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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Obertshausen07</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Von Presslufth&#228;mmern, Tempotarifen und Wei&#223;w&#252;rsten.</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jul 2007 13:31:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Gleisbauarbeiten in den Nachtstunden“ ist kein Film mit Sir Peter Ustinov und Lauren Bacall. Es ist vielmehr so etwas wie mein Schicksal, vor dem es kein Entrinnen gibt. Seit zwei N&#228;chten in Folge und zwei Wochenenden in Folge saniert man in unmittelbarer N&#228;he meiner Wohnung die Schienen der Stra&#223;enbahn, angek&#252;ndigt als „Gleisbauarbeiten in den Nachtstunden“. F&#252;r mich schienen die Schienen immer ganz in Ordnung, aber da steckt man ja nicht drin, h&#246;chstens mal mit dem Absatz. In der Nacht (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Obertshausen-Hausen (2007)</h2>
<p>„Gleisbauarbeiten in den Nachtstunden“ ist kein Film mit Sir Peter Ustinov und Lauren Bacall. Es ist vielmehr so etwas wie mein Schicksal, vor dem es kein Entrinnen gibt. Seit zwei N&#228;chten in Folge und zwei Wochenenden in Folge saniert man in unmittelbarer N&#228;he meiner Wohnung die Schienen der Stra&#223;enbahn, angek&#252;ndigt als „Gleisbauarbeiten in den Nachtstunden“. F&#252;r mich schienen die Schienen immer ganz in Ordnung, aber da steckt man ja nicht drin, h&#246;chstens mal mit dem Absatz. In der Nacht vor meinem geplanten Volkslauf in Obertshausen liege ich also zum wiederholten Mal wach und lausche einer reichen Vielfalt an Presslufth&#228;mmern, R&#252;ttlern, Aggregaten, Baggern und Pflastersteine- in-hohem-Bogen-in-Container-Werfern. Zum Gl&#252;ck muss ich um sechs Uhr aufstehen, das verk&#252;rzt die Pein.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-785" title="Gleisbau-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Gleisbau-1.jpg" alt="Gleisbau-1" width="480" height="360" /></p>
<p>Ich freue mich auf den Lauf. Vier Wochen musste ich krankheitsbedingt mit dem Laufen pausieren. Meine Beine – sonst als Anatomiemodell zur Bestimmung einzelner Muskelfasern geeignet &#8211; sehen nach drei Wochen UV-freiem Couch-Aufenthalt aus wie zwei Wei&#223;w&#252;rste. Schlimmer noch: sie f&#252;hlen sich auch so an. Es muss etwas getan werden.  </p>
<p>Obertshausen ist eine Abfahrt der A3 und auch der Ortsteil Hausen, in dem der Lauf startet, ist leicht zu finden. Es ist recht ruhig auf der Autobahn, erst in Hausen finden sich mehr und mehr g&#228;hnende Autofahrer zusammen. Ein Konvoi der Schlaflosen schl&#228;ngelt sich zu den Parkpl&#228;tzen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-786" title="Hausen-Sportplatz" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hausen-Sportplatz.jpg" alt="Hausen-Sportplatz" width="480" height="360" /></p>
<p>Die Sportanlage in Hausen ist eine der sch&#246;nsten der Region und man freut sich f&#252;r gew&#246;hnlich schon am Start, dass man hinterher barfu&#223; &#252;ber den teppichgleichen knallgr&#252;nen Rasen schlunzen darf. Heute ist allerdings alles anders. Heute ist es zugig, k&#252;hl und es riecht nach Regen. Und im Stimmengemurmel h&#246;rt man immer das L&#228;ufer-Mantra f&#252;r positives Denken: „Zum Laufen ist das Wetter ja gut.“</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-787" title="Hausen-Startkarten" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hausen-Startkarten.jpg" alt="Hausen-Startkarten" width="480" height="163" /></p>
<p>Mein Trainingspartner und ich melden uns an und es geht ruckzuck. In der kleinen Halle ist wieder einmal alles bestens organisiert. An einer Wand sind die Preise einer Tombola liebevoll aufgebaut, was nicht verhindern kann, dass man sich angesichts der Exponate sehnlichst w&#252;nscht, nicht gezogen zu werden. Aber was z&#228;hlt, ist ja auch nicht der Preis sondern die Idee einer Tombola.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-789" title="Hausen-Tombola-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hausen-Tombola-1.jpg" alt="Hausen-Tombola-1" width="480" height="360" /></p>
<p>Wir haben noch etwas Zeit und so laufen wir uns auf den Waldwegen ein. Die Schneisen verlaufen &#252;berkreuz und so kommen von allen Seiten hoppelnde L&#228;ufer aufeinander zu. Wer hier nicht hoppelt, steht am Baum. Mir tr&#252;ben die vielen Richtungen die Sinne und so wei&#223; ich bald nicht mehr so recht, wo es zum Stadion geht. Auch mein Trainings- partner ist sich nicht sicher und so kommt es, dass wir uns sehr ausf&#252;hrlich einlaufen. Im Stadion wieder gl&#252;cklich angekommen, treffen wir Markus, einen nicht-sehenden L&#228;ufer, und seinen Guide J&#246;rg, der begl&#252;ckt von 10 Stunden Schlaf schw&#228;rmt. Meine geschwollenen Lider heben sich beeindruckt. Wir alle wollen beim Halbmarathon starten. J&#246;rg und Markus wollen das Feld von hinten aufrollen, mein Trainingspartner fegt vorneweg und ich versuche, die goldene Mitte zu halten.</p>
<p><img class="size-full wp-image-790 alignright" style="margin-top: 2px; margin-bottom: 2px; margin-left: 8px; margin-right: 8px;" title="Hausen-Schilder" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hausen-Schilder.jpg" alt="Hausen-Schilder" width="287" height="384" /></p>
<p>Die Strecke ist flach und unkompliziert. Schneise rechts, Schneise links und so weiter. Zwei Runden sind zu durchlaufen. Ich m&#246;chte einen 5:30er Schnitt versuchen. Das ist nicht &#252;berm&#228;&#223;ig gut f&#252;r mich, aber f&#252;r zwei Wei&#223;w&#252;rste in Asics scheint es mir ganz beachtlich zu sein. Los geht’s.  </p>
<p>Die folgenden Minuten sind unspektakul&#228;r. Vielleicht liegt es am unfreiwillig langen Einlaufen: ich finde sofort mein Tempo und halte es. Es l&#228;uft so bequem, dass ich mir vorstelle, ich h&#228;tte mit der 5:30 einen Vertrag geschlossen. „Vielen Dank, dass Sie sich f&#252;r mich entschieden haben“, sagt das Tempo. „Wenn sie noch Fragen haben, ich stehe ihnen jederzeit zur Verf&#252;gung.“ „Ja, habe ich!“, sage ich „wie lange ist denn die Vertragslaufzeit? Kann ich jederzeit in ein anderes Tempo wechseln, oder muss ich da vorher etwas tun?“ „Die Laufzeit bestimmen sie“, sagt die 5:30. „Der Wechsel in ein leistungsst&#228;rkeres Tempo geht vollautomatisch und sie k&#246;nnen dann jederzeit zur&#252;ck. Beim Wechsel in ein niedrigeres Tempo gen&#252;gt ein formloses R&#246;cheln. Dann k&#246;nnen sie allerdings nicht ohne weiteres wieder die 5:30 nutzen.“ Eigentlich h&#228;tte ich viel lieber ein Flatrate-Tempo: ich komme immer bei 1:49 an, ganz egal, wie langsam ich zwischendurch war. Aber ich f&#252;rchte, dabei kann mir die 5:30 auch nicht helfen und so beende ich mein Tempo-Gespr&#228;ch. Inzwischen bin ich auch bei km 10 angekommen und die Uhr zeigt exakt 55 Minuten. Wirklich, ausgesprochen zuverl&#228;ssig, diese 5:30.  </p>
<p>Wenige Meter sp&#228;ter l&#228;uft eine Dame an meine Seite. „Ich klink‘ mich mal ein“, sagt sie in zartem th&#252;ringisch und ich willige freundlich ein. Auf einer wenig aufregenden Strecke bin ich dankbar f&#252;r Abwechslung. Au&#223;erdem tr&#228;ume ich immer davon, in synchroner Harmonie wie weiland Sammy Korir und Paul Tergat in Berlin dem Ziel entgegenzufliegen. Leider kriegen wir die Synchronit&#228;t nicht hin: wenn mein Fu&#223; &#8220;Tipp&#8221; macht, macht ihrer eine halbe Sekunde sp&#228;ter &#8220;Tapp&#8221; und umgekehrt. Auch nach drei Kilometern ist nichts zu machen, unsere Schrittfrequenzen sind zu unterschiedlich.  Aber immerhin g&#246;nnen wir uns beide ein paar Gehschritte beim Trinken und bleiben auch sonst gleichauf. Die Dame stapelt tief – das Tempo k&#246;nne sie nicht bis zum Schluss halten, sagt sie, aber ihr Atem und ihre Neigung zum Plaudern sagen mir: sie kann. Gemeinsam versuchen wir andere Frauen aus dem Weg zu r&#228;umen und jedesmal, wenn es uns gelingt, schmunzeln wir ein bisschen. Das schwei&#223;t zusammen. Dabei denke ich an meinen Vertrag mit der 5:30 und bremse sie ein bisschen.  </p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf Papier lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/07/Obertshausen07.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Bei Kilometer 19 wehrt sich eine unserer Konkurrentinnen heftig gegen das &#220;berholt werden. Sie zieht an, sobald sie uns im Augenwinkel sieht. Immer wieder. Meine Mitl&#228;uferin reagiert genervt, aber ich freue mich. So etwas weckt meinen Kampfgeist. Wer sich so albern wehrt, wird zurechtgelegt und weggeputzt. Manchmal fr&#252;her, manchmal sp&#228;ter. Haps.   </p>
<p>Na gut, manchmal auch nie, aber daran sollte man nicht denken. Schw&#228;cht die Moral. Meine Moral ist gut, selbst als jetzt J&#246;rg und Markus an mir vorbeiziehen. L&#228;ssig. Demonstrativ pfeifend. Wenn ich jetzt dranbleiben w&#252;rde, w&#252;rde ich anschlie&#223;end den kompletten Sonntag mit tr&#252;bem Blick auf der Couch verbringen. Und da lag ich in den letzten Wochen schon zu lange. Au&#223;erdem hat man ja Verpflichtungen. Neben mir l&#228;uft eine Dame, die mit mir in unserem Tempo ins Ziel kommen will. Und genau so machen wir das auch. Wir putzen noch schnell die sich wehrende Dame weg und zischen ins Stadion. Pieps: 1:54:22. Prima.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-791" title="Hausen-Kuchen-3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hausen-Kuchen-31.jpg" alt="Hausen-Kuchen-3" width="480" height="360" /></p>
<p>In Obertshausen wird man f&#252;r seine M&#252;hen nicht nur mit Kuchen belohnt. Sondern auch mit zwei gro&#223;artigen Bambini-L&#228;ufen &#252;ber 400 und 200 Meter. Letzterer ist f&#252;r Kinder unter f&#252;nf. Die gr&#246;&#223;te H&#252;rde f&#252;r die Teilnahme ist hier die Tatsache, dass die Athletenk&#246;rper selten genug Platz f&#252;r die Startnummer bieten. Gelegentlich geschieht es, dass die L&#228;ufer von Mama oder Papa ins Ziel getragen werden, weil ihnen nach 50 Metern die Moral fehlt, manche setzen sich auch im Zielkanal hin oder verlassen die Strecke zur Seite in Richtung fotografierender Opa. Kurz: der Bambini-Lauf ist von gro&#223;em Unterhaltungswert.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-792" title="Hausen-Bambini-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hausen-Bambini-2.jpg" alt="Hausen-Bambini-2" width="264" height="352" /> <img class="alignnone size-full wp-image-793" title="Hausen-Bambini-6" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hausen-Bambini-6.jpg" alt="Hausen-Bambini-6" width="261" height="352" /></p>
<p>Leider f&#228;ngt es in diesem Jahr beim Start an zu regnen und das schl&#228;gt den Kleinen auf die Stimmung. Schade. Das hat Obertshausen nicht verdient. Dann eben im n&#228;chsten Jahr wieder.</p>
<p>Zufrieden fahren wir nach Hause &#8211; mein Trainingspartner zu seiner Badewanne und ich zur&#252;ck zu Presslufthammer, R&#252;ttler und Bagger.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-794" title="Hausen-Kuchen-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Hausen-Kuchen-1.jpg" alt="Hausen-Kuchen-1" width="480" height="360" /></p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: <a href="http://www.tgs-hausen.de/">www.tgs-hausen.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Obertshausen-Hausen?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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