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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Rüsselsheim</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Von der Unterhose des Verderbens und dem Alpenveilchen des Grauens.</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Nov 2009 15:26:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Rüsselsheim09]]></category>
		<category><![CDATA[15km]]></category>
		<category><![CDATA[Rüsselsheim]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland im November. Zum Auswandern. &#220;berhaupt Deutschland. Regen, immer nur Regen. Und grau und trist. Und alle sind depressiv und essen schon seit August Lebkuchen gegen die Depression. Nur wegen des Wetters. Das wei&#223; doch jeder. Dabei ist es in Wirklichkeit frei erfunden. Seit Jahren laufe ich im November in R&#252;sselsheim den Lindenseelauf mit. Geregnet hat es noch nie.]]></description>
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<h2>Der 15 km Lindenseelauf in R&#252;sselsheim.</h2>
<p>Deutschland im November. Zum Auswandern. &#220;berhaupt Deutschland. Regen, immer nur Regen. Und grau und trist. Und alle sind depressiv und essen schon seit August Lebkuchen gegen die Depression. Nur wegen des Wetters. Das wei&#223; doch jeder. Dabei ist es in Wirklichkeit frei erfunden.</p>
<p>Seit Jahren laufe ich im November in R&#252;sselsheim den Lindenseelauf mit. Geregnet hat es noch nie. Ich laufe auch die Winterlaufserie in Hofheim-Lorsbach, beinahe alle zwei Wochen, den ganzen Winter hindurch. Es regnet selten. Manchmal schneit es und das ist sch&#246;n. Von meinen &#252;ber 160 Volksl&#228;ufen sind mir etwa eine Handvoll im Ged&#228;chtnis geblieben, bei denen es regnete. Ich kenne wenige L&#228;ufer, die hartn&#228;ckig &#252;ber das Wetter jammern. Vielleicht, weil sie wissen, dass sie, &#252;bers Jahr gesehen, ihren Regenl&#228;ufen eine Unmenge Sonnenl&#228;ufe entgegensetzen k&#246;nnen. Und dass gegen Depressionen kein Lebkuchen der Welt helfen kann – <a href="http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Depression/Tipps/Depression-und-Sport-5276.html" target="_blank">wohl aber laufen</a>. </p>
<p>Heute laufe ich in R&#252;sselsheim. Es ist November, es sind 15 Grad und die Sonne scheint. Und nicht einmal die Architektur von R&#252;sselsheim k&#246;nnte mich zum Auswandern bewegen. Bevor es los geht, mache ich in der Sporthalle der Albrecht D&#252;rer Schule ein paar Fotos. Ich mag die seltsamen Schilder und Zettel in Schulen. Auf denen Hausmeister nicht mehr Hausmeister genannt werden, sondern „Geb&#228;udemanager“. Und ich mag die interessante Atmosph&#228;re eines improvisiert wirkenden, aber doch gut durchorganisierten Events.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Abstellraum-.jpg"><img class="size-full wp-image-2068 aligncenter" title="R&#252;sselsheim Abstellraum" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Abstellraum-.jpg" alt="R&#252;sselsheim Abstellraum" width="384" height="288" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Damen.jpg"><img class="size-full wp-image-2069 aligncenter" title="R&#252;sselsheim Damen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Damen.jpg" alt="R&#252;sselsheim Damen" width="384" height="288" /></a></p>
<p>Manchmal begegnet mir auf einer solchen Volkslauf-Fotosafari deutliches Misstrauen. Warum ich die Fotos mache? Und f&#252;r wen? In Nidderau wurde ich einmal gebeten, keine Fotos der Verpflegungspreisliste zu machen (Kaffee: 0,80 €, Kuchen 1 €), mit der Begr&#252;ndung, ich k&#246;nnte etwas „f&#252;r die Konkurrenz aussp&#228;hen“. Auch in R&#252;sselsheim ist man skeptisch. „Machen Sie damit Werbung?“ fragt man mich. „Ja“, sage ich, „f&#252;r den Lauf.“ Das wird erst einmal nicht geglaubt. M&#246;glicherweise geht die Vermutung dahin, ich k&#246;nnte das Foto eines Vereinslaufshirts (das heute zum reduzierten Preis von 1,50 € angeboten wird) bei ebay verkloppen und damit richtig Asche machen. Dabei ist darauf ein Elefant abgebildet („R&#252;ssels-heim“!) und ich kenne leider nur wenige L&#228;ufer, die sich mit einem Tier identifizieren, dass 7.000 Kilo wiegt. Aber lustig ist das T-Shirt schon, das muss ich zugeben.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-T-Shirt.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2071" title="R&#252;sselsheim T-Shirt" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-T-Shirt.jpg" alt="R&#252;sselsheim T-Shirt" width="336" height="448" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-T-Shirt-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2084" title="R&#252;sselsheim T-Shirt 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-T-Shirt-2.jpg" alt="R&#252;sselsheim T-Shirt 2" width="384" height="288" /></a></p>
<p>Wir treffen nette Menschen und das Wetter wird immer besser. Noch besser. Wir tragen kurze Hosen und ich bin froh, dass ich an meine Sonnenbrille gedacht habe. Doch dann, beim Einlaufen, bemerke ich etwas zutiefst Unangenehmes. Ich trage eine Unterhose des Verderbens. Durch eine Asynchronit&#228;t im Waschrhyhtmus stand mir heute morgen nicht die Unterhose des himmlischen Friedens zur Verf&#252;gung, die ich sonst bei Volksl&#228;ufen am Liebsten trage. Sie ist von Falke und wurde mir bei der New Yorker Marathonmesse aufgeschwatzt, als ich in einem Zustand wirtschaftlicher Unzurechnungsf&#228;higkeit war. Sie ist gro&#223;artig und jetzt vermisse ich sie schmerzlich. Unterhosen des Verderbens haben die Eigenschaft, sich nicht sofort als solche erkennen zu geben. Man kann mit ihnen problemlos den Alltag bestreiten – bis man versucht, mit ihnen zu laufen. Dann beginnt ein verzweifelter Kampf, dessen Sieger von vorneherein feststeht. Das &#220;belste an dem verabscheuungsw&#252;rdigen Textil ist, dass es seinen eigentlichen Job v&#246;llig au&#223;er Acht l&#228;sst. Anstatt die Pobacken ordentlich zu bedecken, bewegt es sich in Regionen, die es &#252;berhaupt nichts angehen. Es gibt Wanderbaustellen und Wanderheuschrecken. Aber das ist alles nichts gegen eine Wanderunterhose. Und genau eine solche Plage habe ich heute am Hals. Bzw. am Hintern. Nein, sch&#246;n ist das nicht.</p>
<p>Wir schreiten zum Start und ich versuche, nicht weiter an Bekleidungsfragen zu denken. Statt dessen denke ich an den Song „Ain’t no mountain high enough“, der mir komischerweise seit heute morgen nicht mehr aus dem Kopf geht. Dabei gibt es hier &#252;berhaupt keine Mountains. Nach einem kurzen St&#252;ck durch den Ort landet man im Wald. Der Wald an sich ist im Grunde ein ganzj&#228;hriges L&#228;ufergl&#252;ck. Im Fr&#252;hjahr sieht man hier die erwachende Natur, im Sommer ist es nicht so hei&#223;, im Winter vergisst man im Wald alles andere und im Herbst ist der Wald sowieso der allergr&#246;&#223;te Hit. Auch in R&#252;sselsheim gibt es &#252;berall bl&#228;tterbedeckte und gerade Wege, die „Belauf mich, belauf mich!“ rufen. Gelegentlich kommt zwar ein tief h&#228;ngender Flieger vorbei, aber da ich nicht hier wohne, empfinde ich ihn eher als Unterhaltungsprogramm. Nach einem Kilometer zieht eine junge Frau vor mir ihre Jacke aus und bindet sie sich um die H&#252;ften – eine Gewohnheit, die ich normalerweise h&#246;chst albern finde (dass die Jacke zu warm ist, h&#228;tte man auch beim Einlaufen m&#252;helos feststellen k&#246;nnen). Jetzt bin ich aber fast ein bisschen neidisch. H&#228;tte ich jetzt auch eine Jacke, w&#228;re ich sicher, dass niemand Zeuge meines Kampfes mit der Unterhose des Verderbens werden kann.  Nicht dran denken, Frauschmitt, einfach nicht dran denken.</p>
<p>Die Wege sind wirklich ein Traum. Es gibt kaum Wurzeln, wenig Schottersteinchen oder Tannenzapfen. Der Wald ist hier wie eine riesengro&#223;e Aschenbahn. Entsprechend schnell kann man laufen. Wenn man kann. Ich kann ja nicht so richtig, weil ich mich erst aus meinem mehrmonatigen Trainingsloch arbeiten muss. Noch immer laufe ich viel zu wenig. Heute f&#252;hle ich mich allerdings ganz passabel. W&#228;re da nicht &#8230; aber ich will nicht klagen.</p>
<p>Nach wenigen Kilometern l&#228;uft eine Dame in knallrosa neben mich. Sie hat einen entschlossenen Schritt und das gef&#228;llt mir. Vielleicht kann ich ja dranbleiben. Ich w&#228;hle ebenfalls eine entschlossene Gangart und so fegen wir an einem L&#228;ufer nach dem anderen vorbei. Wiedersehen macht hier bekanntlich keine Freude und so hoffe ich inst&#228;ndig, dass meine K&#252;hnheit nicht bestraft wird. Immerhin laufe ich jetzt schon mehrere Kilometer im Tempo von 5,1 min/km. Wir laufen an eine Dame heran, die ein ebenso knallrosafarbenes Oberteil tr&#228;gt, wie meine Pink Lady. Vielleicht hat man das jetzt ja. Wir &#252;berholen sie, wie viele andere auch, doch das sieht die Dame gar nicht ein. Sie gibt Gas und setzt sich wieder vor mich –um danach deutlich abzubremsen. Wer geglaubt hat, diese Verhaltensweise sei nur etwas f&#252;r selbstwertarme Handelsvertreter auf Autobahnen, dem sei gesagt, dass auch harmlos aussehende Frauen zu solchen Idiotien f&#228;hig sind. Ich muss stark abbremsen und komme v&#246;llig aus dem Rhythmus, weil ich danach wieder anziehen muss, um um die Dame herum zu laufen. Ganz und gar unn&#246;tig.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffa500; border-left-color: #ffa500; border-right-color: #ffa500; border-bottom-color: #ffa500; background-color: #f5f5f5; "><em>Lieber sp&#228;ter lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-09.pdf" target="_blank"><em>Druckversion als PDF</em></a><em>.</em></div></div>
<p>Pink Lady und ich ziehen unseres Weges. Doch dann f&#228;llt sie pl&#246;tzlich leicht zur&#252;ck. Ihren Platz nimmt eine andere L&#228;uferin ein, die eine Jacke um die H&#252;ften tr&#228;gt. Beinahe m&#246;chte ich sie fragen, ob sie eine Unterhose des Verderbens tr&#228;gt, aber ich lasse es lieber. Das Tempo ist jetzt etwas langsamer geworden, aber ich bin sehr zufrieden. Schon lange war ich nicht mehr in einem solchen Tempo unterwegs und ich freue mich, dass es m&#246;glich ist. Pink Lady hat jetzt wieder zu uns aufgeschlossen und macht einen erholten Eindruck. Eine Verpflegungsstelle gibt es nicht, aber manchmal gelingt das ja auch so. Bei einem kleinen Anstieg an einer Br&#252;cke hat sie schlie&#223;lich genug von ihren Begleiterinnen: sie gibt pl&#246;tzlich Gas. Bis ins Ziel werde ich sie sehen k&#246;nnen, sie kommt nicht so richtig weg. Aber ihr kleiner Zwischenspurt macht, dass ich sie nicht mehr einholen kann. Respekt. Dann bleibt mir nur, die Jackendame abzusch&#252;tteln. Man muss sich ja immer kleine Ziele setzen, die einen bei der Stange halten. Ich setze mich vor sie und sp&#252;re fortan ihre Gegenwart. Es gibt keine bessere Methode, um nicht nachzulassen. Doch dann &#252;berholt mich ein &#228;lterer Herr und liefert mir damit noch ein weiteres Ziel: Am Ende genug Luft f&#252;r einen Konter zu haben. Wir kommen aus dem Wald und ich kann schon den Kuchen riechen. Und noch immer h&#246;re ich die Jacke hinter mir. Ich klappe den Mund weit auf und schalte auf Turbo. „Ain’t no mountain high enough“ begleitet mich. Es gelingt. Ich lasse den Herrn und die Jacke hinter mir. 1:18:41. Heute reicht das f&#252;r den 7. AK-Platz von 20. Vor zwei Jahren war ich sechs Minuten schneller. Aber mit einem vielfachen Trainingspensum. Ich bin vollkommen zufrieden. Die Unterhose des Verderbens habe ich auf den letzten Kilometern total vergessen. Mein Trainingspartner hat ebenfalls sein Ziel erreicht: Er hat seinen ehemaligen Brieftr&#228;ger abgeh&#228;ngt, der vor Jahren aus gesundheitlichen Gr&#252;nden in Fr&#252;hrente ging und jetzt auf hohem Niveau Volksl&#228;ufe bestreitet.</p>
<p>Wir treffen uns in der Halle zum obligatorischen Kuchenfassen und alles, was meine Stimmung jetzt noch tr&#252;ben k&#246;nnte, w&#228;re die Tatsache, dass mein Trainingspartner einen Jahrhundertkuchen erwischt, wohingegen ich mit einem eher trockenen Backwerk vorlieb nehmen muss. Aber nicht einmal das st&#246;rt mich.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Tassen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2073" title="R&#252;sselsheim Tassen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Tassen.jpg" alt="R&#252;sselsheim Tassen" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Kuchen-1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2074" title="R&#252;sselsheim Kuchen 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Kuchen-1.jpg" alt="R&#252;sselsheim Kuchen 1" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Kuchen-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2075" title="R&#252;sselsheim Kuchen 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Kuchen-2.jpg" alt="R&#252;sselsheim Kuchen 2" width="448" height="336" /></a></p>
<p>F&#252;r die Siegerehrung br&#252;llt der Moderator in ein Mikro, dass es nur so scheppert. Ich will gerade eine der Boxen mit dem Lautsprecher nach hinten drehen, als der Strom ausf&#228;llt. Erleichterung stellt sich im Publikum ein. Wir sitzen im Halbdunkel (es ist schlie&#223;lich sp&#228;ter Nachmittag), denken an den Advent und gar nicht mehr an den Moderator, bis der versucht, die Siegerehrung mit einem Megafon fortzusetzen. Doch dann geht der Strom wieder an – und sofort auf magische Weise wieder aus. Das Prozedere wiederholt sich mehrere Male und wir freuen uns an soviel Entertainment. Fieberhaft wird an der Ursache geforscht.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselheim-Siegerehrung-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2076" title="R&#252;sselheim Siegerehrung 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselheim-Siegerehrung-2.jpg" alt="R&#252;sselheim Siegerehrung 2" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Tombola.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2077" title="R&#252;sselsheim Tombola" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Tombola.jpg" alt="R&#252;sselsheim Tombola" width="448" height="336" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Ich mache im Dunkeln ein paar Fotos und lasse meinen Blick &#252;ber die Pr&#228;mien der Tombola schweifen, als ich pl&#246;tzlich wie vom Donner ger&#252;hrt stehen bleibe. Ich wei&#223; jetzt, warum der Strom ausf&#228;llt. Es ist Sabotage. Von Geisterhand. Ein seltsames Lebewesen, nicht Mensch, nicht Tier, hat sich dem Stromkreis bem&#228;chtigt. Ich wei&#223; es, ich kann es sp&#252;ren.</p>
<p style="text-align: left;">Es ist: das Alpenveilchen des Grauens.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Alpenveilchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2078" title="R&#252;sselsheim Alpenveilchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/11/R&#252;sselsheim-Alpenveilchen.jpg" alt="R&#252;sselsheim Alpenveilchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Mit diesem Wissen k&#246;nnen wir jetzt nach Hause fahren. Dort angekommen setze ich mich an den Computer, h&#246;re „Ain’t no mountain high enough.“ und f&#252;hle mich verknallt.</p>
<p>Dabei war ich nur Laufen.</p>
<p> </p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="344" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Xz-UvQYAmbg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344" src="http://www.youtube.com/v/Xz-UvQYAmbg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>

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		<title>Von unsichtbaren Seen, zarten Zielen und vorweggenommenen Badewannen.</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2007 15:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[O - Z]]></category>
		<category><![CDATA[Rüsselsheim]]></category>
		<category><![CDATA[Rüsselsheim07]]></category>
		<category><![CDATA[15km]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich beim Lindenseelauf in R&#252;sselsheim einen Lauf rund um einen See vorstellt, ist verraten und verkauft. Der Lindensee ist so etwas wie das Ungeheuer von Loch Ness: man muss einfach dran glauben, dass er da ist, sehen kann man ihn nicht. „Stimmt doch gar nicht“, h&#246;re ich da meinen Trainingspartner, „Man sieht den See! Gleich am Anfang der Strecke!“ Ich werde die Strecke heute zum vierten Mal laufen (...)]]></description>
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<h2>Der Lindenseelauf (15km) in R&#252;sselsheim (2007)</h2>
<p>Wer sich beim Lindenseelauf in R&#252;sselsheim einen Lauf rund um einen See vorstellt, ist verraten und verkauft. Der Lindensee ist so etwas wie das Ungeheuer von Loch Ness: man muss einfach dran glauben, dass er da ist, sehen kann man ihn nicht. „Stimmt doch gar nicht“, h&#246;re ich da meinen Trainingspartner, „Man sieht den See! Gleich am Anfang der Strecke!“ Ich werde die Strecke heute zum vierten Mal laufen und wieder den Lindensee verpassen. Es ist einfach ein Kreuz.   </p>
<p>Aber See oder Nichtsee – R&#252;sselsheim ist immer ein w&#252;rdiger Saisonabschluss. Das liegt daran, dass die Strecke nur &#252;ber 15 Kilometer geht und 15 Kilometer gehen immer, egal ob man ein bisschen schnieft, ob graue Wolken undicht sind, oder man unl&#228;ngst einen Marathon gelaufen ist (alles bekannte Ph&#228;nomene im November). Auf mich trifft Letzteres zu, aber New York liegt schon wieder so lange zur&#252;ck, dass ich mich mit runderneuerten Oberschenkeln auf den Lauf freue.   </p>
<p>Der Zielkanal, den wir noch vor der Anmeldung besichtigen, ist putzig geraten, &#252;bergewichtige L&#228;ufer winkeln da besser straff die Arme an.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-850 aligncenter" title="Ruesselsheim-Ziel" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Ruesselsheim-Ziel.jpg" alt="Ruesselsheim-Ziel" width="415" height="318" /></p>
<p>Sonst ist alles gro&#223;z&#252;gig: die Halle zur Anmeldung, der Preis (5 Euro), die Toilettensituation und die Umkleiden (Unglaublich: es gibt tats&#228;chlich Umkleider&#228;ume, wo man NICHT den Hintern der Mitl&#228;uferin im Gesicht hat, wenn sie sich an der Nachbarbank die Schuhe zubindet).</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-851 aligncenter" title="Ruesselsheim-Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Ruesselsheim-Anmeldung.jpg" alt="Ruesselsheim-Anmeldung" width="412" height="308" /></p>
<p>Wir laufen uns ein wenig ein und dehnen uns wie immer an den steinernen Tischtennisplatten des Schulgel&#228;ndes. Ebenfalls wie immer macht ein Laufverein in unserer N&#228;he ein Gruppenfoto (R&#252;sselsheim muss ein gro&#223;artiges Pflaster f&#252;r Gruppenfotos sein).   </p>
<p>Zuerst starten die 5 km-L&#228;ufer. Ich schaue sie mir genau an. So sehen also Menschen aus, die ihre guten Vors&#228;tze f&#252;r’s neue Jahr schon mal im November des Vorjahres umsetzen. Mehr Laufen. An Volksl&#228;ufen teilnehmen. Weniger Christstollen. Oder mehr Christstollen, daf&#252;r auch mehr Laufen. Oder nie wieder Christstollen, daf&#252;r ununterbrochen ipod. W&#228;hrend ich noch gr&#252;ble, beginnt der Countdown und die 5er schie&#223;en los. Oder besser: vorne wird geschossen, hinten gerumpelt. Nichts ist so heterogen wie ein 5er-Feld.   Dann sind wir dran. „Unter 5 Minuten den Kilometer“ sagt mein Trainingspartner. „Ich wei&#223; nicht so recht.“ sage ich. „Schlaffi.“ sagt mein Trainingspartner. Na gut. Wir werden ja sehen. Zun&#228;chst einmal sehe ich recht bald, dass ich zu schnell bin. Eine Weile versuche ich noch an meinem Trainingspartner dran zu bleiben, aber das Tempo ist f&#252;r mich albern schnell. Den ersten Kilometer erledige ich in 4:32, das muss nun wirklich nicht sein. Besser: das darf nicht sein, sonst kriege ich bald eine Herzattacke und dann werde ich nie mehr den Lindensee sehen.  <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; "><span style="font-weight: normal;"><em>Lieber auf der Couch lesen? </em></span><span style="font-weight: normal;"><em>Hier</em></span><span style="font-weight: normal;"><em> gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/11/Ruesselsheim073.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF </a></em><em>ohne Bilder.</em></span> </div></div></p>
<p>Also drosseln. Gar nicht so einfach, die dr&#252;cken alle so. Wo wollen die denn hin? Vor mir laufen drei L&#228;ufer der LG Muli. Erst &#252;berlege ich, wieso man sich nach einem Maultier benennt (Ausdauer? Z&#228;higkeit?), aber dann verstehe ich, dass es sich nur um die Abk&#252;rzung f&#252;r Mutterstadt-Limburgerhof handelt. Hier l&#228;uft die Pfalz. In der Pfalz kann man wohl gut rechnen, denn jetzt wird blitzschnell die Geschwindigkeit auf die Endzeit hochgerechnet und das bei einem Tempo von 4:40. Dazu w&#228;re ich nicht in der Lage, weder zum dauerhaften Laufen in 4:40, noch zum Hochrechnen und schon &#252;berhaupt nicht zum Hochrechnen w&#228;hrend des Laufens in 4:40 und so lasse ich die LG Muli unter respektvollen Blicken ziehen.   </p>
<p>Jetzt laufen wir im Feld unter Hochspannungsleitungen hindurch und es macht ein bisschen „Bssss-ksks-bssss“. Dazu geht es leicht bergab und ich bin guter Dinge. Vielleicht macht Elektrosmog ja auch schneller. Noch immer bleibe ich unter den magischen 5 Minuten pro Kilometer, bis wir an ein h&#228;ssliches Schotterst&#252;ck kommen. Es sieht aus, als h&#228;tte jemand versucht im Betonmischer Streuselkuchen herzustellen, allerdings sind diese Streusel spitz und kippelig. Man wei&#223; kaum, wo man laufen soll, wechselt von rechts nach links in der Hoffnung auf eine eingetretene Spur. Einem L&#228;ufer mit Kinderwagen macht das &#252;berhaupt nichts aus, er schiebt l&#228;ssig an mir vorbei. Wenn ich es recht bedenke, schieben V&#228;ter mit Kinderw&#228;gen immer l&#228;ssig an mir vorbei, was mich zu der mutigen Theorie verleitet, dass Kinderw&#228;gen schneller machen. Oder Kinder. Oder die geschmacklosen Reiswaffeln, die diese Kinder immer in den H&#228;nden halten. Ich sollte mir morgen Reiswaffeln kaufen. Nimmt denn diese Schotterstrecke nie ein Ende?   </p>
<p>Ein Halbmarathon w&#228;re weniger anstrengend gewesen, denke ich, da k&#246;nnte ich langsamer machen. Das ist nat&#252;rlich dummes Zeug. Eigentlich denke ich die ganze Zeit schon wenig intelligente Sachen und verleihe R&#252;sselsheim im Geiste den Titel „Home of dummes Zeug“. Muss R&#252;sselsheim ja nicht wissen. Jetzt denke ich zum Beispiel dar&#252;ber nach, welcher Badezusatz nach meiner Heimkehr als Belohnung angebracht w&#228;re. Ein Hautfunktionsbad mit Nachkerzen&#246;l? Dr. Hauschka Salbei (w&#228;rmend und erfrischend)? Oder besser Tetesept Sinnensalz (Platz eins in der Kategorie „Bl&#246;de Namen f&#252;r Badezus&#228;tze“)? Diese wichtigen Fragen lassen mich den Schotter gut &#252;berstehen und so lande ich bester Laune auf festem Untergrund.   </p>
<p>Bald kommt eine weitere Hochspannungsleitung und ich rase „Bsss-ksks-bsss“ durch den Wald. Seit Kilometer 12 bin ich zunehmend froh, dass es sich nicht um einen Halbmarathon handelt. Leider ist die LG Muli au&#223;er Sichtweite, die k&#246;nnten mir jetzt so sch&#246;n meine Endzeit ausrechnen. Bei Kilometer 10 zeigte die Uhr 48:16, das ist eigentlich ganz h&#252;bsch. F&#252;r eine Zeit unter 1:15 reicht das allemal. Mehr wei&#223; ich nicht. Dabei w&#228;re es spannend, mehr zu wissen. Eine Bestzeit steht auf dem Spiel. Der Atem rasselt ein wenig, aber das darf er jetzt auch. Das Feld ist weit auseinander- gezogen, es gibt keinen Gegener au&#223;er mir. Bevor ich mich besiegen kann, ringt mich allerdings erst einmal eine Dame nieder (bestimmt meine Altersklasse, so ein &#196;rger) und zieht an mir vorbei. Dranbleiben aussichtslos. Angeberin.   </p>
<p>Ich hetze weiter und rufe mir weitere Badezus&#228;tze in den Sinn: Kneipp Orange Linde (f&#252;r innere Harmonie), Kneipp Rosmarin (zur Muskellockerung), Wann kommt denn endlich das Ziel? Franziskus Calendula Bad (pflegend und hautfreundlich), Fette Totes Meer Zen Bad (mit Magnesium), Nimmt denn dieser Ort kein Ende?, Weleda Citrus Bad (ohne Konservierungsstoffe), Dr. Hauschka Zitronenbad (erfrischend und straffend)&#8230;  Gerade rechtzeitig bevor mir die B&#228;der ausgehen, geht es um eine Kurve und mein Trainingspartner winkt mir zu. Ich watze ins Ziel und versuche, die filigrane Konstruktion dabei nicht umzurennen. Die Uhr zeigt 1:12:59. Pers&#246;nliche Bestzeit auf 15 Kilometer. So muss ein Saisonabschluss sein.   </p>
<p>Ungewohnt sp&#228;t (der Lauf startete um 14:30 Uhr) m&#252;mmeln wir unseren Kuchen, untermalt von einem Moderator, der magische Zahlen in seine Faust murmelt (worin er ein kleines Mikro gefangen h&#228;lt). Was w&#228;re ein Volkslauf ohne eine Tombola.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-852 aligncenter" title="Ruesselsheim-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Ruesselsheim-Kuchen.jpg" alt="Ruesselsheim-Kuchen" width="424" height="318" /></p>
<p>Als wir durch die D&#228;mmerung nach Hause fahren, entscheide ich mich schlie&#223;lich f&#252;r einen Badezusatz. F&#252;r welchen, bleibt mein Geheimnis. </p>
<p> <div class='stb-grey_box' ><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s </em><a href="http://www.lindenseelauf.de/"><em>hier</em></a>.</div></p>
<h4>R&#252;sselsheim?</h4>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
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<td></td>
</tr>
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<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</tbody>
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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