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Marathon Woman

So, Mai 18, 2008

Bücher, Marathon-Lektüre

Marathon Woman

Sie war die erste: die Autobiografie von Marathon-Pionierin Kathrine Switzer.

Der Frauenanteil bei deutschen Citymarathons liegt zwischen 12 und 20 Prozent. Gelegentlich wird ein bisschen darüber gemurrt, warum es denn nicht mehr sind. Dass es aber überhaupt so viele sind – hier und anderswo -, das verdankt die internationale Marathongemeinde Kathrine Switzer.
1967 trat sie mit einer unschlagbaren Mischung aus Naivität, Mut und Ehrgeiz beim Boston Marathon an. Frauen waren damals bei Marathonläufen nicht zugelassen und es gab außer Kathrine Switzer keine Frau, die das in Frage gestellt hätte. Der Lauf entwickelte sich zum Krimi. Ein Organisator versuchte, die unbekümmerte Läuferin mit Gewalt von der Strecke zu drängen.

[stextbox id=“info“ color=“696969″ bcolor=“f4a460″ bgcolor=“fdf5e6″]Diesen Text gibt es auch als Podcast-Episode zum Hören.[/stextbox]

Kathrine Switzer, die schon einige andere Laufbücher geschrieben hat, erzählt jetzt ihre Geschichte in einem eigenen Buch. In der amerikanischen Runner’s World war ein langer Vorabdruck zu lesen. Obwohl ich für englische Texte immer ewig brauche, habe ich die Geschichte verschlungen. Eine Geschichte aus einer anderen, fremden Welt. Wenn man bedenkt, dass der Frauenmarathon erst 1984 als Olympische Disziplin zugelassen wurde, ist das alles nicht sehr lange her. Auch diesen alten Zopf hat Kathrine Switzer mit viel Engagement abgeschnitten. Die Erfindung des Frauenlaufs geht ebenso auf ihr Konto.
Ich habe das Buch noch nicht ganz gelesen, aber es liegt vor mir. Der Stil ist angenehm zu lesen, auch für jemanden, der sonst keine englischen Bücher liest. Und wer weiß, ob es das Buch jemals in Deutsch geben wird. Natürlich gibt es auch etliche Fotoseiten. Allein der Anblick dicker Baumwollanzüge an Läufern lässt einen staunen.
Ich könnte diese Buchempfehlung auch unter „Geschenke“ ablegen. Damit kann man laufenden Frauen wirklich eine große Freude machen. Aber es ist eben auch ein sehr gutes Selbstgeschenk. Ein Buch, das man haben muss. Schon Kathrine Switzer zu Ehren. Ihren ersten Marathonlauf beendete sie übrigens nach 4 Stunden und 20 Minuten. Es folgten noch 34 weitere. Mädels, wenn ihr ein Vorbild braucht: hier ist es.

[stextbox id=“grey“]Auf der Website der deutschen Runner’s World gibt es ein Interview mit K. Switzer.[/stextbox]

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