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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Nidderau</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Von Sonnenattrappen, Spinnebeinen und halben Tassen.</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 14:51:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die meisten Volksl&#228;ufe in Deutschland gibt es im S&#252;den Hessens. Das stand so vor ein paar Jahren zumindest bei Spiegel online. W&#228;hrend in anderen Gegenden der Republik also gelegentlich Volkslaufosteoporose herrscht, eine L&#246;chrigkeit im Jahreskalender, ist die Volkslaufdichte in meiner Heimat beeindruckend. Die Kehrseite der Auswahl ist die Entscheidungsnot. (...)]]></description>
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<h4>Der Halbmarathon in Nidderau-Eichen. (2010)</h4>
<p>Die meisten Volksl&#228;ufe in Deutschland gibt es im S&#252;den Hessens. Das stand so vor ein paar Jahren zumindest bei Spiegel online. W&#228;hrend in anderen Gegenden der Republik also gelegentlich Volkslaufosteoporose herrscht, eine L&#246;chrigkeit im Jahreskalender, ist die Volkslaufdichte in meiner Heimat beeindruckend. Die Kehrseite der Auswahl ist die Entscheidungsnot. An diesem Wochenende k&#246;nnte ich Samstags in Nidderau-Eichen einen Halbmarathon laufen und Sonntags den 25km Mainuferlauf in Seligenstadt oder den Feldberglauf. Alle drei sind tolle L&#228;ufe. Samstags UND Sonntags einen zu laufen ist mir unm&#246;glich. F&#252;r ein heiteres Auslaufen sind weder der 25er noch der Berglauf geeignet. Mein Trainingspartner und ich w&#228;hlen Nidderau. Der Halbmarathon ist lang genug, um sich auszupowern und dabei angenehm genug, um Spa&#223; zu haben. Von allen drei L&#228;ufen ist er der kleinste und abgelegenste. Ein Schnuckelchen.</p>
<p>Nidderau-Eichen leistet einen wackeren Beitrag zur Volkslaufdichte der Region, hier finden n&#228;mlich gleich zwei Volksl&#228;ufe im Jahr statt. Den einen veranstaltet die Freiwillige Feuerwehr, den anderen ein Sportverein, der TV Windecken. Der Wald in Nidderau ist gro&#223; und sch&#246;n genug, um zwei unterschiedliche, attraktive Strecken zu zimmern. Auf „profilierter Strecke“. Wo die Strecke schon profiliert ist, kann man sich als L&#228;ufer nicht mehr profilieren und das beruhigt. Man kann es langsam angehen lassen. Es ist Samstag Nachmittag und irgendwer hat eine Sonnenattrappe eingeschaltet. Es sieht aus wie Sonne, w&#228;rmt aber nicht. Nidderau war bereits mehrere Jahre der sonnenreichste Ort Hessens. Bestimmt wegen der Attrappe. Nerv&#246;s h&#252;pfen die L&#228;ufer am Sportlerheim auf und ab und wissen nicht, was sie anziehen sollen. Das Auge sagt „kurz“, das Gef&#252;hl sagt „brrrrr“. Die Startnummer in Nidderau kommt ohne Sponsorenaufdruck aus und hat deshalb ausnahmesweise einmal nicht das Format eines Kuchenblechs. Die w&#228;rmt also schon mal nicht.</p>
<p style="text-align: center;"><a style="text-decoration: none;" href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Anmeldung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2272" title="Nidderau Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Anmeldung.jpg" alt="Nidderau Anmeldung" width="512" height="384" /></a></p>
<p>In der Umkleidekabine liegen Sportschuhe im Papierkorb und ich bilde mir ein, sie dort schon einmal gesehen zu haben. Vielleicht ist es eine Dauerinstallation.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Papierkorb.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2268" title="Nidderau Papierkorb" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Papierkorb.jpg" alt="Nidderau Papierkorb" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Eines Tages werde ich vielleicht einmal eine Umkleidekabinen-Fotoserie machen. Umkleiden bei Volksl&#228;ufen bilden ein wahres Kuriosit&#228;tenkabinet. Sie sind kalt und muffig, fensterlos und eng. Sie haben mit Gl&#252;ck eine einzige Steckdose und halbblinde Spiegel, in denen man aussieht wie Gem&#228;lde von Picasso. Aus ihren Duschen tr&#246;pfelt ein arktisches Rinnsal, Toiletten sind selten vorhanden und wenn, dann ist es eine Kabine, deren T&#252;r nicht mehr richtig schlie&#223;t und deren Sp&#252;lkasten auf Druck die Wassermenge vom Volumen eines Cognacschwenkers freigibt. Davor stehen 47 Frauen. So ist das beinahe immer.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Spinne.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2273" title="Nidderau Spinne" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Spinne.jpg" alt="Nidderau Spinne" width="448" height="336" /></a></p>
<p>Ich werfe meine Tasche in die Ecke und starre neidisch auf die Beine einer Spinne, die hier wohnt. Die hat’s gut. Kann schnell rennen und hat nie Muskelkater. Und muss sich nicht mit solchen Albernheiten herumschlagen wie ¾-Hosen. Ich probiere heute das erste Mal eine zum Laufen aus, sonst ziehe ich sie nur zum Rudern an. Eigentlich finde ich die Dinger doof, aber noch doofer w&#228;re es, immer noch lange Hosen tragen zu m&#252;ssen. Die kann ich einfach nicht mehr sehen.</p>
<p>Wir laufen uns ein und wie immer bei Nachmittagsl&#228;ufen bin ich ganz durcheinander. Vorm Lauf zu essen lie&#223; sich hier nicht vermeiden und ich hoffe, dass der zeitliche Abstand ausreicht. Mein Magen l&#228;uft lieber leer. &#220;berall im Wald sind S&#228;gesp&#228;ne aufgestreut, die auf die Strecke hindeuten, auch der Start ist einfach aufgestreuselt. Kein Transparent, keine Zeitnahme deutet daraufhin, dass hier gleich Gro&#223;es stattfindet. Das liegt daran, dass das Ziel an einer anderen Stelle ist, als der Start. Aha! Erst starten die 5km L&#228;ufer, aber da wir mal wieder nicht richtig aufgepasst haben, halten wir sie f&#252;r 10er. Danach kommen wir. Der Halbmarathon hei&#223;t „Ralf Pagels Ged&#228;chtnislauf“. Ich wei&#223; leider nicht, wer Ralf Pagels war. Bei Google findet sich in erster Linie ein Wasserbettenverk&#228;ufer &#228;hnlichen Namens, der wird es wohl nicht sein.</p>
<p>Das Feld des Halbmarathons ist klein, etwa 150 L&#228;ufer machen sich auf den Weg. Es dauert nicht lang, da geht es auch schon bergauf. Da ist es schon, das Profilierte am Streckenprofil. Ich bin hier l&#228;nger nicht mehr gelaufen, deshalb habe ich das Profil nicht im Kopf. Ich versuche einfach vorsichtig zu laufen. Es geht mir gut und die Sonnenattrappe ist gut f&#252;r’s Gem&#252;t. Der Wald riecht phantastisch. &#220;berall ist frisches Holz geschlagen. Und &#252;berall liegen Pfeile aus S&#228;gesp&#228;nen. Verlaufen unm&#246;glich. Ein M&#228;dchen mit einer roten Jacke &#252;berholt mich und setzt sich vor mich. Sie drosselt ihr Tempo und ich sitze ihr fast in den Hacken. Volkslaufen ist manchmal ein bisschen wie auf der Autobahn. Es gibt immer diese Dussel, die sich nicht vorstellen k&#246;nnen, was hinter ihnen passiert. Ich laufe neben die rote Jacke, damit ich sie nicht am Ende noch trete. „Der Berg ist vorbei, jetzt angreifen!“ ruft der Streckenposten und ich vermute, er tut es, um sich ein bisschen zu belustigen. Weder ist der Berg wirklich vorbei, noch mag ich bei km4 angreifen. Wen auch? Ich habe doch noch gar keinen &#220;berblick. Mich &#252;berholt ein sehr schwerer, gro&#223;er Mann, der nach Leberwust riecht. Keine Ahnung, wie er das hinbekommt. Es ist eindeutig Leberwurst. Grobe Pf&#228;lzer. Ich lasse ihn besser mal davonziehen. Mein Magen reagiert ohnehin schon etwas verbl&#252;fft darauf, dass er mit Inhalt laufen soll. Obwohl meine Mahlzeit &#252;ber 3 Stunden zur&#252;ckliegt, kneift es mal hier und mal dort. Schon bald gibt es etwas zu trinken und heute greife ich gern zu. Vielleicht hat mich die virtuelle Leberwurst durstig gemacht. Ich sch&#252;ttle die rote Jacke ab und schiebe mich weiter bergauf.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; ">Lieber auf dem Sofa lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-2010.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF.</a></div></div></em></p>
<p>&#220;berall zwitschert es und winzigkleine hellgr&#252;ne Bl&#228;ttchen tun so, als w&#228;ren sie schon erwachsen. Es ist sowas von Fr&#252;hling. Der Weg im Wald ist f&#252;r mich v&#246;llig undurchsichtig. Die Schneisen verlaufen nicht gerade sondern schief und krumm und sie haben attraktive, langgezogene Kurven. Es ist immer wieder toll, auf einer fremden Strecke zu laufen, sich aber um nichts k&#252;mmern zu m&#252;ssen. Eine Zeitlang laufen vor mir drei Triathleten, die sich &#252;ber Trainingslager, Laservermessung und alles m&#246;gliche unterhalten, bergauf, als w&#228;re es nichts. So etwas verbl&#252;fft mich immer wieder. Aber dann zieht sich das Feld weit auseinander, auch die drei H&#246;rb&#252;cher auf Beinen verschwinden aus dem Blickfeld. Mein einziger Fixpunkt ist ein gr&#252;nes T-Shirt, das Frau und Kinder an der Strecke berg&#252;&#223;t.  Nach einem kleinen Asphaltst&#252;ck geht es einen verwunschenen Waldpfad entlang. Mal wieder bergauf. Bergabpassagen gibt es nat&#252;rlich auch, aber sie sind nie lange und besonders erholsam. „Das sieht sehr gut aus“ sagt ein Streckenposten und ich finde es sch&#246;n, selbst wenn es gelogen ist. Von Zeit zu Zeit kommen mir 10 km L&#228;ufer entgegen, was ich nicht verstehe, weil ich ja denke, dass sie vor mir gestartet sind. Rolf Gerhard Klos ist wieder dabei, der in der M80 startet. Ich hoffe, dem ruft man auch zu, dass er gut aussieht. Das w&#228;re n&#228;mlich gar nicht gelogen. Herr Klos sieht gro&#223;artig aus.</p>
<p>Langsam wird es Zeit, sich &#252;ber eine m&#246;gliche Zielzeit Gedanken zu machen. Unter 2 Stunden, das w&#228;re schon sch&#246;n. Aber das ist derzeit schon die Zielzeit f&#252;r einen flachen Halbmarathon. Wie soll das bei diesen Steigungen gehen? Die 10 km habe ich nach knapp 57 Minuten passiert. Und ich wei&#223; nicht, was noch kommt. Wie viele Steigungen lauern noch vor dem Ziel? Ein paar der Menschen, die mich vorhin &#252;berholt haben, habe ich inzwischen schon wieder eingesammelt. Auch an der Leberwurst bin ich vorbeigezogen. Jetzt arbeite ich an dem gr&#252;nen T-Shirt. Aber erst nochmal trinken. Boah, tut das gut. Weiter geht’s. Zack, das gr&#252;ne T-Shirt ist kassiert. Das war ja einfach. Die n&#228;chsten km verbringe ich mit laufen und rechnen. Ich muss unter die letzten drei Kilometer unter 5:30 bleiben, dann kann es gelingen. Das versuche ich. Man muss es immer wenigstens versuchen. Bei km 19 scheint es aussichtslos. Das schaffe ich niemals. Jetzt beutelt mich die Moral. Es tut schon m&#228;chtig weh und ein wippender Pferdeschwanz zieht an mir vorbei. Unm&#246;glich, dranzubleiben. Ich schaffs nicht. Wenn ich’s eh nicht schaffe, warum qu&#228;le ich mich dann noch? Ich k&#246;nnte jetzt ganz gem&#252;tlich ins Ziel traben. Ich schaff es eh nicht. „Noch 700 Meter“ ruft der Streckenposten und ich schaue wieder auf die Uhr. Oh Mann, ist das schrecklich knapp. Vielleicht geht es doch. Meine Lunge macht schon komische Ger&#228;usche. Ich &#246;ffne den Mund ganz weit, bilde mir ein, es w&#252;rde helfen. Von weitem sehe ich die Zeitnahme. Wieder der Blick auf die Uhr. Noch ist es m&#246;glich. Versuch’s. Mach einen Spurt. Ich gebe Gas und rausche ins Ziel. Die Uhr sagt: 1:59:54. H&#228;tt ich mich ja gar nicht so hetzen m&#252;ssen. Ich h&#228;tt ja noch 5 Sekunden Zeit gehabt.</p>
<p>Ich bin v&#246;llig im Eimer. Sofort wird es eiskalt und wir sehen zu, dass wir schnell ins Warme kommen. Ich schleppe mich zu meiner Spinne und erz&#228;hle ihr von meinen Abenteuern. Sie nickt anerkennend und verweist mich darauf, dass die Duschen heute hei&#223; sind.</p>
<p>Zum Kuchenbuffet muss man sich anstellen. Eine der Kaffeemaschinen hat sich verabschiedet und so wird der Kaffee streng rationiert. Jeder kriegt nur eine halbe Tasse.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2274" title="Nidderau Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Kuchen.jpg" alt="Nidderau Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Wir m&#252;mmeln unseren Kuchen, w&#228;hrend es immer k&#228;lter wird. Nicht etwa nur Windjacken-kalt, sondern Rote-Nasen-kalt. Wir bibbern der Siegerehrung entgegen, denn mein Trainingspartner ist zweiter seiner AK geworden.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Siegerehrung.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2275" title="Nidderau Siegerehrung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Siegerehrung.jpg" alt="Nidderau Siegerehrung" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Daf&#252;r bekommt er eine Urkunde, ein Ladeger&#228;t und Batterien. Mit denen man alles machen kann, au&#223;er sie in das Ladeger&#228;t zu stecken. Sie sind nicht wieder aufladbar. Vielleicht mache ich irgendwann auch einmal eine Serie &#252;ber die sch&#246;nsten Volkslauf-Geschenke.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s auf der </em><a href="http://www.tv-windecken.de/abteilungen/leichtathletik.html" target="_blank"><em>Website des TV Windecken</em></a><em>.</em></div>

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		<title>Evita und die t&#228;towierte Wade.</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 15:16:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nein, ich erkl&#228;re jetzt nicht, wo Nidderau-Eichen liegt. Wozu gibt es Google Maps? Vielleicht nur so viel: es liegt gleich bei Windecken und Erbstadt. Gell, jetzt d&#228;mmert’s. Auf jeden Fall ist es sch&#246;n dort. Zumindest im Wald, den Rest kenne ich nicht so gut. Den Wald kenne ich umso besser, ich bin dort bei einem Lauf n&#228;mlich schon mal Letzte geworden. Aber das ist eine andere Geschichte. (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Nidderau-Eichen (2009)</h2>
<p>Nein, ich erkl&#228;re jetzt nicht, wo Nidderau-Eichen liegt. Wozu gibt es Google Maps? Vielleicht nur so viel: es liegt gleich bei Windecken und Erbstadt. Gell, jetzt d&#228;mmert’s. Auf jeden Fall ist es sch&#246;n dort. Zumindest im Wald, den Rest kenne ich nicht so gut. Den Wald kenne ich umso besser, ich bin dort bei einem Lauf n&#228;mlich schon mal Letzte geworden. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>
<p>Heute will ich nicht Letzte werden. Sonst will ich eigentlich nichts. Nur laufen. Wir melden uns an. Neben der Kasse steht ein frisches Sch&#228;lchen mit Pommes. Ein ungewohnter Anblick um 8:20 Uhr am Sonntag morgen. Nidderau r&#252;stet sich eben f&#252;r alles und dazu geh&#246;rt auch die kulinarische Rundumverpflegung nach dem Lauf.  Wir st&#252;rmen die Umkleiden. Normalerweise ist das der Moment, an dem man uns in Nidderau mit „Best of Volkslauf“-Musik einstimmt. Ich spitze die Ohren und warte auf Bonnie Tyler oder doch wenigstens die Spider Murphy Gang. Nichts. Doch dann wird eine CD eingelegt. „M&#228;&#228;mry!  Ohl &#228;lon in the Muunleit &#8230;“ Oh weh. Cats. Musical am Sonntag morgen. Sind denn so viele Homosexuelle hier? Schl&#228;frigkeit erfasst mich. Langsam ziehe ich mich um.</p>
<p>Zum Gl&#252;ck ergreift der Moderator bald das Mikro. Das ist viel erbaulicher. Er hofft, dass alle bei dem sch&#246;nen Wetter nach dem Lauf noch bleiben und „etwas verkonsumieren“.  Wenn es nicht gerade die Pommes sein m&#252;ssen, kommen wir der Aufforderung sicher gerne nach. Wozu macht man denn Volksl&#228;ufe, wenn nicht, um hinterher etwas zu verkonsumieren? In meinem Fall w&#252;rde es sich bestimmt lohnen, mir ein T-Shirt mit der Aufschrift „I love verkonsumieren“ drucken zu lassen.  </p>
<p><img class="size-full wp-image-727 alignright" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 9px; margin-right: 9px;" title="Nidderau-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Kuchen.jpg" alt="Nidderau-Kuchen" width="269" height="359" /></p>
<p>Mein Trainingspartner ist jetzt auch fertig- gewurschtelt und wir k&#246;nnen uns einlaufen. Doch pl&#246;tzlich steht eine Dame vor uns, um uns zu fragen, ob wir unsere Startnummern von zuhause mitgebracht h&#228;tten. Ich bringe viel von zuhause mit. Kugelschreiber, Vaseline, Getr&#228;nke, in H&#228;rtef&#228;llen auch Kaffee und Kuchen. Aber Startnummern? Nein. Hintergrund der Frage ist, dass die Dame mit zwei Startnummern wedelt. Unseren Startnummern. Obwohl wir sie doch schon am Bauch tragen. Offensichtlich sind die Nummern doppelt vergeben worden. Wir sind ratlos und wollen auch andere Menschen mit diesem Zustand verraut machen. Es gelingt: hinter der Kasse, dort wo die Pommes bl&#252;h’n, hat man keine Erkl&#228;rung f&#252;r die Doppelvergabe. Ein Fehldruck. Eine kurze Amnesie der Druckmaschine. Etwas in der Art. Weil die Dame im Gegensatz zu uns noch nicht umgezogen ist, tauschen wir freiwillig unsere Startnummern um.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-729" title="Nidderau-Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Anmeldung.jpg" alt="Nidderau-Anmeldung" width="480" height="360" /></p>
<p>Dann, endlich, k&#246;nnen wir uns einlaufen. Auf dem Weg Richtung Feld liegt eine tote Maus. Hier liegt immer ein totes Tier, das geh&#246;rt zur Tradition. Jetzt kann also nichts mehr schiefgehen. Als wir zur&#252;ckkehren, singt jemand, dass Argentinien nicht um sie weinen soll. Sie gibt sich M&#252;he, dass man sie auch wirklich bis Argentinien h&#246;ren kann, obwohl das ja noch hinter Windecken liegt. Evita beim Volkslauf passt ungef&#228;hr so gut wie die Johannes-Passion zum Kindergeburtstag. Aber hessische L&#228;ufer am Sonntag morgen sind entspannter als jede Yoga Gruppe. Welche Musik ihre „Ei Guude!“-Rufe untermalt, ist da herzlich egal.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-730" title="Nidderau-Haarstudio" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Haarstudio.jpg" alt="Nidderau-Haarstudio" width="443" height="332" /></p>
<p>Wir starten mit einer kleinen Versp&#228;tung, weil wir erst einen Zug abwarten. In Eichen ist man da umsichtig. Nichts soll die pers&#246;nlichen Bestzeiten behindern. Die lassen sich freilich nur an den Vorjahren bemessen. Die h&#252;gelige Strecke taugt f&#252;r keine besonderen Rekorde. Auf der Stra&#223;e des Starts lehnen sich etwa 200 L&#228;ufer an Fachwerkh&#228;user und dehnen ihre Waden. Um ihre Heimstatt besorgte Einwohner schauen ihnen dabei aus dem Fenster zu. Der Moderator tr&#228;gt sein Megaphon wie eine kostbare Handtasche und gibt den Startschuss. Es geht wenige hundert Meter durch den Ort, dann eine gro&#223;e Stra&#223;e entlang. Der Laufweg ist hier mit L&#252;becker H&#252;tchen abgesperrt. Vor mir l&#228;uft ein Paar, als er pl&#246;tzlich an einem Pylon strauchelt. Es sieht aus, als ob er sich f&#228;ngt, doch dann legt er einen filmreifen Sturz hin. Seine Begleiterin kommentiert das Fallen mit einem spitzen Schrei. Es war eine Unkonzentriertheit, ein unn&#246;tiger Sturz (falls es n&#246;tige geben sollte). Die L&#252;becker H&#252;tchen stehen in Reih und Glied, der Veranstalter hat nichts falsch gemacht. (Ich erw&#228;hne an dieser Stelle den Begriff „L&#252;becker H&#252;tchen“ &#252;brigens so oft, weil ich festgestellt habe, dass etliche Besucher meiner Seite &#252;ber diesen Suchbegriff bei Google kommen. Vielleicht komme ich so unter die Top Ten der Suchergebnisse und alle Stra&#223;enbauer werden dann zu L&#228;ufern.) Der kleine Stunt des L&#228;ufers hat mich hellwach gemacht. St&#252;rze braucht kein Mensch.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf der Couch lesen? Hier gibt&#8217;s die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/08/Nidderau-09.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Schon bald sind wir im Wald. Die Strecke ist wundersch&#246;n, &#252;berwiegend schattig, abwechslungs- reich – und ein einziges Auf und Ab. Bis zum Schluss. Nie hat man das Schlamassel hinter sich, die n&#228;chste Steigung kommt bestimmt. Trotz des anspruchsvollen Profils wird im Feld noch viel geplaudert. Urlaubserlebnisse. Vor mir l&#228;uft ein L&#228;ufer (was sonst) mit einer t&#228;towierten Wade. Er ist nicht &#252;berm&#228;&#223;ig schnell und ich habe ihn bald &#252;berholt. Auf der gesamten Strecke h&#228;ngen Vogelh&#228;uschen mit Hausnummern. Vermutlich wegen der Post. Schon nach vier Kilometern gibt es etwas zu Trinken und Schw&#228;mme. Vorbildlich. Die Sonne blinzelt durch das Bl&#228;tterdach, das Feld hat sich schnell weit auseinandergezogen und es ist ungeheuer friedlich. Vor mir: ein L&#228;ufer (was sonst) mit einer t&#228;towierten Wade. Moment mal. Das hatten wir doch schon mal. Wo kommt der denn jetzt her? Und war es nicht eben die andere Wade? Ah! Kein Wunder. Ist ja auch ein anderer L&#228;ufer. Man hat das jetzt mit den Waden. Auch sonst sind sich die beiden &#228;hnlich: blaues T-Shirt, dunkle Haare. Na gut. &#220;berhole ich diesen eben auch. Das geht nicht ganz so leicht, aber dann doch. Jetzt bin ich beinahe allein. Weit vorne t&#252;pfelt etwas Rotes im Gr&#252;n herum. Was hinten t&#252;pfelt, sehe ich ja nicht. Nach 10 km zeigt meine Uhr 55:55. Das ist vollkommen in Ordnung. Mehr muss bei dieser Strecke heute nicht sein. Ich schwitze wie ein Hirsch. Man k&#246;nnte meinen, es w&#228;re August.</p>
<p>Ich wage mir nicht vorzustellen, wie Martina jetzt unter ihrer Per&#252;cke schwitzt. Martina ist eine transsexuelle L&#228;uferin, die noch etliche m&#228;nnliche Attribute besitzt, f&#252;r immer besitzen wird. Zum Beispiel ihr Lungenvolumen und ihre Sauerstoffaufnahmekapazit&#228;t. Veranstalter wissen deshalb oft nicht, ob das „W“-Kreuzchen auf dem Anmeldezettel wirklich gerechtfertigt ist. Ein Dilemma. Das IOC l&#228;sst seit 2004 transsexuelle Sportler zu. Im DLV scheint es noch Kl&#228;rungsbedarf zu geben.  Einstweilen bin ich froh, „dass ich ein M&#228;h&#228;h&#228;h&#228;dchen bin.“ Mit schlechten VO2max Werten, unpraktischen Muskelfasern und ganz unbrauchbaren Testosteronmengen. Das macht zwar langsam, aber man kann sich den Reifen wechseln lassen, ohne dass man als Memme gilt.</p>
<p>Pl&#246;tzlich schnauft es hinter mir. Das ist die t&#228;towierte Wade, ich bin ganz sicher. Na gut. Dann lauf halt vorbei. Aber nix da. Die Wade ist eine Klette. Sie bleibt hinter mir. Bergauf, bergab. Schnauft, hustet, schnieft. Ohne Wade w&#228;re der Wald irgendwie idyllischer. Aber k&#252;nstlich langsam machen mag ich jetzt auch nicht. Eine Getr&#228;nkestation kl&#228;rt die Situation. Ich gehe ein paar Schritte und g&#246;nne mir die winzige Ruheinsel eines Wasserbechers. Jetzt zieht die Wade an mir vorbei. Es ist die linke. Der L&#228;ufer, den ich zuerst gesehen hatte. Heute wollen mich irgendwie alle verwirren. Und wo ist der andere? Der war doch schneller. Ich sag’s ja. T&#228;towierten Waden kann man nicht trauen. Fortan habe ich sie wieder vor mir. In einigem Abstand, aber der wird nicht gr&#246;&#223;er. Lieber eine Karotte als eine Klette: ich bleibe dran. Bis zum Schluss. Das ist anstrengend. Als ich mit 1:56:56 ins Ziel komme (schon wieder so eine h&#252;bsche Zahl), m&#246;chte ich mich am Liebsten auf der Stelle zu der toten Maus legen. Doch dann sticht mich eine Bremse, f&#252;r die der Zielbereich so etwas wie ein Feinschmeckerrestaurant zu sein scheint, und ich bin wieder munter.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-731" title="Nidderau-Konsum" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Konsum.jpg" alt="Nidderau-Konsum" width="250" height="187" /> <img class="alignnone size-full wp-image-732" title="Nidderau-Zelt" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Zelt.jpg" alt="Nidderau-Zelt" width="254" height="186" /></p>
<p>Beim obligatorischen Verkonsumieren von Backwaren wird Evita durch die Siegerehrung ersetzt und ich bin froh. &#220;ber Eichen, die Strecke, meine langsam wiederkehrende Form, die Sonne und das Sein. Und mein Trainingspartner hei&#223;t seit heute Ewald. Fluch der umgetauschten, aber nicht richtig registrierten Startnummer.</p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter unter <a href="http://www.ff-eichen.de/">www.ff-eichen.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Nidderau-Eichen?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Nidderau-Eichen&amp;address=Nidderau-Eichen&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255631651" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<title>Vom Leben und Laufen am Ende des Feldes.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/halbmarathon-nidderau-07/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Aug 2007 15:53:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Nidderau07]]></category>
		<category><![CDATA[Halbmarathon]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Nidderau-Eichen zu finden ist ganz einfach: man f&#228;hrt Richtung Nidderau, wird an einer Abzweigung umgeleitet, verliert den Weg, f&#228;hrt durch niegekannte Ortschaften, fragt an einer Tankstelle, von wo aus einen jemand zu einer weiteren Tankstelle leitet, an der man seine Orientierung wiederfindet. Ab da ist sowieso alles ganz problemlos.



Ich trete heute an zu einem leicht h&#252;geligen Halbmarathon im Wald. Die Strecke ist mir gut bekannt und es k&#246;nnte (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Nidderau-Eichen (2007)</h2>
<p>Nidderau-Eichen zu finden ist ganz einfach: man f&#228;hrt Richtung Nidderau, wird an einer Abzweigung umgeleitet, verliert den Weg, f&#228;hrt durch niegekannte Ortschaften, fragt an einer Tankstelle, von wo aus einen jemand zu einer weiteren Tankstelle leitet, an der man seine Orientierung wiederfindet. Ab da ist sowieso alles ganz problemlos.</p>
<p><img class="size-full wp-image-752 alignright" title="wappen_klein" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/wappen_klein.jpg" alt="wappen_klein" width="120" height="116" /></p>
<p>Ich trete heute an zu einem leicht h&#252;geligen Halbmarathon im Wald. Die Strecke ist mir gut bekannt und es k&#246;nnte fast ein wenig langweilig werden, wenn ich heute nicht eine besondere Aufgabe h&#228;tte: ich bin Hase. Oder nobler ausgedr&#252;ckt: Brems- und Zugl&#228;uferin. Der mich zum Bremsen und Ziehen engagiert hat, ist ein erfahrener L&#228;ufer, der sich allerdings erst wieder an lange Strecken herantrainiert. Deshalb wollen wir einen ruhigen Lauf um die 2:15h versuchen.</p>
<p>Vor Ort schallt die ber&#252;hmte Nidderauer Muntermachmusik aus den Lautsprechern und wir tr&#228;umen ein wenig von einer CD-Zusammenstellung, die „Best of German Volkslauf“ hei&#223;t. Cyndie Lauper w&#228;re dabei, Right Said Fred und Status Quo und Songs wie „Final Countdown“, „Sunshine Reggae“, oder „Wake me up before you gogo“. Und ohne „Holding out for a hero“ von Bonnie Tyler trete praktisch schon gar nicht mehr an.</p>
<p> </p>
<p>Vermutlich gibt es diese Platte l&#228;ngst und sie wurde kostenlos unter Sportvereinen und Feuerwehren verteilt. Deshalb h&#246;rt man das alles so oft – ob man will oder nicht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-753" title="Nidderau1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau1.jpg" alt="Nidderau1" width="480" height="360" /></p>
<p>In diesem Jahr gibt es in dem kleinen Geb&#228;ude, in dem man sich umzieht, einen „VIP-Bereich“. Wir warten also gespannt auf Paul Tergat oder wenigstens auf jemanden, der mal wieder etwas Geld und gute Worte braucht, wie z.B. <a href="https://www.xing.com/profile/Tegla_Loroupe">Tegla Loroupe</a>. Aber man erz&#228;hlt uns, dass der VIP-Bereich f&#252;r die „Sponsoren“ gedacht ist, womit vermutlich Repr&#228;sentanten des &#246;rtlichen Autohauses oder Brillengesch&#228;fts gemeint sind. Schade eigentlich. Die Damenumkleide ist allerdings dann auch ein bisschen exklusiv, denn es ist sehr wenig los. Genau genommen, bin ich zun&#228;chst die einzige, die sich dort ausbreitet.</p>
<p><img class="size-full wp-image-754 alignright" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Nidderau-Moderator-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Moderator-2.jpg" alt="Nidderau-Moderator-2" width="278" height="371" /></p>
<p>Nachdem uns der freundliche Herr am Mikro seine Begr&#252;&#223;ung vorgelesen hat („F&#252;r’s leibliche Wohl – sprich Speisen und Getr&#228;nke &#8211; ist gesorgt“), wollen wir uns warmlaufen. Das gestaltet sich wenig erbaulich, denn die &#252;bliche Einlaufstrecke ins Feld ist versumpft. Der Regen der letzten Tage hat Spuren hinterlassen und es riecht seltsam. Mitten auf dem Weg liegt eine mausetote Ratte und in der riesigen Pf&#252;tze tummeln sich schwimmend dunkelbraune, regenwurmartige Tiere, die mir zutiefst unsympathisch sind, vermutlich, weil ich nicht wei&#223;, wie sie hei&#223;en. Wir sch&#252;tteln uns ein bisschen und drehen um. Ein Omen? Wer wei&#223;. </p>
<p>Das Feld ist klein. Wir wollen uns hinten anstellen, aber es gibt kaum ein Hinten. Etwa 150 L&#228;ufer gehen beim Halbmarathon an den Start. Zun&#228;chst zischelt man noch ein wenig durch den Ort und dann geht’s ab in den Wald. Weil ich Hase bin, muss ich dauernd an „Hase und Igel“ denken, vermutlich eine fr&#252;hkindliche Pr&#228;gung. Zun&#228;chst l&#228;uft alles nach Plan. Beim ersten Kilometerschild stelle ich fest, dass wir unser Tempo perfekt getroffen haben und ich bin erfreut. Man hat ja Verantwortung als Hase. Der Igel nimmt‘s gelassen und plaudert ein bisschen. Allm&#228;hlich gibt es im Feld ein deutliches hinten und vorne, was aber dadurch aufgemischt wird, dass jetzt die 10km-L&#228;ufer kommen. Die Armen m&#252;ssen sich durch das ganze Halbmarathonfeld wurschteln, weil sie mit nur 5 Minuten Verz&#246;gerung auf der gleichen Strecke gestartet sind. F&#252;r uns hat das den Vorteil eines h&#252;bschen Unterhaltungsprogramms. Schnaufende junge M&#228;nner mit langen Beinen hechten an uns vorbei.</p>
<p>Nach wenigen Kilometern muss ich mal. Normalerweise muss ich beim Laufen nie mal, aber dieses ungewohnte Tempo bringt alles ein bisschen durcheinander. Vielleicht schwitze ich sonst alles raus. Ich springe hinter einen Holzstapel und danach geht es mir besser. Es ist ruhig geworden auf der Strecke. Wir kommen an einer Vogelh&#228;uschenkolonie mit Hausnummern (oder hei&#223;t es H&#228;uschennummern?) vorbei und malen uns die nachbarschaftlichen Gespr&#228;che der Bewohner aus. Da unsere gedachten V&#246;gel hessisch sprechen, haben wir viel Spa&#223;.</p>
<p>Besorgt schaue ich auf die Uhr. Die 2:15 sind praktisch schon kaum noch zu machen. Bei Kilometer 10 liegen wir bei 65 Minuten. Das ist zu langsam, aber der Igel mag nicht hetzen. Eine Verletzung an der Igelschulter bringt sich schmerzhaft in Erinnerung und l&#228;sst uns weiter zur&#252;ckfallen. Es wird ruhiger um uns herum und immer &#246;fter geraten die anderen L&#228;ufer au&#223;er Sichtweite. An jedem Getr&#228;nkestand h&#228;lt man uns mindestens f&#252;nf Becher entgegen – man wartet mit gro&#223;em Einsatz auf uns. Ein paar Kilometer sp&#228;ter fragt man uns undiplomatisch, ob wir die letzten sind, aber wir wissen es nicht, obwohl uns gelegentlich ein Verdacht in diese Richtung beschleicht.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Sp&#228;ter nochmal lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/08/Nidderau07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Schlie&#223;lich gibt der Igel den Hasen frei, das Zeitziel ist aufgegeben. Ich hadere mit mir. Soll ich jetzt Gas geben und mich auf den letzten Kilometern noch einmal austoben? Das Einsammeln von L&#228;ufern, die vorher an uns vorbeigezogen sind, k&#246;nnte ziemlich Spa&#223; machen. Eine gute Zeit wird es aber f&#252;r mich nicht mehr geben. Oder soll ich dem Igel Gesellschaft leisten? Wenn wir tats&#228;chlich die Letzten sind, w&#228;re es vermutlich doof, allein am Ende des Feldes zur&#252;ckzubleiben. Nerve ich oder kann ich f&#252;r Unterhaltung und Erbauung sorgen? Als Hase, der keiner mehr ist, wei&#223; ich noch nicht, was ich stattdessen bin.</p>
<p>Dann taucht ein Feuerwehrwagen hinter uns auf und beseitigt letzte Zweifel: wir sind der w&#252;rdige Abschluss dieses Laufs. Beim „Two Oceans Ultramarathon“ in S&#252;dafrika bek&#228;men wir daf&#252;r die „John Masureik Floating Trophy“. Wenn mein Trainingspartner, der inzwischen l&#228;ngst im Ziel ist, an uns denkt und uns mitversorgt, k&#246;nnte es noch f&#252;r den „Nidderau-Eichen Floating Streuselkuchen“ reichen. Schlecht ist das nicht. W&#228;hrend hinter uns die Kilometer-Schilder abgebaut werden, beschlie&#223;e ich, einfach bei diesem Tempo zu bleiben. Wann bekommt man schon einmal die Chance, Letzte zu werden? Wann warten schon alle auf einen und spenden extra Applaus und Zuspruch? Wir lehnen eine Mitfahrgelegenheit im Feuerwehrauto dankend ab (hatten wir etwa den Daumen drau&#223;en?), genie&#223;en das letzte St&#252;ck Waldweg und schlumpfen locker ins Ziel.</p>
<p>Die Uhr zeigt 2:28. Mit dieser Zeit h&#228;tten wir beim Frankfurter Halbmarathon etwa 60 L&#228;uferinnen und L&#228;ufer hinter uns gelassen. Es ist eben alles relativ. Und weil Zahlen Schall und Rauch sind, schaffe ich an diesem Tag gleich noch ein Kunstst&#252;ck: ich werde Letzte und gleichzeitig Dritte meiner Altersklasse. Die Siegerehrung verhallt im goldgelben Hefeteig eines Streuselkuchens.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-755" title="Nidderau-Kuchen-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Kuchen-2.jpg" alt="Nidderau-Kuchen-2" width="480" height="359" /></p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter unter <a href="http://www.ff-eichen.de/">www.ff-eichen.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Nidderau-Eichen?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Nidderau-Eichen&amp;address=Nidderau-Eichen&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255631651" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
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		<item>
		<title>Von schlafenden B&#252;rgermeistern, bedruckten Au&#223;erirdischen.</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Aug 2006 08:06:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[G - N]]></category>
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		<description><![CDATA["Liebe L&#228;uferinnen und L&#228;ufer, ich hoffe, dass Sie eine mit ohne Probleme verbundene Anreise hier nach Nidderau-Eichen hatten." Ich wei&#223; nicht, wie es in anderen Bundesl&#228;ndern ist, aber es steht zu vermuten, dass die Moderationen bei hessischen Volksl&#228;ufen eine deutschlandweit unerreichte Qualit&#228;t haben. Wenn man sehr viel Gl&#252;ck hat, spricht sogar ein B&#252;rgermeister ins pfeifende Mikro. Der Nidderauer B&#252;rgermeister schl&#228;ft allerdings wohl noch. Man kann das ja verstehen. Es ist Sonntag morgen, 8 Uhr 30. (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Nidderau-Eichen (2006)</h2>
<p>&#8220;Liebe L&#228;uferinnen und L&#228;ufer, ich hoffe, dass Sie eine mit ohne Probleme verbundene Anreise hier nach Nidderau-Eichen hatten.&#8221; Ich wei&#223; nicht, wie es in anderen Bundesl&#228;ndern ist, aber es steht zu vermuten, dass die Moderationen bei hessischen Volksl&#228;ufen eine deutschlandweit unerreichte Qualit&#228;t haben. Wenn man sehr viel Gl&#252;ck hat, spricht sogar ein B&#252;rgermeister ins pfeifende Mikro. Der Nidderauer B&#252;rgermeister schl&#228;ft allerdings wohl noch. Man kann das ja verstehen. Es ist Sonntag morgen, 8 Uhr 30. </p>
<p>Dunkle Regenwolken h&#228;ngen &#252;ber dem kuchenduftigen Platz vor der Sporthalle. Mein Trainingspartner und ich sind optimistisch. Es wird nicht regnen, wir werden pfeilschnell sein und wir werden bald der Beschallung entkommen. Der Moderator ist ein Segen, verglichen mit dem eingelegten Musiksampler. Es l&#228;uft Bonnie Tyler. Und wenn nicht Bonnie Tyler l&#228;uft, dann l&#228;uft etwas, das klingt wie Bonnie Tyler. Vermutlich ist Bonnie Tyler Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Eichen, die den Lauf veranstaltet. Da kann man nichts machen.</p>
<p>Ich freue mich auf den Lauf. Statt zu trainieren, bin ich in den letzten Monaten eher planlos umeinandergehoppelt. Sensationelles ist also absolut nicht zu erwarten und das macht gelassen. Ich will nichts, ich muss nichts, ich darf alles. Meinem Begleiter geht es genauso, er ist verletzungsbedingt im Schongang.</p>
<p>Am Start stehen nette, sonnengebr&#228;unte Menschen und ein paar Au&#223;erirdische. Besonders gut gef&#228;llt mir der vom Planeten &#8220;Degussa&#8221;, ein Herr mittleren Alters und kurioser Langhaarfrisur. Auf seinem T-Shirt steht neben dem Planetennamen: &#8220;Sehen Sie, was mit Spezialchemie alles l&#228;uft.&#8221;. Das toppt sogar meine bisherigen Lieblingslaufshirts: das mit dem Aufdruck &#8220;Koch’s Meerrettich&#8221; und das der Frankfurter Hebammen, auf dem steht &#8220;Heute hecheln wir&#8221;.</p>
<p>Ein weiterer Au&#223;erirdischer weist seinen Planeten nicht aus. Er tr&#228;gt obenherum ein enges Triathlonshirt ohne Arm, um die H&#252;ften allerdings ein Langarm-Fleeceshirt im R&#246;ckchenmodus und dazu ein paar schwarze Snowboardstr&#252;mpfe mit Schienbeinpolsterung. Wenn man aus dem All kommt, kann man schlie&#223;lich nie so genau wissen, wo man landet. Hawaii, Sibirien – dieser Mann ist f&#252;r alles ger&#252;stet.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Lieber auf Papier lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau06.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Das Feld verspricht also gute Unterhaltung unterwegs und so starten alle bester Laune. Ich versuche einen 5:30er Schnitt, mein Trainingspartner wei&#223; es noch nicht so genau und zockelt erst einmal neben mir her. Obwohl ich ungeheuer formsch&#246;n laufe, wird es ihm bald zu bunt und ich muss ihn ziehen lassen. Nein, hetzen mag ich heute nicht. Wer wei&#223;, was da noch so kommt. </p>
<p>Ich. Ich wei&#223; genau, was da noch so kommt, schlie&#223;lich bin ich die Strecke schon &#246;fter gelaufen. Sie ist wundersch&#246;n, aber nicht gerade flach. Es ist dauernd etwas los. Zack &#8211; eine Kurve, &#246;fz &#8211; ein Anstieg, zisch – ein Bergabst&#252;ck, huch – ein Kilometerschild. In Eichen gibt es die sch&#246;nsten Kilometerschilder &#252;berhaupt – riesengro&#223;, handgeschrieben und zweifarbig. Sie sehen aus, als w&#228;ren sie noch aus der Zeit, als es Menschen gab, die gerne Bonnie Tyler h&#246;rten. </p>
<p>Ich laufe vor mich hin und f&#252;hle mich wohl. Bei km 11 kann man es richtig rollen lassen. Kein Zweifel – die Strecke hat mich lieb. Ich erwidere die Zuneigung, in dem ich sie mit Hingabe belaufe. Und mich &#252;berhaupt nicht daran st&#246;re, als eine Dame meiner Altersklasse an mir vorbeigazellt. Verliebte sind unangreifbar. Ich schaue auf die Uhr – mein heimlicher Plan, unter 1:55 zu bleiben, sollte drin sein.</p>
<p>Machen wir es kurz: wenige Kilometer sp&#228;ter arbeite ich mich wieder an die Dame heran. Und komme sogar vorbei. Davon befl&#252;gelt rasiere ich kurz vor Schluss noch den schwarzsockigen Au&#223;erirdischen. Einfach so. Ich laufe vergn&#252;gte 1:53. Das sind zwar satte sechs Minuten langsamer als letztes Jahr, aber da war ich auch eine Au&#223;erirdische vom Planeten Ehrgeiz mit 70 Wochenkilometern.</p>
<p>Wir m&#252;mmeln unseren Kuchen und lauschen zufrieden der Siegerehrung. Solange bis wieder zur Musik gewechselt wird und das Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Eichen damit beginnt, die Bierb&#228;nke leer zu singen.</p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter unter <a href="http://www.ff-eichen.de/">www.ff-eichen.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Nidderau-Eichen?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Nidderau-Eichen&amp;address=Nidderau-Eichen&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255631651" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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