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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Rodgau-Jügesheim</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Hier stimmt doch was nicht!</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Mar 2008 13:32:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt Tage, an denen einfach alles stimmt. Dies ist empirisch bewiesen. Versuchsreihen mit L&#228;ufern, die an Tagen liefen, an denen einfach alles stimmte, haben gezeigt: es gibt sie. Die L&#228;ufer. Und die Tage, an denen ... Sie wissen schon. Weit weniger bekannt ist jedoch das Ph&#228;nomen der Tage, an denen nichts stimmt. Gibt es sie? Wie wirken sie sich auf L&#228;ufer aus? (...)]]></description>
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<h2>25 km in Rodgau-J&#252;gesheim (2008)</h2>
<p>Es gibt Tage, an denen einfach alles stimmt. Dies ist empirisch bewiesen. Versuchsreihen mit L&#228;ufern, die an Tagen liefen, an denen einfach alles stimmte, haben gezeigt: es gibt sie. Die L&#228;ufer. Und die Tage, an denen &#8230; Sie wissen schon.</p>
<p>Weit weniger bekannt ist jedoch das Ph&#228;nomen der Tage, an denen nichts stimmt. Gibt es sie? Wie wirken sie sich auf L&#228;ufer aus? Stimmt wirklich gar nichts? Oder handelt es sich eher um Mittelnichts bis Wenignichts? Um dieser Frage wissenschaftlich nachzugehen, starten wir eine Versuchsreihe. Die erste zu untersuchende L&#228;uferin geh&#246;rt der W40 an. Sie ist lauferfahren, motiviert und mittelm&#228;&#223;ig bis m&#228;&#223;ig trainiert. Wir lassen sie beim Osterlauf in J&#252;gesheim antreten und wollen sehen, ob nichts stimmt, oder etwas und wenn ja, was. Die Bedingungen: 25 km, zumeist auf Asphalt,  Temperaturen um den Gefrierpunkt. Bereits in den Vorbereitungen zum Start zeigen sich bei der Probandin, nachfolgend FS genannt, erste Irritationen.</p>
<p><em>&#8220;Zun&#228;chst sah alles gut aus. Bei der Anmeldung schwamm man f&#246;rmlich in Kugelschreibern. Es war die h&#246;chste Kugelschreiberdichte, die man jemals bei hessischen Laufveranstaltungen gesehen hat. Auf den Tischen in der Halle standen mickrige, aber wackere kleine Fr&#252;hlingsbl&#252;her in mickrigen aber reizenden T&#246;pfchen. Doch dann wollte ich mich umziehen. Und die Umkleide, in der ich mich seit Jahren umziehe, war von einem gr&#252;nen Gartenschlauch belegt, der ins Nichts f&#252;hrte. Dadurch lie&#223; sich die T&#252;r nicht schlie&#223;en und die Umkleide war unbrauchbar.&#8221;</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-452" title="Juegesheim_Kugelschreiber" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Kugelschreiber.jpg" alt="Juegesheim_Kugelschreiber" width="252" height="187" /> <img class="alignnone size-full wp-image-453" title="Juegesheim_Blumen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Blumen.jpg" alt="Juegesheim_Blumen" width="250" height="187" /></p>
<p>FS folgt einem Schild, das weitere Umkleiden ausweist. Sie liegen dieses Jahr in der gleichen Richtung, in der sich auch die Herrenumkleiden befinden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-455" title="Juegesheim_Schild2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Schild2.jpg" alt="Juegesheim_Schild2" width="480" height="359" /></p>
<p><em>&#8220;Ich zog meinen Kopf ein (denn es waren noch Minus drei Grad) und folgte dem Schild. Am Ende der Stra&#223;e befanden sich die Herrenumkleiden. Statt der Damenumkleiden fand ich allerdings nur einen Ordner mit orangefarbener Weste. Er schickte mich wieder zur&#252;ck, die Damenumkleiden seien auf halbem Weg in einer Schule.&#8221;</em></p>
<p>FS trottet frierend zur&#252;ck und irrt auf dem weitl&#228;ufigen Schulgel&#228;nde umher. Weit und breit sind keine anderen L&#228;uferinnen zu sehen. Sie r&#252;ttelt an einigen T&#252;ren, aber keine &#246;ffnet sich. Die Probandin ist frustriert und tr&#228;gt sich und ihre langsam dr&#252;ckende Lauftasche wieder zur&#252;ck zum Ordner. Der kann keine genaueren Angaben zur Damenumkleide machen. FS macht sich wiederum auf den Weg, in der Hoffnung, bei der Anmeldung eine weitere Umkleide zu finden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-456" title="Juegesheim_Schild1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Schild1.jpg" alt="Juegesheim_Schild1" width="480" height="359" /></p>
<p><em>&#8220;Auf dem Weg zur&#252;ck entdeckte ich eine Frau, die auf das Schulgel&#228;nde einbog. Ich beschloss, ihr zu folgen, in der Hoffnung, sie w&#252;rde wissen, wo die Umkleide lag. Pl&#246;tzlich war sie verschwunden. Irgendwo musste eine offene T&#252;r sein. Ich ging weiter und weiter und entdeckte ganz hinten ein Schild. Endlich hatte ich die Umkleide gefunden. Au&#223;er uns beiden war niemand hier. Die Frau erz&#228;hlte mir, jemand vom Verein h&#228;tte ihr den Weg gewiesen, sie h&#228;tte die Umkleide sonst nie entdeckt.&#8221;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-457" title="Juegesheim_Umkleide" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Umkleide.jpg" alt="Juegesheim_Umkleide" width="480" height="360" /></em></p>
<p>Hier zeigen sich erste Anzeichen eines Tages, an dem nichts stimmt. FS hat obendrein schlecht und wenig geschlafen, da sie am Abend sp&#228;t von einer Familienfeier heimgekehrt war. Als die Probandin am Start steht, ist sie dennoch optimistisch.</p>
<p><em>&#8220;Trotz schlechter Wettervorhersage schien die Sonne. Es war kalt, aber sch&#246;n. Die Atmosph&#228;re war, wie immer in J&#252;gesheim, freundlich und angenehm.&#8221;</em></p>
<p>Die ersten Kilometer verlaufen ohne gr&#246;&#223;ere Zwischenf&#228;lle. FS trifft bald einen L&#228;ufer, mit dem sie bei ihrem letzten Volkslauf in Friedberg plauderte.</p>
<p><em>&#8220;Ich lief so vor mich hin, da hatte ich auf einmal ,Woherkommstndu&#8217; an meiner Seite. Ich wusste schon, dass ,Woherkommstndu&#8217; aus Bensheim kommt und so redeten wir dieses Mal &#252;ber andere Dinge. Eigentlich wollte ich aber gar nicht reden. Auch das kostet ja Energie. Und ich wollte auch lieber ein bisschen langsamer laufen. Aber da war diese sch&#246;ne Sonne und ich dachte, es wird schon gehen.&#8221;</em></p>
<p>Nach wenigen Kilometern bremst die Probandin doch lieber etwas und l&#228;sst ihren Mitstreiter ziehen. Noch zeichnet sich nicht ab, wie wenig an diesem Tag stimmt.</p>
<p><em>&#8220;Ich trank etwas von dem warmen Iso-Getr&#228;nk, aber nicht zu viel, weil ich mit meinem Magen etwas aufpassen muss. Nach einer Weile riss ich mir meine Startnummer versehentlich vom Band. Weil es nicht anders ging, blieb ich ganz kurz stehen, um sie wieder zu befestigen. Es irritierte etwas, aber nun gut. Die Strecke ging &#252;ber Feld und durch den Wald. Immer wieder sah ich eine kleine alte Dame, die mit ihrem Fahrrad an verschiedenen Punkten der Strecke auftauchte. Das macht sie immer und ich habe immer noch nicht herausbekommen, wie sie so schnell von A nach B kommt, ohne an den L&#228;ufern vorbeizufahren. Die Zauberomi motivierte mich und ich hielt einen Schnitt von 5:30 pro Kilometer.&#8221;</em></p>
<p>Das Tempo ist zu schnell f&#252;r FS und ihren Trainingszustand, sie ahnt, aber verdr&#228;ngt es. Nach 12,5 Kilometern kommt der Wendepunkt. F&#252;r die Strecke und f&#252;r die Lage der Probandin.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; ">Auf Papier liest es sich besser? Hier gibt&#8217;s die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2008/03/Juegesheim08.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p><em>&#8220;Ich finde Wendepunktstrecken toll, man hat im Gegenverkehr viel zu gucken. Jemand rief meinem Hintermann zu: Da kommt ja der lahme Thorsten! Ich fand das witzig. Bis der lahme Thorsten an mir vorbeilief und ich dachte: jetzt bist Du lahmer als der Lahme. Tats&#228;chlich wurde ich immer langsamer. Seit einiger Zeit hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten mit dem Gro&#223;zehgrundgelenk am linken Fu&#223;, das begann jetzt zu schmerzen. Ich hatte pl&#246;tzlich das Gef&#252;hl, falsch und seltsam abzurollen. Der Fu&#223; f&#252;hlte sich steif an.&#8221;</em></p>
<p>F&#252;r FS begann es unrund zu laufen. Doch die wirklichen Probleme sollten noch kommen.</p>
<p><em>&#8220;Als wir aus dem Wald kamen, war die Sonne auf einmal weg und es war windig. Ich hatte ordentlich geschwitzt und jetzt f&#252;hlte ich mich trotz bester Kleidung kalt und klamm. Der Wind kam scharf von der Seite und mein kalter Oberarm tat richtig weh. Ich f&#252;hlte mich zwischen den Schulterbl&#228;ttern vollkommen verspannt. Als w&#228;re das nicht st&#246;rend genug, bekam ich pl&#246;tzlich Magenkr&#228;mpfe. Es war die Sorte Kr&#228;mpfe, bei denen man glaubt, sofort ein &#214;rtchen aufsuchen zu m&#252;ssen. Aber hier war ja kein &#214;rtchen. Hier war &#252;berall nur Ort.&#8221;</em></p>
<p>Die Probandin k&#228;mpft inzwischen an verschiedenen Fronten. Der Fu&#223; plagt, das klamme Gef&#252;hl macht lockeres Laufen unm&#246;glich und der Bauch kneift und peinigt. FS &#252;berlegt sogar, kurz in die B&#252;sche zu gehen. Sie kommt davon ab, weil es keine gibt.</p>
<p><em>&#8220;Ab Kilometer 20 war an normales Laufen nicht mehr zu denken. Immer wieder ging ich ein paar Schritte, wenn die Kr&#228;mpfe zu stark wurden. Dann lief ich wieder weiter und dachte: ins Ziel gekommen bist Du noch immer. M&#228;dchen mit um die H&#252;fte geknoteten rosa Tchibojacken liefen an mir vorbei. Das war viel schlimmer als der lahme Thorsten.&#8221;</em></p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #d2691e; border-left-color: #d2691e; border-right-color: #d2691e; border-bottom-color: #d2691e; background-color: #fff5ee; ">&#220;brigens: Diesen Text gibt es auch als <a style="font-family: arial, verdana, tahoma, sans-serif; font-style: normal; font-size: 100%; font-weight: normal; text-decoration: underline; color: #525252;" title="Zur Website des Schmittcast" href="http://frauschmitt.podspot.de/" target="_blank">Podcast-Episode</a> zum H&#246;ren!</div>
<p>FS arbeitet sich mit schleppendem Schritt vorw&#228;rts. Die Magenprobleme haben inzwischen die anderen &#196;rgernisse &#252;berdeckt. Die Frage nach dem zu untersuchenden Thema beantwortet die Probandin eindeutig:</p>
<p><em>&#8220;Kurz vor dem Ziel traf ich einen Bekannten. Ich sagte: Heute stimmt einfach nichts! Und genau so f&#252;hlte es sich an. Noch nie waren bei einem Lauf dieser Distanz die letzten Kilometer so schwer. Noch nie war ich so langsam. Zwischen meiner Bestzeit aus dem letzten Jahr und diesem Lauf liegen 16 Minuten. Am Ende war sogar die Moral am Boden. Es stimmte einfach gar nichts. Bei der Siegerehrung br&#252;llte es etwa 30 Mal ,Stand up for the champions&#8217; aus den Lautsprechern, dabei war mir eher danach, mich hinzulegen.&#8221;</em></p>
<p>Das Ph&#228;nomen des Nichts-stimmt-Laufes ist also real. Es erscheint abschlie&#223;end schl&#252;ssig, warum Alles-stimmt-L&#228;ufe die besser untersuchten sind: sie machen einfach mehr Jux. Beiden gemeinsam ist die ebenso belohnende, wie tr&#246;stende Wirkung eines Backwerks aus den H&#228;nden hessischer Hausfrauen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-458" title="Juegesheim_Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Kuchen.jpg" alt="Juegesheim_Kuchen" width="480" height="360" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s hier: </em><a href="http://tgmsvjuegesheim.de/"><em>http://tgmsvjuegesheim.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Rodgau-J&#252;gesheim? </h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Rodgau-J%FCgesheim&amp;address=Wei%DFkircher%20Stra%DFe%20Rodgau-J%FCgesheim&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255789144" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<item>
		<title>Von grellen Socken, defekten Robotern und monstr&#246;sen Kuchen.</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2007 16:11:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Eier sind genug gewechselt, lasst uns jetzt endlich L&#228;ufer sehen. Wenn ich um 6 Uhr 40 schon denken k&#246;nnten, w&#252;rde ich sicherlich so etwas denken, schlie&#223;lich habe ich mir den Wecker gestellt, um zum Osterlauf in Rodgau-J&#252;gesheim anzutreten. Vorher muss ich nat&#252;rlich erst aus dem Bett, sonst geht es leider nicht. Das ist der Haken. Die Sonne ist allerdings (...)]]></description>
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<h2>25 km in Rodgau-J&#252;gesheim (2007)</h2>
<p>Der Eier sind genug gewechselt, lasst uns jetzt endlich L&#228;ufer sehen. Wenn ich um 6 Uhr 40 schon denken k&#246;nnten, w&#252;rde ich sicherlich so etwas denken, schlie&#223;lich habe ich mir den Wecker gestellt, um zum Osterlauf in Rodgau-J&#252;gesheim anzutreten. Vorher muss ich nat&#252;rlich erst aus dem Bett, sonst geht es leider nicht. Das ist der Haken. Die Sonne ist allerdings eine gro&#223;e Aufstehhilfe und deshalb sitze ich bald darauf in einem Auto, das die A3 entlang braust. Rodgau-J&#252;gesheim ist einfach zu finden, die eingeschaltete Navigierhilfe dient nur der Illusion, dass eine freundliche Dame sich extra f&#252;r uns aus dem Bett gequ&#228;lt hat, um uns den Weg anzusagen. Fr&#252;h aufstehen macht garstig.  Wir sind sehr zeitig da und beobachten Horden von M&#228;nnern, die nach mehreren Tagen Familienleben sp&#252;rbar mit der Hufe scharren. Irgendwann muss ein Mann eben tun, was ein Mann tun muss: in kurzen Hosen mit anderen M&#228;nnern um die Wette laufen.  </p>
<p>Entsprechend fr&#246;hlich ist die Stimmung als wir ankommen. Vanman Jochen Heringhaus, altgedienter Moderator und Animateur von Runners Point ist schon da und beginnt bald mit seinen launigen Bemerkungen im Stile von &#8220;Fr&#252;her war das ein Kopftuch, heute hei&#223;t es Bandana&#8221; oder &#8220;Die Damenduschen sind nicht f&#252;r M&#228;nner, auch nicht f&#252;r den Kalli&#8221;. Genau so muss ein Ostermontagmorgen klingen. Zwei Laufshops haben aufgebaut und ich widerstehe der Versuchung eine Socke zu kaufen, die deutlich mehr Zonen hat als Berlin nach dem zweiten Weltkrieg. Auch die &#8220;Nightlife&#8221;-Socken von Brooks kaufe ich schweren Herzens nicht, obwohl man mit fluoreszierenden Socken Strauchdiebe im Park ganz bestimmt in die Flucht leuchten kann. Es ist aber auch sehr verf&#252;hrerisch, wenn man vor dem Start noch Zeit zum Shopping hat.  </p>
<p>In der Umkleide des Vereinsheims der 1888 TGM SV J&#252;gesheim liegt noch etwas Unrat aus dem Gr&#252;ndungsjahr, aber das geh&#246;rt hier zur Atmosph&#228;re. Ich treffe Bekannte und verliere sie wieder und irrlichtere ein wenig zwischen den sonnigen Pl&#228;tzen auf der Dorfstra&#223;e umher. Mein Trainingspartner scheint in der weit entfernt liegenden Herrenumkleide verschollen. Gern w&#252;rde ich mich an einem Poller etwas hinsetzen, aber dort dehnt schon jemand seit 10 Minuten so intensiv, als w&#228;re er &#252;ber Nacht auf die H&#228;lfte seiner Gr&#246;&#223;e zusammengeschnurrt. Die Zeit vergeht langsam.</p>
<p><img class="size-full wp-image-508 alignright" title="Juegesheim_schild" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_schild.jpg" alt="Juegesheim_schild" width="312" height="234" /></p>
<p>Der Osterlauf in J&#252;gesheim besteht aus einem 10 km und einem 25 km Lauf, beide eben, gr&#246;&#223;tenteils asphaltiert und sch&#246;n. Da ich gerade so in &#220;bung bin, laufe ich den 25er, der eine &#8220;klassische 12,5 km Wendepunktstrecke&#8221; ist, wie der Vanman sagt. Ich will langsamer sein, als letzte Woche in Seligenstadt. Man muss sich ja auch mal schonen. Ich treffe meinen Trainingspartner dort, wo sich alle treffen: vor dem Klo. So dackeln wir gemeinsam zum Start. Vor lauter Aufregung haut der Sch&#252;tze am Start den Startschuss vor Ablauf des Countdowns heraus, aber das ist allen nur recht. Endlich geht es auf die Strecke.</p>
<p><img class="size-full wp-image-509 alignright" title="Juegesheim_start" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_start.jpg" alt="Juegesheim_start" width="325" height="245" /></p>
<p>Zun&#228;chst muss man ein St&#252;ck durch den verschlafenen Ort, aber dann geht es nur noch durch Wiese, Wald und Feld. Landwirtschaftliche Impressionen sind hier im Preis mit drin: es riecht gelegentlich nach Mist, man h&#252;pft &#252;ber Pferde&#228;pfel und kann sich gut vorstellen, hier mit dem Traktor entlangzubrettern. Umso bedauerlicher, dass hinter mir ein Roboter l&#228;uft. Vermutlich m&#252;sste er mal zur Wartung, denn alle drei Schritte piept es ein alarmierendes &#8220;Piiiiep&#8221;. Ich drehe mich um. Bei Robotern l&#228;sst sich das Alter schlecht sch&#228;tzen, ich vermute, Altersklasse R45. Muss man da schon piepen? Die Sonne scheint so herrlich, die Felder sind saftig und um mich herum piept es ununterbrochen. Das ist so gruselig, dass ich meinen guten Vorsatz vergesse und Gas gebe, um das laufende EKG hinter mir zu lassen.  Das Schnelllaufen macht Spa&#223; und so bleibe ich noch ein bisschen dabei. Kurz vor Kilometer 10 schie&#223;t mir der f&#252;hrende L&#228;ufer entgegen. Schon jetzt hat er mir f&#252;nf Kilometer voraus. Ich seufze innerlich ein bisschen.</p>
<p>Der angek&#252;ndigte Tee bei Kilometer 10 entpuppt sich als warmes Iso-Getr&#228;nk. Das schmeckt zwar komisch, aber die Sonne scheint jetzt so kr&#228;ftig, dass man besser trinken sollte. Ich freue mich, dass ich mich – zum ersten Mal in diesem Jahr – f&#252;r die kurze Hose entschieden habe. Ich laufe in kleinen Schritten, das habe ich bei Naoko Takahashi gesehen. Weil es bei ihr so leicht aussieht, f&#252;hlt es sich bei mir so leicht an. Man arbeitet ja mit allen Tricks.  Jetzt beginnt mein Lieblingsabschnitt: alle L&#228;ufer kommen mir entgegen. Es ist eine gro&#223;e Parade. Die L&#228;ufer klatschen sich ab, nicken sich wichtig zu oder rufen so etwas wie &#8220;Rudi, hau rein!&#8221;. Man sieht enorm sportlich aussehende, junge, bildsch&#246;ne, perfekt gestylte L&#228;uferinnen und L&#228;ufer, die viele Minuten hinter einem selbst laufen. Wendepunktstrecken sind Unterhaltungsprogramm und Motivationsturbo in einem.  Sind alle vorbei, falle ich immer in ein kleines Stille-Loch. Das Feld hat sich jetzt weit auseinandergezogen, weit und breit ist niemand zum Beobachten da. Mein Unterbewusstsein f&#252;llt das Loch v&#246;llig &#252;berraschend. Innerlich fange ich an, ein Volkslied zu singen &#8220;Zwischen Berg und tiefem tiefem Tal, sa&#223;en einst zwei Hasen. Fra&#223;en ab das gr&#252;ne, gr&#252;ne Gras &#8230;&#8221; Das Lied habe ich vermutlich seit 30 Jahren nicht mehr geh&#246;rt, aber jetzt ist es da. Vielleicht wegen dem gr&#252;nen Gras auf dem Feld? Keine Ahnung. Ich laufe einen Kilometer &#8220;Fra&#223;en ab das gr&#252;ne gr&#252;ne Gras &#8230;&#8221;, den n&#228;chsten Kilometer &#8220;&#8230; sa&#223;en einst zwei Hasen&#8221;. Die zwei Hasen verlassen mich fortan nicht mehr, ich kann machen, was ich will. Wie ein Mantra hoppeln sie in meinem Kopf herum.  Dazwischen habe ich ein bisschen gerechnet. Es sieht gut aus. Sehr gut sogar. Von langsamer Laufen kann keine Rede sein. Ich werfe endg&#252;ltig alles &#252;ber den Haufen und versuche, zu sehen, was geht. Die Sonne, die Pferde&#228;pfel, die Hasen &#8211; es muss einfach sein.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Sp&#228;ter nochmal lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/04/Juegesheim07.pdf" target="_blank">Druckversion </a>als PDF.</div></div></em></p>
<p>Sieben Kilometer vor Schluss (ich z&#228;hle die Kilometer immer runter), rennt ein Herr in Grau an mir vorbei. Er sieht noch gut aus, aber so eine Tempoversch&#228;rfung, schon sieben Kilometer vor dem Ziel? Ich halte mich lieber zur&#252;ck. Und warte. Nichts hasse ich mehr, als die letzten zwei Kilometer deutlich lang- samer laufen zu m&#252;ssen, weil nichts mehr geht. Das tut weh und ich will nicht, dass es weh tut. Es sind jetzt noch vier Kilometer. Ich glaube, jetzt darf ich. Jetzt darf ich so schnell laufen, wie ich noch kann.  Aus den Takahashi-Schritten werden Paula-Schritte. Ich stampfe, dass die K&#228;fer auf dem Waldweg nur so hopsen. &#8220;Fra&#223;en ab, das gr&#252;ne gr&#252;ne Gras &#8230;&#8221;. Ich n&#228;here mich dem L&#228;ufer in Grau. Seine Sch&#228;tzung war zu optimistisch und ich rumple an ihm vorbei. Keine Zeit f&#252;r Mitleid. Jetzt sind wir wieder zur&#252;ck im Ort. In einzelnen Fenstern lagern Ellenbogen auf Kissen, die Strecke wird be&#228;ugt. H&#228;tten die Leute nur mal vorhin geguckt. Da sah ich noch gut aus. Jetzt hole ich ger&#228;uschvoll Luft und das Trampeln schwankt manchmal verd&#228;chtig. Als ich das Ziel sehe, kribbelt es in den Armen und mir wird kalt. Der Kreislauf hat keine Lust mehr. Ich stoppe die Uhr bei 2:09:05. Mehr als sieben Minuten schneller als letztes Jahr, &#252;ber eine Minute schneller als meine Bestzeit vor einer Woche.  Zwischen Berg und tiefem, tiefem Tal sa&#223;en danach zwei L&#228;ufer und a&#223;en zwei St&#252;cke eines genmanipulierten Streuselkuchens (oder wie konnte er sonst so riesig werden?).</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-511" title="Juegesheim_streuselkuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_streuselkuchen.jpg" alt="Juegesheim_streuselkuchen" width="458" height="343" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s hier: </em><a href="http://tgmsvjuegesheim.de/"><em>http://tgmsvjuegesheim.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4 style="font-size: 1em;">Rodgau-J&#252;gesheim? </h4>
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<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
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		<title>Von putzigen Umkleiden, nutzlosen Zahlen und fliegenden Omas.</title>
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		<pubDate>Mon, 17 Apr 2006 19:04:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Frisch + Fromm + Fr&#246;hlich + Frei“ steht &#252;ber der B&#252;hne der kleinen Halle in Rodgau-J&#252;gesheim, die dem Verein heute morgen als Wettkampfb&#252;ro dient. Frisch sehen die feiertagsm&#252;den L&#228;ufer nun nicht gerade aus und wenn sie fromm w&#228;ren, dann w&#252;rden sie jetzt nicht in einem labberigen Trainingsanzug in die Umkleide schlurfen, sondern stattdessen in ordentlichem Aufzug in den Ostergottesdienst schreiten. Was die beiden anderen Begriffe betrifft, stimmt aber alles: (...)]]></description>
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<h2>25 km in Rodgau-J&#252;gesheim (2006)</h2>
<p>„Frisch + Fromm + Fr&#246;hlich + Frei“ steht &#252;ber der B&#252;hne der kleinen Halle in Rodgau-J&#252;gesheim, die dem Verein heute morgen als Wettkampfb&#252;ro dient. Frisch sehen die feiertagsm&#252;den L&#228;ufer nun nicht gerade aus und wenn sie fromm w&#228;ren, dann w&#252;rden sie jetzt nicht in einem labberigen Trainingsanzug in die Umkleide schlurfen, sondern stattdessen in ordentlichem Aufzug in den Ostergottesdienst schreiten. Was die beiden anderen Begriffe betrifft, stimmt aber alles: die Laune ist gut, unz&#228;hlige juxige Ostererlebnisse schwirren durch den Raum. Und wer ist schon freier, als ein Mensch, der ohne Not 25 Kilometer laufen will – und kann?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-525" title="Juegesheim-Halle-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim-Halle-2.jpg" alt="Juegesheim-Halle-2" width="431" height="324" /></p>
<p>Wie immer in J&#252;gesheim ist die Umkleidesituation etwas verworren. Es gibt vier verschiedene Umkleiden und jede ist in einem anderen Geb&#228;ude versteckt. Zum Teil liegen sie gute vierhundert Meter auseinander. &#220;berall stehen Frauen und halten nach ihren Gatten und Laufbr&#252;dern Ausschau, die aus allen Richtungen frisch geschn&#252;rt herbeistr&#246;men – selten sind Herren und Damenumkleide so weit voneinander getrennt. Meine Umkleide ist f&#252;r etwa zehn Personen ausgelegt, nach dem Lauf werden sich gef&#252;hlte 47 schweisskrustige Frauen die nassen Kleider vom Leib rollen, mit schlagbohrer&#228;hnlichen Haartrocknern f&#246;hnen und danach mit gro&#223;er Geste alte Haare aus ihrer B&#252;rste rupfen. Doch noch sind wir nicht so weit.  </p>
<p>Ein in der Region gef&#252;rchteter Moderator verbreitet Jahrmarktsstimmung und l&#228;sst den B&#252;rgermeister ein Gru&#223;wort der Kategorie „gut gemeint“ sprechen. Akustisch umrahmt wird der wichtigste Mann im Ort von munterer Musik, wie sie in keinem guten Abschleppschuppen auf Ibiza fehlen darf. Vermutlich eine Ma&#223;nahme zur Sonnenbeschw&#246;rung, die zeitweise sogar gelingt. Dazu zeigen sich sehnige Triathleten gegenseitig ihre frischen Wadent&#228;towierungen – es wird Fr&#252;hling.  </p>
<p>Die Strecke ist „eine klassische Wendepunktstrecke“, wie der Moderator wei&#223; und ich freue mich drauf. Ein bisschen Bammel habe ich vor 25 Kilometern immer, aber das ist zu vernachl&#228;ssigen. Mein Ziel f&#252;r heute: 2:20. Das sind mehr als anderthalb Minuten weniger als vor zwei Wochen, also darf ich nicht gar so l&#228;ssig sein. Gleich zu Beginn schie&#223;t Alfred Ditzinger an mir vorbei, mein pers&#246;nlicher Held der AK M70. Gegen ihn sehe ich alt aus, im Allgemeinen und wie es scheint heute auch im Besonderen. Alfred schiebt sich nach vorne, als h&#228;tte er Rollen unter den F&#252;&#223;en. Mein Schritt ist dagegen schwer. Sonst mit einem guten Tempomaten gesegnet, laufe ich heute gro&#223;en Mist zusammen. Der erste Kilometer viel zu schnell, der zweite zu langsam, der dritte wieder zu schnell. Grober Unfug auf der Strecke wird f&#252;r gew&#246;hnlich mit sp&#228;terer Jammerlappigkeit nicht unter vier Kilometern bestraft und ich versuche, diszipliniert zu laufen. Aber ich finde keinen Schritt und meine Moral sinkt mit jedem Kilometer. Schon t&#228;nzeln Greise, Adip&#246;se und Einbeinige an mir vorbei, eine kleine aerobe Fr&#252;hlingsweise auf den Lippen. Ich muss dringend etwas tun.   </p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf Papier lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2006/04/Juegesheim06.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Am Wegesrand steht eine Oma mit einem Trinkbecher und l&#228;chelt. Das gef&#228;llt mir und gleich geht es etwas leichter. Bald kommt mir der F&#252;hrende entgegen. Er hat mehr als f&#252;nf Kilometer Vorsprung. Das gef&#228;llt mir dann wieder gar nicht. Deprimiert stampfe ich weiter und sehe wenige Meter sp&#228;ter wieder die kleine Oma mit dem Trinkbecher. Mit ihrem Fahrrad an uns vorbeigefahren ist sie nicht. Wie ist sie so schnell an diese Stelle gekommen? Eindeutig. Das ist eine Zauberoma. Sie l&#228;chelt auch so, wie sonst nur die Omas in tschechischen Kinderfilmen l&#228;cheln. Ich beschlie&#223;e nach ihr Ausschau zu halten. Zauberomas geben sich nie mit zweimaligem Erscheinen zufrieden. Ich bin jetzt bei Kilometer 11. Muss also noch 17. Halt, Quatsch. 25 minus 11 sind &#8230; also der Wendepunkt kommt bei Kilometer 12,5, das sind jetzt also noch anderthalb, davon bin ich inzwischen ja schon wieder einen halben gelaufen, jetzt also noch einer und das plus 12,5 das sind dann 13,5, davon bin ich jetzt ja wieder einen halben gelaufen, also wie weit muss ich jetzt noch? Ich bin mal wieder begeistert, mit welcher unbestechlichen Sch&#228;rfe und Brillanz mein Gehirn bei Volksl&#228;ufen die Lage erfasst. Da kommt der Wendepunkt. Also die H&#228;lfte. Das ist doch mal eine klare Information. Besser als diese Zahlen. Vielleicht sollte man bei Volksl&#228;ufen mal &#252;ber Schilder wie „Du bist schon viel mehr gelaufen, als du jetzt noch musst.“ nachdenken. Sagt doch viel mehr als so eine Zahl.   </p>
<p>Leider pfeift auf dem R&#252;ckweg der Wind ganz ordentlich. Das ist nicht sch&#246;n und doch hilft der Wind meiner Moral auf die Spr&#252;nge. Jetzt habe ich einen Gegner. Und obendrein eine wunderbare Unterst&#252;tzerin: wieder und wieder steht die Zauberoma mit ihrem Becher am Wegrand und l&#228;chelt. In dem Kinderbuch „Elias und die Oma aus dem Ei“ habe ich gelesen, dass es Omas gibt, die aus Eiern schl&#252;pfen und fliegen k&#246;nnen. So eine muss das sein. Es ist schlie&#223;lich ja auch Ostern. Nach jeder Begegnung mit ihr geht es mir besser. Und ich ziehe das Tempo an. Mein Kopf sagt: das geht nicht gut. Aber das L&#228;cheln der alten Dame sagt: Wird schon. Ich wechsle von kleinen zu gro&#223;en Schritten und wieder zur&#252;ck. Irgendwo habe ich gelesen, das schiebt die Erm&#252;dung hinaus. Und so ist es. Die 21 Kilometer f&#252;hlen sich nicht an wie ein Halbmarathon, eher wie ein 15er. Das ist ein gutes Zeichen. Augen zu und durch.   </p>
<p>Im Ziel gibt mir jemand ein hartgekochtes Ei. Ich starre erst darauf, dann auf die Uhr. 2:18. Dreieinhalb Minuten schneller als vor zwei Wochen. Als ich wieder rechnen kann, stelle ich fest, dass ich die zweite H&#228;lfte zwei Minuten schneller durchlaufen bin als die erste. Das liegt zwar alles nur an einer kleinen fliegenden l&#228;chelnden Oma mit einem Trinkbecher, aber ihr erz&#228;hlt das ja niemandem weiter.</p>
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<h4>Rodgau J&#252;gesheim?</h4>
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