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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Rüsselsheim07</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Von unsichtbaren Seen, zarten Zielen und vorweggenommenen Badewannen.</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Nov 2007 15:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer sich beim Lindenseelauf in R&#252;sselsheim einen Lauf rund um einen See vorstellt, ist verraten und verkauft. Der Lindensee ist so etwas wie das Ungeheuer von Loch Ness: man muss einfach dran glauben, dass er da ist, sehen kann man ihn nicht. „Stimmt doch gar nicht“, h&#246;re ich da meinen Trainingspartner, „Man sieht den See! Gleich am Anfang der Strecke!“ Ich werde die Strecke heute zum vierten Mal laufen (...)]]></description>
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<h2>Der Lindenseelauf (15km) in R&#252;sselsheim (2007)</h2>
<p>Wer sich beim Lindenseelauf in R&#252;sselsheim einen Lauf rund um einen See vorstellt, ist verraten und verkauft. Der Lindensee ist so etwas wie das Ungeheuer von Loch Ness: man muss einfach dran glauben, dass er da ist, sehen kann man ihn nicht. „Stimmt doch gar nicht“, h&#246;re ich da meinen Trainingspartner, „Man sieht den See! Gleich am Anfang der Strecke!“ Ich werde die Strecke heute zum vierten Mal laufen und wieder den Lindensee verpassen. Es ist einfach ein Kreuz.   </p>
<p>Aber See oder Nichtsee – R&#252;sselsheim ist immer ein w&#252;rdiger Saisonabschluss. Das liegt daran, dass die Strecke nur &#252;ber 15 Kilometer geht und 15 Kilometer gehen immer, egal ob man ein bisschen schnieft, ob graue Wolken undicht sind, oder man unl&#228;ngst einen Marathon gelaufen ist (alles bekannte Ph&#228;nomene im November). Auf mich trifft Letzteres zu, aber New York liegt schon wieder so lange zur&#252;ck, dass ich mich mit runderneuerten Oberschenkeln auf den Lauf freue.   </p>
<p>Der Zielkanal, den wir noch vor der Anmeldung besichtigen, ist putzig geraten, &#252;bergewichtige L&#228;ufer winkeln da besser straff die Arme an.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-850 aligncenter" title="Ruesselsheim-Ziel" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Ruesselsheim-Ziel.jpg" alt="Ruesselsheim-Ziel" width="415" height="318" /></p>
<p>Sonst ist alles gro&#223;z&#252;gig: die Halle zur Anmeldung, der Preis (5 Euro), die Toilettensituation und die Umkleiden (Unglaublich: es gibt tats&#228;chlich Umkleider&#228;ume, wo man NICHT den Hintern der Mitl&#228;uferin im Gesicht hat, wenn sie sich an der Nachbarbank die Schuhe zubindet).</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-851 aligncenter" title="Ruesselsheim-Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Ruesselsheim-Anmeldung.jpg" alt="Ruesselsheim-Anmeldung" width="412" height="308" /></p>
<p>Wir laufen uns ein wenig ein und dehnen uns wie immer an den steinernen Tischtennisplatten des Schulgel&#228;ndes. Ebenfalls wie immer macht ein Laufverein in unserer N&#228;he ein Gruppenfoto (R&#252;sselsheim muss ein gro&#223;artiges Pflaster f&#252;r Gruppenfotos sein).   </p>
<p>Zuerst starten die 5 km-L&#228;ufer. Ich schaue sie mir genau an. So sehen also Menschen aus, die ihre guten Vors&#228;tze f&#252;r’s neue Jahr schon mal im November des Vorjahres umsetzen. Mehr Laufen. An Volksl&#228;ufen teilnehmen. Weniger Christstollen. Oder mehr Christstollen, daf&#252;r auch mehr Laufen. Oder nie wieder Christstollen, daf&#252;r ununterbrochen ipod. W&#228;hrend ich noch gr&#252;ble, beginnt der Countdown und die 5er schie&#223;en los. Oder besser: vorne wird geschossen, hinten gerumpelt. Nichts ist so heterogen wie ein 5er-Feld.   Dann sind wir dran. „Unter 5 Minuten den Kilometer“ sagt mein Trainingspartner. „Ich wei&#223; nicht so recht.“ sage ich. „Schlaffi.“ sagt mein Trainingspartner. Na gut. Wir werden ja sehen. Zun&#228;chst einmal sehe ich recht bald, dass ich zu schnell bin. Eine Weile versuche ich noch an meinem Trainingspartner dran zu bleiben, aber das Tempo ist f&#252;r mich albern schnell. Den ersten Kilometer erledige ich in 4:32, das muss nun wirklich nicht sein. Besser: das darf nicht sein, sonst kriege ich bald eine Herzattacke und dann werde ich nie mehr den Lindensee sehen.  <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; "><span style="font-weight: normal;"><em>Lieber auf der Couch lesen? </em></span><span style="font-weight: normal;"><em>Hier</em></span><span style="font-weight: normal;"><em> gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2007/11/Ruesselsheim073.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF </a></em><em>ohne Bilder.</em></span> </div></div></p>
<p>Also drosseln. Gar nicht so einfach, die dr&#252;cken alle so. Wo wollen die denn hin? Vor mir laufen drei L&#228;ufer der LG Muli. Erst &#252;berlege ich, wieso man sich nach einem Maultier benennt (Ausdauer? Z&#228;higkeit?), aber dann verstehe ich, dass es sich nur um die Abk&#252;rzung f&#252;r Mutterstadt-Limburgerhof handelt. Hier l&#228;uft die Pfalz. In der Pfalz kann man wohl gut rechnen, denn jetzt wird blitzschnell die Geschwindigkeit auf die Endzeit hochgerechnet und das bei einem Tempo von 4:40. Dazu w&#228;re ich nicht in der Lage, weder zum dauerhaften Laufen in 4:40, noch zum Hochrechnen und schon &#252;berhaupt nicht zum Hochrechnen w&#228;hrend des Laufens in 4:40 und so lasse ich die LG Muli unter respektvollen Blicken ziehen.   </p>
<p>Jetzt laufen wir im Feld unter Hochspannungsleitungen hindurch und es macht ein bisschen „Bssss-ksks-bssss“. Dazu geht es leicht bergab und ich bin guter Dinge. Vielleicht macht Elektrosmog ja auch schneller. Noch immer bleibe ich unter den magischen 5 Minuten pro Kilometer, bis wir an ein h&#228;ssliches Schotterst&#252;ck kommen. Es sieht aus, als h&#228;tte jemand versucht im Betonmischer Streuselkuchen herzustellen, allerdings sind diese Streusel spitz und kippelig. Man wei&#223; kaum, wo man laufen soll, wechselt von rechts nach links in der Hoffnung auf eine eingetretene Spur. Einem L&#228;ufer mit Kinderwagen macht das &#252;berhaupt nichts aus, er schiebt l&#228;ssig an mir vorbei. Wenn ich es recht bedenke, schieben V&#228;ter mit Kinderw&#228;gen immer l&#228;ssig an mir vorbei, was mich zu der mutigen Theorie verleitet, dass Kinderw&#228;gen schneller machen. Oder Kinder. Oder die geschmacklosen Reiswaffeln, die diese Kinder immer in den H&#228;nden halten. Ich sollte mir morgen Reiswaffeln kaufen. Nimmt denn diese Schotterstrecke nie ein Ende?   </p>
<p>Ein Halbmarathon w&#228;re weniger anstrengend gewesen, denke ich, da k&#246;nnte ich langsamer machen. Das ist nat&#252;rlich dummes Zeug. Eigentlich denke ich die ganze Zeit schon wenig intelligente Sachen und verleihe R&#252;sselsheim im Geiste den Titel „Home of dummes Zeug“. Muss R&#252;sselsheim ja nicht wissen. Jetzt denke ich zum Beispiel dar&#252;ber nach, welcher Badezusatz nach meiner Heimkehr als Belohnung angebracht w&#228;re. Ein Hautfunktionsbad mit Nachkerzen&#246;l? Dr. Hauschka Salbei (w&#228;rmend und erfrischend)? Oder besser Tetesept Sinnensalz (Platz eins in der Kategorie „Bl&#246;de Namen f&#252;r Badezus&#228;tze“)? Diese wichtigen Fragen lassen mich den Schotter gut &#252;berstehen und so lande ich bester Laune auf festem Untergrund.   </p>
<p>Bald kommt eine weitere Hochspannungsleitung und ich rase „Bsss-ksks-bsss“ durch den Wald. Seit Kilometer 12 bin ich zunehmend froh, dass es sich nicht um einen Halbmarathon handelt. Leider ist die LG Muli au&#223;er Sichtweite, die k&#246;nnten mir jetzt so sch&#246;n meine Endzeit ausrechnen. Bei Kilometer 10 zeigte die Uhr 48:16, das ist eigentlich ganz h&#252;bsch. F&#252;r eine Zeit unter 1:15 reicht das allemal. Mehr wei&#223; ich nicht. Dabei w&#228;re es spannend, mehr zu wissen. Eine Bestzeit steht auf dem Spiel. Der Atem rasselt ein wenig, aber das darf er jetzt auch. Das Feld ist weit auseinander- gezogen, es gibt keinen Gegener au&#223;er mir. Bevor ich mich besiegen kann, ringt mich allerdings erst einmal eine Dame nieder (bestimmt meine Altersklasse, so ein &#196;rger) und zieht an mir vorbei. Dranbleiben aussichtslos. Angeberin.   </p>
<p>Ich hetze weiter und rufe mir weitere Badezus&#228;tze in den Sinn: Kneipp Orange Linde (f&#252;r innere Harmonie), Kneipp Rosmarin (zur Muskellockerung), Wann kommt denn endlich das Ziel? Franziskus Calendula Bad (pflegend und hautfreundlich), Fette Totes Meer Zen Bad (mit Magnesium), Nimmt denn dieser Ort kein Ende?, Weleda Citrus Bad (ohne Konservierungsstoffe), Dr. Hauschka Zitronenbad (erfrischend und straffend)&#8230;  Gerade rechtzeitig bevor mir die B&#228;der ausgehen, geht es um eine Kurve und mein Trainingspartner winkt mir zu. Ich watze ins Ziel und versuche, die filigrane Konstruktion dabei nicht umzurennen. Die Uhr zeigt 1:12:59. Pers&#246;nliche Bestzeit auf 15 Kilometer. So muss ein Saisonabschluss sein.   </p>
<p>Ungewohnt sp&#228;t (der Lauf startete um 14:30 Uhr) m&#252;mmeln wir unseren Kuchen, untermalt von einem Moderator, der magische Zahlen in seine Faust murmelt (worin er ein kleines Mikro gefangen h&#228;lt). Was w&#228;re ein Volkslauf ohne eine Tombola.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-852 aligncenter" title="Ruesselsheim-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Ruesselsheim-Kuchen.jpg" alt="Ruesselsheim-Kuchen" width="424" height="318" /></p>
<p>Als wir durch die D&#228;mmerung nach Hause fahren, entscheide ich mich schlie&#223;lich f&#252;r einen Badezusatz. F&#252;r welchen, bleibt mein Geheimnis. </p>
<p> <div class='stb-grey_box' ><em>Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s </em><a href="http://www.lindenseelauf.de/"><em>hier</em></a>.</div></p>
<h4>R&#252;sselsheim?</h4>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</tbody>
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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