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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Hornau</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Wasser, Wurst und Kuchen am Reis.</title>
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		<pubDate>Tue, 13 May 2008 18:11:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kelkheim Hornau ist ein besonderer Ort. Dort werden nämlich manchmal neue Sportarten erfunden. Am Pfingstmontag zum Beispiel. An diesem Tag wurde das „Nordic Start-Verpassing“ erfunden. Nordic Start-Verpassing geht so: Man meldet sich für eine Walking-Veranstaltung an. Dann plaudert man mit ein paar Bekannten, geht noch mal ein wenig ans Auto, steht lange bei den Toiletten an oder (...)]]></description>
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<h2>20 km in Kelkheim-Hornau (2008)</h2>
<p>Kelkheim Hornau ist ein besonderer Ort. Dort werden nämlich manchmal neue Sportarten erfunden. Am Pfingstmontag zum Beispiel. An diesem Tag wurde das „Nordic Start-Verpassing“ erfunden. Nordic Start-Verpassing geht so: Man meldet sich für eine Walking-Veranstaltung an. Dann plaudert man mit ein paar Bekannten, geht noch mal ein wenig ans Auto, steht lange bei den Toiletten an oder isst noch eine Kleinigkeit. Dabei verpasst man dann den Start zu dem Wettbewerb, bei dem man angemeldet ist. Man wartet noch ca. 10 Minuten – und dann kommt man auf Touren: man nimmt beide Stöcke in eine Hand und rennt völlig entfesselt dem Feld hinterher. Da man eine Abkürzung nimmt, holt man es schließlich ein, um danach die verbliebene Strecke im üblichen Walking-Schritt zu absolvieren.</p>
<p>Mein Trainingspartner und ich konnten bei der Geburtstunde dieser neuen Sportart dabei sein und einen wahren Pionier dabei beobachten. So hat sich die Anfahrt für uns bereits weit vor unserem Start gelohnt.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-582" title="Hornau-Sportanlage" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Sportanlage.jpg" alt="Hornau-Sportanlage" width="495" height="371" /></p>
<p>Wir stehen in der Sonne und dehnen ein bisschen. Mein Trainingspartner hat heute ein taubes Bein. Das ist durchaus doppelsinnig zu verstehen: Nicht nur, dass es nicht auf ihn hört, es fühlt sich auch wohl an wie ein eingeschlafenes Marshmellow. Kann man laufen, wenn einem statt eines Beins eine Süßspeise an der Hüfte hängt? Natürlich, sagt mein Trainingspartner und geht erst einmal in die Büsche.</p>
<p>Ich dagegen wähle die Geheimtoilette. Die Geheimtoilette ist Luftlinie drei Meter von der gängigen Toilette entfernt. Sie ist nicht versteckt und jeder kann sie benutzen. Trotzdem stehen vor der gängigen Toilette gefühlte 72 Nierentätige, vor der Geheimtoilette sind es zwei. Es gehört zu den großen Volkslaufgeheimnissen, dass so etwas möglich ist.</p>
<p>Die weitläufige Sportanlage „Am Reis“ empfängt die Läufer wie in jedem Jahr mit Wiese, Tennisplatz und einem Schwimmbad, in dem wie jedes Jahr ein paar Blütenblätter auf einer brackigen Suppe surfen. Daneben instruiert ein Herr im Elchkostüm die Kinder für ihre Läufe. In Hornau finden heute viele Läufe statt und wie immer ist alles bestens organisiert.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-583" title="Hornau-Elch" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Elch.jpg" alt="Hornau-Elch" width="478" height="361" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-584" title="Hornau-Kinderstart" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Kinderstart.jpg" alt="Hornau-Kinderstart" width="476" height="357" /></p>
<p>Wir laufen uns ausgiebig ein (das schnarchige Bein soll aufwachen) und begrüßen dabei den hingebungsvollsten Streckenposten Deutschlands, der wieder einmal frühzeitig bereit steht, um das Karma der Umgebung schon mal positiv zu beeinflussen. Wie immer ist er in voller Laufmontour. Soviel Solidarität muss sein.</p>
<p>Vor lauter Einlaufen gehen wir bereits Pre-Schwitzt an den Start. Das 20iger Feld ist klein. Bei einer so profilierten Strecke ist die Versuchung groß, es bei einem 10er zu belassen. Als Feld- Wald- und Wiesenläufer finden wir die geringe Beteiligung aber eher angenehm. New York war gestern – heute ist Hornau.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-586" title="Hornau-Schild" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Schild.jpg" alt="Hornau-Schild" width="478" height="358" /></p>
<p>Wir starten in der Sonne auf Asphalt und umrunden erst einmal das wunderbar miefende Rapsfeld. Alles ist gelb. Ich habe keine Ahnung, wie ich heute drauf bin. Unter 1:50 bleiben, mehr will ich eigentlich nicht. Gestern noch habe ich eine Radtour gemacht, wer weiß, ob das die Beine übel nehmen.</p>
<p>Der erste Anstieg lässt nicht lange auf sich warten. Es ist nicht steil, aber es zieht sich. Irgendwann, nach einem langen Anstieg durch den Wald, kommt eine Stelle, die sich jedem Hornau-Läufer ins Gedächtnis brennt wie Grillfunken in die neue Gartentischdecke: es ist eine staubige steile Kurve, die so tut, als wäre sie der Gipfel der Steigung – dabei geht es danach noch eine ganze Weile weiter bergauf. In der Regel steht hier ein Fotograf, um alle Farben und Formen entgleisender Gesichtszüge einzufangen. So auch heute.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #ffefd5; ">Übrigens: Diesen Text gibt es auch als <a href="http://frauschmitt.podspot.de/">Podcast</a>-Episode zum Hören!</div>
<p>An dieser Stelle muss ich meinen Trainingspartner ziehen lassen. Das Bein scheint sich langsam zu räkeln. Andere Begleiter finden sich kaum – durch das auf und ab sind die Rhythmen zu verschieden. Man begegnet sich, und trennt sich wieder. Dazu kommen insgesamt vier Möglichkeiten zu trinken, das wirbelt ohnehin immer alle durcheinander. Wieder einmal ist ein Läufer mit Laufkinderwagen an mir vorbeigefegt und wieder einmal wundere ich mich, dass es möglich ist. Nach einer Flachstrecke komme ich meinem Trainingspartner wieder näher und tatsächlich kann ich ihn einholen. Wir nehmen einen guten Schluck Wasser und rollen ein Stück zusammen bergab. So richtig gut in Form, das spüre ich schon, bin ich heute nicht. Noch macht es aber nichts. Es ist ungeheuer ruhig im Feld, man schnauft in der Sonne vor sich hin, jeder läuft für sich. Jetzt geht langsam der Knoten auf, sagt mein Trainingspartner und ich sage: bei mir geht er langsam zu. Obwohl man ja immer positiv denken soll, kann ich es mir nicht verkneifen. Schließlich kommen wir bald auf die zweite Runde und das ist mental ein schwieriger Punkt: man weiß, man muss das alles noch einmal laufen.</p>
<p>Aber dann treffe ich den engagiertesten Streckenposten Deutschlands und das hilft doch schon mal eine Menge. Wie immer fange ich auch hier auf der Hälfte kräftig an zu rechnen und rechne lauter groben Unfug. Zum Beispiel denke ich, an der 11- Kilometer-Stelle wären erst 10 vorbei. Meine 10er Zeit verpeile ich völlig. Hätte ich mal den Streckenposten gefragt. Wenn ich ihn das nächste Mal sehe, werde ich gleich im Ziel sein. Aber das dauert noch. Dazwischen liegt eine weitere Dosis Raps, einige Becher Wasser und ein weiteres Mal die staubige Kurve mit dem Fotografen, vor dem ich versuche, die Lefzen hochzuziehen. Obwohl es danach noch bergauf geht, gehe ich jetzt durch ein finsteres Tal. Auf einmal bin ich müde. Es ist warm und mir fehlt Luft. Mein Trainingspartner ist längst auf und davon und ich mühe mich redlich.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; ">Später nochmal lesen? Hier die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2008/05/Hornau08.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Der herrlich albern aussehende Hut eines weiteren Streckenposten (der gar nicht beabsichtigt, albern auszu- sehen) heitert mich wieder etwas auf. Und dann passiert etwas, das mich beim Laufen immer wieder fasziniert: Ich erhole mich. Schon ein kleines Stück leichtes Bergablaufen genügt. Auf einmal bin ich wieder da. Es ist immer wieder rätselhaft. Bei Kilometer 16 denke ich noch „öfz“ und einen Kilometer später denke ich „dideldum“. Zwar fegt der Laufkinderwagen inzwischen ein zweites Mal an mir vorbei, und das auf einem schmalen holprigen Pfad, aber ich schaue ihm fröhlich nach, wie er in seiner Staubwolke verschwindet. Tatsächlich: Tiefs kommen und gehen, nicht nur beim Marathon. Ich laufe an einem 12jährigen Jungen vorbei, der die Strecke ungeheuer wacker meistert. Später erfahre ich, dass dies nicht nur sein erster 20er ist, sondern dass er dabei auch seinen Vater um etliche Minuten abhängt. Der Junge ist tapfer und ich bin es auch. Alles blüht und grünt hier schließlich nur für mich. Und die positiven Gedanken schießen aus all meinen Hirnwindungen hervor. Für die letzten zwei Kilometer gibt es im wesentlichen zwei Möglichkeiten: entweder man läuft völlig auf dem Zahnfleisch oder man rennt wie in Trance. Letzteres ist mir deutlich lieber. Die Trance war zwar schon mal besser als heute, aber ich hangle mich hin.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-587" title="Hornau-Blueten-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Blueten-2.jpg" alt="Hornau-Blueten-2" width="467" height="350" /></p>
<p>Ich freue mich jetzt schon auf den Anblick des Streckenpostens, der mich in die Zielschneise einweisen wird, ich freue mich auf den Mann mit den großen Zähnen und dem Hut, der kurz vor dem Ziel die Autos aufhält. Vor lauter Vorfreude überhole ich noch ein paar Abgeschlaffte. Einer von ihnen geht. Wer geht denn auf dem letzten Kilometer? Ich finde, das dürfen nur Verletzte. Und dann bestätigt sich wieder einmal eine alte Weisheit: wenn Männer eins nicht riechen können, dann das, wenn sie von einer Frau überholt werden. Ich bin schon im Zielkanal, etwa fünf Schritte vom Ziel entfernt, da kommt der eben noch Gehende an mir vorbeigeschossen und ruft noch so etwas wie „Platz da!“. Nicht dass es mir wichtig wäre, ob ich vor oder nach ihm ins Ziel komme. Aber auf einem schönen, heldenhaften Zielfoto ist jetzt außer mir ein Karpfen zu sehen, der versucht, sich Platz zu verschaffen. Und das finde ich dann doch ein bisschen bedauerlich. Die Uhr bleibt stehen bei 1:49:13. Das ging hier auch schon mal 5 Minuten schneller, aber sei’s drum.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-588" title="Hornau-Zielfoto2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Zielfoto2.jpg" alt="Hornau-Zielfoto2" width="479" height="319" /></p>
<p>Zum Ausgleich machen wir nun das, was wir hier immer versuchen, aber nur selten schaffen: wir essen erst eine (halbe) Grillwurst und dann ein Stück Kuchen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-589" title="Hornau-Wurst-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Wurst-2.jpg" alt="Hornau-Wurst-2" width="475" height="357" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-590" title="Hornau-Hauptgericht" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Hauptgericht.jpg" alt="Hornau-Hauptgericht" width="261" height="196" /> <img class="alignnone size-full wp-image-591" title="Hornau-Nachtisch" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Nachtisch.jpg" alt="Hornau-Nachtisch" width="264" height="196" /></p>
<p>Dabei sitzen wir in der Sonne und überlegen, welche Sportart wohl in Kelkheim Hornau im nächsten Jahr erfunden wird.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-592" title="Hornau-Ende" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Ende.jpg" alt="Hornau-Ende" width="478" height="359" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr über Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.tus-hornau.de/"><em>www.tus-hornau.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Kelkheim-Hornau?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Hornau&amp;address=Taunusklubweg%2C%20Kelkheim%20Hornau&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255788654" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
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		<item>
		<title>Von Sportanlagen, Streckenposten und Sättigungsbeilagen.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-hornau-07/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 May 2007 18:22:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute ist der Tag der Superlative. Nicht wegen der Laufergebnisse, die kann man ja früh morgens noch nicht ahnen. Aber es gibt genügend andere Dinge, die in Kelkheim Hornau unübertrefflich sind. Zum Beispiel gibt es dort die schönste Sportanlage der Region mit dem kuriosesten Namen.   Es ist nämlich die Sportanlage "Am Reis". Und das, obwohl die hiesige Vereinsgastronomie keine asiatische, sondern – sagen wir – globale Küche bietet. Wer oder was "der Reis" ist, (...)]]></description>
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<h2>20 km in Kelkheim-Hornau (2007)</h2>
<p>Heute ist der Tag der Superlative. Nicht wegen der Laufergebnisse, die kann man ja früh morgens noch nicht ahnen. Aber es gibt genügend andere Dinge, die in Kelkheim Hornau unübertrefflich sind. Zum Beispiel gibt es dort die schönste Sportanlage der Region mit dem kuriosesten Namen.   Es ist nämlich die Sportanlage &#8220;Am Reis&#8221;. Und das, obwohl die hiesige Vereinsgastronomie keine asiatische, sondern – sagen wir – globale Küche bietet. Wer oder was &#8220;der Reis&#8221; ist, habe ich auch nach vielen Starts in Hornau nicht erfahren und so weht ein gewisses Mysterium über dem Ort. Außerdem gibt es hier den reizendsten Streckenposten Deutschland. Er steht jedes Jahr an der selben Stelle bei km 10 bzw. kurz vor dem Ziel. Wenn es ihn überkommt, läuft er schon mal neben den Läufern her, ausgerüstet mit einem wahren Wörterbuch an aufmunterndem Vokabular.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-599" title="Hornau-Volkslauf-am-Reis" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Volkslauf-am-Reis.jpg" alt="Hornau-Volkslauf-am-Reis" width="489" height="307" /></p>
<p>Als wir uns also rund um die schönste Sportanlage der Region mit dem kuriosesten Namen einlaufen, treffen wir den reizendsten Streckenposten Deutschlands. Bereits jetzt wacht er darüber, dass über seinem Streckenabschnitt gutes Karma weht. Dafür schneidet er noch rasch ein paar Brennessel mit einer Gartenschere ab – nicht dass am Ende ein Läuferbein Schaden nimmt.   Wer so umsorgt wird, hat nichts zu befürchten. Selbst dann nicht, wenn es regnet und das Streckenprofil des ausgeschriebenen Zwanzigers zweimal einen giftigen langen Anstieg von über zwei Kilometer Länge aufweist. Bei mir sind ein Bekannter und mein Trainingspartner. Das heißt, im Augenblick sind sie gerade nicht bei mir, weil sie vor dem Start mehrfach das machen, was hier alle Läufer machen: sie stehen am Baum. Männer haben es einfach. Ich muss zum Glück nicht und hüpfe ein wenig nach rechts und nach links und dann wieder nach rechts. Dauernd knallt es, weil ständig irgendetwas startet. Wir sind zuletzt an der Reihe. Das Feld ist klein. Normalerweise laufen hier etwa 100 Menschen den Zwanziger, heute scheinen es doch einige weniger zu sein. Ich schmeiße noch eine Runde der neuesten Innovation meines Ernährungsgurus Dr. Feil: Die Gel Chips von Ultra Sports (wegen ihrer eigenwilligen Konsistenz auch &#8220;Frosch&#8221; genannt) gibt es jetzt auch mit Weizenbiergeschmack. Mir ist es ganz egal, ob das gut schmeckt: hier muss die Idee belohnt werden. Wer Marshmellows mit Hefearoma anbietet, der traut sich was. Wir stopfen uns die Frösche in die Taschen und los geht’s.  </p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber später lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/05/Hornau07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Die Strecke führt durch Feld, Wald und Wiese (mit Betonung auf Wald) und sie ist anspruchsvoll, aber schön. Ich laufe mit meinem Bekannten, während mein Trainingspartner vornewegfegt. Das kleine Feld ist wie entfesselt und zieht ungeheuer. Dabei dräut bereits bei km 2 das erste Mal der Anstieg.  Der Regen, der auf uns nieder geht, ist sehr fein, fast ein Regenstaub. Er stört überhaupt nicht. Eigentlich müsste ich froh sein, dass die hohen Temperaturen der letzten Tage Vergangenheit sind, aber mir fehlt die Sonne. Mental ist mir nicht so dumdideldum, wie sonst. Der Anstieg lässt sich ganz gut machen, aber das ist beim ersten Mal auch keine Kunst.</p>
<p>Das angebotene Wasser ist kalt und mein Magen nölt. Mein Bekannter fragt mich, wie’s mir geht und ich merke: nicht so gut wie ihm. Das Tempo ist in Ordnung, aber leicht wird es heute nicht. Bei Kilometer sieben bestätigt sich mein Verdacht: er zieht ab und weil ich mich lieb habe, lasse ich ihn ziehen. Ich weiß, ich würde es bereuen, mitgegangen zu sein.  </p>
<p>Trotzdem ist das ein moralischer Knick. Ich laufe schnell, aber es relativiert sich, weil da vorne jemand schneller läuft. Jemand, der normalerweise so schnell läuft wie ich. Mein sonst sonniges Läufergemüt ist jetzt ein einziger Stratocumulushaufen. Ich freue mich auf den reizendsten Streckenposten Deutschlands, aber auch die Begegnung mit dem freundlichen Herrn im Trainingsanzug holt mich nicht aus dem Tief. Vielleicht reißt es ja Dr. Feil. Ich knibbele das Papierchen auf und lege den Gel Chip ordnungsgemäß in den Backentaschen ab. Ich hatte Weizenbier gar nicht so süß in Erinnerung. Es schmeckt ein bisschen, als hätte man ein Baiser mit Bier getränkt. Trotzdem glaube ich, dass der Frosch eher ein Läufergeschenk ist, als Vanilleschleim in Alusachets. Gewöhnliches Gel ist wirklich nicht mein Fall. Dr. Feil muss es jetzt richten. Ich laufe leidenschaftslos über Stock und Stein und trample zum zweiten Mal den Anstieg hoch. Es ist gut zu wissen, dass man es nicht ein drittes Mal tun muss.   </p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-600" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Hornau-Volkslauf-Getraenk" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Volkslauf-Getraenk.jpg" alt="Hornau-Volkslauf-Getraenk" width="313" height="418" />Am Getränkestand werde ich zwar mit kaltem Wasser, aber so warmherzig empfangen, dass ich die Dame mit dem Plastikbecher fast zur reizendsten Wasserentgegenhalterin Deutschlands wählen würde. &#8220;Nur noch vier Kilometer&#8221; sagt sie milde und schaut mich dabei an, als wäre ich ein Hundewelpe. Sie hat ja recht. Es ist nicht mehr weit.</p>
<p>Eine spazierende Familie kommt mir im Wald entgegen. &#8220;Warum laufen die denn alle so schnell?&#8221; fragt der etwa Vierjährige seine Mutter. Aber weil ich so schnell laufe, kann ich nicht mehr hören, was sie anwortet. Schade. Hätte mich interessiert, warum ich so schnell laufe. Noch einmal geht es ein bisschen bergan. Noch einmal steht da mein Streckenposten. Mit ernsthaftem Ausdruck schaut er mir direkt ins Gesicht. &#8220;Ja&#8221; sagt er, &#8220;das war super. Jetzt nur noch durchbeißen.&#8221; Tatsächlich muss man auf den letzten Wurzeln auf dem schmalen Waldpfad immer noch etwas beißen, aber man riecht schon den Stall. Ich watze um die Kurve und ins Ziel. Die Zeit: 1:45:10. Das ist nicht legendär, aber völlig in Ordnung. Meine Bestzeit auf der Strecke liegt eine Minute darunter. Also kein Grund zu hadern.</p>
<p>&#8220;Am Reis&#8221; wird traditionell Wurst gegrillt und so trotzen wir dem Regen und genehmigen uns das volle Programm: erst Wurst, dann Kaffee und Kuchen. Wir alle sind Helden: mein Trainingspartner und eine Bekannte werden Sieger ihrer Altersklasse und bekommen gruselige Pokale. Ich werde Zweite, dank der Gnade der weiblichen Geburt – in meiner Altersklasse waren nur drei unterwegs. Mein Bekannter landet dagegen mit seiner großartigen Zeit nur im Mittelfeld. Nun ja. Frauen können vor dem Start nicht so einfach an die Bäume gehen, dafür gibt es dann eben den Ausgleich bei der Siegerehrung.</p>
<p><img class="size-full wp-image-601 alignnone" title="Hornau-Volkslauf-grillen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hornau-Volkslauf-grillen.jpg" alt="Hornau-Volkslauf-grillen" width="479" height="358" /></p>
<p>Zuhause angekommen werfe ich mich auf’s Sofa und schlafe sofort ein. Anstrengend war’s.</p>
<h6><span style="font-weight: normal;">(Bilder mit freundlicher Genehmigung des TUS Hornau.)</span></h6>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr über Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.tus-hornau.de/"><em>www.tus-hornau.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4 style="font-size: 1em;">Kelkheim-Hornau?</h4>
<p>[mappress]</p>

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		</item>
		<item>
		<title>Es gibt Raps, Baby!</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-hornau-05/</link>
		<comments>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-hornau-05/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 16 May 2005 18:35:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Hornau]]></category>
		<category><![CDATA[Hornau05]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
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		<description><![CDATA["Ich gewinne. Und wenn ich nicht gewinne, dann werde ich zweiter oder dritter." Soweit der sechsjährige Sohn einer Freundin wenige Tage vor seinem ersten 800 Meter Lauf. Er ist kein großer Läufer – aber welch eine mentale Stärke in der schwierigen Tapering-Phase! An ihn muss ich denken, während ich zum 20er in Kelkheim-Hornau nachmelde. Man versammelt sich an der "Sportanlage am Reis". Da ich die Strecke früher schon zweimal gelaufen bin, frage ich nicht mehr, wo "der Reis" liegt. Es gibt Dinge, (...)]]></description>
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<h2>20 km in Kelkheim-Hornau (2005)</h2>
<p>&#8220;Ich gewinne. Und wenn ich nicht gewinne, dann werde ich zweiter oder dritter.&#8221; Soweit der sechsjährige Sohn einer Freundin wenige Tage vor seinem ersten 800 Meter Lauf. Er ist kein großer Läufer – aber welch eine mentale Stärke in der schwierigen Tapering-Phase! An ihn muss ich denken, während ich zum 20er in Kelkheim-Hornau nachmelde.</p>
<p>Man versammelt sich an der &#8220;Sportanlage am Reis&#8221;. Da ich die Strecke früher schon zweimal gelaufen bin, frage ich nicht mehr, wo &#8220;der Reis&#8221; liegt. Es gibt Dinge, die sind eben so.  Das Wetter: optimal. Die Strecke: wie das Leben – ein auf und ab. Das Feld: eine beinahe schon intime Zusammenkunft von ca. 100 Läufern. Frau Schmitt: bester Dinge. Man startet in den Raps. (Mit wenigen Mitteln hätte man die Sportanlage trefflich umbenennen können &#8211; &#8220;Sportanlage am Raps&#8221; ist mindestens so schön und erklärt sich leichter). Meine beiden Bekannten stürzen sich ins Rennen, als gäbe es kein Morgen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-609 aligncenter" title="Raps" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Raps.jpg" alt="Raps" width="403" height="302" /></p>
<p>Ich bin skeptisch und halte mich zurück. Mein Körpergefühl, sonst sensibel und zuverlässig wie ein Tsunami-Seismograph, erlebt zwischen km 5 und km 10 einen Systemabsturz. Einen Kilometer laufe ich in etwa 5 Minuten, den nächsten in 6, obwohl keine nennenswerte Steigung dazwischen liegt. Der darauffolgende zeigt sich wieder mit 5,15 auf der Uhr. Ich bin verwirrt. Es fühlt sich so gleich an. Nichts stimmt mehr. Ich laufe schnell wie ein Pfeil und die Uhr sagt: du Schnarchzapfen.   Ich werde immer verwirrter. Wer bin ich? Wie bin ich in den Wald gekommen? Wieso reichen mir fremde Menschen eiskaltes Wasser in Plastikbechern? Kilometermarkierung zehn fällt aus, denn es sind zwei Runden. Bei Kilometer 11 gewinne ich langsam wieder die Fassung. Die Zeit ist gut. Besser als ich dachte. Und nicht so verwarzt, wie ich mich fühle.   </p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Auch diesen Text gibt es als <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2005/05/Hornau05.pdf" target="_blank">PDF Druckversion</a>.</div></div></em></p>
<p>Die Hornauer sind der liebenswerteste Verein der ganzen Gegend. Mit den liebenswürdigsten, mitfühlendsten Streckenposten. Sollte ihnen wegen allzu intensivem Mitfühlen im Vorfeld bei der Aufstellung der Kilometermarkierungen ein Fehler unterlaufen sein? Ich will es nicht mehr wissen. Von nun ab ignoriere ich die Uhr.  Und starre stattdessen wie der Gepard auf die Gazelle auf meine beiden Bekannten, die wieder in Sichtweite gerückt sind. Ich rutsche mich auf dem matschigen Schluss-Stück weiter nach vorn. Einer der beiden scheint noch einholbar. Ich bin ein Wadenwunder. Ich schwebe. Nichts hält mich. Ich werde es schaffen. Na gut, dann eben nicht.  Meine bisherige Bestzeit auf der Strecke habe ich mit 1:44:02 um fast eine Minute unterboten. Zu meiner Freude erfüllt sich auch die Weissagung des kindlichen Läufers, die ich zu meiner eigenen gemacht habe: In meiner Altersklasse werde ich dritte.  Von ingesamt dreien.</p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr über Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.tus-hornau.de/"><em>www.tus-hornau.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Kelkheim-Hornau?</h4>
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<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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