<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Stierstadt</title>
	<atom:link href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/category/laufberichte/o-z/stierstadt/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de</link>
	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
	<lastBuildDate>Sun, 08 Jan 2012 19:05:34 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8.4</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" />
		<item>
		<title>Mit dem Kopf durch die Watte.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-stierstadt-2010/</link>
		<comments>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-stierstadt-2010/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Jul 2010 20:13:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[O - Z]]></category>
		<category><![CDATA[Stierstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Stierstadt10]]></category>
		<category><![CDATA[Halbmarathon]]></category>
		<category><![CDATA[Hitze]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/?p=2491</guid>
		<description><![CDATA[Heute wird Volksgelaufen! ich lasse mir doch von einem dahergelaufenen Klimawandel nicht vorschreiben, wann ich zu laufen habe! Außerdem liegt der Veranstaltungsort Stierstadt im Taunus und im Taunus schneit es. Das sagen zumindest alle, die dort wohnen, die meiste Zeit des Jahres: „Also, bei uns lag heute morgen Schnee!“ Dann kann das bisschen Hitzewelle dort ja wohl nicht so schlimm sein. Als wir ankommen, sind es lächerliche 26 Grad, gemessen an den 378 Grad in meiner Wohnung in der Stadt ist das nichts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- google_ad_section_start -->
<h4>Der Halbmarathon in Stierstadt (2010)</h4>
<p>Heute wird Volksgelaufen! ich lasse mir doch von einem dahergelaufenen Klimawandel nicht vorschreiben, wann ich zu laufen habe! Außerdem liegt der Veranstaltungsort Stierstadt im Taunus und im Taunus schneit es. Das sagen zumindest alle, die dort wohnen, die meiste Zeit des Jahres: „Also, bei uns lag heute morgen Schnee!“ Dann kann das bisschen Hitzewelle dort ja wohl nicht so schlimm sein. Als wir ankommen, sind es lächerliche 26 Grad, gemessen an den 378 Grad in meiner Wohnung in der Stadt ist das nichts. „Die Höhendifferenz ist gering“ schreibt der TV Stierstadt auf seiner Homepage und da sieht man mal wieder, wie relativ alles ist. In Wahrheit geht es ab Kilometer 7 stramm bergauf bis Kilometer 12, dann wieder runter und zwischen Kilometer 17 und 20 gibt es noch einmal eine deutliche Steigung.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Bild-3.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-2492" title="Bild 3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Bild-3.png" alt="Bild 3" width="421" height="376" /></a></p>
<p>Auf solche Kleinigkeiten kann ich aber heute keine Rücksicht nehmen. Ich muss endlich einmal wieder Halbmarathon-Kilometer unter die Füße nehmen. Der letzte war im April, danach folgte wochenlange Krankheit und eine 6-wöchige Laufpause. Was würde sich da besser eignen, als eine anspruchsvolle, weitgehend schattenlose Strecke bei 26 Grad plus? Allen Stirnrunzlern sei an dieser Stelle gesagt, dass ich Preisträgerin des goldenen Herzfrequenzmessers für vernünftiges Laufen bin. Ich werde also vorsichtig traben und nicht Gesamtsiegerin werden wie sonst. Zunächst aber muss auf Vorrat Kuchen gekauft werden, wer weiß, wie lange der später reicht. Wir laufen uns ein wenig ein und reden uns das Wetter schön. Es könnte wärmer sein (entsetzlich!) oder kälter (nicht auszudenken!). Gut, dass alles ist wie es ist.  Zum 10 Kilometer-Lauf treten heute eine Menge Läufer an, einige tun hier so, als wären sie noch vernünftiger als ich. Papperlapapp.</p>
<p>Nach dem Startschuss des Halben geht es ein wenig durch den Ort. Als Streckenlegasthenikerin weiß ich aber leider danach nicht mehr genau, was der Kurs wann genau bietet. Ein Teil der Strecke muss zwei Mal durchlaufen werden, das weiß ich noch. Darunter ein sensationelles Stück durch Kornfelder mit einem großartigen Blick auf die Frankfurter Skyline. Tatsächlich gibt es fast keine Waldpassagen, wenn die Sonne hier brennt, dann wird es erbarmungslos. Wie durch Zauberhand schieben sich jedoch nach dem Start ein paar Wolken vor die Sonne – die schlimmste Glut bleibt uns erspart.</p>
<p>Als Preisträgerin des goldenen Pappbechers für sinnvolle Trinkpausen nehme ich an jeder der Trinkstationen einen Becher Wasser zu mir – es sind mindestens fünf. Es scheint, als hätte man hier vorausschauend noch mehr Verpflegungsstellen eingerichtet als sonst. Außerdem gibt es nasse Schwämme, die ich sehr liebe. Ich laufe die ganze Strecke mit einem gelben durchlöcherten Kumpel, der immer wieder zart über mein Gesicht wischt oder mir den Nacken betupft. Ab und zu ist es ihm selbst zu heiß, dann springt er kurz in eine der bunten Wäschewannen, um mich danach erfrischt weiter zu begleiten. Der Hessische Leichtathletik Verband hat empfohlen, Volksläufe im Zweifelsfall ausfallen zu lassen, sollten die Temperaturen allzu sehr in die Höhe schießen. In Stierstadt begegnet man dem Wetter nicht nur mit zusätzlichen Wasserstationen, auch ist der Zielschluss praktisch unbegrenzt. Niemand soll hetzen müssen. Der Sprecher im Stadion hat alle ermahnt, die Bestzeitenjagd zu verschieben und langsamer zu laufen. Da es, wie gesagt, beinahe schneit, finde ich diese Vorsichtsmaßnahmen ausreichend. Die Steigungen nehme ich mit großem Respekt und tue so, als wäre dies ein einfacher Trainingslauf am Sonntag morgen. Nach 10 Kilometern zeigt meine Uhr beinahe 1:02. Das ist langsam, aber so muss es sein. Das Feld zieht sich weit auseinander, manchmal habe ich sogar das Gefühl, zu den letzten zu gehören. Als Preisträgerin des goldenen Besenwagens fürs Laufen im letzten Drittel macht mir das nichts weiter aus. Nach einer Weile regnet es ein paar nutzlose, verwirrte Tropfen, die vermutlich aus einer offenen Wolkentür gefallen sind. „Kinder, ich hab euch doch gesagt, wir regnen entweder alle oder keiner!“ Nach der himmlischen Standpauke regnet sofort keiner mehr und es bleibt weiter trocken. Mein Laufhemd ist trotz bester Funktionsqualität klitschnass und kalt und das finde ich nicht so doll, wie warm es auch immer sein mag. Aber irgendwann kommt eben selbst das coolste Hemd ins Schwitzen. Der zweite große Anstieg strengt noch einmal sehr an. Nicht, dass es weh täte, oder der Atem rasselte. Es ist mehr wie das Laufen in eine große Wattewand, in der man stecken zu bleiben droht. Eine Läuferin, mit der ich ein kleines Duell lief, überholt mich schließlich und ich habe ihr nichts entgegen zu setzen. Einige Läufer, die ich noch überholen kann, sind stehend k.o. Sie kommen kaum noch vorwärts. Am Ende, zum Sportplatz hin, muss noch eine steile Rampe genommen werden. Ich schiebe die Wattewand Zentimeter um Zentimeter. Mit bleiernen Gliedern komme ich nach 2:09 Minuten ins Ziel. Bestimmt der langsamste Halbmarathon seit 10 Jahren. Obwohl ich müde bin, merke ich den Unterschied: der Kreislauf ist völlig im Lot, es gibt keine Gänsehaut, kein Kopfkribbeln, wie ich es schon bei starker Anstrengung in hohen Temperaturen erlebt habe. Das Herz ist schnell wieder ganz ruhig und die Beine gehorchen. Ich fühle mich gut. Ich war vorsichtig und bin belohnt worden. Das macht froh. Mein Trainingspartner war deutlich zügiger und wringt sich noch immer aus, während ich als Preisträgerin des goldenen Handtuchs für schnelle Trocknung praktisch wie aus dem Ei gepellt bin. (Möglicherweise allerdings aus einem Osterei mit klebriger Füllung).</p>
<p>Der gebunkerte Streuselkuchen hält dem Vergleich mit dem Kuchenangebot aus Bonames nicht Stand (aber welcher Kuchen tut das schon?).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Kuchen.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2493" title="Stierstadt 2010 Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Kuchen.jpg" alt="Stierstadt 2010 Kuchen" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Die Erholung tut wohl und die Siegerehrung macht viel Spaß. Die Gewinner erhalten nicht nur eine Medaille oder einen Pokal und eine Urkunde, sondern eine riesige Tüte mit Läufergeschenken.</p>
<div id="attachment_2496" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Siegerehrung.jpg"><img class="size-full wp-image-2496 " title="Stierstadt 2010 Siegerehrung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Siegerehrung.jpg" alt="Stierstadt 2010 Siegerehrung" width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">Das ist übrigens nur die kleine Version der Tüten.</p></div>
<div id="attachment_2494" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Sieger.jpg"><img class="size-full wp-image-2494 " title="Stierstadt 2010 Sieger" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Sieger.jpg" alt="So sehen Sieger aus." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">So sehen Sieger aus.</p></div>
<p>Die riesige Tüte ist natürlich nicht voll, aber es sieht fantastisch aus, wie die Köpfe und Arme der Läufer in einem 1-Zimmer-Appartement mit Henkel verschwinden, um danach mit einer winzigen Gummibären-Tüte wieder aufzutauchen. Für die Altersklassenersten gibt es sogar Taschenrechner. Und was braucht man heutzutage dringender? Da auch mein Trainingspartner eine Tüte bekommt, werde ich Zeuge einer der schönsten Läufergeschenk-Kombinationen überhaupt: zwei Tütchen Gummibärchen (klein), ein Schweißband (Aufdruck Siemens VDO), ein Werbekugelschreiber eines Herstellers für Bankensoftware, ein Glas ungarischer Akazienhonig und eine Dose gemahlener Pfeffer (mit Preisschild 1,89 Euro).</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-Siegertüte.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2495" title="Stierstadt Siegertüte" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-Siegertüte.jpg" alt="Stierstadt Siegertüte" width="512" height="384" /></a></p>
<p>Während der Siegerehrung trifft mit weitem Abstand nach 3:06 Minuten der letzte Läufer ein. Er wird mit trommelndem Applaus und einem Spalier gefeiert. Es scheint, als ginge der goldene Herzfrequenzmesser für vernünftiges Laufen in diesem Jahr an ihn.</p>
<div id="attachment_2498" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Letzter1.jpg"><img class="size-full wp-image-2498 " title="Stierstadt 2010 Letzter" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/07/Stierstadt-2010-Letzter1.jpg" alt="So auch." width="512" height="384" /></a><p class="wp-caption-text">So auch.</p></div>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdead; border-left-color: #ffdead; border-right-color: #ffdead; border-bottom-color: #ffdead; background-color: #f5f5f5; ">Mehr zu Lauf und Veranstalter gibts <a href="http://www.tvstierstadt.de/" target="_blank">hier</a>.</div>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=&amp;address=Oberursel-Stierstadt&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=14&amp;hl=de&amp;t=1278966522" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/">http://www.map-generator.net</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

<!-- google_ad_section_end -->
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-stierstadt-2010/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>11</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kirschen, kariert.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-stierstadt-09/</link>
		<comments>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-stierstadt-09/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Jul 2009 15:54:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[O - Z]]></category>
		<category><![CDATA[Stierstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Stierstadt09]]></category>
		<category><![CDATA[10km]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/?p=875</guid>
		<description><![CDATA[Ockstädter Kirschen sind eine Delikatesse. Besonders in Stierstadt. Zumindest lässt sich das vermuten, wenn man die zahlreichen Schilder zum Kirschverkauf in und um Stierstadt betrachtet. Die Kirschen sind anscheinend tatsächlich reif geworden, obwohl schon seit Tagen wieder etwas herrscht, dass man nur im allerweitesten Sinne als „Wetter“ bezeichnen kann. Der Himmel zeigt sich in einer Farbe, die sich sonst nur ergibt, wenn man ein schwarzes T-Shirt versehentlich mit der weißen Wäsche gewaschen hat. (...)]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
<!-- google_ad_section_start -->
<h2>Der 10km Lauf in Oberursel-Stierstadt (2009).</h2>
<p>Ockstädter Kirschen sind eine Delikatesse. Besonders in Stierstadt. Zumindest lässt sich das vermuten, wenn man die zahlreichen Schilder zum Kirschverkauf in und um Stierstadt betrachtet. Die Kirschen sind anscheinend tatsächlich reif geworden, obwohl schon seit Tagen wieder etwas herrscht, dass man nur im allerweitesten Sinne als „Wetter“ bezeichnen kann. Der Himmel zeigt sich in einer Farbe, die sich sonst nur ergibt, wenn man ein schwarzes T-Shirt versehentlich mit der weißen Wäsche gewaschen hat.</p>
<p>Trotzdem: wir fahren nach Stierstadt. Denn dort läuft man heute 10km oder einen Halbmarathon, je nach Gusto. Mein Gusto steht mir nach der kürzeren Strecke. Ich bin noch immer nicht das gefährliche Ausdauermonster, das ich einmal war. Der Ort glänzt mit einer ungewohnt großzügigen Umkleidesituation – etliche Umkleideräume eines langgezogenen Schulturnbereichs stehen zur Verfügung.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-876 aligncenter" title="Stierstadt-Anmeldung" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Anmeldung.jpg" alt="Stierstadt-Anmeldung" width="398" height="299" /></p>
<p>Ich bin schnell in meiner Montur und riskiere danach einen Blick in die Schulturnhallen. Auf dem Boden liegen die blauen Matten mit den Eckverstärkungen aus braunem Leder. Ich muss sie nur sehen, um ihre Struktur zu fühlen, mich an ihren muffigen Geruch zu erinnern. Hier stehen sie, die Folterinstrumente meiner Kindheit und Jugend: eine Sprossenwand, ein Barren, ein Pferd, niedrige Kästen für das Zirkeltraining und hohe, über die man von einem Sprungbrett aus springen musste und an denen ich abgerutscht bin. Das Pferd hier hatte offensichtlich mal einen Wasserschaden und die dicke Matte ist unschön aufgeplatzt. Möge das ganze klapprige Zeug verrotten und der Angstschweiß von unzähligen Schülern mit ihm.</p>
<p>Nach meiner kleinen Reise in die Vergangenheit muss ich dringend an die frische Luft. Dort treffe ich auf ein charmantes Stück „Retro“: die „Anlage“ sieht aus, als hätte man drei Megafone aneinandergeschraubt, und einen Telefunken-Verstärker drangenagelt. Damit wird der beschauliche Sportplatz beschallt. Bonnie Tyler, sonst gern gehörter Gast bei Volksläufen, weilt heute im Wochenende und so hören wir die Gipsy Kings. Man kann die Sonne auch herbeisingen lassen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-877 aligncenter" title="Stierstadt-Anlage" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Anlage.jpg" alt="Stierstadt-Anlage" width="462" height="346" /></p>
<p>Wir schlurpsen uns ein bisschen ein und beäugen aus dem Augenwinkel den Mann mit der Rennprothese. Er wirkt nicht gerade behindert. Aber so cool ich den Hightech-Bogen auch finde – ich bin doch froh um meine zwei Weißwürste in Socken. Und das, obwohl ich jetzt zum wiederholten Mal meine Schuhe aufschnüre, um nach dem Steinchen zu suchen, dass mit mir Verstecken spielt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-878 aligncenter" title="Stierstadt-Ziel" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Ziel.jpg" alt="Stierstadt-Ziel" width="460" height="345" /></p>
<p>Die 10er starten zuerst und so begebe ich mich nach halbherzigem Show-Dehnen allein zum Start. Erst geht es eine Runde („Bamboleo“) durch das Stadion und dann ab in den Ort. Auf dem ersten Kilometer treffe ich eine Bekannte aus dem Runnersworld-Forum und wir plaudern, wie es Volksläufer zu tun pflegen: jeder sagt abwechselnd ein bis zwei Worte. (Es gibt freilich auch die andere Sorte, die unterwegs nicht nur ihre Lebensgeschichte abspulen, sondern auch die ihres Hundes, ihres Chefs, ihres Knies und die ihres rottigen Zehennagels – aber zu denen zähle ich uns eher nicht). Dann konzentriere ich mich wieder aufs Laufen, denn es geht bergauf. Es geht öfter mal bergauf in Stierstadt, aber verglichen mit dem Halbmarathon ist der 10er harmlos. Mir geht es ausgesprochen gut. Schlechte Momente, Schmerzen, mentale Tiefs sind zwar die Würze eines jeden Laufberichts, aber heute kann ich damit gar nicht dienen. (Ich schreibe jetzt nicht: leider. Das ginge dann doch zu weit.)</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Lieber später lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-09.pdf" target="_blank"><em>Druckversion</em></a><em> als PDF.</em></div></div>
<p>Alles ist völlig unspektakulär. Ich laufe durch die Felder, sehe andere Läufer gegenüber entgegenkommen und bin völlig eins mit mir. Vor mir läuft ein junger Mann mit karierter modi- scher Hose und ich denke: lauf Du nur. Ich hab Dich gleich. Derart überhebliche Gedanken habe ich mir bei Halbmarathons angewöhnt, bei denen sehr junge Männer oft durch einen Endspurt zwischen Kilometer drei und sieben auffallen. Dass man den Endspurt besser ans Ende verschiebt, ist eine Erkenntnis, zu der eine gewisse Reife von Nöten ist. Diese übermotivierte Fraktion kann man bei 21 Kilometern immer einsammeln. Bei 10 km sollte man sich mit derartigen Prognosen besser zurückhalten. Mach ich aber nicht. Keine Lust heute. Seit wann sind karierte Hosen eine Gefahr für mich. Den häng ich ab. Basta.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-888" title="Bild-13" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Bild-131.png" alt="Bild-13" width="26" height="30" />Immer wieder kommen wir an Kirschbäumen vorbei oder besser: wir eiern über das Obst, das am Boden liegt. Na gut, ehemaliges Obst. Nicht, dass eine Kirsche ein nennenswertes Hindernis darstellt, aber die übrigbleibenden Kerne können in ihrer Fülle beinahe geröllartige Ausmaße annehmen. Dabei ist eine entscheidende Frage ungeklärt: sind das jetzt Ockstädter Kirschen? Oder Stierstädter Ockstädter Kirschen? Oder ganz ohne Ock?</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-891" title="Bild14" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Bild141.png" alt="Bild14" width="31" height="35" />Wo auch immer diese Kirschen ihre Wurzeln haben – sie vertragen sich nicht mit japanischen Schuhen. Mehrfach bleibt ein Kern in meinem Profil stecken und macht so meine Schrittgeräusche zu einem seltsamen Geklicker. Ich fummle die Dinger wieder aus den Sohlen und die karierte Hose gewinnt Raum.</p>
<p>In der zweiten Hälfte beginnt es zu regnen. Es ist die Sorte Regen, bei dem außer den Brillengläsern nichts nass wird: fein und leicht. Natürlich trage ich eine Sonnenbrille. Man wird sich doch vom Wetter nicht vorschreiben lassen, ob es Sommer ist. Bamboleo! Jetzt ziehen drei Herren an mir vorbei – die Halbmarathon-Spitze hat mich eingeholt. Ich seufze ein bisschen, aber mehr aus theatralischen Gründen. In Wirklichkeit bin ich mit meinem Tempo und Zustand vollkommen zufrieden. Und sogar mit dem Wetter, denn die Felder in Stierstadt machen einen in herkömmlichen Sommern schnell zu einem laufenden Grillhühnchen.</p>
<p>Die letzten Kilometer geht es bergan. Ich liebe bergan, vor allem, wenn ich erst sieben Kilometer gelaufen bin und nur noch drei muss. Zu oft hatte ich schon zähe Steigungen in einem Halbmarathon bei Kilometer 12 oder 13. Das ist eine ganz andere Härte. Aber jetzt? Pah! Die Mission „karierte Hose“ hat begonnen. Ich zünde einen Turbo. An dieser Stelle möchte ich ein Geheimnis verraten, das vielen Läufern nicht bekannt ist. Der Turbo hat nämlich einen Power-Knopf. Auf den muss man drücken, wenn man Reserven mobilisieren will. Er sitzt – und das wird viele überraschen – in der rechten Hinterbacke. Ganz tief im Gluteus Maximus. Wenn man den Power-Knopf anschalten will, muss man ganz fest daran denken, bei jedem Schritt, den man macht. Dann merkt man deutlich, wie von der rechten Hinterbacke ein enormer Schub ausgeht. Am Berg funktioniert der Gluteus-Turbo ganz besonders. Ich kann es nur empfehlen! Ich drücke also auf Power und der Anstieg gehört mir. Adieu Hosenjüngling, ich würde gerne noch bleiben, aber ich muss gehen. Man weiß ja nie, wie lange der Kuchen reicht.</p>
<p>Die letzten Anstiege sind dann nur noch Bamboleo. Kein Thema. Dumdideldum. Nur das Stadion hat sich in der letzten Stunde (vermutlich wetterbedingt) ausgedehnt und die Laufbahn bis zum Ziel ist jetzt 200 Meter länger. Mindestens. Aber das stecke ich weg. Ziel, Verpflegungsstand, Prost, Ah!</p>
<p>Ich lege mich trocken und warte anschließend mit den netten Menschen aus dem Forum auf die ersten Halbmarathonis und meinen Laufpartner.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-883" title="Stierstadt-Sieger" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Sieger.jpg" alt="Stierstadt-Sieger" width="150" height="206" /> <img class="alignnone size-full wp-image-884" title="Stierstadt-zweiter" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-zweiter-140x206-custom.jpg" alt="Stierstadt-zweiter" width="140" height="206" /> <img class="alignnone size-full wp-image-885" title="Stierstadt-Dritter" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-Dritter.jpg" alt="Stierstadt-Dritter" width="150" height="207" /></p>
<h6>So sehen Sieger(innen) aus: die ersten des HM Rainer Hett, Björn Grunwald, Michael Grupp und Gabi Hoffmeister.</h6>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-886 aligncenter" title="Stierstadt-HM-Siegerin" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Stierstadt-HM-Siegerin.jpg" alt="Stierstadt-HM-Siegerin" width="209" height="283" /></p>
<p>Zur Belohnung esse ich anschließend einen Streuselkuchen mit Kirschen. Herkunft unbekannt.</p>
<div class='stb-grey_box' >Mehr zu Lauf und Veranstalter gibts unter: <a href="http://www.tvstierstadt.de/">www.tvstierstadt.de</a></div>
<h4>Stierstadt?</h4>
<table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0">
<tbody>
<tr>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

<!-- google_ad_section_end -->
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-stierstadt-09/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

<!-- Dynamic Page Served (once) in 0.449 seconds -->

