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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Obertshausen09</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Die ganze Welt des Laufens.</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jul 2009 12:43:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute fahren wir nach Obertshausen. Genauer gesagt, nach Hausen. Einem der zwei Ortsteile von Obertshausen. Der andere hei&#223;t nicht etwa Oberts, sondern auch Obertshausen. Das ist alles sehr verwirrend und ich bin froh, dass ich heute hier nicht die Ortschronik schreiben muss, sondern nur einen Laufbericht. Wir rollen also in den Ortsteil und gleich f&#228;llt mir ein Slogan f&#252;r ein Parkhaus ein, den ich gestern gelesen habe: (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Obertshausen-Hausen (2009)</h2>
<p>Heute fahren wir nach Obertshausen. Genauer gesagt, nach Hausen. Einem der zwei Ortsteile von Obertshausen. Der andere hei&#223;t nicht etwa Oberts, sondern auch Obertshausen. Das ist alles sehr verwirrend und ich bin froh, dass ich heute hier nicht die Ortschronik schreiben muss, sondern nur einen Laufbericht. Wir rollen also in den Ortsteil und gleich f&#228;llt mir ein Slogan f&#252;r ein Parkhaus ein, den ich gestern gelesen habe: <span id="more-771"></span> „Die ganze Welt des Parkens.“ Auch uns bietet sich hier die ganze, faszinierende Welt des Parkens: zwei Autos und dazwischen eine ausreichend gro&#223;e L&#252;cke. Herrlich.</p>
<p>Ich will heute nach langer Zeit einmal wieder einen Halbmarathon laufen. Das letzte Mal, dass ich 20 km gelaufen bin, war im November oder Dezember. Das macht mich – nun ja – ein wenig nerv&#246;s. Lange L&#228;ufe zwischen 15 und 20 km habe ich in den letzten Monaten auch reichlich wenige im Laufbuch. Dabei habe ich doch gelernt, dass es genau diese L&#228;ufe sind, die man machen muss. Damit die Muskulatur sich daran gew&#246;hnt, m&#246;glichst lange submaximal zu kontrahieren. Ich habe keine Ahnung, was das bedeutet, aber man kann es &#252;berall lesen. Weil mir der Begriff „submaximal“ so gut gef&#228;llt, habe ich es mir gemerkt.</p>
<p>Ich bin also heute sehr gespannt, wie, warum und wohin meine Muskulatur kontrahiert. Der Halbmarathon in Obertshausen (Hausen) ist eine einzige Waldschneiserei. Es schneist links, dann schneist es rechts, dann wieder links. Keine Anstiege, keine Seeumrundung. Einfach nur solider, deutscher Wald. Nicht sehr spektakul&#228;r. Im Grunde wei&#223; ich auch nicht, warum ich heute hier zum neunten Mal antrete. In Obertshausen gab es mal eine B&#252;rgermeisterkandidatin der SPD, die Mechthild Schmitt hie&#223;. Aber das allein kann es ja auch nicht sein. Au&#223;erdem hat sie die Wahl nicht gewonnen. Man erlebt hier bestenfalls die halbe Welt des Laufens. Es scheint also so zu sein, als w&#228;re bereits die mickrige H&#228;lfte f&#252;r mich au&#223;erordentlich anziehend und sch&#246;n.</p>
<p>Als Dame kleidet man sich in den Kellergew&#246;lben der Picard-Halle um, die nicht etwa nach Handtaschen benannt ist, obwohl das bekannte Lederwarenunternehmen in Obertshausen seinen Sitz hat. Sie hei&#223;t nach einem ehemaligen Vereinsvorsitzenden, den man damit vermutlich f&#252;r besondere Dienste um den Sportverein ehrte. Picard hei&#223;t man in Obertshausen &#246;fter, es ist anzunehmen, dass Jean-Luc Picard, Kapit&#228;n der USS Enterprise, auch von dort stammt.</p>
<p>Ich ziehe mich also in der Picard-Halle um und beobachte dabei eine Dame, die sich die kompletten Beine mit Vaseline einreibt. Es erinnert eher an die Vorbereitungen zu einem Bodybuilding-Wettbewerb, denn die Beine beginnen augenblicklich zu gl&#228;nzen. Vielleicht will sie die Konkurrenz m&#252;de spiegeln. Ich sehe von Vorbereitungen dieser Art ab und bin schnell fertig. Im Gang zur Umkleide haben sich inzwischen Horden apfelschorlengef&#252;llter Menschen angesammelt, denn hier sind die Toiletten. Wie so oft sind es zu wenige.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; ">Sp&#228;ter weiterlesen? Bittesch&#246;n: die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/07/Obertshausen09.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Ich treffe mich mit meinem Trainingspartner drau&#223;en, in der Hoffnung, beim Einlaufen im Wald ein kuscheliges Geb&#252;sch   zu finden. Die erf&#252;llt sich nicht, rund um das kleine Stadion ist einfach zu viel los und auch nach so vielen Jahren Laufen gehe ich ungern pinkeln, wenn Menschen dabei an mir vor- beihasten. Das Problem l&#246;st sich, als wir den Weg zur anliegenden Schule sehen, die heute ihre Pforten ge&#246;ffnet hat. Obertshausen k&#252;mmert sich also doch um die Bed&#252;rfnisse seiner L&#228;ufer.</p>
<p>Ich gl&#228;tte noch einmal meine backblechgro&#223;e Startnummer &#252;ber meinem Bauch und dann geht es auch schon los. Nach einer ¾ Stadionrunde zielt der Weg in den Wald. Auf den ersten zwei Kilometern dr&#228;ngelt es sich ein bisschen, aber dann ist bald genug Platz f&#252;r alle. Meine Uhr zeigt seltsame Zwischenzeiten und ich bin irritiert. Sollte ich mein Tempogef&#252;hl v&#246;llig verloren haben? Bei km 5 ist aber alles im gr&#252;nen Bereich und ich beschlie&#223;e, dass die Kilometerschilder mit submaximaler Genauigkeit aufgestellt wurden. Seit einer Weile laufe ich mit einem Stein im Schuh. Es f&#252;hlt sich nach einem wahren Bergwerk an, ein Gef&#252;hl hinter dem erfahrungsgem&#228;&#223; ein Steinchen in Nanopartikelgr&#246;&#223;e steckt. Ich arbeite den Stein laufend unter das Fu&#223;gew&#246;lbe.</p>
<p>Schon bald l&#228;uft vor mir ein Riese. Zwar ist die Strecke nicht &#252;berm&#228;&#223;ig aufregend, aber es kann zuweilen n&#252;tzlich sein, wenn man sieht, wo man hinl&#228;uft. Mit dem Riesen als Hase ist das schwer m&#246;glich. Andererseits ist mir der in den Himmel ragende R&#252;cken irgendwie nicht unsympathisch. Er riecht nicht schlecht, macht keine unangenehmen Ger&#228;usche und hat keine n&#228;ssenden Ekzeme im Nacken. Also nehme ich mein Schicksal an und laufe ihm einfach nach. Schneller will ich einfach gerade nicht. Ich muss schlie&#223;lich mit meinen Kr&#228;ften haushalten. Und au&#223;erdem sind wir im Wald und nicht im Kino. Ich sehe noch genug. Der Stein im Schuh sitzt jetzt unter dem Ballen.</p>
<p>Zwei Kilometer sp&#228;ter hat sich das alles ohnehin erledigt, der nette Riese wird langsamer. Oder werde ich schneller? Naja, vielleicht ein bisschen. Jetzt l&#228;uft eine Dame in neongr&#252;nem Shirt an mir vorbei. In pinkfarbenen Lettern steht darauf: „Sch&#246;ne M&#228;nner und Weltfrieden Klein-Auheim“. W&#228;hrend ich noch dar&#252;ber nachdenke, ob in Klein-Auheim der Wunsch nach dem Genannten besonders dringlich ist, oder ob Klein-Auheim hier als Quell f&#252;r selbiges angepriesen werden soll, beschlie&#223;e ich, Ruhe zu bewahren. Nichts soll mich dazu verleiten, schneller zu laufen, als ich dauerhaft kann. Ich muss ja noch eine Weile kontrahieren. Und der Stein im Schuh ist an den Zehen angekommen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-772" title="Obertshausen-T-Shirt" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-T-Shirt.jpg" alt="Obertshausen-T-Shirt" width="495" height="371" /></p>
<p>Als n&#228;chstes ereilt mich eine akustische Herausforderung. Ein L&#228;ufer hat Kleingeld einstecken. Viel Kleingeld. Ich bin ratlos? Warum nur? Was denken sich Volksl&#228;ufer, die Kleingeld mit auf die Strecke nehmen? Dass Ganoven unmittelbar nach dem Startschuss die Umkleide entern, um L&#228;ufern 4 Euro 80 (in zwanzig Cent-St&#252;cken) aus der Tasche zu rei&#223;en? Hat man ihnen nicht gesagt, dass die Verpflegung an der Strecke nichts extra kostet? Erwarten sie, unterwegs einzukehren, wie bei einer Bergwanderung? Ich wei&#223; es nicht. Ich muss gelegentlich mal so einen Klingelbeutel fragen. Mein steinerner Begleiter im Schuh probiert jetzt alle Zehen als Unterschlupf durch.</p>
<p>Die Kilometerbeschilderung ist nach dem Countdown-Prinzip beschrieben, was viele L&#228;ufer irritiert. Da steht etwa: „noch 9 km“. Mir ist das recht. Ich z&#228;hle in meinem Kopf ohnehin gerne herunter. F&#252;r heute habe ich mir eine besondere Rechnung ausgedacht, die ich immer dann anwende, wenn Schlaffheit droht und ich meiner Form nicht sicher bin. Mein Zeitziel f&#252;r heute ist verhalten: ich m&#246;chte weniger als 2 Stunden brauchen. Jetzt arbeite ich auf den Kilometer hin, ab dem ich dieses Ziel erreiche, selbst wenn mir durch einen Einbruch von da ab nur noch ein Tempo von 6 Minuten/km m&#246;glich sein sollte. Bei km 13 ist es soweit: wenn ich ab jetzt im 6er Schnitt weiter schlunze, komme ich immer noch unter 2 Stunden rein. Herrlich. Alles andere ist jetzt K&#252;r. Und der Stein ist weg. Keine Ahnung, wohin der sich verkrochen hat.</p>
<p>Inzwischen sind die 10km-L&#228;ufer an uns vorbeigezischelt, die 20 Minuten sp&#228;ter gestartet sind. Ich mag das gern, schnelleren L&#228;ufern zu begegnen. Es ist ein sch&#246;nes Unterhaltungsprogramm, wenn d&#252;nne Jungs mit Flatterhosen an einem vorbeihechten. Man kann auch gleich einen Siegertipp abgeben. Am Rand der Strecke stapft gerade ein Fotograf durch die Brennnesseln. Er h&#228;lt vermutlich Ausschau nach der ersten Frau der 10er. Bedauere, nein.</p>
<p>Jetzt l&#228;uft ein L&#228;ufer mit einem Saucony-Shirt vor mir. Obwohl der Hersteller Unmengen Werbegeld investiert hat, um mir beizubringen, wie man ihn ausspricht, vergesse ich es immer wieder. Sossoni? Sokoni? Ich w&#252;rde ja den T-Shirt-Besitzer fragen, aber der ist verkabelt. Wei&#223;e Schn&#252;re h&#228;ngen aus seinen Ohren. Wenigstens muss er so Mr. Viereuroachtzig nicht h&#246;ren.</p>
<p>Ich rechne bei jedem Kilometer meine m&#246;gliche Zielzeit aus, immer unter der Pr&#228;misse, dass ich auf der Stelle nur noch einen 6er-Schnitt w&#252;rde laufen k&#246;nnen. So wird die Zeit mit jedem Kilometer besser. Noch wage ich nicht zu prognostizieren, dass ich mein Tempo halten kann, obwohl ich im Grunde wei&#223;, dass jetzt nicht mehr viel passieren kann. Noch vier Kilometer Schneisensightseeing. Ein bisschen Wasser habe ich unterwegs getrunken, die letzte Station lasse ich aus. Ich mag jetzt nicht mehr wieder anlaufen m&#252;ssen. Ich ziehe an „Sch&#246;ne M&#228;nner und Weltfrieden“ vorbei und an vielen anderen auch. Das geht einfach so. Die Body-Memory funktioniert, mein K&#246;rper kennt die Strecke. Das mit dem Kontrahieren hat er noch nicht vergessen. Die Stadionrunde braucht noch einmal etwas Kraft, aber das ist der Fluch aller Stadionrunden. Ich holze mit 1:54:40 und einem triumphierenden Steinchen am gro&#223;en Zeh ins Ziel.</p>
<p>Das dichte, weiche Gras des Stadions riecht, als h&#228;tte man „Eau de Rasen“ darauf verspr&#252;ht. Hier liegt es sich hervorragend, w&#228;hrend man darauf wartet, dass Getr&#228;nkenachschub geholt wird. Hier l&#228;sst es sich auch hervorragend barfuss auslaufen, nachdem man das piesakende Steinchen aus dem Schuh gebastelt hat.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-773" title="Obertshausen-Bambini-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-Bambini-1.jpg" alt="Obertshausen-Bambini-1" width="490" height="366" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-774" title="Obertshausen-Bambini-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-Bambini-2.jpg" alt="Obertshausen-Bambini-2" width="515" height="386" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-775" title="Obertshausen-Bambini-3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-Bambini-3.jpg" alt="Obertshausen-Bambini-3" width="517" height="386" /></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-776" title="Obertshausen-Bambini-4" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-Bambini-4.jpg" alt="Obertshausen-Bambini-4" width="523" height="392" /></p>
<p>Es folgt das Obertshausenritual: Kuchen und Kaffee holen, m&#252;mmeln und Bambini-L&#228;ufe gucken, bei denen winzige Kinder von gigantischen Startnummern beinahe v&#246;llig verdeckt werden. Und da ist sie dann doch wieder. Die ganze, maximale Welt des Laufens. Ohne jedes Sub.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-777" title="Obertshausen-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Obertshausen-Kuchen.jpg" alt="Obertshausen-Kuchen" width="468" height="350" /></p>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: <a href="http://www.tgs-hausen.de/">www.tgs-hausen.de</a></div>
<p> </p>
<h4>Obertshausen-Hausen?</h4>
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