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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Stierstadt</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Mit dem Kopf durch die Watte.</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 20:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute wird Volksgelaufen! ich lasse mir doch von einem dahergelaufenen Klimawandel nicht vorschreiben, wann ich zu laufen habe! Au&#223;erdem liegt der Veranstaltungsort Stierstadt im Taunus und im Taunus schneit es. Das sagen zumindest alle, die dort wohnen, die meiste Zeit des Jahres: „Also, bei uns lag heute morgen Schnee!“ Dann kann das bisschen Hitzewelle dort ja wohl nicht so schlimm sein. Als wir ankommen, sind es l&#228;cherliche 26 Grad, gemessen an den 378 Grad in meiner Wohnung in der Stadt ist das nichts.]]></description>
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<h4>Der Halbmarathon in Stierstadt (2010)</h4>
<p>Heute wird Volksgelaufen! ich lasse mir doch von einem dahergelaufenen Klimawandel nicht vorschreiben, wann ich zu laufen habe! Au&#223;erdem liegt der Veranstaltungsort Stierstadt im Taunus und im Taunus schneit es. Das sagen zumindest alle, die dort wohnen, die meiste Zeit des Jahres: „Also, bei uns lag heute morgen Schnee!“ Dann kann das bisschen Hitzewelle dort ja wohl nicht so schlimm sein. Als wir ankommen, sind es l&#228;cherliche 26 Grad, gemessen an den 378 Grad in meiner Wohnung in der Stadt ist das nichts. „Die H&#246;hendifferenz ist gering“ schreibt der TV Stierstadt auf seiner Homepage und da sieht man mal wieder, wie relativ alles ist. In Wahrheit geht es ab Kilometer 7 stramm bergauf bis Kilometer 12, dann wieder runter und zwischen Kilometer 17 und 20 gibt es noch einmal eine deutliche Steigung.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Bild-3.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2492" title="Bild 3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Bild-3.png" alt="Bild 3" width="421" height="376" /></a></p>
<p>Auf solche Kleinigkeiten kann ich aber heute keine R&#252;cksicht nehmen. Ich muss endlich einmal wieder Halbmarathon-Kilometer unter die F&#252;&#223;e nehmen. Der letzte war im April, danach folgte wochenlange Krankheit und eine 6-w&#246;chige Laufpause. Was w&#252;rde sich da besser eignen, als eine anspruchsvolle, weitgehend schattenlose Strecke bei 26 Grad plus? Allen Stirnrunzlern sei an dieser Stelle gesagt, dass ich Preistr&#228;gerin des goldenen Herzfrequenzmessers f&#252;r vern&#252;nftiges Laufen bin. Ich werde also vorsichtig traben und nicht Gesamtsiegerin werden wie sonst. Zun&#228;chst aber muss auf Vorrat Kuchen gekauft werden, wer wei&#223;, wie lange der sp&#228;ter reicht. Wir laufen uns ein wenig ein und reden uns das Wetter sch&#246;n. Es k&#246;nnte w&#228;rmer sein (entsetzlich!) oder k&#228;lter (nicht auszudenken!). Gut, dass alles ist wie es ist.  Zum 10 Kilometer-Lauf treten heute eine Menge L&#228;ufer an, einige tun hier so, als w&#228;ren sie noch vern&#252;nftiger als ich. Papperlapapp.</p>
<p>Nach dem Startschuss des Halben geht es ein wenig durch den Ort. Als Streckenlegasthenikerin wei&#223; ich aber leider danach nicht mehr genau, was der Kurs wann genau bietet. Ein Teil der Strecke muss zwei Mal durchlaufen werden, das wei&#223; ich noch. Darunter ein sensationelles St&#252;ck durch Kornfelder mit einem gro&#223;artigen Blick auf die Frankfurter Skyline. Tats&#228;chlich gibt es fast keine Waldpassagen, wenn die Sonne hier brennt, dann wird es erbarmungslos. Wie durch Zauberhand schieben sich jedoch nach dem Start ein paar Wolken vor die Sonne – die schlimmste Glut bleibt uns erspart.</p>
<p>Als Preistr&#228;gerin des goldenen Pappbechers f&#252;r sinnvolle Trinkpausen nehme ich an jeder der Trinkstationen einen Becher Wasser zu mir – es sind mindestens f&#252;nf. Es scheint, als h&#228;tte man hier vorausschauend noch mehr Verpflegungsstellen eingerichtet als sonst. Au&#223;erdem gibt es nasse Schw&#228;mme, die ich sehr liebe. Ich laufe die ganze Strecke mit einem gelben durchl&#246;cherten Kumpel, der immer wieder zart &#252;ber mein Gesicht wischt oder mir den Nacken betupft. Ab und zu ist es ihm selbst zu hei&#223;, dann springt er kurz in eine der bunten W&#228;schewannen, um mich danach erfrischt weiter zu begleiten. Der Hessische Leichtathletik Verband hat empfohlen, Volksl&#228;ufe im Zweifelsfall ausfallen zu lassen, sollten die Temperaturen allzu sehr in die H&#246;he schie&#223;en. In Stierstadt begegnet man dem Wetter nicht nur mit zus&#228;tzlichen Wasserstationen, auch ist der Zielschluss praktisch unbegrenzt. Niemand soll hetzen m&#252;ssen. Der Sprecher im Stadion hat alle ermahnt, die Bestzeitenjagd zu verschieben und langsamer zu laufen. Da es, wie gesagt, beinahe schneit, finde ich diese Vorsichtsma&#223;nahmen ausreichend. Die Steigungen nehme ich mit gro&#223;em Respekt und tue so, als w&#228;re dies ein einfacher Trainingslauf am Sonntag morgen. Nach 10 Kilometern zeigt meine Uhr beinahe 1:02. Das ist langsam, aber so muss es sein. Das Feld zieht sich weit auseinander, manchmal habe ich sogar das Gef&#252;hl, zu den letzten zu geh&#246;ren. Als Preistr&#228;gerin des goldenen Besenwagens f&#252;rs Laufen im letzten Drittel macht mir das nichts weiter aus. Nach einer Weile regnet es ein paar nutzlose, verwirrte Tropfen, die vermutlich aus einer offenen Wolkent&#252;r gefallen sind. „Kinder, ich hab euch doch gesagt, wir regnen entweder alle oder keiner!“ Nach der himmlischen Standpauke regnet sofort keiner mehr und es bleibt weiter trocken. Mein Laufhemd ist trotz bester Funktionsqualit&#228;t klitschnass und kalt und das finde ich nicht so doll, wie warm es auch immer sein mag. Aber irgendwann kommt eben selbst das coolste Hemd ins Schwitzen. Der zweite gro&#223;e Anstieg strengt noch einmal sehr an. Nicht, dass es weh t&#228;te, oder der Atem rasselte. Es ist mehr wie das Laufen in eine gro&#223;e Wattewand, in der man stecken zu bleiben droht. Eine L&#228;uferin, mit der ich ein kleines Duell lief, &#252;berholt mich schlie&#223;lich und ich habe ihr nichts entgegen zu setzen. Einige L&#228;ufer, die ich noch &#252;berholen kann, sind stehend k.o. Sie kommen kaum noch vorw&#228;rts. Am Ende, zum Sportplatz hin, muss noch eine steile Rampe genommen werden. Ich schiebe die Wattewand Zentimeter um Zentimeter. Mit bleiernen Gliedern komme ich nach 2:09 Minuten ins Ziel. Bestimmt der langsamste Halbmarathon seit 10 Jahren. Obwohl ich m&#252;de bin, merke ich den Unterschied: der Kreislauf ist v&#246;llig im Lot, es gibt keine G&#228;nsehaut, kein Kopfkribbeln, wie ich es schon bei starker Anstrengung in hohen Temperaturen erlebt habe. Das Herz ist schnell wieder ganz ruhig und die Beine gehorchen. Ich f&#252;hle mich gut. Ich war vorsichtig und bin belohnt worden. Das macht froh. Mein Trainingspartner war deutlich z&#252;giger und wringt sich noch immer aus, w&#228;hrend ich als Preistr&#228;gerin des goldenen Handtuchs f&#252;r schnelle Trocknung praktisch wie aus dem Ei gepellt bin. (M&#246;glicherweise allerdings aus einem Osterei mit klebriger F&#252;llung).</p>
<p>Der gebunkerte Streuselkuchen h&#228;lt dem Vergleich mit dem Kuchenangebot aus Bonames nicht Stand (aber welcher Kuchen tut das schon?).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2493" title="Stierstadt 2010 Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Kuchen.jpg" alt="Stierstadt 2010 Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Die Erholung tut wohl und die Siegerehrung macht viel Spa&#223;. Die Gewinner erhalten nicht nur eine Medaille oder einen Pokal und eine Urkunde, sondern eine riesige T&#252;te mit L&#228;ufergeschenken.</p>
<div id="attachment_2496" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Siegerehrung.jpg"><img class="size-full wp-image-2496 " title="Stierstadt 2010 Siegerehrung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Siegerehrung.jpg" alt="Stierstadt 2010 Siegerehrung" width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Das ist &#252;brigens nur die kleine Version der T&#252;ten.</p></div>
<div id="attachment_2494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Sieger.jpg"><img class="size-full wp-image-2494 " title="Stierstadt 2010 Sieger" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Sieger.jpg" alt="So sehen Sieger aus." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">So sehen Sieger aus.</p></div>
<p>Die riesige T&#252;te ist nat&#252;rlich nicht voll, aber es sieht fantastisch aus, wie die K&#246;pfe und Arme der L&#228;ufer in einem 1-Zimmer-Appartement mit Henkel verschwinden, um danach mit einer winzigen Gummib&#228;ren-T&#252;te wieder aufzutauchen. F&#252;r die Altersklassenersten gibt es sogar Taschenrechner. Und was braucht man heutzutage dringender? Da auch mein Trainingspartner eine T&#252;te bekommt, werde ich Zeuge einer der sch&#246;nsten L&#228;ufergeschenk-Kombinationen &#252;berhaupt: zwei T&#252;tchen Gummib&#228;rchen (klein), ein Schwei&#223;band (Aufdruck Siemens VDO), ein Werbekugelschreiber eines Herstellers f&#252;r Bankensoftware, ein Glas ungarischer Akazienhonig und eine Dose gemahlener Pfeffer (mit Preisschild 1,89 Euro).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-Siegert&#252;te.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2495" title="Stierstadt Siegert&#252;te" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-Siegert&#252;te.jpg" alt="Stierstadt Siegert&#252;te" width="512" height="384" /></a></p>
<p>W&#228;hrend der Siegerehrung trifft mit weitem Abstand nach 3:06 Minuten der letzte L&#228;ufer ein. Er wird mit trommelndem Applaus und einem Spalier gefeiert. Es scheint, als ginge der goldene Herzfrequenzmesser f&#252;r vern&#252;nftiges Laufen in diesem Jahr an ihn.</p>
<div id="attachment_2498" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Letzter1.jpg"><img class="size-full wp-image-2498 " title="Stierstadt 2010 Letzter" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Letzter1.jpg" alt="So auch." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">So auch.</p></div>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdead; border-left-color: #ffdead; border-right-color: #ffdead; border-bottom-color: #ffdead; background-color: #f5f5f5; ">Mehr zu Lauf und Veranstalter gibts <a href="http://www.tvstierstadt.de/" target="_blank">hier</a>.</div>
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		<title>Kirschen, kariert.</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 15:54:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ockst&#228;dter Kirschen sind eine Delikatesse. Besonders in Stierstadt. Zumindest l&#228;sst sich das vermuten, wenn man die zahlreichen Schilder zum Kirschverkauf in und um Stierstadt betrachtet. Die Kirschen sind anscheinend tats&#228;chlich reif geworden, obwohl schon seit Tagen wieder etwas herrscht, dass man nur im allerweitesten Sinne als „Wetter“ bezeichnen kann. Der Himmel zeigt sich in einer Farbe, die sich sonst nur ergibt, wenn man ein schwarzes T-Shirt versehentlich mit der wei&#223;en W&#228;sche gewaschen hat. (...)]]></description>
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<h2>Der 10km Lauf in Oberursel-Stierstadt (2009).</h2>
<p>Ockst&#228;dter Kirschen sind eine Delikatesse. Besonders in Stierstadt. Zumindest l&#228;sst sich das vermuten, wenn man die zahlreichen Schilder zum Kirschverkauf in und um Stierstadt betrachtet. Die Kirschen sind anscheinend tats&#228;chlich reif geworden, obwohl schon seit Tagen wieder etwas herrscht, dass man nur im allerweitesten Sinne als „Wetter“ bezeichnen kann. Der Himmel zeigt sich in einer Farbe, die sich sonst nur ergibt, wenn man ein schwarzes T-Shirt versehentlich mit der wei&#223;en W&#228;sche gewaschen hat.</p>
<p>Trotzdem: wir fahren nach Stierstadt. Denn dort l&#228;uft man heute 10km oder einen Halbmarathon, je nach Gusto. Mein Gusto steht mir nach der k&#252;rzeren Strecke. Ich bin noch immer nicht das gef&#228;hrliche Ausdauermonster, das ich einmal war. Der Ort gl&#228;nzt mit einer ungewohnt gro&#223;z&#252;gigen Umkleidesituation – etliche Umkleider&#228;ume eines langgezogenen Schulturnbereichs stehen zur Verf&#252;gung.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-876 aligncenter" title="Stierstadt-Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Anmeldung.jpg" alt="Stierstadt-Anmeldung" width="398" height="299" /></p>
<p>Ich bin schnell in meiner Montur und riskiere danach einen Blick in die Schulturnhallen. Auf dem Boden liegen die blauen Matten mit den Eckverst&#228;rkungen aus braunem Leder. Ich muss sie nur sehen, um ihre Struktur zu f&#252;hlen, mich an ihren muffigen Geruch zu erinnern. Hier stehen sie, die Folterinstrumente meiner Kindheit und Jugend: eine Sprossenwand, ein Barren, ein Pferd, niedrige K&#228;sten f&#252;r das Zirkeltraining und hohe, &#252;ber die man von einem Sprungbrett aus springen musste und an denen ich abgerutscht bin. Das Pferd hier hatte offensichtlich mal einen Wasserschaden und die dicke Matte ist unsch&#246;n aufgeplatzt. M&#246;ge das ganze klapprige Zeug verrotten und der Angstschwei&#223; von unz&#228;hligen Sch&#252;lern mit ihm.</p>
<p>Nach meiner kleinen Reise in die Vergangenheit muss ich dringend an die frische Luft. Dort treffe ich auf ein charmantes St&#252;ck „Retro“: die „Anlage“ sieht aus, als h&#228;tte man drei Megafone aneinandergeschraubt, und einen Telefunken-Verst&#228;rker drangenagelt. Damit wird der beschauliche Sportplatz beschallt. Bonnie Tyler, sonst gern geh&#246;rter Gast bei Volksl&#228;ufen, weilt heute im Wochenende und so h&#246;ren wir die Gipsy Kings. Man kann die Sonne auch herbeisingen lassen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-877 aligncenter" title="Stierstadt-Anlage" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Anlage.jpg" alt="Stierstadt-Anlage" width="462" height="346" /></p>
<p>Wir schlurpsen uns ein bisschen ein und be&#228;ugen aus dem Augenwinkel den Mann mit der Rennprothese. Er wirkt nicht gerade behindert. Aber so cool ich den Hightech-Bogen auch finde – ich bin doch froh um meine zwei Wei&#223;w&#252;rste in Socken. Und das, obwohl ich jetzt zum wiederholten Mal meine Schuhe aufschn&#252;re, um nach dem Steinchen zu suchen, dass mit mir Verstecken spielt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-878 aligncenter" title="Stierstadt-Ziel" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Ziel.jpg" alt="Stierstadt-Ziel" width="460" height="345" /></p>
<p>Die 10er starten zuerst und so begebe ich mich nach halbherzigem Show-Dehnen allein zum Start. Erst geht es eine Runde („Bamboleo“) durch das Stadion und dann ab in den Ort. Auf dem ersten Kilometer treffe ich eine Bekannte aus dem Runnersworld-Forum und wir plaudern, wie es Volksl&#228;ufer zu tun pflegen: jeder sagt abwechselnd ein bis zwei Worte. (Es gibt freilich auch die andere Sorte, die unterwegs nicht nur ihre Lebensgeschichte abspulen, sondern auch die ihres Hundes, ihres Chefs, ihres Knies und die ihres rottigen Zehennagels – aber zu denen z&#228;hle ich uns eher nicht). Dann konzentriere ich mich wieder aufs Laufen, denn es geht bergauf. Es geht &#246;fter mal bergauf in Stierstadt, aber verglichen mit dem Halbmarathon ist der 10er harmlos. Mir geht es ausgesprochen gut. Schlechte Momente, Schmerzen, mentale Tiefs sind zwar die W&#252;rze eines jeden Laufberichts, aber heute kann ich damit gar nicht dienen. (Ich schreibe jetzt nicht: leider. Das ginge dann doch zu weit.)</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Lieber sp&#228;ter lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-09.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Alles ist v&#246;llig unspektakul&#228;r. Ich laufe durch die Felder, sehe andere L&#228;ufer gegen&#252;ber entgegenkommen und bin v&#246;llig eins mit mir. Vor mir l&#228;uft ein junger Mann mit karierter modi- scher Hose und ich denke: lauf Du nur. Ich hab Dich gleich. Derart &#252;berhebliche Gedanken habe ich mir bei Halbmarathons angew&#246;hnt, bei denen sehr junge M&#228;nner oft durch einen Endspurt zwischen Kilometer drei und sieben auffallen. Dass man den Endspurt besser ans Ende verschiebt, ist eine Erkenntnis, zu der eine gewisse Reife von N&#246;ten ist. Diese &#252;bermotivierte Fraktion kann man bei 21 Kilometern immer einsammeln. Bei 10 km sollte man sich mit derartigen Prognosen besser zur&#252;ckhalten. Mach ich aber nicht. Keine Lust heute. Seit wann sind karierte Hosen eine Gefahr f&#252;r mich. Den h&#228;ng ich ab. Basta.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-888" title="Bild-13" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Bild-131.png" alt="Bild-13" width="26" height="30" />Immer wieder kommen wir an Kirschb&#228;umen vorbei oder besser: wir eiern &#252;ber das Obst, das am Boden liegt. Na gut, ehemaliges Obst. Nicht, dass eine Kirsche ein nennenswertes Hindernis darstellt, aber die &#252;brigbleibenden Kerne k&#246;nnen in ihrer F&#252;lle beinahe ger&#246;llartige Ausma&#223;e annehmen. Dabei ist eine entscheidende Frage ungekl&#228;rt: sind das jetzt Ockst&#228;dter Kirschen? Oder Stierst&#228;dter Ockst&#228;dter Kirschen? Oder ganz ohne Ock?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-891" title="Bild14" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Bild141.png" alt="Bild14" width="31" height="35" />Wo auch immer diese Kirschen ihre Wurzeln haben – sie vertragen sich nicht mit japanischen Schuhen. Mehrfach bleibt ein Kern in meinem Profil stecken und macht so meine Schrittger&#228;usche zu einem seltsamen Geklicker. Ich fummle die Dinger wieder aus den Sohlen und die karierte Hose gewinnt Raum.</p>
<p>In der zweiten H&#228;lfte beginnt es zu regnen. Es ist die Sorte Regen, bei dem au&#223;er den Brillengl&#228;sern nichts nass wird: fein und leicht. Nat&#252;rlich trage ich eine Sonnenbrille. Man wird sich doch vom Wetter nicht vorschreiben lassen, ob es Sommer ist. Bamboleo! Jetzt ziehen drei Herren an mir vorbei – die Halbmarathon-Spitze hat mich eingeholt. Ich seufze ein bisschen, aber mehr aus theatralischen Gr&#252;nden. In Wirklichkeit bin ich mit meinem Tempo und Zustand vollkommen zufrieden. Und sogar mit dem Wetter, denn die Felder in Stierstadt machen einen in herk&#246;mmlichen Sommern schnell zu einem laufenden Grillh&#252;hnchen.</p>
<p>Die letzten Kilometer geht es bergan. Ich liebe bergan, vor allem, wenn ich erst sieben Kilometer gelaufen bin und nur noch drei muss. Zu oft hatte ich schon z&#228;he Steigungen in einem Halbmarathon bei Kilometer 12 oder 13. Das ist eine ganz andere H&#228;rte. Aber jetzt? Pah! Die Mission „karierte Hose“ hat begonnen. Ich z&#252;nde einen Turbo. An dieser Stelle m&#246;chte ich ein Geheimnis verraten, das vielen L&#228;ufern nicht bekannt ist. Der Turbo hat n&#228;mlich einen Power-Knopf. Auf den muss man dr&#252;cken, wenn man Reserven mobilisieren will. Er sitzt – und das wird viele &#252;berraschen – in der rechten Hinterbacke. Ganz tief im Gluteus Maximus. Wenn man den Power-Knopf anschalten will, muss man ganz fest daran denken, bei jedem Schritt, den man macht. Dann merkt man deutlich, wie von der rechten Hinterbacke ein enormer Schub ausgeht. Am Berg funktioniert der Gluteus-Turbo ganz besonders. Ich kann es nur empfehlen! Ich dr&#252;cke also auf Power und der Anstieg geh&#246;rt mir. Adieu Hosenj&#252;ngling, ich w&#252;rde gerne noch bleiben, aber ich muss gehen. Man wei&#223; ja nie, wie lange der Kuchen reicht.</p>
<p>Die letzten Anstiege sind dann nur noch Bamboleo. Kein Thema. Dumdideldum. Nur das Stadion hat sich in der letzten Stunde (vermutlich wetterbedingt) ausgedehnt und die Laufbahn bis zum Ziel ist jetzt 200 Meter l&#228;nger. Mindestens. Aber das stecke ich weg. Ziel, Verpflegungsstand, Prost, Ah!</p>
<p>Ich lege mich trocken und warte anschlie&#223;end mit den netten Menschen aus dem Forum auf die ersten Halbmarathonis und meinen Laufpartner.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-883" title="Stierstadt-Sieger" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Sieger.jpg" alt="Stierstadt-Sieger" width="150" height="206" /> <img class="alignnone size-full wp-image-884" title="Stierstadt-zweiter" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-zweiter-140x206-custom.jpg" alt="Stierstadt-zweiter" width="140" height="206" /> <img class="alignnone size-full wp-image-885" title="Stierstadt-Dritter" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Dritter.jpg" alt="Stierstadt-Dritter" width="150" height="207" /></p>
<h6>So sehen Sieger(innen) aus: die ersten des HM Rainer Hett, Bj&#246;rn Grunwald, Michael Grupp und Gabi Hoffmeister.</h6>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-886 aligncenter" title="Stierstadt-HM-Siegerin" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-HM-Siegerin.jpg" alt="Stierstadt-HM-Siegerin" width="209" height="283" /></p>
<p>Zur Belohnung esse ich anschlie&#223;end einen Streuselkuchen mit Kirschen. Herkunft unbekannt.</p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter gibts unter: <a href="http://www.tvstierstadt.de/">www.tvstierstadt.de</a></div>
<h4>Stierstadt?</h4>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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