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	<title>Laufen-mit-frauschmitt &#187; Wiesbaden-Naurod</title>
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	<description>Laufen zum Lesen und Hören.</description>
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		<title>Da, wo die K&#246;nigin schie&#223;t.</title>
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		<pubDate>Sun, 04 May 2008 11:06:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wiesbaden Naurod ist von Frankfurt aus gesehen schnell zu erreichen. Au&#223;er, es g&#228;be vielleicht eine Tagesbaustelle auf der A3, bei der wegen Markierungsarbeiten zwei von drei Fahrspuren gesperrt werden. Aber das w&#252;rden die doch nie tun. Nicht samstags nachmittags bei bestem Wetter, wenn das komplette Rhein-Main-Gebiet unterwegs ist, um neue Rabatten f&#252;r die Terrasse zu kaufen. Oder Grillgut. Oder den Sonnenschirm Karls&#246; (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Wiesbaden-Naurod (2008)</h2>
<p>Wiesbaden Naurod ist von Frankfurt aus gesehen schnell zu erreichen. Au&#223;er, es g&#228;be vielleicht eine Tagesbaustelle auf der A3, bei der wegen Markierungsarbeiten zwei von drei Fahrspuren gesperrt werden. Aber das w&#252;rden die doch nie tun. Nicht samstags nachmittags bei bestem Wetter, wenn das komplette Rhein-Main-Gebiet unterwegs ist, um neue Rabatten f&#252;r die Terrasse zu kaufen. Oder Grillgut. Oder den Sonnenschirm Karls&#246; aus dem nahe gelegenen M&#246;belhaus. Nie w&#252;rden die so was &#8230; sie tun es. Wir stehen im Stau. </p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-921 aligncenter" title="Naurod-Stau" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Stau.jpg" alt="Naurod-Stau" width="420" height="317" /></p>
<p>Aber weil wir Langstreckenl&#228;ufer sind, haben wir eine Engelsgeduld. Wir haben schlie&#223;lich einen langen Atem. Ein Stau kann uns die Laune nicht verderben. Und au&#223;erdem sind wir rechtzeitig losgefahren. Das Wetter ist herrlich und wir werden p&#252;nktlich ankommen. Wir sind gelassen und ruhig, verdammt! Wenn wir die Torfnase erwischen, die diese Baustelle verf&#252;gt hat!</p>
<p>Tats&#228;chlich schwindet langsam jede Hoffnung, dass wir es rechtzeitig zum Start des „19. Internationalen Halbmarathon Naurod“ schaffen k&#246;nnen. Wir fluchen so laut, wie es unser gelassenes, gereiftes Wesen zul&#228;sst. Als wir endlich die richtige Abfahrt mehr stehend als fahrend erreichen, sind es noch etwa 15 Minuten bis zum Start. Im Galopp hecheln wir zur Anmeldung. Doch wir haben die TG Naurod, Abteilung Lauftreff, v&#246;llig untersch&#228;tzt. Ihr Online-Forum hat zwar augenblicklich 2 registrierte Mitglieder, aber die Damen und Herren sind auf Zack: selbstverst&#228;ndlich hat man vom Stau Kenntnis und ebenso selbstverst&#228;ndlich wird der Start eine Viertelstunde nach hinten verschoben. Wie so oft freue ich mich, dass hier ein Verein und kein kommerzielles Unternehmen organisiert. Ich bin nie in einem Verein Mitglied gewesen. Aber ohne diese eigenwillige Ansammlung von Idealismus w&#252;rden tausende L&#228;ufer allein durch die W&#228;lder irren und vergebens darauf warten, dass ihnen jemand einen Pappbecher reicht. Ohne die TG Naurod w&#252;rde ich jetzt zu sp&#228;t zum Start kommen, oder nein, falsch. Es g&#228;be gar keinen. Ach, wie bin ich froh.</p>
<div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #fff5ee; "><em>Diesen Text gibt es auch als </em><a href="http://frauschmitt.podspot.de/"><em>Podcast</em></a><em>-Episode zum H&#246;ren.</em></div>
<p>Wir k&#246;nnen uns noch in Ruhe in einer Schule umziehen, ein &#214;rtchen aufsuchen und dehnen. Und der Adrenalinpegel ist ja ohnehin schon startbereit. W&#228;hrend wir mit der ganzen Karawane erst in die eine, dann in die andere Richtung schieben, um die richtige Position an der unsichtbaren Startlinie zu finden, stellt uns der Moderator „Jaqueline die erste“, vor. Bei Jaqueline der ersten handelt es sich um die Apfelbl&#252;tenk&#246;nigin, die heute nicht nur den Startschuss gibt, sondern auch als Motivation dient: „Und Jaqueline die erste wird auch wieder im Ziel auf euch warten.“ Die M&#228;nner machen „Hoho“ und „Uiuiui“ und alles ist so, wie es sein muss, wenn man das erste Mal in diesem Jahr mit kurzen Hosen am Start steht und in die Sonne blinzelt. Jaqueline die erste waltet ihres stolzen Amtes und los geht’s.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-922 aligncenter" title="Naurod-Koenigin" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Koenigin.jpg" alt="Naurod-Koenigin" width="480" height="361" /></p>
<p>Die Strecke in Naurod ist ein wahrer Traum. Zwar m&#252;ssen zwei beinahe gleiche Schleifen gelaufen werden, aber von Langeweile kann nicht die Rede sein. Es geht auf und ab und rechts und links und &#252;ber Wiesen und durch den Wald und &#252;ber Waldwege und Asphalt – die L&#228;uferseele wird f&#252;r die paar Euro Startgeld mehr als angemessen zerstreut.</p>
<p>Noch am Vorabend hat es ordentlich geregnet und vor lauter Sorge um das L&#228;uferwohl hat der Verein jede kleine m&#246;glicherweise matschige Kuhle mit Kreidekreisen und Pfeilen gekennzeichnet. Doch auch der n&#246;rdlichste Vorort Wiesbadens hat bereits soviel Sonne abbekommen, dass die Wege abgetrocknet sind und so freuen wir uns &#252;ber magische Zeichen, die ihren Sinn inzwischen verloren haben.</p>
<div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #ffdab9; border-left-color: #ffdab9; border-right-color: #ffdab9; border-bottom-color: #ffdab9; background-color: #f5f5f5; "><em>Offline lesen? Hier gibt&#8217;s eine </em><span style="color: #000000; text-decoration: none;"><em><span style="text-decoration: none;"><a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2008/05/Naurod08.pdf" target="_blank">Druckversion als PDF</a></span></em></span><em> ohne Bilder.</em></div></div>
<p>Der Lauf steht unter einem wunderbaren Vorzeichen: ich will nichts. Ich will nicht schnell sein, keinen Altersklassensieg und keine Bestzeit. Ich will nur laufen und sein. Kaum eine Strecke bietet sich daf&#252;r so sehr an, wie Naurod kurz vor dem Apfelbl&#252;tenfest. Es bl&#252;ht und knospt, dass einen allein schon die Hormone &#252;ber die Strecke tragen. Mein Trainingspartner vertraut jedenfalls fest auf seine Nebennierenrinde und ihre Aussch&#252;ttungen. Vor einer Woche war er noch im Weiltal beim Marathon unterwegs – und weil die Beine jetzt etwas schwer sind, will auch er heute nur laufen und sein.</p>
<p>So trotten wir vor uns hin, w&#228;hrend sich an unserer linken Seite eine Dame n&#228;hert. Ihre Stoppuhr habe versagt, ob wir mit der Zeit aushelfen k&#246;nnten? K&#246;nnen wir. Pro Kilometer brauchen wir gerade etwas unter 5 ½ Minuten. Die Dame bedankt sich und bleibt neben uns. Was wir denn so vorh&#228;tten? Wir schauen uns an. Eigentlich hatten wir vor, im Ziel Jaqueline, die erste, anzutreffen und sie zu bitten, uns den besten Apfelstreuselkuchen zu empfehlen. Aber wir sp&#252;ren: das w&#252;rde der Dame nicht weiterhelfen. Weil ich irgendetwas sagen will, sage ich „Mal sehen“. Die Dame, ich nenne sie „Ortrud“, l&#228;sst nicht locker. Wie schnell ich denn normalerweise so w&#228;re? Ich bin ratlos. Was sage ich da blo&#223;? Wie schnell bin ich denn &#252;berhaupt? Und wie schnell bin ich heute? Ich murmle einfach irgendwas. Zum Gl&#252;ck kommt da auch gleich das n&#228;chste Kilometerschild und ich sage die Zeit an. So wirke ich wenigstens nicht unh&#246;flich.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-923 aligncenter" title="Naurod-Lauf" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Lauf.jpg" alt="Naurod-Lauf" width="497" height="332" /></p>
<p>Ortrud macht einen hochmotivierten Eindruck. Sie w&#252;rde mich, mein Einverst&#228;ndnis vorausgesetzt, als Pacemaker nehmen. Sie sei gespannt, ob sie dieses Tempo mitgehen k&#246;nnte. Vermutlich k&#246;nnte sie nicht, aber versuchen wollte sie es doch. Menschen, die so etwas sagen, m&#252;ssen entweder unmittelbar nach Beendigung des Satzes abrei&#223;en lassen, oder sie sind Tiefstapler. Ich mag tiefstapeln nicht. Es ist zwar fest im L&#228;uferwesen verankert, sollte aber in der Umkleide bleiben. L&#228;ufer, die auf der Strecke berichten, was sie in welcher Reihenfolge am Vorabend getrunken haben und dass sie praktisch klinisch tot sind, die aber sp&#228;ter mit einem Liedchen auf den Lippen an mir vorbeiziehen – ich mag sie nicht.</p>
<p>Ich &#252;berlege, ob ich Ortrud ins Feld schubsen und mit Kuhfladen bewerfen soll, aber es gibt weit und breit keine Kuhfladen und so sage ich eben stattdessen die Zeit an. Wir halten unser Tempo und eigentlich f&#252;hlt sich nichts nach Volkslauf an. Dazu geht es viel zu leicht. Das einzige, was mir etwas zu schaffen macht, sind meine Innereien. Der Nachmittag ist f&#252;r mich einfach eine ungewohnte Tageszeit zum Laufen. Und ich habe etwas zu sp&#228;t gefr&#252;hst&#252;ckt. Nun f&#252;hle ich mich ein bisschen wie eine Betonmischmaschine und bin froh, meinen Inhalt mit einem Schluck Wasser vom Verpflegungsstand aufweichen zu k&#246;nnen. Und weiter geht’s.</p>
<p>Wir liefern uns ein paar Gefechte mit mehreren L&#228;ufern, die nicht wissen, ob sie lieber rasen oder schleichen sollen und deshalb beides im Wechsel versuchen. Ein L&#228;ufer mit Babyjogger schiebt an uns vorbei, w&#228;hrend sein Nachwuchs deutlich h&#246;rbar protestiert. „Der hat aber einen lauten Motor“ bemerkt ein L&#228;ufer hinter uns und wir sch&#228;tzen, dass es an der Brennstoffart liegt. An jeder Steigung freue ich mich. Es macht Spa&#223;, sie hochzujuckeln. Ortrud dagegen verwechselt uns immer h&#228;ufiger mit einer Klagemauer und &#228;u&#223;ert Unmut. &#220;ber die zu lange Steigung, die W&#228;rme oder die Verpflegung. Sie bek&#228;me langsam Hunger und wieso es denn hier nur Wasser g&#228;be? „Das ist eine Katastrophe mit euch“, sagt sie den verbl&#252;fften Helfern am Stand. Vielleicht sind ipods beim Laufen doch nicht so schlecht.</p>
<p>Nach einer l&#228;ngeren Steigung sehen wir einen L&#228;ufer am Wegrand liegen, der vermutlich gegen seinen Kreislauf verloren hat. Er scheint gut versorgt zu sein, mehrere Menschen k&#252;mmern sich um ihn und so laufen wir weiter. Drei Kilometer vor dem Ziel entdecken wir eine Dame vor uns, die zu der Raser-Schleicher-Fraktion geh&#246;rt und uns vermeintlich l&#228;ngst abgeh&#228;ngt hatte. Das motiviert meinen Trainingspartner, zu &#252;berpr&#252;fen, was die m&#252;den Knochen noch hergeben. Er gibt mir ein Zeichen und sich selbst die Sporen. Zu solchen Man&#246;vern fehlt mir zwar nicht die Lust, wohl aber die Luft und so halte ich lieber mein Tempo. Als Ortrud und ich die Dame erreichen, bekommt Ortrud, eben noch im Jammermodus, einen Schub. Die beiden bei&#223;en sich aneinender fest und watzen los. Mir ist das zu anstrengend und ich trabe einfach weiter. Sollen sie doch. P&#246;h.</p>
<p>Als ich auf die Stadionrunde einbiege, habe ich die beiden immer noch vor mir. Ortrud h&#228;ngt ihre Konkurrentin ab und w&#252;rde der Lauf noch 100 Meter dauern, w&#252;rde ich dasselbe tun. Sie ist jetzt platt wie eine Flunder. Ich selber f&#252;hle mich mehr wie eine Rotbarbe. Aber da ist schon das Ziel und wir schieben durch.</p>
<p>Als Zielverpflegung gibt es knallgr&#252;ne Bananen, diverse Ro&#223;bacher Getr&#228;nke, wie das Ro&#223;bacher drive, das schwer an Red Bull erinnert und auch so wirken soll und ein alkoholfreies Weizen, das mehr f&#252;r die Freunde bitterer Getr&#228;nke geeignet scheint. Kurz: selbst im Ziel ist wird es nicht langweilig.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-924 aligncenter" title="Naurod-Buffet" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Buffet.jpg" alt="Naurod-Buffet" width="299" height="399" /></p>
<p>Danach gerate ich versehentlich in eine Herrenumkleide, weil ich das Damensymbol an der T&#252;r ernst nehme. Als ich heraustrete, kl&#228;rt mich ein Hausmeister so umfassend &#252;ber die Umkleideverh&#228;ltnisse auf, wie es nur deutsche Hausmeister tun k&#246;nnen. Ich wei&#223; jetzt alles &#252;ber Damen- und Herrnumkleiden in Naurod.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-925 aligncenter" title="Naurod-Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Kuchen.jpg" alt="Naurod-Kuchen" width="466" height="350" /></p>
<p>Drau&#223;en mache ich mich auf die Suche nach Jaqueline, der ersten, aber sie ist nirgends zu sehen. Dann muss ich mir eben den Kuchen selbst aussuchen. Wir m&#252;mmeln selbstvergessen unsere Belohnung und verpassen beinahe eine besondere Ehrung. Die hilfreichen L&#228;ufer, die sich um den Kollabierten gek&#252;mmert haben, d&#252;rfen ein Sixpack Bier nach Hause mitnehmen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-926 aligncenter" title="Naurod-Helfer" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Helfer.jpg" alt="Naurod-Helfer" width="473" height="355" /></p>
<p>Zuerst ruft der Moderator versehentlich den Ungl&#252;cksl&#228;ufer selbst auf, aber aus naheliegenden Gr&#252;nden ist der an Kaffee und Kuchen und Bier f&#252;r heute nicht mehr interessiert.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-927 aligncenter" title="Naurod-Pokale" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Pokale.jpg" alt="Naurod-Pokale" width="474" height="357" /></p>
<p>Und dann, als wir schon gehen wollen, passiert noch etwas Besonderes: jemand macht mich darauf aufmerksam, dass ich nicht nur dritte meiner Altersklasse geworden bin (von immerhin 13), sondern daf&#252;r sogar einen Pokal bekomme. Und Pokale finde ich nun wirklich immer ganz herzallerliebst. Ich hole mir meinen schnell ab und bin selig. Jetzt k&#246;nnen wir nach Hause fahren. Mit Kuchen im Bauch &#8211; und einem Lauf in den Beinen, bei dem wir nichts wollten und alles bekommen haben.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-928 aligncenter" title="Naurod-Kuchen2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Naurod-Kuchen2.jpg" alt="Naurod-Kuchen2" width="474" height="355" /></p>
<h6>(Teile des Bildmaterials mit freundlicher Genehmigung des Lauftreffs der TG Naurod.)</h6>
<div class='stb-grey_box' ><em>Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: </em><a href="http://www.lauftreff-tgnaurod.de/"><em>www.lauftreff-tgnaurod.de/</em></a></div>
<p> </p>
<h4>Wiesbaden-Naurod?</h4>
<table cellspacing="0" cellpadding="0" border="0">
<tr>
<td><iframe src="http://www.map-generator.net/extmap.php?name=Naurod&amp;address=Kellerskopfhalle%20Wiesbaden%20Naurod&amp;width=500&amp;height=400&amp;maptype=map&amp;zoom=10&amp;hl=de&amp;t=1255788912" width="500" height="400" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></td>
</tr>
<tr>
<td align="right"><a style="font:8px Arial;text-decoration:none;cursor:default;color:#5C5C5C;" href="http://www.map-generator.net/?de">Stadtplan / Kartengenerator</a></td>
</tr>
</table>
<p><!-- Do not change code! --></p>

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		<title>Laufen mit James Last.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/halbmarathon-wiesbaden-naurod-05/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Apr 2005 11:27:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Volkslauf am Nachmittag statt morgens, das ist wie die Lasagne nach dem Tiramisu essen. Irgendetwas stimmt nicht mit der Reihenfolge. Sollte man vorher duschen? Was isst man und wann? Das ganze eingespielte Prozedere – aufstehen, Laufsachen anziehen, Banane essen, zum Start fahren, laufen – geschenkt. Aber weil ich mir ja vorgenommen habe, bis ins hohe Alter flexibel zu bleiben, (...)]]></description>
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<h2>Der Halbmarathon in Wiesbaden-Naurod (2005)</h2>
<p>Ein Volkslauf am Nachmittag statt morgens, das ist wie die Lasagne nach dem Tiramisu essen. Irgendetwas stimmt nicht mit der Reihenfolge. Sollte man vorher duschen? Was isst man und wann? Das ganze eingespielte Prozedere – aufstehen, Laufsachen anziehen, Banane essen, zum Start fahren, laufen – geschenkt. Aber weil ich mir ja vorgenommen habe, bis ins hohe Alter flexibel zu bleiben, starte ich auch mal nachmittags.  Wiesbaden-Naurod zu Ehren. Der Ort lockt mit Wald, Feld, Streuobstwiesen und &#8220;topographischen Gegebenheiten&#8221; wie es in der Ausschreibung hei&#223;t. &#8220;Topographische Gegebenheiten&#8221; klingt sch&#246;ner als &#8220;Heartbreakhills&#8221; oder &#8220;H&#252;gel der quitschenden Lungen&#8221;, aber es ist ein klein wenig verbl&#252;mt.   Weil ich das ahne, mache ich mich auf die Suche nach dem Aushang des Streckenprofils. Aber es gibt nirgendwo einen. Wie ich jetzt wei&#223;, w&#228;re es dabei ganz einfach gewesen, einen anzufertigen. Man h&#228;tte nur ein solides Brotmesser quer auf ein Blatt legen und seine Umrisse nachzeichnen m&#252;ssen. In Naurod geht es ein wenig runter, dann ziemlich hoch, dann wieder runter, dann hoch, dann wieder &#8230; aber ich will niemanden langweilen.  </p>
<p>Die Wartezeit vor dem Start wird uns vers&#252;&#223;t durch zwei sonnengebr&#228;unte Vorturner, die versuchen, aus einer Horde knorpeliger Jungs mit verwaschenen Tr&#228;gerhemden und schief sitzenden Startnummern so eine Art Jazz-Tanz Formation zu machen. Aber das Synchron-Gehopse zu Discomusik macht allen Spa&#223; und die Anwohner entlang der Dorfstra&#223;e haben noch lange etwas zu erz&#228;hlen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-935 aligncenter" title="Volkslauf-Naurod-1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Volkslauf-Naurod-1.jpg" alt="Volkslauf-Naurod-1" width="455" height="341" /></p>
<p>Pl&#246;tzlich, mitten im Gedr&#228;nge, erkenne ich ihn. Das ist doch nicht etwa&#8230;Tats&#228;chlich. Unm&#246;glich, dass ich mich t&#228;usche. Vor mir auf der Stra&#223;e t&#228;nzelt James Last. Das h&#228;tte ich nicht gedacht. Er hier? Man sieht es schon am Schenkelwippen – der Mann hat Musik im Blut. James Last beim Volkslauf in Wiesbaden-Naurod – toll.  Ich w&#228;re gern l&#228;nger in seiner N&#228;he geblieben aber beim Start reiht er sich ganz vorne ein und das w&#228;re f&#252;r mich zu verwegen. Bis Kilometer 2,5 ist alles gut. Trappel trappel trappel &#252;ber die Stra&#223;e, dann trappel trappel in den asphaltierten Feldweg, dann knirsch knirsch knirsch auf den Waldweg und dann kommt er, der in Erfahrungsberichten erw&#228;hnte &#8220;Stich in den Wald&#8221;. Das klingt eigentlich harmlos. So etwa wie &#8220;ein Stich ins Gr&#252;ne&#8221;. </p>
<p><em> <div style='float:right; width:200px;' ><div class='stb-info_box' style="color:#696969; border-top-color: #f4a460; border-left-color: #f4a460; border-right-color: #f4a460; border-bottom-color: #f4a460; background-color: #f5f5f5; ">Sp&#228;ter nochmal lesen? Hier gibt&#8217;s eine <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2005/04/Naurod05.pdf" target="_blank">Druckversion</a> als PDF ohne Bilder.</div></div></em></p>
<p>Ein Stich, das kann eigentlich nur &#8220;ein bisschen&#8221; sein. &#8220;Ach Du liebes bisschen&#8221;, denke ich folgerichtig, als ich den Anstieg sehe. Das kann ja lustig werden. Das wird es auch, aber man kommt kaum zum Kichern. Es folgt das besagte Brotmesser- profil. Die Strecke ist wundersch&#246;n. B&#228;ume applaudieren mit wei&#223;en und rosa Bl&#252;ten, das  satt-gr&#252;ne Gras macht mich neidisch auf Schafe und die Rapsfelder miefen vor sich und mich hin.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-936 aligncenter" title="Volkslauf-Naurod-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Volkslauf-Naurod-2.jpg" alt="Volkslauf-Naurod-2" width="489" height="325" /></p>
<p>Ich habe mir den Streckenverlauf vorher angesehen. Eine Runde mit extra Schleife. Aber ich wei&#223; eigentlich nie, wo ich bin. Es gibt Menschen, die noch Jahre nach einem Lauf die Strecke beschreiben k&#246;nnen: &#8220;&#8230;dann biegt man links an der Scheune ab, nach 200 Metern kommt eine lange Kurve und danach ein Anstieg von etwa 500 Metern&#8221;. Mir ist soetwas ein R&#228;tsel. Ich leide unter Streckenamnesie. Aus den F&#252;&#223;en aus dem Sinn. So bin ich v&#246;llig &#252;berrascht, mich bereits zum zweiten Mal an einer Stelle mit Gegenverkehr wiederzufinden. Erst jetzt bemerke ich: es ist ein strategischer St&#252;tzpunkt. Hier parkt ein einzelnes Auto, aus dem ein Radio ert&#246;nt. Daneben steht ein &#228;lterer Herr und ruft den L&#228;ufern st&#228;ndig die aktuellen Fu&#223;ball-Spielst&#228;nde zu. So ist das, Samstags nachmittags, auf einer Wiese in Naurod.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-937 aligncenter" title="Volkslauf-Naurod-3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Volkslauf-Naurod-3.jpg" alt="Volkslauf-Naurod-3" width="396" height="262" /></p>
<p>Und dann sehe ich ihn. Schon von Weitem. Seine wei&#223;en wehenden Haare sind nicht zu &#252;bersehen. Vor mir l&#228;uft James Last. Er h&#228;lt sich gl&#228;nzend. Sein Atem geht ruhig und gleichm&#228;&#223;ig. Es ist mir eine Ehre, ihn zu &#252;berholen. Am Montag werde ich alle seine Platten kaufen, oder sagen wir &#8211; zumindest die Letzte. Ich laufe weiter bergauf und bergab und inzwischen zieht es in meinen Oberschenkeln bei dem einen so wie bei dem anderen. Die Strecke verwirrt mich immer mehr &#8211; schon wieder werde ich auf den Stand der Bundesligaergebnisse gebracht. Meine Wahrnehmung verd&#252;stert sich. Was w&#228;re, wenn ich nun in einem Paralleluniversum gelandet bin, und es jetzt bis ans Ende der Ewigkeit so weiter geht? Bergauf, Raps, Bergab, Bundesliga, Bergauf, James Last, Bergab, Wald &#8230;? Doch dann kommt der erhebende Moment von sovielen Volksl&#228;ufen: ich darf dort abbiegen, wo vorher nur die L&#228;ufer der 10er Strecke abgebogen sind, ich werde nicht auf eine weitere Runde geschickt.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="size-full wp-image-938 aligncenter" title="Wiesbaden-Naurod" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2009/09/Wiesbaden-Naurod.jpg" alt="Wiesbaden-Naurod" width="397" height="299" /></p>
<p>So kommt es, dass ich etwas Erleichterung versp&#252;re, obwohl es gerade wieder bergauf geht. Vor mir k&#228;mpft ein L&#228;ufer, dessen Trikot-Aufdruck ihn als Vereinsmitglied in einer h&#252;geligen Gegend ausweist. &#8220;Du musst Berge doch gewohnt sein&#8221;, ruft ihm eine L&#228;uferin zu. &#8220;Schon&#8221;, ruft er zur&#252;ck &#8220;aber doch nur bergab&#8221;. Ein klassischer Tiefstapler. Wo sich die Spreu vom Weizen trennt, sind bl&#246;de Witze immer ein untr&#252;gliches Kennzeichen f&#252;r die Weizenfraktion. Trappel trappel trappel, da ist ja wieder der Feldweg. Weit kann es nicht mehr sein. Ich biege in die Ortsstra&#223;e ein, auf der ich vor knapp zwei Stunden noch neben James Last in die Hocke ging und fege ins Ziel. Zu meiner Verbl&#252;ffung war ich mehr als drei Minuten schneller, als auf dem fast ebenen City-Halbmarathon in Frankfurt vor ein paar Wochen.   </p>
<p>Auf der Homepage des Vereins waren 100 selbstgebackene Kuchen angek&#252;ndigt, mein Trainingspartner und ich probieren ca. 23 davon. Auf der Heimfahrt h&#228;nge ich ein wenig meinen Gedanken nach. Wann mag James Last ins Ziel gekommen sein? Und was, wenn ich mich get&#228;uscht haben sollte? Nein, ausgeschlossen. Es war James Last. Ganz bestimmt.</p>
<h6> (Bilder mit freundlicher Genehmigung des Lauftreffs der TG Naurod)</h6>
<div class='stb-grey_box' >Mehr &#252;ber Lauf und Veranstalter gibt&#8217;s unter: <a href="http://www.lauftreff-tgnaurod.de/">www.lauftreff-tgnaurod.de/</a></div>
<p> </p>
<h4>Wiesbaden-Naurod?</h4>
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<p><!-- Do not change code! --></p>

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