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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Kahl</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Skandal in Kahl.</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 15:57:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das ist doch mal wieder typisch. Da hab ich mir fest vorgenommen, keinen Laufbericht aus Kahl zu schreiben und dann passieren ausgerechnet wichtige Ereignisse, die ich als Chronistin des hiesigen Volkslaufgeschehens unmöglich undokumentiert lassen kann. Dabei habe ich über Kahl schon so viel geschrieben, dass man sich selbst in Kahl schon darüber wundert. (...)]]></description>
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<h4>Der 10 km-Lauf in Kahl (2010).</h4>
<p>Das ist doch mal wieder typisch. Da hab ich mir fest vorgenommen, keinen Laufbericht aus Kahl zu schreiben und dann passieren ausgerechnet wichtige Ereignisse, die ich als Chronistin des hiesigen Volkslaufgeschehens unmöglich undokumentiert lassen kann. Dabei habe ich über Kahl schon so viel geschrieben, dass man sich selbst in Kahl schon darüber wundert. Ich mach es also kurz: Kahl liegt in Bayern, bietet einen Halbmarathon, einen 10er und zwei Schülerläufe, der Verein hat seinen legendären Country-Frühschoppen vor Jahren bereits abgeschafft, wenn man erster wird, bekommt man einen Pokal in Form einer Figur mit einer heruntergelassenen Hose („Po-kahl“) und an der Kuchentheke bedient eine Dame, die einst bei der RTL2 Sendung „Frauentausch“ einen denkwürdigen Auftritt hatte. Damit sind eigentlich die wichtigsten Fakten genannt.</p>
<p>Ich laufe heute mal wieder nur die 10 km. Das bekommt mir gerade ganz gut. Am frühen Morgen sind es noch 17 Grad, aber es wird minütlich wärmer. Wir laufen uns auf der Kinderstrecke rund um einen kleinen verwunschenen See ein bisschen ein. Nichtsahnend geraten wir damit in einen Stechmückenballungsraum. Unzählige Stechmücken – vermutlich auf dem Weg zur Arbeit – nehmen unterwegs noch rasch einen kleinen Imbiss: uns. Wir suchen das Weite. Die Startlinie ist traditionell auf einem kleinen, abgegrasten Bolzplatz neben dem eigentlichen Sportplatz.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Startlinie.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2393" title="Kahl Startlinie" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Startlinie.jpg" alt="Kahl Startlinie" width="384" height="512" /></a></p>
<p>Die Halbmarathonis starten zuerst, damit sie für die 10km-Läufer die Getränke an den Verpflegungsstellen vorkosten können. Macht ja auch Sinn. Derweil steigt die Temperatur.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Start-15km.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2394" title="Kahl Start 15km" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Start-15km.jpg" alt="Kahl Start 15km" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Dann sind die 10er dran. 10 km-Läufer bilden ein heterogenes Feld, viel deutlicher als Halbmarathonis. Hier mischen sich die rasend Schnellen mit den heftig Langsamen. Wer einen 10er läuft, hat entweder besonders viel Pfeffer im Hintern, oder er bevorzugt die ruhige Kugel – oder ist selbst eine. Veteranen, Ersttäter und Schnellschlappen stehen an der gleichen Linie. So gesehen ist ein 10er eine schöne Sache, obwohl ich sonst der längeren Distanz deutlich den Vorzug gebe. Es passiert unterwegs einfach mehr – mit einem selbst und um einen herum.</p>
<p>Gleich nach dem Start geht es eine kleine Rampe hoch und es empfiehlt sich, die Neigung zur Rampensau zu unterdrücken. Man muss ja nicht unbedingt schon nach 200 Metern außer Atem sein.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Start-15-km-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2395" title="Kahl Start 15 km 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Start-15-km-2.jpg" alt="Kahl Start 15 km 2" width="384" height="512" /></a></p>
<p>Schnell geht es Richtung Wald, was bei diesen Temperaturen angenehm ist. (Sonst eigentlich auch). Ich pendle mich bei einem Tempo von 5:30/km ein und versuche trotzdem stressfrei von der Rhythmus-Combo um mich herum wegzukommen – einem Münzklimperer und einem piependen Schrittzähler. Die laufende Wechselstube werde ich los, der Schrittpiepser bleibt. Wenn er hinter mir läuft, ist es nicht so schlimm. Vielleicht ist es ja auch der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Man soll Menschen nicht nach den Geräuschen beurteilen, die sie beim Laufen machen. Ich selbst zum Beispiel schnaufe. Die Strecke ist auf der ersten Hälfte unkompliziert und zum Teil sogar asphaltiert. Es läuft prima. Ich achte mal wieder auf mein Chi und diese Dinge und es scheint sogar besser zu gelingen als noch vor drei Tagen in Bonames.</p>
<p>Bei km 5 reicht man mir eine Stechmücke. Sie sitzt an dem Tee-Becher, den es am Getränkestand gibt und ich greife lieber nach dem mückenlosen Wasser. Prompt komme ich mit dem Schrittzähler in ein Nano-Gespräch, in dem er meine Qualitäten als Pacemaker lobt. Reizender Mensch. Hab ich ja gleich gesagt. Zwischen km 6 und 7 muss eine Straße überquert werden. Im Wald davor stehen Streckenposten. Davor, aber nicht auf der Straße. Es herrscht fließender Verkehr und die Straße ist vollkommen ungesichert. Volksläufer sind keine Spaziergänger. Sie bleiben nicht stehen und schauen sorgsam rechts und links – sie laufen auf die Straße, gewohnt, dass sie durch Streckenposten gesichert ist. So auch die beiden Herren vor mir. Ein Wagen, der glücklicherweise durch die Lübecker Hütchen auf der Straße vorgewarnt war und deshalb nicht schnell fuhr, kommt gerade noch rechtzeitig vor den Läufern zum Stehen, mitten auf der Läufereinflugschneise. Nicht nur bei den 10ern, auch bei den Halbmarathonläufern ist die Strecke zumindest vorübergehend ungesichert gewesen. Ich schätze den Kahler Volkslauf und seine Organisation sehr, aber das ist nicht eben lustig. Oder, um es direkt an die Adresse der verantwortlichen Streckenposten zu sagen: Habt ihr noch alle am Sträußchen? Dabei hätte leicht jemand umgenietet werden können! Ein Skandal. Der erste von zweien.</p>
<p>Grimmig laufe ich weiter. Die Strecke ist jetzt stellenweise etwas wackelig, überall sind dicke Reifenspuren von Waldfahrzeugen. Hier wurde Holz geschnitten und gehäckselt und es riecht wunderbar, als wäre man in einem Sägewerk. Der Wald von Kahl hält doch immer wieder eigene Duftnoten parat. Schon bald wird es Zeit, sich auf die kleine Rampe zu freuen, die man jetzt ins Ziel hinunter laufen darf. Sie ist zwar nutzlos steil, aber das gibt dem Zieleinlauf doch gleich so eine ganz eigene Dynamik. Ins Ziel laufen, Tee trinken (ohne Mücke), schwitzen, schwitzen, schwitzen (27 Grad), duschen, ans Ziel zurückkehren. (Ich kürze die wichtigsten Vorkommnisse hier mal ab).</p>
<p>Nachdem auch mein Trainingspartner im Ziel ist, der den 21er gelaufen ist, freuen wir uns auf die Kinderläufe. Erst laufen die Großen 1500 Meter, dann die Kleinen 700 Meter (irgendwann gab es auch noch 4.000 Meter, aber die haben wir verpasst).</p>
<p>Nie hätte ich als Dreikäsehoch so was gekonnt. Meine Bewunderung ist also ganz auf den Seiten der Kinder. Außerdem ist diese Art von Laufstilanalyse die Schönste: von perfektem Chirunning bis zum Stil „volltrunkener Seemann mit Orientierungsstörungen und Lähmungserscheinungen“ ist alles dabei.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kinder-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2396" title="Kahl Kinder 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kinder-1.jpg" alt="Kahl Kinder 1" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kinder-Start.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2398" title="Kahl Kinder Start" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kinder-Start.jpg" alt="Kahl Kinder Start" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Feuerwehr-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2399" title="Kahl Feuerwehr 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Feuerwehr-2.jpg" alt="Kahl Feuerwehr 2" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Besondere Aufmerksamkeit richten wir auf die ersten und letzten. Bei den Großen, die etwa zwischen 8 und 11 Jahren alt sind, ist ein Junge mit einer schwarzen coolen Sonnenbrille eines der Schlusslichter. Schwerfällig kämpft er sich über den Parcours. Noch bevor er durchs Zieltor kommt, schleudert ihm eine Frau „Was bist denn Du für einer!“ entgegen. Seltsame Pädagogik, denken wir noch, aber dann sehen wir, wie sich mehrere Mütter hinter dem Ziel auf den Jungen stürzen. Ein kleiner Tumult entsteht. Die Erklärung ist kurios. Offensichtlich hat der Junge eine ganz eigene Taktik entwickelt, um Gegner zu demoralisieren: er hat bei deren Überholmanöver seinen rechten Schwinger ausgefahren und mehrere Kinder haben davon etwas abbekommen. Ich überlege kurz, ob das nicht künftig eine gute Lösung für mich sein könnte, doch dann stelle ich fest, dass der Junge ja Letzter wurde. Keine Sieger-Taktik also. Der ganze Zorn der Eltern und Umstehenden entlädt sich auf das Kind. „Was bist denn Du für einer!“. Ein Skandal beim Bambinilauf, wo gibt’s denn so was! Der Junge tut mir leid. Wie hart muss es sein, Letzter zu werden, damit nicht umgehen zu können und dann von allen geächtet zu werden. Man wünscht ihm einen Trainer, der ihm zeigt, wie er beim Sport ein Sieger sein kann, ohne zu gewinnen. Ob das Kind jemals wieder läuft?</p>
<p>Wir jedenfalls laufen jetzt schon wieder und zwar eine Barfußrunde auf dem Sportplatz. Danach könnte ich zwar zum wiederholten Mal duschen, aber egal. Der Kuchen ist in Kahl sehr ordentlich und man kann beim Kauen ausdruckslos auf einen knallgrünen Rasen schauen. Das entspannt ungemein.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kuchen-2010.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2400" title="Kahl Kuchen 2010" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Kuchen-2010.jpg" alt="Kahl Kuchen 2010" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Platz-2010.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2401" title="Kahl Platz 2010" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/06/Kahl-Platz-2010.jpg" alt="Kahl Platz 2010" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Als die Ergebnislisten aushängen, finde ich auch meinen Namen: mit 55:20 belege ich Platz 11 von 25 der Altersklasse M40. Einen Geschlechtstest lehne ich rigoros ab.</p>
<p><em></em> <div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #d2691e; border-left-color: #d2691e; border-right-color: #d2691e; border-bottom-color: #d2691e; background-color: #f8f8ff; "><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter<a href="http://www.djk-kahl.de" target="_blank"> www.djk-kahl.de</a></em></div></p>

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		<title>Von schönen Rücken, glänzenden Augen und nackten Hintern.</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jun 2008 19:31:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute habe ich einen freien Sonntag Nachmittag. Einen Laufbericht muss ich nicht schreiben. Kann ich ja auch gar nicht. Über Kahl, wo ich heute antreten will, habe ich nämlich schon alles gesagt. Ich habe in den letzten Jahren über Bodenbeschaffenheiten schwadroniert, den Kahler Sandhasen erklärt, die Strecke beschrieben, das Vereinshaus,  (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Kahl (2008)</h2>
<p>Heute habe ich einen freien Sonntag Nachmittag. Einen Laufbericht muss ich nicht schreiben. Kann ich ja auch gar nicht. Über Kahl, wo ich heute antreten will, habe ich nämlich schon alles gesagt. Ich habe in den letzten Jahren über Bodenbeschaffenheiten schwadroniert, den Kahler Sandhasen erklärt, die Strecke beschrieben, das Vereinshaus, den Kuchen – einfach alles. Über Kahl habe ich so viel und so hingebungsvoll geschrieben, dass ich lange auf ein lukratives Angebot des Kahler Fremdenverkehrsamts gewartet habe. Bis ich festgestellt habe, dass es gar keines gibt. Kurz: nach dem Lauf in Kahl gibt es voraussichtlich nichts zu schreiben und nichts zu wollen. Denke ich am Morgen und denke wie so oft völlig falsch.</p>
<p>Wir fahren den üblichen Weg auf der A 661 Richtung Hanau, die etwa so anmutet, als wäre heute einer der autofreien Sonntage der 70er Jahre. Andere Menschen schlafen jetzt noch und ich bin ein bisschen neidisch. Mein Trainingspartner ist auch neidisch und zwar auf mich. Ich habe nämlich weder Kopfschmerzen noch Übelkeit. Zwei Symptome, da sind wir uns einig, die man nur mit einem hübschen kleinen Halbmarathon bekämpfen kann. Rituale sind eben gesundheitsfördernd. Deshalb fällt auch bei der Anmeldung sofort der Kugelschreiber aus. Ich muss gelegentlich der Sache nachgehen, welcher Hersteller kaputte Kugelschreiber anbietet. Irgendwoher müssen die Laufvereine diese Dinger doch bekommen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-532" title="Kahl-Willkommen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Willkommen.jpg" alt="Kahl-Willkommen" width="483" height="362" /></p>
<p>Ich trotte über eine nasse Wiese zum Vereinshaus, um mich dort umzuziehen. Die Startnummer mit Chip (der aus einem dahintergepappten Draht besteht) ist so starr, dass ein beleibter Läufer fordert, es müsste sie „in gewölbt“ geben. Die Wetterlage ruft nach einem dünnen Shirt mit darüberliegendem Singlet. Es ist feucht und warm. Wir laufen uns ein wenig ein und versuchen, dabei keine nassen Füße zu bekommen. Die breite Startaufstellung erfolgt mitten auf der Wiese. Nach wenigen Metern wird man durch ein Nadelöhr in Form einer steilen Rampe geführt. Danach ist man wach. Über 200 Teilnehmer gehen heute auf die große Strecke, aber das verteilt sich rasch. Zunächst muss man kurz durch den Ort, vorbei an dem Sieger des Wettbewerbs „gruseligster Vorgarten Deutschlands“.  Vor einem Flachdachbau hat jemand Zypressen und Buchsbäume in grotesker Anordnung gepflanzt. Statt Rasen liegt Granulat dazwischen. Weiße Gartenlaternen, Gipslöwen auf Sockeln und Pinienzapfen auf dem Dach runden den Wahnsinn ab. Die Nachbarn von Familie Buchs bearbeiten ihren Rasen offensichtlich mit dem Nagelknipser. Auch das ist Kahl.</p>
<p>Aber dann geht es schnell in den Wald und der sieht so aus, wie ein Wald aussehen soll. Zwar vermute ich, in Kahl besitzt man schnell wachsende Zaubereicheln, wie sie in „Asterix und die Trabantenstadt“ vorkommen, denn in jedem Jahr sind hier große Mengen frisches Holz geschlagen. Aber das ist mir nur Recht, denn es duftet herrlich.</p>
<p>Die Strecke ist schwer zu belaufen. Nicht dass es allzu herausfordernde Steigungen gäbe. Aber der sandige Untergrund in Verbindung mit Schotter und Tannenzapfen erfordert stabile Sehnen und Bänder und kostet Kraft. Im letzten Jahr habe ich hier schwer gekämpft. Aber ich bin guten Mutes. Ich habe nichts Besonderes vor, denn mein Training ist im Augenblick sehr minimalistisch.</p>
<p>Bald müssen wir über eine große Straße, die von der Feuerwehr gesichert wird. Eine junge blasse Frau steht in Uniform an der Strecke und raucht uns an. Was sie wohl beim Anblick der sehnigen Läuferkörper denkt? Warum gilt Brandbekämpfung eigentlich nicht für Tabak? Nach wenigen Kilometern bin ich schweißgebadet. Die feuchtwarme Luft macht alles nass und klebrig.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffa500; border-left-color: #ffa500; border-right-color: #ffa500; border-bottom-color: #ffa500; background-color: #fff5ee; ">Übrigens: Diesen Text gibt es auch als <a href="http://frauschmitt.podspot.de/" target="_blank">Podcast-Episode</a> zum Hören!</div>
<p>Vor mir läuft jemand in einem Köstrizer-T-Shirt und es fällt mir gar nicht so leicht, mich von dem Gedanken an ein kühles Bier zu lösen. Ich mag Köstrizer und deshalb ist mir der Läufer auch sofort sympathisch. An den werde ich mich halten, beschließe ich und während ich noch innerlich zufrieden nicke, wird Köstrizer langsamer. Das ist doch nicht fair, so was. Widerwillig laufe ich an ihm vorbei. Was außerdem läuft, ist mein Schweiß und zwar in die Augen. Es brennt sehr und erinnert mich an eine Geschichte, die geschah, als ich etwa 12 Jahre alt war.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; "><em>Lieber offline weiterlesen? Bitteschön: die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2008/06/Kahl08.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF</a></em><em> ohne Bilder.</em></div></div>
<p>Damals bekam ich einen Schönheitsratgeber aus den 50er Jahren in die Hände. In dem stand geschrieben, um besonders glänzende Augen zu bekommen, müsste man sich einige Spritzer Zitronensaft in die Augen träufeln. „Keine Sorge“, stand dabei „es brennt nicht mehr als Wasser“. Natürlich musste ich das gleich ausprobieren. Ich weiß nicht, ob Frauenhornhäute in den 50er Jahren robuster waren. Jedenfalls brannte es wie Hölle. Zweifelsohne konnte man anschließend allerdings meinen tränengeröteten Augen einen gewissen Glanz nicht absprechen. Trotzdem habe ich die Tipps aus den Kapiteln „Das Ei und seine Verwendungsmöglichkeiten“, „Schminktechnik der Slawin“,  „Grübchenpresser“, „Die Petersilie als Kosmetikum“ und „Quecksilberpräparate“ nicht weiter verfolgt. (Wer sich dennoch dafür interessiert -  das Buch heißt „Pfleg dich schön“ von G. v. Hilgendorff. Es steht allerdings zu befürchten, dass es, wie viele großartige Dinge, aus dem regulären Handel verschwunden ist.) Aber zurück zum Thema.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-534" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Pfleg-Dich-schön" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Pfleg-Dich-schön.jpg" alt="Pfleg-Dich-schön" width="257" height="438" /></p>
<p>Nachdem man sich in Kahl ca. 10 km lang durch unebene lehmig weiche und schotterige Wege gekippelt hat, immer wieder sanft bergauf, wird man belohnt. Es folgt ein Asphaltstück bergab und auch danach wird der Weg besser. Und das Beste ist: jedes Jahr vergesse ich die Belohnung und bin hocherfreut und überrascht, wenn sie erscheint. Um mein Glück vollkommen werden zu lassen, weht inzwischen ein Mini-Wind und Köstrizer ist wieder in meinem Blickfeld. Sein unaufgeregter Laufschritt und sein hübscher Rücken sind genau das, was ich vor mir haben will. Das gelingt nicht immer, aber immer wieder. Es sind nur noch vier Kilometer und ich werde immer optimistischer. Vielleicht geht da noch was. „Weine nicht, kämpfe“, steht auf einem T-Shirt vor mir. Sehr richtig. Allerdings steht es da nicht in deutsch, weshalb es sich ein Mitläufer übersetzen lässt. Der Mitläufer entpuppt sich sogleich als Hans-Uwe, der mir schon gelegentlich bei Läufen begegnet ist. Ich hätte also möglicherweise noch einen Mitstreiter für den Endspurt. Köstrizer, der Gute, fällt leider aus – er wird langsamer und ich muss auf seinen Rücken verzichten. Neben mir läuft noch jemand mit Kopfhörern, aber an verstöpselte Kandidaten halte ich mich grundsätzlich nicht. Man muss immer damit rechnen, dass sie ihre Geschwindigkeit der Musik anpassen und Wechsel sind mir ein Gräuel. Ich beschließe den Alleingang. Wenn es schief geht, geht es eben schief. Luft habe ich noch und man muss es ja versuchen. Legendär wird die Zeit nicht mehr, aber egal. Ich ziehe an. Jetzt heißt es schnaufen, stapfen und rudern. Es gelingt mir, etliche Läufer zu überholen – hach, wie fein. Das hatte ich schon länger nicht mehr.  Es geht zurück in den Ort, vorbei an dem Gruselvorgarten, um zwei Ecken und dann – schwupp – die Rampe wieder runter und über die Wiese ins Ziel. „Biep“ – meine Startnummer wird entwertet und die Mischung aus Kabeln, Plastikfolie und Papier gehört nun mir. Im Sinne der Müllvermeidung ist mir eine einfache Papierstartnummer oder ein wieder verwendbarer Chip deutlich lieber. Sei’s drum.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-535 aligncenter" title="Kahl-Wiese" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Wiese.jpg" alt="Kahl-Wiese" width="484" height="362" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-536" title="Kahl-Bonkasse" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Bonkasse.jpg" alt="Kahl-Bonkasse" width="251" height="187" /> <img class="alignnone size-full wp-image-537" title="Kahl-Bonkasse2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Bonkasse2.jpg" alt="Kahl-Bonkasse2" width="248" height="189" /></p>
<p>Mit schlaffen 1:52:07 werde ich noch Vierte (von 14) meiner heute augenscheinlich verweichlichten Altersklasse. Auch Mr. Migräne hat nur noch drei Läufer vor und die Kopfschmerzen hinter sich. Damit kommen wir zwar in den Genuss von hausgemachtem Kahler Kuchen, aber leider nicht in den des Pokals.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-543" title="Kahl-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Kuchen.jpg" alt="Kahl-Kuchen" width="490" height="367" /></p>
<p style="text-align: left;">Man kann Pokale als Augenschmeichler gar nicht genug rühmen &#8211; in diesem speziellen Fall gilt das noch mehr.  Denn in Kahl kam jemand auf die Idee, aus einem Pokal einen Po-Kahl zu machen. Was zu dem unglaublichen Entwurf einer Figur führte, die dem siegreichen Trophäenempfänger den blanken Hintern zeigt. Weit über die Region hinaus sei dieser „Po-Kahl“ bekannt, berichtet der Moderator bei der Siegerehrung stolz und macht uns in jeder Hinsicht staunen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-539 aligncenter" title="Kahl-Pokahl" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Pokahl.jpg" alt="Kahl-Pokahl" width="404" height="539" /></p>
<p>Nicht zuletzt dieses Kunstwerk ist es, das mir den freien Nachmittag raubt. Ich muss einfach zugeben: über Volksläufe in Kahl war eben doch noch nicht alles gesagt.</p>
<div class='stb-grey_box' >M<em>ehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.djk-kahl.de/"><em>www.djk-kahl.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Kahl?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Kahl&amp;address=Paul%20Gerhardt%20Schule%20Kahl&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255788449" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		</item>
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		<title>Von Ameisenlöwen, Fingerhüten und Badezusätzen.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/halbmarathon-kahl-07/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Jul 2007 20:13:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Kahler Sandhase ist ein Ameisenlöwe. Um regionale Besonderheiten dieser Art zu verstehen, muss man vermutlich in den Kahler Sandgruben aufgewachsen sein. Der Sandhase ist irgendein Tier, das sich früher immer dort herumgetrieben hat. Angeblich, wie gesagt – ein Ameisenlöwe. Da aber niemand weiß, was ein Ameisenlöwe ist, oder wie er aussieht, tat man so, als wäre der Sandhase ein Hase (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Kahl (2007)</h2>
<p>Der Kahler Sandhase ist ein Ameisenlöwe. Um regionale Besonderheiten dieser Art zu verstehen, muss man vermutlich in den Kahler Sandgruben aufgewachsen sein. Der Sandhase ist irgendein Tier, das sich früher immer dort herumgetrieben hat. Angeblich, wie gesagt – ein Ameisenlöwe. </p>
<p><img class="size-full wp-image-551 alignright" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Kahl-Wappen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Wappen1.jpg" alt="Kahl-Wappen" width="171" height="184" /></p>
<p>Da aber niemand weiß, was ein Ameisenlöwe ist, oder wie er aussieht, tat man so, als wäre der Sandhase ein Hase und steckte ihn ins Kahler Wappen. Was das alles mit dem Kahler Halbmarathon zu tun hat? Ich weiß es noch nicht genau, aber ich bin sicher, es wird sich ein Zusammenhang finden.</p>
<p>Ich habe eine mäßige Nacht hinter mir, in der ich träumte, ich müsste nach Johannesburg fliegen, weil ich die Haltestelle „Frankfurter Flughafen“ verschlafen habe. Wer so etwas träumt, ist nicht in Bestform. Dabei ist sonst in Kahl alles prima: das Wetter, die verschwenderische Toilettensituation und das freundliche mintfarbene Vereinshaus, in dem ich mich umziehen darf.</p>
<p style="text-align: center; "><img class="size-full wp-image-552 aligncenter" title="Kahl-Volkslauf-Vereinshaus" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Volkslauf-Vereinshaus.jpg" alt="Kahl-Volkslauf-Vereinshaus" width="426" height="319" /></p>
<p>Nachdem im vergangenen Jahr die Zeitmessung eher kreativ vor sich ging, ist man dieses Jahr seriös geworden: wir bekommen brettsteife Startnummern, auf deren Rückseite ein ominöses Kabel klebt, das der Veranstalter „Chip“ nennt. Wir dehnen fleißig und trippeln uns ein wenig warm, damit wir uns an dem Anstieg nach den ersten 20 Metern keine Zerrung holen. Das wäre schlecht für die verbleibenden 21 km.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf Papier lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/07/Kahl07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Als es losgeht, gibt das Feld Gas, als gäbe es eine Berg- wertung. Weil ich Sonntags morgens um 9 Uhr so schlecht denken kann, wenn ich gerade aus Johannesburg zurück- gekommen bin, renne ich genauso los wie die anderen.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-553" title="Kahl-Tannenzapfen-6" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Tannenzapfen-6.jpg" alt="Kahl-Tannenzapfen-6" width="39" height="39" /></p>
<p>Schon während des ersten Kilometers zieht sich die Truppe auseinander, was ich zunächst genieße. Hier kann man frei laufen, ohne dass einem jemand in die Parade fährt. Die Strecke führt durch den Wald und der Boden ist voller Tannenzäpfle. Womit freilich nicht die Biermarke gemeint ist, sondern diese kleinen braunen Freunde der Bänderdehnung. Man muss immer ein wenig aufpassen, dass man nicht auf so ein keckes Ding drauftritt, wofür es sich dann mit unkontrolliertem Wegrollen revanchiert. <img class="alignright size-full wp-image-555" title="Kahl-Tannenzapfen-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Tannenzapfen-1.jpg" alt="Kahl-Tannenzapfen-1" width="38" height="44" />Vorteil der Waldvegetation ist dafür ein wunderbarer Duft. Als Kind kam ich in den Genuss dieses Duftes, wenn meine Mutter ein Latschenkieferbad nahm – aber das hier ist ungleich besser. Ich inhaliere ein bisschen vor mich hin, während meine Beine immer schwerer werden. Bei Kilometer sieben <img class="alignleft size-full wp-image-558" title="Kahl-Tannenzapfen-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Tannenzapfen-11.jpg" alt="Kahl-Tannenzapfen-1" width="38" height="44" />beginnt ein sehr sandiger Streckenabschnitt. Sand ist ein Energiefresser. Allerdings hat er sich seinen ganzen Hunger scheinbar für mich aufgehoben, denn der Abstand zu den vor mir Laufenden wird dramatisch größer. Ameisenlöwe müsste man sein. Dann wäre man ein Sandhase und auf diesem Untergrund bestimmt besonders schnell. Ich bin jetzt allein auf weiter (sandiger) Flur. <img class="alignright size-full wp-image-557" title="Kahl-Tannenzapfen-8" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Tannenzapfen-8.jpg" alt="Kahl-Tannenzapfen-8" width="37" height="39" />Bei Kilometer acht ist mir mau. Ich habe gerade etwas mehr als ein Drittel geschafft und fühle mich unglaublich müde. Gut, die ersten Kilometer waren ein wenig zu munter, aber jetzt bin ich wahrlich nicht mehr schnell unterwegs. Kein gutes Zeichen. Zum Glück lockt weitere Motivation: Überall blüht der Fingerhut und ich finde es sehr hübsch, dass ein Mittel zur Herzstärkung am Rand einer Laufstrecke wächst.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-561" title="Kahl-Volkslauf-Fingerhut" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Volkslauf-Fingerhut.jpg" alt="Kahl-Volkslauf-Fingerhut" width="502" height="332" /></p>
<p>Außerdem ist von Zeit zu Zeit frisches Holz geschlagen worden und dieser Geruch übertrifft sogar noch die Badezusatznote. Der Wald gibt alles. Wenigstens einer.  An Endspurt ist nicht zu denken, ich laufe einfach nur so nach Hause. Bei 1:53:55 bin ich im Ziel, wo ein Mensch mit einer magischen Kelle die Drähte hinter meiner Startnummer entschärft. Für mich ist das eine Zeit, die man besser in den Kahler Sandgruben versenken sollte. Aber Kahl wäre nicht Kahl, wenn es nicht ein ordentliches Kuchenbuffet gäbe, bei Bedarf auch gern eine Grillwurst oder frisch gezapftes Bier, das man sich auf sonnigen Bierbänken genehmigen kann.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-564" title="Kahl-Volkslauf-Bier" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Volkslauf-Bier.jpg" alt="Kahl-Volkslauf-Bier" width="529" height="397" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-565" title="Kahl-Volkslauf-Baenke" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Volkslauf-Baenke.jpg" alt="Kahl-Volkslauf-Baenke" width="529" height="396" /></p>
<p>Das lässt die überzähligen Minuten schnell vergessen. Man kann ja auch nicht jeden Tag ein Sandhase sein.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-566" title="Kahl-Volkslauf-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Volkslauf-Kuchen.jpg" alt="Kahl-Volkslauf-Kuchen" width="530" height="395" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.djk-kahl.de/"><em>www.djk-kahl.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Kahl?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Kahl&amp;address=Paul%20Gerhardt%20Schule%20Kahl&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255788449" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<title>Kühl in Kahl.</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Jun 2005 17:29:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Eiszeit ist schon eine ganze Weile her. In Kahl hat man allerdings heute noch etwas davon. Zum Beispiel idyllische Seen, die der ein oder andere Gletscher auf seinem Rückzug übrig gelassen hat. (Oder war's eher der Bergbau?) Oder auch einen sandig weichen Boden, auf dem sich Geologen austoben können. Trotzdem kann das nicht der Grund dafür sein, dass es heute in Kahl so kühl ist. "Kühl, gell?", sagen denn auch die Läufer, wenn sie in Singlet und Flatterhöschen aus der Umkleide ins Freie treten. Manche sagen auch etwas anderes, (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Kahl (2005)</h2>
<p>Die Eiszeit ist schon eine ganze Weile her. In Kahl hat man allerdings heute noch etwas davon. Zum Beispiel idyllische Seen, die der ein oder andere Gletscher auf seinem Rückzug übrig gelassen hat. (Oder war&#8217;s eher der Bergbau?) Oder auch einen sandig weichen Boden, auf dem sich Geologen austoben können. Trotzdem kann das nicht der Grund dafür sein, dass es heute in Kahl so kühl ist. &#8220;Kühl, gell?&#8221;, sagen denn auch die Läufer, wenn sie in Singlet und Flatterhöschen aus der Umkleide ins Freie treten. Manche sagen auch etwas anderes, zum Beispiel &#8220;Hättest Du gedacht, dass es heute so kühl ist?&#8221; oder auch &#8220;Huh, ist das kühl&#8221;.  </p>
<p>Während ich auf meinen Trainingspartner warte, ist mir beinahe ein bisschen kühl und so laufe ich zwischen Herren- und Damenumkleide hin und her. In Kahl ist das eine Strecke von immerhin 200 Metern. Die Damen sind separat in einem mintfarbenen Vereinshaus untergebracht. Es gibt keine Schilder, die darauf hinweisen und nach Jahren des Umherirrens darf ich mich endlich wie ein Insider fühlen – ich gehöre zu den wenigen Frauen, die wissen, wo sie sich ihre Startnummer ans Shirt knibbeln sollen.  </p>
<p>Darüber hinaus gibt es nichts zu beklagen – sogar der Zieleinlauf ist frisch gemäht. Das Ziel befindet sich mitten auf einer kleinen Wiese vor dem Sportplatz und mit Erleichterung stelle ich fest, dass ich mich nicht auf den letzten Metern durch mannshohe nordbayerische Gräser schlagen muss, was hier nie ganz ausgeschlossen werden kann.  Beim Start dürfen wir uns ein bisschen wie eine Rakete fühlen, denn auf die Strecke geht es über eine steile Rampe. Trotzdem versuche ich nicht gleich zu zünden, ich habe die vage Ahnung später noch etwas Treibstoff zu brauchen.  Ich versuche mein Tempo zu finden und suche dazu die Bäume ab. Dort muss schließlich irgendwo ein Kilometerschild hängen. Doch während anderswo Schilder in Vereinsfarben das Läuferauge beleidigen, setzt man in Kahl auf Täfelchen aus Holz, die sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Sie haben etwa Borkenkäfergröße und hängen mal rechts, mal links, vermutlich damit das Chi weiterhin ungehindert durch den Wald fließen kann. Das heißt, wo die ersten fünf Täfelchen hingen, kann ich nicht sagen, ich konnte sie einfach nicht finden.  </p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf Papier lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2005/06/Kahl05.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>So hetze ich ein wenig planlos vor mich hin, obwohl ich vor dem Start durchaus einen Plan hatte: unter 1:50 soll es bei diesem Halbmarathon werden. Ich sehe zwar keine Kilo- metermarkierungen, doch dafür sehe ich jetzt Alfred Ditzinger. Alfred ist Jahrgang 34 und läuft wie ein Uhrwerk. Er ist in der Lage, zwei Sonntage hintereinander bei einem 25-Kilometerlauf zu starten und auf die Minute in der gleichen sensationellen Zeit ins Ziel zu kommen. Er sieht gut aus, wie immer. Ich sehe Alfred und weiß: wenn ich sein Tempo laufe, bin ich zu schnell. Ich weiß es und überhole ihn trotzdem. Das Glück gehört denjenigen, die versuchen, es mit einem 71jährigen aufzunehmen.  Die Strecke ist ein Fest für robuste Sehnen und Bänder. Der besagte sandige Eiszeitboden hat sich durch den Regen erweicht und wirkt ein wenig wie eine langgezogene Sprunggrube für Weitspringer. Das heißt, er würde so wirken, wenn nicht die vielen Äste, Stöckchen und Tannenzapfen wären, die der Sturm den Bäumen entrissen hat. Man hoppelt, hüpft, kippelt, bremst und stapft und lässt dabei reichlich Kraft zwischen den Feng Shui-Kilometertäfelchen. Und trotzdem zieht es mich vorwärts, als gäbe es im Ziel nur noch vier Stück Streuselkuchen. Heute läuft’s.   </p>
<p>Am Ende packt die Strecke noch einmal ein Stückchen Schönheit aus, es geht an einem der Seen vorbei und nichts fehlt, außer etwas Zeit, sich das Ganze näher anzusehen.  Aber für einen Läufer auf Bestzeitenkurs ist eben nichts so schön, wie die Waden eines näherkommenden Vordermannes. Ich stampfe mit rudernden Armen über die geschorene Wiese und staune über die 1:46:35 auf meiner Uhr. Auch mein Trainingspartner – längst im Ziel – hat sich eine feine Zeit erlaufen. Schnell ziehen wir uns um, denn es ist ein wenig kühl. Für unsere Leistung überreicht uns der Verein der &#8220;Deutschen Jugendkraft Kahl&#8221; ein wahres Füllhorn an Geschenken. Zunächst einmal erlässt er uns dieses mal die musikalische Untermalung in Form einer bodenlosen Combo, in den Vorjahren auch &#8220;Country Frühschoppen&#8221; genannt. Das beschleunigt unsere Regeneration um ein Vielfaches. Aber das ist noch nicht alles. Auf dem Weg zum Auto tragen wir schwer (beide stolze 2. unserer Altersklasse) an einer bunten Urkunde und einem Doppelgebinde Shampoo der Sorte &#8220;Fruit Familiy energy &amp; vitality&#8221;. Das ist weit mehr, als wir uns von einem solch kühlen Tag erträumt hatten.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-576" title="Kahl-Urkunde" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Kahl-Urkunde.jpg" alt="Kahl-Urkunde" width="378" height="545" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.djk-kahl.de/"><em>www.djk-kahl.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Kahl?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
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<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
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