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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Rodgau-Jügesheim08</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Hier stimmt doch was nicht!</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Mar 2008 13:32:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt Tage, an denen einfach alles stimmt. Dies ist empirisch bewiesen. Versuchsreihen mit L&#228;ufern, die an Tagen liefen, an denen einfach alles stimmte, haben gezeigt: es gibt sie. Die L&#228;ufer. Und die Tage, an denen ... Sie wissen schon. Weit weniger bekannt ist jedoch das Ph&#228;nomen der Tage, an denen nichts stimmt. Gibt es sie? Wie wirken sie sich auf L&#228;ufer aus? (...)]]></description>
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<h2>25 km in Rodgau-J&#252;gesheim (2008)</h2>
<p>Es gibt Tage, an denen einfach alles stimmt. Dies ist empirisch bewiesen. Versuchsreihen mit L&#228;ufern, die an Tagen liefen, an denen einfach alles stimmte, haben gezeigt: es gibt sie. Die L&#228;ufer. Und die Tage, an denen &#8230; Sie wissen schon.</p>
<p>Weit weniger bekannt ist jedoch das Ph&#228;nomen der Tage, an denen nichts stimmt. Gibt es sie? Wie wirken sie sich auf L&#228;ufer aus? Stimmt wirklich gar nichts? Oder handelt es sich eher um Mittelnichts bis Wenignichts? Um dieser Frage wissenschaftlich nachzugehen, starten wir eine Versuchsreihe. Die erste zu untersuchende L&#228;uferin geh&#246;rt der W40 an. Sie ist lauferfahren, motiviert und mittelm&#228;&#223;ig bis m&#228;&#223;ig trainiert. Wir lassen sie beim Osterlauf in J&#252;gesheim antreten und wollen sehen, ob nichts stimmt, oder etwas und wenn ja, was. Die Bedingungen: 25 km, zumeist auf Asphalt,  Temperaturen um den Gefrierpunkt. Bereits in den Vorbereitungen zum Start zeigen sich bei der Probandin, nachfolgend FS genannt, erste Irritationen.</p>
<p><em>&#8220;Zun&#228;chst sah alles gut aus. Bei der Anmeldung schwamm man f&#246;rmlich in Kugelschreibern. Es war die h&#246;chste Kugelschreiberdichte, die man jemals bei hessischen Laufveranstaltungen gesehen hat. Auf den Tischen in der Halle standen mickrige, aber wackere kleine Fr&#252;hlingsbl&#252;her in mickrigen aber reizenden T&#246;pfchen. Doch dann wollte ich mich umziehen. Und die Umkleide, in der ich mich seit Jahren umziehe, war von einem gr&#252;nen Gartenschlauch belegt, der ins Nichts f&#252;hrte. Dadurch lie&#223; sich die T&#252;r nicht schlie&#223;en und die Umkleide war unbrauchbar.&#8221;</em></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-452" title="Juegesheim_Kugelschreiber" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Kugelschreiber.jpg" alt="Juegesheim_Kugelschreiber" width="252" height="187" /> <img class="alignnone size-full wp-image-453" title="Juegesheim_Blumen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Blumen.jpg" alt="Juegesheim_Blumen" width="250" height="187" /></p>
<p>FS folgt einem Schild, das weitere Umkleiden ausweist. Sie liegen dieses Jahr in der gleichen Richtung, in der sich auch die Herrenumkleiden befinden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-455" title="Juegesheim_Schild2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Schild2.jpg" alt="Juegesheim_Schild2" width="480" height="359" /></p>
<p><em>&#8220;Ich zog meinen Kopf ein (denn es waren noch Minus drei Grad) und folgte dem Schild. Am Ende der Stra&#223;e befanden sich die Herrenumkleiden. Statt der Damenumkleiden fand ich allerdings nur einen Ordner mit orangefarbener Weste. Er schickte mich wieder zur&#252;ck, die Damenumkleiden seien auf halbem Weg in einer Schule.&#8221;</em></p>
<p>FS trottet frierend zur&#252;ck und irrt auf dem weitl&#228;ufigen Schulgel&#228;nde umher. Weit und breit sind keine anderen L&#228;uferinnen zu sehen. Sie r&#252;ttelt an einigen T&#252;ren, aber keine &#246;ffnet sich. Die Probandin ist frustriert und tr&#228;gt sich und ihre langsam dr&#252;ckende Lauftasche wieder zur&#252;ck zum Ordner. Der kann keine genaueren Angaben zur Damenumkleide machen. FS macht sich wiederum auf den Weg, in der Hoffnung, bei der Anmeldung eine weitere Umkleide zu finden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-456" title="Juegesheim_Schild1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Schild1.jpg" alt="Juegesheim_Schild1" width="480" height="359" /></p>
<p><em>&#8220;Auf dem Weg zur&#252;ck entdeckte ich eine Frau, die auf das Schulgel&#228;nde einbog. Ich beschloss, ihr zu folgen, in der Hoffnung, sie w&#252;rde wissen, wo die Umkleide lag. Pl&#246;tzlich war sie verschwunden. Irgendwo musste eine offene T&#252;r sein. Ich ging weiter und weiter und entdeckte ganz hinten ein Schild. Endlich hatte ich die Umkleide gefunden. Au&#223;er uns beiden war niemand hier. Die Frau erz&#228;hlte mir, jemand vom Verein h&#228;tte ihr den Weg gewiesen, sie h&#228;tte die Umkleide sonst nie entdeckt.&#8221;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-full wp-image-457" title="Juegesheim_Umkleide" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Umkleide.jpg" alt="Juegesheim_Umkleide" width="480" height="360" /></em></p>
<p>Hier zeigen sich erste Anzeichen eines Tages, an dem nichts stimmt. FS hat obendrein schlecht und wenig geschlafen, da sie am Abend sp&#228;t von einer Familienfeier heimgekehrt war. Als die Probandin am Start steht, ist sie dennoch optimistisch.</p>
<p><em>&#8220;Trotz schlechter Wettervorhersage schien die Sonne. Es war kalt, aber sch&#246;n. Die Atmosph&#228;re war, wie immer in J&#252;gesheim, freundlich und angenehm.&#8221;</em></p>
<p>Die ersten Kilometer verlaufen ohne gr&#246;&#223;ere Zwischenf&#228;lle. FS trifft bald einen L&#228;ufer, mit dem sie bei ihrem letzten Volkslauf in Friedberg plauderte.</p>
<p><em>&#8220;Ich lief so vor mich hin, da hatte ich auf einmal ,Woherkommstndu&#8217; an meiner Seite. Ich wusste schon, dass ,Woherkommstndu&#8217; aus Bensheim kommt und so redeten wir dieses Mal &#252;ber andere Dinge. Eigentlich wollte ich aber gar nicht reden. Auch das kostet ja Energie. Und ich wollte auch lieber ein bisschen langsamer laufen. Aber da war diese sch&#246;ne Sonne und ich dachte, es wird schon gehen.&#8221;</em></p>
<p>Nach wenigen Kilometern bremst die Probandin doch lieber etwas und l&#228;sst ihren Mitstreiter ziehen. Noch zeichnet sich nicht ab, wie wenig an diesem Tag stimmt.</p>
<p><em>&#8220;Ich trank etwas von dem warmen Iso-Getr&#228;nk, aber nicht zu viel, weil ich mit meinem Magen etwas aufpassen muss. Nach einer Weile riss ich mir meine Startnummer versehentlich vom Band. Weil es nicht anders ging, blieb ich ganz kurz stehen, um sie wieder zu befestigen. Es irritierte etwas, aber nun gut. Die Strecke ging &#252;ber Feld und durch den Wald. Immer wieder sah ich eine kleine alte Dame, die mit ihrem Fahrrad an verschiedenen Punkten der Strecke auftauchte. Das macht sie immer und ich habe immer noch nicht herausbekommen, wie sie so schnell von A nach B kommt, ohne an den L&#228;ufern vorbeizufahren. Die Zauberomi motivierte mich und ich hielt einen Schnitt von 5:30 pro Kilometer.&#8221;</em></p>
<p>Das Tempo ist zu schnell f&#252;r FS und ihren Trainingszustand, sie ahnt, aber verdr&#228;ngt es. Nach 12,5 Kilometern kommt der Wendepunkt. F&#252;r die Strecke und f&#252;r die Lage der Probandin.</p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; ">Auf Papier liest es sich besser? Hier gibt&#8217;s die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2008/03/Juegesheim08.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p><em>&#8220;Ich finde Wendepunktstrecken toll, man hat im Gegenverkehr viel zu gucken. Jemand rief meinem Hintermann zu: Da kommt ja der lahme Thorsten! Ich fand das witzig. Bis der lahme Thorsten an mir vorbeilief und ich dachte: jetzt bist Du lahmer als der Lahme. Tats&#228;chlich wurde ich immer langsamer. Seit einiger Zeit hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten mit dem Gro&#223;zehgrundgelenk am linken Fu&#223;, das begann jetzt zu schmerzen. Ich hatte pl&#246;tzlich das Gef&#252;hl, falsch und seltsam abzurollen. Der Fu&#223; f&#252;hlte sich steif an.&#8221;</em></p>
<p>F&#252;r FS begann es unrund zu laufen. Doch die wirklichen Probleme sollten noch kommen.</p>
<p><em>&#8220;Als wir aus dem Wald kamen, war die Sonne auf einmal weg und es war windig. Ich hatte ordentlich geschwitzt und jetzt f&#252;hlte ich mich trotz bester Kleidung kalt und klamm. Der Wind kam scharf von der Seite und mein kalter Oberarm tat richtig weh. Ich f&#252;hlte mich zwischen den Schulterbl&#228;ttern vollkommen verspannt. Als w&#228;re das nicht st&#246;rend genug, bekam ich pl&#246;tzlich Magenkr&#228;mpfe. Es war die Sorte Kr&#228;mpfe, bei denen man glaubt, sofort ein &#214;rtchen aufsuchen zu m&#252;ssen. Aber hier war ja kein &#214;rtchen. Hier war &#252;berall nur Ort.&#8221;</em></p>
<p>Die Probandin k&#228;mpft inzwischen an verschiedenen Fronten. Der Fu&#223; plagt, das klamme Gef&#252;hl macht lockeres Laufen unm&#246;glich und der Bauch kneift und peinigt. FS &#252;berlegt sogar, kurz in die B&#252;sche zu gehen. Sie kommt davon ab, weil es keine gibt.</p>
<p><em>&#8220;Ab Kilometer 20 war an normales Laufen nicht mehr zu denken. Immer wieder ging ich ein paar Schritte, wenn die Kr&#228;mpfe zu stark wurden. Dann lief ich wieder weiter und dachte: ins Ziel gekommen bist Du noch immer. M&#228;dchen mit um die H&#252;fte geknoteten rosa Tchibojacken liefen an mir vorbei. Das war viel schlimmer als der lahme Thorsten.&#8221;</em></p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #d2691e; border-left-color: #d2691e; border-right-color: #d2691e; border-bottom-color: #d2691e; background-color: #fff5ee; ">&#220;brigens: Diesen Text gibt es auch als <a style="font-family: arial, verdana, tahoma, sans-serif; font-style: normal; font-size: 100%; font-weight: normal; text-decoration: underline; color: #525252;" title="Zur Website des Schmittcast" href="http://frauschmitt.podspot.de/" target="_blank">Podcast-Episode</a> zum H&#246;ren!</div>
<p>FS arbeitet sich mit schleppendem Schritt vorw&#228;rts. Die Magenprobleme haben inzwischen die anderen &#196;rgernisse &#252;berdeckt. Die Frage nach dem zu untersuchenden Thema beantwortet die Probandin eindeutig:</p>
<p><em>&#8220;Kurz vor dem Ziel traf ich einen Bekannten. Ich sagte: Heute stimmt einfach nichts! Und genau so f&#252;hlte es sich an. Noch nie waren bei einem Lauf dieser Distanz die letzten Kilometer so schwer. Noch nie war ich so langsam. Zwischen meiner Bestzeit aus dem letzten Jahr und diesem Lauf liegen 16 Minuten. Am Ende war sogar die Moral am Boden. Es stimmte einfach gar nichts. Bei der Siegerehrung br&#252;llte es etwa 30 Mal ,Stand up for the champions&#8217; aus den Lautsprechern, dabei war mir eher danach, mich hinzulegen.&#8221;</em></p>
<p>Das Ph&#228;nomen des Nichts-stimmt-Laufes ist also real. Es erscheint abschlie&#223;end schl&#252;ssig, warum Alles-stimmt-L&#228;ufe die besser untersuchten sind: sie machen einfach mehr Jux. Beiden gemeinsam ist die ebenso belohnende, wie tr&#246;stende Wirkung eines Backwerks aus den H&#228;nden hessischer Hausfrauen.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-458" title="Juegesheim_Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Juegesheim_Kuchen.jpg" alt="Juegesheim_Kuchen" width="480" height="360" /></p>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s hier: </em><a href="http://tgmsvjuegesheim.de/"><em>http://tgmsvjuegesheim.de</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Rodgau-J&#252;gesheim? </h4>
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