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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; O &#8211; Z</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Erleuchtung in aschgrau.</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 20:29:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Überall fanden in den letzten Stunden Silvesterläufe statt. Woher jedoch der Name „Silvesterlauf“ kommt, ist vielen Läufern nicht bekannt. Es geschah im Jahr 1731, als Sir William Edward Phileas Silvester, ein britischer Lord, am letzten Tag des Jahres beschloss, sich zu einem Waldlauf aufzumachen....]]></description>
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<p>Überall fanden in den letzten Stunden Silvesterläufe statt. Woher jedoch der Name „Silvesterlauf“ kommt, ist vielen Läufern nicht bekannt. Es geschah im Jahr 1731, als Sir William Edward Phileas Silvester, ein britischer Lord, am letzten Tag des Jahres beschloss, sich zu einem Waldlauf aufzumachen. Er hatte es sich einst als guten Vorsatz genommen, in diesem Jahr mit dem Laufen anzufangen und nun war es die letzte Gelegenheit, dieses Versprechen an sich selbst einzulösen. Leider regnete es an diesem Tage ungebührlich stark, so dass der Lauf zu einem vollen Misserfolg wurde. Silvester rutschte im schlammigen Wald aus und kehrte durchnässt, verdreckt und frustriert nach Hause zurück. Er ist seither nie wieder gelaufen. Zur Erinnerung an dieses wahrhaft einmalige Erlebnis werden Läufe am letzten Tag des Jahres nun „Silvesterlauf“ genannt. Überflüssig zu erwähnen, dass insbesondere europäische Läufer seither regelmäßig das Schicksal von Sir Silvester teilen und immer wieder und gerne am letzten Tag des Jahres im Regen laufen. Auch ich denke jetzt intensiv an den armen William, der heute vermutlich gar nicht erst aufgebrochen wäre. Es regnet, als würde man überall im Himmel bereits die Wasserflaschenkorken knallen lassen und beim Eingießen dauernd die Gläser verfehlen. Obendrein ist das Wolkendach in einem reizenden Aschgrau gehalten, eine Farbe, die meinem Teint nicht sehr schmeichelt, es sei denn, ich habe eine vom hitzigen Laufen leuchtend rote Murmel. Es hilft also nichts: ein roter Kopf muss her.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0644.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3197" title="IMG_0644" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0644.jpg" alt="IMG_0644" width="491" height="366" /></a></p>
<p>Mein Trainingspartner und ich sind in diesem Jahr herzlich wenig gelaufen, vor allem nicht volks. Verletzungsbedingt war wenig zu wollen. Nun ist „nichts wollen“ allerdings die höchste Stufe der Läufererleuchtung, die es grundsätzlich zu erlangen gilt. Nur wer, zumindest gelegentlich, nichts will, dem wird reichlich gegeben. Insofern sind wir gerade sehr nah am Status eines Lama, womit nicht das spuckende Tier gemeint sein soll, obwohl auch das eine gern genommene Bewusstseinsstufe des Läufers ist.</p>
<p>Willenlos parken wir, wie ferngesteuert finden wir uns bei der Anmeldung ein und schieben uns, von einem unsichtbaren Band gezogen, in die Umkleide. An einem solchen Tag darf man nicht nachdenken, sonst würde man niemals einen beheizten Autositz verlassen, um sich, auf einen Startschuss lauschend, in den strömenden Regen zu stellen. Wir laufen uns ein und es ist etwa so kuschelig wie an Deck eines Fischkutters in der winterlichen Nordsee. Wir laufen und laufen, damit wir nur nicht stehenbleiben müssen. Irgendwann lässt sich das aber kaum vermeiden und mit dümmlichem Hüpfen versuchen wir, nicht auszukühlen. Als im Blockstart endlich unsere Gruppe an der Reihe ist, bin ich ebenso froh wie durchnässt.</p>
<p>Obwohl es durch den Wald geht, sind weite Teile der Strecke asphaltiert, was den Pfützenslalom auf wenige schwierige Abschnitte begrenzt. Da ich aber ja erleuchtet bin, nehme ich keinerlei Manöver in rutschiges Unterholz in Kauf, um ein paar Sekunden zu sparen. Ich laufe vielmehr in Gedenken an William Edward Phileas, der, anders als ich, keine schicke Nike+ Uhr und kein so wärmendes Wams trug, wie ich heute. Außerdem trage ich einen Pferdeschwanz, der langsam immer schwerer wird. Mein Haar kann erfahrungsgemäß mühelos 7 bis 8 Liter Wasser aufnehmen. Diese im Nacken getragen, lassen mich erhobenen Hauptes laufen. Interessant. Der erste Kilometer gerät schneller als 5:30, das ist schneller, als ich will, obwohl ich ja eigentlich nichts will. Ich bremse ein wenig.</p>
<p>Die Strecke ist recht voll und ich kann gut Laufmoden-Watching betreiben. Der klare Gewinner unter den Kopfbedeckungen ist eine Einweg-Duschhaube, getragen von einem kräftigen Herren. Das ist stilsicher und kreativ. Weiterhin gefällt mir die Idee, nur einen Kompressionsstrumpf zu nehmen und damit der monströsen Gewohnheit der Waschmaschine, einzelne Socken in einem geheimen Salzsäurebottich unter der Trommel aufzulösen, selbstbewusst zu trotzen. Außerdem erfreuen mich jegliche Neonfarben (ein lautes „Ätsch!“ in Richtung des grauen Himmels), und nackte Beine, die bald von schlammbraunen Pünktchen übersät sind. Ich fließe einfach mit der Menge mit, schaue selten auf die Uhr und lausche dem hundertfachen „Pitsch, pitsch, pitsch“ auf nassem Weg. Viele Läufer bevorzugen dagegen ein „Mumpf, mumpf, mumpf“, das auf ihre Ohren donnert, was ich wieder einmal nicht verstehen kann. Was ist ein Volkslauf ohne Volkslaufgeräusche? Mein Leben soll kein Stummfilm sein und so eile ich offenen Ohres weiter durch den Wald. Die Strecke ist nicht weiter spektakulär und deshalb bleibt als Eindruck der mal klatschende, mal dampfende Regen und das bunte Band immer schwerer atmender Läufer, das sich wie ein einziger Organismus durch den Wald schlängelt.</p>
<p>Bei Kilometer sieben ist ein kleiner Hügel zu nehmen und zum ersten Mal fange ich an zu rechnen. Nun will ich ja nichts, aber wenn „nichts“ gleichbedeutend mit einer Zeit unter 55 Minuten wäre, wäre mir das jetzt dann schon lieb. Auf den letzten Kilometern geht es öfter mal leicht bergan, das muss man für das nichtsgleiche Ergebnis mitberechnen. Luft wäre allerdings da, sowohl in meinen Lungen, als auch in meiner Berechnung und deshalb könnte ich es versuchen. Dann hätte auf dem Zielfoto mein Teint auch die Farbe, die mit dem Himmelsgrau so gut harmoniert, das wäre ja schön, so für das letzte Foto des Jahres.</p>
<div id="attachment_3216" class="wp-caption aligncenter" style="width: 436px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/Silvesterlauf2.jpg"><img class="size-full wp-image-3216 " title="Silvesterlauf2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/Silvesterlauf2.jpg" alt="Silvesterlauf2" width="426" height="640" /></a><p class="wp-caption-text">Update: Hier isses, das obligatorische Bild mit den hektischen Flecken.</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Ich stürze also weiter vorwärts, aus dem Wald hinaus und an den Schienen entlang in Richtung Waldstadion, was nicht mehr Waldstadion heißt, sondern Dingsbums Arena (ich mag keine Bank in meinem Laufbericht haben) weil heute alles Arena heißt, während Stadion irgendwie unccol zu sein scheint. Das ist mir aber im Grunde alles egal, Hauptsache, da kommt bald das Ziel und Hauptsache, es gibt bald das beste alkoholfreie Weizen der Welt, was sich Faust nennt und von zwei enorm reizenden Herren ausgeschenkt wird. Ich stoppe die Uhr bei 54:13, das ist wirklich fein für ein mieses Training in einem verkorksten Laufjahr. Lange sollte man Bier und Banane (von Querbeet, die ebenfalls nicht genug zu loben sind) allerdings nicht im Freien genießen, denn die Erkältung klopft sonst schnell mit einem Hämmerchen an das erschöpfte Naseninterior.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0641.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3201" title="IMG_0641" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0641.jpg" alt="IMG_0641" width="461" height="344" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0643.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3202" title="IMG_0643" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0643.jpg" alt="IMG_0643" width="461" height="344" /></a></p>
<p>Nun muss, bevor der Kuchen als nächste Stufe der Belobigung winkt, nur noch eine Hürde genommen werden: die Damenumkleide. Ein Albtraum im Nebel. Ich bin sicher, ein einziger Besuch in einer handelsüblichen Damenumkleide mit 47 Frauen auf 11 Quadratmetern, die alle ihre Socken ausschütteln, sich feuchte Nebel unter die Achseln sprühen, mit aus furzenden Flaschen kriechender Lotion einölen und sich mit schlagbohrerlauten Haartrocknern ondulieren, würde selbst Casanova von weiteren Eroberungen abgehalten haben. Auch hier geht es um Geschwindigkeit: schnell raus hier. Zu viel Hautkontakt mit fremden Menschen ist auch nicht gesund.</p>
<p>Die Atmosphäre in der Sporthalle ist nicht eben gemütlich. Aber man gibt sich wie immer Mühe, die Läufer liebevoll zu verköstigen, was bei weit über 1.000 Teilnehmern eine Herausforderung darstellt. Doch Spiridon Frankfurt meistert das, wie überhaupt die gesamte Veranstaltung, mit Professionalität und Laune.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0649.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3203" title="IMG_0649" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0649.jpg" alt="IMG_0649" width="461" height="344" /></a></p>
<p>Wir mümmeln unseren Kuchen und starren dabei fassungslos auf eine entfesselte kleine Gruppe, die sich unmittelbar vor uns komplett umzieht und uns dabei mehr schwingende Körpermasse zeigt, als wir sehen wollten. Dann doch lieber die Damenumkleide. Oder am allerliebsten: den beheizten Autositz. Es ist Zeit, einen erleuchteten Lauf im Geiste von William Edward Phileas Silvester zu Hause weiter zu genießen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0651.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3204" title="IMG_0651" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0651.jpg" alt="IMG_0651" width="461" height="344" /></a></p>

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		<title>Von Rosamunde, Rotz und Rasen.</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 21:24:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Laufbericht ist wie ein Rosamunde Pilcher Roman: Vorhersehbar und schnulzig. Am Ende wird der Held/die Heldin auf die ein oder andere Art ins Ziel kommen. Unterwegs begegnet er der Liebe zum Laufen, die über weite Teile der Strecke freilich unerwidert bleibt. Doch die brutale Wahrheit sieht anders aus.]]></description>
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<p>Ein Laufbericht ist wie ein Rosamunde Pilcher Roman: Vorhersehbar und schnulzig. Am Ende wird der Held/die Heldin auf die ein oder andere Art ins Ziel kommen. Unterwegs begegnet er der Liebe zum Laufen, die über weite Teile der Strecke freilich unerwidert bleibt. Gewürzt ist das ganze mit allerlei Hindernissen, wie schlechten Wetterlagen, körperlichen Einschränkungen und unzureichender Verpflegung. Dazu kommen garstige Mitläufer, die erfolgreich um die Gegenliebe des Laufens buhlen und den Helden in verzweifelter Stimmung zurück lassen. Der Held möchte aufgeben, gewinnt aber dann auf magische Weise den Glauben an sich selbst wieder. Ich gebe zu, dass gerade meine Laufberichte kein Klischee auslassen. Sie spielen auch noch zumeist auf dem Land, wo fleißige Hausfrauen mit flinken Fingern gar herrliches Backwerk zaubern. Hier wird immer alles gut, Rosen regnen über die schwieligen Füße, der Schleier des Vergessens senkt sich über die Läufer im Ziel. Heute will ich deshalb einmal die nackte, brutale Realität beschreiben. Ohne jede Verklärung. Das Leben ist kein Bambini-Lauf. Nicht sonntags morgens um sechs Uhr. So früh muss man aufstehen, wenn man in Obertshausen-Hausen antreten will. Und wie soll schon ein Tag werden, der mit einem Spruch von Paulo Coelho in einer Kirchenradiosendung beginnt?</p>
<p>Das Leben ist unerbittlich, das bestätigt mir Gregor, den wir in Obertshausen-Hausen treffen. Er berichtet mir nämlich, dass das Laufschwein der Autobahnkiller sein soll. Ich wusste bis dato weder, dass es ein Laufschwein, noch dass es einen Autobahn-Killer gibt. Aber die Geschichte geht so: das Laufschwein ist ein mir unbekannter Volkslaufbesucher in der Region, der gern in einem Schweinekostüm auftritt. Er wurde beschuldigt, einen Mord an der A5 begangen zu haben. „Dieses Schwein ist der Autobahn-Killer“ schrieb die Bild-Zeitung dazu und zeigte ein Bild vom Laufschwein im Kostüm. Es stellte sich aber heraus, dass es das Laufschwein gar nicht gewesen sein konnte. (Niemals würde Rosamunde Pilcher eine derart fiese Geschichte in ihren Roman einbauen!)</p>
<p>Auch im Keller der Picard-Halle, wo die Umkleiden sind, werde ich mit der brutalen Realität konfrontiert. Die Toiletten neben der Umkleide miefen entsetzlich. Auf einem kargen Holzstuhl lasse ich meine Sporttasche fallen, im dünnen Schein der Kellerlampe ziehe ich mich um. Draußen ist Sommer, aber ich fröstele. Der Autobahn-Killer läuft noch immer frei herum. Am Ende ist es ein Läufer ohne Kostüm.</p>
<div id="attachment_2515" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Hausen-Betreten-Schild.jpg"><img class="size-full wp-image-2515  " title="Hausen Betreten Schild" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Hausen-Betreten-Schild.jpg" alt="Bei Müdigkeit verlockend - aber diese Sportplatzmatte ist tabu." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Garstig: diese Sportplatzmatte ist tabu.</p></div>
<p>Wir laufen uns ein und sind tatsächlich überrascht, wie kühl es im Wald ist. Der Lauf in Hausen ist normalerweise eine höchst schweißtreibende Angelegenheit. Heute ist das Laufwetter geradezu perfekt. Hier sind keinerlei literarische Spannungsbögen zu erwarten. Was will ich denn heute laufen? Den Halben, klar. Aber wie schnell? Wie schnell kann ich denn schon wieder? Wie schnell sollte ich? Ich beschließe, dass unter zwei Stunden drin sein muss. Wenn ich jemals einmal wieder unter 1:50 laufen will, sollte ich jetzt unter 2 Stunden laufen. (Ist doch vollkommen logisch.)</p>
<div id="attachment_2517" class="wp-caption aligncenter" style="width: 394px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Hausen-Start-1000-Meter1.jpg"><img class="size-full wp-image-2517 " title="Hausen Start 1000 Meter" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Hausen-Start-1000-Meter1.jpg" alt="Brutal: so enden hier Tennisbälle." width="384" height="512" /></a><p class="wp-caption-text">Brutal: so enden hier Tennisbälle.</p></div>
<p>Wir starten. Über die Strecke in Hausen gibt es nicht viel zu erzählen. Sie ist ganz unpilcheresk. Flach. Wald, bis der Arzt kommt. (Der kommt dort nie. Ich bin hier einmal bös gestürzt, ich weiß es.) Bereits auf der kleinen Stadionrunde zieht das Feld wie verrückt. Man hat es furchtbar eilig. Ich ja eher nicht so. Auf dem Waldweg gibt es noch ein wenig Gedränge, bis sich alles sortiert hat. Wir wackeln hintereinander her wie Erbsen auf dem Fließband. Vor mir trägt jemand postgelbe Kompressionsstrümpfe. Bald gesellt sich ein Gefängniswärter zu mir. So nenne ich die Läufer, in deren Taschen überdimensionierte Schlüsselbünde rasseln. Es gibt einige von ihnen, vielleicht ist es eine geheime Bruderschaft. Begegnet mir einer am Anfang eines Laufes, gerate ich augenblicklich in Panik. Was ist, wenn er jetzt 20 Kilometer neben mir bleibt? Was ist, wenn ich beim Versuch, ihn abzuschütteln, auf der Strecke versterbe und das letzte, was ich höre, ist ein rasselnder Schlüsselbund, der langsam im Wald verhallt? In der Regel trennen sich unsere Wege glücklicherweise ohne, dass einer von uns beiden das Zeitliche segnet. Es passiert einfach. So auch dieses Mal. Er ist schneller. Gefängniswärter müssen ja auch fit sein.</p>
<p>Ich laufe ruhig und gleichmäßig, nachdem es mir geglückt ist, der Hektik im Feld zu entkommen. Sollen sie doch. Pah! Nach wenigen Kilometern höre ich es hinter mir plaudern. Eine junge Frau redet. Und redet. Und redet. Es ist die Familiengeschichte. Liebe. Drama. Wahnsinn. Ihre Begleiterin sagt von Zeit zu Zeit Ah! oder Aha! oder Hihihi! Mehr geht nicht, sonst verpasst sie den Anschluss. In das Plaudern mischt sich auf einmal ein lautes Schnauben und Schneuzen. Dann spuckt es, schneuzt und rotzt. Dann schnaubt es wieder. Wenn das so weitergeht, verpasse ich die ganze Schilderung der Scheidung! Doch jetzt setzt das Schneuzen zum Überholen an. Etwas rotzt an mir vorbei, bis es sich schließlich vor mich setzt. Genaugenommen setzt es sich exakt einen Schritt vor mich und bremst leicht ab. Dann schneuzt es.  Vermutlich handelt es sich hier um so eine Art Volkslauf-Assessment-Center. Ich soll mit allerlei Prüfungen fertig werden. Oder es ist einfach das Schicksal. Erst klingelt es, dann plaudert es und jetzt rotzt es. Einen halben Schritt vor mir. Ich muss meinen Schritt verkürzen, was durch meinen ChiRunning-Modellversuch kaum möglich ist. Ich mache ohnehin schon kleine Schritte. Jetzt tripple ich hinter einer saftig gefüllten Nase her. Ich schere zum Überholen aus, es hilft ja nichts. Die Nase zieht die Nase hoch und das Tempo an. So laufen wir nebeneinander her. Durch das Schnorcheln zu meiner Rechten höre ich, wie es nach der Scheidung weiterging. Bei Rosamunde Pilcher käme jetzt wenigstens ein Reh aus dem Gebüsch. Ein Förster würde mich tröstend in den Arm nehmen und sagen: „Hier draußen ist das Leben nicht immer einfach. Aber es ist ehrlich, verstehen sie? Nie wird mich eine Bache so enttäuschen, wie es eine Frau tun kann.“</p>
<p>Aber das hier ist die brutale Wahrheit des Volkslaufens. Im Wald rotzt es und man kann nichts dagegen tun. Nach der Scheidung kam man übrigens wieder zusammen. Nach ein paar Jahren. Das darf ich noch erfahren, dann ziehen die beiden jungen Frauen an der Nase und mir vorbei. Und dann geschieht das Wunderbare. Ich bestehe die Prüfung und hänge das schniefende Etwas einfach ab. Ich laufe schneller als die Nase der Nase. Das geht einfach so. Herrlich.</p>
<p>Nach 10 km gönne ich mir einen Becher Wasser. Dieter Baumann sagt, das muss man nicht. Trinken bei einem Halbmarathon. Ich nehme mir einfach fest vor, wenn er mich eines Tages fragt: „Sag, hosch Du 2010 in Obertshouse was drunke?“ sag ich einfach: „Hanoi“. Brutal, aber so ischs Läbe.</p>
<p>Nach einer friedlichen Zeit hinter einem orangefarbenen Rücken treffe ich Gregor, der mir mit einigen Kilometern Vorsprung entgegen kommt. Augenblicklich muss ich an das Laufschwein und den Autobahnkiller denken. Wie man Killer wird, kann ich mir leicht vorstellen. Aber wie wird man Laufschwein? Seltsam. Das Schwein trägt mich über den nächsten Kilometer und allmählich wird es Zeit zu rechnen. Reicht es für eine Zeit unter 2 Stunden? Eieiei, das wird knapp. Das wird einer dieser unangenehmen Läufe, wo man bis zum Schluss nicht nachlassen darf. Viel schöner ist es, wenn man die Pflicht schon in der Tasche hat und alles weitere zur Kür wird. Aber meine Hausaufgaben sind noch nicht gemacht, einen Puffer gibt es nicht. Im Gegenteil: jetzt muss ich watzen. Innerlich seufze ich. Ein 5,5er Schnitt. Wie anstrengend ist das denn. Früher war das mal eine bevorzugte Reisegeschwindigkeit, aber davon bin ich weit entfernt. Ich reiße mich zusammen. Das geht schon, nicht nachlassen. Meine Moral war noch immer ganz ordentlich. Nur noch die Stadionrunde in dem kleinen Rund, das sich in den letzten zwei Stunden um mindestens 500 Meter ausgedehnt hat, dann bin ich am Ziel. 1:59:23. Ich kann den Autopiloten ausschalten. (Werbepause) Mein Trainingspartner erwartet mich mit dem besten alkoholfreien Bier der Welt. Es heißt <a href="http://www.faust.de/de/willkommen__/index.html" target="_blank">Faust</a>, schmeckt aber trotzdem. Unfassbar gut sogar. Faust hat die Läuferzielgruppe im Auge und schenkt heute in Obertshausen aus. Einfach so. (Werbepause Ende)</p>
<div id="attachment_2518" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Hausen-Faust.jpg"><img class="size-full wp-image-2518 " title="Hausen Faust" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Hausen-Faust.jpg" alt="Das Bier schmeckt extrem gut. Das bleibt aber unter uns." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Das Bier schmeckt extrem gut. Das bleibt aber unter uns.</p></div>
<p>In Obertshausen obligatorisch ist eine kleine Barfußrunde auf dem Sportplatz. Der hiesige Rasen ist so eine Art Velourauslegeware im Grashalmdesign, zumindest fühlt er sich so an. Auf der zweiten Runde wandelt sich das krampfige Eiern denn auch schon wieder in etwas, das entfernt an Laufen erinnert.</p>
<div id="attachment_2519" class="wp-caption aligncenter" style="width: 394px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Hausen-Walking-Treff.jpg"><img class="size-full wp-image-2519 " title="Hausen Walking Treff" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Hausen-Walking-Treff.jpg" alt="In Obertshausen-Hausen gibt es nur Minutenzeiger." width="384" height="512" /></a><p class="wp-caption-text">In Obertshausen-Hausen gibt es nur Minutenzeiger.</p></div>
<p>Und dann schlägt die Realität noch einmal ganz hart zu. 1. Ich kriege keinen weiteren Becher vom besten alkoholfreien Bier der Welt, so lange nicht alle Läufer davon kosten dürfen (und etliche sind noch auf der Strecke). 2. Wir verpassen den Bambini-Lauf (das wichtigste Ereignis in Hausen) und 3. Der Kuchen schmeckt &#8230; wie soll man es sagen &#8230; nicht. Er schmeckt einfach nicht. Wir haben komische Sorten erwischt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Hausen-2010-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2521" title="Hausen 2010 Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Hausen-2010-Kuchen.jpg" alt="Hausen 2010 Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Solche erschütternden Wahrheiten müssen auch einmal ausgesprochen werden, ohne jeden Zuckerguss. Gut, dank Sponsor <a href="http://www.bioshop-online.de/querbeet/?article=233" target="_blank">„Querbeet“</a> gab es wieder einmal Schnitze der besten Äpfel der Welt. Aber dieser Kuchen &#8230; Brutal. Und niemand von uns hat einen Altersklassensieg abbekommen! Nicht einmal etwas von der Tombola, obwohl es Groggläser und eine Wärmflasche zu gewinnen gab! Von dem Steingutkrug (0,2 Liter) ganz zu schweigen. So sieht das aus. Die Realität – und das muss an dieser Stelle mal gesagt werden – ist nämlich mindestens so hart wie die Bauchdecke eines durchschnittlichen Rotkreuz-Helfers.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffe4b5; border-left-color: #ffe4b5; border-right-color: #ffe4b5; border-bottom-color: #ffe4b5; background-color: #dcdcdc; ">Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s bei der <a href="http://www.tgs-hausen.de/termine-und-veranstaltungen/volkslauf.html" target="_blank">TGS Hausen</a>.</div>

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		<title>Mit dem Kopf durch die Watte.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-stierstadt-2010/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 20:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute wird Volksgelaufen! ich lasse mir doch von einem dahergelaufenen Klimawandel nicht vorschreiben, wann ich zu laufen habe! Außerdem liegt der Veranstaltungsort Stierstadt im Taunus und im Taunus schneit es. Das sagen zumindest alle, die dort wohnen, die meiste Zeit des Jahres: „Also, bei uns lag heute morgen Schnee!“ Dann kann das bisschen Hitzewelle dort ja wohl nicht so schlimm sein. Als wir ankommen, sind es lächerliche 26 Grad, gemessen an den 378 Grad in meiner Wohnung in der Stadt ist das nichts.]]></description>
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<h4>Der Halbmarathon in Stierstadt (2010)</h4>
<p>Heute wird Volksgelaufen! ich lasse mir doch von einem dahergelaufenen Klimawandel nicht vorschreiben, wann ich zu laufen habe! Außerdem liegt der Veranstaltungsort Stierstadt im Taunus und im Taunus schneit es. Das sagen zumindest alle, die dort wohnen, die meiste Zeit des Jahres: „Also, bei uns lag heute morgen Schnee!“ Dann kann das bisschen Hitzewelle dort ja wohl nicht so schlimm sein. Als wir ankommen, sind es lächerliche 26 Grad, gemessen an den 378 Grad in meiner Wohnung in der Stadt ist das nichts. „Die Höhendifferenz ist gering“ schreibt der TV Stierstadt auf seiner Homepage und da sieht man mal wieder, wie relativ alles ist. In Wahrheit geht es ab Kilometer 7 stramm bergauf bis Kilometer 12, dann wieder runter und zwischen Kilometer 17 und 20 gibt es noch einmal eine deutliche Steigung.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Bild-3.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2492" title="Bild 3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Bild-3.png" alt="Bild 3" width="421" height="376" /></a></p>
<p>Auf solche Kleinigkeiten kann ich aber heute keine Rücksicht nehmen. Ich muss endlich einmal wieder Halbmarathon-Kilometer unter die Füße nehmen. Der letzte war im April, danach folgte wochenlange Krankheit und eine 6-wöchige Laufpause. Was würde sich da besser eignen, als eine anspruchsvolle, weitgehend schattenlose Strecke bei 26 Grad plus? Allen Stirnrunzlern sei an dieser Stelle gesagt, dass ich Preisträgerin des goldenen Herzfrequenzmessers für vernünftiges Laufen bin. Ich werde also vorsichtig traben und nicht Gesamtsiegerin werden wie sonst. Zunächst aber muss auf Vorrat Kuchen gekauft werden, wer weiß, wie lange der später reicht. Wir laufen uns ein wenig ein und reden uns das Wetter schön. Es könnte wärmer sein (entsetzlich!) oder kälter (nicht auszudenken!). Gut, dass alles ist wie es ist.  Zum 10 Kilometer-Lauf treten heute eine Menge Läufer an, einige tun hier so, als wären sie noch vernünftiger als ich. Papperlapapp.</p>
<p>Nach dem Startschuss des Halben geht es ein wenig durch den Ort. Als Streckenlegasthenikerin weiß ich aber leider danach nicht mehr genau, was der Kurs wann genau bietet. Ein Teil der Strecke muss zwei Mal durchlaufen werden, das weiß ich noch. Darunter ein sensationelles Stück durch Kornfelder mit einem großartigen Blick auf die Frankfurter Skyline. Tatsächlich gibt es fast keine Waldpassagen, wenn die Sonne hier brennt, dann wird es erbarmungslos. Wie durch Zauberhand schieben sich jedoch nach dem Start ein paar Wolken vor die Sonne – die schlimmste Glut bleibt uns erspart.</p>
<p>Als Preisträgerin des goldenen Pappbechers für sinnvolle Trinkpausen nehme ich an jeder der Trinkstationen einen Becher Wasser zu mir – es sind mindestens fünf. Es scheint, als hätte man hier vorausschauend noch mehr Verpflegungsstellen eingerichtet als sonst. Außerdem gibt es nasse Schwämme, die ich sehr liebe. Ich laufe die ganze Strecke mit einem gelben durchlöcherten Kumpel, der immer wieder zart über mein Gesicht wischt oder mir den Nacken betupft. Ab und zu ist es ihm selbst zu heiß, dann springt er kurz in eine der bunten Wäschewannen, um mich danach erfrischt weiter zu begleiten. Der Hessische Leichtathletik Verband hat empfohlen, Volksläufe im Zweifelsfall ausfallen zu lassen, sollten die Temperaturen allzu sehr in die Höhe schießen. In Stierstadt begegnet man dem Wetter nicht nur mit zusätzlichen Wasserstationen, auch ist der Zielschluss praktisch unbegrenzt. Niemand soll hetzen müssen. Der Sprecher im Stadion hat alle ermahnt, die Bestzeitenjagd zu verschieben und langsamer zu laufen. Da es, wie gesagt, beinahe schneit, finde ich diese Vorsichtsmaßnahmen ausreichend. Die Steigungen nehme ich mit großem Respekt und tue so, als wäre dies ein einfacher Trainingslauf am Sonntag morgen. Nach 10 Kilometern zeigt meine Uhr beinahe 1:02. Das ist langsam, aber so muss es sein. Das Feld zieht sich weit auseinander, manchmal habe ich sogar das Gefühl, zu den letzten zu gehören. Als Preisträgerin des goldenen Besenwagens fürs Laufen im letzten Drittel macht mir das nichts weiter aus. Nach einer Weile regnet es ein paar nutzlose, verwirrte Tropfen, die vermutlich aus einer offenen Wolkentür gefallen sind. „Kinder, ich hab euch doch gesagt, wir regnen entweder alle oder keiner!“ Nach der himmlischen Standpauke regnet sofort keiner mehr und es bleibt weiter trocken. Mein Laufhemd ist trotz bester Funktionsqualität klitschnass und kalt und das finde ich nicht so doll, wie warm es auch immer sein mag. Aber irgendwann kommt eben selbst das coolste Hemd ins Schwitzen. Der zweite große Anstieg strengt noch einmal sehr an. Nicht, dass es weh täte, oder der Atem rasselte. Es ist mehr wie das Laufen in eine große Wattewand, in der man stecken zu bleiben droht. Eine Läuferin, mit der ich ein kleines Duell lief, überholt mich schließlich und ich habe ihr nichts entgegen zu setzen. Einige Läufer, die ich noch überholen kann, sind stehend k.o. Sie kommen kaum noch vorwärts. Am Ende, zum Sportplatz hin, muss noch eine steile Rampe genommen werden. Ich schiebe die Wattewand Zentimeter um Zentimeter. Mit bleiernen Gliedern komme ich nach 2:09 Minuten ins Ziel. Bestimmt der langsamste Halbmarathon seit 10 Jahren. Obwohl ich müde bin, merke ich den Unterschied: der Kreislauf ist völlig im Lot, es gibt keine Gänsehaut, kein Kopfkribbeln, wie ich es schon bei starker Anstrengung in hohen Temperaturen erlebt habe. Das Herz ist schnell wieder ganz ruhig und die Beine gehorchen. Ich fühle mich gut. Ich war vorsichtig und bin belohnt worden. Das macht froh. Mein Trainingspartner war deutlich zügiger und wringt sich noch immer aus, während ich als Preisträgerin des goldenen Handtuchs für schnelle Trocknung praktisch wie aus dem Ei gepellt bin. (Möglicherweise allerdings aus einem Osterei mit klebriger Füllung).</p>
<p>Der gebunkerte Streuselkuchen hält dem Vergleich mit dem Kuchenangebot aus Bonames nicht Stand (aber welcher Kuchen tut das schon?).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2493" title="Stierstadt 2010 Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Kuchen.jpg" alt="Stierstadt 2010 Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Die Erholung tut wohl und die Siegerehrung macht viel Spaß. Die Gewinner erhalten nicht nur eine Medaille oder einen Pokal und eine Urkunde, sondern eine riesige Tüte mit Läufergeschenken.</p>
<div id="attachment_2496" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Siegerehrung.jpg"><img class="size-full wp-image-2496 " title="Stierstadt 2010 Siegerehrung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Siegerehrung.jpg" alt="Stierstadt 2010 Siegerehrung" width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Das ist übrigens nur die kleine Version der Tüten.</p></div>
<div id="attachment_2494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Sieger.jpg"><img class="size-full wp-image-2494 " title="Stierstadt 2010 Sieger" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Sieger.jpg" alt="So sehen Sieger aus." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">So sehen Sieger aus.</p></div>
<p>Die riesige Tüte ist natürlich nicht voll, aber es sieht fantastisch aus, wie die Köpfe und Arme der Läufer in einem 1-Zimmer-Appartement mit Henkel verschwinden, um danach mit einer winzigen Gummibären-Tüte wieder aufzutauchen. Für die Altersklassenersten gibt es sogar Taschenrechner. Und was braucht man heutzutage dringender? Da auch mein Trainingspartner eine Tüte bekommt, werde ich Zeuge einer der schönsten Läufergeschenk-Kombinationen überhaupt: zwei Tütchen Gummibärchen (klein), ein Schweißband (Aufdruck Siemens VDO), ein Werbekugelschreiber eines Herstellers für Bankensoftware, ein Glas ungarischer Akazienhonig und eine Dose gemahlener Pfeffer (mit Preisschild 1,89 Euro).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-Siegertüte.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2495" title="Stierstadt Siegertüte" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-Siegertüte.jpg" alt="Stierstadt Siegertüte" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Während der Siegerehrung trifft mit weitem Abstand nach 3:06 Minuten der letzte Läufer ein. Er wird mit trommelndem Applaus und einem Spalier gefeiert. Es scheint, als ginge der goldene Herzfrequenzmesser für vernünftiges Laufen in diesem Jahr an ihn.</p>
<div id="attachment_2498" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Letzter1.jpg"><img class="size-full wp-image-2498 " title="Stierstadt 2010 Letzter" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Letzter1.jpg" alt="So auch." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">So auch.</p></div>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdead; border-left-color: #ffdead; border-right-color: #ffdead; border-bottom-color: #ffdead; background-color: #f5f5f5; ">Mehr zu Lauf und Veranstalter gibts <a href="http://www.tvstierstadt.de/" target="_blank">hier</a>.</div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
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		<title>Das Beste zum Schluss.</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 17:09:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum Geburtstag gratulieren, wenn noch gar nicht Geburtstag ist, bringt Unglück. Aber wie ist das mit Silvesterlaufen, wenn noch gar nicht Silvester ist?  „Das ist prima“, sagt sich der Spiridon Frankfurt, einer der größten Laufvereine Deutschlands, „wir sind eben unserer Zeit voraus“. Der Frankfurter Silvesterlauf findet folgerichtig ein paar Tage vor Silvester statt. (...)]]></description>
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<h2>10 km Silvesterlauf Frankfurt (2009)</h2>
<p>Zum Geburtstag gratulieren, wenn noch gar nicht Geburtstag ist, bringt Unglück. Aber wie ist das mit Silvesterlaufen, wenn noch gar nicht Silvester ist?  „Das ist prima“, sagt sich der Spiridon Frankfurt, einer der größten Laufvereine Deutschlands, „wir sind eben unserer Zeit voraus“. Der Frankfurter Silvesterlauf findet folgerichtig ein paar Tage vor Silvester statt. Am Sonntag davor, um genau zu sein. Kaum sind also die Weihnachtsknödel halbwegs verdaut, strebt man schon wieder Bestzeiten zu. „Falsch“, sagt da der Spiridon Frankfurt, „beim Silvesterlauf geht’s ums Auslaufen.“ Ich laufe am 27.12. also aus, was ja durchaus passt. Schließlich gibt es etliche Nichtläufer, die denken, Menschen, die bei -2 Grad im Laufschritt über teilweise vereiste Wege hasten, können nur nicht ganz dicht sein.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Stadion.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2103" title="Silvesterlauf Stadion" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Stadion.jpg" alt="Silvesterlauf Stadion" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Der Frankfurter Silvesterlauf startet an der Commerzbank Arena, die von den Altvorderen hartnäckig Waldstadion genannt wird. Die Anmeldung und das Ganze drumherum finden in der Wintersporthalle statt. Hier kann man sich einen Laufkalender für das nächste Jahr grabschen, nach bekannten Gesichtern Ausschau halten und heimlich schon mal das Kuchenangebot checken. Zunächst sind die Kinder dran. Aus dem Lautsprecher tönen unüberhörbar die Warnungen vor den glatten Stellen auf der Strecke. Wir tappeln vor uns hin (vor dem Auslaufen muss man sich erst mal einlaufen) und testen die rutschigen Partien. Ich sehe schon. Das wird ein Lauf mit einer einfallslosen Ausrede, falls man langsam war. Alle werden sich hinterher auf die rutschigen Schneeflecken berufen. Ich natürlich auch. Aber ich bin ohnehin sehr gelassen. Vor zwei Tagen hab ich noch eine große Weihnachtsrunde gedreht und 10km-Läufe sind eh nicht so meins – zu kurz und schnell.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Schild.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2104" title="Silvesterlauf Schild" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Schild.jpg" alt="Silvesterlauf Schild" width="512" height="384" /></a></p>
<p>1800 Läufer werden per Blockstart etwas entzerrt. Das macht der Spiridon Frankfurt schon seit Jahren so und das macht er gut. So können die Eliteläufer unter sich bleiben und die anderen rennen sich nicht so sehr in die Hacken (was bestimmt auch schlechtes Karma für das kommende Jahr bringen würde). Mein Trainingspartner blockstartet vor mir, aber der hat ja auch Ehrgeiz. Ich hab dagegen Weihnachtsferien. Im Block treffe ich Jörg, der vor sich hin tiefstapelt. Muskuläre Probleme und so. Voller Faszination fällt unser Blick auf einen Herrn mit Baumwollbuchse und Sweatshirt. An den Füßen trägt er Schuhe, die nur noch im weitesten Sinne als solche erkennbar sind. Das Gewebe an den Seiten ist aufgerissen, so dass seine grauen Frotteesocken sichtbar werden. Die Zehenkappe hängt in Fransen. Die Sohle sieht aus, als wäre sie bestenfalls einen halben Zentimeter dick. Hier haben wir Sneakers der Kategorie „Never change a winning shoe.“. Doll. Dabei würde es mich nicht wundern, wenn er am Arm einen neuen Garmin tragen würde. Läufer können so beknackt sein. Ich selbst würde mich ohne meine liebsten Brooks Trailschuhe nie auf die Strecke trauen.</p>
<p>Wir rennen los. Schon nach wenigen 100 Metern setzt sich Jörg von mir ab und nimmt seine muskulären Probleme mit. Zum Glück. Ich mag sie nicht haben. Trotz Blockstart ist es ein wenig eng. Das liegt auch daran, dass alle die schnee- und eisfreien Pfade bevorzugen und man zum Überholen zwangsläufig ins Unwegsame muss. Witsch – aua. Ausrutschen gehört hier zum Geschäft. Bei Temperaturen um null Grad bietet die Kleiderfrage immer besonders viel Unterhaltung auf der Strecke. Es gibt nämlich alles: bloße Beine und T-Shirt (sogar in meiner Zeitkategorie!) und ein Outfit, dass eher an arktische Wissenschaftler erinnert. Vor mir läuft jetzt ein Herr mit Skijacke, die so dick ist, dass er die Arme kaum am Körper führen kann. Oder ist er selbst so mollig? Ich widerstehe der Versuchung, die Dicke seiner Jacke durch Kneifen nachzuprüfen. Weiter geht’s. Bei laufreport.de wird später zu lesen sein, die Strecke sei wellig, aber die Wellen sind keine Tsunamis. Die Strecke im Stadtwald ist einigermaßen flach, von einem Hügel bei km 7 einmal abgesehen. Man kann das einfach so durchtrotteln. Hinter mir wird das Weihnachtsmenü noch einmal rekapituliert und die Angesprochene kommentiert es anerkennend. Typisch Silvesterlauf. Zwei Kilometer vor dem Ziel raffen sich merklich viele zu einer kleinen Tempoverschärfung auf. Das letzte Aufbäumen von Ehrgeiz in diesem Jahr. Da mach ich doch mit! Ich fühle mich noch frisch (das ist der entscheidende Vorteil von 10ern) und ziehe etwas an. Jetzt wäre ein Fotograf gut. Denn immer, wenn ich bisher bei einem vorbei kam, ließ der kurz vor mir die Kamera sinken. Gut, auch ein Fotograf braucht mal eine kurze Verschnaufpause – aber doch nicht, wenn ich komme! Ich laufe an ihn hin, setze mein schönstes Lächeln auf, zupple mir die Startnummer zurecht und dann – nichts. Kein Foto. Mir geht das dauernd so. Oder es setzt sich in der letzten Sekunde ein 2,50 Meter großer Flugsaurier vor mich. Oder dem Fotografen fliegt etwas ins Auge. Irgendwas ist immer. Und selbst wenn! Wenn es dann mal ein Foto von mir gibt! Reden wir nicht drüber.</p>
<p>Ich muss also unfotografiert zum Endspurt ansetzen. Eine Dreiergruppe hat mich überholt und zieht los. Ich schaue auf die Uhr. Wenn ich jetzt noch etwas zulegen kann, komme ich noch unter 53 Minuten rein. Pah, das ist doch für mich keine Zeit! Also los geht’s. Die Dreiergruppe kann sich schon mal warm anziehen. Obwohl – dazu kommt sie nicht mehr, so schnell, wie ich vorbei fege. Jetzt nur nicht mehr auf die Nase fallen, das gibt Abzüge in der B-Note. Und um die geht es hier schließlich. Auch ohne Fotograf. Den letzten Kilometer erledige ich in unter 5 Minuten. 52:56. Das bringt mir den 111. Frauenplatz von 506, den 28. AK Platz von 111. Bei einem Silvesterlauf muss man nicht viel tun, um noch halbwegs gut auszusehen. Im Ziel gibt es heißen Tee, der mit Besenstilen in blauen Plastikfässern angerührt wird. Und er ist köstlich.</p>
<p>Der Streuselkuchen aus der Hand einer sehr fröhlich lachenden Dame ist ebenfalls ausgezeichnet. Leider hat sich die Kaffeemaschine aus dem Dienst verabschiedet, bevor sie mir etwas brühen konnte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Kuchen-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2105" title="Silvesterlauf Kuchen 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Kuchen-2.jpg" alt="Silvesterlauf Kuchen 2" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2106" title="Silvesterlauf Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Kuchen.jpg" alt="Silvesterlauf Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Und ebenfalls leider lässt die Anlage den kämpfenden Spiridon Chef Thomas Rautenberg bei der Siegerehrung im Stich – sie fiept, als wollte sie allen Läufern zum neuen Jahr einen Tinnitus kredenzen.</p>
<p> </p>
<div id="attachment_2107" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Männer.jpg"><img class="size-full wp-image-2107 " title="Silvesterlauf Männer" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Männer.jpg" alt="Kinkal Roba Musa, Timo Zeiler und Jan-Philipp Starostzik auf dem Treppchen." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Kinkal Roba Musa, Timo Zeiler und Jan-Philipp Starostzik auf dem Treppchen.</p></div>
<p> </p>
<div id="attachment_2108" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Frauen.jpg"><img class="size-full wp-image-2108 " title="Silvesterlauf Frauen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Frauen.jpg" alt="Siegerinnen: Jenny Schulz, Veronika Ulrich und Nina Stoecker." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Siegerinnen: Jenny Schulz, Veronika Ulrich und Nina Stoecker.</p></div>
<p>Die Läufer nehmen es gelassen &#8211; wie Läufer überhaupt nach dem Laufen das meiste gelassen nehmen. Schließlich warten in vielen kleinen Gruppen schon der mitgebrachte Sekt oder Glühwein, mit dem es sich auf das neue Jahr anstoßen lässt. Am Nachmittag des 27.12. In Frankfurt ist man eben seiner Zeit voraus.</p>

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		<title>Von der Unterhose des Verderbens und dem Alpenveilchen des Grauens.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/lindenseelauf-ruesselsheim-09/</link>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 15:26:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rüsselsheim09]]></category>
		<category><![CDATA[15km]]></category>
		<category><![CDATA[Rüsselsheim]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland im November. Zum Auswandern. Überhaupt Deutschland. Regen, immer nur Regen. Und grau und trist. Und alle sind depressiv und essen schon seit August Lebkuchen gegen die Depression. Nur wegen des Wetters. Das weiß doch jeder. Dabei ist es in Wirklichkeit frei erfunden. Seit Jahren laufe ich im November in Rüsselsheim den Lindenseelauf mit. Geregnet hat es noch nie.]]></description>
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<h2>Der 15 km Lindenseelauf in Rüsselsheim.</h2>
<p>Deutschland im November. Zum Auswandern. Überhaupt Deutschland. Regen, immer nur Regen. Und grau und trist. Und alle sind depressiv und essen schon seit August Lebkuchen gegen die Depression. Nur wegen des Wetters. Das weiß doch jeder. Dabei ist es in Wirklichkeit frei erfunden.</p>
<p>Seit Jahren laufe ich im November in Rüsselsheim den Lindenseelauf mit. Geregnet hat es noch nie. Ich laufe auch die Winterlaufserie in Hofheim-Lorsbach, beinahe alle zwei Wochen, den ganzen Winter hindurch. Es regnet selten. Manchmal schneit es und das ist schön. Von meinen über 160 Volksläufen sind mir etwa eine Handvoll im Gedächtnis geblieben, bei denen es regnete. Ich kenne wenige Läufer, die hartnäckig über das Wetter jammern. Vielleicht, weil sie wissen, dass sie, übers Jahr gesehen, ihren Regenläufen eine Unmenge Sonnenläufe entgegensetzen können. Und dass gegen Depressionen kein Lebkuchen der Welt helfen kann – <a href="http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Depression/Tipps/Depression-und-Sport-5276.html" target="_blank">wohl aber laufen</a>. </p>
<p>Heute laufe ich in Rüsselsheim. Es ist November, es sind 15 Grad und die Sonne scheint. Und nicht einmal die Architektur von Rüsselsheim könnte mich zum Auswandern bewegen. Bevor es los geht, mache ich in der Sporthalle der Albrecht Dürer Schule ein paar Fotos. Ich mag die seltsamen Schilder und Zettel in Schulen. Auf denen Hausmeister nicht mehr Hausmeister genannt werden, sondern „Gebäudemanager“. Und ich mag die interessante Atmosphäre eines improvisiert wirkenden, aber doch gut durchorganisierten Events.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Abstellraum-.jpg"><img class="size-full wp-image-2068 aligncenter" title="Rüsselsheim Abstellraum" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Abstellraum-.jpg" alt="Rüsselsheim Abstellraum" width="384" height="288" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Damen.jpg"><img class="size-full wp-image-2069 aligncenter" title="Rüsselsheim Damen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Damen.jpg" alt="Rüsselsheim Damen" width="384" height="288" /></a></p>
<p>Manchmal begegnet mir auf einer solchen Volkslauf-Fotosafari deutliches Misstrauen. Warum ich die Fotos mache? Und für wen? In Nidderau wurde ich einmal gebeten, keine Fotos der Verpflegungspreisliste zu machen (Kaffee: 0,80 €, Kuchen 1 €), mit der Begründung, ich könnte etwas „für die Konkurrenz ausspähen“. Auch in Rüsselsheim ist man skeptisch. „Machen Sie damit Werbung?“ fragt man mich. „Ja“, sage ich, „für den Lauf.“ Das wird erst einmal nicht geglaubt. Möglicherweise geht die Vermutung dahin, ich könnte das Foto eines Vereinslaufshirts (das heute zum reduzierten Preis von 1,50 € angeboten wird) bei ebay verkloppen und damit richtig Asche machen. Dabei ist darauf ein Elefant abgebildet („Rüssels-heim“!) und ich kenne leider nur wenige Läufer, die sich mit einem Tier identifizieren, dass 7.000 Kilo wiegt. Aber lustig ist das T-Shirt schon, das muss ich zugeben.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-T-Shirt.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2071" title="Rüsselsheim T-Shirt" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-T-Shirt.jpg" alt="Rüsselsheim T-Shirt" width="336" height="448" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-T-Shirt-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2084" title="Rüsselsheim T-Shirt 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-T-Shirt-2.jpg" alt="Rüsselsheim T-Shirt 2" width="384" height="288" /></a></p>
<p>Wir treffen nette Menschen und das Wetter wird immer besser. Noch besser. Wir tragen kurze Hosen und ich bin froh, dass ich an meine Sonnenbrille gedacht habe. Doch dann, beim Einlaufen, bemerke ich etwas zutiefst Unangenehmes. Ich trage eine Unterhose des Verderbens. Durch eine Asynchronität im Waschrhyhtmus stand mir heute morgen nicht die Unterhose des himmlischen Friedens zur Verfügung, die ich sonst bei Volksläufen am Liebsten trage. Sie ist von Falke und wurde mir bei der New Yorker Marathonmesse aufgeschwatzt, als ich in einem Zustand wirtschaftlicher Unzurechnungsfähigkeit war. Sie ist großartig und jetzt vermisse ich sie schmerzlich. Unterhosen des Verderbens haben die Eigenschaft, sich nicht sofort als solche erkennen zu geben. Man kann mit ihnen problemlos den Alltag bestreiten – bis man versucht, mit ihnen zu laufen. Dann beginnt ein verzweifelter Kampf, dessen Sieger von vorneherein feststeht. Das Übelste an dem verabscheuungswürdigen Textil ist, dass es seinen eigentlichen Job völlig außer Acht lässt. Anstatt die Pobacken ordentlich zu bedecken, bewegt es sich in Regionen, die es überhaupt nichts angehen. Es gibt Wanderbaustellen und Wanderheuschrecken. Aber das ist alles nichts gegen eine Wanderunterhose. Und genau eine solche Plage habe ich heute am Hals. Bzw. am Hintern. Nein, schön ist das nicht.</p>
<p>Wir schreiten zum Start und ich versuche, nicht weiter an Bekleidungsfragen zu denken. Statt dessen denke ich an den Song „Ain’t no mountain high enough“, der mir komischerweise seit heute morgen nicht mehr aus dem Kopf geht. Dabei gibt es hier überhaupt keine Mountains. Nach einem kurzen Stück durch den Ort landet man im Wald. Der Wald an sich ist im Grunde ein ganzjähriges Läuferglück. Im Frühjahr sieht man hier die erwachende Natur, im Sommer ist es nicht so heiß, im Winter vergisst man im Wald alles andere und im Herbst ist der Wald sowieso der allergrößte Hit. Auch in Rüsselsheim gibt es überall blätterbedeckte und gerade Wege, die „Belauf mich, belauf mich!“ rufen. Gelegentlich kommt zwar ein tief hängender Flieger vorbei, aber da ich nicht hier wohne, empfinde ich ihn eher als Unterhaltungsprogramm. Nach einem Kilometer zieht eine junge Frau vor mir ihre Jacke aus und bindet sie sich um die Hüften – eine Gewohnheit, die ich normalerweise höchst albern finde (dass die Jacke zu warm ist, hätte man auch beim Einlaufen mühelos feststellen können). Jetzt bin ich aber fast ein bisschen neidisch. Hätte ich jetzt auch eine Jacke, wäre ich sicher, dass niemand Zeuge meines Kampfes mit der Unterhose des Verderbens werden kann.  Nicht dran denken, Frauschmitt, einfach nicht dran denken.</p>
<p>Die Wege sind wirklich ein Traum. Es gibt kaum Wurzeln, wenig Schottersteinchen oder Tannenzapfen. Der Wald ist hier wie eine riesengroße Aschenbahn. Entsprechend schnell kann man laufen. Wenn man kann. Ich kann ja nicht so richtig, weil ich mich erst aus meinem mehrmonatigen Trainingsloch arbeiten muss. Noch immer laufe ich viel zu wenig. Heute fühle ich mich allerdings ganz passabel. Wäre da nicht &#8230; aber ich will nicht klagen.</p>
<p>Nach wenigen Kilometern läuft eine Dame in knallrosa neben mich. Sie hat einen entschlossenen Schritt und das gefällt mir. Vielleicht kann ich ja dranbleiben. Ich wähle ebenfalls eine entschlossene Gangart und so fegen wir an einem Läufer nach dem anderen vorbei. Wiedersehen macht hier bekanntlich keine Freude und so hoffe ich inständig, dass meine Kühnheit nicht bestraft wird. Immerhin laufe ich jetzt schon mehrere Kilometer im Tempo von 5,1 min/km. Wir laufen an eine Dame heran, die ein ebenso knallrosafarbenes Oberteil trägt, wie meine Pink Lady. Vielleicht hat man das jetzt ja. Wir überholen sie, wie viele andere auch, doch das sieht die Dame gar nicht ein. Sie gibt Gas und setzt sich wieder vor mich –um danach deutlich abzubremsen. Wer geglaubt hat, diese Verhaltensweise sei nur etwas für selbstwertarme Handelsvertreter auf Autobahnen, dem sei gesagt, dass auch harmlos aussehende Frauen zu solchen Idiotien fähig sind. Ich muss stark abbremsen und komme völlig aus dem Rhythmus, weil ich danach wieder anziehen muss, um um die Dame herum zu laufen. Ganz und gar unnötig.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffa500; border-left-color: #ffa500; border-right-color: #ffa500; border-bottom-color: #ffa500; background-color: #f5f5f5; "><em>Lieber später lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-09.pdf" target="_blank"><em>Druckversion als PDF</em></a><em>.</em></div></div>
<p>Pink Lady und ich ziehen unseres Weges. Doch dann fällt sie plötzlich leicht zurück. Ihren Platz nimmt eine andere Läuferin ein, die eine Jacke um die Hüften trägt. Beinahe möchte ich sie fragen, ob sie eine Unterhose des Verderbens trägt, aber ich lasse es lieber. Das Tempo ist jetzt etwas langsamer geworden, aber ich bin sehr zufrieden. Schon lange war ich nicht mehr in einem solchen Tempo unterwegs und ich freue mich, dass es möglich ist. Pink Lady hat jetzt wieder zu uns aufgeschlossen und macht einen erholten Eindruck. Eine Verpflegungsstelle gibt es nicht, aber manchmal gelingt das ja auch so. Bei einem kleinen Anstieg an einer Brücke hat sie schließlich genug von ihren Begleiterinnen: sie gibt plötzlich Gas. Bis ins Ziel werde ich sie sehen können, sie kommt nicht so richtig weg. Aber ihr kleiner Zwischenspurt macht, dass ich sie nicht mehr einholen kann. Respekt. Dann bleibt mir nur, die Jackendame abzuschütteln. Man muss sich ja immer kleine Ziele setzen, die einen bei der Stange halten. Ich setze mich vor sie und spüre fortan ihre Gegenwart. Es gibt keine bessere Methode, um nicht nachzulassen. Doch dann überholt mich ein älterer Herr und liefert mir damit noch ein weiteres Ziel: Am Ende genug Luft für einen Konter zu haben. Wir kommen aus dem Wald und ich kann schon den Kuchen riechen. Und noch immer höre ich die Jacke hinter mir. Ich klappe den Mund weit auf und schalte auf Turbo. „Ain’t no mountain high enough“ begleitet mich. Es gelingt. Ich lasse den Herrn und die Jacke hinter mir. 1:18:41. Heute reicht das für den 7. AK-Platz von 20. Vor zwei Jahren war ich sechs Minuten schneller. Aber mit einem vielfachen Trainingspensum. Ich bin vollkommen zufrieden. Die Unterhose des Verderbens habe ich auf den letzten Kilometern total vergessen. Mein Trainingspartner hat ebenfalls sein Ziel erreicht: Er hat seinen ehemaligen Briefträger abgehängt, der vor Jahren aus gesundheitlichen Gründen in Frührente ging und jetzt auf hohem Niveau Volksläufe bestreitet.</p>
<p>Wir treffen uns in der Halle zum obligatorischen Kuchenfassen und alles, was meine Stimmung jetzt noch trüben könnte, wäre die Tatsache, dass mein Trainingspartner einen Jahrhundertkuchen erwischt, wohingegen ich mit einem eher trockenen Backwerk vorlieb nehmen muss. Aber nicht einmal das stört mich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Tassen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2073" title="Rüsselsheim Tassen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Tassen.jpg" alt="Rüsselsheim Tassen" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Kuchen-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2074" title="Rüsselsheim Kuchen 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Kuchen-1.jpg" alt="Rüsselsheim Kuchen 1" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Kuchen-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2075" title="Rüsselsheim Kuchen 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Kuchen-2.jpg" alt="Rüsselsheim Kuchen 2" width="448" height="336" /></a></p>
<p>Für die Siegerehrung brüllt der Moderator in ein Mikro, dass es nur so scheppert. Ich will gerade eine der Boxen mit dem Lautsprecher nach hinten drehen, als der Strom ausfällt. Erleichterung stellt sich im Publikum ein. Wir sitzen im Halbdunkel (es ist schließlich später Nachmittag), denken an den Advent und gar nicht mehr an den Moderator, bis der versucht, die Siegerehrung mit einem Megafon fortzusetzen. Doch dann geht der Strom wieder an – und sofort auf magische Weise wieder aus. Das Prozedere wiederholt sich mehrere Male und wir freuen uns an soviel Entertainment. Fieberhaft wird an der Ursache geforscht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselheim-Siegerehrung-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2076" title="Rüsselheim Siegerehrung 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselheim-Siegerehrung-2.jpg" alt="Rüsselheim Siegerehrung 2" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Tombola.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2077" title="Rüsselsheim Tombola" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Tombola.jpg" alt="Rüsselsheim Tombola" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Ich mache im Dunkeln ein paar Fotos und lasse meinen Blick über die Prämien der Tombola schweifen, als ich plötzlich wie vom Donner gerührt stehen bleibe. Ich weiß jetzt, warum der Strom ausfällt. Es ist Sabotage. Von Geisterhand. Ein seltsames Lebewesen, nicht Mensch, nicht Tier, hat sich dem Stromkreis bemächtigt. Ich weiß es, ich kann es spüren.</p>
<p style="text-align: left;">Es ist: das Alpenveilchen des Grauens.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Alpenveilchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2078" title="Rüsselsheim Alpenveilchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Alpenveilchen.jpg" alt="Rüsselsheim Alpenveilchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Mit diesem Wissen können wir jetzt nach Hause fahren. Dort angekommen setze ich mich an den Computer, höre „Ain’t no mountain high enough.“ und fühle mich verknallt.</p>
<p>Dabei war ich nur Laufen.</p>
<p> </p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Xz-UvQYAmbg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/Xz-UvQYAmbg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>

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		<title>Die ganze Welt des Laufens.</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 12:43:43 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute fahren wir nach Obertshausen. Genauer gesagt, nach Hausen. Einem der zwei Ortsteile von Obertshausen. Der andere heißt nicht etwa Oberts, sondern auch Obertshausen. Das ist alles sehr verwirrend und ich bin froh, dass ich heute hier nicht die Ortschronik schreiben muss, sondern nur einen Laufbericht. Wir rollen also in den Ortsteil und gleich fällt mir ein Slogan für ein Parkhaus ein, den ich gestern gelesen habe: (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Obertshausen-Hausen (2009)</h2>
<p>Heute fahren wir nach Obertshausen. Genauer gesagt, nach Hausen. Einem der zwei Ortsteile von Obertshausen. Der andere heißt nicht etwa Oberts, sondern auch Obertshausen. Das ist alles sehr verwirrend und ich bin froh, dass ich heute hier nicht die Ortschronik schreiben muss, sondern nur einen Laufbericht. Wir rollen also in den Ortsteil und gleich fällt mir ein Slogan für ein Parkhaus ein, den ich gestern gelesen habe: <span id="more-771"></span> „Die ganze Welt des Parkens.“ Auch uns bietet sich hier die ganze, faszinierende Welt des Parkens: zwei Autos und dazwischen eine ausreichend große Lücke. Herrlich.</p>
<p>Ich will heute nach langer Zeit einmal wieder einen Halbmarathon laufen. Das letzte Mal, dass ich 20 km gelaufen bin, war im November oder Dezember. Das macht mich – nun ja – ein wenig nervös. Lange Läufe zwischen 15 und 20 km habe ich in den letzten Monaten auch reichlich wenige im Laufbuch. Dabei habe ich doch gelernt, dass es genau diese Läufe sind, die man machen muss. Damit die Muskulatur sich daran gewöhnt, möglichst lange submaximal zu kontrahieren. Ich habe keine Ahnung, was das bedeutet, aber man kann es überall lesen. Weil mir der Begriff „submaximal“ so gut gefällt, habe ich es mir gemerkt.</p>
<p>Ich bin also heute sehr gespannt, wie, warum und wohin meine Muskulatur kontrahiert. Der Halbmarathon in Obertshausen (Hausen) ist eine einzige Waldschneiserei. Es schneist links, dann schneist es rechts, dann wieder links. Keine Anstiege, keine Seeumrundung. Einfach nur solider, deutscher Wald. Nicht sehr spektakulär. Im Grunde weiß ich auch nicht, warum ich heute hier zum neunten Mal antrete. In Obertshausen gab es mal eine Bürgermeisterkandidatin der SPD, die Mechthild Schmitt hieß. Aber das allein kann es ja auch nicht sein. Außerdem hat sie die Wahl nicht gewonnen. Man erlebt hier bestenfalls die halbe Welt des Laufens. Es scheint also so zu sein, als wäre bereits die mickrige Hälfte für mich außerordentlich anziehend und schön.</p>
<p>Als Dame kleidet man sich in den Kellergewölben der Picard-Halle um, die nicht etwa nach Handtaschen benannt ist, obwohl das bekannte Lederwarenunternehmen in Obertshausen seinen Sitz hat. Sie heißt nach einem ehemaligen Vereinsvorsitzenden, den man damit vermutlich für besondere Dienste um den Sportverein ehrte. Picard heißt man in Obertshausen öfter, es ist anzunehmen, dass Jean-Luc Picard, Kapitän der USS Enterprise, auch von dort stammt.</p>
<p>Ich ziehe mich also in der Picard-Halle um und beobachte dabei eine Dame, die sich die kompletten Beine mit Vaseline einreibt. Es erinnert eher an die Vorbereitungen zu einem Bodybuilding-Wettbewerb, denn die Beine beginnen augenblicklich zu glänzen. Vielleicht will sie die Konkurrenz müde spiegeln. Ich sehe von Vorbereitungen dieser Art ab und bin schnell fertig. Im Gang zur Umkleide haben sich inzwischen Horden apfelschorlengefüllter Menschen angesammelt, denn hier sind die Toiletten. Wie so oft sind es zu wenige.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; ">Später weiterlesen? Bitteschön: die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/07/Obertshausen09.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Ich treffe mich mit meinem Trainingspartner draußen, in der Hoffnung, beim Einlaufen im Wald ein kuscheliges Gebüsch   zu finden. Die erfüllt sich nicht, rund um das kleine Stadion ist einfach zu viel los und auch nach so vielen Jahren Laufen gehe ich ungern pinkeln, wenn Menschen dabei an mir vor- beihasten. Das Problem löst sich, als wir den Weg zur anliegenden Schule sehen, die heute ihre Pforten geöffnet hat. Obertshausen kümmert sich also doch um die Bedürfnisse seiner Läufer.</p>
<p>Ich glätte noch einmal meine backblechgroße Startnummer über meinem Bauch und dann geht es auch schon los. Nach einer ¾ Stadionrunde zielt der Weg in den Wald. Auf den ersten zwei Kilometern drängelt es sich ein bisschen, aber dann ist bald genug Platz für alle. Meine Uhr zeigt seltsame Zwischenzeiten und ich bin irritiert. Sollte ich mein Tempogefühl völlig verloren haben? Bei km 5 ist aber alles im grünen Bereich und ich beschließe, dass die Kilometerschilder mit submaximaler Genauigkeit aufgestellt wurden. Seit einer Weile laufe ich mit einem Stein im Schuh. Es fühlt sich nach einem wahren Bergwerk an, ein Gefühl hinter dem erfahrungsgemäß ein Steinchen in Nanopartikelgröße steckt. Ich arbeite den Stein laufend unter das Fußgewölbe.</p>
<p>Schon bald läuft vor mir ein Riese. Zwar ist die Strecke nicht übermäßig aufregend, aber es kann zuweilen nützlich sein, wenn man sieht, wo man hinläuft. Mit dem Riesen als Hase ist das schwer möglich. Andererseits ist mir der in den Himmel ragende Rücken irgendwie nicht unsympathisch. Er riecht nicht schlecht, macht keine unangenehmen Geräusche und hat keine nässenden Ekzeme im Nacken. Also nehme ich mein Schicksal an und laufe ihm einfach nach. Schneller will ich einfach gerade nicht. Ich muss schließlich mit meinen Kräften haushalten. Und außerdem sind wir im Wald und nicht im Kino. Ich sehe noch genug. Der Stein im Schuh sitzt jetzt unter dem Ballen.</p>
<p>Zwei Kilometer später hat sich das alles ohnehin erledigt, der nette Riese wird langsamer. Oder werde ich schneller? Naja, vielleicht ein bisschen. Jetzt läuft eine Dame in neongrünem Shirt an mir vorbei. In pinkfarbenen Lettern steht darauf: „Schöne Männer und Weltfrieden Klein-Auheim“. Während ich noch darüber nachdenke, ob in Klein-Auheim der Wunsch nach dem Genannten besonders dringlich ist, oder ob Klein-Auheim hier als Quell für selbiges angepriesen werden soll, beschließe ich, Ruhe zu bewahren. Nichts soll mich dazu verleiten, schneller zu laufen, als ich dauerhaft kann. Ich muss ja noch eine Weile kontrahieren. Und der Stein im Schuh ist an den Zehen angekommen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-772" title="Obertshausen-T-Shirt" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-T-Shirt.jpg" alt="Obertshausen-T-Shirt" width="495" height="371" /></p>
<p>Als nächstes ereilt mich eine akustische Herausforderung. Ein Läufer hat Kleingeld einstecken. Viel Kleingeld. Ich bin ratlos? Warum nur? Was denken sich Volksläufer, die Kleingeld mit auf die Strecke nehmen? Dass Ganoven unmittelbar nach dem Startschuss die Umkleide entern, um Läufern 4 Euro 80 (in zwanzig Cent-Stücken) aus der Tasche zu reißen? Hat man ihnen nicht gesagt, dass die Verpflegung an der Strecke nichts extra kostet? Erwarten sie, unterwegs einzukehren, wie bei einer Bergwanderung? Ich weiß es nicht. Ich muss gelegentlich mal so einen Klingelbeutel fragen. Mein steinerner Begleiter im Schuh probiert jetzt alle Zehen als Unterschlupf durch.</p>
<p>Die Kilometerbeschilderung ist nach dem Countdown-Prinzip beschrieben, was viele Läufer irritiert. Da steht etwa: „noch 9 km“. Mir ist das recht. Ich zähle in meinem Kopf ohnehin gerne herunter. Für heute habe ich mir eine besondere Rechnung ausgedacht, die ich immer dann anwende, wenn Schlaffheit droht und ich meiner Form nicht sicher bin. Mein Zeitziel für heute ist verhalten: ich möchte weniger als 2 Stunden brauchen. Jetzt arbeite ich auf den Kilometer hin, ab dem ich dieses Ziel erreiche, selbst wenn mir durch einen Einbruch von da ab nur noch ein Tempo von 6 Minuten/km möglich sein sollte. Bei km 13 ist es soweit: wenn ich ab jetzt im 6er Schnitt weiter schlunze, komme ich immer noch unter 2 Stunden rein. Herrlich. Alles andere ist jetzt Kür. Und der Stein ist weg. Keine Ahnung, wohin der sich verkrochen hat.</p>
<p>Inzwischen sind die 10km-Läufer an uns vorbeigezischelt, die 20 Minuten später gestartet sind. Ich mag das gern, schnelleren Läufern zu begegnen. Es ist ein schönes Unterhaltungsprogramm, wenn dünne Jungs mit Flatterhosen an einem vorbeihechten. Man kann auch gleich einen Siegertipp abgeben. Am Rand der Strecke stapft gerade ein Fotograf durch die Brennnesseln. Er hält vermutlich Ausschau nach der ersten Frau der 10er. Bedauere, nein.</p>
<p>Jetzt läuft ein Läufer mit einem Saucony-Shirt vor mir. Obwohl der Hersteller Unmengen Werbegeld investiert hat, um mir beizubringen, wie man ihn ausspricht, vergesse ich es immer wieder. Sossoni? Sokoni? Ich würde ja den T-Shirt-Besitzer fragen, aber der ist verkabelt. Weiße Schnüre hängen aus seinen Ohren. Wenigstens muss er so Mr. Viereuroachtzig nicht hören.</p>
<p>Ich rechne bei jedem Kilometer meine mögliche Zielzeit aus, immer unter der Prämisse, dass ich auf der Stelle nur noch einen 6er-Schnitt würde laufen können. So wird die Zeit mit jedem Kilometer besser. Noch wage ich nicht zu prognostizieren, dass ich mein Tempo halten kann, obwohl ich im Grunde weiß, dass jetzt nicht mehr viel passieren kann. Noch vier Kilometer Schneisensightseeing. Ein bisschen Wasser habe ich unterwegs getrunken, die letzte Station lasse ich aus. Ich mag jetzt nicht mehr wieder anlaufen müssen. Ich ziehe an „Schöne Männer und Weltfrieden“ vorbei und an vielen anderen auch. Das geht einfach so. Die Body-Memory funktioniert, mein Körper kennt die Strecke. Das mit dem Kontrahieren hat er noch nicht vergessen. Die Stadionrunde braucht noch einmal etwas Kraft, aber das ist der Fluch aller Stadionrunden. Ich holze mit 1:54:40 und einem triumphierenden Steinchen am großen Zeh ins Ziel.</p>
<p>Das dichte, weiche Gras des Stadions riecht, als hätte man „Eau de Rasen“ darauf versprüht. Hier liegt es sich hervorragend, während man darauf wartet, dass Getränkenachschub geholt wird. Hier lässt es sich auch hervorragend barfuss auslaufen, nachdem man das piesakende Steinchen aus dem Schuh gebastelt hat.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-773" title="Obertshausen-Bambini-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-Bambini-1.jpg" alt="Obertshausen-Bambini-1" width="490" height="366" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-774" title="Obertshausen-Bambini-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-Bambini-2.jpg" alt="Obertshausen-Bambini-2" width="515" height="386" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-775" title="Obertshausen-Bambini-3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-Bambini-3.jpg" alt="Obertshausen-Bambini-3" width="517" height="386" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-776" title="Obertshausen-Bambini-4" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-Bambini-4.jpg" alt="Obertshausen-Bambini-4" width="523" height="392" /></p>
<p>Es folgt das Obertshausenritual: Kuchen und Kaffee holen, mümmeln und Bambini-Läufe gucken, bei denen winzige Kinder von gigantischen Startnummern beinahe völlig verdeckt werden. Und da ist sie dann doch wieder. Die ganze, maximale Welt des Laufens. Ohne jedes Sub.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-777" title="Obertshausen-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-Kuchen.jpg" alt="Obertshausen-Kuchen" width="468" height="350" /></p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr über Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: <a href="http://www.tgs-hausen.de/">www.tgs-hausen.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Obertshausen-Hausen?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
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</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<item>
		<title>Kirschen, kariert.</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 15:54:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[O - Z]]></category>
		<category><![CDATA[Stierstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Stierstadt09]]></category>
		<category><![CDATA[10km]]></category>

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		<description><![CDATA[Ockstädter Kirschen sind eine Delikatesse. Besonders in Stierstadt. Zumindest lässt sich das vermuten, wenn man die zahlreichen Schilder zum Kirschverkauf in und um Stierstadt betrachtet. Die Kirschen sind anscheinend tatsächlich reif geworden, obwohl schon seit Tagen wieder etwas herrscht, dass man nur im allerweitesten Sinne als „Wetter“ bezeichnen kann. Der Himmel zeigt sich in einer Farbe, die sich sonst nur ergibt, wenn man ein schwarzes T-Shirt versehentlich mit der weißen Wäsche gewaschen hat. (...)]]></description>
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<h2>Der 10km Lauf in Oberursel-Stierstadt (2009).</h2>
<p>Ockstädter Kirschen sind eine Delikatesse. Besonders in Stierstadt. Zumindest lässt sich das vermuten, wenn man die zahlreichen Schilder zum Kirschverkauf in und um Stierstadt betrachtet. Die Kirschen sind anscheinend tatsächlich reif geworden, obwohl schon seit Tagen wieder etwas herrscht, dass man nur im allerweitesten Sinne als „Wetter“ bezeichnen kann. Der Himmel zeigt sich in einer Farbe, die sich sonst nur ergibt, wenn man ein schwarzes T-Shirt versehentlich mit der weißen Wäsche gewaschen hat.</p>
<p>Trotzdem: wir fahren nach Stierstadt. Denn dort läuft man heute 10km oder einen Halbmarathon, je nach Gusto. Mein Gusto steht mir nach der kürzeren Strecke. Ich bin noch immer nicht das gefährliche Ausdauermonster, das ich einmal war. Der Ort glänzt mit einer ungewohnt großzügigen Umkleidesituation – etliche Umkleideräume eines langgezogenen Schulturnbereichs stehen zur Verfügung.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-876 aligncenter" title="Stierstadt-Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Anmeldung.jpg" alt="Stierstadt-Anmeldung" width="398" height="299" /></p>
<p>Ich bin schnell in meiner Montur und riskiere danach einen Blick in die Schulturnhallen. Auf dem Boden liegen die blauen Matten mit den Eckverstärkungen aus braunem Leder. Ich muss sie nur sehen, um ihre Struktur zu fühlen, mich an ihren muffigen Geruch zu erinnern. Hier stehen sie, die Folterinstrumente meiner Kindheit und Jugend: eine Sprossenwand, ein Barren, ein Pferd, niedrige Kästen für das Zirkeltraining und hohe, über die man von einem Sprungbrett aus springen musste und an denen ich abgerutscht bin. Das Pferd hier hatte offensichtlich mal einen Wasserschaden und die dicke Matte ist unschön aufgeplatzt. Möge das ganze klapprige Zeug verrotten und der Angstschweiß von unzähligen Schülern mit ihm.</p>
<p>Nach meiner kleinen Reise in die Vergangenheit muss ich dringend an die frische Luft. Dort treffe ich auf ein charmantes Stück „Retro“: die „Anlage“ sieht aus, als hätte man drei Megafone aneinandergeschraubt, und einen Telefunken-Verstärker drangenagelt. Damit wird der beschauliche Sportplatz beschallt. Bonnie Tyler, sonst gern gehörter Gast bei Volksläufen, weilt heute im Wochenende und so hören wir die Gipsy Kings. Man kann die Sonne auch herbeisingen lassen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-877 aligncenter" title="Stierstadt-Anlage" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Anlage.jpg" alt="Stierstadt-Anlage" width="462" height="346" /></p>
<p>Wir schlurpsen uns ein bisschen ein und beäugen aus dem Augenwinkel den Mann mit der Rennprothese. Er wirkt nicht gerade behindert. Aber so cool ich den Hightech-Bogen auch finde – ich bin doch froh um meine zwei Weißwürste in Socken. Und das, obwohl ich jetzt zum wiederholten Mal meine Schuhe aufschnüre, um nach dem Steinchen zu suchen, dass mit mir Verstecken spielt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-878 aligncenter" title="Stierstadt-Ziel" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Ziel.jpg" alt="Stierstadt-Ziel" width="460" height="345" /></p>
<p>Die 10er starten zuerst und so begebe ich mich nach halbherzigem Show-Dehnen allein zum Start. Erst geht es eine Runde („Bamboleo“) durch das Stadion und dann ab in den Ort. Auf dem ersten Kilometer treffe ich eine Bekannte aus dem Runnersworld-Forum und wir plaudern, wie es Volksläufer zu tun pflegen: jeder sagt abwechselnd ein bis zwei Worte. (Es gibt freilich auch die andere Sorte, die unterwegs nicht nur ihre Lebensgeschichte abspulen, sondern auch die ihres Hundes, ihres Chefs, ihres Knies und die ihres rottigen Zehennagels – aber zu denen zähle ich uns eher nicht). Dann konzentriere ich mich wieder aufs Laufen, denn es geht bergauf. Es geht öfter mal bergauf in Stierstadt, aber verglichen mit dem Halbmarathon ist der 10er harmlos. Mir geht es ausgesprochen gut. Schlechte Momente, Schmerzen, mentale Tiefs sind zwar die Würze eines jeden Laufberichts, aber heute kann ich damit gar nicht dienen. (Ich schreibe jetzt nicht: leider. Das ginge dann doch zu weit.)</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Lieber später lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-09.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Alles ist völlig unspektakulär. Ich laufe durch die Felder, sehe andere Läufer gegenüber entgegenkommen und bin völlig eins mit mir. Vor mir läuft ein junger Mann mit karierter modi- scher Hose und ich denke: lauf Du nur. Ich hab Dich gleich. Derart überhebliche Gedanken habe ich mir bei Halbmarathons angewöhnt, bei denen sehr junge Männer oft durch einen Endspurt zwischen Kilometer drei und sieben auffallen. Dass man den Endspurt besser ans Ende verschiebt, ist eine Erkenntnis, zu der eine gewisse Reife von Nöten ist. Diese übermotivierte Fraktion kann man bei 21 Kilometern immer einsammeln. Bei 10 km sollte man sich mit derartigen Prognosen besser zurückhalten. Mach ich aber nicht. Keine Lust heute. Seit wann sind karierte Hosen eine Gefahr für mich. Den häng ich ab. Basta.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-888" title="Bild-13" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Bild-131.png" alt="Bild-13" width="26" height="30" />Immer wieder kommen wir an Kirschbäumen vorbei oder besser: wir eiern über das Obst, das am Boden liegt. Na gut, ehemaliges Obst. Nicht, dass eine Kirsche ein nennenswertes Hindernis darstellt, aber die übrigbleibenden Kerne können in ihrer Fülle beinahe geröllartige Ausmaße annehmen. Dabei ist eine entscheidende Frage ungeklärt: sind das jetzt Ockstädter Kirschen? Oder Stierstädter Ockstädter Kirschen? Oder ganz ohne Ock?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-891" title="Bild14" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Bild141.png" alt="Bild14" width="31" height="35" />Wo auch immer diese Kirschen ihre Wurzeln haben – sie vertragen sich nicht mit japanischen Schuhen. Mehrfach bleibt ein Kern in meinem Profil stecken und macht so meine Schrittgeräusche zu einem seltsamen Geklicker. Ich fummle die Dinger wieder aus den Sohlen und die karierte Hose gewinnt Raum.</p>
<p>In der zweiten Hälfte beginnt es zu regnen. Es ist die Sorte Regen, bei dem außer den Brillengläsern nichts nass wird: fein und leicht. Natürlich trage ich eine Sonnenbrille. Man wird sich doch vom Wetter nicht vorschreiben lassen, ob es Sommer ist. Bamboleo! Jetzt ziehen drei Herren an mir vorbei – die Halbmarathon-Spitze hat mich eingeholt. Ich seufze ein bisschen, aber mehr aus theatralischen Gründen. In Wirklichkeit bin ich mit meinem Tempo und Zustand vollkommen zufrieden. Und sogar mit dem Wetter, denn die Felder in Stierstadt machen einen in herkömmlichen Sommern schnell zu einem laufenden Grillhühnchen.</p>
<p>Die letzten Kilometer geht es bergan. Ich liebe bergan, vor allem, wenn ich erst sieben Kilometer gelaufen bin und nur noch drei muss. Zu oft hatte ich schon zähe Steigungen in einem Halbmarathon bei Kilometer 12 oder 13. Das ist eine ganz andere Härte. Aber jetzt? Pah! Die Mission „karierte Hose“ hat begonnen. Ich zünde einen Turbo. An dieser Stelle möchte ich ein Geheimnis verraten, das vielen Läufern nicht bekannt ist. Der Turbo hat nämlich einen Power-Knopf. Auf den muss man drücken, wenn man Reserven mobilisieren will. Er sitzt – und das wird viele überraschen – in der rechten Hinterbacke. Ganz tief im Gluteus Maximus. Wenn man den Power-Knopf anschalten will, muss man ganz fest daran denken, bei jedem Schritt, den man macht. Dann merkt man deutlich, wie von der rechten Hinterbacke ein enormer Schub ausgeht. Am Berg funktioniert der Gluteus-Turbo ganz besonders. Ich kann es nur empfehlen! Ich drücke also auf Power und der Anstieg gehört mir. Adieu Hosenjüngling, ich würde gerne noch bleiben, aber ich muss gehen. Man weiß ja nie, wie lange der Kuchen reicht.</p>
<p>Die letzten Anstiege sind dann nur noch Bamboleo. Kein Thema. Dumdideldum. Nur das Stadion hat sich in der letzten Stunde (vermutlich wetterbedingt) ausgedehnt und die Laufbahn bis zum Ziel ist jetzt 200 Meter länger. Mindestens. Aber das stecke ich weg. Ziel, Verpflegungsstand, Prost, Ah!</p>
<p>Ich lege mich trocken und warte anschließend mit den netten Menschen aus dem Forum auf die ersten Halbmarathonis und meinen Laufpartner.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-883" title="Stierstadt-Sieger" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Sieger.jpg" alt="Stierstadt-Sieger" width="150" height="206" /> <img class="alignnone size-full wp-image-884" title="Stierstadt-zweiter" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-zweiter-140x206-custom.jpg" alt="Stierstadt-zweiter" width="140" height="206" /> <img class="alignnone size-full wp-image-885" title="Stierstadt-Dritter" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Dritter.jpg" alt="Stierstadt-Dritter" width="150" height="207" /></p>
<h6>So sehen Sieger(innen) aus: die ersten des HM Rainer Hett, Björn Grunwald, Michael Grupp und Gabi Hoffmeister.</h6>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-886 aligncenter" title="Stierstadt-HM-Siegerin" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-HM-Siegerin.jpg" alt="Stierstadt-HM-Siegerin" width="209" height="283" /></p>
<p>Zur Belohnung esse ich anschließend einen Streuselkuchen mit Kirschen. Herkunft unbekannt.</p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter gibts unter: <a href="http://www.tvstierstadt.de/">www.tvstierstadt.de</a></div>
<h4>Stierstadt?</h4>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Laufen mit Dieter Baumann und Jörg Haider.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/mainuferlauf-offenbach-08/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Oct 2008 13:46:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[O - Z]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Begleitung bei einem Lauf kann man sich nicht aussuchen. Bei einem Volkslauf ohnehin nicht – wer da streng riechend und schnaubend um uns herumläuft, haben wir nicht zu bestimmen. Aber auch die virtuellen Begleiter kommen und gehen – mit dem Flow des Laufens kommen auch die Gedanken an Menschen, die wir lieben und hassen, über die wir uns geärgert oder gefreut haben, über die wir uns Sorgen machen oder die uns sonst beschäftigen. Sie fliegen uns zu und wir können uns kaum wehren. (...)]]></description>
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<h2>Der Allessa Chemie Mainuferlauf /21 km in Offenbach (2008)</h2>
<h6>(Fotos siehe Bericht 2007)</h6>
<p>Die Begleitung bei einem Lauf kann man sich nicht aussuchen. Bei einem Volkslauf ohnehin nicht – wer da streng riechend und schnaubend um uns herumläuft, haben wir nicht zu bestimmen. Aber auch die virtuellen Begleiter kommen und gehen – mit dem Flow des Laufens kommen auch die Gedanken an Menschen, die wir lieben und hassen, über die wir uns geärgert oder gefreut haben, über die wir uns Sorgen machen oder die uns sonst beschäftigen. Sie fliegen uns zu und wir können uns kaum wehren. Es wäre auch gar nicht gut, sich zu wehren. Wir wehren uns ja auch nicht gegen die Dusche am Morgen oder das Zähneputzen. Laufen reinigt und klärt. Sogar volkslaufen. Aber ich greife fürchterlich vor.</p>
<p>Ich bin in Offenbach zum Mainuferlauf – aber noch lange nicht gestartet. Erst einmal muss ich dazu in eines der Gebäude der Allessa Chemie, die den Lauf ausrichtet, um mich anzumelden. In diesem Jahr ist die Anmeldung an anderer Stelle als sonst und auch die Umkleiden sind anders aufgeteilt. Da das Ganze aber tadellos ausgeschildert ist, gibt es weiter keine Probleme. Mein Trainings- partner und ich wählen unterschiedliche Eingänge für die Umkleiden und landen dann doch im selben Raum, der mit einer Trennwand unterteilt ist. Der „Raum“ ist die weitläufige Umkleide des Chemiewerks mit unzähligen Spinden, Bänken und Waschbecken, also bleibt genug Platz für alle.</p>
<p>Alles könnte gut sein, käme es nicht zur Begegnung mit meinem persönlichen Umkleidezombie. Umkleidezombies sind Wiedergänger – Menschen, die immer wieder bei Volksläufen auftauchen, um einen in Umkleiden zu quälen. Der Umkleidezombie meines Trainingspartners ist das Stinktier. Ein übelriechender Läufer, der mit bizarren Umkleideritualen aufwartet. Vom Falten der Unterwäsche bis zum Umherirren mit der stets mitgebrachten Klopapierrolle. Mein Umkleidezombie ist Gisela. Gisela betritt eine Umkleide, wittert ein Opfer und drückt ihm binnen Sekunden eine uferlose Verletzungsgeschichte und sämtliche Laufvorhaben der Vergangenheit und der Zukunft ins Ohr. So laut und hektisch, dass sich der Ruhepuls aller Umstehenden dramatisch erhöht. Gisela verflucht Ärzte, erläutert Muskelfasern, zeigt Narben, rappt Zwischenzeiten, entschuldigt Zielzeiten, beschreibt, was sie macht, warum sie es macht, wann sie es macht. Und was, wann, warum nicht. Ohne Punkt und Komma. Wenn Gisela auftaucht, gibt es nur eine Reaktion: Flucht. Sie erscheint und ich werfe blitzschnell alles in meinen Laufbeutel, den ich mit zum Start nehmen will. Dann eile ich zum Ausgang der Herrenumkleide, um meinen Trainingspartner abzuholen.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; ">Später nochmal lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Offenbach08.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div>
<p>Dort erscheinen in rascher Abfolge mehrere Piktolegatheniker, Menschen, die offensichtlich Mühe haben, Piktogramme zu entziffern. Frauen stürmen die Herrenumkleide auf der Suche nach einer Damenumkleide oder einem WC. Über dem Wort „Umkleide“ ist ein männlicher Umriss gedruckt, der Pfeil auf dem WC-Schild zeigt woanders hin, aber so ist das eben mit der Piktolegasthenie. Frauen beschweren sich lauthals, dass die Herrenumkleide nicht für Damen ist. Ich schicke sie zum richtigen Eingang, aber sie mosern: Wo soll denn das sein? Andere suchen in der Umkleide die Anmeldung. Was ist denn heute bloß los??</p>
<p>Wir schlunzen zum ca. 500 Meter entfernten Start und frieren ein bisschen. Mein dusseliger Radiosender (den ich trotzdem höre, weil „dusselig“ und „Radiosender“ inzwischen untrennbar miteinander verbunden zu sein scheint) hat 20 Grad und Sonne vorhergesagt. Die Grillsaison sollte man an diesem Wochenende beenden, sagt mein Radiosender. Bei dem Wetter im Rhein-Main-Gebiet von gestern und heute lassen sich Grillwürstchen allerhöchstens wässern. Es ist so neblig und feucht, dass die Kälte durch meine dünnen Überziehhosen kriecht.</p>
<p>Wir werfen unsere Laufbeutel für später an die traditionelle Stelle und laufen uns warm. Neben Gisela und dem Stinktier sind noch viele andere der üblichen Verdächtigen da. Es gibt nicht mehr viele Volksläufe vor der Winterlaufsaison, da will jeder genutzt werden.</p>
<p>Wir haben es gut abgeschätzt – kaum sind wir warmgelaufen, müssen wir auch schon zum Start. Ein kurzes Schulterklopfen und los geht’s. In Offenbach ist es immer eng auf den ersten Kilometern. Die Aufstellung nach Zielzeiten ist ein pädagogisches Experiment, das ich kurzweg für gescheitert erklären würde. Die Leute stehen, wo sie eben stehen. Da kann man nichts machen. So dauert es etwa drei Kilometer, bis man frei laufen kann, ohne sich an Läufern vorbeischieben zu müssen, die als Familienpicknickkorb unterwegs sind. Es sind weniger als 15 Grad und ich sehe mehrere Läufer mit zwei 0,5 Literflaschen im Gepäck. Auch saharageeignete Trinkrucksäcke sind wieder am Start. Was würde Dieter Baumann dazu sagen?</p>
<p>Vor zwei Wochen lief ich den Hugenottenlauf in Neu-Isenburg. Wie vor zwei Jahren war auch dieses Mal wieder Dieter Baumann mit dabei – als Zug- und Bremsläufer für eine Gruppe zukünftiger Marathonläufer, die in Frankfurt starten werden. Der Neu-Isenburger ist ein guter und beliebter Testlauf für Frankfurt-Marathonis, so also auch für die Baumann-Truppe. Es ergab sich, dass ich bei Kilometer 10 auf die kleine Gruppe auflief und weil mir das Tempo gefiel, schloss ich mich an. Baumann scherzte und lockte, lenkte ab und feuerte an. Seinen Pacemaker-Job erledigte er minutiös (oder sagt man besser: sekundiös?). Das Schönste an seiner Gesellschaft war allerdings sein leichter, dahinfliegender Laufstil mit einem gleichmäßigen Rhythmus, der zu dem meinen passte. So lief ich neben ihm her und während ich seinen Rhythmus übernahm, übernahm ich auch ein kleines Stückchen seiner Leichtigkeit. Ich lief schneller als geplant, leichter als gedacht. Etwa sieben Kilometer liefen wir so, seine kleine Tempoverschärfung zum Ende hin konnte ich nicht mitgehen. Für mich waren es außergewöhnliche sieben Kilometer. Als wir an einem Getränkestand vorbeikamen und jemand aus der Gruppe zum Trinken anhielt, zögerte ich kurz. Baumann sah mich an und sagte: „Du brauchsch doch bei einem Halbmarathon nix trinke. Ich trink da nie was.“ Das Wasser war mir eh zu kalt und ich dachte, er hat Recht. Ich brauch’s nicht, es wäre nur eine kleine Gehpause, die mich lockt. „Oh“, sagte einer der Jungs, „da trinkst du aber zuhause vorher bestimmt viel!“ „Ja.“ sagte Baumann. „Zwei Tassen Kaffee“ und lachte.</p>
<p>An diese Geschichte denke ich nun also, während ich noch ein bisschen Slalom laufe. Aber das ist irgendwann vorbei und ich kann in mich fallen. Auf der Strecke passiert jetzt erst einmal nichts. Es ist flach und es geht geradeaus, immer am Main entlang. Der Bodenbelag bleibt, die Aussicht bleibt, der Nebel bleibt. Äußere Eindrucke sind zurückhaltend, erst wenn in der Nähe des Wendepunktes der Gegenverkehr kommt, gibt es wieder etwas zu gucken. Es kommt jetzt der Moment, bei dem sich Begleiter anschleichen, um sich im Kopf festzusetzen. Für einen Kilometer, für zwei, manchmal auch für länger. Bei mir beginnt es heute damit, dass ich plötzlich denke: schnell laufen ist besser als schnell fahren. Und dabei erscheint vor meinem geistigen Auge das Unfallauto des tödlich verunglückten Jörg Haider. Haider war Läufer und gar nicht mal ein schlechter. Ich erinnere mich an das von der Presse erfundene „Duell“ zwischen ihm und Joschka Fischer, als beide 1999 in New York beim Marathon antraten. Die Juden in New York haben protestiert damals. Man sollte Haider die Startnummer verwehren. Kann ein Laufveranstalter das? Jemandem die Startnummer verwehren, wegen etwas, was derjenige gesagt hat? Er konnte es nicht und er wollte es nicht. Haider gewann das „Duell“ um 19 Minuten. Beim Berglaufen soll er ebenfalls fix gewesen sein. Und jetzt stelle ich mir vor, wie eine Geburtstagsgesellschaft, die das Leben feiern wollte, nun dem Tod gegenübersteht. Die Mutter, 90 Jahre, einst begeisterte Nationalsozialistin. Stolz wird sie gewesen sein, auf ihren Buben. Den Gefahrensucher. Was macht ein mir unbekannter Läufer mit üblen Ansichten auf meiner Strecke? In meinem Kopf? Was interessiert mich sein Auto, seine Mutter, sein Leben, sein Tod? So ist das manchmal beim Laufen. Die Gespenster sind da und laufen mit.</p>
<p>Ich bin froh, als mir der erste Läufer entgegenschießt und mich von meinem Begleiter ablenkt. Donnerwetter, der Abstand zum Zweiten ist aber gewaltig. Es beginnt jetzt mein Lieblingsspiel: Läufergesichter gucken. Gefolgt von meinem zweiten Lieblingsspiel: Läuferkleidung gucken. Der Asphaltweg am Main ist ein wahrer Catwalk, nur dass eben ein bisschen schneller gelaufen wird als auf jedem normalen Laufsteg. Welche Farben trägt man in dieser Saison? (Schwer zu beantworten, da viele Kleidungsstücke aus der vorvorvorvorvorvorvorherigen Saison zu stammen scheinen) Trägt man lang oder kurz? (Vor dem Wendepunkt sehe ich die kurzen Hemdchen, danach eher die langen). Welche Marke ist angesagt? (Soviel Odlo hab ich ja noch nie gesehen!) Kopfbedeckung? Zumeist keine. Dabei sehen heute auch Dunkelhaarige völlig grau aus. Winzige Wassertröpfchen bilden einen grauen Schleier auf den Läuferhäuptern. Das Lustigste sind allerdings die Brillen (ich kann sie lustig finden, da ich keine trage). Manche Läufer sind im völligen Blindflug unterwegs. Zum Nebel gesellt sich ein ganz feiner Nieselregen, der die Brillengläser künstlerisch wertvoll benetzt. Die Läufer sehen aus, wie die Kinder, denen man früher ein Brillenglas milchig machte, um die Augen zu korrigieren. Nur eben jetzt bei beiden Brillengläsern. Nachdem ich mich auch mit meinem dritten Lieblingsspiel (Laufstile gucken) vergnügt habe, sind alle Läufer durch. Prompt fängt es bei mir an, ein bisschen zu zwacken.</p>
<p>Bei Kilometer 15 schaue ich auf die Uhr. Ich halte unverändert einen Schnitt von etwa 5:18 pro Kilometer. „Das Kilometerschild steht anscheinend richtig“, höre ich Dieter Baumann sagen, der diesen „Running Gag“ in Neu-Isenburg öfter brachte. Zum Glück ist er wieder da. Gemeinsam mit ihm kann ich Haider abhängen. Statt an den Kärntner denke ich jetzt an Baumanns olympischen Zieleinlauf von 1992, den ich mir neulich wieder einmal angesehen habe. An seinen Purzelbaum im Ziel. Nein, dafür wird es bei mir heute nicht reichen. Aber die kleine Tempoverschärfung, die mir in Neu-Isenburg nicht gelang, die versuche ich heute. Baumann ist ja bei mir. Auch beim zweiten Mal verschmähe ich das angebotene Getränk und schone damit meinen kälteempfindlichen Magen. Die gelben nassen Blätter quietschen jetzt ein bisschen auf dem Asphalt. Ich überhole und überhole, kaum jemand überholt mich. Leicht ist es nicht.</p>
<p>Dann sehe ich plötzlich nach einer kleinen Kurve Gisela vor mir auftauchen. Sie ist mir am Wendepunkt völlig entgangen. Nein, bei allem Zwacken in den Knochen – einen Umkleidezombie darf man nicht unüberholt lassen. Ich hole tief Luft, packe Dieter in den Tank und gebe Gas. Es tut weh, aber es geht. Noch zwei Kilometer. Einer der von mir Überholten zieht jetzt wieder an mir vorbei. Vielleicht bin ich sein Streckenzombie. Es sei ihm gegönnt. Noch einen Kilometer. Ich liebe das, wenn einem Läufer beim Auslaufen entgegenjoggen. Es gibt einem das Gefühl, praktisch schon da zu sein. Sie riechen nach Ziel. Manchmal haben sie sogar einen Becher dabei. Die Sorte Becher, die ich auch gleich in der Hand halten darf. Ausläufer bringen einem die frohe Botschaft entgegen, dass es nicht mehr weit sein kann. Ich stürze ins Ziel bei 1:50:25. Das sind zwar beinahe neun Minuten mehr als letztes Jahr, aber für ein Minimaltraining ist das ganz in Ordnung.</p>
<p>Wir trinken warmen Tee (der, wie wir staunend hören „von der anderen Mainseite“ kommt) und ziehen uns die mitgebrachten trockenen Sachen an. Läufer interessieren sich nicht für halbnackte Frauen &#8211; nicht, solange sie nichts als Läufer sind und das ist hier im Ziel bei jedem der Fall. So kann man sich problemlos umziehen und warm und trocken dem Kuchenbuffet entgegenstreben.</p>
<p>Als wir die Kantine entern, ist die Siegerehrung für die 10km-Läufer schon in vollem Gang. Die Luft riecht nach einer Mischung aus Erbsensuppe und Trainingsanzügen, ein Duft, den nur Läufer gut finden können. Wir besorgen uns Kaffee und Kuchen und lauschen der monotonen Siegerehrung. Bevor wir anfangen zu dösen, machen wir uns auf den Heimweg. Vielleicht sollte ich gleich noch dem dusseligen Radiosender schreiben, dass ich heute &#8211; anstatt die Grillsaison zu beenden &#8211; die Badewannensaison eröffnet habe.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-808" title="Offenbach-leerer-Teller" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Offenbach-leerer-Teller.jpg" alt="Offenbach-leerer-Teller" width="507" height="381" /></p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter finden Sie hier: <a href="http://www.offenbacher-lc.de/">www.offenbacher-lc.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Offenbach?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Offenbach%20am%20Main&amp;address=%20Mathildenstra%DFe%20Offenbach&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255790497" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<item>
		<title>Wenn der Vogel Strauß dreimal stolpert.</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jun 2008 16:19:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Taunussteiner Waldlauf ist eigentlich gar kein Volkslauf. Er ist eine Marke. Er hat alles, was man als erfolgreiche Marke braucht: ein unverwechselbares Erscheinungsbild, verlässliche Qualität und treue Kunden. Dabei beschränkt sich das mit dem Erscheinungsbild nicht nur auf die Strecke. Der Marke „Taunssteiner Waldlauf“ begegnet man nämlich schon lange, bevor der Startschuss fällt. Zum Beispiel an diversen Abzweigungen auf dem Hinweg – überall rast der scheinbar hochmotivierte Vogel Strauß, Erkennungszeichen des Lauftreff Neuhof, über die Wegweiser. (...)]]></description>
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<h2>15 km in Taunusstein-Hahn (2008)</h2>
<p>Der Taunussteiner Waldlauf ist eigentlich gar kein Volkslauf. Er ist eine Marke. Er hat alles, was man als erfolgreiche Marke braucht: ein unverwechselbares Erscheinungsbild, verlässliche Qualität und treue Kunden. Dabei beschränkt sich das mit dem Erscheinungsbild nicht nur auf die Strecke. Der Marke „Taunssteiner Waldlauf“ begegnet man nämlich schon lange, bevor der Startschuss fällt. Zum Beispiel an diversen Abzweigungen auf dem Hinweg – überall rast der scheinbar hochmotivierte Vogel Strauß, Erkennungszeichen des Lauftreff Neuhof, über die Wegweiser. Die sind obendrein mit knalligem Orangerot ausgestattet, was ein falsches Abbiegen nahezu unmöglich macht. Es ist nur einer der vielen Gründe, den Taunussteiner Waldlauf zu lieben – sogar so sehr, dass man dafür sonntags um 6:30 Uhr aufsteht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-896" title="Taunusstein 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-1.jpg" alt="Taunusstein 1" width="419" height="312" /></p>
<p>Mein Trainingspartner ist heute ein Urlaubsausfall und so hole ich mir eben ganz allein mit den anderen 390 Startern meine Nummer für den 15km-Lauf. Ich verkürze das Streckenprofil auf das Wesentliche: es geht hoch, hoch, hoch, dann runter, runter, runter und wenn man schon Puddingbeine hat vom steilen Runter, dann geht’s noch mal ordentlich hoch. Eine Strecke, wie ich sie mag.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-897" title="Taunusstein-Profil" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-Profil.jpg" alt="Taunusstein-Profil" width="531" height="272" /></p>
<p>Hier oben im Taunus ist es um einiges kühler als in der Stadt. Es könnte ein perfekter Lauftag werden. In der Gesamtschule, in der wir uns umziehen, sind alle Türklinken so kurz, dass man sie gar nicht richtig zu fassen bekommt – ein Rätsel, das ich auch bei meinem siebten Start hier nicht aufzulösen vermag. Dafür kenne ich hier mal wieder eine Geheimtoilette, die ich auf ausdrücklichen Wunsch meiner Blase an dieser Stelle nicht näher benenne.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-898" title="Taunusstein 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-2.jpg" alt="Taunusstein 2" width="518" height="389" /></p>
<p>Ich laufe mich gründlich ein, denn seit dem Melibokuslauf vergangene Woche nölt mein Knie, wenn es kalt ist. Sobald es gut durchblutet wird, ist es friedlich wie ein griechischer Fußballfan. Wie jedes Jahr gewinnt jeder 10. Teilnehmer hier ein T-Shirt und wie jedes Jahr habe ich nicht die dafür erforderliche Endziffer an der Startnummer. Macht nix. Wir starten.</p>
<p>In Taunusstein ist es immer wieder hübsch zu beobachten, wie sich Läufer übernehmen. Ich tue das nicht aus Garstigkeit. Es ist einfach ein interessantes Unterhaltungsprogramm auf der Strecke. Wird man den Riesen mit dem hässlichen T-Shirt vom Chase-Lauf, der gerade an einem vorbeihechtet, wiedersehen? Wird man den wippenden Pferdeschwanz in 200 Meter Entfernung später einholen können? Was ist mit dem älteren Herrn mit dem Frotteestirnband? Werde ich noch einmal an dem übelriechenden Schnaufmonster vorbeimüssen (hoffentlich nicht)?</p>
<p>Die Strecke lässt sich immer wieder sehr gut einsehen, so dass man genau sieht, wer, wo läuft. Und die Steigungen machen das Ganze interessant. Ich fühle mich wohl und genieße die angenehmen Lauftemperaturen. Wir laufen an Wiesen und überdimensionalen Misthaufen vorbei, an Wohnhäusern, Feldern, Hühnern, Ziegen und Pferden. Eine halbe Stunde auf der Strecke genügen völlig, um mit dem Wecker versöhnt zu sein. Gut, dass ich hier bin.</p>
<p>Hinter mir laufen zwei Jungs, die in einem Kilometer die komplette Fußball-EM analysieren. Da sie ungefähr das vierfache Sprechtempo von Günther Netzer haben, gelingt ihnen das mühelos, obwohl es stetig bergauf geht. Das Resümee gefällt mir besonders gut. „Isch mag se jo net, die Säck“, heißt es in wunderschönem hessisch „Aber die Holländer sinns afach.“ Damit wäre das doch auch geklärt. Leider laufen die ziemlich coolen Jungs nach diesem Fazit an mir vorbei.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-899" title="Taunusstein 3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-3.jpg" alt="Taunusstein 3" width="484" height="362" /></p>
<p>Das angebotene Wasser ist kalt, aber bei diesem Wetter braucht man ja auch nur einen kleinen Schluck. Das Trinken ist da mehr psychologisch. Umso mehr strapaziert mich der Gedanke, ich könnte ein Mädchen nicht mehr einholen, das eine Halbliterflasche in der Hand trägt. Und nicht nur das: sie hat auch noch einen verhältnismäßig großen mp3-Player dabei. Greise dürfen mich überholen. Dicke. Und zur Not auch welche mit Münzen in der Hosentasche. Aber eine fette Trinkflasche und ein mp3-Player – das kann ich nicht zulassen. Ich hoffe das Beste für mich.</p>
<p>Langsam freue ich mich schon auf mein Lieblingsschild. Es steht an einer Abzweigung, bevor es in den Wald hinein geht. Darauf sieht man den Vogelstrauss über eine Wurzel stolpern, der dabei von einem besorgt dreinblickenden Baum beäugt wird. „Vorsicht Wurzeln“ – die Botschaft ist klar. Trotzdem hat man wieder einmal alles weiß markiert, was in ein paar Jahren mal eine Wurzel werden könnte. Da es an dieser Stelle durch den Regen der Nacht ein wenig rutschig ist, steht zusätzlich ein Streckenposten am Weg, um „Achtung, Wurzeln!“ zu rufen. Und wer es danach immer noch nicht verstanden hat, wird von einem Autowarndreieck überrascht, unter dem „Vorsicht, Wurzeln!“ steht. Der Lauftreff Neuhof ist hier absoult unnachahmlich. Auch das gehört zu den liebenswerten Merkmalen der Marke „Taunussteiner Waldlauf“. Hat man diese lebensgefährliche Wurzelpassage überstanden, darf man sich bald ins Tal stürzen. Dabei sieht man saftige Weiden, über die ein weißes Pferd sprengt wie in der C&amp;A-Werbung meiner Kindheit.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; ">Lieber offline lesen? Kein Problem: hier die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2008/06/Taunusstein08.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>10km sind vergangen – und hier steht noch einmal ein Streckenposten, um Menschen, die vor lauter Pulsuhren,   GPS-Geräten und Schrittzählern kaum noch die Arme heben können, ihre 10er Zeit zuzurufen. Ich versuche jetzt, das Mädchen mit der Flasche zu kriegen. Es geht verblüffend einfach. Ich bin eine gute Bergabläuferin, hier kann ich es nutzen. Nicht jede Rechnung geht auf, manche der Angepeilten laufen mir einfach davon. Aber einige kann ich einholen. Da es nicht so warm ist wie sonst, habe ich auch keine Angst vor dem letzten schattenlosen Anstieg. Die Frisur sitzt, die Moral reicht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-900" title="Taunusstein 4" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-4.jpg" alt="Taunusstein 4" width="490" height="366" /></p>
<p>Für den Berg wähle ich meine bewährte Kraulatmung. Nicht, dass ich dabei kraule, oder den Kopf zur Seite reiße. Aber ich öffne den Mund so weit und regelmäßig, wie es die Schwimmer machen, wenn sie Luft holen. Ich habe das Gefühl, so kriege ich am meisten Sauerstoff in den bedürftigen Schmittkörper. Es klappt, ich komme auf zwei Beinen oben an. Den letzten Kilometer, der zum großen Teil bergab geht, schaffe ich in 4:30. Mit 1:16:32 erreiche ich eine gute Zeit, damit kann ich ganz zufrieden sein. Natürlich gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Medaille – natürlich mit dem Vogel Strauß als Erkennungsbild.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-901" title="Taunusstein Medaillen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-Medaillen.jpg" alt="Taunusstein Medaillen" width="504" height="376" /></p>
<p>Nach dem Verzehr größerer Kuchenmengen (es gäbe aber unter anderem auch Brezeln mit Kräuterquark) treffe ich zwei nette Bekannte und wir lauschen der beliebten Tombola in der Sporthalle, bei der man neben etlichen T-Shirts auch unverzichtbare Dinge wie Riesentaschenrechner und Eismaschinen gewinnen kann.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-902 aligncenter" title="Taunusstein 5" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-5.jpg" alt="Taunusstein 5" width="362" height="482" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-903" title="Taunusstein 6" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-6-255x194-custom.jpg" alt="Taunusstein 6" width="255" height="194" /> <img class="alignnone size-full wp-image-904" title="Taunusstein 7" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-7-265x195-custom.jpg" alt="Taunusstein 7" width="265" height="195" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-905" title="Taunusstein 8" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-8-257x190-custom.jpg" alt="Taunusstein 8" width="257" height="190" /> <img class="alignnone size-full wp-image-906" title="Taunusstein 9" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-9.jpg" alt="Taunusstein 9" width="249" height="190" /></p>
<p>Zum würdigen Abschluss tanzt in der Halle die Showtanzgruppe Phenomenia, die irgendwie so rührend ist, dass ich hektisch fotografiere, als wäre ich die Oma der tanzenden Mädchen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-907" title="Taunusstein 10" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-10.jpg" alt="Taunusstein 10" width="480" height="373" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-908" title="Taunusstein 11" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-11.jpg" alt="Taunusstein 11" width="480" height="359" /></p>
<p>Als ich nachhause fahre, gehe ich in Gedanken noch einmal die phantastische Laufstrecke ab. Ich werde markentreu bleiben. Noch 364 mal schlafen, dann ist wieder Taunussteiner Waldlauf.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-909" title="Taunusstein 12" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Taunusstein-12.jpg" alt="Taunusstein 12" width="473" height="354" /></p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr über Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: <a style="font-family: arial, verdana, tahoma, sans-serif; font-style: normal; font-size: 100%; font-weight: normal; text-decoration: underline; color: #525252;" href="http://www.lauftreff-neuhof.de/" target="_blank">www.lauftreff-neuhof.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Taunusstein?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Taunusstein&amp;address=Taunusstein&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255633638" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<title>Da, wo die Königin schießt.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/halbmarathon-wiesbaden-naurod-08/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 May 2008 11:06:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[O - Z]]></category>
		<category><![CDATA[Wiesbaden-Naurod]]></category>
		<category><![CDATA[Wiesbaden-Naurod08]]></category>
		<category><![CDATA[Berglauf]]></category>
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		<description><![CDATA[Wiesbaden Naurod ist von Frankfurt aus gesehen schnell zu erreichen. Außer, es gäbe vielleicht eine Tagesbaustelle auf der A3, bei der wegen Markierungsarbeiten zwei von drei Fahrspuren gesperrt werden. Aber das würden die doch nie tun. Nicht samstags nachmittags bei bestem Wetter, wenn das komplette Rhein-Main-Gebiet unterwegs ist, um neue Rabatten für die Terrasse zu kaufen. Oder Grillgut. Oder den Sonnenschirm Karlsö (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Wiesbaden-Naurod (2008)</h2>
<p>Wiesbaden Naurod ist von Frankfurt aus gesehen schnell zu erreichen. Außer, es gäbe vielleicht eine Tagesbaustelle auf der A3, bei der wegen Markierungsarbeiten zwei von drei Fahrspuren gesperrt werden. Aber das würden die doch nie tun. Nicht samstags nachmittags bei bestem Wetter, wenn das komplette Rhein-Main-Gebiet unterwegs ist, um neue Rabatten für die Terrasse zu kaufen. Oder Grillgut. Oder den Sonnenschirm Karlsö aus dem nahe gelegenen Möbelhaus. Nie würden die so was &#8230; sie tun es. Wir stehen im Stau. </p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-921 aligncenter" title="Naurod-Stau" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Stau.jpg" alt="Naurod-Stau" width="420" height="317" /></p>
<p>Aber weil wir Langstreckenläufer sind, haben wir eine Engelsgeduld. Wir haben schließlich einen langen Atem. Ein Stau kann uns die Laune nicht verderben. Und außerdem sind wir rechtzeitig losgefahren. Das Wetter ist herrlich und wir werden pünktlich ankommen. Wir sind gelassen und ruhig, verdammt! Wenn wir die Torfnase erwischen, die diese Baustelle verfügt hat!</p>
<p>Tatsächlich schwindet langsam jede Hoffnung, dass wir es rechtzeitig zum Start des „19. Internationalen Halbmarathon Naurod“ schaffen können. Wir fluchen so laut, wie es unser gelassenes, gereiftes Wesen zulässt. Als wir endlich die richtige Abfahrt mehr stehend als fahrend erreichen, sind es noch etwa 15 Minuten bis zum Start. Im Galopp hecheln wir zur Anmeldung. Doch wir haben die TG Naurod, Abteilung Lauftreff, völlig unterschätzt. Ihr Online-Forum hat zwar augenblicklich 2 registrierte Mitglieder, aber die Damen und Herren sind auf Zack: selbstverständlich hat man vom Stau Kenntnis und ebenso selbstverständlich wird der Start eine Viertelstunde nach hinten verschoben. Wie so oft freue ich mich, dass hier ein Verein und kein kommerzielles Unternehmen organisiert. Ich bin nie in einem Verein Mitglied gewesen. Aber ohne diese eigenwillige Ansammlung von Idealismus würden tausende Läufer allein durch die Wälder irren und vergebens darauf warten, dass ihnen jemand einen Pappbecher reicht. Ohne die TG Naurod würde ich jetzt zu spät zum Start kommen, oder nein, falsch. Es gäbe gar keinen. Ach, wie bin ich froh.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Diesen Text gibt es auch als </em><a href="http://frauschmitt.podspot.de/"><em>Podcast</em></a><em>-Episode zum Hören.</em></div>
<p>Wir können uns noch in Ruhe in einer Schule umziehen, ein Örtchen aufsuchen und dehnen. Und der Adrenalinpegel ist ja ohnehin schon startbereit. Während wir mit der ganzen Karawane erst in die eine, dann in die andere Richtung schieben, um die richtige Position an der unsichtbaren Startlinie zu finden, stellt uns der Moderator „Jaqueline die erste“, vor. Bei Jaqueline der ersten handelt es sich um die Apfelblütenkönigin, die heute nicht nur den Startschuss gibt, sondern auch als Motivation dient: „Und Jaqueline die erste wird auch wieder im Ziel auf euch warten.“ Die Männer machen „Hoho“ und „Uiuiui“ und alles ist so, wie es sein muss, wenn man das erste Mal in diesem Jahr mit kurzen Hosen am Start steht und in die Sonne blinzelt. Jaqueline die erste waltet ihres stolzen Amtes und los geht’s.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-922 aligncenter" title="Naurod-Koenigin" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Koenigin.jpg" alt="Naurod-Koenigin" width="480" height="361" /></p>
<p>Die Strecke in Naurod ist ein wahrer Traum. Zwar müssen zwei beinahe gleiche Schleifen gelaufen werden, aber von Langeweile kann nicht die Rede sein. Es geht auf und ab und rechts und links und über Wiesen und durch den Wald und über Waldwege und Asphalt – die Läuferseele wird für die paar Euro Startgeld mehr als angemessen zerstreut.</p>
<p>Noch am Vorabend hat es ordentlich geregnet und vor lauter Sorge um das Läuferwohl hat der Verein jede kleine möglicherweise matschige Kuhle mit Kreidekreisen und Pfeilen gekennzeichnet. Doch auch der nördlichste Vorort Wiesbadens hat bereits soviel Sonne abbekommen, dass die Wege abgetrocknet sind und so freuen wir uns über magische Zeichen, die ihren Sinn inzwischen verloren haben.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; "><em>Offline lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><span style="color: #000000; text-decoration: none;"><em><span style="text-decoration: none;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2008/05/Naurod08.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF</a></span></em></span><em> ohne Bilder.</em></div></div>
<p>Der Lauf steht unter einem wunderbaren Vorzeichen: ich will nichts. Ich will nicht schnell sein, keinen Altersklassensieg und keine Bestzeit. Ich will nur laufen und sein. Kaum eine Strecke bietet sich dafür so sehr an, wie Naurod kurz vor dem Apfelblütenfest. Es blüht und knospt, dass einen allein schon die Hormone über die Strecke tragen. Mein Trainingspartner vertraut jedenfalls fest auf seine Nebennierenrinde und ihre Ausschüttungen. Vor einer Woche war er noch im Weiltal beim Marathon unterwegs – und weil die Beine jetzt etwas schwer sind, will auch er heute nur laufen und sein.</p>
<p>So trotten wir vor uns hin, während sich an unserer linken Seite eine Dame nähert. Ihre Stoppuhr habe versagt, ob wir mit der Zeit aushelfen könnten? Können wir. Pro Kilometer brauchen wir gerade etwas unter 5 ½ Minuten. Die Dame bedankt sich und bleibt neben uns. Was wir denn so vorhätten? Wir schauen uns an. Eigentlich hatten wir vor, im Ziel Jaqueline, die erste, anzutreffen und sie zu bitten, uns den besten Apfelstreuselkuchen zu empfehlen. Aber wir spüren: das würde der Dame nicht weiterhelfen. Weil ich irgendetwas sagen will, sage ich „Mal sehen“. Die Dame, ich nenne sie „Ortrud“, lässt nicht locker. Wie schnell ich denn normalerweise so wäre? Ich bin ratlos. Was sage ich da bloß? Wie schnell bin ich denn überhaupt? Und wie schnell bin ich heute? Ich murmle einfach irgendwas. Zum Glück kommt da auch gleich das nächste Kilometerschild und ich sage die Zeit an. So wirke ich wenigstens nicht unhöflich.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-923 aligncenter" title="Naurod-Lauf" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Lauf.jpg" alt="Naurod-Lauf" width="497" height="332" /></p>
<p>Ortrud macht einen hochmotivierten Eindruck. Sie würde mich, mein Einverständnis vorausgesetzt, als Pacemaker nehmen. Sie sei gespannt, ob sie dieses Tempo mitgehen könnte. Vermutlich könnte sie nicht, aber versuchen wollte sie es doch. Menschen, die so etwas sagen, müssen entweder unmittelbar nach Beendigung des Satzes abreißen lassen, oder sie sind Tiefstapler. Ich mag tiefstapeln nicht. Es ist zwar fest im Läuferwesen verankert, sollte aber in der Umkleide bleiben. Läufer, die auf der Strecke berichten, was sie in welcher Reihenfolge am Vorabend getrunken haben und dass sie praktisch klinisch tot sind, die aber später mit einem Liedchen auf den Lippen an mir vorbeiziehen – ich mag sie nicht.</p>
<p>Ich überlege, ob ich Ortrud ins Feld schubsen und mit Kuhfladen bewerfen soll, aber es gibt weit und breit keine Kuhfladen und so sage ich eben stattdessen die Zeit an. Wir halten unser Tempo und eigentlich fühlt sich nichts nach Volkslauf an. Dazu geht es viel zu leicht. Das einzige, was mir etwas zu schaffen macht, sind meine Innereien. Der Nachmittag ist für mich einfach eine ungewohnte Tageszeit zum Laufen. Und ich habe etwas zu spät gefrühstückt. Nun fühle ich mich ein bisschen wie eine Betonmischmaschine und bin froh, meinen Inhalt mit einem Schluck Wasser vom Verpflegungsstand aufweichen zu können. Und weiter geht’s.</p>
<p>Wir liefern uns ein paar Gefechte mit mehreren Läufern, die nicht wissen, ob sie lieber rasen oder schleichen sollen und deshalb beides im Wechsel versuchen. Ein Läufer mit Babyjogger schiebt an uns vorbei, während sein Nachwuchs deutlich hörbar protestiert. „Der hat aber einen lauten Motor“ bemerkt ein Läufer hinter uns und wir schätzen, dass es an der Brennstoffart liegt. An jeder Steigung freue ich mich. Es macht Spaß, sie hochzujuckeln. Ortrud dagegen verwechselt uns immer häufiger mit einer Klagemauer und äußert Unmut. Über die zu lange Steigung, die Wärme oder die Verpflegung. Sie bekäme langsam Hunger und wieso es denn hier nur Wasser gäbe? „Das ist eine Katastrophe mit euch“, sagt sie den verblüfften Helfern am Stand. Vielleicht sind ipods beim Laufen doch nicht so schlecht.</p>
<p>Nach einer längeren Steigung sehen wir einen Läufer am Wegrand liegen, der vermutlich gegen seinen Kreislauf verloren hat. Er scheint gut versorgt zu sein, mehrere Menschen kümmern sich um ihn und so laufen wir weiter. Drei Kilometer vor dem Ziel entdecken wir eine Dame vor uns, die zu der Raser-Schleicher-Fraktion gehört und uns vermeintlich längst abgehängt hatte. Das motiviert meinen Trainingspartner, zu überprüfen, was die müden Knochen noch hergeben. Er gibt mir ein Zeichen und sich selbst die Sporen. Zu solchen Manövern fehlt mir zwar nicht die Lust, wohl aber die Luft und so halte ich lieber mein Tempo. Als Ortrud und ich die Dame erreichen, bekommt Ortrud, eben noch im Jammermodus, einen Schub. Die beiden beißen sich aneinender fest und watzen los. Mir ist das zu anstrengend und ich trabe einfach weiter. Sollen sie doch. Pöh.</p>
<p>Als ich auf die Stadionrunde einbiege, habe ich die beiden immer noch vor mir. Ortrud hängt ihre Konkurrentin ab und würde der Lauf noch 100 Meter dauern, würde ich dasselbe tun. Sie ist jetzt platt wie eine Flunder. Ich selber fühle mich mehr wie eine Rotbarbe. Aber da ist schon das Ziel und wir schieben durch.</p>
<p>Als Zielverpflegung gibt es knallgrüne Bananen, diverse Roßbacher Getränke, wie das Roßbacher drive, das schwer an Red Bull erinnert und auch so wirken soll und ein alkoholfreies Weizen, das mehr für die Freunde bitterer Getränke geeignet scheint. Kurz: selbst im Ziel ist wird es nicht langweilig.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-924 aligncenter" title="Naurod-Buffet" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Buffet.jpg" alt="Naurod-Buffet" width="299" height="399" /></p>
<p>Danach gerate ich versehentlich in eine Herrenumkleide, weil ich das Damensymbol an der Tür ernst nehme. Als ich heraustrete, klärt mich ein Hausmeister so umfassend über die Umkleideverhältnisse auf, wie es nur deutsche Hausmeister tun können. Ich weiß jetzt alles über Damen- und Herrnumkleiden in Naurod.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-925 aligncenter" title="Naurod-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Kuchen.jpg" alt="Naurod-Kuchen" width="466" height="350" /></p>
<p>Draußen mache ich mich auf die Suche nach Jaqueline, der ersten, aber sie ist nirgends zu sehen. Dann muss ich mir eben den Kuchen selbst aussuchen. Wir mümmeln selbstvergessen unsere Belohnung und verpassen beinahe eine besondere Ehrung. Die hilfreichen Läufer, die sich um den Kollabierten gekümmert haben, dürfen ein Sixpack Bier nach Hause mitnehmen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-926 aligncenter" title="Naurod-Helfer" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Helfer.jpg" alt="Naurod-Helfer" width="473" height="355" /></p>
<p>Zuerst ruft der Moderator versehentlich den Unglücksläufer selbst auf, aber aus naheliegenden Gründen ist der an Kaffee und Kuchen und Bier für heute nicht mehr interessiert.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-927 aligncenter" title="Naurod-Pokale" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Pokale.jpg" alt="Naurod-Pokale" width="474" height="357" /></p>
<p>Und dann, als wir schon gehen wollen, passiert noch etwas Besonderes: jemand macht mich darauf aufmerksam, dass ich nicht nur dritte meiner Altersklasse geworden bin (von immerhin 13), sondern dafür sogar einen Pokal bekomme. Und Pokale finde ich nun wirklich immer ganz herzallerliebst. Ich hole mir meinen schnell ab und bin selig. Jetzt können wir nach Hause fahren. Mit Kuchen im Bauch &#8211; und einem Lauf in den Beinen, bei dem wir nichts wollten und alles bekommen haben.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-928 aligncenter" title="Naurod-Kuchen2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Kuchen2.jpg" alt="Naurod-Kuchen2" width="474" height="355" /></p>
<h6>(Teile des Bildmaterials mit freundlicher Genehmigung des Lauftreffs der TG Naurod.)</h6>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr über Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.lauftreff-tgnaurod.de/"><em>www.lauftreff-tgnaurod.de/</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Wiesbaden-Naurod?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Naurod&amp;address=Kellerskopfhalle%20Wiesbaden%20Naurod&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255788912" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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