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Was macht der tote Frosch in meinem Mund?

Mi, Sep 19, 2007

Leckereien, Produkttests

Was macht der tote Frosch in meinem Mund?

Über den Gel Chip von Ultra Sports.

Ich liebe Dr. Feil. Er bescherte mir Dinge wie das „Greif Regenerationsbeschleunigermüsli nach Dr. Feil“ oder den „flüssigen Ackerschachtelhalmextrakt von Ultra Sports“. Ich trinke auch gern die Sportdrinks „Ultra Buffer“ und „Ultra Refresher“, obwohl ich die Namen ein bisschen kurz finde. Das alles ist großartig und lässt mich laufen wie ein Wiesel.

Jetzt hat sich Dr. Feil etwas neues ausgedacht: Gel Chips für High Speed-Leistung.
Etwas zu essen ist immer nützlich, denke ich mir, obwohl ich während des Laufs selten größere Mahlzeiten einnehme. Anders als die Liebe gehen die Dr. Feil Gel-Chips für High Speed Leistung aber nicht durch den Magen sondern durch den Mund.
Dort schmilzen sie nämlich und geben allerlei Gutes an den hoppelnden Körper ab.

Ultra_Sports_Gel_Chips

Wer sie ausprobieren möchte, sollte sich als erstes eine Versuchsperson suchen.
Dann kann man die Wirkung auch von außen gut beobachten. Es ist beeindruckend.
Mein Trainingspartner und ich öffnen nach etwa 12 km Laufstrecke die Verpackung und stopfen uns einen Dr. Feil Chip in den Mund. Der Chip hat die Ausdehnung eines genmanipulierten Marshmellows, wir sehen beide aus wie ein Feldhamster in der Kornkammer. „Ump daf läft mam jepf im Mump?“ fragt mich mein Mitläufer. „In der Bappenpaffe“ sage ich, denn Dr. Feil empfiehlt, den Chip in zwei Teile zu zerbeißen und in den Backtaschen zu verstauen, bis er sich von selbst auflöst. Nach diesem Dialog ist es still. Wir sind beide damit beschäftigt, schwammige, süße Monsterkissen in verborgenen Winkeln unserer Mundhöhle abzulegen. Zwei Radfahrer die uns entgegen kommen, starren uns an. Unsere Unterkiefer mahlen vorsichtig. „Noch nift ferbeifen“ gebe ich die Lutschanleitung wieder, aber es ist fast schon zu spät. „Da hat fif waf abgelöft, if habf gefluckt“ sagt mein Traingspartner. Auch ich habe ungewollt schon einen Teil verschluckt.

„Fühlt sich an wie ein toter Frosch“ sagt mein Traingspartner und ich kann ihm schwer wiedersprechen. Aber es schmeckt nach Cola und deutlich besser als Marshmelows.
Auf den nächsten Kilometern horchen wir ununterbrochen in uns hinein. „Ich glaube, es wirkt schon“, sagt mein Trainingspartner. „Ich muss pinkeln“. 

Ich spüre nichts, nicht in der Blase und auch sonst nicht. Bei Kilometer 18, kurz vor zuhause fühle ich mich allerdings tatsächlich frisch und bester Dinge. Überraschenderweise hat das Wunderding nicht meinen Mund verklebt, der Durst ist nicht stärker als sonst. Für mich hat es damit den ersten Test bestanden. Spannend wird es ohnehin erst bei einem 3-Stunden-Lauf. Mein Traingspartner jubelt verhaltener. Aber der liebt auch Dr. Feil nicht so wie ich.

frosch

© fotofrank – Fotolia.com

2Antworten um “Was macht der tote Frosch in meinem Mund?”


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  1. [...] Lutz hatte Gelchips mit und ich durfte auch einen probieren. Frau Schmitt hat recht: wie ein toter Frosch im Mund und es klebt und ist irgendwie unangenehm. War einen [...]

  2. [...] für Produkte für Ausdauersportler, von denen ich etliche ausprobiert habe und mag (zum Beispiel die legendären „Frösche“). Viel interessanter finde ich allerdings, dass sich Dr. Feil dauernd selbst Konkurrenz macht. Er [...]

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