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		<title>Ich messe, also bin ich.</title>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 19:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Als mich neulich eine Laufanfängerin nach einer guten GPS-Uhr fragte, kam ich ins Grübeln. Nicht wegen der Antwort. Sondern wegen meiner eigenen, düsteren Vergangenheit. Wie, um alles in der Welt (fragte ich mich) habe ich damals gewusst, wie weit ich laufe? Die Antwort ist ebenso finster wie meine ganze, von Entbehrungen gekennzeichnete Laufanfängerzeit: Ich wusste es gar nicht.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als mich neulich eine Laufanfängerin nach einer guten GPS-Uhr fragte, kam ich ins Grübeln. Nicht wegen der Antwort. Sondern wegen meiner eigenen, düsteren Vergangenheit. Wie, um alles in der Welt (fragte ich mich), habe ich damals gewusst, wie weit ich laufe? Die Antwort ist ebenso finster wie meine ganze, von Entbehrungen gekennzeichnete Laufanfängerzeit: Ich wusste es gar nicht. Ich habe jeden Borkenkäfer auf der Strecke mit Namen begrüßen können, so vertraut war sie mir, aber ich wusste nicht, wie lang sie war. Nur dass ich zwischen 37 und 42 Minuten dafür brauchte, das wusste ich. Eines Tages dann begann das Abenteuer der Vermessung: Ich fuhr zu einer gekennzeichneten Strecke im Stadtwald und folgte ihren Markierungen. So erfuhr ich, dass ich 5 km laufen konnte. Bei meinem ersten Volkslauf stellte sich dann heraus, dass ich 5 km in 31 Minuten laufen konnte. Das reichte mir als Maßstab für alles.</p>
<p>Als wäre das nicht schon finster genug, kaufte ich mir eine Pulsuhr. Etwa zwei Wochen lang ging sie bei mir unter diesem Namen durch, danach war sie Elektroschrott. Ich habe sie nicht mehr benutzt, weil mich alles an ihr störte. Sie engte mich ein, ich kam aus dem Tritt, wenn ich auf ihr Display starrte, das mir sagte, dass ich in einer falschen Zone lief. Und sie piepte und blinkte und wollte, dass ich langsamer laufe. Ich glaube, sie hasste das Laufen mit mir.</p>
<p>Danach lief ich 10 Jahre lang mit einer Casio Laufuhr, auf deren Display ein kleines Pixelmännchen zu laufen begann, wenn man die Stoppuhr startete. Das Männchen war vollkommen nutzlos, aber so lief ich nie allein. Bei Volksläufen schaute ich bei jedem Kilometer auf die Uhr, aber ich speicherte nie eine Zwischenzeit. Wenn ich zu schnell angegangen war, wusste ich das später auch so und es war ein sehr nachhaltiges Wissen, ganz ohne Detailanalyse.</p>
<p>Würde ich heute mit dem Laufen beginnen, würde ich mir wahrscheinlich bald eine GPS-Uhr kaufen. Nach dem, was ich eben geschrieben habe, klingt das vielleicht seltsam. Aber ich finde kleine technische Geräte toll und würde kaum lange widerstehen können. Man will doch wissen, wie lange man läuft! Wie schnell! Und wo! Mit welchem Puls! Und wie viel Prozent der maximalen Frequenz! Und bei wie viel Grad! Und wie viel Prozent Steigung! Und welchem Höhenunterschied zwischen höchstem und tiefstem Punkt! Ehe man sich’s versieht, reißt es einen hinfort. In eine Welt der Zahlen. Und es werden immer mehr werden. Moderne Gadgets werden unseren Blutdruck, unsere Schrittfrequenz, unseren Flüssigkeitsbedarf, unsere Körpertemperatur und vieles mehr messen. Wir kommen vom Laufen, der ursprünglichsten Art der Fortbewegung, die schon unseren Urvorfahren das Überleben sicherte und starren hernach auf einen Bildschirm, der aussieht, als hätten wir gerade unsere Steuererklärung gemacht. Was fangen wir damit an? Verbessern wir die Qualität unseres Laufs? Werden wir schneller? Mein Orientierungssinn ist das reine Elend. Und ich liebe es, auf einer Landkarte zu sehen, wo ich überhaupt war. Aber brauche ich all das andere wirklich?</p>
<div id="attachment_3924" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-3924" alt="Bild: Fotolia" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/05/Läufer-5024.jpg" width="500" height="333" /><p class="wp-caption-text">Bild: Fotolia</p></div>
<p>Ich bin froh, dass ich im technischen Pleistozän angefangen habe zu laufen. Dass ich lief, ohne zu wissen, wie weit. Es ist ein anderes Laufen und es ist schön, das zu kennen. Ich bin froh, dass mich Musik auf den Ohren stört, weil ich ganz da sein will, wo ich gerade bin, ich will nicht, dass mein Gehör woanders ist. Ich bin froh, dass ich mein iphone mitnehmen kann, um unterwegs Fotos zu machen, dass ich es aber nicht mitnehmen muss, damit mich eine App  unterwegs vermessen kann. Laufen mit GPS und co. gibt mir ein ganz neues Laufgefühl. Dabei hatte ich an dem alten gar nichts auszusetzen, das will ich bitteschön behalten. Ich will es genießen, mit High Tech am Arm zu laufen. Aber nie vergessen, worum es wirklich geht: Das Glück der Fortbewegung auf zwei Beinen.</p>
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		<title>Emma und der mürrische Rücken.</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 08:30:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn Sportler nach ihrem sportlichen Auftritt interviewt werden, sagen sie immer, sie hätten alles gegeben. Das müssen sie auch, damit Kenner auf dem Sofa zuhause entrüstet „Also, wenn das alles war!“ sagen können. Sonst passt ja auch der Anschluss im Dialog nicht. Bei einem Langstreckenläufer ist das mit dem alles geben aber gar nicht so leicht. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Sportler nach ihrem sportlichen Auftritt interviewt werden, sagen sie immer, sie hätten alles gegeben. Das müssen sie auch, damit Kenner auf dem Sofa zuhause entrüstet „Also, wenn das alles war!“ sagen können. Sonst passt ja auch der Anschluss im Dialog nicht. Bei einem Langstreckenläufer ist das mit dem alles geben aber gar nicht so leicht. Denn er muss von Anfang an einschätzen können, was „alles“ überhaupt bedeutet. Es ist, als wollte man sich ein neues Sofa kaufen, ohne zu wissen, was auf dem Konto ist. Klar, man hat gespart, es müsste also genug drauf sein für das schicke Designersofa. Und dann wird ja auch noch in Raten gezahlt – aber wie hoch darf die Rate sein, ohne dass man sich übernimmt? So einfach ist das nicht zu sagen. Und am Ende steht man da mit der Erkenntnis, dass man doch besser mal zu Sitbö von Ikea gegriffen hätte. Als Hobby-Volksläuferin bin ich allerdings im Vorteil: Weder ein Sponsor, noch ein Veranstalter noch ein Fernsehzuschauer erwartet von mir, dass ich alles gebe. Welch ein ungeheures Glück, dass mir niemand eine fünfstellige Summe Antrittsgeld bezahlt! Nicht auszudenken! So kann ich jederzeit selbst bestimmen, ob ich heute volle Lotte alles gebe oder nur mittelalles oder vielleicht gar nur den kleinen Bruder von alles. Ich kann sogar dem Volkslauf die Tür vor der Nase zuschlagen und „Wir geben nix!“ rufen. Dann bleibe ich einfach zuhause im Bett. Aber es ist vertrackt: Immer, wenn ich irgendwo antrete, laufe ich ohne Not um mein Leben und fühle mich danach gelegentlich wie ein alter Lappen. Ein sehr alter Lappen. So ging es mir zum Beispiel <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-nidderau-2013/" target="_blank">letzte Woche in Nidderau Eichen</a>. Ich bin also eben gerade so von der Lappigkeit genesen. Dieses Mal mache ich es deshalb anders.</p>
<p>Zum anders machen fahren wir eigens ins Weiltal, wo heute nicht nur der „Weiltalweg Landschaftsmarathon“ statt findet, sondern auch der „Weiltalweg Landschaftshalbmarathon und noch ein Kilometer drauf“, abgekürzt: 22 km-Lauf. Vor Jahren bin ich hier mal <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/weiltalweg-marathon/" target="_blank">den Marathon</a> gelaufen und weiß, dass es sich dabei eigentlich um Naherholung mit eingebautem Wettkampf handelt. Es dürfte schwierig werden, im Weiltal eine Strecke zu finden, die nicht schön und beschaulich ist. Und wellig. Denn auf und ab geht es allerdings, aber das ist im Leben ja nicht anders und deshalb vertraut. Wer hier beim 22 km-Lauf antreten will, fährt nach Weilburg zum Ziel und lässt sich danach in einem Bus zum Start nach Emmershausen schaukeln. Ein Hauch von Abenteuer. Am Start warten ein granulierter Platz und Teilnehmer-T-Shirts in einer gewagten Farbe mit gefühlten 72 Sponsoren-Logo-Aufdrucken auf mehrere hundert Läufer, die ihre mitgebrachten Taschen in schwarze Müllsäcke stopfen und hoffen dass sich dabei der Rest in der Trinkflasche nicht ins Mobiltelefon übergibt. Die Müllsäcke müssen nicht laufen, sie werden zum Ziel gefahren. Womit klar ist, woher die Bezeichnung „fauler Sack“ rührt. Die Säcke haben gegenüber den Läufern noch einen Vorteil: Sie müssen nicht aufs Klo. Wer das hier muss, sollte eine leistungsfähige Blase mitbringen, die in der Lage ist, der Wartezeit in einer längeren Schlange zu trotzen. Das ein oder andere Häuschen mehr wäre schön gewesen. Oder wenn schon nicht schön, so doch wenigstens nützlich.</p>
<p style="text-align: left;"><img class="wp-image-3899 aligncenter" alt="Weiltalweg Landschaftsmarathon Start 1" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Weiltalweg-Landschaftsmarathon-Start-1.jpg" width="512" height="383" />Für weitere Kritikpunkte an der Organisation muss man allerdings lange suchen und dafür haben Volksläufer keine Zeit. Sie haben es schließlich eilig. Warum eigentlich? Wir haben am Start noch keine befriedigende Antwort auf diese Frage gefunden und deshalb lassen wir es langsam angehen.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-3902" alt="Weiltalweg Landschaftsmarathon Start 3" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Weiltalweg-Landschaftsmarathon-Start-3.jpg" width="512" height="382" /></p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter  wp-image-3903" alt="Weiltalweg Landschaftsmarathon Start 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Weiltalweg-Landschaftsmarathon-Start-2.jpg" width="512" height="382" />Auf dem ersten Kilometer muss man das ohnehin, denn die Strecke ist schmal und die Teilnehmerzahl verhältnismäßig reichlich. No need for speed. Es wird ein wenig geplaudert, es scheint, als hätten auch die Läufer um uns herum den Schwerpunkt auf Naherholung gelegt. Gleich zu Beginn kommen ein paar Steigungen und als Pulsuhr-Neuling beobachte ich dabei ganz gebannt, was sich auf meinem Handgelenk so tut. Ich habe ja den Vergleich zu dem Alte-Lappen-Lauf letzte Woche und bin gleich begeistert. Der Puls ist deutlich niedriger und ich fühle mich viel wohler. Die Zeit der ersten Kilometer herauszubekommen, ist gar nicht so einfach, weil wir der Beschilderung vom Marathon folgen. Bald nach dem Start kommen wir am Schild für 21 km vorbei. Das verwirrt mich bereits so, dass ich mich immer wieder in intensiver Denktätigkeit wiederfinde. Und ehe ich begriffen habe, wo ich bin und wie weit ich noch laufen muss, ist schon wieder ein Kilometer vorbei und ich fange von vorne an zu überlegen. Entsprechend wirr ist der Dialog, den ich unterwegs mit meinem Trainingspartner führe. Doch tatsächlich, wir plaudern. Luft genug haben wir. Irgendwann sind wir uns sicher, dass wir einen handelsüblichen 6er Schnitt laufen, die Mutter aller Freizeitläufer-Geschwindigkeiten. Es ist ein tolles Tempo. Auch mittelbegabte, mittelalte Herrschaften können in diesem Tempo Marathon laufen, wenn sie ordentlich trainieren. Wenn sie miserabel trainieren, können sie damit einen 10er laufen. Und wenn sie ein klitzekleines Bisschen trainieren, so wie ich, dann reicht es auch für einen Halbmarathon. Wenn man einen guten Tag erwischt, kann man dabei sogar noch das ein oder andere Schlüsselblümchen mit Namen begrüßen. Und das machen wir dann auch.</p>
<p>Von A nach B laufen, das ist ein anderes Gefühl, als einen Rundkurs unter die Füße zu nehmen. Beim Rundkurs kommt irgendwann der Moment, bei dem man: „Ab jetzt geht’s wieder nach Hause“ sagen kann. Das ist schön. Beim A nach B laufen spürt man das vorwärts Kommen, man lässt Dörfer, Waldabschnitte, Felder hinter sich. Man wird ein laufender Vagabund. Das ist noch schöner. Zumindest, wenn die Sonne scheint, bei etwa 12 Grad, so wie jetzt. Ab und zu begleitet uns ein Fluss auf unserem Weg, ich nehme an, dass es sich um die Weil handelt. Fluss, Wald und Feld – das ist Laufen royal.</p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter  wp-image-3904" alt="Weiltalweg Landschaftsmarathon" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Weiltalweg-Landschaftsmarathon.jpg" width="512" height="382" />Wir warten laufend auf den ersten Marathonläufer, der nun bald an uns vorbeischießen sollte, aber zunächst einmal kommt der erste Staffelläufer. Er macht einen knusprigen und gleichzeitig fluffigen Eindruck. Ich mag es, wenn man unterwegs andere Wettbewerbe geboten kriegt und Flatterhöschen an einem vorbei sausen. Das Auge läuft ja mit. Und unterhaltsam ist es allemal. Wir zuckeln unaufhaltsam und stetig vorwärts. Ein Interregio mit Halt an allen Stationen. Man wird doch ein Becherchen Wasser nicht ausschlagen, wenn es einem so nett angeboten wird! Die ICEs können die Stationen ruhig ohne Halt passieren – wir fahren mit quietschenden Bremsen in die Bahnhöfe ein und fauchen ein wenig nach, wie die Lokomotive Emma bei Jim Knopf. So halten es auch zwei weitere Läufer, die immer vor uns laufen und uns doch oft überholen. Das liegt daran, dass sie bei den Getränkestationen scheinbar ausgiebige Picknicks einlegen. Wir lassen uns schon mächtig Zeit, aber das ist nichts gegen die beiden. Um ihre Pause später wieder aufzuholen, heizen sie regelmäßig an uns vorbei, um dann wieder abzubremsen und in unserer Sichtweite weiter zu laufen. Ein wenig stressig wirkt das schon. Aber natürlich ist auch das ein hervorragendes Unterhaltungsprogramm. Zu Beginn hat sich der männliche der beiden Läufer (der andere ist eine Dame) ein paar Mal umgedreht und dabei einen mürrischen Blick in das Feld abgesondert. Je länger der Lauf dauert und ich ihn vor mir sehe, desto mehr habe ich das Gefühl, sein ganzer Rücken ist mürrisch. Seine offene Jacke pendelt missmutig hin und her, die Schultern hängen und scheinen gleichgültig gegen die Strecke anzuarbeiten. Dieser Rücken findet den Lauf irgendwie doof. Der seiner Freundin macht dagegen einen recht optimistischen Eindruck. Er hüpft freundlich neben der verdrossenen Jacke auf und ab. Mit dieser kleinen Läuferrückentypologie kann man sich gut und gerne zwei Kilometer beschäftigen, bevor dann doch der erste Marathonläufer an uns vorbeizieht – mit einem aufrechten Rücken, der über jede Typisierung vollkommen erhaben ist. Auf seinen Verfolger müssen wir lange warten. Wir wissen: Der erste ist uneinholbar, wenn nicht etwas Unvorsehbares passiert. Ob er es auch weiß? Irgendwann läuft ein weiterer Marathonläufer an uns vorbei, der eine weiße Kappe trägt, das Schild nach hinten gedreht. Ich frage mich, wann ich je wieder eine weiße, nach hinten gedrehte Mütze sehen kann, ohne an den Attentäter vom Boston Marathon zu denken. Aber nun denke ich nicht weiter, ich laufe hier, im 6er Schnitt und selten war das so schön, so einfach und befreit wie heute.</p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter  wp-image-3905" alt="Weiltalweg Landschaftsmarathon Getränkestelle" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Weiltalweg-Landschaftsmarathon-Getränkestelle.jpg" width="512" height="382" />Zuschauer gibt es an der ganzen Strecke wenige, aber das fehlt hier nicht. In einem Vorgärtchen steht eine alte lächelnde Dame und ruft „Hopp, hopp, hopp“ und so doof ich diese Anfeuerung gelegentlich finde – diese Dame darf das. Es ist erkennbar freundlich und anerkennend gemeint. Irgendwo bei Weilmünster findet sich ein wahres Stimmungsnest von mindestens 10 Zuschauern. Möglicherweise handelt es sich um Patienten der angrenzenden Klinik für Psychotherapie, die sich hier ein wirksames Rezept gegen Depressionen abholen. Aus der ebenfalls anliegenden Klinik für Stimm- und Spracherkrankungen stammen sie schon mal nicht, denn sie feuern rufend an.</p>
<p>Der letzte kleine Bahnhof naht, wir als Interregio rollen ein. Wir könnten jetzt eine Cola trinken. Nur einen kleinen Becher. Das könnte uns beflügeln, obwohl wir doch zu Fuß und nicht auf Schwingen unterwegs sind. Wir probieren es. Schief gehen kann nichts, es sind noch etwa vier Kilometer. Gegen Ende, das wissen wir noch vom Marathon, kommen keine Steigungen mehr, der sandige Weg wird zu Asphalt. Der mürrische Rücken überholt uns wieder im Eiltempo. Plötzlich sagt eine Stimme von irgendwoher: „Hol ihn Dir. Den kriegst Du.“ Ich sehe meinen Trainingspartner an, aber der hat nicht gesprochen. Ich ignoriere die Stimme. Heute bin ich gemütlich unterwegs, kein Alter-Lappen-Lauf. Mein Puls ist ein Läufer-Traum, irgendwo zwischen 80 und 85%. Das könnte so bleiben, bis ins Ziel. Tappeln. In die Sonne blinzeln. Landschaft. Und dann, es sind kaum noch zwei Kilometer bis zum Ziel, taucht plötzlich noch einmal eine Verpflegungsstation mit Wasser auf. In meiner Eigenschaft als Emma, die Lokomotive, dampfe ich zwar etwas, aber dieser Bahnhof wird nicht mehr angefahren. Jim Knopf neben mir sieht das genauso. Der mürrische und der optimistische Rücken stoppen vor uns. In mir werden jetzt große Mengen eines Volkslauftransmitters ausgeschüttet, der alle Prozesse vollautomatisch in Gang setzt. Wir können nicht anders. Wir geben Gas. Wir hören noch, wie die Rücken wieder starten, aber wer hat schon Chancen gegen einen ICE? Auf den letzten anderthalb Kilometern packen wir aus, was wir noch haben und das ist gar nicht mal so wenig. Der 6er Schnitt zerfällt. Kurz vor dem Ziel ist der Puls bei 95%. Da soll noch einer sagen, ich hätte nicht alles gegeben.</p>
<p>Hernach liegen wir erst ein bisschen herum und baden in Apfelschorle, dann holen wir unsere faulen Säcke ab und nutzen die überaus komfortable Möglichkeit uns bezeltet umzuziehen. Anschließend sichten wir das üppige kulinarische Angebot, das sogar Nudelgerichte einschließt und entscheiden uns dann doch für Kuchen. Damit das Glück komplett ist. In den Stunden danach fühle ich mich schlimmstenfalls wie ein junger Lappen. Die Laufzeit von knapp 2:11 ist im Verhältnis besser als die vom Lauf letzte Woche, der zwar etwas anspruchsvoller war – aber wie groß ist der Unterschied im Wohlbefinden! Man darf eben nie zu früh alles geben. Gut Ding will Weiltal haben.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-3907" alt="Weiltalweg Landschaftsmarathon Kuchen" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Weiltalweg-Landschaftsmarathon-Kuchen.jpg" width="512" height="382" /></p>
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		<title>Der Puls als Plus &#8211; die Alpha von Mio im Test.</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 19:19:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nützliches]]></category>
		<category><![CDATA[Produkttests]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie alle Mädchen habe ich eine Schwäche für hübsche Dinge. Ganz mädchenuntypisch allerdings ist meine Schwäche für hübsche, technische Dinge. Nicht die ganz großen, wie Atomkraftwerke oder Schleusenhydrauliksensorenheber. Mehr so Handtaschensachen. Nun passt der Brustgurt einer Pulsuhr zwar durchaus in Handtaschen, aber erstens ist der nicht hübsch und zweitens kann ich ihn nicht leiden. Das Gute: Endlich gibt es eine Uhr, die ohne auskommt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie alle Mädchen habe ich eine Schwäche für hübsche Dinge. Ganz mädchenuntypisch allerdings ist meine Schwäche für hübsche, technische Dinge. Nicht die ganz großen, wie Atomkraftwerke oder Schleusenhydrauliksensorenheber. Mehr so Handtaschensachen. Nun passt der Brustgurt einer Pulsuhr zwar durchaus in Handtaschen, aber erstens ist der nicht hübsch und zweitens kann ich ihn nicht leiden. Ich bin sogar der Meinung, wer von Strafgefangenen Geständnisse haben möchte, sollte sie einfach mit einem umgeschnallten Pulsgurt über den Gefängnishof jagen. Der Rest geht dann schnell. Die Dinger sind eine Marter. Zumindest die zwei Exemplare, in denen ich früher mal drin gesteckt bin wie in einem Fassreifen. Deshalb laufe ich jetzt seit 14 Jahren ohne Pulsmessgerät. Puls ist ja wohl offensichtlich vorhanden, diese Kenntnis reicht mir. Manchmal allerdings habe ich mich schon gefragt, ob es nicht eine gute Idee wäre, aus meinem planlosen Herumgehopple so eine Art Training zu machen. Das Wissen um Pulswerte könnte dabei helfen. Und ich wüsste unterwegs wenigstens, <i>warum</i> es mir gerade so schlecht geht. Wegen des hohen Pulses. Oder wegen des Pulsgurts.</p>
<p>Nun scheint es so zu sein, dass selbst die Hersteller von Pulsgurten Pulsgurte hassen. Denn seit Jahren wird fieberhaft geforscht, wie man auf das Ding verzichten kann. Das Ergebnis sind abenteuerliche Konstruktionen wie <a href="http://www.wellness-massage-shop.ch/outdoor/pulsuhr-ohne-brustgurt/pulsuhr-ohne-brustgurt---patentierte-weltneuheit.php" target="_blank">Finger-Pulsuhren</a>, die den Puls etwa so genau messen wie Turmuhren, zumindest, wenn man den Testern Glauben schenken darf. Das Problem beim Messen ist die Bewegung – was in Ruhe noch funktioniert, muss bei hektisch geschwenkten Läuferarmen passen. Jetzt allerdings scheint die Suche nach der Technologie, die Bewegungsungenauigkeiten ausgleichen kann, beendet. Und damit kommen wir zurück zum Anfang. Die Uhr, die jetzt nach Angaben ihres Herstellers als erste wirklich zuverlässig funktionierende Pulsuhr ohne Brusturt auf den Markt kommt, sieht nämlich wirklich gut aus. Finde ich zumindest. Sie heißt Alpha und ihr Hersteller Mio.</p>
<div id="attachment_3860" class="wp-caption aligncenter" style="width: 458px"><img class=" wp-image-3860 " alt="Die Alpha im Größenvergleich mit einer einfachen Stoppuhr (Nike Triax Speed)" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Alpha-Größenvergleich-2.jpg" width="448" height="335" /><p class="wp-caption-text">Die Alpha im Größenvergleich mit einer einfachen Stoppuhr (Nike Triax Speed)</p></div>
<h2>Wer ist Mio?</h2>
<p>Ich mag nicht nur hübsche Sachen, sondern auch gute Geschichten. Mio Global liefert eine. <a href="http://www.mioglobal.com/" target="_blank">Das Unternehmen</a> sitzt in Kanada und wurde 1999 von Liz Dickinson gegründet. Liz hatte gerade ihr drittes Kind bekommen und war wohl ein wenig aus dem Leim gegangen, weshalb sie einen Trainer engagierte. Als sie in Folge dessen immer drahtiger wurde, suchte sie nach einer Fitness-Uhr, die ihren Bedürfnissen entspricht und fand nicht das Richtige. Also ließ sie sich eine bauen. Und noch eine und noch eine. So entstand ein Unternehmen für Fitness-Uhren. Mit Pulsmessung hat Liz schon immer experimentiert, vermutlich hat sie ein ähnlich gelagertes Verhältnis zu Brustgurten wie ich. Bislang funktionierten ihre Uhren allerdings wie die Sensoren an Laufbändern, man konnte also immer nur vage Stichproben nehmen. Als ihr Ehrgeiz zunahm, suchte Liz einen Partner und fand ihn in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Philips" target="_blank">Philips Electronics</a>. Die Herrschaften dort kennen sich mit Medizintechnik aus. Gemeinsam entwickelte man Alpha. Die Finanzierung des Projekts wurde mit Hilfe von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdfunding" target="_blank">Crowdfunding</a> über <a href="http://www.kickstarter.com/projects/alphaheartrate/alpha-the-holy-grail-of-heart-rate-look-ma-no-hand" target="_blank">Kickstarter</a> gestemmt.</p>
<h2>Was ist Alpha?</h2>
<p>Der erste Buchstabe des griechischen Alphabets. Kein dummer Name für eine Neuheit. Ich hätte die weltweite Innovation allerdings vermutlich verschnarcht, hätte mich nicht Jost Wiebelhaus vom <a href="http://www.frankfurter-laufshop.de" target="_blank">Frankfurter Laufshop</a> drauf aufmerksam gemacht, der weiß, dass ich mit meiner Schwäche für <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/nike-sportwatch-test/" target="_blank">schöne Laufuhren</a> auch schon mal ziemlich auf die Nase gefallen bin.</p>
<p>Ich darf mit der Alpha ein paar Testläufe machen. Vorher lese ich natürlich noch ein bisschen im Netz herum. Die Alpha, erfahre ich, hat den <a href="http://www.ispo.com/award/de/All-Sports/WINNER-2013/PRODUCTS/PRODUCTS-OF-THE-YEAR/MIO-GLOBAL" target="_blank">ISPO Award als Produkt des Jahres</a> bekommen. Das ist ein ganz ordentlicher Ritterschlag. Ich bin aber natürlich auch neugierig auf Liz. Wer ist das, die Polar und Co., den großen Marktführern, die Neuheit mal eben ganz frech vor der Nase wegschnappt? Wo ist sie denn? Ah, da.</p>
<p><iframe src="//api.vidyard.com/playbackengine/r80rPNEXKgxL5TeLzEE05A?width=500&amp;height=282&amp;v=2.2" height="282" width="500" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<p>Bevor ich aber wieder am Computer festhänge, bis das Wetter schlecht wird, muss ich die Alpha testen.</p>
<h2>Was kann die Alpha?</h2>
<p>Das ist im Grunde schnell erzählt. Die Uhr misst den Puls. Sie hat einen gewöhnlichen Timer und eine Stoppuhr. Fertig. Sie merkt sich den letzten Lauf, kann seine Laufzeit und seinen Durchschnittspuls wiedergeben. Vorher kann ich einstellen, in welchem Pulsbereich ich trainieren will, dann warnt mich die Uhr durch verschiedene Farben und durch ein Tonsignal, wenn ich den Bereich über- oder unterschreite.</p>
<div id="attachment_3863" class="wp-caption aligncenter" style="width: 458px"><img class=" wp-image-3863 " alt="Das blaue Licht unter dem Display zeigt: das ist der Alpha zu lahm." src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Alpha-mit-blauem-Licht-2.jpg" width="448" height="335" /><p class="wp-caption-text">Das blaue Licht unter dem Display zeigt: das ist der Alpha zu lahm.</p></div>
<p>Alle weiteren Funktionen delegiert das faule Ührchen. Dafür verbindet es sich über Bluetooth Smart auf Wunsch mit nahezu allen gängigen Laufapps. Soll doch die App gefälligst den Lauf aufzeichnen, in Kurven darstellen, GPS Daten hinzufügen, Geschwindigkeiten ausrechnen! Die Alpha ist eine Pulsuhr, damit das mal klar ist. Sie ist dafür da, auf komfortabelste Art und Weise den Puls zu messen und ihn zur Auswertung weiterzureichen. Das muss erst mal reichen. Manche Tester bemängeln, dass die Uhr keinen Wecker hat. Da einen heute jedes Handy auf Wunsch aus dem Schlaf reißen kann, finde ich das sehr verzeihlich. Schwieriger wird es bei der fehlenden Funktion zum Stoppen von Rundenzeiten. Das könnte eine Laufuhr schon haben.</p>
<h2>Wie funktioniert die Alpha?</h2>
<p>Auf ihrer Unterseite hat die Uhr zwei futuristisch leuchtende LEDs. Sie beleuchten die Haut, besser gesagt, die Blutbahnen, die darunter liegen. Je nach dem, wie zackig das Blut dort hindurchsaust, verhält sich das zurückgestreute Licht anders. Und genau das kann die Uhr messen und in einen dazugehörigen Pulswert übersetzen. Da sie sehr fest am Arm sitzt, hat Bewegung auf diese Messung keinen Einfluss. Der Hersteller empfiehlt, die Uhr etwas höher am Arm zu tragen, damit sie nicht auf dem Handgelenksknochen aufliegt. Auch sollte vor dem Beginn der Messung wenigstens ein Hauch Aktivität stattgefunden haben, damit das Blut nicht nur bräsig im Arm herumsuppt. Meiner Erfahrung nach sind diese Hinweise unnötig. Bei mir funktionierte die Messung immer tadellos, selbst unmittelbar nach dem Aufwachen. Und ich habe auch nie besonders darauf geachtet, wo die Uhr sitzt.</p>
<div id="attachment_3864" class="wp-caption aligncenter" style="width: 458px"><img class=" wp-image-3864 " alt="Das Geheimnis der Pulsgurtlosigkeit leuchtet grün vor sich hin." src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Alpha-LED-2.jpg" width="448" height="335" /><p class="wp-caption-text">Das Geheimnis der Pulsgurtlosigkeit leuchtet grün vor sich hin.</p></div>
<h2>Die Alpha in der Praxis.</h2>
<p>Zunächst einmal muss ich eine kleine Enttäuschung hinnehmen: die Alpha funktioniert nicht mit meinem iphone4. Der &#8220;Bluetooth Smart&#8221; Standard ist erst ab dem 4S integriert. Der erste Testlauf muss also ohne Smartphone-Connection gehen.</p>
<p>Die Alpha versteht sich angeblich auch gut mit Android Handys. Dazu kann ich nichts sagen, ich habe es nicht getestet. Ob die beiden sich miteinander unterhalten können, lässt sich aber im Geschäft sicher leicht herausfinden. <a href="http://help.alphaheartrate.com/attachments/token/jg6zuagtttf7izb/?name=MIO_Alpha_UserGuide_Eng.pdf" target="_blank">Die Anleitung</a> sagt auch etwas über ANT+, aber mit Ameisenstandard kenne ich mich gar nicht aus. Bei Bedarf müsst ihr euch das nochmal genauer ansehen. Zunächst mal zählen also nur der Komfort der Uhr und ihre Grundfunktionen. Das Armband ist breit, aber sehr weich und flexibel. Hätte mich die Hexe von Hänsel und Gretel eingesperrt, hätte ich lange gefahrlos im Knusperhäuschen gesessen &#8211; meine Arme wären auf dem Grill eine herbe Enttäuschung. Sie würden bestenfalls als Chicken Wings durchgehen (Handgelenksumfang 14,5 cm). Eine Herausforderung für Uhrarmbänder. Die Alpha kann ich in den letzten Löchern gerade noch schließen. Puh, das war knapp. Aber die Uhr sitzt gut, scheuert und stört nicht.</p>
<p>Da die Alpha nur zwei Knöpfe hat, kann nicht viel schief gehen. Rechts einmal länger drücken und das Ding sucht meinen Puls. Zack &#8211; gefunden. In der Suchzeit kann ich mir noch nicht mal einen Schnürsenkel zubinden. Die Einstellung des Pulsbereichs nimmt man mit dem anderen Knopf vor. Das funktioniert intuitiv, die <a href="http://help.alphaheartrate.com/attachments/token/jg6zuagtttf7izb/?name=MIO_Alpha_UserGuide_Eng.pdf" target="_blank">Gebrauchsanweisung</a> lasse ich erst mal weg (Schon wieder sowas nichtmädchenhaftes). Mit diesem linken Knopf kann ich außerdem zwischen Pulsmessung und Stoppuhr umschalten, was beim Lauf mehr als nützlich ist. Wenn die Pulsuhr meinen Arm bereits durchleuchtet, kann ich die Stoppuhr mit einem kurzen Druck auf den rechten Knopf starten, also mit dem Lauf beginnen. Will ich die Messung pausieren, drücke ich kurz rechts, soll es weitergehen noch einmal. Alles easy.</p>
<div id="attachment_3866" class="wp-caption aligncenter" style="width: 458px"><img class=" wp-image-3866 " alt="Wer das fotografieren will, muss schnell sein - schwupp, der Puls ist da." src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Alpha-Puls-finden-2.jpg" width="448" height="335" /><p class="wp-caption-text">Wer das fotografieren will, muss schnell sein &#8211; schwupp, der Puls ist da.</p></div>
<p>Beim ersten Lauf mit der Alpha ermittle ich erst mal meinen Maximalpuls. Denn erstens will ich mit den Werten etwas anfangen können, die die Uhr anzeigt. Und zweitens will ich sehen, wie die Uhr reagiert, wenn ich halbtot bin. Das Ergebnis: Ich bin am Ende, die Uhr zeigt fröhlich 180 Schläge. Ich schlurfe nach Hause und stiere dabei immer wieder glasig auf das Display an meinem Arm. Nie verlässt mich die Uhr und was sie anzeigt, entspricht auch meinem Körpergefühl. Vor allem bei den 180. Die Messung ist konstant und scheint zuverlässig. Ich habe keinen Vergleich etwa mit einer Polar, andere Tester aber bestätigen, dass die Abweichungen, sofern überhaupt vorhanden, minimal sind.</p>
<p>Das zweite Mal teste ich die Uhr <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-nidderau-2013/" target="_blank">bei einem Volkslauf</a>. Es ist wichtig zu sehen, ob man die Uhr auch im geistig zerrütteten Zustand gut bedienen und ablesen kann. Man kann. Das einzige, was mich stört, ist, dass ich zum Umschalten von Laufzeit zu Puls zweimal auf den linken Knopf klicken muss. Dazwischen liegt nämlich die Uhrzeit. Selbst die Schuhgröße des Läufers vor mir würde mich während eines Volkslaufs mehr interessieren als die Antwort auf die Frage, wie spät es wohl sein mag.</p>
<div id="attachment_3865" class="wp-caption aligncenter" style="width: 458px"><img class=" wp-image-3865 " alt="Die Stoppuhr: Groß genug für den verwirrten Volkslauf-Blick." src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Alpha-im-Timermodus-2.jpg" width="448" height="335" /><p class="wp-caption-text">Die Stoppuhr: Groß genug für den verwirrten Volkslauf-Blick.</p></div>
<p>Für weitere Läufe nehme ich Smartphones hinzu. Ich muss schließlich wissen, ob das Delegieren der Aufgaben funktioniert. Das &#8220;Pairing&#8221; ist nicht der Rede wert. Beim Smartphone Bluetooth aktivieren, der App sagen, dass man die Herzfrequenz aufzeichnen will, Uhr starten. Fertig. Beispielhaft hier einige Screenshots aus der erfolgreichen Zusammenarbeit der Alpha mit Runtastic Pro. Zwischendurch lege ich mal einen Zahn zu, damit die Pulskurve sich merklich verändern kann. Da ich die App aber an den Ampeln nicht stoppe, kommt eine fies langsame Durchschnittsgeschwindigkeit zu Tage.</p>
<div id="attachment_3869" class="wp-caption aligncenter" style="width: 502px"><img class=" wp-image-3869  " alt="So ist's fein. Alles auf einen Blick. Samt Puls." src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Runtastic-Pro-mit-Alpha-1.png" width="492" height="388" /><p class="wp-caption-text">So ist&#8217;s fein. Alles auf einen Blick. Samt Puls.</p></div>
<div id="attachment_3872" class="wp-caption aligncenter" style="width: 476px"><img class=" wp-image-3872 " alt="Die Pulskurve verstehe ich. Die Pacekurve nicht." src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Runtastic-mit-Alpha-2.png" width="466" height="162" /><p class="wp-caption-text">Die Pulskurve verstehe ich. Die Pacekurve nicht.</p></div>
<div id="attachment_3874" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><img class=" wp-image-3874  " alt="Die kleine Tempoverschärfung war Absicht. Also sieht alles gut aus." src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Runtastic-mit-Alpha-3.png" width="500" height="226" /><p class="wp-caption-text">Die kleine Tempoverschärfung war Absicht. Also sieht alles gut aus.</p></div>
<h2>Und wie lange hält der Akku?</h2>
<p>Ich kann nicht sagen, wie lange der Akku hält. Ich kriege ihn einfach nicht leer. Ich bin ca. 6 Stunden mit der Uhr gelaufen, drücke dauernd auf ihr herum, aber sie zeigt immer noch drei Balken. 8 bis 10 Stunden Laufzeit im Exercise-Modus sagt die Anleitung, das erscheint mir nicht geprahlt. Das Laden funktioniert über USB mit einer kleinen Halterung, die sich magnetisch mit der Unterseite der Uhr verbindet. Anders als die Nike+ Sportwatch hat die Alpha also keinen anfälligen USB-Anschluss an der Uhr selbst. Das Laden ist durchdacht und komfortabel.</p>
<div id="attachment_3867" class="wp-caption aligncenter" style="width: 458px"><img class=" wp-image-3867 " alt="Aufladen ohne Schnickes. Falls jemals nötig." src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Alpha-USB-2.jpg" width="448" height="335" /><p class="wp-caption-text">Aufladen ohne Schnickes. Falls jemals nötig.</p></div>
<h2></h2>
<h2>Fazit:</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #993300;">+ Tragekomfort</span></p>
<p><span style="color: #993300;">+ einfache, intuitive Bedienung</span></p>
<p><span style="color: #993300;">+ Design</span></p>
<p><span style="color: #993300;">+ großes Display</span></p>
<p><span style="color: #993300;">+ Zuverlässigkeit</span></p>
<p><span style="color: #993300;">+ lange Akkulaufzeit</span></p>
<p><span style="color: #993300;">+ durchdachte Ladefunktion</span></p>
<p><span style="color: #993300;">+ Wasserdichtigkeit bis 50 m</span></p>
<p><span style="color: #993300;"> </span></p>
<p><span style="color: #993300;">- eingeschränkter Funktionsumfang</span></p>
<p><span style="color: #993300;">- Verbindung nur mit Smartphones möglich, die Bluetooth Smart beherrschen</span></p>
<p><span style="color: #993300;">- keine Rundenzeitenmessung (Intervalle)</span></p>
<p><span style="color: #993300;">- kein Licht (Display ist aber selbst bei Dämmerlicht gut sichtbar)</span></p>
<p><span style="color: #800000;"> </span></p>
<h2>Für wen die Alpha von Mio geeignet ist:</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>* Alle, die Brustgurte hassen, aber auf Pulsmessung nicht verzichten wollen</p>
<p>* Laufanfänger, denen der Blick auf den Puls hilft, ein besseres Körpergefühl zu gewinnen, die aber keine Uhr mit vielen Extra-Funktion brauchen</p>
<p>* Läufer, die ohnehin immer mit dem Smartphone laufen (getestet: iPhone 4S und iPhone 5) und Laufapps nutzen</p>
<p>* Volksläufer, die Pulsangaben vor allem unterwegs zur Pacekontrolle brauchen und weniger die Auswertung danach</p>
<p>* Technik-Freaks, die immer gern das Neueste haben</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Für wen die Alpha von Mio nicht geeignet ist:</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>* Brustgurtfetischisten</p>
<p>* Läufer, die Pulsangaben im Intervalltraining brauchen</p>
<p>* Ambitionierte Läufer und Triathleten, die eine Uhr brauchen, die alles kann</p>
<p>* Frauen mit einem Handgelenksumfang &lt; 14,5 cm</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich selbst muss jetzt grübeln. Ein neues Phone wird ohnehin irgendwann kommen. Dann könnte ich die Alpha mit allem nutzen. Was ist mir wichtiger? Puls? Oder das GPS am Handgelenk? Ich weiß es noch nicht. Alles ist möglich. Unmöglich ist nur ein Pulsgurt.</p>
<p><span style="color: #993300;">Die Alpha von Mio kostet 199,- und kommt jetzt in den Handel. Erhältlich ist sie bereits im Frankfurter Laufshop.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Weitere Informationen:</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.alphaheartrate.com" target="_blank">Die Produktwebseite</a></p>
<p>In deutscher Sprache:</p>
<p><a href="http://www.gizmodo.de/2013/03/26/mio-alpha-ein-riesiger-schritt-fur-pulsmesser.html" target="_blank">Gizmodo</a></p>
<p><a href="http://geekbox.ch/alpha-mio-pulsuhr-ohne-brustgurt/" target="_blank">Geekbox</a></p>
<p><a href="http://www.iphone-ticker.de/mio-alpha-medisana-pulsuhr-iphone-test-45890/" target="_blank">iPhone Ticker</a></p>
<p><a href="http://www.blog.etalgo.de/alpha-herzfrequenz-messer/" target="_blank">Etalgo Blog</a></p>
<p>In englischer Sprache:</p>
<p><a href="http://www.pcmag.com/article2/0,2817,2414600,00.asp" target="_blank">PCMag</a></p>
<p><a href="http://www.theverge.com/2013/1/10/3863712/mio-alpha-heart-rate-watch-reads-pulse-with-a-green-light" target="_blank">Theverge.com</a></p>
<p><a href="http://the-gadgeteer.com/2013/04/18/mio-alpha-heart-rate-watch-review/" target="_blank">The-gadgeteer.com</a></p>
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		<title>Liegt Ostheim nicht im Westen?</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-nidderau-2013/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 16:22:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[G - N]]></category>
		<category><![CDATA[Laufberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Nidderau]]></category>
		<category><![CDATA[Nidderau13]]></category>
		<category><![CDATA[Halbmarathon]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich weiß immer noch nicht, wer Ralf Pagels ist. Oder war. Und das, obwohl ich schon zum wiederholten Male beim Ralf Pagels Gedächtnislauf antrete. Nun könnte ich ja einfach jemanden fragen. Aber das wäre irgendwie langweilig. Stattdessen arbeite ich lieber verdeckt investigativ. Bereits früher habe ich herausgefunden, dass es sich um keinen Wasserbettenverkäufer handelt. Jetzt habe ich eine neue Spur. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich weiß immer noch nicht, wer Ralf Pagels ist. Oder war. Und das, obwohl ich schon zum wiederholten Male beim Ralf Pagels Gedächtnislauf antrete. Nun könnte ich ja einfach jemanden fragen. Aber das wäre irgendwie langweilig. Stattdessen arbeite ich lieber verdeckt investigativ. Bereits <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/volkslauf-nidderau-10/" target="_blank">früher </a>habe ich herausgefunden, dass es sich um keinen Wasserbettenverkäufer handelt. Jetzt habe ich eine neue Spur. Sie führt über den Streckenplan des Halbmarathons in Nidderau Eichen, der nach Ralf Pagels benannt ist. Ein schwarzer Pfeil im Südwesten der Strecke führt ins Nichts. Ich halte es für wahrscheinlich, dass es sich bei Ralf Pagels um einen Läufer handelt, der einst bei einem früheren Halbmarathon diesem Pfeil folgte und danach verschollen blieb. Eine Passantin in Ostheim glaubte, ihn dort noch einmal gesehen zu haben, aber danach verliert sich jede Spur. So muss es gewesen sein.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-3831" alt="HM Nidderau 2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/HM-Nidderau-2.jpg" width="518" height="428" /></p>
<p>Da ich dieses Rätsel nun also gelöst habe, kann ich mich im nächsten Jahr darum kümmern, wer unter den beiden Hügelgräbern an der Strecke liegt und warum „Dicke Steine“ in der Karte eingezeichnet sind, nicht aber „Große Bäume“, „Altes Laub“ oder „Ungenießbare Pilze“.</p>
<p>In Nidderau Eichen gibt es zwei Volksläufe, die von unterschiedlichen Veranstaltern ausgerichtet werden und natürlich unterschiedliche Streckenverläufe haben. Für einen Ort mit 2.000 Einwohnern ist das beachtlich. Zumal es noch im Jahr 1587 dort gerade mal 73 Einwohner gab und zwar 48 Schützen und 25 Spießer, wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eichen_(Nidderau)" target="_blank">Wikipedia</a> weiß. Zu meinem Bedauern steht nicht da, wie sich die Aufteilung von Schützen und Spießern heute verhält. In diesem Jahr fällt der zweite, <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/halbmarathon-nidderau-09/" target="_blank">der sommerliche Nidderauer Volkslauf </a>leider aus, ich muss also heute hier antreten, sonst wird es ein Laufjahr ganz ohne Nidderau Eichen und das wäre nicht schön.</p>
<p>Im Bereich des Parkplatzes zum Sportgelände begrüßt uns ein Plakat des „Zauncentrums“ Maintal-Bischofsheim. Ich habe es vor Jahren hier schon gesehen , möglicherweise ist es ja ein historisches Plakat aus dem Jahr 1587. Im „Zauncentrum“ wird man von einem illustrierten Mann mit gelben Hosen und starkem Dialekt bedient. Es könnte sich also lohnen, dort mal vorbeizuschauen. Die Adresse seht ihr ja im Bild.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-3835" alt="IMG_2040" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2040.jpg" width="512" height="382" /></p>
<p>An diesem Wochenende ist ja wieder einmal der Frühling angekündigt, der wohl im letzten Jahr ebenfalls dem Pfeil nach Ostheim gefolgt ist und deshalb auch lange verschollen blieb. Nun soll er also den Weg zurückgefunden haben. Als wir uns zum Lauf anmelden, ist er scheinbar noch unterwegs, denn es ist empfindlich kalt. Dabei bin ich heute wild entschlossen, mit einer ¾-Hose zu laufen, komme, was da wolle. Dabei sind ¾ -Hosen nicht einmal schön, aber für eine kurze reicht mein Mut dann doch nicht. Der reicht nicht einmal für die geplante Kombi aus langem und kurzem Shirt. Eine Weste muss her, es ist zu kalt.</p>
<p>Die Umkleide ist dafür schön warm. Mitten im Raum steht eine ehemals weiße Notfall-Liege, auf der sicher schon zahlreiche Schützen und Spießer nach dem Schießen und Spießen behandelt worden sind. Das schafft Vertrauen. Die <a href="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2010/04/Nidderau-Papierkorb.jpg" target="_blank">Laufschuh-Mülleimer-Installation</a> früherer Jahre wurde dagegen inzwischen vermutlich an wohlhabende Kunstliebhaber verkauft. Es sei dem Veranstalter TV Windecken gegönnt. Wir laufen uns ein wenig ein. Hier kann man das besonders gut, denn der Wald ist vor unserer Nase und bietet eine putzige Runde an, auf der man nicht einmal wenden muss. Es bleibt kalt, die Weste ist richtig. Und der Start lässt noch auf sich warten. Als Übersprungshandlung kaufe ich ein paar „Verzehrbons“ für später. In Nidderau hat man dafür eine richtige Registrierkasse. High Tech.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-3838" alt="IMG_2014" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2014.jpg" width="512" height="382" /></p>
<p>Schließlich stellen wir uns doch zum Start auf. Das Feld bleibt familiär, wie sich später herausstellt, treten gerade einmal 122 Läufer im Geiste von Ralf Pagels an. Hinzu kommen noch einmal insgesamt etwa 200 Läufer beim 5- und 10km Lauf. Der Kuchen wird für alle reichen, man könnte es also langsam angehen lassen. Von den 122 Läufern tragen etwa 100 neue Schuhe. Gefühlt. Zum Saisonstart haben sich scheinbar viele ein paar neue Schlappen gegönnt. So auch ich. Ich trage meine geliebten Brooks Ghost, es wird ihr zweiter Lauf. Ich vertraue fest darauf, dass das in Ordnung geht. Start.</p>
<p>Im Nidderauer Wald muss es viele Taranteln geben. Das wäre zumindest eine Erklärung, dafür, dass alle wie frisch gebissen losschießen. Auch mein Trainingspartner schlägt einen optimistischen Schritt an. Ich versuche, nicht mitzuhalten, denn ich weiß, dass die Strecke schwierig ist und einige Steigungen parat hält. Das erste Mal in meinem Leben laufe ich einen Wettkampf mit Pulsuhr (mehr dazu später an anderer Stelle). Ich bin nicht sicher, was es mir nutzt, aber ich probiere das mal. Gleich zu Beginn bin ich bei 90% meiner maximalen Herzfrequenz. Nach einem Triumphlauf klingt das nicht. Und es fühlt sich auch nicht so an. Aber man soll ja nicht zu früh die Flinte in den Wald werfen, wie schon die Nidderauer Schützen gesagt haben. Man soll einfach laufen, als wär nichts. Das kleine Feld zieht sich sofort auseinander. Ganz weit vorne sehe ich gelegentlich etwas Hellblaues auf und ab ruckeln. Ich kann nicht einmal sagen, ob sich das Dings im Hellblauen das Hellblaue in der Kabine links (Mädchen) oder rechts (Jungs) übergestreift hat. So weit sind also die Entfernungen. Ich laufe mit meinem Trainingspartner zusammen, so leide ich zumindest nicht allein. Außerdem ist mir vor der Abzweigung nach Ostheim ein wenig bange.</p>
<p>Es stellt sich dann aber doch heraus, dass die Wegmarkierungen, anders als die Karte vermuten lässt, geradezu vorbildlich sind. Es ist alles mit Sägemehl abgestreut, Wegkreuzungen oft zusätzlich mit Absperrbändern gesichert. Voraussichtlich werde ich nicht im Wald verloren gehen. Ich bin sehr froh darüber und das, obwohl der Nidderauer Wald wirklich ungeheuer schön ist. Der deutsche Forst neigt ja zu einer gewissen Schneisigkeit – die Wege sind breit wie Autobahnen und alle Abzweigungen ordentlich im rechten Winkel hineingesägt. In Nidderau gibt es aber schmale, sich schlängelnde Wege mit wunderschönen Kurven, durch die man hindurchschießen kann, wenn man die Begegnung mit den Nidderauer Taranteln gemacht hat. Sicher werden die Taranteln auch auf den Tafeln „Tiere des Waldes“ vorgestellt, die hier überall angebracht sind und zum Projekt „Lernort Wald“ gehören. So weiß man immer gleich, welches Tier einen hier anfallen könnte. Die Waldohreule oder der große Abendsegler zum Beispiel, vorausgesetzt, man ist sehr lange unterwegs. Und gerade das zeichnet sich jetzt ab. Mein Puls ist weiterhin in ungesunden Höhen und mir ist nicht so richtig wohl. Alle fünf Kilometer gibt es Wasser und ich greife jedes Mal zu. Man kann trinken und ein paar Schritte gehen. Vor allem das Gehen tut Not. Heute ist nicht mein Tag.</p>
<p>Die neuen Schuhe schlagen sich wacker und werden in einer Schlammpassage auch richtig eingeweiht. Ein neuer Schuh braucht sowas. Mit Nidderauer Waldschlamm ist man würdig getauft. Aber so boingboing der Schuh auch ist, ich bin es nicht. Vielleicht fehlt mir auch einfach etwas Zucker, diese vermaledeiten Nachmittagsläufe aber auch! Nie kriege ich das mit dem Essensrhythmus richtig hin. Morgens ist das so einfach! Banane oder Riegel eine Stunde vorher – fertig. Jetzt hat sich zwar der Puls etwas beruhigt (was mich wiederum beruhigt), aber wenn ich sehr nach unten schaue, habe ich das Gefühl, dass mir flau wird. Was ist das bloß? Jedenfalls etwas Unbekanntes. Ich muss sehen, dass ich nach Hause komme. Als wir zum zweiten Mal an der Tafel mit den Tagfaltern vorbei kommen, weiß ich immerhin, dass ich auf dem besten Weg bin. Und dennoch, die letzten fünf Kilometer werden sehr hart. Immer wieder gibt es Steigungen, nie kann man sich ausruhen. Und es gibt keine anderen Läufer, weit und breit nicht. Irgendwann haben uns zwei Menschen überholt, das war’s. Nur das Hellblaue hüpft noch ab und zu in weiter Ferne auf und ab.</p>
<p>Das einzige, was mich jetzt von meiner Pein ablenken kann, sind die hübschen Vogelkästen, die im Nidderauer Wald Hausnummern haben. Das liegt daran, dass die wenigsten Vögel hier bereits über einen Internetanschluss verfügen und deshalb in Ermangelung von E-Mails auf die Zustellung der Nachrichten per Post angewiesen sind. Ich halte also Ausschau nach einem Pirol, der hier vermutlich wegen seines gelben Gefieders im Postdienst tätig ist und das lenkt mich etwas ab. Leider nur kurz, dann quäle ich mich wieder. Das flaue Gefühl macht mir Sorgen. Ist das Kreislauf? Seit wann hab ich Kreislauf! Wo liegt eigentlich Ostheim? Hat man die Hügelgräber vielleicht für mich ausgehoben? Und ist das hier schon der dazugehörige Hügel? Wird das „Zauncentrum“ für meine Grabeinfassung sorgen? Es geht mir wirklich nicht gut.</p>
<p>Auf der letzten Rille erreiche ich das Ziel. Ziemlich genau 2:05:57. Ich bin hier schon mal 1:52 gelaufen. Weh mir. Ich trinke kräftig und der gezuckerte Tee tut gut. Lange kann ich mich hier aber nicht aufhalten, denn das Ziel ist ein gutes Stück von der Umkleide entfernt. Auch wenn es mich unterwegs nicht dahin gerafft hat – hier würde ich mir eine Blitzlungenentzündung holen und sofort das Zeitliche segnen. Mit etwas Glück würde der Lauf dann vielleicht in Heidi Schmitt-Gedächtnislauf umbenannt, aber das ist mir die Sache nicht wert. So schnell ich noch in der Lage bin, trabe ich zur Umkleide und widerstehe dort der Versuchung, mich auf die historische Schützenliege zu werfen. Ich habe schließlich Verzehrbons.</p>
<div id="attachment_3840" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><img class=" wp-image-3840" alt="IMG_2017" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2017.jpg" width="512" height="382" /><p class="wp-caption-text">Auch das Phone hat Kreislauf: der Kuchen bleibt unscharf.</p></div>
<p>Bei der anschließenden Siegerehrung zeigt sich, wie geschickt wir unseren heutigen Volkslauf ausgewählt haben – wir werden beide Dritte unserer Altersklasse. Damit habe ich noch sagenhafte drei andere hochbetage Damen meiner Kategorie abgehängt. Man soll ja nicht undankbar sein. Alte Nidderauer Schießer- und Spießer-Regel.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-3841" alt="IMG_2012" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2012.jpg" width="512" height="382" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-3842" alt="IMG_2019" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2019.jpg" width="512" height="382" /></p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-3846" alt="IMG_2029" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2029.jpg" width="478" height="640" /></p>
<p style="text-align: left;">Hier geht&#8217;s zur <a href="http://www.tv-windecken.de/leichtathletik.html" target="_blank">Homepage des Veranstalters TV Windecken</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das mach ich mit Links 03-2013</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Apr 2013 19:41:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein persönlicher Rückblick auf den Laufmonat im Netz ist ein ganz schönes Durcheinander. Aber ein Spannendes, wie ich finde.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mein persönlicher Rückblick auf den Laufmonat im Netz ist ein ganz schönes Durcheinander. Aber ein Spannendes, wie ich finde.</p>
<h2>Aus dem Pub zu den Olympischen Spielen.</h2>
<p>Der britische Dokumentarfilmer Alex Vero war ein leidenschaftlicher, übergewichtiger Pubgänger und Nichtsportler als er beschloss: Ich qualifiziere mich im Marathonlaufen für die Olympischen Spiele in Peking. Das klingt behämmert, aber es gibt wohl Menschen, die ihr Leben nicht im gewöhnlichen Rahmen ändern können, sondern nur mit einem großen Paukenschlag. Vero macht aus seinem Vorhaben <a href="http://www.theroadtobeijing.co.uk/" target="_blank">ein Filmprojekt</a> mit großartigen Bildern. Die Entwicklung vom Couch-Potato zum Eliteathleten ist unglaublich und faszinierend. Im März stellte Vero den ersten Teil der Doku „Running to the limits“, die auch als DVD erhältlich ist, bei YouTube online. Der zweite Teil kommt dann im nächsten Monat. Großes Läuferkino.</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/yzyMwrm_oNU" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
&nbsp;</p>
<h2>Paula läuft die Zeit davon.</h2>
<p>39 Jahre ist sie jetzt alt. Noch immer hält sie die Weltbestzeit im Marathon. Doch das hohe Niveau hat längst seinen Preis gefordert. Paula Radcliffe leidet noch immer bzw. immer wieder unter Verletzungen. In einem <a href="http://www.bbc.co.uk/sport/0/athletics/21919132" target="_blank">BBC-Interview</a> gibt sie sich jetzt wenig zuversichtlich in Bezug auf ein Wettkampf-Comeback.<br />
&nbsp;</p>
<h2>Macht immer wieder still: Das Team Hoyt.</h2>
<p>Jeder Triathlet kennt das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Team_Hoyt" target="_blank">Team Hoyt</a>. Vater und Sohn haben zusammen an über 1.000 Sportveranstaltungen teilgenommen, darunter 252 Triathlons und 70 Marathons. Die Besonderheit: Rick, der Sohn, ist schwer körperlich behindert und muss im Rollstuhl gefahren, oder beim Schwimmen im Schlauchboot gezogen werden. Die beiden sind längst eine Legende und da sie Amerikaner sind, gibt es über sie unzählige kitschige „Du kannst alles schaffen, wenn Du nur willst“-Filme. Jetzt erschien ein anderer. Emotional ist er auch, das bleibt bei den beiden nicht aus. Aber er ist schön gedreht und überaus sehenswert. Schon der Titel der Filmreihe, in der er erschienen ist, zeigt seine Qualität: „Every Runner has a reason“</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/Y85Zg8WQ5IY" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
&nbsp;</p>
<h2>Dieter mit Sendungsbewusstsein.</h2>
<p>Die Kolumnen von Dieter Baumann sind manchmal fröhlich, manchmal spannend, manchmal och, no ja. Bei einer der letzten musste ich aber doch sehr lachen. Sie trifft den Nerv des kältegeplagten Läufers, der auch mal wieder beachtet werden will. Ich konnte ihm gut nachfühlen. <a href="http://www.runnersworld.de/community/laufen-als-sendeauftrag-im-fernsehn.288790.htm" target="_blank">„Sendet mich!“</a>  Recht hat er, der Dieter.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>So schön kann Werbung sein.</h2>
<p>Werbespots sind oft alles andere als ein Vergnügen. Ascis hat es geschafft, ein Postivbeispiel vorzulegen, was vollkommen unaufdringlich ist und Läufern Spaß macht. Den nachfolgenden Film gibt es auch <a href="http://www.youtube.com/watch?v=L5kycSSMkdQ" target="_blank">in deutscher Übersetzung</a>, aber ich mochte die Originalstimme deutlich lieber.</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/GjVD-qR7Ab4" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Kampf dem guten Geschmack.</h2>
<p>Schwarz. Immer nur schwarz. Alle Laufhosen sind schwarz. Die Beine sehen schlank aus und man kann jede Oberteilfarbe dazu tragen. Furchtbar. So etwa muss Bethann Powers vor ein paar Jahren gedacht haben. Und dann schritt sie zur Tat: Sie nähte sich „Funky Running Gear“ selbst. Und weil die Hosen so unfassbar scheußlich waren, dass alle, die jemanden kannten, den sie nicht leiden konnten, auch eine haben wollten, um sie ihm zu schenken, wurde aus <a href="http://www.runningfunky.com/shop/index.php?route=information/information&amp;information_id=10" target="_blank">„Running funky“</a> eine Erfolgsgeschichte. Ihr bekommt dort Klamotten, die euch nicht einmal in euren kühnsten Träumen erscheinen. Soviel konsequent schlechter Geschmack ist schon wieder toll. Testurteil: rattenscharf. Nein, ich besitze noch keine Augenkiller-Hose. Aber wer weiß? Running Funky ist übrigens auch auf <a href="http://www.facebook.com/Runningfunky" target="_blank">Facebook</a>.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-3810" alt="Bild 24" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/04/Bild-24.png" width="547" height="459" /></p>
<h2>Darmstadt-Marathon adé.</h2>
<p>Erst fünf Jahre ist der Darmstadt-Marathon alt, doch nun ist es fraglich, ob er jemals wieder stattfinden kann. Die diesjährige Auflage jedenfalls wurde nun abgesagt. Die <a href="http://www.laufen.de/articles/10359" target="_blank">Begründung</a> lässt aufmerken: Die immer höheren Genehmigungsgebühren der Stadt sprengen den Rahmen des Veranstalters. Zusätzlich ließ sich in der wirtschaftlich durchaus potenten Region kein Hauptsponsor mehr finden. Vielleicht ein kleiner Fingerzeig in Richtung all derjenigen, die über zu hohe Startgebühren jammern. Wie schwer es ist, eine Großveranstaltung zu stemmen, ist an diesem Beispiel jedenfalls abzulesen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Und noch eine Absage.</h2>
<p>Laufveranstaltungen haben eine große vereinigende Kraft – sie bringen Menschen zusammen, die ein gemeinsames Ziel haben, ganz gleich welcher Religion, welchem gesellschaftlichen Stand und welchem Geschlecht sie angehören. Es hat eine große symbolische Bedeutung, wenn in Gebieten der Welt, in denen keine Ruhe einkehren will, ein Marathon stattfinden kann. Dreimal war das bereits im Gaza-Streifen möglich. Doch jetzt hat die <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/marathon-in-gaza-hamas-schliesst-frauen-aus-un-sagt-rennen-ab/7881944.html" target="_blank">radikalislamische Hamas behördlich verfügt</a>, dass keine Frauen mehr beim Lauf zugelassen sein sollen. Die <a href="http://www.unrwa.org/gazamarathon" target="_blank">Vereinten Nationen, die Ausrichter des Laufs</a> sind, haben daraufhin beschlossen, dass ein solcher Marathon nicht mit den Grundrechten vereinbar ist und <a href="http://www.guardian.co.uk/world/2013/mar/05/gaza-marathon-cancelled-hamas-bans-women" target="_blank">haben den Lauf wenige Wochen vor dem Start abgesagt</a>. Im nachfolgenden Video sieht man Bilder aus dem Vorjahr und ahnt, was eine solche Veranstaltung für das Gebiet bedeutet – ein Hauch Normalität im Wahnsinn. Das Statement des Ministers am Ende kann nur fassungslos machen.</p>
<p><iframe width="420" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/uFSlBOBe3sA" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Das Expertenvirus.</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Mar 2013 13:06:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt so viel versteckte Schönheit, so viel verborgenes Gutes auf dieser Welt. Doch während das Schneeglöckchen, die Haselmaus oder das Fett in der Salami sich dezent zurückhalten, gibt es andere, die nach vorne springen und unablässig laut: „Hallo! Hier bin ich! Seht mich an!“ rufen. Das macht nichts, wenn es sich um einen Magnolienbaum, einen Pfau oder eine Herrentorte handelt. Aber ausgerechnet unter denen, die sich exponieren, sind gelegentlich faule Eier...]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt so viel versteckte Schönheit, so viel verborgenes Gutes auf dieser Welt. Doch während das Schneeglöckchen, die Haselmaus oder das Fett in der Salami sich dezent zurückhalten, gibt es andere, die nach vorne springen und unablässig laut „Hallo! Hier bin ich! Seht mich an!“ rufen. Das macht nichts, wenn es sich um einen Magnolienbaum, einen Pfau oder eine Herrentorte handelt. Aber ausgerechnet unter denen, die sich exponieren, sind gelegentlich faule Eier. Läufern begegnen diese muffigen Hühnerprodukte derzeit besonders häufig in Form von Experten. Der Laufexperte scheint inzwischen so weit verbreitet zu sein, dass man sich durchaus Sorgen machen kann. Ist der Morbus Laufexpertus möglicherweise ansteckend? Könnte man etwa durch einen arglosen Besuch in einem Laufsportgeschäft am Ende gar selbst zum Laufexperten werden? Eins scheint gesichert: Es kann manchmal verdammt schnell gehen. Man läuft so mir nichts, dir nichts ein paar Monate vor sich hin und Pardauz! ist man Experte.</p>
<p>Und da Experten immer Botschaften haben, die möglichst viele Menschen erreichen sollen, schreiben Experten sofort ein Buch. Nun habe ich selbst ein Buch geschrieben. Expertentipps wird man darin aber vergebens suchen. Gelegentlich will mich jemand als Laufexpertin vorstellen – ich wehre mich immer so gut ich kann dagegen. Ich bin eine Hobbyläuferin. Ich habe in 14 Jahren viel Erfahrung in Volksläufen gesammelt. Und ich habe es in einem guten Jahr mit einer 1:41er Zeit im Halbmarathon auf eine für Hobbyläuferinnen meines Alters solide Bestzeit gebracht. Zu einer Expertin macht mich das aber noch lange nicht.</p>
<p>Nahezu jeder, der ein paar Jahre Lauferfahrung hat, entdeckt, dass er vor allem für eines zum Experten heranreift: für sich selbst. Er weiß, ob er vor dem Lauf Kaffee trinken kann, oder nicht. Wie viel oder wenig er vor dem Wettkampf essen sollte. Wie viele Ruhetage und wie viele lange Läufe er braucht, um beim Marathon gut durchzukommen. Wie viel, was und wann er am besten trinkt. Denn er hat all das ausprobiert und damit gute oder schlechte Erfahrungen gemacht. Er weiß aber auch: Es sind Erfahrungen, die er selbst machen musste. Denn was anderen gut bekommt, kann für ihn ein Grund sein, den Lauf abzubrechen. Und umgekehrt. Ein Läufer, der viel Erfahrung hat, ist mit Ratschlägen vorsichtig. Natürlich kann man sich gegenseitig Tipps geben, so wie ein Hobbykoch dem anderen empfehlen kann, die Zwiebeln mal etwas zu karamellisieren. Und dann gilt: Versuch macht kluch.</p>
<div id="attachment_3798" class="wp-caption aligncenter" style="width: 460px"><img src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/03/Laufexperten-Titel.jpg" alt="Bild: Fotolia" width="450" height="200" class="size-full wp-image-3798" /><p class="wp-caption-text">Bild: Fotolia</p></div>
<p>Wenn man leistungsorientiert laufen will oder als Anfänger Orientierung sucht, kann man sich durch Tipps erfahrener Läufer (und die Betonung liegt auf „erfahren“) natürlich etwas Hilfestellung holen. Am Besten aber wendet man sich an die Leute, die als Trainer schon mit unzähligen Läufern gearbeitet haben. Die <em>alle</em> Läuferfehler kennen und nicht nur die eigenen. Die über viele Jahre hinweg gezeigt haben, dass sie es einfach können. Die etwas von Trainingsmethodik verstehen. Wen man dafür für geeignet hält, ist eine Frage der persönlichen Sympathie und Ausrichtung, zum Beispiel, je nach dem, ob man es mit dem Natural Running versuchen will. Man kann ja aber auch mehrere Bücher lesen und versuchen, sich eine Meinung zu bilden. Das wären Vorschläge dafür von mir. Bücher mit auffallend unspektakulären, geradezu langweiligen Namen:</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=laufemitfraus-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3517086428&#038;nou=1&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=D57711&#038;bc1=000000&#038;bg1=F5EACE&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe>  <iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=laufemitfraus-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3767911337&#038;nou=1&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=D57711&#038;bc1=000000&#038;bg1=F5EACE&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe>  <iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=laufemitfraus-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3866159749&#038;nou=1&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=D57711&#038;bc1=000000&#038;bg1=F5EACE&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe> <iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=laufemitfraus-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3898997189&#038;nou=1&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=D57711&#038;bc1=000000&#038;bg1=F5EACE&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>Ich weiß beim besten Willen nicht, warum man sich eine seriöse Anleitung zum Laufen etwa von Achim Achilles erhofft, um den prominentesten (gar „Laufguru“ genannten) Hobby-Experten zu nennen. Es gibt tatsächlich Experten-Bücher von Hobby-Läufern, die seit 2009 laufen, das Irrsinnigste, das mir begegnet ist, ist das Buch einer Autorin die seit 2011 läuft. Es ist 2012 erschienen. Hier hat das Expertenvirus rasant zugeschlagen.</p>
<p>Nun kann ja jeder lesen, was er möchte und laufen, wie er will. Doch das Blitz-Expertentum kann auch leicht gefährlich werden. Etwa wie im Fall des überaus kuriosen „Running-Willi“, der einen Läufer bejubelte, der mit einem Infekt einen Wettkampf bestritt (nachzulesen in dem unterhaltsamen Willi-Watch-Blog <a href="http://flyingwilli.wordpress.com/2012/10/18/hauptsache-running-willi-methode/" target="_blank">„Flying Willi“</a>). Da hört der Spaß wirklich auf.</p>
<p>Oder um es mal österlich zu sagen: Es gibt so viele lesenswerte Bücher von alten Hasen. Es ist ganz unnötig, die von den falschen Hasen zu lesen.</p>
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		<title>Jubiläumsbecher auf Erfolgsspur.</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/autoren-leipzig-award/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Mar 2013 15:50:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer den Halbmarathon in Bereich von 2 Stunden läuft, hat es schwer, auf ein Siegertreppchen zu kommen. Ich finde Siegertreppchen aber eigentlich ganz hübsch. Also fasste ich einen Plan: Ich reichte mein Buch „Jubiläumsbecher in der Busspur“ bei einem Literatur-Award ein, genauer, dem autoren@leipzig award. Dabei handelt es sich um einen „Indie-Autor Preis“, ein Award, der an sogenannte „Selfpublisher“ vergeben wird. ]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wer den Halbmarathon in Bereich von 2 Stunden läuft, hat es schwer, auf ein Siegertreppchen zu kommen. Ich finde Siegertreppchen aber eigentlich ganz hübsch. Also fasste ich einen Plan: Ich reichte mein Buch „Jubiläumsbecher in der Busspur“ bei einem Literatur-Award ein, genauer, dem <a href="http://www.indie-autor-preis.de/" target="_blank">autoren@leipzig award</a>. Dabei handelt es sich um einen „Indie-Autor Preis“, ein Award, der an sogenannte „Selfpublisher“ vergeben wird. Damit gemeint sind Menschen, die erst zu faul sind, sich einen Verlag zu suchen, die sich dann aber das körpereigene Sitzpolster aufreißen, um das bleierne selbstpublizierte Werk seiner Leserschaft eigenhändig zugänglich zu machen. Der Preis wurde in diesem Jahr erstmalig von der Leipziger Buchmesse und neobooks vergeben (das ist der E-Book-Ableger des Droemer Knaur Verlags). Zu meiner großen Freude funktionierte der Plan (das tun Pläne ja sonst selten) – am 15. März wurde mir auf der Leipziger Buchmesse der 1. Preis in der Kategorie Sachbuch verliehen. Die Begründung der fünfköpfigen Fachjury lautet wie folgt: »Was als Blog begann, findet in E-Book und Buch seine würdige Fortsetzung. ‚Jubiläumsbecher in der Busspur‘ hat die Jury mit einem lustigen Cover und einem originellen Titel beeindruckt. Und dann der Inhalt: Heidi Schmitt legt einen anekdotenreichen, unterhaltsamen ‚Insider-Bericht‘ aus der Welt der passionierten Hobbyläufer vor. Die Laufbegeisterten werden hingerissen sein, die Bewegungsmuffel hin- und hergerissen, ob sie nicht doch einmal die Trainingsschuhe schnüren sollten«</p>
<div id="attachment_3765" class="wp-caption aligncenter" style="width: 471px"><img class=" wp-image-3765  " alt="BoD Stand" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/03/BoD-Stand.jpg" width="461" height="346" /><p class="wp-caption-text">Auch Selfpublisher können einen Verlag gut brauchen: Dr. Florian Geuppert<br />und Yogesh Torani von Books on demand helfen sogar beim Lächeln.</p></div>
<p>Es wurde mir bei der Preisverleihung kein Gebinde der örtlichen Drogerie mit einem Waschlappen in Blumenform überreicht und auch kein Sixpack Ur-Krostitzer. Insofern muss man sich bei Siegerehrungen dieser Art als Läufer ein wenig umstellen. Stattdessen gab es aber einen Geldpreis und ein Lektorat des Droemer Knaur Verlags für das nächste Werk und das ist ja auch nicht zu verachten. Allerdings hat man von letzterem nur dann etwas, wenn es auch ein nächstes Werk gibt. Naturalien soll man ja aber nicht verfallen lassen, deshalb bin ich jetzt praktisch gezwungen, weiter zu schreiben und mir irgendwann Gedanken über ein zweites Buch zu machen. Aber gemach, das erste ist ja noch druckfrisch.</p>
<p style="text-align: left;"><img class="aligncenter  wp-image-3769" alt="Autoren@Leipzig-Award-2013-2" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/03/Autoren@Leipzig-Award-2013-2.jpg" width="512" height="339" />Wer mir auf Facebook folgt, für den ist das alles ein alter Hut, aber es gibt doch einige, die es nicht auf diese Plattform zieht, deshalb berichte ich das alles gerne noch mal hier. Außerdem kann ich hier auch noch ein bisschen mehr erzählen. Etwa drüber, dass ich in den letzten Tagen sehr viel gelernt habe. Über E-Books und die Tücken der verschiedenen Lesegeräte zum Beispiel. Ich selbst besitze keinen Reader und war deshalb verblüfft, zu erfahren, was einzelne Geräte können – und was sie alles nicht können. Auf dem Kindle sieht mein Buch nicht so schön aus, wie ich es mir wünschen würde. Ein Blocksatz, in dem keine Trennungen gemacht werden, kann sehr löchrig sein. Auf dem ipad ist dagegen alles prima.</p>
<div id="attachment_3771" class="wp-caption aligncenter" style="width: 482px"><img class=" wp-image-3771 " alt="Marah Woolf (1. Preis Belletristik) und Heidi Schmitt (1. Preis Sachbuch)" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/03/Autoren@Leipzig-Award-2013-4.jpg" width="472" height="336" /><p class="wp-caption-text">Marah Woolf (1. Preis Belletristik) und Heidi Schmitt (1. Preis Sachbuch)</p></div>
<p>Ich habe aber nicht nur etwas über Technik gelernt, sondern auch über die Untiefen menschlicher Gefühle. Es war nämlich keineswegs so, dass mir die gesamte Menschheit seit Bekanntgabe der Award-Gewinner Blumen streute. Vielmehr glaubten Mitbewerber nachweisen zu müssen, warum nicht ich, sondern sie selbst die verdienten Gewinner gewesen seien. Nie habe ich unter Läufern offenen Neid bemerkt und ich bin der festen Überzeugung, dass ein Läufer, der dergleichen hegt, keiner sein kann. Der altmodische Begriff des „Sportsgeistes“ ist ein Wert, den man nicht hoch genug schätzen kann. Die Loyalität, Hilfsbereitschaft und Fairness unter Läufern, jenseits von jeglicher Vereinszugehörigkeit ist unverzichtbar, gerade dort, wo es um einen Wettbewerb, ein Wetteifern geht. Auch der Begriff des „Respekts“ vor der Leistung des anderen, der nichts mit dem Ghetto-Respekt zu tun hat und auch nichts mit dem Respekt, den muslimische Frauen vor den männlichen Mitgliedern ihrer Familie haben sollen. Gemeint ist der Respekt, davor, dass jeder sich redlich bemüht, ob er für die 10 km weit über eine Stunde oder deutlich unter vierzig Minuten braucht. Ein Läufer, der sich abfällig über die Leistung anderer Läufer äußert, ist kein Sportler, sondern fleischgewordene Armseligkeit. Die ist zum Glück selten. Umso erstaunlicher war für mich die plötzliche Begegnung mit dem Neid.</p>
<p>Gleichwohl: Der Jubiläumsbecher marschierte durch die Presse und mein Dank gebührt an dieser Stelle noch einmal <a href="http://www.spiridon-frankfurt.de/" target="_blank">Spiridon Frankfurt</a>, dem Verein, der sich durch ein Hinweisschild unfreiwillig zum Titelgeber gemacht hat. Immerhin, liebe Spiridonis – euer Titel ist ein Gewinnertitel geworden.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter  wp-image-3252" alt="Busspur" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2012/03/Busspur.jpg" width="448" height="335" /></p>
<p>Aktuelle Meldungen zum Preis (mehr in Kürze):<br />
<a href="http://www.indie-autor-preis.de" target="_blank">autoren@leipzig award</a><br />
<a href="http://www.literaturcafe.de/autoren-leipzig-award-die-preistraeger-des-1-selfpublishing-wettbewerbs-stehen-fest/" target="_blank">Literaturcafé</a><br />
<a href="http://www.mdr.de/buchmesse/atleipzigaward102.html" target="_blank">mdr</a></p>
<p>Und das Werk selbst:<br />
<iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=000000&#038;IS2=1&#038;nou=1&#038;bg1=FBEED5&#038;fc1=000000&#038;lc1=E38407&#038;t=laufemitfraus-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as4&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;ref=ss_til&#038;asins=3848222523" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das mach ich mit Links. 02-2013</title>
		<link>http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/lauflinks-02-2013/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Mar 2013 13:17:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum Mo Farah einen neuen Grund zum Weglaufen hat, man mit einem Marathon nicht mehr angeben kann und das Smartphone zum beliebtesten Laufausrüstungs-Spässle wird: Hier wieder meine ganz subjektive Auswahl der News und Links des vergangenen Monats.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Warum Mo Farah einen neuen Grund zum Weglaufen hat, man mit einem Marathon nicht mehr angeben kann und das Smartphone zum beliebtesten Laufausrüstungs-Spässle wird: Hier wieder meine ganz subjektive Auswahl der News und Links des vergangenen Monats.<br />
&nbsp;</p>
<h2>Mo wer?</h2>
<p>Menschen, die Mo Farah kennen, berichten, er sei der netteste Läufer unter der Sonne. Geduldig, freundlich, liebenswürdig. Dass das der Wahrheit entspricht, war jetzt leicht zu überprüfen &#8211; nach seinem Sieg beim Rock &#8216;n&#8217; Roll Halbmarathon in New Orleans geriet er in die Fänge der TV-Moderatorin LaTonya Norton. Die kannte offensichtlich nicht nur den Unterschied zwischen einem Marathon und einem Halbmarathon nicht, sie hatte auch keinen Schimmer, dass sie gerade mit dem olympischen Goldmedaillengewinner über 5.000 und 10.000 Meter sprach, dem &#8220;European Athlete of the Year 2011&#8243;. Auf die Frage, ob dies denn sein erster Lauf gewesen sei, reagierte Mo kurz irritiert, fasste sich dann aber schnell und tat alles, um weitere Peinlichkeiten zu vermeiden.</p>
<p>Auch mit der danach folgenden üblichen Empörung der unvermeidlichen Internetdödel konnte Farah gar nichts anfangen. In einem Tweet wies er die nölende Menge zurecht.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3733" alt="Tweet Mo Farah" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/03/Tweet-Mo-Farah.png" width="484" height="228" /> Farah ist scheinbar gewohnt, dass man nicht weiß, wer er ist &#8211; erst im Dezember wurde er <a href="http://www.telegraph.co.uk/sport/othersports/athletics/9771503/Mo-Farah-held-by-US-customs-on-suspicion-of-being-a-terrorist-as-he-returned-to-family-home-for-Christmas.html" target="_blank">beim amerikanischen Zoll als vermeintlicher somalischer Terrorist festgehalten</a>, auch das nicht zum ersten Mal. Es wäre also Zeit für ein paar neue Motive in dem schönen Blog <a href="http://mofarahrunningawayfromthings.tumblr.com/" target="_blank">&#8220;Mo Farah running away from things&#8221;</a>.</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/OenYecvEdfc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
&nbsp;</p>
<h2>Die Sache mit Oscar.</h2>
<p>Es stimmt nicht, dass alles seine zwei Seiten hat. Manche Dinge haben nur eine und die ist furchtbar. Das gilt auch für den Fall Oscar Pistorius, der im vergangenen Monat <a href="http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/der-fall-oscar-pistorius-das-raetsel-einer-nacht-12091754.html" target="_blank">unter ungeklärten Umständen seine Freundin erschoss</a>. Der Behindertensport hat eine Ikone verloren und <a href="http://www.guardian.co.uk/sport/2013/feb/14/nike-oscar-pistorius" target="_blank">Nike &#8211; schon wieder &#8211; ein populäres Gesicht für die Marke</a>. Das Internet reagiert, wie oft in solchen Fällen, mit schwarzem Humor.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3734" alt="Pistorius" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/03/Pistorius.jpg" width="362" height="369" /></p>
<h2>Ein Marathon? Pfff. Lächerlich.</h2>
<p>Mit einem handelsüblichen Marathon kann man heute keinen Saurus mehr aus Juressic Park hervorlocken. <a href="http://www.guardian.co.uk/lifeandstyle/the-running-blog/2013/feb/20/running-a-marathon-really-that-impressive" target="_blank">&#8220;Is a Marathon really that impressive theses days?&#8221;</a> fragt der Guardian und hat ganz recht. Es muss schon eine Serie sein. Vier Marathons in vier Tagen auf vier Planeten des Sonnensystems. Hundert 100 km-Läufe in 100 Monaten. Als 100 Jähriger. Etwas in der Art. Alles darunter ist Kinderkram. Wobei dieser Kinderkram selbst für Kinder Kinderkram ist, weshalb jetzt auch schon 9-jährige Marathons auf allen sieben Kontinenten laufen müssen. Natürlich als Charity. Wenn man das eigene Geltungsbedürfnis und die harte Arbeit gegen die eigenen Minderwertigkeitskomplexe etwas verbrämen will, hilft immer eine Charity. Und Kinder natürlich. Kinder sind immer ein Hingucker.</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/o1sDpwIr5dg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
&nbsp;</p>
<h2>Fauja tritt kürzer.</h2>
<p>Aus dem Kindesalter ist Fauja Singh mit seinen vermutlich 101 Jahren gerade mal raus und deshalb will er jetzt keine Wettkämpfe mehr laufen. Na gut, manchmal vielleicht noch. So genau will er sich dann doch nicht festlegen. Coole Socke.</p>
<p><iframe width="500" height="281" src="http://www.youtube.com/embed/hgZZBVFplvg" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
&nbsp;</p>
<h2>Haile im Interview.</h2>
<p>Einer der Mo Farah den Titel &#8220;nettester Läufer unter der Sonne&#8221; streitig machen könnte, ist nach wie vor Haile Gebresselassie. Für die niederländische Sportwebseite &#8220;Losse Veter&#8221; (was laut Google &#8220;lose Schnürsenkel&#8221; heißt) gab er ein 12-minütiges Interview über Äthiopische Läufer, Kenianer und seine eigene läuferische Zukunft.</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/59986259?title=0&amp;byline=0" width="500" height="281" frameborder="0" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen></iframe><br />
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<h2>Vegan mampfen mit Scott Jurek.</h2>
<p>Langsam wird es eng auf dem nette Läufer-Treppchen. Jetzt kommt nämlich auch noch Scott Jurek dazu. Einer der besten Ultra-Läufer der Welt, und das ohne Steak und Schnitzel. Scott isst vegan, kocht vegan und berichtet auch gern darüber, wie beides geht. Dafür brachte er auch vor einiger Zeit <a href="http://www.amazon.de/Eat-Run-Unlikely-Ultramarathon-Greatness/dp/0547569653/ref=sr_1_1?s=books-intl-de&amp;ie=UTF8&amp;qid=1362488050&amp;sr=1-1" target="_blank">ein Buch</a> auf dem Markt. Die amerikanische Runner&#8217;s World hat zu Saisonbeginn noch einmal <a href="http://www.runnersworld.com/nutrition-runners/eat-vegan-run?page=1" target="_blank">einen Abdruck daraus</a> (oder wie sagt man im Internet dazu &#8211; eine Contentkopie?) nach vorne geschubst. Viel Lesestoff für die, die sich noch nicht sicher sind, ob sie das Buch kaufen wollen. Rezepte inklusive.&nbsp;</p>
<h2>Der neue Duathlon: Laufen und Knipsen.</h2>
<p>Immer mehr Läufer nehmen ihr Smartphone mit auf die Strecke. Zum Glück nicht zum Telefonieren, sondern zum Fotos machen. Wer darin nicht so begabt ist, haut einen Filter drüber, beschneidet es als Quadrat und schon sieht&#8217;s cool aus. Manchmal. Gut, dass es Instagram gibt. Die Webseite &#8220;Run it fast&#8221; empfiehlt <a href="http://runitfast.com/2013/02/07/20-runners-you-should-be-following-on-instagram/" target="_blank">20 Läufer, die von ihren Läufen immer wieder lohnende Bildchen mitbringen</a> (Scott Jurek ist auch dabei). Zum Followen, wie der Lateiner sagt.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://instagram.com/scottjurek"><img class="aligncenter  wp-image-3736" alt="Jurek Instagram" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/03/Bild-1.png" width="490" height="488" /></a></p>
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		<title>Traktat wider die Diskriminierung.</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Mar 2013 14:19:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich werde diskriminiert. Von Männern. Und von Frauen. Besonders von Frauen. Sie reden mit mir. Aber sie wollen nicht mit mir laufen. Was mache ich nur falsch?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich werde diskriminiert. Von Männern. Und von Frauen. Besonders von Frauen. Manchmal gerate ich mit anderen Menschen ins Gespräch über das Laufen. Die anderen Menschen sagen dann meistens eine von drei Sachen. Die erste geht so: „Für mich ist das nichts. Ich hab es mal versucht, aber ich finde es unglaublich langweilig. Und dann hatte ich auch gleich Knieprobleme. Mein Arzt sagt auch, ich sollte nicht laufen. Ich hatte als Kind mal eine Kniepatellasehnenabrissknorpelplattenolfaditis, da ist Laufen kontraproduktiv. Zumal bei Langeweile.“ Das zweite Statement lautet dagegen etwa so: „Laufen ist einfach stark. Ich kriege da den Kopf ganz schnell frei. Vor fünf Jahren bin ich jeden Tag gelaufen. Die letzten Jahre eher gar nicht. Marathon wollte ich schon immer mal laufen. Vielleicht mach ich das ja bald mal. Nächste Woche, oder so.“ Die dritte Aussage ist differenzierter. Man berichtet von Schwierigkeiten mit dem Schweinehund, von Unsicherheit in Bezug auf das Tempo und gleichmäßiges Laufen oder den Mühen sich zu motivieren. Wenn mir der Mensch sympathisch ist und ich seine Unbilden für leicht lösbar halte, sage ich dann: „Wenn du Lust hast, können wir ja mal zusammen laufen.“ Dann allerdings bricht regelmäßig eine Entrüstung los, wie sie sonst nur nach mittelalterlichen Ritterspielen zu beobachten ist. Dazu gesellt sich hysterisches Lachen, der Läufer rollt mit den Augen, schaut gen Himmel und schüttelt immer wieder hospitalistisch den Kopf. „Um Gottes Willen, bloß nicht!“ schreit der Angesprochene (der oft einen doppelt ausgebuchteten Oberkörper, breite Hüften und kleine Füße hat, also eigentlich <em>DIE</em> Angesprochene heißen müsste). „Du bist mir viiiiiel zu schnell! Du läufst dann voraus und ich hechel hinterher! Nein, ich bin doch nicht verrüüückt!“</p>
<p>Vielleicht, denke ich dann, ist dies einfach nur eine kleine Trainingseinheit für die Tiefstapelmeisterschaft. Dieser Wettbewerb findet alle vier Jahre statt. Nächstes Jahr sind wieder Tiefstapelmeisterschaften, dieses Mal in Sydney. Vor drei Jahren in Montpellier gewann ein Kenianer mit einer Marathon-Bestzeit von 2:05:21 Gold. Er hatte angegeben, sein Lebenstraum sei es, einmal mit Bud Spencer zu laufen, aber er habe furchtbare Angst, sich neben ihm als schleichender Erpel zu blamieren. Ich frage deshalb meine Gesprächspartner nach ihrem Trainingsstand in Bezug auf Sydney, aber sie verstehen mich nicht, nur das hysterische Lachen geht weiter. „Mit Diiir laufen! Ha!“ Dann folgt eine ausführliche Beschreibung der eigenen Fähigkeiten. Laufen könne man das streng genommen nicht nennen, was da vor sich ginge, es handele sich eher um eine Art Krabbeln, man nehme auch oft beide Hände zur Hilfe um vorwärts zu kommen, vielleicht sei „Krauchen“ der richtige Ausdruck. Man habe auch immer das Handy dabei, mehrfach habe man schon die Ambulanz bemüht, weil man so sehr um Luft habe ringen müssen, im Spital habe man dann ein künstliches Koma erwogen, habe dann aber festgestellt, dass der Patient bereits im Koma sei, ja, eigentlich sei Koma das richtige Wort, das den eigenen Laufstil und die dabei erreichte Geschwindigkeit treffend beschreibe.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-3718" alt="Schnecken klein" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/03/Schnecken-klein.jpg" width="480" height="240" />Ich bin schon mit Herbert Steffny und Dieter Baumann gelaufen. Ich würde keine Sekunde zögern, einer kleinen Reisegruppe aus Mo Farah, Kenenisa Bekele, Tirunesh Dibaba und Usain Bolt im Laufschritt das „Grie Soß-Denkmal“ in Frankfurt Oberrad zu zeigen, falls Bedarf an dieser Art Zerstreuung bestünde. Ich mache das Tempo, basta. Die Herrschaften sind ja mit Slow Motions vertraut. Ich kann alle Tempi vom 5:30er Schnitt aufwärts laufen und wenn ich jemanden begleite, der ein langsameres Grundtempo hat als ich, habe ich noch nie so etwas gedacht wie: „Hahaha! Die Flasche. Gleich ziehe ich an und dann kann sie sehen, wo sie bleibt, die Null!“ Solches ist mir grundsätzlich fremd. Ich selbst bin nur zu mäßigen Geschwindigkeiten fähig, zumal derzeit. Was also bewegt Menschen zu diesen bis zur rüden Ablehnung reichenden Reaktionen? Warum wollen sie nicht mit mir laufen? Würden sie stattdessen lieber mit André Rieu Geige spielen? Mit Günther Grass dichten? Oder umgekehrt? Oder liegen die Gründe ganz woanders? Rieche ich vielleicht wie ein in Essig eingelegter Romadour und habe es nie bemerkt? Auf jeden Fall werde ich diskriminiert.</p>
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		<title>Bitte recht feindlich.</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Feb 2013 17:10:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schnipsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Läufer ist ja gelegentlich von den Jahreszeiten abhängig, namentlich von einer und deshalb tut es Not, diese genauer unter die Lupe zu nehmen. Man könnte es auch Feindbeobachtung nennen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Läufer ist ja gelegentlich von den Jahreszeiten abhängig, namentlich von einer und deshalb tut es Not, diese genauer unter die Lupe zu nehmen. Man könnte es auch Feindbeobachtung nennen.</p>
<p>Der Winter ist die längste aller Jahreszeiten. Während sich Frühjahr, Sommer und Herbst auf einem halben Jahr drängeln, wie an einem überlaufenen kalten Buffet und versuchen, sich gegenseitig die Trüffelhäppchen vom Teller zu klauben, nimmt der Winter allein ein halbes Jahr ein und speist à la carte. Diese dominante Jahreszeit dauert von Oktober bis März und zerfällt in zwei Teile. Dennoch entsteht keine Ritze dazwischen, durch die man flüchten könnte. Der erste Teil ist, anders, als man es vom Winter erwarten würde, nicht kalt, sondern mittelwarm. Dafür mutet es gleichbleibend dunkel an, außer in einem Zeitfenster zwischen 14 Uhr und 14:30 Uhr, in dem man kurz seine Hand vor Augen sehen kann. Dabei regnet es unaufhörlich. In dieser Zeit herrscht noch Pilzsaison, überall vor gastronomischen Betrieben stehen Heizpilze und Menschen, die versuchen zu verdrängen, dass jetzt die beste Zeit des Jahres beginnt, um das Rauchen für immer einzustellen.</p>
<p>Im zweiten Teil des Winters, der Ende Dezember beginnt, ist es heller als im ersten, dafür herrschen dann Temperaturen, über die Bewohner einer russischen Polarstation sagen würden, sie seien &#8220;rauh&#8221;, wenn &#8220;rauh&#8221; ein russisches Wort wäre. Dazu schneit es des öfteren ein Gemisch aus weißem weichem Verbundstoff und einem schwarzbraunen Granulat. Während das Weiße minderer Qualität ist und sich wie ein am Strand von Antalya gekaufter Teppich in Windeseile durchtritt, bleibt das Schwarzbraune liegen. Es hat die Bodenmission, die Sohlen von Laufschuhen durch gezielten Abrieb und Festsetzen in den Flexkerben zu ruinieren. Manchmal entwickelt sich das Weiße auch zu einer magnetischen Fläche, die in der Lage ist, Steißbeine nach unten zu ziehen.</p>
<p>Wer in dieser Zeit läuft, sollte auf gar keinen Fall eine grüne Jacke tragen. Die Sehnsucht von Passanten, Spaziergängern und anderen Läufern nach Grün ist derart groß, dass man Gefahr liefe, einen Pulk von Menschen hinter sich her zu ziehen, die einem im Laufschritt folgen wie einem gemeinen Handtaschendieb, den irren, glasigen Blick fest auf die grüne Jacke geheftet. Es soll Fälle gegeben haben, in denen in solcher Situation ein Angriff auf die rote Nase des grünbejackten Läufers stattgefunden hat, die, eine leuchtende Erinnerung an eine Blüte bildend, einem Pflückvorgang nur knapp entging.</p>
<div id="attachment_3698" class="wp-caption aligncenter" style="width: 519px"><img class=" wp-image-3698 " alt="Bild: fotolia" src="http://www.laufen-mit-frauschmitt.de/wp-content/uploads/2013/02/Krokus.jpg" width="509" height="339" /><p class="wp-caption-text">Bild: fotolia</p></div>
<p>Natürlich läuft der Läufer dennoch das ganze Jahr hindurch, nur eben tunlichst nicht in Grün. Gegen Ende des Winters braucht er dann auch in unbekanntem Terrain nie ein GPS-Gerät um den Weg nach Hause zu finden. Das liegt daran, dass er während des Laufs wie weiland Hänsel und Gretel kleine Krumen hinterlässt. Eine unvermeidliche Tatsache, denn der Läufer, der sonst geschmeidig ist wie ein Theraband für Anfänger, hat im Laufe des Winters die Konsistenz einer handelsüblichen Kokosmakrone angenommen. Er ist des Winters müde und mürbe und wer genau darauf achtet, kann sehen, wie der Läufer beim Laufen bröselt. Der Winter geht ihm auf den Keks. Den ficht das nicht an, er schneit einfach weiteres Schnee-Granulat-Gemisch aus seinem grauen sonnenlosen Himmelsdach zu den Krümeln. Der angemürbte Läufer, durch das ständige Genickeinziehen schon beinahe halslos geworden, knirscht abwechselnd mit den Sohlen und den Zähnen, um sich nichts anmerken zu lassen. Und läuft einfach weiter, immer weiter. Einem sich irgendwo räkelnden Frühling entgegen, der den Wecker schon zweimal wieder ausgeschaltet hat, um sich nochmal umzudrehen. Aber niemand weiß besser als der Läufer, dass eine Snoozetaste keine Lösung ist. Nicht mal für Jahreszeiten.</p>
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