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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Neu-Isenburg</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Von Sponge Bob, spirituellen Werten und Hugenottenbembeln.</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Sep 2007 18:12:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer als Nichtl&#228;ufer Laufberichte liest, kommt oft ins Staunen. Ein vierw&#246;chiger Aufenthalt in einem tibetischen Kloster scheint nichts zu sein, gegen den spirituellen Wert eines langen Laufes. Warum laufe ich? Wohin laufe ich? Wer bin ich und wenn ja, wie viele? All diese Fragen werden philosophischen Betrachtungen unterworfen. Buchtitel wie „Der lange Lauf zu mir selbst“ sprechen B&#228;nde. Wie es scheint, ist der L&#228;ufer (...)]]></description>
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<h2>Der Hugenottenlauf in Neu-Isenburg (2007)</h2>
<p>Wer als Nichtl&#228;ufer Laufberichte liest, kommt oft ins Staunen. Ein vierw&#246;chiger Aufenthalt in einem tibetischen Kloster scheint nichts zu sein, gegen den spirituellen Wert eines langen Laufes. Warum laufe ich? Wohin laufe ich? Wer bin ich und wenn ja, wie viele? All diese Fragen werden philosophischen Betrachtungen unterworfen. Buchtitel wie „Der lange Lauf zu mir selbst“ sprechen B&#228;nde. Wie es scheint, ist der L&#228;ufer seiner nichtlaufenden Umwelt an Reflexions- f&#228;higkeit, Selbsterkenntnis und spiritueller Reife weit &#252;berlegen.</p>
<p>Doch das alles ist nur die halbe Wahrheit. Die andere H&#228;lfte ist Schweigen – und das ist f&#252;r gew&#246;hnlich auch besser so. Haben L&#228;ufer n&#228;mlich eine gewisse Geschwindigkeit &#252;berschritten, betreten sie ein Terrain, das jeder anspruchsvollen Hirnt&#228;tigkeit abtr&#228;glich ist. In diesem Zustand w&#252;rde „Sponge Bob“ als intellektuelle Herausforderung empfunden. Ich will versuchen, diesen Zustand zu dokumentieren &#8211; am Beispiel meines Hugenottenlaufs in Neu-Isenburg.</p>
<p>Der Halbmarathon dort startet um 9 Uhr. Wenn man nicht (wie wir vor ein paar Jahren) w&#228;hrend des Einlaufens irgendwo im Wald von einem Startschuss &#252;berrascht werden m&#246;chte, sollte man sich die Uhrzeit gut merken. Das Wetter: perfekt. Die Duschen: defekt. So steht es auf einem Schild in der pudelwarmen Umkleidekabine. Macht nichts. Hauptsache, die Toiletten sind es nicht. Am Stadion sind unz&#228;hlige davon, aber das wei&#223; kaum jemand und deshalb steht man hier in der Halle Schlange. Das geh&#246;rt eben zur Tradition.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-701" title="Neu-Isenburg-Stadion-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Neu-Isenburg-Stadion-1.jpg" alt="Neu-Isenburg-Stadion-1" width="480" height="360" /></p>
<p>Schlangen gibt es auch bei den Voranmeldungen, wohl dem der ein Nachmelder ist. Wohl uns. Wir laufen uns ein wenig in der weitl&#228;ufigen Sportanlage ein und begr&#252;&#223;en einen d&#246;senden Bembel auf der Wiese. Es handelt sich dabei um eine Art Bembeldenkmal mit halbgeschlossenen Augen. Vermutlich ein Hugenottenbembel. Auf jeden Fall gro&#223;artig.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-702" title="Isenburg-Bembel" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Isenburg-Bembel.jpg" alt="Isenburg-Bembel" width="480" height="360" /></p>
<p>Wir schieben uns zum Start. Obwohl wir fr&#252;h dran sind, ist das Gedr&#228;ngel gro&#223;. 1500 L&#228;ufer wollen auf die Strecke und etwa 1000 davon versuchen ihr Recht durchzusetzen, aus der ersten Reihe zu starten. Neben mir sind mein Trainingspartner und mein Bekannter. Beide motiviert bis in das verkapselte Ende ihrer Schn&#252;rsenkel. Ich nat&#252;rlich auch, schlie&#223;lich will ich meine zweitbeste Zeit laufen. Wenn zwischen der Bestzeit und der Zweitbestzeit eine L&#252;cke von fast drei Minuten klafft, k&#246;nnte man die doch einfach zulaufen. Das ist einfacher, als die Bestzeit zu knacken (was bei meinem Trainingszustand nicht realistisch ist), und es k&#246;nnte immer noch triumphal sein.</p>
<p>Start. Ich dr&#252;cke die Uhr ab und los. Meine G&#252;te, was ein Gerangel. Zum Gl&#252;ck kommt bald eine breite Stra&#223;e und das Feld kann sich etwas entzerren. Trotzdem: war da vorne schon immer so viel los? Zum sechsten Mal bin ich heute hier, irgendwie war es sonst ruhiger. (Noch merke ich nicht, dass mir schon jetzt das Gehirn erste Streiche spielt. Es war nie ruhiger – ich war sonst ruhiger). Es geht bergab. In Neu-Isenburg geht es immer bergab und nie bergauf. Trotzdem kommt man auf der gleichen H&#246;he wieder an. Ich nenne es „das Hugenottenwunder“.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf Papier lesen? Bittesch&#246;n: hier die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/09/Neu-Isenburg07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Nach etwa anderthalb Kilometern schaue ich auf die Uhr. Sie zeigt 16 Zehntel- Sekunden. Ich wusste zwar, dass ich schnell bin – aber so schnell? Aus irgendwelchen Gr&#252;nden hat die Uhr sich nicht ausgel&#246;st. Daf&#252;r bin ich jetzt aufgel&#246;st. Wie soll man Zweitbestzeit laufen, wenn man nicht wei&#223;, wo man steht, &#228;h l&#228;uft, na ja, Sie wissen schon. Ich dr&#252;cke nat&#252;rlich sofort noch einmal auf die Uhr und passiere nach 3 Minuten Kilometer 2. Donnerwetter. Noch immer kann man nicht frei laufen, ich &#252;berhole L&#228;ufer, die im 6-Minuten-Schnitt vor sich hin schlappen und offensichtlich erst einmal im 3-Minuten-Schnitt gestartet sind. Aber ich will ihnen nicht grollen, es gen&#252;gt mir v&#246;llig, meine Uhr zu beschimpfen. In meinem Kopf klingt es jetzt so:</p>
<p><em><strong>Die Uhr. Des gibt’s doch net. Ich hab doch gedr&#252;ckt. 3 Minuten. Was fang ich an mit 3 Minuten. Ich lauf doch keine drei Minuten auf 2 Kilometer. So’n Schei&#223;.</strong></em></p>
<p>Hier kann man sehr sch&#246;n erkennen, wie schon nach wenigen Kilometern knapp unter dem 5-Kilometer-Schnitt das sprachliche Niveau sinkt. Schon jetzt ist etwa die H&#246;he von RTL II erreicht. Und es wird nicht besser.</p>
<p><em><strong>Wald. Gut.</strong></em></p>
<p>Dem Frankenstein-Monster aus alten Filmen gleich, das einfache Begriffe lernt („Freund. Gut.“), bewerte ich meine Umwelt.</p>
<p><em><strong>Schotter. Fies. Falsche Schuhe. Bl&#246;d. Ich kippel. Mit den anderen Schuhen h&#228;tte ich nicht gekippelt. Voll fies. Die laufen nebeneinander. Voll fies. Ich komm rechts nicht vorbei. Bl&#246;d. Ich komm links auch nicht vorbei. Bl&#246;d. Ich spring jetzt am Rand vorbei. Voll gekippelt. Falsche Schuhe. Bl&#246;d.</strong></em></p>
<p>Ab Kilometer sieben (und hier hat sich das Feld endlich beruhigt) denke ich nur noch kurze Worte. Im Vordergrund steht die Selbstbeobachtung – allerdings ohne jede erkennbare transzendentale Motivation.</p>
<p><em><strong>Wasser. Kalt. Schlecht f&#252;r den Magen. Aua. Mist. Wasser schlecht. Nie wieder Wasser.</strong></em></p>
<p>Wie gern w&#252;rde ich meine gelaufenen Minuten nach 10 Kilometern wissen. Mich besch&#228;ftigen Fragen nach Zeit und Raum.</p>
<p><em><strong>41 Minuten. Plus anderthalb Kilometer. Vielleicht sieben. Oder sieben einhalb. Minuten. Plus 41. Gibt 47. &#196;h. 48 Kilometer. Nein Minuten. Auf 10 Kilometer. Mal zwei gibt &#8230; 50 mal zwei gibt 100 Minuten. Minus vier gibt. &#8230; Schotter. Ich kippel. Falsche Schuhe. Bl&#246;d.</strong></em></p>
<p>Irgendwo unterwegs habe ich meinen Bekannten getroffen und wieder verloren. Auch sonst achte ich auf andere. Soziales Miteinander befl&#252;gelt die hehren Gedanken.</p>
<p><em><strong>Der stinkt. Wie komm ich von dem weg? Lauf ich links. Ne, geht net. Lauf ich rechts. Gut. Stinkt immer noch. Stinkt weniger. Stinkt noch weniger. Stinkt nicht mehr. Den da vorn krieg ich jetzt auch noch.</strong></em></p>
<p>Inzwischen bin ich auf den letzten Kilometern angekommen. Das mit der Zweitbestzeit m&#252;sste zu machen sein. Ich st&#252;rze durch den Wald, genie&#223;e das Hugenottenwunder, grolle abwechselnd den Schuhen und der Uhr, aber beides geht nicht sehr tief. Eine Leichtigkeit erfasst mich, ich kann nicht mehr denken und gerade das ist ein Genuss. Wozu denken? Laufen gen&#252;gt. Laufen ist alles, was mir der Moment abverlangt und das ist eine &#252;berschaubare Anforderung. Ich laufe und alles andere ist nicht wichtig. Denke ich das? Ist mir das klar? H&#246;ren wir – so kurz vorm Ziel &#8211; doch noch mal rein, was so in mir vorgeht.</p>
<p><em><strong>Uff. Kurve. Gerade. Lautsprecher. Gleich da. Der &#252;berholt noch. Sausack. Gleich da. Gleich da. Gleich da. Gleich da. Gleich da. Stadion. Gleich da. Gleich da. Gleich da. 1:44 Brutto. Das reicht. Zweitbestzeit. Da!</strong></em></p>
<p>Das also war – an meinem Beispiel Neu-Isenburg – die meist verschwiegene Gedankenwelt von L&#228;ufern, wenn sie ganz pers&#246;nliche Geschwindigkeitsgrenzen &#252;berschreiten. Meiner Erfahrung nach normalisiert sich die Hirnt&#228;tigkeit erst etliche Minuten nach dem Zieleinlauf wieder. Sp&#228;testens beim Denken von l&#228;ngeren Begriffen wie „Weizenbier“ oder „Streuselkuchen“ ist der L&#228;ufer wieder ganz der Alte. Bereit f&#252;r den n&#228;chsten „langen Lauf zu sich selbst“.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-703" title="Isenburg-Kuchen1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Isenburg-Kuchen1.jpg" alt="Isenburg-Kuchen1" width="480" height="360" /></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Nachtrag:</span></p>
<p>1) Meine Zweitbestzeit liegt bei 1:43:30. Die Platzierung: 22. Frau von 381. 6. meiner Altersklasse von 60.</p>
<p>2) Mein Laufpartner und mein Bekannter konnten das Hugenottenwunder ebenfalls f&#252;r sich nutzen und sind mit ihrem Ergebnis zufrieden. Was sie unterwegs gedacht haben, wei&#223; ich nicht.</p>
<p>3) Der Streuselkuchen war aus Gr&#252;nden der Schlangenvermeidung ausnahmsweise von zuhause mitgebracht. Der Kaffee auch.</p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.hugenottenlauf.de/"><em>www.hugenottenlauf.d</em><em>e</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Neu-Isenburg?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Neu-Isenburg&amp;address=Sportpark%20Alicestra%DFe%20Neu-Isenburg&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255796239" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
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		<item>
		<title>Von verf&#246;nten Helfern, verwegenen Hasen und verdienten Fr&#252;chten.</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Sep 2005 18:30:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bestzeiten kommen nicht von ungef&#228;hr. Sie wachsen am Bestzeitenbaum. Die ersten h&#228;ngen tief und man kann sie mal eben so mitnehmen. F&#252;r die n&#228;chsten muss man sich schon ein wenig strecken und schlie&#223;lich h&#228;ngen sie so hoch, dass man ackern muss, um sie zu pfl&#252;cken. Meine Halbmarathonbestzeit ist l&#228;ngst reif. Ich kann sie auch sehen, aber bisher kam ich nicht richtig ran.   Heute habe ich mir eine Leiter mitgebracht. Meine Leiter ist ein Hase. (...)]]></description>
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<h2>Der Hugenottenlauf in Neu-Isenburg (2005)</h2>
<p>Bestzeiten kommen nicht von ungef&#228;hr. Sie wachsen am Bestzeitenbaum. Die ersten h&#228;ngen tief und man kann sie mal eben so mitnehmen. F&#252;r die n&#228;chsten muss man sich schon ein wenig strecken und schlie&#223;lich h&#228;ngen sie so hoch, dass man ackern muss, um sie zu pfl&#252;cken. Meine Halbmarathon- bestzeit ist l&#228;ngst reif. Ich kann sie auch sehen, aber bisher kam ich nicht richtig ran.  Heute habe ich mir eine Leiter mitgebracht. Meine Leiter ist ein Hase. Vor zwei Wochen war der schon einmal vor mir hergehoppelt, aber aus der Bestzeit sollte irgendwie nichts werden.   </p>
<p>Ich bin zwar nicht Hilde Knef, die vor jedem Sockenkauf ihren Astrologen befragte, aber ich wei&#223; trotzdem, dass die Sterne g&#252;nstig stehen. Das tun sie am Tag des Hugenottenlaufs in Neu-Isenburg immer. Die Strecke ist flach, der Weg beschaulich und mit Sommerhitze ist Mitte September kaum mehr zu rechnen. Als wir in Neu-Isenburg einlaufen, sind es etwa 10 Grad. Die Helfer, die im Freien schon mal den Grill anwerfen, f&#246;nen sich gegenseitig mit einem Haartrockner warm. Die Umkleide- kabinen sind geheizt – ein sicheres Zeichen daf&#252;r, dass die Saison sich dem Ende neigt. Wenn es heute nicht klappt, werde ich ein Jahr warten m&#252;ssen, um einen neuen Versuch zu starten.  Der Hase hoppelt sich warm und ich schlurpse hinterdrein.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Lieber auf der Couch lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Neu-Isenburg05.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Wie nennt man eigentlich denjenigen, der dem Hasen hin- terherl&#228;uft? Aufgrund meiner Beinl&#228;nge und Haarfarbe f&#252;hle ich mich ein bisschen wie der Rauhhaardackel des Ober- f&#246;rsters, der Witterung aufnimmt. Kein sehr heroisches Bild, zugegeben. Aber wie sagt schon eine alte Oberf&#246;rsterregel: untersch&#228;tze nie einen Rauhhaar- dackel.  Am Start herrscht reges Gedr&#228;nge. &#220;ber tausend Menschen tummeln sich auf der Stra&#223;e stadtausw&#228;rts. Ein haarloser Mensch schiebt seine Begleiterin weiter nach vorn. &#8220;Da kann doch gar nichts passieren, Du l&#228;ufst einfach dein Tempo, P&#252;ppi.&#8221; P&#252;ppi will zwar ihr Tempo laufen, aber nicht so weit vorn. Ihrem Coach ist das herzlich egal. Mir nicht, denn als der Startschuss f&#228;llt, muss ich erst einmal an P&#252;ppi und ihren Freunden vorbei. Aber Neu-Isenburg ist wunderbar, gleich zu Anfang ist die Strecke so breit, dass nicht nur P&#252;ppi, sondern auch ich mein Tempo laufen kann.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-713" title="hugenottenlauf-strecke" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/hugenottenlauf-strecke.jpg" alt="hugenottenlauf-strecke" width="515" height="365" /></p>
<p>Die Marschtabelle lautet: erster Zehner in 50 Minuten, danach wie’s beliebt. Jawohl! Sagt der Hase und l&#228;uft kurzerhand den ersten Kilometer in 4:35. Ich erschrecke, aber nicht so sehr, wie ich vielleicht erschrecken sollte. Vielleicht aber auch nicht. Ach, was soll das Ganze. Da ist eine Strecke, dort ein Hase, hier ein Dackel und Dackel stellen ihr Tun nicht in Frage. Es ist immer etwas los auf der Strecke, man hat zu schauen und zu tun, aber gr&#246;&#223;eres Gedr&#228;nge bleibt zum Gl&#252;ck auch im Wald aus. Wir schie&#223;en die Schneisen entlang, als g&#228;be es etwas zu gewinnen. Bei Kilometer 10 zeigt die Uhr 48:25. Vollkommen dackeluntypisch rufe ich dem Hasen ein herzhaftes &#8220;Ach, du Schei&#223;e&#8221; zu. In die Sorge dar&#252;ber, dass es hart wird, mischt sich Fr&#246;hlichkeit &#252;ber die locker gelaufene gute Zeit. Die Getr&#228;nkest&#228;nde lasse ich heute aus – das angebotene Wasser hat etwa die Temperatur des Baikalsee.   </p>
<p>Am Wegrand steht ein Schild, das zum Langener Waldsee f&#252;hrt. Ich w&#252;rde gern mit dem Hasen plaudern. Wei&#223;t Du noch, w&#252;rde ich gerne sagen, wie wir uns einmal verlaufen haben, als wir zum Waldsee wollten? Stattdessen sage ich &#8220;Pfffffff&#8221;. Mehr geht nicht. Wir sind auch schon 15 Kilometer unterwegs und haben inzwischen P&#252;ppis Liebhaber passiert. W&#228;re ich tats&#228;chlich ein Dackel, h&#228;tte ich l&#228;ngst unvermittelt mitten auf dem Weg Platz genommen und w&#228;re nur durch verschwende- rischen Einsatz von Hundekeksen zum Weiterlaufen zu bewegen gewesen. &#220;ber die restlichen Kilometer lege ich trotzdem lieber das Funktionsshirt des Schweigens. Nur eins: ich wei&#223; jetzt, warum Paula mit dem Kopf rollt. Ich war kurz davor, mit jeder einzelnen Rippe zu rollen, um mich vorw&#228;rts zu schieben.   </p>
<p>Als wir im Stadtion einlaufen, schmunzelt der Hase neben mir her. Er wei&#223; um den Lohn f&#252;r seine M&#252;hen: bei einer Stunde, zweiundvierzig Minuten und f&#252;nf Sekunden stoppe ich im Ziel meine Uhr. Das ist beinahe drei Minuten schneller, als ich jemals gelaufen bin.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-716 aligncenter" title="Volkslauf-Neu-Isenburg" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Volkslauf-Neu-Isenburg2.jpg" alt="Volkslauf-Neu-Isenburg" width="288" height="387" /></p>
<p>Wenig sp&#228;ter sitze ich in einer Halle und nasche etwas Kirschstreusel. Er schmeckt wie frisch vom Bestzeitenbaum.</p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: <a href="http://www.hugenottenlauf.de/">www.hugenottenlauf.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Neu-Isenburg?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Neu-Isenburg&amp;address=Sportpark%20Alicestra%DFe%20Neu-Isenburg&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255796239" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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