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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Nidderau07</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Vom Leben und Laufen am Ende des Feldes.</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Aug 2007 15:53:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nidderau-Eichen zu finden ist ganz einfach: man f&#228;hrt Richtung Nidderau, wird an einer Abzweigung umgeleitet, verliert den Weg, f&#228;hrt durch niegekannte Ortschaften, fragt an einer Tankstelle, von wo aus einen jemand zu einer weiteren Tankstelle leitet, an der man seine Orientierung wiederfindet. Ab da ist sowieso alles ganz problemlos.



Ich trete heute an zu einem leicht h&#252;geligen Halbmarathon im Wald. Die Strecke ist mir gut bekannt und es k&#246;nnte (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Nidderau-Eichen (2007)</h2>
<p>Nidderau-Eichen zu finden ist ganz einfach: man f&#228;hrt Richtung Nidderau, wird an einer Abzweigung umgeleitet, verliert den Weg, f&#228;hrt durch niegekannte Ortschaften, fragt an einer Tankstelle, von wo aus einen jemand zu einer weiteren Tankstelle leitet, an der man seine Orientierung wiederfindet. Ab da ist sowieso alles ganz problemlos.</p>
<p><img class="size-full wp-image-752 alignright" title="wappen_klein" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/wappen_klein.jpg" alt="wappen_klein" width="120" height="116" /></p>
<p>Ich trete heute an zu einem leicht h&#252;geligen Halbmarathon im Wald. Die Strecke ist mir gut bekannt und es k&#246;nnte fast ein wenig langweilig werden, wenn ich heute nicht eine besondere Aufgabe h&#228;tte: ich bin Hase. Oder nobler ausgedr&#252;ckt: Brems- und Zugl&#228;uferin. Der mich zum Bremsen und Ziehen engagiert hat, ist ein erfahrener L&#228;ufer, der sich allerdings erst wieder an lange Strecken herantrainiert. Deshalb wollen wir einen ruhigen Lauf um die 2:15h versuchen.</p>
<p>Vor Ort schallt die ber&#252;hmte Nidderauer Muntermachmusik aus den Lautsprechern und wir tr&#228;umen ein wenig von einer CD-Zusammenstellung, die „Best of German Volkslauf“ hei&#223;t. Cyndie Lauper w&#228;re dabei, Right Said Fred und Status Quo und Songs wie „Final Countdown“, „Sunshine Reggae“, oder „Wake me up before you gogo“. Und ohne „Holding out for a hero“ von Bonnie Tyler trete praktisch schon gar nicht mehr an.</p>
<p> </p>
<p>Vermutlich gibt es diese Platte l&#228;ngst und sie wurde kostenlos unter Sportvereinen und Feuerwehren verteilt. Deshalb h&#246;rt man das alles so oft – ob man will oder nicht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-753" title="Nidderau1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau1.jpg" alt="Nidderau1" width="480" height="360" /></p>
<p>In diesem Jahr gibt es in dem kleinen Geb&#228;ude, in dem man sich umzieht, einen „VIP-Bereich“. Wir warten also gespannt auf Paul Tergat oder wenigstens auf jemanden, der mal wieder etwas Geld und gute Worte braucht, wie z.B. <a href="https://www.xing.com/profile/Tegla_Loroupe">Tegla Loroupe</a>. Aber man erz&#228;hlt uns, dass der VIP-Bereich f&#252;r die „Sponsoren“ gedacht ist, womit vermutlich Repr&#228;sentanten des &#246;rtlichen Autohauses oder Brillengesch&#228;fts gemeint sind. Schade eigentlich. Die Damenumkleide ist allerdings dann auch ein bisschen exklusiv, denn es ist sehr wenig los. Genau genommen, bin ich zun&#228;chst die einzige, die sich dort ausbreitet.</p>
<p><img class="size-full wp-image-754 alignright" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Nidderau-Moderator-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Moderator-2.jpg" alt="Nidderau-Moderator-2" width="278" height="371" /></p>
<p>Nachdem uns der freundliche Herr am Mikro seine Begr&#252;&#223;ung vorgelesen hat („F&#252;r’s leibliche Wohl – sprich Speisen und Getr&#228;nke &#8211; ist gesorgt“), wollen wir uns warmlaufen. Das gestaltet sich wenig erbaulich, denn die &#252;bliche Einlaufstrecke ins Feld ist versumpft. Der Regen der letzten Tage hat Spuren hinterlassen und es riecht seltsam. Mitten auf dem Weg liegt eine mausetote Ratte und in der riesigen Pf&#252;tze tummeln sich schwimmend dunkelbraune, regenwurmartige Tiere, die mir zutiefst unsympathisch sind, vermutlich, weil ich nicht wei&#223;, wie sie hei&#223;en. Wir sch&#252;tteln uns ein bisschen und drehen um. Ein Omen? Wer wei&#223;. </p>
<p>Das Feld ist klein. Wir wollen uns hinten anstellen, aber es gibt kaum ein Hinten. Etwa 150 L&#228;ufer gehen beim Halbmarathon an den Start. Zun&#228;chst zischelt man noch ein wenig durch den Ort und dann geht’s ab in den Wald. Weil ich Hase bin, muss ich dauernd an „Hase und Igel“ denken, vermutlich eine fr&#252;hkindliche Pr&#228;gung. Zun&#228;chst l&#228;uft alles nach Plan. Beim ersten Kilometerschild stelle ich fest, dass wir unser Tempo perfekt getroffen haben und ich bin erfreut. Man hat ja Verantwortung als Hase. Der Igel nimmt‘s gelassen und plaudert ein bisschen. Allm&#228;hlich gibt es im Feld ein deutliches hinten und vorne, was aber dadurch aufgemischt wird, dass jetzt die 10km-L&#228;ufer kommen. Die Armen m&#252;ssen sich durch das ganze Halbmarathonfeld wurschteln, weil sie mit nur 5 Minuten Verz&#246;gerung auf der gleichen Strecke gestartet sind. F&#252;r uns hat das den Vorteil eines h&#252;bschen Unterhaltungsprogramms. Schnaufende junge M&#228;nner mit langen Beinen hechten an uns vorbei.</p>
<p>Nach wenigen Kilometern muss ich mal. Normalerweise muss ich beim Laufen nie mal, aber dieses ungewohnte Tempo bringt alles ein bisschen durcheinander. Vielleicht schwitze ich sonst alles raus. Ich springe hinter einen Holzstapel und danach geht es mir besser. Es ist ruhig geworden auf der Strecke. Wir kommen an einer Vogelh&#228;uschenkolonie mit Hausnummern (oder hei&#223;t es H&#228;uschennummern?) vorbei und malen uns die nachbarschaftlichen Gespr&#228;che der Bewohner aus. Da unsere gedachten V&#246;gel hessisch sprechen, haben wir viel Spa&#223;.</p>
<p>Besorgt schaue ich auf die Uhr. Die 2:15 sind praktisch schon kaum noch zu machen. Bei Kilometer 10 liegen wir bei 65 Minuten. Das ist zu langsam, aber der Igel mag nicht hetzen. Eine Verletzung an der Igelschulter bringt sich schmerzhaft in Erinnerung und l&#228;sst uns weiter zur&#252;ckfallen. Es wird ruhiger um uns herum und immer &#246;fter geraten die anderen L&#228;ufer au&#223;er Sichtweite. An jedem Getr&#228;nkestand h&#228;lt man uns mindestens f&#252;nf Becher entgegen – man wartet mit gro&#223;em Einsatz auf uns. Ein paar Kilometer sp&#228;ter fragt man uns undiplomatisch, ob wir die letzten sind, aber wir wissen es nicht, obwohl uns gelegentlich ein Verdacht in diese Richtung beschleicht.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Sp&#228;ter nochmal lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/08/Nidderau07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Schlie&#223;lich gibt der Igel den Hasen frei, das Zeitziel ist aufgegeben. Ich hadere mit mir. Soll ich jetzt Gas geben und mich auf den letzten Kilometern noch einmal austoben? Das Einsammeln von L&#228;ufern, die vorher an uns vorbeigezogen sind, k&#246;nnte ziemlich Spa&#223; machen. Eine gute Zeit wird es aber f&#252;r mich nicht mehr geben. Oder soll ich dem Igel Gesellschaft leisten? Wenn wir tats&#228;chlich die Letzten sind, w&#228;re es vermutlich doof, allein am Ende des Feldes zur&#252;ckzubleiben. Nerve ich oder kann ich f&#252;r Unterhaltung und Erbauung sorgen? Als Hase, der keiner mehr ist, wei&#223; ich noch nicht, was ich stattdessen bin.</p>
<p>Dann taucht ein Feuerwehrwagen hinter uns auf und beseitigt letzte Zweifel: wir sind der w&#252;rdige Abschluss dieses Laufs. Beim „Two Oceans Ultramarathon“ in S&#252;dafrika bek&#228;men wir daf&#252;r die „John Masureik Floating Trophy“. Wenn mein Trainingspartner, der inzwischen l&#228;ngst im Ziel ist, an uns denkt und uns mitversorgt, k&#246;nnte es noch f&#252;r den „Nidderau-Eichen Floating Streuselkuchen“ reichen. Schlecht ist das nicht. W&#228;hrend hinter uns die Kilometer-Schilder abgebaut werden, beschlie&#223;e ich, einfach bei diesem Tempo zu bleiben. Wann bekommt man schon einmal die Chance, Letzte zu werden? Wann warten schon alle auf einen und spenden extra Applaus und Zuspruch? Wir lehnen eine Mitfahrgelegenheit im Feuerwehrauto dankend ab (hatten wir etwa den Daumen drau&#223;en?), genie&#223;en das letzte St&#252;ck Waldweg und schlumpfen locker ins Ziel.</p>
<p>Die Uhr zeigt 2:28. Mit dieser Zeit h&#228;tten wir beim Frankfurter Halbmarathon etwa 60 L&#228;uferinnen und L&#228;ufer hinter uns gelassen. Es ist eben alles relativ. Und weil Zahlen Schall und Rauch sind, schaffe ich an diesem Tag gleich noch ein Kunstst&#252;ck: ich werde Letzte und gleichzeitig Dritte meiner Altersklasse. Die Siegerehrung verhallt im goldgelben Hefeteig eines Streuselkuchens.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-755" title="Nidderau-Kuchen-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nidderau-Kuchen-2.jpg" alt="Nidderau-Kuchen-2" width="480" height="359" /></p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter unter <a href="http://www.ff-eichen.de/">www.ff-eichen.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Nidderau-Eichen?</h4>
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