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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Nieder-Erlenbach</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Zizid&#228; Zizid&#228;, Zwietz Zwietz.</title>
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		<pubDate>Mon, 01 May 2006 08:27:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Nieder-Erlenbach]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich mag Amseln. Reizende V&#246;gel. Und so munter. Morgens um 6 Uhr. Auf einem Ast, in bester Beschallungsh&#246;he gegen&#252;ber meinem Schlafzimmerfenster sitzt so eine Art Amselpavarotti und gibt alles. An Schlaf ist nicht zu denken. Um sieben muss ich eh raus, volkslaufen. W&#228;hrend der total entfesselte Amsels&#228;nger so tut, als w&#228;re es Fr&#252;hling, hole ich meine langen Tights und das lange Shirt aus dem Schrank: drau&#223;en sind f&#252;nf Grad. Heute geht es nach Nieder-Erlenbach. Ich bin v&#246;llig gelassen, denn (...)]]></description>
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<h2>10 km in Nieder-Erlenbach (2006)</h2>
<p>Ich mag Amseln. Reizende V&#246;gel. Und so munter. Morgens um 6 Uhr. Auf einem Ast, in bester Beschallungsh&#246;he gegen&#252;ber meinem Schlafzimmerfenster sitzt so eine Art Amselpavarotti und gibt alles. An Schlaf ist nicht zu denken. Um sieben muss ich eh raus, volkslaufen. W&#228;hrend der total entfesselte Amsels&#228;nger so tut, als w&#228;re es Fr&#252;hling, hole ich meine langen Tights und das lange Shirt aus dem Schrank: drau&#223;en sind f&#252;nf Grad. Heute geht es nach Nieder-Erlenbach. Ich bin v&#246;llig gelassen, denn es ist ein 10er. Das ist nicht so schlimm. Danach kann man noch problemlos Radtouren machen. K&#246;nnte man. Wenn Fr&#252;hling w&#228;re und man nicht damit rechnen m&#252;sste unterwegs schockgefrostet zu werden.   Aber ich will nicht n&#246;len. N&#246;len ist schlecht f&#252;r die deutsche Wirtschaft. Und f&#252;r’s Mentale. Das Mentale braucht man in Nieder-Erlenbach, es geht schlie&#223;lich bergauf. Und das dreimal, denn es sind drei Runden. Rational betrachtet ist die Strecke v&#246;llig bekloppt: man dreht eine Runde im Stadion, dann l&#228;uft man ein paar Meter flach, dann 1,5 Kilometer bergauf und dann schie&#223;t man wieder nach unten. Dann wieder 1,5 Kilometer &#8230; und so weiter. Trotzdem liebe ich diese Strecke. Obwohl es sich um 10 km, also einen vergleichsweise kurzen Kurs handelt, muss man nicht von Anfang an losheizen, wie ein angeschossener Elch. Es w&#228;re sogar fatal, denn man sollte Kr&#228;fte sparen. &#8220;Laufzur&#252;ckhaltung statt Kaufzur&#252;ckhaltung&#8221;. Nichts finde ich gro&#223;artiger als diese Lizenz zum Langsamlaufen. Wenn man es sich richtig einteilt, ist man obendrein am Ende der K&#246;nig. Wenn.  </p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Lieber auf der Couch lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nieder_Erlenbach06.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Der Stadionsprecher k&#228;mpft wie jedes Jahr mit der Anlage und wir frieren uns dabei ein bisschen warm. Die Startnummer kann man praktischerweise problemlos als Muff verwenden – sie ist so gro&#223;, dass man sich die Sicherheitsnadeln am R&#252;cken feststecken muss. Na ja, jedenfalls fast. Die &#252;blichen Verd&#228;chtigen laufen ein: Zausel mit bis an die Wade hochgezogenen morschen Socken, &#8220;der Schleifer&#8221;, ein L&#228;ufer mit schuhzer- schlei&#223;endem Laufstil, Alfred Ditzinger, Wunderl&#228;ufer der M 70, und Frank Zimmer, der die L&#228;ufe der Gegend so oft gewinnt, dass es beinahe schon langweilig ist. Zwei aufgeregte Damen schnattern an uns vorbei: &#8220;Ich laufe die ersten drei Runden langsam und dann schau’n wir mal.&#8221; Eine interessante Taktik. Mal schau‘n, wenn man im Ziel ist.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-767" title="Nieder-Erlenbach-Start" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nieder-Erlenbach-Start.jpg" alt="Nieder-Erlenbach-Start" width="482" height="365" /></p>
<p>Im Gestr&#228;uch sitzt ein Kumpel von meinem gefiederten Pavarotti daheim, die Sonne blinzelt sogar ein bisschen auf den Sportplatz und ich freue mich. Viel Zeit bleibt mir daf&#252;r allerdings nicht, denn kurz nach dem Start ist Schluss mit lustig.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-768" title="Nieder-Erlenbach-Stadion-neu" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Nieder-Erlenbach-Stadion-neu.jpg" alt="Nieder-Erlenbach-Stadion-neu" width="486" height="345" /></p>
<p>Der erste Anstieg ist ordentlich. Es ist komisch, sich am Berg extra zu bremsen, aber man muss. Andernfalls droht l&#228;uferisches Ableben bei km sieben. Beim Bergablaufen bremse ich nicht mehr, aber ich dr&#252;cke auch nicht. So wie’s l&#228;uft, l&#228;uft’s. In der zweiten Runde geht’s mir gar nicht gut. Zum Gl&#252;ck erinnere ich mich, dass es mir in der zweiten Runde hier noch nie gut ging.   Daf&#252;r geht’s Frank Zimmer gut und wenn es nicht so sein sollte, kann er es zumindest hervorragend verbergen. Er &#252;berrundet mich und darf zum Stadion einbiegen, w&#228;hrend ich nochmal ran muss. Jetzt braucht man es wieder, das Mentale. Wo war’s doch nochmal gleich &#8230; W&#228;hrend ich noch auf der Suche nach dem Mentalen bin, schiebt Alfred an mir vorbei. Ich habe &#252;berhaupt keine Chance, diesem Schritt am Berg kann ich nicht folgen. Daf&#252;r habe ich mich wieder an einen Herrn herangearbeitet, der verd&#228;chtig schnauft. Ich schnaufe zwar lauter, aber weil ich das Mentale wiedergefunden habe, kann ich meinen Atem nicht h&#246;ren. Ich h&#246;re nur seinen. Endlich habe ich einen anderen Gegner als mich. Einen Nacken, in den ich starren kann. Ich starre und sauge mich an. Es funktioniert. Ich kriege ihn, kurz vor Ende des Berges.   </p>
<p>Jetzt kann nicht mehr viel passieren. 1 km, bergab. Gas. Jetzt nicht mehr rollen, jetzt dr&#252;cken. Jetzt den Schritt gr&#246;&#223;er machen. Die Arme m&#252;ssen helfen. Pl&#246;tzlich sehe ich Alfred. Er ist fitter als ich, auf der langen Strecke muss ich passen. Nur hier habe ich eine Chance. Gas. Arme, Alfred, Beine, Kurve, Sportplatz. Mein Laufgenosse, Ziel, Uhr, Rasen. Sitzen. Vier Sekunden schneller als letztes Jahr. 50:37, beste Zeit auf dieser Strecke. Wunderbar.   Es gibt Malzbier, das ist ein extra Geschenk f&#252;r mich. S&#252;&#223;, k&#252;hl und ein bisschen Kohlens&#228;ure, es trinkt sich gro&#223;artig. Nach der Rangelei um den besten Kuchen folgt sp&#228;ter die Rangelei um einen Blick auf die ausgeh&#228;ngten Ergebnislisten. Platz 3 meiner Altersklasse. Sch&#246;n. Weil ich mich so freue, schaue ich zuhause noch einmal nach. Der Held des Tages, sehe ich auf der Homepage des Vereins, ist allerdings jemand anders. Frank Zimmer, unangefochtener Sieger des 10ers, hat sich zum Auslaufen den anschlie&#223;end gestarteten 5er genehmigt – und auch den locker gewonnen.</p>
<h6>(Bilder vom 2007er Lauf mit freundlicher Genehmigung des TSG 1888 Nieder Erlenbach.)</h6>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: <a href="http://www.tsg-nieder-erlenbach.de/">www.tsg-nieder-erlenbach.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Nieder-Erlenbach?</h4>
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<tr>
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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