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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Rüsselsheim</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Von der Unterhose des Verderbens und dem Alpenveilchen des Grauens.</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 15:26:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rüsselsheim09]]></category>
		<category><![CDATA[15km]]></category>
		<category><![CDATA[Rüsselsheim]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland im November. Zum Auswandern. Überhaupt Deutschland. Regen, immer nur Regen. Und grau und trist. Und alle sind depressiv und essen schon seit August Lebkuchen gegen die Depression. Nur wegen des Wetters. Das weiß doch jeder. Dabei ist es in Wirklichkeit frei erfunden. Seit Jahren laufe ich im November in Rüsselsheim den Lindenseelauf mit. Geregnet hat es noch nie.]]></description>
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<h2>Der 15 km Lindenseelauf in Rüsselsheim.</h2>
<p>Deutschland im November. Zum Auswandern. Überhaupt Deutschland. Regen, immer nur Regen. Und grau und trist. Und alle sind depressiv und essen schon seit August Lebkuchen gegen die Depression. Nur wegen des Wetters. Das weiß doch jeder. Dabei ist es in Wirklichkeit frei erfunden.</p>
<p>Seit Jahren laufe ich im November in Rüsselsheim den Lindenseelauf mit. Geregnet hat es noch nie. Ich laufe auch die Winterlaufserie in Hofheim-Lorsbach, beinahe alle zwei Wochen, den ganzen Winter hindurch. Es regnet selten. Manchmal schneit es und das ist schön. Von meinen über 160 Volksläufen sind mir etwa eine Handvoll im Gedächtnis geblieben, bei denen es regnete. Ich kenne wenige Läufer, die hartnäckig über das Wetter jammern. Vielleicht, weil sie wissen, dass sie, übers Jahr gesehen, ihren Regenläufen eine Unmenge Sonnenläufe entgegensetzen können. Und dass gegen Depressionen kein Lebkuchen der Welt helfen kann – <a href="http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Depression/Tipps/Depression-und-Sport-5276.html" target="_blank">wohl aber laufen</a>. </p>
<p>Heute laufe ich in Rüsselsheim. Es ist November, es sind 15 Grad und die Sonne scheint. Und nicht einmal die Architektur von Rüsselsheim könnte mich zum Auswandern bewegen. Bevor es los geht, mache ich in der Sporthalle der Albrecht Dürer Schule ein paar Fotos. Ich mag die seltsamen Schilder und Zettel in Schulen. Auf denen Hausmeister nicht mehr Hausmeister genannt werden, sondern „Gebäudemanager“. Und ich mag die interessante Atmosphäre eines improvisiert wirkenden, aber doch gut durchorganisierten Events.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Abstellraum-.jpg"><img class="size-full wp-image-2068 aligncenter" title="Rüsselsheim Abstellraum" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Abstellraum-.jpg" alt="Rüsselsheim Abstellraum" width="384" height="288" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Damen.jpg"><img class="size-full wp-image-2069 aligncenter" title="Rüsselsheim Damen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Damen.jpg" alt="Rüsselsheim Damen" width="384" height="288" /></a></p>
<p>Manchmal begegnet mir auf einer solchen Volkslauf-Fotosafari deutliches Misstrauen. Warum ich die Fotos mache? Und für wen? In Nidderau wurde ich einmal gebeten, keine Fotos der Verpflegungspreisliste zu machen (Kaffee: 0,80 €, Kuchen 1 €), mit der Begründung, ich könnte etwas „für die Konkurrenz ausspähen“. Auch in Rüsselsheim ist man skeptisch. „Machen Sie damit Werbung?“ fragt man mich. „Ja“, sage ich, „für den Lauf.“ Das wird erst einmal nicht geglaubt. Möglicherweise geht die Vermutung dahin, ich könnte das Foto eines Vereinslaufshirts (das heute zum reduzierten Preis von 1,50 € angeboten wird) bei ebay verkloppen und damit richtig Asche machen. Dabei ist darauf ein Elefant abgebildet („Rüssels-heim“!) und ich kenne leider nur wenige Läufer, die sich mit einem Tier identifizieren, dass 7.000 Kilo wiegt. Aber lustig ist das T-Shirt schon, das muss ich zugeben.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-T-Shirt.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2071" title="Rüsselsheim T-Shirt" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-T-Shirt.jpg" alt="Rüsselsheim T-Shirt" width="336" height="448" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-T-Shirt-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2084" title="Rüsselsheim T-Shirt 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-T-Shirt-2.jpg" alt="Rüsselsheim T-Shirt 2" width="384" height="288" /></a></p>
<p>Wir treffen nette Menschen und das Wetter wird immer besser. Noch besser. Wir tragen kurze Hosen und ich bin froh, dass ich an meine Sonnenbrille gedacht habe. Doch dann, beim Einlaufen, bemerke ich etwas zutiefst Unangenehmes. Ich trage eine Unterhose des Verderbens. Durch eine Asynchronität im Waschrhyhtmus stand mir heute morgen nicht die Unterhose des himmlischen Friedens zur Verfügung, die ich sonst bei Volksläufen am Liebsten trage. Sie ist von Falke und wurde mir bei der New Yorker Marathonmesse aufgeschwatzt, als ich in einem Zustand wirtschaftlicher Unzurechnungsfähigkeit war. Sie ist großartig und jetzt vermisse ich sie schmerzlich. Unterhosen des Verderbens haben die Eigenschaft, sich nicht sofort als solche erkennen zu geben. Man kann mit ihnen problemlos den Alltag bestreiten – bis man versucht, mit ihnen zu laufen. Dann beginnt ein verzweifelter Kampf, dessen Sieger von vorneherein feststeht. Das Übelste an dem verabscheuungswürdigen Textil ist, dass es seinen eigentlichen Job völlig außer Acht lässt. Anstatt die Pobacken ordentlich zu bedecken, bewegt es sich in Regionen, die es überhaupt nichts angehen. Es gibt Wanderbaustellen und Wanderheuschrecken. Aber das ist alles nichts gegen eine Wanderunterhose. Und genau eine solche Plage habe ich heute am Hals. Bzw. am Hintern. Nein, schön ist das nicht.</p>
<p>Wir schreiten zum Start und ich versuche, nicht weiter an Bekleidungsfragen zu denken. Statt dessen denke ich an den Song „Ain’t no mountain high enough“, der mir komischerweise seit heute morgen nicht mehr aus dem Kopf geht. Dabei gibt es hier überhaupt keine Mountains. Nach einem kurzen Stück durch den Ort landet man im Wald. Der Wald an sich ist im Grunde ein ganzjähriges Läuferglück. Im Frühjahr sieht man hier die erwachende Natur, im Sommer ist es nicht so heiß, im Winter vergisst man im Wald alles andere und im Herbst ist der Wald sowieso der allergrößte Hit. Auch in Rüsselsheim gibt es überall blätterbedeckte und gerade Wege, die „Belauf mich, belauf mich!“ rufen. Gelegentlich kommt zwar ein tief hängender Flieger vorbei, aber da ich nicht hier wohne, empfinde ich ihn eher als Unterhaltungsprogramm. Nach einem Kilometer zieht eine junge Frau vor mir ihre Jacke aus und bindet sie sich um die Hüften – eine Gewohnheit, die ich normalerweise höchst albern finde (dass die Jacke zu warm ist, hätte man auch beim Einlaufen mühelos feststellen können). Jetzt bin ich aber fast ein bisschen neidisch. Hätte ich jetzt auch eine Jacke, wäre ich sicher, dass niemand Zeuge meines Kampfes mit der Unterhose des Verderbens werden kann.  Nicht dran denken, Frauschmitt, einfach nicht dran denken.</p>
<p>Die Wege sind wirklich ein Traum. Es gibt kaum Wurzeln, wenig Schottersteinchen oder Tannenzapfen. Der Wald ist hier wie eine riesengroße Aschenbahn. Entsprechend schnell kann man laufen. Wenn man kann. Ich kann ja nicht so richtig, weil ich mich erst aus meinem mehrmonatigen Trainingsloch arbeiten muss. Noch immer laufe ich viel zu wenig. Heute fühle ich mich allerdings ganz passabel. Wäre da nicht &#8230; aber ich will nicht klagen.</p>
<p>Nach wenigen Kilometern läuft eine Dame in knallrosa neben mich. Sie hat einen entschlossenen Schritt und das gefällt mir. Vielleicht kann ich ja dranbleiben. Ich wähle ebenfalls eine entschlossene Gangart und so fegen wir an einem Läufer nach dem anderen vorbei. Wiedersehen macht hier bekanntlich keine Freude und so hoffe ich inständig, dass meine Kühnheit nicht bestraft wird. Immerhin laufe ich jetzt schon mehrere Kilometer im Tempo von 5,1 min/km. Wir laufen an eine Dame heran, die ein ebenso knallrosafarbenes Oberteil trägt, wie meine Pink Lady. Vielleicht hat man das jetzt ja. Wir überholen sie, wie viele andere auch, doch das sieht die Dame gar nicht ein. Sie gibt Gas und setzt sich wieder vor mich –um danach deutlich abzubremsen. Wer geglaubt hat, diese Verhaltensweise sei nur etwas für selbstwertarme Handelsvertreter auf Autobahnen, dem sei gesagt, dass auch harmlos aussehende Frauen zu solchen Idiotien fähig sind. Ich muss stark abbremsen und komme völlig aus dem Rhythmus, weil ich danach wieder anziehen muss, um um die Dame herum zu laufen. Ganz und gar unnötig.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffa500; border-left-color: #ffa500; border-right-color: #ffa500; border-bottom-color: #ffa500; background-color: #f5f5f5; "><em>Lieber später lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-09.pdf" target="_blank"><em>Druckversion als PDF</em></a><em>.</em></div></div>
<p>Pink Lady und ich ziehen unseres Weges. Doch dann fällt sie plötzlich leicht zurück. Ihren Platz nimmt eine andere Läuferin ein, die eine Jacke um die Hüften trägt. Beinahe möchte ich sie fragen, ob sie eine Unterhose des Verderbens trägt, aber ich lasse es lieber. Das Tempo ist jetzt etwas langsamer geworden, aber ich bin sehr zufrieden. Schon lange war ich nicht mehr in einem solchen Tempo unterwegs und ich freue mich, dass es möglich ist. Pink Lady hat jetzt wieder zu uns aufgeschlossen und macht einen erholten Eindruck. Eine Verpflegungsstelle gibt es nicht, aber manchmal gelingt das ja auch so. Bei einem kleinen Anstieg an einer Brücke hat sie schließlich genug von ihren Begleiterinnen: sie gibt plötzlich Gas. Bis ins Ziel werde ich sie sehen können, sie kommt nicht so richtig weg. Aber ihr kleiner Zwischenspurt macht, dass ich sie nicht mehr einholen kann. Respekt. Dann bleibt mir nur, die Jackendame abzuschütteln. Man muss sich ja immer kleine Ziele setzen, die einen bei der Stange halten. Ich setze mich vor sie und spüre fortan ihre Gegenwart. Es gibt keine bessere Methode, um nicht nachzulassen. Doch dann überholt mich ein älterer Herr und liefert mir damit noch ein weiteres Ziel: Am Ende genug Luft für einen Konter zu haben. Wir kommen aus dem Wald und ich kann schon den Kuchen riechen. Und noch immer höre ich die Jacke hinter mir. Ich klappe den Mund weit auf und schalte auf Turbo. „Ain’t no mountain high enough“ begleitet mich. Es gelingt. Ich lasse den Herrn und die Jacke hinter mir. 1:18:41. Heute reicht das für den 7. AK-Platz von 20. Vor zwei Jahren war ich sechs Minuten schneller. Aber mit einem vielfachen Trainingspensum. Ich bin vollkommen zufrieden. Die Unterhose des Verderbens habe ich auf den letzten Kilometern total vergessen. Mein Trainingspartner hat ebenfalls sein Ziel erreicht: Er hat seinen ehemaligen Briefträger abgehängt, der vor Jahren aus gesundheitlichen Gründen in Frührente ging und jetzt auf hohem Niveau Volksläufe bestreitet.</p>
<p>Wir treffen uns in der Halle zum obligatorischen Kuchenfassen und alles, was meine Stimmung jetzt noch trüben könnte, wäre die Tatsache, dass mein Trainingspartner einen Jahrhundertkuchen erwischt, wohingegen ich mit einem eher trockenen Backwerk vorlieb nehmen muss. Aber nicht einmal das stört mich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Tassen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2073" title="Rüsselsheim Tassen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Tassen.jpg" alt="Rüsselsheim Tassen" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Kuchen-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2074" title="Rüsselsheim Kuchen 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Kuchen-1.jpg" alt="Rüsselsheim Kuchen 1" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Kuchen-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2075" title="Rüsselsheim Kuchen 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Kuchen-2.jpg" alt="Rüsselsheim Kuchen 2" width="448" height="336" /></a></p>
<p>Für die Siegerehrung brüllt der Moderator in ein Mikro, dass es nur so scheppert. Ich will gerade eine der Boxen mit dem Lautsprecher nach hinten drehen, als der Strom ausfällt. Erleichterung stellt sich im Publikum ein. Wir sitzen im Halbdunkel (es ist schließlich später Nachmittag), denken an den Advent und gar nicht mehr an den Moderator, bis der versucht, die Siegerehrung mit einem Megafon fortzusetzen. Doch dann geht der Strom wieder an – und sofort auf magische Weise wieder aus. Das Prozedere wiederholt sich mehrere Male und wir freuen uns an soviel Entertainment. Fieberhaft wird an der Ursache geforscht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselheim-Siegerehrung-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2076" title="Rüsselheim Siegerehrung 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselheim-Siegerehrung-2.jpg" alt="Rüsselheim Siegerehrung 2" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Tombola.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2077" title="Rüsselsheim Tombola" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Tombola.jpg" alt="Rüsselsheim Tombola" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Ich mache im Dunkeln ein paar Fotos und lasse meinen Blick über die Prämien der Tombola schweifen, als ich plötzlich wie vom Donner gerührt stehen bleibe. Ich weiß jetzt, warum der Strom ausfällt. Es ist Sabotage. Von Geisterhand. Ein seltsames Lebewesen, nicht Mensch, nicht Tier, hat sich dem Stromkreis bemächtigt. Ich weiß es, ich kann es spüren.</p>
<p style="text-align: left;">Es ist: das Alpenveilchen des Grauens.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Alpenveilchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2078" title="Rüsselsheim Alpenveilchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/Rüsselsheim-Alpenveilchen.jpg" alt="Rüsselsheim Alpenveilchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Mit diesem Wissen können wir jetzt nach Hause fahren. Dort angekommen setze ich mich an den Computer, höre „Ain’t no mountain high enough.“ und fühle mich verknallt.</p>
<p>Dabei war ich nur Laufen.</p>
<p> </p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Xz-UvQYAmbg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/Xz-UvQYAmbg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>

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		<title>Von unsichtbaren Seen, zarten Zielen und vorweggenommenen Badewannen.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/lindenseelauf-ruesselsheim-07/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2007 15:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[O - Z]]></category>
		<category><![CDATA[Rüsselsheim]]></category>
		<category><![CDATA[Rüsselsheim07]]></category>
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		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich beim Lindenseelauf in Rüsselsheim einen Lauf rund um einen See vorstellt, ist verraten und verkauft. Der Lindensee ist so etwas wie das Ungeheuer von Loch Ness: man muss einfach dran glauben, dass er da ist, sehen kann man ihn nicht. „Stimmt doch gar nicht“, höre ich da meinen Trainingspartner, „Man sieht den See! Gleich am Anfang der Strecke!“ Ich werde die Strecke heute zum vierten Mal laufen (...)]]></description>
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<h2>Der Lindenseelauf (15km) in Rüsselsheim (2007)</h2>
<p>Wer sich beim Lindenseelauf in Rüsselsheim einen Lauf rund um einen See vorstellt, ist verraten und verkauft. Der Lindensee ist so etwas wie das Ungeheuer von Loch Ness: man muss einfach dran glauben, dass er da ist, sehen kann man ihn nicht. „Stimmt doch gar nicht“, höre ich da meinen Trainingspartner, „Man sieht den See! Gleich am Anfang der Strecke!“ Ich werde die Strecke heute zum vierten Mal laufen und wieder den Lindensee verpassen. Es ist einfach ein Kreuz.   </p>
<p>Aber See oder Nichtsee – Rüsselsheim ist immer ein würdiger Saisonabschluss. Das liegt daran, dass die Strecke nur über 15 Kilometer geht und 15 Kilometer gehen immer, egal ob man ein bisschen schnieft, ob graue Wolken undicht sind, oder man unlängst einen Marathon gelaufen ist (alles bekannte Phänomene im November). Auf mich trifft Letzteres zu, aber New York liegt schon wieder so lange zurück, dass ich mich mit runderneuerten Oberschenkeln auf den Lauf freue.   </p>
<p>Der Zielkanal, den wir noch vor der Anmeldung besichtigen, ist putzig geraten, übergewichtige Läufer winkeln da besser straff die Arme an.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-850 aligncenter" title="Ruesselsheim-Ziel" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Ruesselsheim-Ziel.jpg" alt="Ruesselsheim-Ziel" width="415" height="318" /></p>
<p>Sonst ist alles großzügig: die Halle zur Anmeldung, der Preis (5 Euro), die Toilettensituation und die Umkleiden (Unglaublich: es gibt tatsächlich Umkleideräume, wo man NICHT den Hintern der Mitläuferin im Gesicht hat, wenn sie sich an der Nachbarbank die Schuhe zubindet).</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-851 aligncenter" title="Ruesselsheim-Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Ruesselsheim-Anmeldung.jpg" alt="Ruesselsheim-Anmeldung" width="412" height="308" /></p>
<p>Wir laufen uns ein wenig ein und dehnen uns wie immer an den steinernen Tischtennisplatten des Schulgeländes. Ebenfalls wie immer macht ein Laufverein in unserer Nähe ein Gruppenfoto (Rüsselsheim muss ein großartiges Pflaster für Gruppenfotos sein).   </p>
<p>Zuerst starten die 5 km-Läufer. Ich schaue sie mir genau an. So sehen also Menschen aus, die ihre guten Vorsätze für’s neue Jahr schon mal im November des Vorjahres umsetzen. Mehr Laufen. An Volksläufen teilnehmen. Weniger Christstollen. Oder mehr Christstollen, dafür auch mehr Laufen. Oder nie wieder Christstollen, dafür ununterbrochen ipod. Während ich noch grüble, beginnt der Countdown und die 5er schießen los. Oder besser: vorne wird geschossen, hinten gerumpelt. Nichts ist so heterogen wie ein 5er-Feld.   Dann sind wir dran. „Unter 5 Minuten den Kilometer“ sagt mein Trainingspartner. „Ich weiß nicht so recht.“ sage ich. „Schlaffi.“ sagt mein Trainingspartner. Na gut. Wir werden ja sehen. Zunächst einmal sehe ich recht bald, dass ich zu schnell bin. Eine Weile versuche ich noch an meinem Trainingspartner dran zu bleiben, aber das Tempo ist für mich albern schnell. Den ersten Kilometer erledige ich in 4:32, das muss nun wirklich nicht sein. Besser: das darf nicht sein, sonst kriege ich bald eine Herzattacke und dann werde ich nie mehr den Lindensee sehen.  <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; "><span style="font-weight: normal;"><em>Lieber auf der Couch lesen? </em></span><span style="font-weight: normal;"><em>Hier</em></span><span style="font-weight: normal;"><em> gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/11/Ruesselsheim073.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF </a></em><em>ohne Bilder.</em></span> </div></div></p>
<p>Also drosseln. Gar nicht so einfach, die drücken alle so. Wo wollen die denn hin? Vor mir laufen drei Läufer der LG Muli. Erst überlege ich, wieso man sich nach einem Maultier benennt (Ausdauer? Zähigkeit?), aber dann verstehe ich, dass es sich nur um die Abkürzung für Mutterstadt-Limburgerhof handelt. Hier läuft die Pfalz. In der Pfalz kann man wohl gut rechnen, denn jetzt wird blitzschnell die Geschwindigkeit auf die Endzeit hochgerechnet und das bei einem Tempo von 4:40. Dazu wäre ich nicht in der Lage, weder zum dauerhaften Laufen in 4:40, noch zum Hochrechnen und schon überhaupt nicht zum Hochrechnen während des Laufens in 4:40 und so lasse ich die LG Muli unter respektvollen Blicken ziehen.   </p>
<p>Jetzt laufen wir im Feld unter Hochspannungsleitungen hindurch und es macht ein bisschen „Bssss-ksks-bssss“. Dazu geht es leicht bergab und ich bin guter Dinge. Vielleicht macht Elektrosmog ja auch schneller. Noch immer bleibe ich unter den magischen 5 Minuten pro Kilometer, bis wir an ein hässliches Schotterstück kommen. Es sieht aus, als hätte jemand versucht im Betonmischer Streuselkuchen herzustellen, allerdings sind diese Streusel spitz und kippelig. Man weiß kaum, wo man laufen soll, wechselt von rechts nach links in der Hoffnung auf eine eingetretene Spur. Einem Läufer mit Kinderwagen macht das überhaupt nichts aus, er schiebt lässig an mir vorbei. Wenn ich es recht bedenke, schieben Väter mit Kinderwägen immer lässig an mir vorbei, was mich zu der mutigen Theorie verleitet, dass Kinderwägen schneller machen. Oder Kinder. Oder die geschmacklosen Reiswaffeln, die diese Kinder immer in den Händen halten. Ich sollte mir morgen Reiswaffeln kaufen. Nimmt denn diese Schotterstrecke nie ein Ende?   </p>
<p>Ein Halbmarathon wäre weniger anstrengend gewesen, denke ich, da könnte ich langsamer machen. Das ist natürlich dummes Zeug. Eigentlich denke ich die ganze Zeit schon wenig intelligente Sachen und verleihe Rüsselsheim im Geiste den Titel „Home of dummes Zeug“. Muss Rüsselsheim ja nicht wissen. Jetzt denke ich zum Beispiel darüber nach, welcher Badezusatz nach meiner Heimkehr als Belohnung angebracht wäre. Ein Hautfunktionsbad mit Nachkerzenöl? Dr. Hauschka Salbei (wärmend und erfrischend)? Oder besser Tetesept Sinnensalz (Platz eins in der Kategorie „Blöde Namen für Badezusätze“)? Diese wichtigen Fragen lassen mich den Schotter gut überstehen und so lande ich bester Laune auf festem Untergrund.   </p>
<p>Bald kommt eine weitere Hochspannungsleitung und ich rase „Bsss-ksks-bsss“ durch den Wald. Seit Kilometer 12 bin ich zunehmend froh, dass es sich nicht um einen Halbmarathon handelt. Leider ist die LG Muli außer Sichtweite, die könnten mir jetzt so schön meine Endzeit ausrechnen. Bei Kilometer 10 zeigte die Uhr 48:16, das ist eigentlich ganz hübsch. Für eine Zeit unter 1:15 reicht das allemal. Mehr weiß ich nicht. Dabei wäre es spannend, mehr zu wissen. Eine Bestzeit steht auf dem Spiel. Der Atem rasselt ein wenig, aber das darf er jetzt auch. Das Feld ist weit auseinander- gezogen, es gibt keinen Gegener außer mir. Bevor ich mich besiegen kann, ringt mich allerdings erst einmal eine Dame nieder (bestimmt meine Altersklasse, so ein Ärger) und zieht an mir vorbei. Dranbleiben aussichtslos. Angeberin.   </p>
<p>Ich hetze weiter und rufe mir weitere Badezusätze in den Sinn: Kneipp Orange Linde (für innere Harmonie), Kneipp Rosmarin (zur Muskellockerung), Wann kommt denn endlich das Ziel? Franziskus Calendula Bad (pflegend und hautfreundlich), Fette Totes Meer Zen Bad (mit Magnesium), Nimmt denn dieser Ort kein Ende?, Weleda Citrus Bad (ohne Konservierungsstoffe), Dr. Hauschka Zitronenbad (erfrischend und straffend)&#8230;  Gerade rechtzeitig bevor mir die Bäder ausgehen, geht es um eine Kurve und mein Trainingspartner winkt mir zu. Ich watze ins Ziel und versuche, die filigrane Konstruktion dabei nicht umzurennen. Die Uhr zeigt 1:12:59. Persönliche Bestzeit auf 15 Kilometer. So muss ein Saisonabschluss sein.   </p>
<p>Ungewohnt spät (der Lauf startete um 14:30 Uhr) mümmeln wir unseren Kuchen, untermalt von einem Moderator, der magische Zahlen in seine Faust murmelt (worin er ein kleines Mikro gefangen hält). Was wäre ein Volkslauf ohne eine Tombola.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-852 aligncenter" title="Ruesselsheim-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Ruesselsheim-Kuchen.jpg" alt="Ruesselsheim-Kuchen" width="424" height="318" /></p>
<p>Als wir durch die Dämmerung nach Hause fahren, entscheide ich mich schließlich für einen Badezusatz. Für welchen, bleibt mein Geheimnis. </p>
<p> <div class='stb-grey_box' ><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s </em><a href="http://www.lindenseelauf.de/"><em>hier</em></a>.</div></p>
<h4>Rüsselsheim?</h4>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
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