du f&#252;r einer!“ entgegen. Seltsame P&#228;dagogik, denken wir noch, aber dann sehen wir, wie sich mehrere M&#252;tter hinter dem Ziel auf den Jungen st&#252;rzen. Ein kleiner Tumult entsteht. Die Erkl&#228;rung ist kurios. Offensichtlich hat der Junge eine ganz eigene Taktik entwickelt, um Gegner zu demoralisieren: er hat bei deren &#220;berholman&#246;ver seinen rechten Schwinger ausgefahren und mehrere Kinder haben davon etwas abbekommen. Ich &#252;berlege kurz, ob das nicht k&#252;nftig eine gute L&#246;sung f&#252;r mich sein k&#246;nnte, doch dann stelle ich fest, dass der Junge ja Letzter wurde. Keine Sieger-Taktik also. Der ganze Zorn der Eltern und Umstehenden entl&#228;dt sich auf das Kind. „Was bist denn Du f&#252;r einer!“. Ein Skandal beim Bambinilauf, wo gibt’s denn so was! Der Junge tut mir leid. Wie hart muss es sein, Letzter zu werden, damit nicht umgehen zu k&#246;nnen und dann von allen ge&#228;chtet zu werden. Man w&#252;nscht ihm einen Trainer, der ihm zeigt, wie er beim Sport ein Sieger sein kann, ohne zu gewinnen. Ob das Kind jemals wieder l&#228;uft?</p>
<p>Wir jedenfalls laufen jetzt schon wieder und zwar eine Barfu&#223;runde auf dem Sportplatz. Danach k&#246;nnte ich zwar zum wiederholten Mal duschen, aber egal. Der Kuchen ist in Kahl sehr ordentlich und man kann beim Kauen ausdruckslos auf einen knallgr&#252;nen Rasen schauen. Das entspannt ungemein.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kuchen-2010.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2400" title="Kahl Kuchen 2010" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kuchen-2010.jpg" alt="Kahl Kuchen 2010" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Platz-2010.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2401" title="Kahl Platz 2010" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Platz-2010.jpg" alt="Kahl Platz 2010" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Als die Ergebnislisten aush&#228;ngen, finde ich auch meinen Namen: mit 55:20 belege ich Platz 11 von 25 der Altersklasse M40. Einen Geschlechtstest lehne ich rigoros ab.</p>
<p><em></em> <div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #d2691e; border-left-color: #d2691e; border-right-color: #d2691e; border-bottom-color: #d2691e; background-color: #f8f8ff; "><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter<a href="http://www.djk-kahl.de" target="_blank"> www.djk-kahl.de</a></em></div></p>

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		<title>Von Sonnenattrappen, Spinnebeinen und halben Tassen.</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 14:51:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die meisten Volksl&#228;ufe in Deutschland gibt es im S&#252;den Hessens. Das stand so vor ein paar Jahren zumindest bei Spiegel online. W&#228;hrend in anderen Gegenden der Republik also gelegentlich Volkslaufosteoporose herrscht, eine L&#246;chrigkeit im Jahreskalender, ist die Volkslaufdichte in meiner Heimat beeindruckend. Die Kehrseite der Auswahl ist die Entscheidungsnot. (...)]]></description>
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<h4>Der Halbmarathon in Nidderau-Eichen. (2010)</h4>
<p>Die meisten Volksl&#228;ufe in Deutschland gibt es im S&#252;den Hessens. Das stand so vor ein paar Jahren zumindest bei Spiegel online. W&#228;hrend in anderen Gegenden der Republik also gelegentlich Volkslaufosteoporose herrscht, eine L&#246;chrigkeit im Jahreskalender, ist die Volkslaufdichte in meiner Heimat beeindruckend. Die Kehrseite der Auswahl ist die Entscheidungsnot. An diesem Wochenende k&#246;nnte ich Samstags in Nidderau-Eichen einen Halbmarathon laufen und Sonntags den 25km Mainuferlauf in Seligenstadt oder den Feldberglauf. Alle drei sind tolle L&#228;ufe. Samstags UND Sonntags einen zu laufen ist mir unm&#246;glich. F&#252;r ein heiteres Auslaufen sind weder der 25er noch der Berglauf geeignet. Mein Trainingspartner und ich w&#228;hlen Nidderau. Der Halbmarathon ist lang genug, um sich auszupowern und dabei angenehm genug, um Spa&#223; zu haben. Von allen drei L&#228;ufen ist er der kleinste und abgelegenste. Ein Schnuckelchen.</p>
<p>Nidderau-Eichen leistet einen wackeren Beitrag zur Volkslaufdichte der Region, hier finden n&#228;mlich gleich zwei Volksl&#228;ufe im Jahr statt. Den einen veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr, den anderen ein Sportverein, der TV Windecken. Der Wald in Nidderau ist gro&#223; und sch&#246;n genug, um zwei unterschiedliche, attraktive Strecken zu zimmern. Auf „profilierter Strecke“. Wo die Strecke schon profiliert ist, kann man sich als L&#228;ufer nicht mehr profilieren und das beruhigt. Man kann es langsam angehen lassen. Es ist Samstag Nachmittag und irgendwer hat eine Sonnenattrappe eingeschaltet. Es sieht aus wie Sonne, w&#228;rmt aber nicht. Nidderau war bereits mehrere Jahre der sonnenreichste Ort Hessens. Bestimmt wegen der Attrappe. Nerv&#246;s h&#252;pfen die L&#228;ufer am Sportlerheim auf und ab und wissen nicht, was sie anziehen sollen. Das Auge sagt „kurz“, das Gef&#252;hl sagt „brrrrr“. Die Startnummer in Nidderau kommt ohne Sponsorenaufdruck aus und hat deshalb ausnahmesweise einmal nicht das Format eines Kuchenblechs. Die w&#228;rmt also schon mal nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><a style="text-decoration: none;" href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Anmeldung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2272" title="Nidderau Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Anmeldung.jpg" alt="Nidderau Anmeldung" width="512" height="384" /></a></p>
<p>In der Umkleidekabine liegen Sportschuhe im Papierkorb und ich bilde mir ein, sie dort schon einmal gesehen zu haben. Vielleicht ist es eine Dauerinstallation.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Papierkorb.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2268" title="Nidderau Papierkorb" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Papierkorb.jpg" alt="Nidderau Papierkorb" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Eines Tages werde ich vielleicht einmal eine Umkleidekabinen-Fotoserie machen. Umkleiden bei Volksl&#228;ufen bilden ein wahres Kuriosit&#228;tenkabinet. Sie sind kalt und muffig, fensterlos und eng. Sie haben mit Gl&#252;ck eine einzige Steckdose und halbblinde Spiegel, in denen man aussieht wie Gem&#228;lde von Picasso. Aus ihren Duschen tr&#246;pfelt ein arktisches Rinnsal, Toiletten sind selten vorhanden und wenn, dann ist es eine Kabine, deren T&#252;r nicht mehr richtig schlie&#223;t und deren Sp&#252;lkasten auf Druck die Wassermenge vom Volumen eines Cognacschwenkers freigibt. Davor stehen 47 Frauen. So ist das beinahe immer.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Spinne.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2273" title="Nidderau Spinne" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Spinne.jpg" alt="Nidderau Spinne" width="448" height="336" /></a></p>
<p>Ich werfe meine Tasche in die Ecke und starre neidisch auf die Beine einer Spinne, die hier wohnt. Die hat’s gut. Kann schnell rennen und hat nie Muskelkater. Und muss sich nicht mit solchen Albernheiten herumschlagen wie ¾-Hosen. Ich probiere heute das erste Mal eine zum Laufen aus, sonst ziehe ich sie nur zum Rudern an. Eigentlich finde ich die Dinger doof, aber noch doofer w&#228;re es, immer noch lange Hosen tragen zu m&#252;ssen. Die kann ich einfach nicht mehr sehen.</p>
<p>Wir laufen uns ein und wie immer bei Nachmittagsl&#228;ufen bin ich ganz durcheinander. Vorm Lauf zu essen lie&#223; sich hier nicht vermeiden und ich hoffe, dass der zeitliche Abstand ausreicht. Mein Magen l&#228;uft lieber leer. &#220;berall im Wald sind S&#228;gesp&#228;ne aufgestreut, die auf die Strecke hindeuten, auch der Start ist einfach aufgestreuselt. Kein Transparent, keine Zeitnahme deutet daraufhin, dass hier gleich Gro&#223;es stattfindet. Das liegt daran, dass das Ziel an einer anderen Stelle ist, als der Start. Aha! Erst starten die 5km L&#228;ufer, aber da wir mal wieder nicht richtig aufgepasst haben, halten wir sie f&#252;r 10er. Danach kommen wir. Der Halbmarathon hei&#223;t „Ralf Pagels Ged&#228;chtnislauf“. Ich wei&#223; leider nicht, wer Ralf Pagels war. Bei Google findet sich in erster Linie ein Wasserbettenverk&#228;ufer &#228;hnlichen Namens, der wird es wohl nicht sein.</p>
<p>Das Feld des Halbmarathons ist klein, etwa 150 L&#228;ufer machen sich auf den Weg. Es dauert nicht lang, da geht es auch schon bergauf. Da ist es schon, das Profilierte am Streckenprofil. Ich bin hier l&#228;nger nicht mehr gelaufen, deshalb habe ich das Profil nicht im Kopf. Ich versuche einfach vorsichtig zu laufen. Es geht mir gut und die Sonnenattrappe ist gut f&#252;r’s Gem&#252;t. Der Wald riecht phantastisch. &#220;berall ist frisches Holz geschlagen. Und &#252;berall liegen Pfeile aus S&#228;gesp&#228;nen. Verlaufen unm&#246;glich. Ein M&#228;dchen mit einer roten Jacke &#252;berholt mich und setzt sich vor mich. Sie drosselt ihr Tempo und ich sitze ihr fast in den Hacken. Volkslaufen ist manchmal ein bisschen wie auf der Autobahn. Es gibt immer diese Dussel, die sich nicht vorstellen k&#246;nnen, was hinter ihnen passiert. Ich laufe neben die rote Jacke, damit ich sie nicht am Ende noch trete. „Der Berg ist vorbei, jetzt angreifen!“ ruft der Streckenposten und ich vermute, er tut es, um sich ein bisschen zu belustigen. Weder ist der Berg wirklich vorbei, noch mag ich bei km4 angreifen. Wen auch? Ich habe doch noch gar keinen &#220;berblick. Mich &#252;berholt ein sehr schwerer, gro&#223;er Mann, der nach Leberwust riecht. Keine Ahnung, wie er das hinbekommt. Es ist eindeutig Leberwurst. Grobe Pf&#228;lzer. Ich lasse ihn besser mal davonziehen. Mein Magen reagiert ohnehin schon etwas verbl&#252;fft darauf, dass er mit Inhalt laufen soll. Obwohl meine Mahlzeit &#252;ber 3 Stunden zur&#252;ckliegt, kneift es mal hier und mal dort. Schon bald gibt es etwas zu trinken und heute greife ich gern zu. Vielleicht hat mich die virtuelle Leberwurst durstig gemacht. Ich sch&#252;ttle die rote Jacke ab und schiebe mich weiter bergauf.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; ">Lieber auf dem Sofa lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-2010.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF.</a></div></div></em></p>
<p>&#220;berall zwitschert es und winzigkleine hellgr&#252;ne Bl&#228;ttchen tun so, als w&#228;ren sie schon erwachsen. Es ist sowas von Fr&#252;hling. Der Weg im Wald ist f&#252;r mich v&#246;llig undurchsichtig. Die Schneisen verlaufen nicht gerade sondern schief und krumm und sie haben attraktive, langgezogene Kurven. Es ist immer wieder toll, auf einer fremden Strecke zu laufen, sich aber um nichts k&#252;mmern zu m&#252;ssen. Eine Zeitlang laufen vor mir drei Triathleten, die sich &#252;ber Trainingslager, Laservermessung und alles m&#246;gliche unterhalten, bergauf, als w&#228;re es nichts. So etwas verbl&#252;fft mich immer wieder. Aber dann zieht sich das Feld weit auseinander, auch die drei H&#246;rb&#252;cher auf Beinen verschwinden aus dem Blickfeld. Mein einziger Fixpunkt ist ein gr&#252;nes T-Shirt, das Frau und Kinder an der Strecke berg&#252;&#223;t.  Nach einem kleinen Asphaltst&#252;ck geht es einen verwunschenen Waldpfad entlang. Mal wieder bergauf. Bergabpassagen gibt es nat&#252;rlich auch, aber sie sind nie lange und besonders erholsam. „Das sieht sehr gut aus“ sagt ein Streckenposten und ich finde es sch&#246;n, selbst wenn es gelogen ist. Von Zeit zu Zeit kommen mir 10 km L&#228;ufer entgegen, was ich nicht verstehe, weil ich ja denke, dass sie vor mir gestartet sind. Rolf Gerhard Klos ist wieder dabei, der in der M80 startet. Ich hoffe, dem ruft man auch zu, dass er gut aussieht. Das w&#228;re n&#228;mlich gar nicht gelogen. Herr Klos sieht gro&#223;artig aus.</p>
<p>Langsam wird es Zeit, sich &#252;ber eine m&#246;gliche Zielzeit Gedanken zu machen. Unter 2 Stunden, das w&#228;re schon sch&#246;n. Aber das ist derzeit schon die Zielzeit f&#252;r einen flachen Halbmarathon. Wie soll das bei diesen Steigungen gehen? Die 10 km habe ich nach knapp 57 Minuten passiert. Und ich wei&#223; nicht, was noch kommt. Wie viele Steigungen lauern noch vor dem Ziel? Ein paar der Menschen, die mich vorhin &#252;berholt haben, habe ich inzwischen schon wieder eingesammelt. Auch an der Leberwurst bin ich vorbeigezogen. Jetzt arbeite ich an dem gr&#252;nen T-Shirt. Aber erst nochmal trinken. Boah, tut das gut. Weiter geht’s. Zack, das gr&#252;ne T-Shirt ist kassiert. Das war ja einfach. Die n&#228;chsten km verbringe ich mit laufen und rechnen. Ich muss unter die letzten drei Kilometer unter 5:30 bleiben, dann kann es gelingen. Das versuche ich. Man muss es immer wenigstens versuchen. Bei km 19 scheint es aussichtslos. Das schaffe ich niemals. Jetzt beutelt mich die Moral. Es tut schon m&#228;chtig weh und ein wippender Pferdeschwanz zieht an mir vorbei. Unm&#246;glich, dranzubleiben. Ich schaffs nicht. Wenn ich’s eh nicht schaffe, warum qu&#228;le ich mich dann noch? Ich k&#246;nnte jetzt ganz gem&#252;tlich ins Ziel traben. Ich schaff es eh nicht. „Noch 700 Meter“ ruft der Streckenposten und ich schaue wieder auf die Uhr. Oh Mann, ist das schrecklich knapp. Vielleicht geht es doch. Meine Lunge macht schon komische Ger&#228;usche. Ich &#246;ffne den Mund ganz weit, bilde mir ein, es w&#252;rde helfen. Von weitem sehe ich die Zeitnahme. Wieder der Blick auf die Uhr. Noch ist es m&#246;glich. Versuch’s. Mach einen Spurt. Ich gebe Gas und rausche ins Ziel. Die Uhr sagt: 1:59:54. H&#228;tt ich mich ja gar nicht so hetzen m&#252;ssen. Ich h&#228;tt ja noch 5 Sekunden Zeit gehabt.</p>
<p>Ich bin v&#246;llig im Eimer. Sofort wird es eiskalt und wir sehen zu, dass wir schnell ins Warme kommen. Ich schleppe mich zu meiner Spinne und erz&#228;hle ihr von meinen Abenteuern. Sie nickt anerkennend und verweist mich darauf, dass die Duschen heute hei&#223; sind.</p>
<p>Zum Kuchenbuffet muss man sich anstellen. Eine der Kaffeemaschinen hat sich verabschiedet und so wird der Kaffee streng rationiert. Jeder kriegt nur eine halbe Tasse.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2274" title="Nidderau Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Kuchen.jpg" alt="Nidderau Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Wir m&#252;mmeln unseren Kuchen, w&#228;hrend es immer k&#228;lter wird. Nicht etwa nur Windjacken-kalt, sondern Rote-Nasen-kalt. Wir bibbern der Siegerehrung entgegen, denn mein Trainingspartner ist zweiter seiner AK geworden.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Siegerehrung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2275" title="Nidderau Siegerehrung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Siegerehrung.jpg" alt="Nidderau Siegerehrung" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Daf&#252;r bekommt er eine Urkunde, ein Ladeger&#228;t und Batterien. Mit denen man alles machen kann, au&#223;er sie in das Ladeger&#228;t zu stecken. Sie sind nicht wieder aufladbar. Vielleicht mache ich irgendwann auch einmal eine Serie &#252;ber die sch&#246;nsten Volkslauf-Geschenke.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s auf der </em><a href="http://www.tv-windecken.de/abteilungen/leichtathletik.html" target="_blank"><em>Website des TV Windecken</em></a><em>.</em></div>

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		<title>Evita und die t&#228;towierte Wade.</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 15:16:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Nidderau]]></category>
		<category><![CDATA[Nidderau09]]></category>
		<category><![CDATA[Halbmarathon]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Nein, ich erkl&#228;re jetzt nicht, wo Nidderau-Eichen liegt. Wozu gibt es Google Maps? Vielleicht nur so viel: es liegt gleich bei Windecken und Erbstadt. Gell, jetzt d&#228;mmert’s. Auf jeden Fall ist es sch&#246;n dort. Zumindest im Wald, den Rest kenne ich nicht so gut. Den Wald kenne ich umso besser, ich bin dort bei einem Lauf n&#228;mlich schon mal Letzte geworden. Aber das ist eine andere Geschichte. (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Nidderau-Eichen (2009)</h2>
<p>Nein, ich erkl&#228;re jetzt nicht, wo Nidderau-Eichen liegt. Wozu gibt es Google Maps? Vielleicht nur so viel: es liegt gleich bei Windecken und Erbstadt. Gell, jetzt d&#228;mmert’s. Auf jeden Fall ist es sch&#246;n dort. Zumindest im Wald, den Rest kenne ich nicht so gut. Den Wald kenne ich umso besser, ich bin dort bei einem Lauf n&#228;mlich schon mal Letzte geworden. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>
<p>Heute will ich nicht Letzte werden. Sonst will ich eigentlich nichts. Nur laufen. Wir melden uns an. Neben der Kasse steht ein frisches Sch&#228;lchen mit Pommes. Ein ungewohnter Anblick um 8:20 Uhr am Sonntag morgen. Nidderau r&#252;stet sich eben f&#252;r alles und dazu geh&#246;rt auch die kulinarische Rundumverpflegung nach dem Lauf.  Wir st&#252;rmen die Umkleiden. Normalerweise ist das der Moment, an dem man uns in Nidderau mit „Best of Volkslauf“-Musik einstimmt. Ich spitze die Ohren und warte auf Bonnie Tyler oder doch wenigstens die Spider Murphy Gang. Nichts. Doch dann wird eine CD eingelegt. „M&#228;&#228;mry!  Ohl &#228;lon in the Muunleit &#8230;“ Oh weh. Cats. Musical am Sonntag morgen. Sind denn so viele Homosexuelle hier? Schl&#228;frigkeit erfasst mich. Langsam ziehe ich mich um.</p>
<p>Zum Gl&#252;ck ergreift der Moderator bald das Mikro. Das ist viel erbaulicher. Er hofft, dass alle bei dem sch&#246;nen Wetter nach dem Lauf noch bleiben und „etwas verkonsumieren“.  Wenn es nicht gerade die Pommes sein m&#252;ssen, kommen wir der Aufforderung sicher gerne nach. Wozu macht man denn Volksl&#228;ufe, wenn nicht, um hinterher etwas zu verkonsumieren? In meinem Fall w&#252;rde es sich bestimmt lohnen, mir ein T-Shirt mit der Aufschrift „I love verkonsumieren“ drucken zu lassen.  </p>
<p><img class="size-full wp-image-727 alignright" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 9px; margin-right: 9px;" title="Nidderau-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Kuchen.jpg" alt="Nidderau-Kuchen" width="269" height="359" /></p>
<p>Mein Trainingspartner ist jetzt auch fertig- gewurschtelt und wir k&#246;nnen uns einlaufen. Doch pl&#246;tzlich steht eine Dame vor uns, um uns zu fragen, ob wir unsere Startnummern von zuhause mitgebracht h&#228;tten. Ich bringe viel von zuhause mit. Kugelschreiber, Vaseline, Getr&#228;nke, in H&#228;rtef&#228;llen auch Kaffee und Kuchen. Aber Startnummern? Nein. Hintergrund der Frage ist, dass die Dame mit zwei Startnummern wedelt. Unseren Startnummern. Obwohl wir sie doch schon am Bauch tragen. Offensichtlich sind die Nummern doppelt vergeben worden. Wir sind ratlos und wollen auch andere Menschen mit diesem Zustand verraut machen. Es gelingt: hinter der Kasse, dort wo die Pommes bl&#252;h’n, hat man keine Erkl&#228;rung f&#252;r die Doppelvergabe. Ein Fehldruck. Eine kurze Amnesie der Druckmaschine. Etwas in der Art. Weil die Dame im Gegensatz zu uns noch nicht umgezogen ist, tauschen wir freiwillig unsere Startnummern um.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-729" title="Nidderau-Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Anmeldung.jpg" alt="Nidderau-Anmeldung" width="480" height="360" /></p>
<p>Dann, endlich, k&#246;nnen wir uns einlaufen. Auf dem Weg Richtung Feld liegt eine tote Maus. Hier liegt immer ein totes Tier, das geh&#246;rt zur Tradition. Jetzt kann also nichts mehr schiefgehen. Als wir zur&#252;ckkehren, singt jemand, dass Argentinien nicht um sie weinen soll. Sie gibt sich M&#252;he, dass man sie auch wirklich bis Argentinien h&#246;ren kann, obwohl das ja noch hinter Windecken liegt. Evita beim Volkslauf passt ungef&#228;hr so gut wie die Johannes-Passion zum Kindergeburtstag. Aber hessische L&#228;ufer am Sonntag morgen sind entspannter als jede Yoga Gruppe. Welche Musik ihre „Ei Guude!“-Rufe untermalt, ist da herzlich egal.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-730" title="Nidderau-Haarstudio" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Haarstudio.jpg" alt="Nidderau-Haarstudio" width="443" height="332" /></p>
<p>Wir starten mit einer kleinen Versp&#228;tung, weil wir erst einen Zug abwarten. In Eichen ist man da umsichtig. Nichts soll die pers&#246;nlichen Bestzeiten behindern. Die lassen sich freilich nur an den Vorjahren bemessen. Die h&#252;gelige Strecke taugt f&#252;r keine besonderen Rekorde. Auf der Stra&#223;e des Starts lehnen sich etwa 200 L&#228;ufer an Fachwerkh&#228;user und dehnen ihre Waden. Um ihre Heimstatt besorgte Einwohner schauen ihnen dabei aus dem Fenster zu. Der Moderator tr&#228;gt sein Megaphon wie eine kostbare Handtasche und gibt den Startschuss. Es geht wenige hundert Meter durch den Ort, dann eine gro&#223;e Stra&#223;e entlang. Der Laufweg ist hier mit L&#252;becker H&#252;tchen abgesperrt. Vor mir l&#228;uft ein Paar, als er pl&#246;tzlich an einem Pylon strauchelt. Es sieht aus, als ob er sich f&#228;ngt, doch dann legt er einen filmreifen Sturz hin. Seine Begleiterin kommentiert das Fallen mit einem spitzen Schrei. Es war eine Unkonzentriertheit, ein unn&#246;tiger Sturz (falls es n&#246;tige geben sollte). Die L&#252;becker H&#252;tchen stehen in Reih und Glied, der Veranstalter hat nichts falsch gemacht. (Ich erw&#228;hne an dieser Stelle den Begriff „L&#252;becker H&#252;tchen“ &#252;brigens so oft, weil ich festgestellt habe, dass etliche Besucher meiner Seite &#252;ber diesen Suchbegriff bei Google kommen. Vielleicht komme ich so unter die Top Ten der Suchergebnisse und alle Stra&#223;enbauer werden dann zu L&#228;ufern.) Der kleine Stunt des L&#228;ufers hat mich hellwach gemacht. St&#252;rze braucht kein Mensch.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf der Couch lesen? Hier gibt&#8217;s die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Nidderau-09.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Schon bald sind wir im Wald. Die Strecke ist wundersch&#246;n, &#252;berwiegend schattig, abwechslungs- reich – und ein einziges Auf und Ab. Bis zum Schluss. Nie hat man das Schlamassel hinter sich, die n&#228;chste Steigung kommt bestimmt. Trotz des anspruchsvollen Profils wird im Feld noch viel geplaudert. Urlaubserlebnisse. Vor mir l&#228;uft ein L&#228;ufer (was sonst) mit einer t&#228;towierten Wade. Er ist nicht &#252;berm&#228;&#223;ig schnell und ich habe ihn bald &#252;berholt. Auf der gesamten Strecke h&#228;ngen Vogelh&#228;uschen mit Hausnummern. Vermutlich wegen der Post. Schon nach vier Kilometern gibt es etwas zu Trinken und Schw&#228;mme. Vorbildlich. Die Sonne blinzelt durch das Bl&#228;tterdach, das Feld hat sich schnell weit auseinandergezogen und es ist ungeheuer friedlich. Vor mir: ein L&#228;ufer (was sonst) mit einer t&#228;towierten Wade. Moment mal. Das hatten wir doch schon mal. Wo kommt der denn jetzt her? Und war es nicht eben die andere Wade? Ah! Kein Wunder. Ist ja auch ein anderer L&#228;ufer. Man hat das jetzt mit den Waden. Auch sonst sind sich die beiden &#228;hnlich: blaues T-Shirt, dunkle Haare. Na gut. &#220;berhole ich diesen eben auch. Das geht nicht ganz so leicht, aber dann doch. Jetzt bin ich beinahe allein. Weit vorne t&#252;pfelt etwas Rotes im Gr&#252;n herum. Was hinten t&#252;pfelt, sehe ich ja nicht. Nach 10 km zeigt meine Uhr 55:55. Das ist vollkommen in Ordnung. Mehr muss bei dieser Strecke heute nicht sein. Ich schwitze wie ein Hirsch. Man k&#246;nnte meinen, es w&#228;re August.</p>
<p>Ich wage mir nicht vorzustellen, wie Martina jetzt unter ihrer Per&#252;cke schwitzt. Martina ist eine transsexuelle L&#228;uferin, die noch etliche m&#228;nnliche Attribute besitzt, f&#252;r immer besitzen wird. Zum Beispiel ihr Lungenvolumen und ihre Sauerstoffaufnahmekapazit&#228;t. Veranstalter wissen deshalb oft nicht, ob das „W“-Kreuzchen auf dem Anmeldezettel wirklich gerechtfertigt ist. Ein Dilemma. Das IOC l&#228;sst seit 2004 transsexuelle Sportler zu. Im DLV scheint es noch Kl&#228;rungsbedarf zu geben.  Einstweilen bin ich froh, „dass ich ein M&#228;h&#228;h&#228;h&#228;dchen bin.“ Mit schlechten VO2max Werten, unpraktischen Muskelfasern und ganz unbrauchbaren Testosteronmengen. Das macht zwar langsam, aber man kann sich den Reifen wechseln lassen, ohne dass man als Memme gilt.</p>
<p>Pl&#246;tzlich schnauft es hinter mir. Das ist die t&#228;towierte Wade, ich bin ganz sicher. Na gut. Dann lauf halt vorbei. Aber nix da. Die Wade ist eine Klette. Sie bleibt hinter mir. Bergauf, bergab. Schnauft, hustet, schnieft. Ohne Wade w&#228;re der Wald irgendwie idyllischer. Aber k&#252;nstlich langsam machen mag ich jetzt auch nicht. Eine Getr&#228;nkestation kl&#228;rt die Situation. Ich gehe ein paar Schritte und g&#246;nne mir die winzige Ruheinsel eines Wasserbechers. Jetzt zieht die Wade an mir vorbei. Es ist die linke. Der L&#228;ufer, den ich zuerst gesehen hatte. Heute wollen mich irgendwie alle verwirren. Und wo ist der andere? Der war doch schneller. Ich sag’s ja. T&#228;towierten Waden kann man nicht trauen. Fortan habe ich sie wieder vor mir. In einigem Abstand, aber der wird nicht gr&#246;&#223;er. Lieber eine Karotte als eine Klette: ich bleibe dran. Bis zum Schluss. Das ist anstrengend. Als ich mit 1:56:56 ins Ziel komme (schon wieder so eine h&#252;bsche Zahl), m&#246;chte ich mich am Liebsten auf der Stelle zu der toten Maus legen. Doch dann sticht mich eine Bremse, f&#252;r die der Zielbereich so etwas wie ein Feinschmeckerrestaurant zu sein scheint, und ich bin wieder munter.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-731" title="Nidderau-Konsum" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Konsum.jpg" alt="Nidderau-Konsum" width="250" height="187" /> <img class="alignnone size-full wp-image-732" title="Nidderau-Zelt" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Zelt.jpg" alt="Nidderau-Zelt" width="254" height="186" /></p>
<p>Beim obligatorischen Verkonsumieren von Backwaren wird Evita durch die Siegerehrung ersetzt und ich bin froh. &#220;ber Eichen, die Strecke, meine langsam wiederkehrende Form, die Sonne und das Sein. Und mein Trainingspartner hei&#223;t seit heute Ewald. Fluch der umgetauschten, aber nicht richtig registrierten Startnummer.</p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter unter <a href="http://www.ff-eichen.de/">www.ff-eichen.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Nidderau-Eichen?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Nidderau-Eichen&amp;address=Nidderau-Eichen&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255631651" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Von sch&#246;nen R&#252;cken, gl&#228;nzenden Augen und nackten Hintern.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/halbmarathon-kahl-08/</link>
		<comments>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/halbmarathon-kahl-08/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Jun 2008 19:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[G - N]]></category>
		<category><![CDATA[Kahl]]></category>
		<category><![CDATA[Kahl08]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Halbmarathon]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute habe ich einen freien Sonntag Nachmittag. Einen Laufbericht muss ich nicht schreiben. Kann ich ja auch gar nicht. &#220;ber Kahl, wo ich heute antreten will, habe ich n&#228;mlich schon alles gesagt. Ich habe in den letzten Jahren &#252;ber Bodenbeschaffenheiten schwadroniert, den Kahler Sandhasen erkl&#228;rt, die Strecke beschrieben, das Vereinshaus,  (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Kahl (2008)</h2>
<p>Heute habe ich einen freien Sonntag Nachmittag. Einen Laufbericht muss ich nicht schreiben. Kann ich ja auch gar nicht. &#220;ber Kahl, wo ich heute antreten will, habe ich n&#228;mlich schon alles gesagt. Ich habe in den letzten Jahren &#252;ber Bodenbeschaffenheiten schwadroniert, den Kahler Sandhasen erkl&#228;rt, die Strecke beschrieben, das Vereinshaus, den Kuchen – einfach alles. &#220;ber Kahl habe ich so viel und so hingebungsvoll geschrieben, dass ich lange auf ein lukratives Angebot des Kahler Fremdenverkehrsamts gewartet habe. Bis ich festgestellt habe, dass es gar keines gibt. Kurz: nach dem Lauf in Kahl gibt es voraussichtlich nichts zu schreiben und nichts zu wollen. Denke ich am Morgen und denke wie so oft v&#246;llig falsch.</p>
<p>Wir fahren den &#252;blichen Weg auf der A 661 Richtung Hanau, die etwa so anmutet, als w&#228;re heute einer der autofreien Sonntage der 70er Jahre. Andere Menschen schlafen jetzt noch und ich bin ein bisschen neidisch. Mein Trainingspartner ist auch neidisch und zwar auf mich. Ich habe n&#228;mlich weder Kopfschmerzen noch &#220;belkeit. Zwei Symptome, da sind wir uns einig, die man nur mit einem h&#252;bschen kleinen Halbmarathon bek&#228;mpfen kann. Rituale sind eben gesundheitsf&#246;rdernd. Deshalb f&#228;llt auch bei der Anmeldung sofort der Kugelschreiber aus. Ich muss gelegentlich der Sache nachgehen, welcher Hersteller kaputte Kugelschreiber anbietet. Irgendwoher m&#252;ssen die Laufvereine diese Dinger doch bekommen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-532" title="Kahl-Willkommen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Willkommen.jpg" alt="Kahl-Willkommen" width="483" height="362" /></p>
<p>Ich trotte &#252;ber eine nasse Wiese zum Vereinshaus, um mich dort umzuziehen. Die Startnummer mit Chip (der aus einem dahintergepappten Draht besteht) ist so starr, dass ein beleibter L&#228;ufer fordert, es m&#252;sste sie „in gew&#246;lbt“ geben. Die Wetterlage ruft nach einem d&#252;nnen Shirt mit dar&#252;berliegendem Singlet. Es ist feucht und warm. Wir laufen uns ein wenig ein und versuchen, dabei keine nassen F&#252;&#223;e zu bekommen. Die breite Startaufstellung erfolgt mitten auf der Wiese. Nach wenigen Metern wird man durch ein Nadel&#246;hr in Form einer steilen Rampe gef&#252;hrt. Danach ist man wach. &#220;ber 200 Teilnehmer gehen heute auf die gro&#223;e Strecke, aber das verteilt sich rasch. Zun&#228;chst muss man kurz durch den Ort, vorbei an dem Sieger des Wettbewerbs „gruseligster Vorgarten Deutschlands“.  Vor einem Flachdachbau hat jemand Zypressen und Buchsb&#228;ume in grotesker Anordnung gepflanzt. Statt Rasen liegt Granulat dazwischen. Wei&#223;e Gartenlaternen, Gipsl&#246;wen auf Sockeln und Pinienzapfen auf dem Dach runden den Wahnsinn ab. Die Nachbarn von Familie Buchs bearbeiten ihren Rasen offensichtlich mit dem Nagelknipser. Auch das ist Kahl.</p>
<p>Aber dann geht es schnell in den Wald und der sieht so aus, wie ein Wald aussehen soll. Zwar vermute ich, in Kahl besitzt man schnell wachsende Zaubereicheln, wie sie in „Asterix und die Trabantenstadt“ vorkommen, denn in jedem Jahr sind hier gro&#223;e Mengen frisches Holz geschlagen. Aber das ist mir nur Recht, denn es duftet herrlich.</p>
<p>Die Strecke ist schwer zu belaufen. Nicht dass es allzu herausfordernde Steigungen g&#228;be. Aber der sandige Untergrund in Verbindung mit Schotter und Tannenzapfen erfordert stabile Sehnen und B&#228;nder und kostet Kraft. Im letzten Jahr habe ich hier schwer gek&#228;mpft. Aber ich bin guten Mutes. Ich habe nichts Besonderes vor, denn mein Training ist im Augenblick sehr minimalistisch.</p>
<p>Bald m&#252;ssen wir &#252;ber eine gro&#223;e Stra&#223;e, die von der Feuerwehr gesichert wird. Eine junge blasse Frau steht in Uniform an der Strecke und raucht uns an. Was sie wohl beim Anblick der sehnigen L&#228;uferk&#246;rper denkt? Warum gilt Brandbek&#228;mpfung eigentlich nicht f&#252;r Tabak? Nach wenigen Kilometern bin ich schwei&#223;gebadet. Die feuchtwarme Luft macht alles nass und klebrig.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffa500; border-left-color: #ffa500; border-right-color: #ffa500; border-bottom-color: #ffa500; background-color: #fff5ee; ">&#220;brigens: Diesen Text gibt es auch als <a href="http://frauschmitt.podspot.de/" target="_blank">Podcast-Episode</a> zum H&#246;ren!</div>
<p>Vor mir l&#228;uft jemand in einem K&#246;strizer-T-Shirt und es f&#228;llt mir gar nicht so leicht, mich von dem Gedanken an ein k&#252;hles Bier zu l&#246;sen. Ich mag K&#246;strizer und deshalb ist mir der L&#228;ufer auch sofort sympathisch. An den werde ich mich halten, beschlie&#223;e ich und w&#228;hrend ich noch innerlich zufrieden nicke, wird K&#246;strizer langsamer. Das ist doch nicht fair, so was. Widerwillig laufe ich an ihm vorbei. Was au&#223;erdem l&#228;uft, ist mein Schwei&#223; und zwar in die Augen. Es brennt sehr und erinnert mich an eine Geschichte, die geschah, als ich etwa 12 Jahre alt war.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; "><em>Lieber offline weiterlesen? Bittesch&#246;n: die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2008/06/Kahl08.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF</a></em><em> ohne Bilder.</em></div></div>
<p>Damals bekam ich einen Sch&#246;nheitsratgeber aus den 50er Jahren in die H&#228;nde. In dem stand geschrieben, um besonders gl&#228;nzende Augen zu bekommen, m&#252;sste man sich einige Spritzer Zitronensaft in die Augen tr&#228;ufeln. „Keine Sorge“, stand dabei „es brennt nicht mehr als Wasser“. Nat&#252;rlich musste ich das gleich ausprobieren. Ich wei&#223; nicht, ob Frauenhornh&#228;ute in den 50er Jahren robuster waren. Jedenfalls brannte es wie H&#246;lle. Zweifelsohne konnte man anschlie&#223;end allerdings meinen tr&#228;nenger&#246;teten Augen einen gewissen Glanz nicht absprechen. Trotzdem habe ich die Tipps aus den Kapiteln „Das Ei und seine Verwendungsm&#246;glichkeiten“, „Schminktechnik der Slawin“,  „Gr&#252;bchenpresser“, „Die Petersilie als Kosmetikum“ und „Quecksilberpr&#228;parate“ nicht weiter verfolgt. (Wer sich dennoch daf&#252;r interessiert -  das Buch hei&#223;t „Pfleg dich sch&#246;n“ von G. v. Hilgendorff. Es steht allerdings zu bef&#252;rchten, dass es, wie viele gro&#223;artige Dinge, aus dem regul&#228;ren Handel verschwunden ist.) Aber zur&#252;ck zum Thema.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-534" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Pfleg-Dich-sch&#246;n" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Pfleg-Dich-sch&#246;n.jpg" alt="Pfleg-Dich-sch&#246;n" width="257" height="438" /></p>
<p>Nachdem man sich in Kahl ca. 10 km lang durch unebene lehmig weiche und schotterige Wege gekippelt hat, immer wieder sanft bergauf, wird man belohnt. Es folgt ein Asphaltst&#252;ck bergab und auch danach wird der Weg besser. Und das Beste ist: jedes Jahr vergesse ich die Belohnung und bin hocherfreut und &#252;berrascht, wenn sie erscheint. Um mein Gl&#252;ck vollkommen werden zu lassen, weht inzwischen ein Mini-Wind und K&#246;strizer ist wieder in meinem Blickfeld. Sein unaufgeregter Laufschritt und sein h&#252;bscher R&#252;cken sind genau das, was ich vor mir haben will. Das gelingt nicht immer, aber immer wieder. Es sind nur noch vier Kilometer und ich werde immer optimistischer. Vielleicht geht da noch was. „Weine nicht, k&#228;mpfe“, steht auf einem T-Shirt vor mir. Sehr richtig. Allerdings steht es da nicht in deutsch, weshalb es sich ein Mitl&#228;ufer &#252;bersetzen l&#228;sst. Der Mitl&#228;ufer entpuppt sich sogleich als Hans-Uwe, der mir schon gelegentlich bei L&#228;ufen begegnet ist. Ich h&#228;tte also m&#246;glicherweise noch einen Mitstreiter f&#252;r den Endspurt. K&#246;strizer, der Gute, f&#228;llt leider aus – er wird langsamer und ich muss auf seinen R&#252;cken verzichten. Neben mir l&#228;uft noch jemand mit Kopfh&#246;rern, aber an verst&#246;pselte Kandidaten halte ich mich grunds&#228;tzlich nicht. Man muss immer damit rechnen, dass sie ihre Geschwindigkeit der Musik anpassen und Wechsel sind mir ein Gr&#228;uel. Ich beschlie&#223;e den Alleingang. Wenn es schief geht, geht es eben schief. Luft habe ich noch und man muss es ja versuchen. Legend&#228;r wird die Zeit nicht mehr, aber egal. Ich ziehe an. Jetzt hei&#223;t es schnaufen, stapfen und rudern. Es gelingt mir, etliche L&#228;ufer zu &#252;berholen – hach, wie fein. Das hatte ich schon l&#228;nger nicht mehr.  Es geht zur&#252;ck in den Ort, vorbei an dem Gruselvorgarten, um zwei Ecken und dann – schwupp – die Rampe wieder runter und &#252;ber die Wiese ins Ziel. „Biep“ – meine Startnummer wird entwertet und die Mischung aus Kabeln, Plastikfolie und Papier geh&#246;rt nun mir. Im Sinne der M&#252;llvermeidung ist mir eine einfache Papierstartnummer oder ein wieder verwendbarer Chip deutlich lieber. Sei’s drum.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-535 aligncenter" title="Kahl-Wiese" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Wiese.jpg" alt="Kahl-Wiese" width="484" height="362" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-536" title="Kahl-Bonkasse" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Bonkasse.jpg" alt="Kahl-Bonkasse" width="251" height="187" /> <img class="alignnone size-full wp-image-537" title="Kahl-Bonkasse2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Bonkasse2.jpg" alt="Kahl-Bonkasse2" width="248" height="189" /></p>
<p>Mit schlaffen 1:52:07 werde ich noch Vierte (von 14) meiner heute augenscheinlich verweichlichten Altersklasse. Auch Mr. Migr&#228;ne hat nur noch drei L&#228;ufer vor und die Kopfschmerzen hinter sich. Damit kommen wir zwar in den Genuss von hausgemachtem Kahler Kuchen, aber leider nicht in den des Pokals.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-543" title="Kahl-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Kuchen.jpg" alt="Kahl-Kuchen" width="490" height="367" /></p>
<p style="text-align: left;">Man kann Pokale als Augenschmeichler gar nicht genug r&#252;hmen &#8211; in diesem speziellen Fall gilt das noch mehr.  Denn in Kahl kam jemand auf die Idee, aus einem Pokal einen Po-Kahl zu machen. Was zu dem unglaublichen Entwurf einer Figur f&#252;hrte, die dem siegreichen Troph&#228;enempf&#228;nger den blanken Hintern zeigt. Weit &#252;ber die Region hinaus sei dieser „Po-Kahl“ bekannt, berichtet der Moderator bei der Siegerehrung stolz und macht uns in jeder Hinsicht staunen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-539 aligncenter" title="Kahl-Pokahl" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Pokahl.jpg" alt="Kahl-Pokahl" width="404" height="539" /></p>
<p>Nicht zuletzt dieses Kunstwerk ist es, das mir den freien Nachmittag raubt. Ich muss einfach zugeben: &#252;ber Volksl&#228;ufe in Kahl war eben doch noch nicht alles gesagt.</p>
<div class='stb-grey_box' >M<em>ehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.djk-kahl.de/"><em>www.djk-kahl.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Kahl?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Kahl&amp;address=Paul%20Gerhardt%20Schule%20Kahl&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255788449" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		</item>
		<item>
		<title>Wasser, Wurst und Kuchen am Reis.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-hornau-08/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 May 2008 18:11:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[G - N]]></category>
		<category><![CDATA[Hornau]]></category>
		<category><![CDATA[Hornau08]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[20km]]></category>

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		<description><![CDATA[Kelkheim Hornau ist ein besonderer Ort. Dort werden n&#228;mlich manchmal neue Sportarten erfunden. Am Pfingstmontag zum Beispiel. An diesem Tag wurde das „Nordic Start-Verpassing“ erfunden. Nordic Start-Verpassing geht so: Man meldet sich f&#252;r eine Walking-Veranstaltung an. Dann plaudert man mit ein paar Bekannten, geht noch mal ein wenig ans Auto, steht lange bei den Toiletten an oder (...)]]></description>
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<h2>20 km in Kelkheim-Hornau (2008)</h2>
<p>Kelkheim Hornau ist ein besonderer Ort. Dort werden n&#228;mlich manchmal neue Sportarten erfunden. Am Pfingstmontag zum Beispiel. An diesem Tag wurde das „Nordic Start-Verpassing“ erfunden. Nordic Start-Verpassing geht so: Man meldet sich f&#252;r eine Walking-Veranstaltung an. Dann plaudert man mit ein paar Bekannten, geht noch mal ein wenig ans Auto, steht lange bei den Toiletten an oder isst noch eine Kleinigkeit. Dabei verpasst man dann den Start zu dem Wettbewerb, bei dem man angemeldet ist. Man wartet noch ca. 10 Minuten – und dann kommt man auf Touren: man nimmt beide St&#246;cke in eine Hand und rennt v&#246;llig entfesselt dem Feld hinterher. Da man eine Abk&#252;rzung nimmt, holt man es schlie&#223;lich ein, um danach die verbliebene Strecke im &#252;blichen Walking-Schritt zu absolvieren.</p>
<p>Mein Trainingspartner und ich konnten bei der Geburtstunde dieser neuen Sportart dabei sein und einen wahren Pionier dabei beobachten. So hat sich die Anfahrt f&#252;r uns bereits weit vor unserem Start gelohnt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-582" title="Hornau-Sportanlage" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Sportanlage.jpg" alt="Hornau-Sportanlage" width="495" height="371" /></p>
<p>Wir stehen in der Sonne und dehnen ein bisschen. Mein Trainingspartner hat heute ein taubes Bein. Das ist durchaus doppelsinnig zu verstehen: Nicht nur, dass es nicht auf ihn h&#246;rt, es f&#252;hlt sich auch wohl an wie ein eingeschlafenes Marshmellow. Kann man laufen, wenn einem statt eines Beins eine S&#252;&#223;speise an der H&#252;fte h&#228;ngt? Nat&#252;rlich, sagt mein Trainingspartner und geht erst einmal in die B&#252;sche.</p>
<p>Ich dagegen w&#228;hle die Geheimtoilette. Die Geheimtoilette ist Luftlinie drei Meter von der g&#228;ngigen Toilette entfernt. Sie ist nicht versteckt und jeder kann sie benutzen. Trotzdem stehen vor der g&#228;ngigen Toilette gef&#252;hlte 72 Nierent&#228;tige, vor der Geheimtoilette sind es zwei. Es geh&#246;rt zu den gro&#223;en Volkslaufgeheimnissen, dass so etwas m&#246;glich ist.</p>
<p>Die weitl&#228;ufige Sportanlage „Am Reis“ empf&#228;ngt die L&#228;ufer wie in jedem Jahr mit Wiese, Tennisplatz und einem Schwimmbad, in dem wie jedes Jahr ein paar Bl&#252;tenbl&#228;tter auf einer brackigen Suppe surfen. Daneben instruiert ein Herr im Elchkost&#252;m die Kinder f&#252;r ihre L&#228;ufe. In Hornau finden heute viele L&#228;ufe statt und wie immer ist alles bestens organisiert.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-583" title="Hornau-Elch" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Elch.jpg" alt="Hornau-Elch" width="478" height="361" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-584" title="Hornau-Kinderstart" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Kinderstart.jpg" alt="Hornau-Kinderstart" width="476" height="357" /></p>
<p>Wir laufen uns ausgiebig ein (das schnarchige Bein soll aufwachen) und begr&#252;&#223;en dabei den hingebungsvollsten Streckenposten Deutschlands, der wieder einmal fr&#252;hzeitig bereit steht, um das Karma der Umgebung schon mal positiv zu beeinflussen. Wie immer ist er in voller Laufmontour. Soviel Solidarit&#228;t muss sein.</p>
<p>Vor lauter Einlaufen gehen wir bereits Pre-Schwitzt an den Start. Das 20iger Feld ist klein. Bei einer so profilierten Strecke ist die Versuchung gro&#223;, es bei einem 10er zu belassen. Als Feld- Wald- und Wiesenl&#228;ufer finden wir die geringe Beteiligung aber eher angenehm. New York war gestern – heute ist Hornau.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-586" title="Hornau-Schild" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Schild.jpg" alt="Hornau-Schild" width="478" height="358" /></p>
<p>Wir starten in der Sonne auf Asphalt und umrunden erst einmal das wunderbar miefende Rapsfeld. Alles ist gelb. Ich habe keine Ahnung, wie ich heute drauf bin. Unter 1:50 bleiben, mehr will ich eigentlich nicht. Gestern noch habe ich eine Radtour gemacht, wer wei&#223;, ob das die Beine &#252;bel nehmen.</p>
<p>Der erste Anstieg l&#228;sst nicht lange auf sich warten. Es ist nicht steil, aber es zieht sich. Irgendwann, nach einem langen Anstieg durch den Wald, kommt eine Stelle, die sich jedem Hornau-L&#228;ufer ins Ged&#228;chtnis brennt wie Grillfunken in die neue Gartentischdecke: es ist eine staubige steile Kurve, die so tut, als w&#228;re sie der Gipfel der Steigung – dabei geht es danach noch eine ganze Weile weiter bergauf. In der Regel steht hier ein Fotograf, um alle Farben und Formen entgleisender Gesichtsz&#252;ge einzufangen. So auch heute.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #ffefd5; ">&#220;brigens: Diesen Text gibt es auch als <a href="http://frauschmitt.podspot.de/">Podcast</a>-Episode zum H&#246;ren!</div>
<p>An dieser Stelle muss ich meinen Trainingspartner ziehen lassen. Das Bein scheint sich langsam zu r&#228;keln. Andere Begleiter finden sich kaum – durch das auf und ab sind die Rhythmen zu verschieden. Man begegnet sich, und trennt sich wieder. Dazu kommen insgesamt vier M&#246;glichkeiten zu trinken, das wirbelt ohnehin immer alle durcheinander. Wieder einmal ist ein L&#228;ufer mit Laufkinderwagen an mir vorbeigefegt und wieder einmal wundere ich mich, dass es m&#246;glich ist. Nach einer Flachstrecke komme ich meinem Trainingspartner wieder n&#228;her und tats&#228;chlich kann ich ihn einholen. Wir nehmen einen guten Schluck Wasser und rollen ein St&#252;ck zusammen bergab. So richtig gut in Form, das sp&#252;re ich schon, bin ich heute nicht. Noch macht es aber nichts. Es ist ungeheuer ruhig im Feld, man schnauft in der Sonne vor sich hin, jeder l&#228;uft f&#252;r sich. Jetzt geht langsam der Knoten auf, sagt mein Trainingspartner und ich sage: bei mir geht er langsam zu. Obwohl man ja immer positiv denken soll, kann ich es mir nicht verkneifen. Schlie&#223;lich kommen wir bald auf die zweite Runde und das ist mental ein schwieriger Punkt: man wei&#223;, man muss das alles noch einmal laufen.</p>
<p>Aber dann treffe ich den engagiertesten Streckenposten Deutschlands und das hilft doch schon mal eine Menge. Wie immer fange ich auch hier auf der H&#228;lfte kr&#228;ftig an zu rechnen und rechne lauter groben Unfug. Zum Beispiel denke ich, an der 11- Kilometer-Stelle w&#228;ren erst 10 vorbei. Meine 10er Zeit verpeile ich v&#246;llig. H&#228;tte ich mal den Streckenposten gefragt. Wenn ich ihn das n&#228;chste Mal sehe, werde ich gleich im Ziel sein. Aber das dauert noch. Dazwischen liegt eine weitere Dosis Raps, einige Becher Wasser und ein weiteres Mal die staubige Kurve mit dem Fotografen, vor dem ich versuche, die Lefzen hochzuziehen. Obwohl es danach noch bergauf geht, gehe ich jetzt durch ein finsteres Tal. Auf einmal bin ich m&#252;de. Es ist warm und mir fehlt Luft. Mein Trainingspartner ist l&#228;ngst auf und davon und ich m&#252;he mich redlich.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; ">Sp&#228;ter nochmal lesen? Hier die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2008/05/Hornau08.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Der herrlich albern aussehende Hut eines weiteren Streckenposten (der gar nicht beabsichtigt, albern auszu- sehen) heitert mich wieder etwas auf. Und dann passiert etwas, das mich beim Laufen immer wieder fasziniert: Ich erhole mich. Schon ein kleines St&#252;ck leichtes Bergablaufen gen&#252;gt. Auf einmal bin ich wieder da. Es ist immer wieder r&#228;tselhaft. Bei Kilometer 16 denke ich noch „&#246;fz“ und einen Kilometer sp&#228;ter denke ich „dideldum“. Zwar fegt der Laufkinderwagen inzwischen ein zweites Mal an mir vorbei, und das auf einem schmalen holprigen Pfad, aber ich schaue ihm fr&#246;hlich nach, wie er in seiner Staubwolke verschwindet. Tats&#228;chlich: Tiefs kommen und gehen, nicht nur beim Marathon. Ich laufe an einem 12j&#228;hrigen Jungen vorbei, der die Strecke ungeheuer wacker meistert. Sp&#228;ter erfahre ich, dass dies nicht nur sein erster 20er ist, sondern dass er dabei auch seinen Vater um etliche Minuten abh&#228;ngt. Der Junge ist tapfer und ich bin es auch. Alles bl&#252;ht und gr&#252;nt hier schlie&#223;lich nur f&#252;r mich. Und die positiven Gedanken schie&#223;en aus all meinen Hirnwindungen hervor. F&#252;r die letzten zwei Kilometer gibt es im wesentlichen zwei M&#246;glichkeiten: entweder man l&#228;uft v&#246;llig auf dem Zahnfleisch oder man rennt wie in Trance. Letzteres ist mir deutlich lieber. Die Trance war zwar schon mal besser als heute, aber ich hangle mich hin.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-587" title="Hornau-Blueten-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Blueten-2.jpg" alt="Hornau-Blueten-2" width="467" height="350" /></p>
<p>Ich freue mich jetzt schon auf den Anblick des Streckenpostens, der mich in die Zielschneise einweisen wird, ich freue mich auf den Mann mit den gro&#223;en Z&#228;hnen und dem Hut, der kurz vor dem Ziel die Autos aufh&#228;lt. Vor lauter Vorfreude &#252;berhole ich noch ein paar Abgeschlaffte. Einer von ihnen geht. Wer geht denn auf dem letzten Kilometer? Ich finde, das d&#252;rfen nur Verletzte. Und dann best&#228;tigt sich wieder einmal eine alte Weisheit: wenn M&#228;nner eins nicht riechen k&#246;nnen, dann das, wenn sie von einer Frau &#252;berholt werden. Ich bin schon im Zielkanal, etwa f&#252;nf Schritte vom Ziel entfernt, da kommt der eben noch Gehende an mir vorbeigeschossen und ruft noch so etwas wie „Platz da!“. Nicht dass es mir wichtig w&#228;re, ob ich vor oder nach ihm ins Ziel komme. Aber auf einem sch&#246;nen, heldenhaften Zielfoto ist jetzt au&#223;er mir ein Karpfen zu sehen, der versucht, sich Platz zu verschaffen. Und das finde ich dann doch ein bisschen bedauerlich. Die Uhr bleibt stehen bei 1:49:13. Das ging hier auch schon mal 5 Minuten schneller, aber sei’s drum.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-588" title="Hornau-Zielfoto2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Zielfoto2.jpg" alt="Hornau-Zielfoto2" width="479" height="319" /></p>
<p>Zum Ausgleich machen wir nun das, was wir hier immer versuchen, aber nur selten schaffen: wir essen erst eine (halbe) Grillwurst und dann ein St&#252;ck Kuchen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-589" title="Hornau-Wurst-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Wurst-2.jpg" alt="Hornau-Wurst-2" width="475" height="357" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-590" title="Hornau-Hauptgericht" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Hauptgericht.jpg" alt="Hornau-Hauptgericht" width="261" height="196" /> <img class="alignnone size-full wp-image-591" title="Hornau-Nachtisch" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Nachtisch.jpg" alt="Hornau-Nachtisch" width="264" height="196" /></p>
<p>Dabei sitzen wir in der Sonne und &#252;berlegen, welche Sportart wohl in Kelkheim Hornau im n&#228;chsten Jahr erfunden wird.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-592" title="Hornau-Ende" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Ende.jpg" alt="Hornau-Ende" width="478" height="359" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.tus-hornau.de/"><em>www.tus-hornau.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Kelkheim-Hornau?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Hornau&amp;address=Taunusklubweg%2C%20Kelkheim%20Hornau&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255788654" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Sponge Bob, spirituellen Werten und Hugenottenbembeln.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/hugenottenlauf-neu-isenburg-07/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Sep 2007 18:12:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[G - N]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Neu-Isenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Neu-Isenburg07]]></category>
		<category><![CDATA[Halbmarathon]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer als Nichtl&#228;ufer Laufberichte liest, kommt oft ins Staunen. Ein vierw&#246;chiger Aufenthalt in einem tibetischen Kloster scheint nichts zu sein, gegen den spirituellen Wert eines langen Laufes. Warum laufe ich? Wohin laufe ich? Wer bin ich und wenn ja, wie viele? All diese Fragen werden philosophischen Betrachtungen unterworfen. Buchtitel wie „Der lange Lauf zu mir selbst“ sprechen B&#228;nde. Wie es scheint, ist der L&#228;ufer (...)]]></description>
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<h2>Der Hugenottenlauf in Neu-Isenburg (2007)</h2>
<p>Wer als Nichtl&#228;ufer Laufberichte liest, kommt oft ins Staunen. Ein vierw&#246;chiger Aufenthalt in einem tibetischen Kloster scheint nichts zu sein, gegen den spirituellen Wert eines langen Laufes. Warum laufe ich? Wohin laufe ich? Wer bin ich und wenn ja, wie viele? All diese Fragen werden philosophischen Betrachtungen unterworfen. Buchtitel wie „Der lange Lauf zu mir selbst“ sprechen B&#228;nde. Wie es scheint, ist der L&#228;ufer seiner nichtlaufenden Umwelt an Reflexions- f&#228;higkeit, Selbsterkenntnis und spiritueller Reife weit &#252;berlegen.</p>
<p>Doch das alles ist nur die halbe Wahrheit. Die andere H&#228;lfte ist Schweigen – und das ist f&#252;r gew&#246;hnlich auch besser so. Haben L&#228;ufer n&#228;mlich eine gewisse Geschwindigkeit &#252;berschritten, betreten sie ein Terrain, das jeder anspruchsvollen Hirnt&#228;tigkeit abtr&#228;glich ist. In diesem Zustand w&#252;rde „Sponge Bob“ als intellektuelle Herausforderung empfunden. Ich will versuchen, diesen Zustand zu dokumentieren &#8211; am Beispiel meines Hugenottenlaufs in Neu-Isenburg.</p>
<p>Der Halbmarathon dort startet um 9 Uhr. Wenn man nicht (wie wir vor ein paar Jahren) w&#228;hrend des Einlaufens irgendwo im Wald von einem Startschuss &#252;berrascht werden m&#246;chte, sollte man sich die Uhrzeit gut merken. Das Wetter: perfekt. Die Duschen: defekt. So steht es auf einem Schild in der pudelwarmen Umkleidekabine. Macht nichts. Hauptsache, die Toiletten sind es nicht. Am Stadion sind unz&#228;hlige davon, aber das wei&#223; kaum jemand und deshalb steht man hier in der Halle Schlange. Das geh&#246;rt eben zur Tradition.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-701" title="Neu-Isenburg-Stadion-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Neu-Isenburg-Stadion-1.jpg" alt="Neu-Isenburg-Stadion-1" width="480" height="360" /></p>
<p>Schlangen gibt es auch bei den Voranmeldungen, wohl dem der ein Nachmelder ist. Wohl uns. Wir laufen uns ein wenig in der weitl&#228;ufigen Sportanlage ein und begr&#252;&#223;en einen d&#246;senden Bembel auf der Wiese. Es handelt sich dabei um eine Art Bembeldenkmal mit halbgeschlossenen Augen. Vermutlich ein Hugenottenbembel. Auf jeden Fall gro&#223;artig.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-702" title="Isenburg-Bembel" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Isenburg-Bembel.jpg" alt="Isenburg-Bembel" width="480" height="360" /></p>
<p>Wir schieben uns zum Start. Obwohl wir fr&#252;h dran sind, ist das Gedr&#228;ngel gro&#223;. 1500 L&#228;ufer wollen auf die Strecke und etwa 1000 davon versuchen ihr Recht durchzusetzen, aus der ersten Reihe zu starten. Neben mir sind mein Trainingspartner und mein Bekannter. Beide motiviert bis in das verkapselte Ende ihrer Schn&#252;rsenkel. Ich nat&#252;rlich auch, schlie&#223;lich will ich meine zweitbeste Zeit laufen. Wenn zwischen der Bestzeit und der Zweitbestzeit eine L&#252;cke von fast drei Minuten klafft, k&#246;nnte man die doch einfach zulaufen. Das ist einfacher, als die Bestzeit zu knacken (was bei meinem Trainingszustand nicht realistisch ist), und es k&#246;nnte immer noch triumphal sein.</p>
<p>Start. Ich dr&#252;cke die Uhr ab und los. Meine G&#252;te, was ein Gerangel. Zum Gl&#252;ck kommt bald eine breite Stra&#223;e und das Feld kann sich etwas entzerren. Trotzdem: war da vorne schon immer so viel los? Zum sechsten Mal bin ich heute hier, irgendwie war es sonst ruhiger. (Noch merke ich nicht, dass mir schon jetzt das Gehirn erste Streiche spielt. Es war nie ruhiger – ich war sonst ruhiger). Es geht bergab. In Neu-Isenburg geht es immer bergab und nie bergauf. Trotzdem kommt man auf der gleichen H&#246;he wieder an. Ich nenne es „das Hugenottenwunder“.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf Papier lesen? Bittesch&#246;n: hier die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/09/Neu-Isenburg07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Nach etwa anderthalb Kilometern schaue ich auf die Uhr. Sie zeigt 16 Zehntel- Sekunden. Ich wusste zwar, dass ich schnell bin – aber so schnell? Aus irgendwelchen Gr&#252;nden hat die Uhr sich nicht ausgel&#246;st. Daf&#252;r bin ich jetzt aufgel&#246;st. Wie soll man Zweitbestzeit laufen, wenn man nicht wei&#223;, wo man steht, &#228;h l&#228;uft, na ja, Sie wissen schon. Ich dr&#252;cke nat&#252;rlich sofort noch einmal auf die Uhr und passiere nach 3 Minuten Kilometer 2. Donnerwetter. Noch immer kann man nicht frei laufen, ich &#252;berhole L&#228;ufer, die im 6-Minuten-Schnitt vor sich hin schlappen und offensichtlich erst einmal im 3-Minuten-Schnitt gestartet sind. Aber ich will ihnen nicht grollen, es gen&#252;gt mir v&#246;llig, meine Uhr zu beschimpfen. In meinem Kopf klingt es jetzt so:</p>
<p><em><strong>Die Uhr. Des gibt’s doch net. Ich hab doch gedr&#252;ckt. 3 Minuten. Was fang ich an mit 3 Minuten. Ich lauf doch keine drei Minuten auf 2 Kilometer. So’n Schei&#223;.</strong></em></p>
<p>Hier kann man sehr sch&#246;n erkennen, wie schon nach wenigen Kilometern knapp unter dem 5-Kilometer-Schnitt das sprachliche Niveau sinkt. Schon jetzt ist etwa die H&#246;he von RTL II erreicht. Und es wird nicht besser.</p>
<p><em><strong>Wald. Gut.</strong></em></p>
<p>Dem Frankenstein-Monster aus alten Filmen gleich, das einfache Begriffe lernt („Freund. Gut.“), bewerte ich meine Umwelt.</p>
<p><em><strong>Schotter. Fies. Falsche Schuhe. Bl&#246;d. Ich kippel. Mit den anderen Schuhen h&#228;tte ich nicht gekippelt. Voll fies. Die laufen nebeneinander. Voll fies. Ich komm rechts nicht vorbei. Bl&#246;d. Ich komm links auch nicht vorbei. Bl&#246;d. Ich spring jetzt am Rand vorbei. Voll gekippelt. Falsche Schuhe. Bl&#246;d.</strong></em></p>
<p>Ab Kilometer sieben (und hier hat sich das Feld endlich beruhigt) denke ich nur noch kurze Worte. Im Vordergrund steht die Selbstbeobachtung – allerdings ohne jede erkennbare transzendentale Motivation.</p>
<p><em><strong>Wasser. Kalt. Schlecht f&#252;r den Magen. Aua. Mist. Wasser schlecht. Nie wieder Wasser.</strong></em></p>
<p>Wie gern w&#252;rde ich meine gelaufenen Minuten nach 10 Kilometern wissen. Mich besch&#228;ftigen Fragen nach Zeit und Raum.</p>
<p><em><strong>41 Minuten. Plus anderthalb Kilometer. Vielleicht sieben. Oder sieben einhalb. Minuten. Plus 41. Gibt 47. &#196;h. 48 Kilometer. Nein Minuten. Auf 10 Kilometer. Mal zwei gibt &#8230; 50 mal zwei gibt 100 Minuten. Minus vier gibt. &#8230; Schotter. Ich kippel. Falsche Schuhe. Bl&#246;d.</strong></em></p>
<p>Irgendwo unterwegs habe ich meinen Bekannten getroffen und wieder verloren. Auch sonst achte ich auf andere. Soziales Miteinander befl&#252;gelt die hehren Gedanken.</p>
<p><em><strong>Der stinkt. Wie komm ich von dem weg? Lauf ich links. Ne, geht net. Lauf ich rechts. Gut. Stinkt immer noch. Stinkt weniger. Stinkt noch weniger. Stinkt nicht mehr. Den da vorn krieg ich jetzt auch noch.</strong></em></p>
<p>Inzwischen bin ich auf den letzten Kilometern angekommen. Das mit der Zweitbestzeit m&#252;sste zu machen sein. Ich st&#252;rze durch den Wald, genie&#223;e das Hugenottenwunder, grolle abwechselnd den Schuhen und der Uhr, aber beides geht nicht sehr tief. Eine Leichtigkeit erfasst mich, ich kann nicht mehr denken und gerade das ist ein Genuss. Wozu denken? Laufen gen&#252;gt. Laufen ist alles, was mir der Moment abverlangt und das ist eine &#252;berschaubare Anforderung. Ich laufe und alles andere ist nicht wichtig. Denke ich das? Ist mir das klar? H&#246;ren wir – so kurz vorm Ziel &#8211; doch noch mal rein, was so in mir vorgeht.</p>
<p><em><strong>Uff. Kurve. Gerade. Lautsprecher. Gleich da. Der &#252;berholt noch. Sausack. Gleich da. Gleich da. Gleich da. Gleich da. Gleich da. Stadion. Gleich da. Gleich da. Gleich da. 1:44 Brutto. Das reicht. Zweitbestzeit. Da!</strong></em></p>
<p>Das also war – an meinem Beispiel Neu-Isenburg – die meist verschwiegene Gedankenwelt von L&#228;ufern, wenn sie ganz pers&#246;nliche Geschwindigkeitsgrenzen &#252;berschreiten. Meiner Erfahrung nach normalisiert sich die Hirnt&#228;tigkeit erst etliche Minuten nach dem Zieleinlauf wieder. Sp&#228;testens beim Denken von l&#228;ngeren Begriffen wie „Weizenbier“ oder „Streuselkuchen“ ist der L&#228;ufer wieder ganz der Alte. Bereit f&#252;r den n&#228;chsten „langen Lauf zu sich selbst“.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-703" title="Isenburg-Kuchen1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Isenburg-Kuchen1.jpg" alt="Isenburg-Kuchen1" width="480" height="360" /></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Nachtrag:</span></p>
<p>1) Meine Zweitbestzeit liegt bei 1:43:30. Die Platzierung: 22. Frau von 381. 6. meiner Altersklasse von 60.</p>
<p>2) Mein Laufpartner und mein Bekannter konnten das Hugenottenwunder ebenfalls f&#252;r sich nutzen und sind mit ihrem Ergebnis zufrieden. Was sie unterwegs gedacht haben, wei&#223; ich nicht.</p>
<p>3) Der Streuselkuchen war aus Gr&#252;nden der Schlangenvermeidung ausnahmsweise von zuhause mitgebracht. Der Kaffee auch.</p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.hugenottenlauf.de/"><em>www.hugenottenlauf.d</em><em>e</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Neu-Isenburg?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Neu-Isenburg&amp;address=Sportpark%20Alicestra%DFe%20Neu-Isenburg&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255796239" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Erdnussbuttersauce, Schleifenblumen und Olf.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-muehlheim-07/</link>
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		<pubDate>Sun, 02 Sep 2007 17:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[G - N]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mühlheim-Dietesheim]]></category>
		<category><![CDATA[Mühlheim-Dietesheim07]]></category>
		<category><![CDATA[Halbmarathon]]></category>
		<category><![CDATA[Kuchen]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor M&#252;hlheim-Dietesheim sollte ich nichts Schweres essen. W&#228;hrend ich &#252;ber diesen Satz nachdenke, f&#228;llt mir auf, dass L&#228;ufer Ortsnamen nicht geografisch, sondern zeitlich benutzen. Es ist damit keineswegs der Ort, sondern eine Laufveranstaltung an diesem Ort, bzw. der Tag dieser Veranstaltung gemeint. Wer also beschlie&#223;t: „Vor Biel muss ich mir unbedingt noch die Zehenn&#228;gel schneiden.“ beabsichtigt damit keineswegs, unmittelbar vor dem Ortsschild mit einem Nagelknipser in die Hocke zu gehen. Es ist v&#246;llig (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in M&#252;hlheim-Dietesheim (2007)</h2>
<p>Vor M&#252;hlheim-Dietesheim sollte ich nichts Schweres essen. W&#228;hrend ich &#252;ber diesen Satz nachdenke, f&#228;llt mir auf, dass L&#228;ufer Ortsnamen nicht geografisch, sondern zeitlich benutzen. Es ist damit keineswegs der Ort, sondern eine Laufveranstaltung an diesem Ort, bzw. der Tag dieser Veranstaltung gemeint. Wer also beschlie&#223;t: „Vor Biel muss ich mir unbedingt noch die Zehenn&#228;gel schneiden.“ beabsichtigt damit keineswegs, unmittelbar vor dem Ortsschild mit einem Nagelknipser in die Hocke zu gehen. Es ist v&#246;llig unerheblich, ob die Prozedur innerhalb oder au&#223;erhalb Biels stattfindet, Hauptsache, sie passiert „vor Biel“. L&#228;ufersprache. Vielleicht sollte man den Text von „Wir lagen vor Madagaskar“ unter diesem Aspekt noch einmal beleuchten. M&#246;glicherweise ist damit ja der Madagaskar-Marathon gemeint.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>&#220;brigens: Diesen Text gibt es auch als </em><a href="http://frauschmitt.podspot.de/"><em>Podcast-Episode</em></a><em> zum H&#246;ren!</em></div>
<p>Vor M&#252;hlheim-Dietesheim jedenfalls sollte ich nichts Schweres essen. Ein grummelndes Gekr&#246;se w&#252;rde mich nur an einen meiner schlimmsten L&#228;ufe erinnern. Vor Jahren lief ich hier (unwissentlich) mit einem Magen-Darm Virus und qu&#228;lte mich beim Lauf entsetzlich. Deshalb bin ich dieses Mal extrem vorsichtig: am Vorabend kaufe ich mir auf einem Stadtteilfest an einem Stand, der „Mama Afrika“ hei&#223;t, mein Abendessen – Couscous mit Erdnussbuttersauce, in der gro&#223;e Kohlst&#252;cke schwimmen. Leichtverdauliches eben. Was w&#228;re das Leben ohne Widerspr&#252;che.</p>
<p>Die Anfahrt zum Sportplatz &#252;berspringe ich, wer die Industriegebiete hinter Offenbach kennt, wei&#223; warum. Der Lauf ist in zweierlei Hinsicht etwas Besonderes: 1. Es ist ein Jubil&#228;umslauf (35 Jahre Volkslauf M&#252;hlheim) und 2. Es ist ein Benefizlauf f&#252;r die Familie eines Vereinssportlers, der bei einem Triathlon einen Herzinfarkt erlitt und seither im Wachkoma liegt. Darum kann man ausnahmsweise mehrere Startnummern kaufen. Eine gute Idee.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-682 aligncenter" title="Muehlheim-Schild" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Muehlheim-Schild.jpg" alt="Muehlheim-Schild" width="404" height="303" /></p>
<p>Mein Trainingspartner und ich laufen uns gro&#223;r&#228;umig ein und begutachten dabei die Vereinsheime des Anglervereins, der Kaninchenz&#252;chter, des Teckel-Clubs und der Gebrauchshundefreunde. Es ist schwer was los in Dietesheim. Neben alledem ruht still ein See. Ein Jammer, dass wir nicht zum Picknicken hier sind. Obwohl &#8211; daf&#252;r w&#228;re es ohnehin zu k&#252;hl. Zum Laufen hingegen ist das Wetter perfekt. Ich f&#252;hle mich gut. Gegen die Auswirkungen des Kohls von „Mama Afrika“ habe ich heute Nacht Kr&#228;utertropfen eingenommen, in der die „bittere Schleifenblume“ (Iberis amara) enthalten ist. Das klingt so ungeheuer heilkr&#228;ftig, dass ich jeden kulinarischen Fehlgriff sofort vergesse.</p>
<p>Die Strecke ist h&#252;bsch, abwechslungsreich und schnell. Und das, obwohl es gelegentlich ein bisschen bergauf geht. Der Vorteil beginnt schon beim Start: 2 ½ Runden legt man im Stadion zur&#252;ck. Dabei laufen viele zu schnell – und so hat man die ehrgeizigen Jungs erst einmal aus den F&#252;&#223;en. Das Feld zieht sich sofort auseinander und jeder findet darin sein Pl&#228;tzchen, ohne &#252;ber Grasnarben zu stolpern und in die Brennessel zu springen. Wenn alle dann auf die „richtige“ Strecke gehen, ist die gr&#246;&#223;te Unruhe vor&#252;ber. Wir atmen den dampfenden Dung auf dem Feld und freuen uns unseres L&#228;uferlebens. Schon bald habe ich einen Begleiter, der das macht, was viele (junge) M&#228;nner machen: er wehrt sich gegen das &#220;berholtwerden von einem M&#228;dchen. Andere ziehen an ihm vorbei – ich darf nicht. Lieber legt er einen kleinen Zwischenspurt ein. Ein Hin- und Her hat gar keinen Sinn und so beschlie&#223;e ich, meinen Widersacher zu m&#246;gen. Irgendwie zieht er mich ja auch.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber sp&#228;ter lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/09/Muehlheim07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Die ersten Kilometer waren pfeilschnell und ich f&#252;hle mich prima. Au&#223;erdem ist mir heute nach Schicksalsgemeinschaft. Bei Kilometer 9 bin ich allerdings das Zugpferd: hier beginnt eine lange breite Bergabpassage auf Asphalt. Ein echtes L&#228;ufergeschenk und sch&#246;ne Geschenke nehme ich immer &#252;berschw&#228;nglich an. Es l&#228;uft. Auch f&#252;r den Schwertritt-Indianer, der jetzt an uns vorbeizieht. Neulich habe ich gelesen, dass es eine Ma&#223;einheit f&#252;r Geruch gibt. Er wird in „Olf“ gemessen. Ein Olf ist die Geruchsst&#228;rke, die von einem Normmenschen mit 0,7 B&#228;dern am Tag, 1,8 qm Hautoberfl&#228;che und sitzender T&#228;tigkeit ausgeht. F&#252;r einen L&#228;ufer nach dem Lauf kann man durchaus schon einmal 30 Olf veranschlagen. Der Herr vom Schwertritt-Stamm rumpelt nun allerdings mit gef&#252;hlten 86 Olf neben uns her. Ich atme nach der anderen Seite, und hoffe, dass es und er bald vorbei sind. Bisher dachte ich, nur der St&#246;hnl&#228;ufer, der seine Transpiration mit einem kleinen G&#228;stehandtuch auff&#228;ngt, das er vorne in der Hose tr&#228;gt, w&#228;re zu einer solchen Olf-St&#228;rke f&#228;hig. Sieh an, er hat einen Bruder.</p>
<p>Mein Begleiter und ich sausen unverdrossen weiter. Die 10km haben wir in einer 50er Zeit hinter uns gebracht und alles sieht gut aus. Der Belag wechselt, man lernt alle Farben und Formen des Waldbodens kennen. Sp&#228;ter erfahre ich, dass irgendwo im Wald ein Hornissen-Nest hing und einige L&#228;ufer von den Summern angegriffen wurden. Ich sehe und merke davon nichts, zu gro&#223; ist meine Konzentration darauf, die Geschwin- digkeit zu halten. Pl&#246;tzlich fl&#252;stert es hinter mir. Ich verstehe nur ein Wort: „Laufen“. Jemand fl&#252;stert unabl&#228;ssig irgendetwas vor sich hin, was mit „Laufen“ zu tun hat. Das Fl&#252;stern kommt n&#228;her und l&#228;uft schlie&#223;lich an uns vorbei. Eine junge Frau, total verkabelt und verst&#246;pselt wispert sich nach vorne. Mein Begleiter und ich schauen uns an. „Anscheinend hilft’s“ sage ich und wir sehen der Dame ratlos hinterher, die nun leise anf&#228;ngt, seltsame Melodien zu singen. Die Methode mag schnell machen, aber es wirkt, als h&#228;tte ihr das Laufen den armen Verstand zerr&#252;ttet.</p>
<p>So sehr es ihr half, so sehr hat es meinen Begleiter demoralisiert. Drei Kilometer vor dem Ziel sagt er „Ich verabschiede mich hier“ und f&#228;llt zur&#252;ck. Gern w&#228;re ich mit ihm ins Ziel gekommen (wenn er sich schon nicht &#252;berholen l&#228;sst &#8230;), aber ich wei&#223; auch, wie es ist, wenn nichts mehr geht. Da kann man nichts machen. Kurz vor dem Stadion steht ein Bekannter und l&#228;utet symbolisch die letzte Runde ein. So macht der Zieleinlauf nat&#252;rlich noch mehr Spa&#223;. Meine Uhr stoppe ich bei 1:45:57. Es ging verbl&#252;ffend leicht. Aber es war nicht nur mein Tag: mein Trainingspartner schl&#252;rft schon l&#228;nger an seinem Red-Bull Becher als ich ins Ziel komme und die Kollegin, die letzte Woche noch eine Halbmarathon-Deb&#252;tantin war, ist diese Woche schon eine „Unter-1:50-L&#228;uferin“ geworden. Ob’s an Dietesheim liegt?</p>
<p>Zum Belohnungskuchen gibt es zwar zun&#228;chst keinen Belohnungskaffee („Der l&#228;uft noch dorsch!“), daf&#252;r aber ein Kleinkunstprogramm in Form einer Siegerehrung.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-683" title="Muehlheim-Gerry-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Muehlheim-Gerry-2.jpg" alt="Muehlheim-Gerry-2" width="259" height="195" /> <img class="alignnone size-full wp-image-684" title="Muehlheim-Moderator" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Muehlheim-Moderator.jpg" alt="Muehlheim-Moderator" width="261" height="196" /></p>
<p>Als neben einem gro&#223;artigen Moderator auch noch der B&#252;rgermeister ins Spiel kommt, f&#252;hlt man sich an den Blauen Bock erinnert – einzig die Bembel&#252;bergabe fehlt. Es „hesselt“ hinter dem Mikro. Wir f&#252;hlen uns gut unterhalten und sitzen heldenhaft auf den B&#228;nken.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-685" title="Muehlheim-Kuchen-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Muehlheim-Kuchen-1.jpg" alt="Muehlheim-Kuchen-1" width="260" height="195" /> <img class="alignnone size-full wp-image-686" title="Muehlheim-Wuerstchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Muehlheim-Wuerstchen.jpg" alt="Muehlheim-Wuerstchen" width="261" height="195" /></p>
<p>Vielleicht sollte ich „vor Neu-Isenburg“ wieder die Tropfen mit der &#8220;Bitteren Schleifenblume&#8221; nehmen. Jetzt freuen sich meine 1,8 qm Hautoberfl&#228;che aber erst mal auf mein 0,7 Bad am Tag.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-687 aligncenter" title="Muehlheim-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Muehlheim-Kuchen.jpg" alt="Muehlheim-Kuchen" width="382" height="286" /></p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s hier: <a href="http://www.turngemeinde-dietesheim.de/">www.turngemeinde-dietesheim.de</a></div>
<p> </p>
<h4>M&#252;hlheim-Dietesheim?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=M%FChlheim%20Dietesheim&amp;address=L%E4mmerspieler%20Weg%2016%2C%20M%FChlheim%20Dietesheim&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255796456" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
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		</item>
		<item>
		<title>Vom Leben und Laufen am Ende des Feldes.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/halbmarathon-nidderau-07/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Aug 2007 15:53:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[G - N]]></category>
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		<category><![CDATA[Nidderau]]></category>
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		<description><![CDATA[Nidderau-Eichen zu finden ist ganz einfach: man f&#228;hrt Richtung Nidderau, wird an einer Abzweigung umgeleitet, verliert den Weg, f&#228;hrt durch niegekannte Ortschaften, fragt an einer Tankstelle, von wo aus einen jemand zu einer weiteren Tankstelle leitet, an der man seine Orientierung wiederfindet. Ab da ist sowieso alles ganz problemlos.



Ich trete heute an zu einem leicht h&#252;geligen Halbmarathon im Wald. Die Strecke ist mir gut bekannt und es k&#246;nnte (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Nidderau-Eichen (2007)</h2>
<p>Nidderau-Eichen zu finden ist ganz einfach: man f&#228;hrt Richtung Nidderau, wird an einer Abzweigung umgeleitet, verliert den Weg, f&#228;hrt durch niegekannte Ortschaften, fragt an einer Tankstelle, von wo aus einen jemand zu einer weiteren Tankstelle leitet, an der man seine Orientierung wiederfindet. Ab da ist sowieso alles ganz problemlos.</p>
<p><img class="size-full wp-image-752 alignright" title="wappen_klein" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/wappen_klein.jpg" alt="wappen_klein" width="120" height="116" /></p>
<p>Ich trete heute an zu einem leicht h&#252;geligen Halbmarathon im Wald. Die Strecke ist mir gut bekannt und es k&#246;nnte fast ein wenig langweilig werden, wenn ich heute nicht eine besondere Aufgabe h&#228;tte: ich bin Hase. Oder nobler ausgedr&#252;ckt: Brems- und Zugl&#228;uferin. Der mich zum Bremsen und Ziehen engagiert hat, ist ein erfahrener L&#228;ufer, der sich allerdings erst wieder an lange Strecken herantrainiert. Deshalb wollen wir einen ruhigen Lauf um die 2:15h versuchen.</p>
<p>Vor Ort schallt die ber&#252;hmte Nidderauer Muntermachmusik aus den Lautsprechern und wir tr&#228;umen ein wenig von einer CD-Zusammenstellung, die „Best of German Volkslauf“ hei&#223;t. Cyndie Lauper w&#228;re dabei, Right Said Fred und Status Quo und Songs wie „Final Countdown“, „Sunshine Reggae“, oder „Wake me up before you gogo“. Und ohne „Holding out for a hero“ von Bonnie Tyler trete praktisch schon gar nicht mehr an.</p>
<p> </p>
<p>Vermutlich gibt es diese Platte l&#228;ngst und sie wurde kostenlos unter Sportvereinen und Feuerwehren verteilt. Deshalb h&#246;rt man das alles so oft – ob man will oder nicht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-753" title="Nidderau1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau1.jpg" alt="Nidderau1" width="480" height="360" /></p>
<p>In diesem Jahr gibt es in dem kleinen Geb&#228;ude, in dem man sich umzieht, einen „VIP-Bereich“. Wir warten also gespannt auf Paul Tergat oder wenigstens auf jemanden, der mal wieder etwas Geld und gute Worte braucht, wie z.B. <a href="https://www.xing.com/profile/Tegla_Loroupe">Tegla Loroupe</a>. Aber man erz&#228;hlt uns, dass der VIP-Bereich f&#252;r die „Sponsoren“ gedacht ist, womit vermutlich Repr&#228;sentanten des &#246;rtlichen Autohauses oder Brillengesch&#228;fts gemeint sind. Schade eigentlich. Die Damenumkleide ist allerdings dann auch ein bisschen exklusiv, denn es ist sehr wenig los. Genau genommen, bin ich zun&#228;chst die einzige, die sich dort ausbreitet.</p>
<p><img class="size-full wp-image-754 alignright" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Nidderau-Moderator-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Moderator-2.jpg" alt="Nidderau-Moderator-2" width="278" height="371" /></p>
<p>Nachdem uns der freundliche Herr am Mikro seine Begr&#252;&#223;ung vorgelesen hat („F&#252;r’s leibliche Wohl – sprich Speisen und Getr&#228;nke &#8211; ist gesorgt“), wollen wir uns warmlaufen. Das gestaltet sich wenig erbaulich, denn die &#252;bliche Einlaufstrecke ins Feld ist versumpft. Der Regen der letzten Tage hat Spuren hinterlassen und es riecht seltsam. Mitten auf dem Weg liegt eine mausetote Ratte und in der riesigen Pf&#252;tze tummeln sich schwimmend dunkelbraune, regenwurmartige Tiere, die mir zutiefst unsympathisch sind, vermutlich, weil ich nicht wei&#223;, wie sie hei&#223;en. Wir sch&#252;tteln uns ein bisschen und drehen um. Ein Omen? Wer wei&#223;. </p>
<p>Das Feld ist klein. Wir wollen uns hinten anstellen, aber es gibt kaum ein Hinten. Etwa 150 L&#228;ufer gehen beim Halbmarathon an den Start. Zun&#228;chst zischelt man noch ein wenig durch den Ort und dann geht’s ab in den Wald. Weil ich Hase bin, muss ich dauernd an „Hase und Igel“ denken, vermutlich eine fr&#252;hkindliche Pr&#228;gung. Zun&#228;chst l&#228;uft alles nach Plan. Beim ersten Kilometerschild stelle ich fest, dass wir unser Tempo perfekt getroffen haben und ich bin erfreut. Man hat ja Verantwortung als Hase. Der Igel nimmt‘s gelassen und plaudert ein bisschen. Allm&#228;hlich gibt es im Feld ein deutliches hinten und vorne, was aber dadurch aufgemischt wird, dass jetzt die 10km-L&#228;ufer kommen. Die Armen m&#252;ssen sich durch das ganze Halbmarathonfeld wurschteln, weil sie mit nur 5 Minuten Verz&#246;gerung auf der gleichen Strecke gestartet sind. F&#252;r uns hat das den Vorteil eines h&#252;bschen Unterhaltungsprogramms. Schnaufende junge M&#228;nner mit langen Beinen hechten an uns vorbei.</p>
<p>Nach wenigen Kilometern muss ich mal. Normalerweise muss ich beim Laufen nie mal, aber dieses ungewohnte Tempo bringt alles ein bisschen durcheinander. Vielleicht schwitze ich sonst alles raus. Ich springe hinter einen Holzstapel und danach geht es mir besser. Es ist ruhig geworden auf der Strecke. Wir kommen an einer Vogelh&#228;uschenkolonie mit Hausnummern (oder hei&#223;t es H&#228;uschennummern?) vorbei und malen uns die nachbarschaftlichen Gespr&#228;che der Bewohner aus. Da unsere gedachten V&#246;gel hessisch sprechen, haben wir viel Spa&#223;.</p>
<p>Besorgt schaue ich auf die Uhr. Die 2:15 sind praktisch schon kaum noch zu machen. Bei Kilometer 10 liegen wir bei 65 Minuten. Das ist zu langsam, aber der Igel mag nicht hetzen. Eine Verletzung an der Igelschulter bringt sich schmerzhaft in Erinnerung und l&#228;sst uns weiter zur&#252;ckfallen. Es wird ruhiger um uns herum und immer &#246;fter geraten die anderen L&#228;ufer au&#223;er Sichtweite. An jedem Getr&#228;nkestand h&#228;lt man uns mindestens f&#252;nf Becher entgegen – man wartet mit gro&#223;em Einsatz auf uns. Ein paar Kilometer sp&#228;ter fragt man uns undiplomatisch, ob wir die letzten sind, aber wir wissen es nicht, obwohl uns gelegentlich ein Verdacht in diese Richtung beschleicht.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Sp&#228;ter nochmal lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/08/Nidderau07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Schlie&#223;lich gibt der Igel den Hasen frei, das Zeitziel ist aufgegeben. Ich hadere mit mir. Soll ich jetzt Gas geben und mich auf den letzten Kilometern noch einmal austoben? Das Einsammeln von L&#228;ufern, die vorher an uns vorbeigezogen sind, k&#246;nnte ziemlich Spa&#223; machen. Eine gute Zeit wird es aber f&#252;r mich nicht mehr geben. Oder soll ich dem Igel Gesellschaft leisten? Wenn wir tats&#228;chlich die Letzten sind, w&#228;re es vermutlich doof, allein am Ende des Feldes zur&#252;ckzubleiben. Nerve ich oder kann ich f&#252;r Unterhaltung und Erbauung sorgen? Als Hase, der keiner mehr ist, wei&#223; ich noch nicht, was ich stattdessen bin.</p>
<p>Dann taucht ein Feuerwehrwagen hinter uns auf und beseitigt letzte Zweifel: wir sind der w&#252;rdige Abschluss dieses Laufs. Beim „Two Oceans Ultramarathon“ in S&#252;dafrika bek&#228;men wir daf&#252;r die „John Masureik Floating Trophy“. Wenn mein Trainingspartner, der inzwischen l&#228;ngst im Ziel ist, an uns denkt und uns mitversorgt, k&#246;nnte es noch f&#252;r den „Nidderau-Eichen Floating Streuselkuchen“ reichen. Schlecht ist das nicht. W&#228;hrend hinter uns die Kilometer-Schilder abgebaut werden, beschlie&#223;e ich, einfach bei diesem Tempo zu bleiben. Wann bekommt man schon einmal die Chance, Letzte zu werden? Wann warten schon alle auf einen und spenden extra Applaus und Zuspruch? Wir lehnen eine Mitfahrgelegenheit im Feuerwehrauto dankend ab (hatten wir etwa den Daumen drau&#223;en?), genie&#223;en das letzte St&#252;ck Waldweg und schlumpfen locker ins Ziel.</p>
<p>Die Uhr zeigt 2:28. Mit dieser Zeit h&#228;tten wir beim Frankfurter Halbmarathon etwa 60 L&#228;uferinnen und L&#228;ufer hinter uns gelassen. Es ist eben alles relativ. Und weil Zahlen Schall und Rauch sind, schaffe ich an diesem Tag gleich noch ein Kunstst&#252;ck: ich werde Letzte und gleichzeitig Dritte meiner Altersklasse. Die Siegerehrung verhallt im goldgelben Hefeteig eines Streuselkuchens.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-755" title="Nidderau-Kuchen-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Kuchen-2.jpg" alt="Nidderau-Kuchen-2" width="480" height="359" /></p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter unter <a href="http://www.ff-eichen.de/">www.ff-eichen.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Nidderau-Eichen?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Nidderau-Eichen&amp;address=Nidderau-Eichen&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255631651" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
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		<title>Von Ameisenl&#246;wen, Fingerh&#252;ten und Badezus&#228;tzen.</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jul 2007 20:13:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[G - N]]></category>
		<category><![CDATA[Kahl]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Kahler Sandhase ist ein Ameisenl&#246;we. Um regionale Besonderheiten dieser Art zu verstehen, muss man vermutlich in den Kahler Sandgruben aufgewachsen sein. Der Sandhase ist irgendein Tier, das sich fr&#252;her immer dort herumgetrieben hat. Angeblich, wie gesagt – ein Ameisenl&#246;we. Da aber niemand wei&#223;, was ein Ameisenl&#246;we ist, oder wie er aussieht, tat man so, als w&#228;re der Sandhase ein Hase (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Kahl (2007)</h2>
<p>Der Kahler Sandhase ist ein Ameisenl&#246;we. Um regionale Besonderheiten dieser Art zu verstehen, muss man vermutlich in den Kahler Sandgruben aufgewachsen sein. Der Sandhase ist irgendein Tier, das sich fr&#252;her immer dort herumgetrieben hat. Angeblich, wie gesagt – ein Ameisenl&#246;we. </p>
<p><img class="size-full wp-image-551 alignright" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Kahl-Wappen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Wappen1.jpg" alt="Kahl-Wappen" width="171" height="184" /></p>
<p>Da aber niemand wei&#223;, was ein Ameisenl&#246;we ist, oder wie er aussieht, tat man so, als w&#228;re der Sandhase ein Hase und steckte ihn ins Kahler Wappen. Was das alles mit dem Kahler Halbmarathon zu tun hat? Ich wei&#223; es noch nicht genau, aber ich bin sicher, es wird sich ein Zusammenhang finden.</p>
<p>Ich habe eine m&#228;&#223;ige Nacht hinter mir, in der ich tr&#228;umte, ich m&#252;sste nach Johannesburg fliegen, weil ich die Haltestelle „Frankfurter Flughafen“ verschlafen habe. Wer so etwas tr&#228;umt, ist nicht in Bestform. Dabei ist sonst in Kahl alles prima: das Wetter, die verschwenderische Toilettensituation und das freundliche mintfarbene Vereinshaus, in dem ich mich umziehen darf.</p>
<p style="text-align: center; "><img class="size-full wp-image-552 aligncenter" title="Kahl-Volkslauf-Vereinshaus" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Volkslauf-Vereinshaus.jpg" alt="Kahl-Volkslauf-Vereinshaus" width="426" height="319" /></p>
<p>Nachdem im vergangenen Jahr die Zeitmessung eher kreativ vor sich ging, ist man dieses Jahr seri&#246;s geworden: wir bekommen brettsteife Startnummern, auf deren R&#252;ckseite ein omin&#246;ses Kabel klebt, das der Veranstalter „Chip“ nennt. Wir dehnen flei&#223;ig und trippeln uns ein wenig warm, damit wir uns an dem Anstieg nach den ersten 20 Metern keine Zerrung holen. Das w&#228;re schlecht f&#252;r die verbleibenden 21 km.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf Papier lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/07/Kahl07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Als es losgeht, gibt das Feld Gas, als g&#228;be es eine Berg- wertung. Weil ich Sonntags morgens um 9 Uhr so schlecht denken kann, wenn ich gerade aus Johannesburg zur&#252;ck- gekommen bin, renne ich genauso los wie die anderen.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-553" title="Kahl-Tannenzapfen-6" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Tannenzapfen-6.jpg" alt="Kahl-Tannenzapfen-6" width="39" height="39" /></p>
<p>Schon w&#228;hrend des ersten Kilometers zieht sich die Truppe auseinander, was ich zun&#228;chst genie&#223;e. Hier kann man frei laufen, ohne dass einem jemand in die Parade f&#228;hrt. Die Strecke f&#252;hrt durch den Wald und der Boden ist voller Tannenz&#228;pfle. Womit freilich nicht die Biermarke gemeint ist, sondern diese kleinen braunen Freunde der B&#228;nderdehnung. Man muss immer ein wenig aufpassen, dass man nicht auf so ein keckes Ding drauftritt, wof&#252;r es sich dann mit unkontrolliertem Wegrollen revanchiert. <img class="alignright size-full wp-image-555" title="Kahl-Tannenzapfen-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Tannenzapfen-1.jpg" alt="Kahl-Tannenzapfen-1" width="38" height="44" />Vorteil der Waldvegetation ist daf&#252;r ein wunderbarer Duft. Als Kind kam ich in den Genuss dieses Duftes, wenn meine Mutter ein Latschenkieferbad nahm – aber das hier ist ungleich besser. Ich inhaliere ein bisschen vor mich hin, w&#228;hrend meine Beine immer schwerer werden. Bei Kilometer sieben <img class="alignleft size-full wp-image-558" title="Kahl-Tannenzapfen-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Tannenzapfen-11.jpg" alt="Kahl-Tannenzapfen-1" width="38" height="44" />beginnt ein sehr sandiger Streckenabschnitt. Sand ist ein Energiefresser. Allerdings hat er sich seinen ganzen Hunger scheinbar f&#252;r mich aufgehoben, denn der Abstand zu den vor mir Laufenden wird dramatisch gr&#246;&#223;er. Ameisenl&#246;we m&#252;sste man sein. Dann w&#228;re man ein Sandhase und auf diesem Untergrund bestimmt besonders schnell. Ich bin jetzt allein auf weiter (sandiger) Flur. <img class="alignright size-full wp-image-557" title="Kahl-Tannenzapfen-8" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Tannenzapfen-8.jpg" alt="Kahl-Tannenzapfen-8" width="37" height="39" />Bei Kilometer acht ist mir mau. Ich habe gerade etwas mehr als ein Drittel geschafft und f&#252;hle mich unglaublich m&#252;de. Gut, die ersten Kilometer waren ein wenig zu munter, aber jetzt bin ich wahrlich nicht mehr schnell unterwegs. Kein gutes Zeichen. Zum Gl&#252;ck lockt weitere Motivation: &#220;berall bl&#252;ht der Fingerhut und ich finde es sehr h&#252;bsch, dass ein Mittel zur Herzst&#228;rkung am Rand einer Laufstrecke w&#228;chst.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-561" title="Kahl-Volkslauf-Fingerhut" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Volkslauf-Fingerhut.jpg" alt="Kahl-Volkslauf-Fingerhut" width="502" height="332" /></p>
<p>Au&#223;erdem ist von Zeit zu Zeit frisches Holz geschlagen worden und dieser Geruch &#252;bertrifft sogar noch die Badezusatznote. Der Wald gibt alles. Wenigstens einer.  An Endspurt ist nicht zu denken, ich laufe einfach nur so nach Hause. Bei 1:53:55 bin ich im Ziel, wo ein Mensch mit einer magischen Kelle die Dr&#228;hte hinter meiner Startnummer entsch&#228;rft. F&#252;r mich ist das eine Zeit, die man besser in den Kahler Sandgruben versenken sollte. Aber Kahl w&#228;re nicht Kahl, wenn es nicht ein ordentliches Kuchenbuffet g&#228;be, bei Bedarf auch gern eine Grillwurst oder frisch gezapftes Bier, das man sich auf sonnigen Bierb&#228;nken genehmigen kann.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-564" title="Kahl-Volkslauf-Bier" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Volkslauf-Bier.jpg" alt="Kahl-Volkslauf-Bier" width="529" height="397" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-565" title="Kahl-Volkslauf-Baenke" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Volkslauf-Baenke.jpg" alt="Kahl-Volkslauf-Baenke" width="529" height="396" /></p>
<p>Das l&#228;sst die &#252;berz&#228;hligen Minuten schnell vergessen. Man kann ja auch nicht jeden Tag ein Sandhase sein.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-566" title="Kahl-Volkslauf-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Volkslauf-Kuchen.jpg" alt="Kahl-Volkslauf-Kuchen" width="530" height="395" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.djk-kahl.de/"><em>www.djk-kahl.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Kahl?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
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<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Kahl&amp;address=Paul%20Gerhardt%20Schule%20Kahl&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255788449" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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