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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Silvesterlauf Frankfurt</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Erleuchtung in aschgrau.</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 20:29:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Überall fanden in den letzten Stunden Silvesterläufe statt. Woher jedoch der Name „Silvesterlauf“ kommt, ist vielen Läufern nicht bekannt. Es geschah im Jahr 1731, als Sir William Edward Phileas Silvester, ein britischer Lord, am letzten Tag des Jahres beschloss, sich zu einem Waldlauf aufzumachen....]]></description>
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<p>Überall fanden in den letzten Stunden Silvesterläufe statt. Woher jedoch der Name „Silvesterlauf“ kommt, ist vielen Läufern nicht bekannt. Es geschah im Jahr 1731, als Sir William Edward Phileas Silvester, ein britischer Lord, am letzten Tag des Jahres beschloss, sich zu einem Waldlauf aufzumachen. Er hatte es sich einst als guten Vorsatz genommen, in diesem Jahr mit dem Laufen anzufangen und nun war es die letzte Gelegenheit, dieses Versprechen an sich selbst einzulösen. Leider regnete es an diesem Tage ungebührlich stark, so dass der Lauf zu einem vollen Misserfolg wurde. Silvester rutschte im schlammigen Wald aus und kehrte durchnässt, verdreckt und frustriert nach Hause zurück. Er ist seither nie wieder gelaufen. Zur Erinnerung an dieses wahrhaft einmalige Erlebnis werden Läufe am letzten Tag des Jahres nun „Silvesterlauf“ genannt. Überflüssig zu erwähnen, dass insbesondere europäische Läufer seither regelmäßig das Schicksal von Sir Silvester teilen und immer wieder und gerne am letzten Tag des Jahres im Regen laufen. Auch ich denke jetzt intensiv an den armen William, der heute vermutlich gar nicht erst aufgebrochen wäre. Es regnet, als würde man überall im Himmel bereits die Wasserflaschenkorken knallen lassen und beim Eingießen dauernd die Gläser verfehlen. Obendrein ist das Wolkendach in einem reizenden Aschgrau gehalten, eine Farbe, die meinem Teint nicht sehr schmeichelt, es sei denn, ich habe eine vom hitzigen Laufen leuchtend rote Murmel. Es hilft also nichts: ein roter Kopf muss her.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0644.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3197" title="IMG_0644" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0644.jpg" alt="IMG_0644" width="491" height="366" /></a></p>
<p>Mein Trainingspartner und ich sind in diesem Jahr herzlich wenig gelaufen, vor allem nicht volks. Verletzungsbedingt war wenig zu wollen. Nun ist „nichts wollen“ allerdings die höchste Stufe der Läufererleuchtung, die es grundsätzlich zu erlangen gilt. Nur wer, zumindest gelegentlich, nichts will, dem wird reichlich gegeben. Insofern sind wir gerade sehr nah am Status eines Lama, womit nicht das spuckende Tier gemeint sein soll, obwohl auch das eine gern genommene Bewusstseinsstufe des Läufers ist.</p>
<p>Willenlos parken wir, wie ferngesteuert finden wir uns bei der Anmeldung ein und schieben uns, von einem unsichtbaren Band gezogen, in die Umkleide. An einem solchen Tag darf man nicht nachdenken, sonst würde man niemals einen beheizten Autositz verlassen, um sich, auf einen Startschuss lauschend, in den strömenden Regen zu stellen. Wir laufen uns ein und es ist etwa so kuschelig wie an Deck eines Fischkutters in der winterlichen Nordsee. Wir laufen und laufen, damit wir nur nicht stehenbleiben müssen. Irgendwann lässt sich das aber kaum vermeiden und mit dümmlichem Hüpfen versuchen wir, nicht auszukühlen. Als im Blockstart endlich unsere Gruppe an der Reihe ist, bin ich ebenso froh wie durchnässt.</p>
<p>Obwohl es durch den Wald geht, sind weite Teile der Strecke asphaltiert, was den Pfützenslalom auf wenige schwierige Abschnitte begrenzt. Da ich aber ja erleuchtet bin, nehme ich keinerlei Manöver in rutschiges Unterholz in Kauf, um ein paar Sekunden zu sparen. Ich laufe vielmehr in Gedenken an William Edward Phileas, der, anders als ich, keine schicke Nike+ Uhr und kein so wärmendes Wams trug, wie ich heute. Außerdem trage ich einen Pferdeschwanz, der langsam immer schwerer wird. Mein Haar kann erfahrungsgemäß mühelos 7 bis 8 Liter Wasser aufnehmen. Diese im Nacken getragen, lassen mich erhobenen Hauptes laufen. Interessant. Der erste Kilometer gerät schneller als 5:30, das ist schneller, als ich will, obwohl ich ja eigentlich nichts will. Ich bremse ein wenig.</p>
<p>Die Strecke ist recht voll und ich kann gut Laufmoden-Watching betreiben. Der klare Gewinner unter den Kopfbedeckungen ist eine Einweg-Duschhaube, getragen von einem kräftigen Herren. Das ist stilsicher und kreativ. Weiterhin gefällt mir die Idee, nur einen Kompressionsstrumpf zu nehmen und damit der monströsen Gewohnheit der Waschmaschine, einzelne Socken in einem geheimen Salzsäurebottich unter der Trommel aufzulösen, selbstbewusst zu trotzen. Außerdem erfreuen mich jegliche Neonfarben (ein lautes „Ätsch!“ in Richtung des grauen Himmels), und nackte Beine, die bald von schlammbraunen Pünktchen übersät sind. Ich fließe einfach mit der Menge mit, schaue selten auf die Uhr und lausche dem hundertfachen „Pitsch, pitsch, pitsch“ auf nassem Weg. Viele Läufer bevorzugen dagegen ein „Mumpf, mumpf, mumpf“, das auf ihre Ohren donnert, was ich wieder einmal nicht verstehen kann. Was ist ein Volkslauf ohne Volkslaufgeräusche? Mein Leben soll kein Stummfilm sein und so eile ich offenen Ohres weiter durch den Wald. Die Strecke ist nicht weiter spektakulär und deshalb bleibt als Eindruck der mal klatschende, mal dampfende Regen und das bunte Band immer schwerer atmender Läufer, das sich wie ein einziger Organismus durch den Wald schlängelt.</p>
<p>Bei Kilometer sieben ist ein kleiner Hügel zu nehmen und zum ersten Mal fange ich an zu rechnen. Nun will ich ja nichts, aber wenn „nichts“ gleichbedeutend mit einer Zeit unter 55 Minuten wäre, wäre mir das jetzt dann schon lieb. Auf den letzten Kilometern geht es öfter mal leicht bergan, das muss man für das nichtsgleiche Ergebnis mitberechnen. Luft wäre allerdings da, sowohl in meinen Lungen, als auch in meiner Berechnung und deshalb könnte ich es versuchen. Dann hätte auf dem Zielfoto mein Teint auch die Farbe, die mit dem Himmelsgrau so gut harmoniert, das wäre ja schön, so für das letzte Foto des Jahres.</p>
<div id="attachment_3216" class="wp-caption aligncenter" style="width: 436px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/Silvesterlauf2.jpg"><img class="size-full wp-image-3216 " title="Silvesterlauf2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/Silvesterlauf2.jpg" alt="Silvesterlauf2" width="426" height="640" /></a><p class="wp-caption-text">Update: Hier isses, das obligatorische Bild mit den hektischen Flecken.</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p>Ich stürze also weiter vorwärts, aus dem Wald hinaus und an den Schienen entlang in Richtung Waldstadion, was nicht mehr Waldstadion heißt, sondern Dingsbums Arena (ich mag keine Bank in meinem Laufbericht haben) weil heute alles Arena heißt, während Stadion irgendwie unccol zu sein scheint. Das ist mir aber im Grunde alles egal, Hauptsache, da kommt bald das Ziel und Hauptsache, es gibt bald das beste alkoholfreie Weizen der Welt, was sich Faust nennt und von zwei enorm reizenden Herren ausgeschenkt wird. Ich stoppe die Uhr bei 54:13, das ist wirklich fein für ein mieses Training in einem verkorksten Laufjahr. Lange sollte man Bier und Banane (von Querbeet, die ebenfalls nicht genug zu loben sind) allerdings nicht im Freien genießen, denn die Erkältung klopft sonst schnell mit einem Hämmerchen an das erschöpfte Naseninterior.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0641.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3201" title="IMG_0641" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0641.jpg" alt="IMG_0641" width="461" height="344" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0643.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3202" title="IMG_0643" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0643.jpg" alt="IMG_0643" width="461" height="344" /></a></p>
<p>Nun muss, bevor der Kuchen als nächste Stufe der Belobigung winkt, nur noch eine Hürde genommen werden: die Damenumkleide. Ein Albtraum im Nebel. Ich bin sicher, ein einziger Besuch in einer handelsüblichen Damenumkleide mit 47 Frauen auf 11 Quadratmetern, die alle ihre Socken ausschütteln, sich feuchte Nebel unter die Achseln sprühen, mit aus furzenden Flaschen kriechender Lotion einölen und sich mit schlagbohrerlauten Haartrocknern ondulieren, würde selbst Casanova von weiteren Eroberungen abgehalten haben. Auch hier geht es um Geschwindigkeit: schnell raus hier. Zu viel Hautkontakt mit fremden Menschen ist auch nicht gesund.</p>
<p>Die Atmosphäre in der Sporthalle ist nicht eben gemütlich. Aber man gibt sich wie immer Mühe, die Läufer liebevoll zu verköstigen, was bei weit über 1.000 Teilnehmern eine Herausforderung darstellt. Doch Spiridon Frankfurt meistert das, wie überhaupt die gesamte Veranstaltung, mit Professionalität und Laune.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0649.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3203" title="IMG_0649" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0649.jpg" alt="IMG_0649" width="461" height="344" /></a></p>
<p>Wir mümmeln unseren Kuchen und starren dabei fassungslos auf eine entfesselte kleine Gruppe, die sich unmittelbar vor uns komplett umzieht und uns dabei mehr schwingende Körpermasse zeigt, als wir sehen wollten. Dann doch lieber die Damenumkleide. Oder am allerliebsten: den beheizten Autositz. Es ist Zeit, einen erleuchteten Lauf im Geiste von William Edward Phileas Silvester zu Hause weiter zu genießen.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0651.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-3204" title="IMG_0651" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_0651.jpg" alt="IMG_0651" width="461" height="344" /></a></p>

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		<title>Das Beste zum Schluss.</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Dec 2009 17:09:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Zum Geburtstag gratulieren, wenn noch gar nicht Geburtstag ist, bringt Unglück. Aber wie ist das mit Silvesterlaufen, wenn noch gar nicht Silvester ist?  „Das ist prima“, sagt sich der Spiridon Frankfurt, einer der größten Laufvereine Deutschlands, „wir sind eben unserer Zeit voraus“. Der Frankfurter Silvesterlauf findet folgerichtig ein paar Tage vor Silvester statt. (...)]]></description>
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<h2>10 km Silvesterlauf Frankfurt (2009)</h2>
<p>Zum Geburtstag gratulieren, wenn noch gar nicht Geburtstag ist, bringt Unglück. Aber wie ist das mit Silvesterlaufen, wenn noch gar nicht Silvester ist?  „Das ist prima“, sagt sich der Spiridon Frankfurt, einer der größten Laufvereine Deutschlands, „wir sind eben unserer Zeit voraus“. Der Frankfurter Silvesterlauf findet folgerichtig ein paar Tage vor Silvester statt. Am Sonntag davor, um genau zu sein. Kaum sind also die Weihnachtsknödel halbwegs verdaut, strebt man schon wieder Bestzeiten zu. „Falsch“, sagt da der Spiridon Frankfurt, „beim Silvesterlauf geht’s ums Auslaufen.“ Ich laufe am 27.12. also aus, was ja durchaus passt. Schließlich gibt es etliche Nichtläufer, die denken, Menschen, die bei -2 Grad im Laufschritt über teilweise vereiste Wege hasten, können nur nicht ganz dicht sein.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Stadion.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2103" title="Silvesterlauf Stadion" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Stadion.jpg" alt="Silvesterlauf Stadion" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Der Frankfurter Silvesterlauf startet an der Commerzbank Arena, die von den Altvorderen hartnäckig Waldstadion genannt wird. Die Anmeldung und das Ganze drumherum finden in der Wintersporthalle statt. Hier kann man sich einen Laufkalender für das nächste Jahr grabschen, nach bekannten Gesichtern Ausschau halten und heimlich schon mal das Kuchenangebot checken. Zunächst sind die Kinder dran. Aus dem Lautsprecher tönen unüberhörbar die Warnungen vor den glatten Stellen auf der Strecke. Wir tappeln vor uns hin (vor dem Auslaufen muss man sich erst mal einlaufen) und testen die rutschigen Partien. Ich sehe schon. Das wird ein Lauf mit einer einfallslosen Ausrede, falls man langsam war. Alle werden sich hinterher auf die rutschigen Schneeflecken berufen. Ich natürlich auch. Aber ich bin ohnehin sehr gelassen. Vor zwei Tagen hab ich noch eine große Weihnachtsrunde gedreht und 10km-Läufe sind eh nicht so meins – zu kurz und schnell.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Schild.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2104" title="Silvesterlauf Schild" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Schild.jpg" alt="Silvesterlauf Schild" width="512" height="384" /></a></p>
<p>1800 Läufer werden per Blockstart etwas entzerrt. Das macht der Spiridon Frankfurt schon seit Jahren so und das macht er gut. So können die Eliteläufer unter sich bleiben und die anderen rennen sich nicht so sehr in die Hacken (was bestimmt auch schlechtes Karma für das kommende Jahr bringen würde). Mein Trainingspartner blockstartet vor mir, aber der hat ja auch Ehrgeiz. Ich hab dagegen Weihnachtsferien. Im Block treffe ich Jörg, der vor sich hin tiefstapelt. Muskuläre Probleme und so. Voller Faszination fällt unser Blick auf einen Herrn mit Baumwollbuchse und Sweatshirt. An den Füßen trägt er Schuhe, die nur noch im weitesten Sinne als solche erkennbar sind. Das Gewebe an den Seiten ist aufgerissen, so dass seine grauen Frotteesocken sichtbar werden. Die Zehenkappe hängt in Fransen. Die Sohle sieht aus, als wäre sie bestenfalls einen halben Zentimeter dick. Hier haben wir Sneakers der Kategorie „Never change a winning shoe.“. Doll. Dabei würde es mich nicht wundern, wenn er am Arm einen neuen Garmin tragen würde. Läufer können so beknackt sein. Ich selbst würde mich ohne meine liebsten Brooks Trailschuhe nie auf die Strecke trauen.</p>
<p>Wir rennen los. Schon nach wenigen 100 Metern setzt sich Jörg von mir ab und nimmt seine muskulären Probleme mit. Zum Glück. Ich mag sie nicht haben. Trotz Blockstart ist es ein wenig eng. Das liegt auch daran, dass alle die schnee- und eisfreien Pfade bevorzugen und man zum Überholen zwangsläufig ins Unwegsame muss. Witsch – aua. Ausrutschen gehört hier zum Geschäft. Bei Temperaturen um null Grad bietet die Kleiderfrage immer besonders viel Unterhaltung auf der Strecke. Es gibt nämlich alles: bloße Beine und T-Shirt (sogar in meiner Zeitkategorie!) und ein Outfit, dass eher an arktische Wissenschaftler erinnert. Vor mir läuft jetzt ein Herr mit Skijacke, die so dick ist, dass er die Arme kaum am Körper führen kann. Oder ist er selbst so mollig? Ich widerstehe der Versuchung, die Dicke seiner Jacke durch Kneifen nachzuprüfen. Weiter geht’s. Bei laufreport.de wird später zu lesen sein, die Strecke sei wellig, aber die Wellen sind keine Tsunamis. Die Strecke im Stadtwald ist einigermaßen flach, von einem Hügel bei km 7 einmal abgesehen. Man kann das einfach so durchtrotteln. Hinter mir wird das Weihnachtsmenü noch einmal rekapituliert und die Angesprochene kommentiert es anerkennend. Typisch Silvesterlauf. Zwei Kilometer vor dem Ziel raffen sich merklich viele zu einer kleinen Tempoverschärfung auf. Das letzte Aufbäumen von Ehrgeiz in diesem Jahr. Da mach ich doch mit! Ich fühle mich noch frisch (das ist der entscheidende Vorteil von 10ern) und ziehe etwas an. Jetzt wäre ein Fotograf gut. Denn immer, wenn ich bisher bei einem vorbei kam, ließ der kurz vor mir die Kamera sinken. Gut, auch ein Fotograf braucht mal eine kurze Verschnaufpause – aber doch nicht, wenn ich komme! Ich laufe an ihn hin, setze mein schönstes Lächeln auf, zupple mir die Startnummer zurecht und dann – nichts. Kein Foto. Mir geht das dauernd so. Oder es setzt sich in der letzten Sekunde ein 2,50 Meter großer Flugsaurier vor mich. Oder dem Fotografen fliegt etwas ins Auge. Irgendwas ist immer. Und selbst wenn! Wenn es dann mal ein Foto von mir gibt! Reden wir nicht drüber.</p>
<p>Ich muss also unfotografiert zum Endspurt ansetzen. Eine Dreiergruppe hat mich überholt und zieht los. Ich schaue auf die Uhr. Wenn ich jetzt noch etwas zulegen kann, komme ich noch unter 53 Minuten rein. Pah, das ist doch für mich keine Zeit! Also los geht’s. Die Dreiergruppe kann sich schon mal warm anziehen. Obwohl – dazu kommt sie nicht mehr, so schnell, wie ich vorbei fege. Jetzt nur nicht mehr auf die Nase fallen, das gibt Abzüge in der B-Note. Und um die geht es hier schließlich. Auch ohne Fotograf. Den letzten Kilometer erledige ich in unter 5 Minuten. 52:56. Das bringt mir den 111. Frauenplatz von 506, den 28. AK Platz von 111. Bei einem Silvesterlauf muss man nicht viel tun, um noch halbwegs gut auszusehen. Im Ziel gibt es heißen Tee, der mit Besenstilen in blauen Plastikfässern angerührt wird. Und er ist köstlich.</p>
<p>Der Streuselkuchen aus der Hand einer sehr fröhlich lachenden Dame ist ebenfalls ausgezeichnet. Leider hat sich die Kaffeemaschine aus dem Dienst verabschiedet, bevor sie mir etwas brühen konnte.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Kuchen-2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2105" title="Silvesterlauf Kuchen 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Kuchen-2.jpg" alt="Silvesterlauf Kuchen 2" width="512" height="384" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2106" title="Silvesterlauf Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Kuchen.jpg" alt="Silvesterlauf Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Und ebenfalls leider lässt die Anlage den kämpfenden Spiridon Chef Thomas Rautenberg bei der Siegerehrung im Stich – sie fiept, als wollte sie allen Läufern zum neuen Jahr einen Tinnitus kredenzen.</p>
<p> </p>
<div id="attachment_2107" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Männer.jpg"><img class="size-full wp-image-2107 " title="Silvesterlauf Männer" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Männer.jpg" alt="Kinkal Roba Musa, Timo Zeiler und Jan-Philipp Starostzik auf dem Treppchen." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Kinkal Roba Musa, Timo Zeiler und Jan-Philipp Starostzik auf dem Treppchen.</p></div>
<p> </p>
<div id="attachment_2108" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Frauen.jpg"><img class="size-full wp-image-2108 " title="Silvesterlauf Frauen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/01/Silvesterlauf-Frauen.jpg" alt="Siegerinnen: Jenny Schulz, Veronika Ulrich und Nina Stoecker." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Siegerinnen: Jenny Schulz, Veronika Ulrich und Nina Stoecker.</p></div>
<p>Die Läufer nehmen es gelassen &#8211; wie Läufer überhaupt nach dem Laufen das meiste gelassen nehmen. Schließlich warten in vielen kleinen Gruppen schon der mitgebrachte Sekt oder Glühwein, mit dem es sich auf das neue Jahr anstoßen lässt. Am Nachmittag des 27.12. In Frankfurt ist man eben seiner Zeit voraus.</p>

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		<title>Silvester (Hust) Lauf (Hust)</title>
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		<pubDate>Sat, 01 Jan 2005 15:32:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin gar nicht erkältet. Das war einmal. (Schneuz) Und ist mindestens 48 Stunden her. Deswegen trete ich natürlich auch beim Silvesterlauf in Frankfurt an (Nies). 10 km laufe ich doch noch mit einem halben Nasloch. Gut, ich bin seit zwei Wochen nicht gelaufen, weil mich Fieber (Hust), Husten (Schneuz) und Schnupfen (Nies) aufs Lager gedrückt haben. Aber jetzt ist alles vorbei (Schnief). Ich rolle mit meinem Fiat Tipo, der schon ganz zugemoost ist, weil er so wenig bewegt wird, zum Waldstadion. (...)]]></description>
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<h2>10 km Silvesterlauf Frankfurt (2005)</h2>
<p>Ich bin gar nicht erkältet. Das war einmal. (Schneuz) Und ist mindestens 48 Stunden her. Deswegen trete ich natürlich auch beim Silvesterlauf in Frankfurt an (Nies). 10 km laufe ich doch noch mit einem halben Nasloch. Gut, ich bin seit zwei Wochen nicht gelaufen, weil mich Fieber (Hust), Husten (Schneuz) und Schnupfen (Nies) aufs Lager gedrückt haben. Aber jetzt ist alles vorbei (Schnief).</p>
<p>Ich rolle mit meinem Fiat Tipo, der schon ganz zugemoost ist, weil er so wenig bewegt wird, zum Waldstadion. Auf dem Weg blüht das Moos weiter auf, denn man staut sich zum Parkplatz. Wie jedes Jahr. Oder vielleicht doch ein bisschen mehr als jedes Jahr. Viele Menschen stehen hinter ihren Autos und werfen sich in ihre frisch geschenkten Funktionsklamotten. Ich weiß natürlich, was sie noch nicht zu wissen scheinen: sie werden sich noch zweimal umziehen. Vor einem Silvesterlauf zieht man sich immer zweimal um. Die Witterung schlägt ja in Silvesterlaufgegenden schneller um als im Gebirge. Woher soll man eine Stunde vorher wissen, was man tragen wird? Spätestens bei der Befestigung der Startnummer fällt die Laufjacke dem Shirt zum Opfer. Man will das gute Teil ja nicht mit Sicherheitsnadeln akupunktieren. Ich habe dagegen ein Startnummernband. Denn ich bin eine vorausschauende, clevere Läuferin. Leider habe ich es heute morgen nicht gefunden. Ich finde es eigentlich nie, wenn ich es benutzen will. Sei`s drum.  </p>
<p>Ich arbeite mich also mit meiner tonnenschweren Tasche (Drink für vorher, Drink für nachher, Hustenbonbons für währenddessen, Taschentücher, drei verschiedene Outfitvarianten) Richtung Stadion. Früher war das alles ganz einfach. Früher, als man noch im Waldstadion einlief und sich olympisch fühlen durfte. Jetzt sind Start und Ziel und Meldebereich jedes Jahr woanders. Ich folge der Menge und habe keine Ahnung, wo ich bin. Ich lande in einer Halle, wo hunderte Funktionsjacken um die Wette rascheln. Spontan muss ich ein wenig hüsteln (Hust, Hust, Hust).  </p>
<p>Eigentlich bin ich mit einem Bekannten verabredet. Aber das kann ich wohl vergessen. Bei über 2000 Läufern &#8211; wie sollten wir uns da finden? Ich habe gleich gesagt: lass uns einen Treffpunkt ausmachen, aber mein Bekannter &#8230; &#8220;Na, das war ja einfach. Dich zu finden&#8221; sagt mein Bekannter neben mir. Aber fast hätte ich recht gehabt und wir hätten uns nicht gefunden. Wir plaudern ein wenig über die neue Biografie von Paula Redcliffe, wie man eben so redet, wenn gute Freunde ein Buch geschrieben haben. Als ich schneuze, bietet mir mein Bekannter ein Nasenpflaster an. Aber ich möchte nicht, dass sich meine Nasenflügel weiten. Am Ende lösen sich wichtige Dinge in meinem Kopf und rutschen ungewollt nach draußen.  </p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Lieber auf der Couch lesen? Bitteschön: hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2005/01/Silvesterlauf05.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF.</div></div></em></p>
<p>Wir schlendern die paar Kilometerchen zum Start und reihen uns bei der Memmen-Gruppe ein. Obwohl ich praktisch (Hust) so gut wie nicht mehr erkältet bin. Der Start erfolgt in drei Blöcken und so stehen wir noch ein bisschen und schauen den Jungs im Wald beim Pinkeln zu. Eine Dame ruft verzweifelt &#8220;Wer stört?&#8221; in die Menge. Ihre Pulsuhr zeigt einen Puls von 222 an. Ihrem Herzen traut sie soviel Techno nicht zu und nun sucht sie den infarktgefährdeten Störsender unter den Umstehenden.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-869" title="Silvesterlauf" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Silvesterlauf.jpg" alt="Silvesterlauf" width="508" height="362" /></p>
<p>Als wir über die Startlinie wackeln, läuft eines dieser Heldenlieder von Vangelis, das bei ARD und ZDF immer läuft, wenn sich Sportler in Zeitlupe die Tränen aus den Augenwinkeln wischen. Wir passen uns an und bleiben erst mal zeitlupig. Es ist schön, so weit hinten zu sein. Niemand drängelt sich hektisch an einem vorbei &#8211; nur die Stöcke der Nordicwalker, die ihre Begeisterung durch wildes Fuchteln ausdrücken, erweisen sich als Verletzungsrisiko. Aber das ist bald vorbei und wir strömen plaudernd durch den Wald, als wäre es gar kein Wettkampf und alle anderen wären nur zufällig zur gleichen Zeit unterwegs. Bei km fünf schaue ich auf die Uhr, aber eigentlich mehr aus Gewohnheit. Die Zeit ist vollkommen gleichgültig. Obwohl ich natürlich im Grunde nicht mehr erkältet bin (rotz).  </p>
<p>Hinter km 7 kommt der berühmte kleine Berg, der immer wieder für großes Hallo sorgt. Mein Bekannter mag Berge so gerne, dass er es schade findet, wenn man so achtlos drüber fegt. Er möchte den Anstieg mehr genießen und passt sich der Geschwindigkeit der Hirschkäfer an. Ich möchte zwar nicht so zumoosen wie mein Auto, aber etwas langsamer ist auch in Ordnung. Bald hoppeln wir wieder zusammen. Bis kurz vor Schluss nochmal ein Anstieg kommt, mit dessen Flora man sich eingehender beschäftigen möchte. So rollt man gelassen nach etwa einer Stunde ins Ziel. Inzwischen ist der Nieselregen etwas heftiger geworden und man tut gut daran, ins Warme zu kommen. Wer nicht so ein Bombenimmunsystem hat wie ich, ist da schnell erkältet. Apropos: eine Stunde lang habe ich nicht gehustet und wenig geschnieft. Dafür verhuste ich jetzt den Weg zum Tee.  In den Gängen zu den Umkleidekabinen irren nasshaarige Gestalten auf der Suche nach einer Steckdose umher, den Fön wie eine Waffe auf Neuankömmlinge gerichtet. Aber niemand hat eine Steckdose dabei, oder auch ein Stückchen Platz, wo man sich umziehen kann. Ich erledige das im Gang &#8211; seit ich angeboten habe, einer Dame die Haare trocken zu husten, kommt mir auch niemand mehr zu nahe.  </p>
<p>In der Halle findet die obligatorische Siegerehrung statt, der ebenso obligatorisch niemand zuhört. Mein Bekannter und ich mümmeln Kaffee und Kuchen mit der gewissen Verzückung, mit der man nur nach Volksläufen Kaffee und Kuchen zu sich nehmen kann. Nichts stört. Kein Würstchengeruch, kein Lautsprecherquitschen, keine feuchtmuffigen Schuhe. Die Läufergemeinde ist eins mit sich und ihrer Umgebung.</p>
<p>Der Heimweg ist die reinste Freude für das Moos an meinem Auto, Schritttempo soweit das Auge reicht. Höchste Zeit für einen kleinen Hustenbonbon.</p>
<h6>(Foto mit freundlicher Genehmigung von Spiridon Frankfurt und Elke Fieger.)</h6>
<p> </p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: <a href="http://www.spiridon-frankfurt.de/">www.spiridon-frankfurt.de</a></div>

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